“Im Dickicht” ist ein Krimi von nur 64 Seiten Umfang. Doch diese - von einer Oberstaatsanwältin verfasst - haben es in sich und sind nichts für schwache Nerven!
Kerstin und Bernd leben zusammen mit ihrem Sohn in einem perfekt umgebauten Haus auf dem brandenburgischen Land. Sein grüner Daumen beschränkt sich auf den Einkauf von Pflanzen. Um den Garten kümmert sie sich und schaut, dass die Zaunwinde ihre Lieblinge wie Phlox und Fingerhut nicht überwuchert und unter sich begräbt.
Die Idylle weist Risse auf und Kerstins „Kampfgebiet“ beschränkt sich nicht mehr nur auf den Garten. Ihr Mann Bernd kehrt von einer angeblichen Geschäftsreise nach China nicht zurück und bleibt für seine Frau unerreichbar. Ausserdem wird Kerstin in einem in ihrer eigenen Handschrift verfassten Brief ultimativ aufgefordert, ihren Ehegatten freizugeben. Möchte sie jemand für verrückt erklären?
Während die Zaunwinde recht einfach gezähmt werden kann, bricht Kerstins organisiertes Leben auseinander. Nicht zuletzt fühlt sie sich von ihren Nachbarn beobachtet. Und wer hat ihre Katze auf dem Gewissen, die anscheinend zu Tode gequält worden ist?
Gabriele Wolff:
Im Dickicht
Edition Nautilus, 2006
28. Februar 2012
24. Februar 2012
Berndt Schulz: Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Zum Tagesablauf des pensionierten Kriminalhauptkommissars Max Horner gehören regelmässige Besuche mit seinem Hund Wallander im Bethmannpark in Frankfurt. Diese Grünfläche ist für ihn mit vielen Erinnerungen verbunden. So hat er hier seine finnische Frau Terttu kennengelernt und vor vier Jahren von ihr Abschied genommen. Als leidenschaftlicher Kleingärtner schätzt er ausserdem die vielen unterschiedlichen Pflanzen. Auf seiner Lieblingsbank liest er gerne in Büchern über Pflanzenjäger und erlebt in Tagträumen, oft aber auch in nächtlichen Alpträumen, öfters deren abenteuerlichen Reisen und Erlebnisse am eigenen Leib mit.
Im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms wird der Bethmannpark von Hilfsgärtnern gepflegt, bei denen es sich allesamt um entlassene Strafgefangene handelt. Deren Leiter Gerd Halland ist darum besorgt, dass diese ihre Einsatzpläne einhalten und beispielsweise die Blumenrabatten von Unkraut befreien.
Wieder einmal möchte Max Horner auf seiner Parkbank in einem spannenden Buch lesen. Doch bevor er sich in seine Lieblingslektüre vertiefen kann, entdeckt er just zum Zeitpunkt, wo sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen der Anlage ausbreiten und bereits für Aufregung sorgen, im Teich die Leiche des Hilfgärtnerleiters Gerd Halland, der eine Pergamentrolle in der Hand hält. Liebend gerne würde Max Horner wissen, was es mit diesem Rätsel auf sich hat. Und da sich dieser Todesfall in seinem Park ereignet hat, kann es der Kriminalhauptkommissar a.D. natürlich nicht unterlassen, eigene Recherchen anzustellen und in der nicht ganz lupenreinen Vergangenheit des Opfers herumzustochern, der Zeit seines Lebens ein Aussenseiter war und unermüdlich bestrebt, nicht aufzufallen und zu sein wie alle anderen. Ist tatsächlich immer ein Gärtner der Mörder? Liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls im Hilfsgärtnerteam?
