23. Mai 2017

Barbara Pfeifer – Alraunen am Galgenbuckel: Ein Stuttgarter Kräuterkrimi

Die einundzwanzigjährige Studentin Angela Andersen führt an der Volkshochschule Stuttgart gelegentlich Kräuterführungen durch. Die Teilnehmer sind meistens deutlich älter als die junge Frau, die noch bei ihren Eltern wohnt. Efeu, Hopfen und Wein schmücken die Fassade des Elternhauses. Die horizontale Ebene des Grundstücks wird unter anderem durch einen kleinen Garten belegt, in dem viele Kräuter wachsen und derzeit sowohl eine Frühlings- als auch eine Herbstalraune. Die angehende Botanikerin und Medizinethnologin würde nämlich gerne persönlich die Wirkung der Pflanzen ausprobieren, obwohl sie natürlich in ihren Führungen eingehend genau davor warnt und ausdrücklich von Selbstversuchen abrät. Und natürlich wissen ihre Eltern auch nichts von ihren Gedankenspielereien. 

Alraunen sind sind giftig und gelten wegen ihrer menschenähnlichen Wurzelform als Heil- und Zaubermittel. Gemäss mittelalterlichen Überlieferungen sollen sie meisten unter Galgen wachsen. Als auf einem Stuttgarter Friedhof unter der Leiche eines erhängten Selbstmörders eben eine solche (offensichtlich frisch eingegrabene) Pflanze gefunden wird, versucht Angela, einen allfälligen Zusammenhang herzustellen und zu enträtseln. Während die Polizei die Akte rasch schliesst, vermutet sie bald, dass es sich gar nicht um eine Selbsttötung, sondern um einen Mord handelt und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen. Nachdem sie auf dem Friedhof einen toten Hund entdeckt hat, besucht sie die Witwe des Verstorbenen, die sehr froh wäre, ihr Mann hätte sich nicht selber das Leben genommen. 

Angela findet heraus, dass verschiedene Teilnehmer ihrer letzten Kräuterführung durch einen Immobilienfonds eine Verbindung zu dem Toten auf dem Friedhof haben. So wie der krebskranke Blumenfotograf, den sie mit einem eigentlich überhaupt nicht geplanten angeblichen Pflanzenbuchprojekt näher kennen lernen will. Und plötzlich wird es für die junge Studentin lebensgefährlich. Und damit haben dann keine in welcher Form auch immer konsumierten Alraunen zu tun. 

Mit diesem Kräuterkrimi habe ich zum ersten Mal ein Buch vollständig auf meinem E-Reader gelesen. Ich habe die Vorteile (Lesbarkeit in Sonne und im Dunkeln, Buchpreis, kein Platzproblem auf dem Regal) schätzen gelernt. Ich werde sicher wieder Bücher auf meinem Kindle lesen – aber nur solche, über die ich nicht im Blog berichten werde. Den Zugriff auf die während der Lektüre erstellten Notizen empfinde ich als mühsam und ungenügend. Zwar lassen sich diese ganz einfach exportieren, aber nur einelne Worte als Basis für einen Artikel sind etwas dürftig und die Positionssuche im Buch dünkt mich sehr aufwendig. Vielleicht kapiere ich auch ganz einfach, nicht wie es bedienerfreundlich funktioniert? Es lebe das gedruckte mit Post-it-Zetteln geschmückte Buch… So oder so. «Alraunen am Galgenbuckel» gehört zu den nach meiner Erfahrung eher wenigen Eigenproduktionen, die lesenswert sind, was wohl auf den beruflichen Hintergrund der Autorin zurückzuführen ist. 

Wer mehr über Alraunen erfahren will, als er vielleicht bisher aus den Harry Potter-Büchern weiss, ist gemäss Leseempfehlungen im Internet mit "Die Alraune - Pflanze der Liebe, Pflanze des Todes" von Angela Fetzner gut bedient.