Neben eingestreuten Berichten über die Abenteuer von Pflanzenjägern werden auch immer wieder Gartentipps in die Lektüre eingeflochten und Horner philosophiert beispielsweise über inneren Wildwuchs bei Menschen und äusseren Wildwuchs in der Parkanlage. Es ist wohl nicht übertrieben anzumerken, dass der Kriminalfall ab und an im Vergleich zu den hortikulturellen Erwähnungen eher in den Hintergrund rückt, denn schliesslich passieren die Tat sowie die darauf folgenden Ermittlungen erst nach etlichen gelesenen Seiten. Genau diese Tatsache macht das Buch mit viel Lokalkolorit aber eben für Gartenfreunde speziell empfehlenswert.
„Moderholz“ ist übrigens das erste Buch aus einer neuen Krimi-Reihe um den ermittelnden Gartenliebhaber Max Horner. Neben der Vorfreude auf die Fortsetzung verbleibt mir nun nur noch, genauer nachzuforschen, ob es tatsächlich einen Pflanzenjäger namens Gordon Douglas gegeben hat. Oder ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass einfach der Vorname von David in Gordon umgeändert worden ist (wieso?). Einzelne geschilderte Episoden müssen nämlich laut früher gelesenen Pflanzenjägerbüchern jedoch eindeutig David Douglas zugeordnet werden.
Berndt Schulz:
Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Sutton Verlag, 2012
Im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms wird der Bethmannpark von Hilfsgärtnern gepflegt, bei denen es sich allesamt um entlassene Strafgefangene handelt. Deren Leiter Gerd Halland ist darum besorgt, dass diese ihre Einsatzpläne einhalten und beispielsweise die Blumenrabatten von Unkraut befreien.
Wieder einmal möchte Max Horner auf seiner Parkbank in einem spannenden Buch lesen. Doch bevor er sich in seine Lieblingslektüre vertiefen kann, entdeckt er just zum Zeitpunkt, wo sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen der Anlage ausbreiten und bereits für Aufregung sorgen, im Teich die Leiche des Hilfgärtnerleiters Gerd Halland, der eine Pergamentrolle in der Hand hält. Liebend gerne würde Max Horner wissen, was es mit diesem Rätsel auf sich hat. Und da sich dieser Todesfall in seinem Park ereignet hat, kann es der Kriminalhauptkommissar a.D. natürlich nicht unterlassen, eigene Recherchen anzustellen und in der nicht ganz lupenreinen Vergangenheit des Opfers herumzustochern, der Zeit seines Lebens ein Aussenseiter war und unermüdlich bestrebt, nicht aufzufallen und zu sein wie alle anderen. Ist tatsächlich immer ein Gärtner der Mörder? Liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls im Hilfsgärtnerteam?
Neben eingestreuten Berichten über die Abenteuer von Pflanzenjägern werden auch immer wieder Gartentipps in die Lektüre eingeflochten und Horner philosophiert beispielsweise über inneren Wildwuchs bei Menschen und äusseren Wildwuchs in der Parkanlage. Es ist wohl nicht übertrieben anzumerken, dass der Kriminalfall ab und an im Vergleich zu den hortikulturellen Erwähnungen eher in den Hintergrund rückt, denn schliesslich passieren die Tat sowie die darauf folgenden Ermittlungen erst nach etlichen gelesenen Seiten. Genau diese Tatsache macht das Buch mit viel Lokalkolorit aber eben für Gartenfreunde speziell empfehlenswert.
„Moderholz“ ist übrigens das erste Buch aus einer neuen Krimi-Reihe um den ermittelnden Gartenliebhaber Max Horner. Neben der Vorfreude auf die Fortsetzung verbleibt mir nun nur noch, genauer nachzuforschen, ob es tatsächlich einen Pflanzenjäger namens Gordon Douglas gegeben hat. Oder ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass einfach der Vorname von David in Gordon umgeändert worden ist (wieso?). Einzelne geschilderte Episoden müssen nämlich laut früher gelesenen Pflanzenjägerbüchern jedoch eindeutig David Douglas zugeordnet werden.
Berndt Schulz:
Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Sutton Verlag, 2012
20. Februar 2012
Helen Babbs: My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Mit Mitte zwanzig hat Helen Babbs beschlossen, ein bisschen London City-grau in City-grün zu verwandeln. Die junge Frau verfügte bis dato über keine gärtnerische Erfahrung und ihr Miniexperimentierfeld von drei Quadratmetern Grösse befand sich in luftiger Höhe zwischen Wolkenkratzern, Schornsteinen und Dachzinnen. In ihrem Büchlein beschreibt sie, wie sie an einem Tag im Februar ziemlich unbedarft loszog, um an einem Anlass namens „Seedy Sunday“ Sämereien zu besorgen, die den Grundstock für die Ausführung ihrer Pläne bilden sollen, diese Beute aussäte, hegte und pflegte und schliesslich ihre erste Ernte einbringen konnte.
Zwischen ihren Berichten über die gärtnerischen Tätigkeiten streut Babbs immer wieder ökologische Überlegungen ein, gibt Tipps für „grüne“ Ausflüge in London und erzählt vom Tierleben in der Höhe. Sie mag zwar gerne ihre Tomatenernte mit einem Eichhörnchen teilen, ärgert sich aber heftig über die Unbelehrbarkeit des Vierbeiners. Warum muss er auch jeden Abend eine der abgezählten und kaum reifen Tomaten probieren, nur um erneut festzustellen, dass er Tomaten nicht mag und die zerquetschten Reste achtlos liegen lassen? Überhaupt öffnet das Exeperiment Helen Babbs Augen für die vielen, oft etwas versteckten grünen Flecken in der britischen Hauptstadt und sie lernt, dass die grössten Tomaten nicht unbedingt die schmackhaftesten sein müssen.
Im Anschluss an die Zusammenfassung dieses Gartenjahres Richtung Wolken erläutert die Autorin in Kurzform ihre Erfolge und Misserfolge. Dazu gehört auch, dass Dachgärten oft starken Winden ausgesetzt sind, man/frau sich dafür aber problemlos ungekämmt und im Pyjama um die Topfpflanzenschätze kümmern kann...
Helen Babbs:
My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Timber Press, 2011
Zwischen ihren Berichten über die gärtnerischen Tätigkeiten streut Babbs immer wieder ökologische Überlegungen ein, gibt Tipps für „grüne“ Ausflüge in London und erzählt vom Tierleben in der Höhe. Sie mag zwar gerne ihre Tomatenernte mit einem Eichhörnchen teilen, ärgert sich aber heftig über die Unbelehrbarkeit des Vierbeiners. Warum muss er auch jeden Abend eine der abgezählten und kaum reifen Tomaten probieren, nur um erneut festzustellen, dass er Tomaten nicht mag und die zerquetschten Reste achtlos liegen lassen? Überhaupt öffnet das Exeperiment Helen Babbs Augen für die vielen, oft etwas versteckten grünen Flecken in der britischen Hauptstadt und sie lernt, dass die grössten Tomaten nicht unbedingt die schmackhaftesten sein müssen.
Im Anschluss an die Zusammenfassung dieses Gartenjahres Richtung Wolken erläutert die Autorin in Kurzform ihre Erfolge und Misserfolge. Dazu gehört auch, dass Dachgärten oft starken Winden ausgesetzt sind, man/frau sich dafür aber problemlos ungekämmt und im Pyjama um die Topfpflanzenschätze kümmern kann...
Helen Babbs:
My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Timber Press, 2011
17. Februar 2012
Franziska Bark Hagen (Hrsg.): Versuche das Glück im Garten zu finden
Neben Vorwort und Einleitung hat diese Publikation acht bebilderte Essays zum Inhalt:
- Das Paradies verorten: Eine Rückblende
- Gebetsteppich: Eine Mauer, die einen Garten umschliesst
- Kriegsgarten: Humus Human
- Kredit: Schuld und Schulden
- Eruv: Die Stadt als Haus
- Gemeinschaftsgarten: Vom Kultivieren der Nachbarschaft
- Whole Earth Catalog: Die Katalogisierung der Welt
- Apfelhain: Der Himmel des Erschaffens
Kenneth Helphand geht der Frage nach, wie es kommt, dass sich mitten in Kriegsgebieten Gärten finden lassen. Solche unter extremen Bedingungen angelegten Pflanzflecke entstanden beispielsweise hinter den Schützengräben im 1. Weltkrieg oder im Warschauer Ghetto. Die Pflege derselben lenkt ab und lässt – für kurze Zeit wenigstens – den Krieg vergessen. Der Textverfasser hat zu diesem Thema bereits ein Buch mit dem Titel „Defiant Gardener: Marking Gardens in Wartime“ geschrieben, in welchem er sich detailliert mit Kriegsgärten auseinandersetzt.