Barbara Pfeifer:
Alraunen am Galgenbuckel - Ein Stuttgarter Kräuterkrimi
Kindle Edition

15. Mai 2017

Vita Sackville-West und Harold Nicolson: Sissinghurst - Portrait eines Gartens

Jeder Gärtner, der schon ein wenig mehr als nur ein paar Meter über seinen eigenen Gartenzaun geschaut hat, ist irgendwann auf den Namen Sissinghurst gestossen oder erkennt den markanten Doppelturm auf Fotos wieder. Verschiedene Bücher sind über diesen berühmten, vielleicht sogar berühmtesten englischen Garten geschrieben worden und je nach Quelle zählt er bis gegen 200'000 Besucher jährlich. Auch wer (wie ich) die verschiedenen Gartenräume nur von Fotos kennt, kann sich unschwer vorstellen, wieviel Arbeit hinter der Anlage und dem Erhalt stecken muss. 

Der Vor- (eigentlich Vorvor-)besitzer hat die Umgebung der Gebäude als Entsorgungsplatz benutzt und mit dessen Räumung waren die Käufer Vita Sackville-West und Harald Nicolson Anfang der 1930er Jahre noch lange beschäftigt. Trotzdem haben sie es geschafft, noch vor Ausbruch des 2. Weltkrieges einen bereits dannzumal über die Grafschaft Kent hinaus bekannten Garten zu schaffen, der von den sogenannten «Schillingen» (ihre etwas despektierliche Bezeichnung für die zahlenden Besucher, zurückzuführen auf den damaligen Eintrittspreis) schon dannzumal bald mitfinanziert worden ist. 

«Portrait eines Gartens» ist eine Zusammenstellung von Tagebucheinträgen, Briefen, Gartenkolumnen und Rundfunkbeiträgen und bietet in dieser Kombination nicht nur eine fundierte Einsicht in die Entstehungsgeschichte rund um das Anlegen der verschiedenen Themengärten von Sissinghurst, sondern gleichzeitig auch Einblick in eine unkonventionelle Ehe. Gemäss den Texten basierte diese auf Respekt, Liebe und Vertrauen, obwohl sie für die Aussenwelt unter anderem durch gleichgeschlechtliche aussereheliche Beziehungen zuweilen anderes wahrgenommen wurde, ja einen gegenteiligen Eindruck erweckte. 

Gemäss erprobter Aufgabenteilung war Harold für den Gartenentwurf zuständig und Vita für die Bepflanzung. Hortikulterelle Differenzen zwischen der Romantikerin und dem Klassiker gehörten zum Alltag, aber sämtlich wichtige Entscheidungen wurden immer gemeinsam getroffen. So entstanden verschiedene Gartenräume wie etwa der Rosengarten, der Lindengang, der berühmte Weisse Garten, der Grabengang und der Kräutergarten, die zu unterschiedlichen Zeiten zur Höchstform auflaufen und dank ihrer jeweiligen Einfriedung konkurrenzlos die Aufmerksamkeit auf sich können. 

Das Ehepaar konnte dabei (zumindest in den ersten Jahren) keineswegs auf unbeschränkte finanzielle Mittel zurückgreifen. Der Garten war eine Extravaganz, die sie während ihrer Freizeit erschaffen haben. Die Anfänge auf Sissinghurst waren geprägt von unregelmässigem Einkommen, hohen Ausgaben und einer unsicheren Zukunft. Vitas Anteil aus der Erbschaft nach dem Tod ihrer Mutter löste die wirtschaftlichen Probleme, änderte aber nichts daran, dass sie Geld lieber für den Garten ausgab als für Kleider. Unabhängigkeit und Privatsphäre waren oberstes Gebot und Übernachtungsgäste waren Vita ein Gräuel. 