Was hat der Sündenfall im Paradies mit Schulden zu tun? Brett Williams vergleicht das heutige (sicher nicht nur amerikanische!) Konsumverhalten mit den paradiesischen Verfehlungen, wo seinerzeit ebenfalls die Konsequenzen ausgeblendet worden sind.
Weitere Themen sind die Victoriy-Gärten (siehe Buchvorstellung "The Victory Garden" von Lee Kochenderfer), das in Industriekörben und Reissäcken angebaute mobile „Nomadische Grün“ des Prinzessinnengartens auf einer Brache in Berlin-Kreuzberg (passend dazu die aktuelle Neuerscheinung „Prinzessinengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ herausgegeben von Nomadisch Grün im Dumont Buchverlag) und der deutsch-englische Dichter Michael Hamburger, der einen umfangreichen Obstgarten anlegte aus alten Sorten, die er selber aus gesammelten und gezogenen Apfelkernen zog. In anderen Beiträgen geht es um Garten und Religion, etwa um Gebetsteppiche von Muslimen und Eruv-Zäune, die es orthodoxen Juden erlauben, die strengen Sabbatregeln einzuhalten.
Franziska Bark Hagen (Hrsg.):
Versuche das Glück im Garten zu finden
Lars Müller Publishers, 2011
- Das Paradies verorten: Eine Rückblende
- Gebetsteppich: Eine Mauer, die einen Garten umschliesst
- Kriegsgarten: Humus Human
- Kredit: Schuld und Schulden
- Eruv: Die Stadt als Haus
- Gemeinschaftsgarten: Vom Kultivieren der Nachbarschaft
- Whole Earth Catalog: Die Katalogisierung der Welt
- Apfelhain: Der Himmel des Erschaffens
Kenneth Helphand geht der Frage nach, wie es kommt, dass sich mitten in Kriegsgebieten Gärten finden lassen. Solche unter extremen Bedingungen angelegten Pflanzflecke entstanden beispielsweise hinter den Schützengräben im 1. Weltkrieg oder im Warschauer Ghetto. Die Pflege derselben lenkt ab und lässt – für kurze Zeit wenigstens – den Krieg vergessen. Der Textverfasser hat zu diesem Thema bereits ein Buch mit dem Titel „Defiant Gardener: Marking Gardens in Wartime“ geschrieben, in welchem er sich detailliert mit Kriegsgärten auseinandersetzt.
Was hat der Sündenfall im Paradies mit Schulden zu tun? Brett Williams vergleicht das heutige (sicher nicht nur amerikanische!) Konsumverhalten mit den paradiesischen Verfehlungen, wo seinerzeit ebenfalls die Konsequenzen ausgeblendet worden sind.
Weitere Themen sind die Victoriy-Gärten (siehe Buchvorstellung "The Victory Garden" von Lee Kochenderfer), das in Industriekörben und Reissäcken angebaute mobile „Nomadische Grün“ des Prinzessinnengartens auf einer Brache in Berlin-Kreuzberg (passend dazu die aktuelle Neuerscheinung „Prinzessinengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ herausgegeben von Nomadisch Grün im Dumont Buchverlag) und der deutsch-englische Dichter Michael Hamburger, der einen umfangreichen Obstgarten anlegte aus alten Sorten, die er selber aus gesammelten und gezogenen Apfelkernen zog. In anderen Beiträgen geht es um Garten und Religion, etwa um Gebetsteppiche von Muslimen und Eruv-Zäune, die es orthodoxen Juden erlauben, die strengen Sabbatregeln einzuhalten.
Franziska Bark Hagen (Hrsg.):
Versuche das Glück im Garten zu finden
Lars Müller Publishers, 2011
13. Februar 2012
Cristina Lopez Barrio: Der Garten des ewigen Frühlings
In einem entlegenen Winkel von Kastilien zwischen Bergen und harten Böden, wo die Hirsche vor Liebe röhen und der Geruch von Schwarzpulver aus Jagdgewehren die Luft erfüllt, leben die Laguna-Frauen, auf denen schon seit langer Zeit ein Fluch lastet. Alle werden sie von ihrer grossen Liebe verlassen, bleiben unverheiratet zurück und müssen ihre ausnahmslos weiblichen Nachkommen alleine grossziehen, die dann wieder das gleiche Schicksal erleiden. Sie sind zur Schande verurteilt und werden von den übrigen Dorfbewohnern verspottet und weitgehend gemieden.
Auch Clara kann diesem Verhängnis nicht entgehen, als sie sich in einen reichen Andalusier verliebt, der in einem Herbst in ihrem Dorf auftaucht, um zu jagen. Auch sie bleibt schwanger zurück. Immerhin hat ihr der Mann aus dem Süden ein Grundstück samt Haus, der roten Villa, überschrieben. Sie soll sich ihren Lebensunterhalt als Bäuerin verdienen. Und er hat versprochen, zur Geburt ihres gemeinsamen Kindes zurückzukehren.
Als Clara schliesslich realisiert, dass auch sie vom Fluch der Laguna-Frauen nicht verschont wird, beschliesst sie, ihr Leben der Rache zu widmen und richtet in ihrer Villa ein Bordell ein. Während rundherum der Herbst Einzug hält, geschieht in der Stille des Villengartens ein Frühlingswunder: in Claras Garten blühen Margariten, die sich zwischen den Steinplatten ausbreiten und mitten im vertrockneten Herbstlaub an den Ästen der Bäume spriessen Knospen.
Als Claras Tochter Manuela geboren wird, überlässt sie die Betreuung derselben ihrer Köchin Bernarda, die ihre Herrin vergöttert, mit himmlischen Kochkünsten gesegnet ist, aber nicht richtig sprechen kann. Claras Garten blüht weiterhin unermüdlich und ohne Rücksicht auf den Wechsel der Jahreszeiten. Er weist eine unglaubliche Fruchtbarkeit auf und Claras Etablissement ist gut besucht. Aber der Andalusier kehrt nicht zurück und ihre Rache bleibt unerfüllt. Als sie schliesslich stirbt, hinterlässt sie eine Tochter, die über den Tod hinaus ihren Geist fürchtet, der das Grab verlassen und den Garten durchstreifen könnte.
Neben Frauen spielen auch zwei Priester wichtige Rollen im Roman. Einer hält lebendige, fiebrige Predigten, der andere hat ein sanftmütiges Wesen, aber sein elefantenartiges Gepolter erschüttert die ganze Umgebung und lässt an Erdbeben denken. „Der Garten des ewigen Frühlings“ ist eine phantasievolle Familiensaga über mehrere Generationen von Laguna-Frauen – gespickt mit tragischen Todesfällen, leidenschaftlichen und unerfüllten Lieben, voller geheimnisvoller Düfte sowie inspirierenden und ekligen Kochkünsten, mal mitreissend, aber zuweilen auch abstossend.
Cristina Lopez Barrio:
Der Garten des ewigen Frühling
Droemer Verlag, 2011
Das Geheimnis der roten Villa (TB-Ausgabe)
Knaur Taschenbuch Verlag, 2014
Auch Clara kann diesem Verhängnis nicht entgehen, als sie sich in einen reichen Andalusier verliebt, der in einem Herbst in ihrem Dorf auftaucht, um zu jagen. Auch sie bleibt schwanger zurück. Immerhin hat ihr der Mann aus dem Süden ein Grundstück samt Haus, der roten Villa, überschrieben. Sie soll sich ihren Lebensunterhalt als Bäuerin verdienen. Und er hat versprochen, zur Geburt ihres gemeinsamen Kindes zurückzukehren.