Die chronologische Zusammenstellung führt über die ersten Jahre auf Sissinghurst, durch die schwierigen Kriegsjahre 1939 bis 1945 und gibt schliesslich Einblick in das erneute Aufblühen des Gartens Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts und thematisiert schliesslich das Schwinden der Kräfte der beiden Besitzer. Von Harold Nicolson ist ein Zitat zu lesen, in dem er sagt, er habe schon immer gewusst, dass Vita ein Werk schaffen würde, das in England seinesgleichen suchen wird. Wo er recht hat, hat er recht. Ob seine Aussage, Blumenzwiebeln stecken sei verjüngend wahr ist, soll jeder selber beurteilen. Meine Lieblingstätigkeit im Garten ist es jedenfalls nicht. Wie wir alle wissen, haben sich Vitas Zweifel, die sie vor Jahrzehnten geäussert hat («ob sich ich fünf Jahrzehnten überhaupt noch jemand dafür – den Garten – interessieren wird?) nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. Der mit untrüglichem Gespür geschaffene Garten – «es gibt Sissinghurst-Pflanzen und es gibt Ascot-Pflanzen, die nicht nach Sissinghurst passen», wird schon lange erfolgreich durch den National Trust geführt. Die Chefgärtner wechselten schon einige Male seit dem Tod der beiden Erschaffer und mit jedem jeder Wechsel ging auch mit einer Änderung der Vorlieben und Prioritäten einher. Doch nach wie vor ist der Geist von Vita Sackville-West und Harold Nicolson deutlich spürbar.

Dieses Buch ist gleichzeitig als Hörbuch erschienen, gesprochen von Marit Beyer. Mittlerweile ist der einzige Ort, an dem ich ein wenig Zeit für ein Hörbuch habe, beim Autofahren. Da unser Auto relativ selten bewegt wird und sich auch längst nicht jeder Mitfahrer für Gartengeschichten interessiert, hat das Anhören derselben entsprechend lange gedauert. Aber es hat sich gelohnt. Jedenfalls für mich. Durch die ausdrucksvolle Aufnahme wird mir das Buch mit Bestimmtheit noch länger in Erinnerung bleiben. Und die Nachwuchs-Sofagärtnerin, die gar keine solche sein will, ist als häufigste Begleitung im Auto über sich selber erstaunt – hätte sie doch nie gedacht, dass sie einmal freiwillig sogar lieber Mutters heissgeliebte sardische Band "Tazenda" anhören würde als das "Angebot" der letzten Wochen (na ja, oder zumindest so ähnlich - schliesslich gibt es auch noch unzählige Radiosender, zwischen denen hin- und her gewechselt werden kann…).

In Vita Sackville-Wests Gartenkolumnen lese ich seit vielen Jahren immer mal wieder gerne einzelne Kolumnen. Oft habe ich mich gefragt, ob ihr immenses Gartenwissen allein auf "Learning by Doing" basierte. In diesem Buch habe ich nun (wieder-?)gelesen, dass sie in (wenn ich das richtig interpretiert habe fortgeschrittenem Alter) einen Fernkurs für Gartenbau belegt hat. Das hat mich tatsächlich dazu bewogen, meine identischen oder zumindest ähnlichen Pläne nochmals zu überdenken und die vielen schon lange herumliegenden diesbezüglichen Unterlagen von diversen Anbietern wieder einmal durchzugehen. Bereits vor meiner zweijährigen im letzten Herbst abgeschlossenen beruflichen Weiterbildung hatte ich mit dem Absolvieren eines solchen Kurses geliebäugelt und vor einem halben Jahr einen erneuten Anlauf genommen, um dann doch wieder Abstand von der Idee zu nehmen und Überlegungen hinsichtlich einer Webdesign-Ausbildung anzustellen. Nun habe ich mich tatsächlich für einen Fernkurs "Gartengestaltung" angemeldet und bin gespannt, auf die Unterlagen und die Dinge, die da kommen. 