Als Clara schliesslich realisiert, dass auch sie vom Fluch der Laguna-Frauen nicht verschont wird, beschliesst sie, ihr Leben der Rache zu widmen und richtet in ihrer Villa ein Bordell ein. Während rundherum der Herbst Einzug hält, geschieht in der Stille des Villengartens ein Frühlingswunder: in Claras Garten blühen Margariten, die sich zwischen den Steinplatten ausbreiten und mitten im vertrockneten Herbstlaub an den Ästen der Bäume spriessen Knospen.
Als Claras Tochter Manuela geboren wird, überlässt sie die Betreuung derselben ihrer Köchin Bernarda, die ihre Herrin vergöttert, mit himmlischen Kochkünsten gesegnet ist, aber nicht richtig sprechen kann. Claras Garten blüht weiterhin unermüdlich und ohne Rücksicht auf den Wechsel der Jahreszeiten. Er weist eine unglaubliche Fruchtbarkeit auf und Claras Etablissement ist gut besucht. Aber der Andalusier kehrt nicht zurück und ihre Rache bleibt unerfüllt. Als sie schliesslich stirbt, hinterlässt sie eine Tochter, die über den Tod hinaus ihren Geist fürchtet, der das Grab verlassen und den Garten durchstreifen könnte.
Neben Frauen spielen auch zwei Priester wichtige Rollen im Roman. Einer hält lebendige, fiebrige Predigten, der andere hat ein sanftmütiges Wesen, aber sein elefantenartiges Gepolter erschüttert die ganze Umgebung und lässt an Erdbeben denken. „Der Garten des ewigen Frühlings“ ist eine phantasievolle Familiensaga über mehrere Generationen von Laguna-Frauen – gespickt mit tragischen Todesfällen, leidenschaftlichen und unerfüllten Lieben, voller geheimnisvoller Düfte sowie inspirierenden und ekligen Kochkünsten, mal mitreissend, aber zuweilen auch abstossend.
Cristina Lopez Barrio:
Der Garten des ewigen Frühling
Droemer Verlag, 2011
Das Geheimnis der roten Villa (TB-Ausgabe)
Knaur Taschenbuch Verlag, 2014
9. Februar 2012
Georg Thiem und Edgar Sommer: Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Beim Umräumen der Bücherregale auf der Suche nach einem Plätzchen für die neuesten Zugänge habe ich das Buch „Private Gartenparadiese in Niedersachsen“ wiederentdeckt, das ich nach dem Erwerb vor ziemlich genau vier Jahren auf einem Gestell eingeordnet und dann vergessen habe. Ein „Bücherschicksal“, das es mit etlichen anderen Titeln zu tragen hat, da meine verfügbare Lesezeit leider nicht ganz kompatibel ist mit der Gier oder Sucht nach potentiellem interessantem Lesefutter. Mein Interesse auf die Lektüre dieses Buches wurde definitiv geweckt, als ich beim Durchblättern entdeckt habe, dass Marita Eichler, deren Buch „Über Zäune schauen“ ich hier einmal kurz erwähnt habe, zu den portraitierten Gärtnerinnen und Gärtnern gehört.
Die Zusammenstellung der niedersächsischen Gartenparadiese ist ein abwechslungsreiches Potpourri. Da gibt es einen Garten im englischen Landhausstil, wo als erste Hürde im Gestaltungskonzept für das rund 3500 m2 grosse Grundstück die Eingliederung von alten Apfel- und Birnbäumen zu überwinden war, die unbedingt erhalten werden mussten. Einen ganz speziellen Zauber umgibt die Waldidylle - ursprünglich ein dichter Fichtenwald mit einer einfachen Holzhütte, die als Wochenendrefugium diente. Letzteres wurde durch einen Holzneubau ersetzt und der Wald gelichtet. In verschiedenen unterschiedlich gestalteten Bereichen finden sich nun viele Schattenpflanzenschätze wie beispielsweise der Tibetische Scheinmohn. Die Pflanzen sind ansprechend mit Kugeln aus verschiedenen Materialien kombiniert und in den Bäumen hängen Spiegel, in welchen sich der Garten reflektiert.
Eher rustikal bepflanzt ist der Garten, der unter dem Motto „Blumiges Landleben“ vorgestellt wird und dessen anfängliche Inspiration auf einen Besuch im Garten des Malers Emil Nolde zurückgeht. Lust auf einen persönlichen Besuch macht nicht nur die Bepflanzung sondern insbesondere auch der beschriebene integrierte kleine Laden „Landleben“, wo die Gärtnerin Auserlesenes für Haus und Garten feilhält. Weitere Kapitel tragen unter anderem Titel wie „Ein Gartentraum“, „Ein Bilderbuchgarten“, „Zauber eines Parks“ „Rosen im Heidesand“ und „Der Garten der Töpferin“.
Ein schönes Buch aus einem Kleinverlag, das den interessierten Leser hinter elf verschiedene Zäune blicken und viel Sehenswertes entdecken lässt. Der Textteil ist recht kurz gehalten, teilweise ist die Druckqualität der Bilder etwas enttäuschend. Die Publikation eignet sich ganz speziell als Vorbereitung oder Erinnerung an Besuche in einem oder mehreren der vorgestellten Gärten, die im Rahmen der offenen Pforte zu besuchen sind (oder vielleicht waren).
Georg Thiem und Edgar Sommer:
Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Cargo Verlag, 2007
Die Zusammenstellung der niedersächsischen Gartenparadiese ist ein abwechslungsreiches Potpourri. Da gibt es einen Garten im englischen Landhausstil, wo als erste Hürde im Gestaltungskonzept für das rund 3500 m2 grosse Grundstück die Eingliederung von alten Apfel- und Birnbäumen zu überwinden war, die unbedingt erhalten werden mussten. Einen ganz speziellen Zauber umgibt die Waldidylle - ursprünglich ein dichter Fichtenwald mit einer einfachen Holzhütte, die als Wochenendrefugium diente. Letzteres wurde durch einen Holzneubau ersetzt und der Wald gelichtet. In verschiedenen unterschiedlich gestalteten Bereichen finden sich nun viele Schattenpflanzenschätze wie beispielsweise der Tibetische Scheinmohn. Die Pflanzen sind ansprechend mit Kugeln aus verschiedenen Materialien kombiniert und in den Bäumen hängen Spiegel, in welchen sich der Garten reflektiert.
Eher rustikal bepflanzt ist der Garten, der unter dem Motto „Blumiges Landleben“ vorgestellt wird und dessen anfängliche Inspiration auf einen Besuch im Garten des Malers Emil Nolde zurückgeht. Lust auf einen persönlichen Besuch macht nicht nur die Bepflanzung sondern insbesondere auch der beschriebene integrierte kleine Laden „Landleben“, wo die Gärtnerin Auserlesenes für Haus und Garten feilhält. Weitere Kapitel tragen unter anderem Titel wie „Ein Gartentraum“, „Ein Bilderbuchgarten“, „Zauber eines Parks“ „Rosen im Heidesand“ und „Der Garten der Töpferin“.
Ein schönes Buch aus einem Kleinverlag, das den interessierten Leser hinter elf verschiedene Zäune blicken und viel Sehenswertes entdecken lässt. Der Textteil ist recht kurz gehalten, teilweise ist die Druckqualität der Bilder etwas enttäuschend. Die Publikation eignet sich ganz speziell als Vorbereitung oder Erinnerung an Besuche in einem oder mehreren der vorgestellten Gärten, die im Rahmen der offenen Pforte zu besuchen sind (oder vielleicht waren).
Georg Thiem und Edgar Sommer:
Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Cargo Verlag, 2007
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