Vita Sackville-West und Harold Nicolson:
Sissinghurst - Portrait eines Gartens (Buch)
Schöffling Verlag, 2017 

Sissinghurst - Portrait eines Gartens (Hörbuch)
gelesen von Marit Beyer
Der Diwan, Hörbuchverlag, 2017

8. Mai 2017

Jennifer Gooch Hummer: Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Vor ein paar Monaten ist die Mutter von Apron nach langer Krebskrankheit gestorben. Nun hat ihr auch noch ihre langjährige einzige Freundin die Freundschaft gekündigt. Und als hätte sie noch nicht genug Probleme, ist die neue Partnerin ihres Vaters eingezogen und die beiden Erwachsenen wollen wegen des Babys, das unterwegs ist, rasch möglichst heiraten. Ebenfalls wegen dem erwarteten Familienzuwachs soll Apron sich von Boss, ihrem geliebten Meerschweinchen, trennen. Dieses Jugendbuch wird aus der Sicht von Apron erzählt und spielt in den 1980er Jahren, zur Zeit von Ronald Reagans Präsidentschaft in Amerika und den Anfängen der Krankheit Aids, die dannzumal noch unweigerlich zum Tod führte. 

Die dreizehnjährige Apron nennt die neue Frau an Vaters Seite konsequent nur M. Letztere ist eine von den Krankenschwestern im Spital von Maine, die sich um ihre Mutter gekümmert hat. M hat sich das Vertrauen des Vaters erschlichen und zwingt ihn mit der Schwangerschaft zur Heirat. Sie will eigentlich gar kein Kind. Ihr einziges Ziel ist nämlich,  eine Aufenthaltsbewilligung für Amerika zu ergattern, da ihr Visum abläuft und sie keinesfalls in ihre Heimat Brasilien zurückkehren will. Als M sich in gesetzlich abgesicherten Verhältnissen glaubt, kommen ihr wahrer Charakter und ihre Gemeinheit, die sie zunächst nur heimlich gegenüber Apron gezeigt hat, immer deutlicher zum Vorschein. Die werdende Mutter unternimmt denn auch verschiedene Versuche, die verhasste Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. 

Die bevorstehenden langen Sommerferien versprechen richtig unerfreulich für das nachdenkliche, ernste und zwischendurch sehr ungeschickte Mädchen Apron zu werden, als sie zufällig Mike und Chad kennenlernt, ein schwules Paar, das gemeinsam den Blumenladen "Scent Appeal" führt. Aus der Bekanntschaft zwischen den Dreien resultiert zunächst ein Ferienjob für Apron und schliesslich eine tiefe, freundschaftliche Beziehung. Denn während das Verhältnis zwischen Apron und ihrem Vater, einem Professor für Latein, immer distanzierter wird, stellt der Blumenladen schon bald eine Art zweites Zuhause für die Dreizehnjährige dar. Die beiden Männer fungieren einmal sogar als Ersatzonkel und -tante für einen Schulanlass und Chad formuliert für Apron ein Gedicht für die Schule, das von der Lehrerin zur Teilnahme an einem Wettbewerb eingereicht wird. 

Gleichzeitig stellt sich Apron als überaus talentierte Blumenkünstlerin heraus. Bald weiss sie aus dem Effeff, wie schlappe Blumen mit Draht wieder aufgerichtet werden und ihre mit lateinischen Sprüchen und Übersetzung versehenen Blumenanhänger kommen bei der Kundschaft ausgezeichnet an. Da die beiden Blumenladenbesitzer homosexuell sind, werden immer wieder die Schaufensterscheiben eingeschlagen. Die Zeit mit ihrer Ersatzfamilie wird aber auch anderweitig überschattet, weil sich immer deutlicher das Ende derselben abzeichnet. Denn während M’s Bauch wächst und der Blumenladen dank Aprons tatkräftiger Unterstützung floriert, wird der an Aids erkrankte Chad immer schwächer. 

So wird für Apron im Verlauf des Sommers ihre wirkliche Aufgabe immer deutlicher klar. Es geht nicht in erster Linie um ihren Ferienjob. Viel wichtiger ist die gemeinsam mit ihren neuen Freunden, besonders aber die mit Chad verbrachte Zeit. Apron und Chad stehen sich schnell sehr nahe. Sie erzählen sich gegenseitig Witze und das Mädchen liest dem todkranken Mann seine Lieblingsbücher vor, die einst auch dessen Lieblingsbücher waren. 

Ein traurig-schöner Jugendroman, der die Leserin tief berührt, während sie mit Apron mitleidet und mitfühlt. Auch Aprons weniger positiven Handlungen (die immer durchaus nachvollziehbar sind) sind von der Autorin sehr authentisch ausgearbeitet worden. Der Sommer ist für Apron emotional eine Achterbahnfahrt, doch trotz der vielen Tiefs lässt sie sich nicht dauerhaft herunterziehen, sondern blickt hoffnungsvoll vorwärts. Wer Daisy ist, lesen Sie am besten selber nach. Auch wenn Sie bereits erwachsen sind, lohnt sich die Lektüre. 



Jennifer Gooch Hummer: 
Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam 
Carlsen Verlag, 2017

1. Mai 2017

Cecilia Ahern: Das Jahr, in dem ich dich traf

Cecilia Aherns Bücher belegen in vielen Buchhandlungen und in den Bestsellerlisten bevorzugte Plätze. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb habe ich bis jetzt keines davon gelesen. Auf verschlungenen Wegen durchs Internet bin ich über weitgehend eher vernichtende Buchbesprechungen auf  den Roman «Das Jahr, in dem ich dich traf» gestossen. Die Kritiken bezogen sich mehrheitlich auf die als zu grosszügig bemessen empfundenen Textstellen, in denen es ums Gärtnern geht. Gibt es für die Sofagärtnerin einen überzeugenderen Grund, ein Buch zu kaufen?

Doch tatsächlich tat auch ich mich anfangs sehr schwer mit der Lektüre. Bis ungefähr Seite hundert war ich mehrfach versucht, das Buch unbeendet abzuschliessen, aber dann hat mich der Inhalt doch plötzlich zu interessieren begonnen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil ich wie häufig, das Ende schon ziemlich früh vorweg gelesen und festgestellt habe, dass das Romanende wohl anders als vermeintlich vorhersehbar ausfallen wird.

Jasmines Grossvater war Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Gärtner und ihm, genauer einem Strauss Jasmin, den er zu ihrer Geburt ins Krankenhaus gebracht hat, hat sie ihren Vornamen zu verdanken. Trotzdem scheint das Gartengen nicht an die Enkelin vererbt worden zu sein. Im Gegenteil, sie hat ihre ganze Nachbarschaft vor den Kopf gestossen, als sie vor ein paar Jahren der Einfachheit halber ihren gesamten Garten mit immens teuren, pflegeleichten Steinen zupflastern liess, um sich den kostspieligen Unterhalt durch den Gärtner zu ersparen.

Bis vor kurzem war die dreiunddreissigjährige Frau hinreichend mit ihrer bis dato perfekt verlaufenden Karriere beschäftigt gewesen und sie lebte nach dem Motto, dass jeder selber für die Nutzung seiner Lebenszeit verantwortlich ist und Zeitverschwendung war ein absolutes No-Go. Vier Jahre hat sie für eine selber mitgegründete Ideenfabrik gearbeitet und alles für ihren Job gegeben. Dementsprechend ungerecht fühlt sie sich behandelt, als sie bei voller Salärzahlung während einem ganzen Jahr entlassen wird. «Gardening leave» ist der englische Begriff für eine solche Freistellung.

Doch Jasmine möchte unter keinen Umständen im «Kopf Moos ansetzen» (herrlicher Begriff aus dem Buch…). Sie hat nun zwar hinreichend Zeit für ihre dreijährige Halbschwester Zara, ambivalente Gefühle gegenüber ihrem Vater und dessen völlig anderen Umgang mit seiner dritten Tochter sowie für Geburtstagseinladungen, Kaffeeklatsch mit Freundinnen und ihre Patenkinder. Doch mit dem Jobverlust hat sie ihre Selbstachtung verloren und sie beginnt an sich selber und ihren Fähigkeiten zu zweifeln. Ihr gewöhnlich überbordender Terminkalender glänzt durch Lücken. Sogar ihre Schwester Heather, die trotz oder teilweise auch wegen Trisomie 21, einen ausgeklügelt durchgeplanten Alltag hat, weist in ihrer Agenda mehr Einträge auf.

Die viele freie Zeit füllt Jasmine immer öfter mit der Beobachtung ihres Nachbarn Matt Marshall, der vis-à-vis in der gleichen Nord-Dubliner Sackgasse wohnt. Jasmine kann den Radiomoderator nicht ausstehen. Sie verabscheut ihn und er ist ihrer Meinung nach ein schlechter Vater. Nichtsdestrotz führt sie fast ständig fiktive Gespräche mit ihm. Der Anfang Vierziger trinkt zu viel Alkohol und macht ebenfalls eine Krise durch. Seine Frau hat ihn mit den drei Kindern eben verlassen. Ausserdem wird der sogenannte König der Late-Night-Talkshows gerade wegen einer unrühmlichen Sendung in der Presse verrissen und verliert schliesslich ebenfalls seinen Job. Die einzigen Gemeinsamkeiten der beiden sind offensichtlich die Stellenlosigkeit und dass sie das Durchschnittsalter unter den Nachbarn drücken. Die ausgeprägte Antipathie auf Jasmines Seite geht auf eine rund eineinhalb Jahrezehnte zurück liegende Radiosendung zum Thema Trisomie 21 zurück. Jasmine hat mit siebzehn Jahren ihre Mutter wegen einer schweren Krankheit verloren und fühlt sich seither noch mehr für ihre ältere Schwester Heather verantwortlich.

Plötzlich wird die junge Frau in die Nachbarschaft eingebunden. Es ist nämlich aufgefallen, dass sie häufiger als auch schon daheim ist. Zunächst recht widerstrebend nimmt sie die Aufgabe an, die Nachbarskatze zu füttern und den Reserveschlüssel für Matt aufzubewahren. Parallel zu diesen Geschehnissen kommt der Garten ins Spiel. Barfusslaufen durchs Gras soll einen positiven Einfluss auf den Menschen haben und in Jasmine wächst der Drang, dies auszuprobieren. Doch in ihrem Garten gibt es ja kein Gras mehr.

Kurz entschlossen geht sie dem Bedürfnis nach Erdung nach. Sie beschliesst, das teure Pflaster entfernen und einen Rollrasen anlegen zu lassen und beauftragt einen Kleinbetrieb mit den Arbeiten. Damit aktiviert sie ihr Garten-Gen. Sie lässt Winterjasmin an einer Rankhilfe hochklettern, sät Samenmischungen aus Mohn, Kamille, Margeriten und Kornblumen aus, bestellt ein Anlehngewächshaus und für die Vertreibung von Vögeln mit CD wählt sie extra Scheiben mit sorgfältig ausgewählten passenden Songs aus. Ausserdem wagt sie sich an den Bau eines Springbrunnens. Ihre Gedanken und Sorgen werden zunehmend vom Garten vereinnahmt.

Mit dem Wechsel der Jahreszeiten macht Jasmine mit einer gehörigen Portion Selbsironie eine grosse Entwicklung durch und lernt sich selber samt ihren Fehlern viel besser kennen und verstehen. Dazu tragen insbesondere (tatsächlich stattfindende) nächtliche Streitgespräche und anregende Diskussionen mit Matt bei. Sie beginnt ihren Umgang mit den Mitmenschen, ihre Erwartungen, die von ihr aufgestellten Regeln und den damit verbundenen Druck zu hinterfragen. Eine Liebesgeschichte gibt es auch noch. Aber eben nicht so, wie frau das erwartet.



Cecilia Ahern: 
Das Jahr, in dem ich dich traf 
Fischer Verlag, 2015/2016

23. April 2017

Beverley Nichols: Der Garten ist geöffnet und Einmal Gärtner – immer Gärtner

Vor bald fünfzig Jahren ist dieser in der aktuellen deutschen Übersetzung in zwei Bücher aufgeteilte Gartenklassiker erstmals unter dem Titel «Garden Open Tomorrow» erschienen. Für mich selber habe ich Beverley Nichols vor rund drei Jahrzehnten entdeckt. Dannzumal war meine Gartenbibliothek noch überschaubar und die meisten Titel habe ich mehrfach gelesen, während heutzutage fast unzählige ungelesene Bücher herumstehen. 

Der britische Humor in Kombination mit einem umfangreichen hortikulturellen Wissen sowie die gelegentlich recht unorthodoxen Ideen dieses Autors vermögen mich nach wie vor zu begeistern. Jedenfalls meistens. Je älter ich werde, desto kritischer betrachte ich gewisse Textstellen. Insbesondere sein Frauenbild lässt mich zuweilen leer schlucken, denn seine verschiedenen eigentlich nicht der Mode unterworfenen Gartenbücher können zuweilen nicht verleugnen, dass Beverley Nichols Ende des 19. Jahrhunderts geboren worden ist. Auch seine Ansichten über Babies sind gewöhnungsbedürftig und frischgebackene Eltern werden an diesen eher wenig Freude haben. Dem Leser bleibt auch nicht verborgen, dass dem Autor Katzen eindeutig lieber sind als Kleinkinder – konzentrieren wir uns also lieber auf die eher unverfängliche hortikulturelle Ebene. 

Nichols schreibt über Lerchensporne (Corydalis lutea), die Mauern zum Bröckeln bringen und über blauen und mohnigen Mohn und (fast) ebenbürtigen gelben Ersatz. Andere Gedankengänge führen zur Veränderung in der Verbreitung von Un- und Fremdkräutern parallel mit der Entwicklung von Mensch und Technik. Erfolgte diese einst geografisch relativ beschränkt durch die mit Nägeln beschlagene römische Militärsandale, sind heutzutage etwa Flugzeugreifen viel effektiver. Florale Diskussionen zwischen Rottönen werden geführt und für die Annektierung der nicht zum eigenen Land gehörenden Maueraussenseite wird eine verdrehte Rechtfertigung samt anscheind gut funktionierender Anleitung geliefert. 

Ein ganzes Kapitel («Musik und Rosen») widmet der verhinderte Komponist Nichols dem Thema, den Garten in musikalischen Begriffen zu sehen. Ebenfalls um Kunst geht es bei den gedachten Plänen für einen Gemüsengarten à la Cezanne. Dieser ist in Rechtecke und Dreiecke in verschiedenen Grüntönen gegliedert. Der Autor sinniert über das Fehlen eines Gartenministeriums und er denkt nach über das Gärtnern im Alter sowie die damit verbundenen Probleme des Kletterns, Bückens und des Schwitzens. Dabei kommt er zum Schluss, dass das Ausputzen von Verblühtem in einem Kamillerasen nicht anstrengender sein kann, als stricken. 

Dann erfährt der Leser, wie Nichols zu seinem eigenen Erstaunen einen exzentrischen Millionär dazu gebracht hat, auf der halben Welt Kapuzinerkresse in Samenform zusammenzukaufen. Das Saatgut wurde dann – sicher nicht den Unfallverhütungsvorschriften entsprechend – auf schwindelerregenden Kraxeltouren in den Klippen über dem Mittelmeer mit einer Hand grosszügig verteilt, während die andere Hand sich an Ginsterstrünke klammerte. Das Ergebnis muss ein eindrückliches Erlebnis gewesen sein. Später im gleichen Sommer hat sich nämlich ein Blüten-Niagarafall über die Klippen ergossen, der weit ins Meer leuchtete. 

Die botanischen Namen und die Pflanzensorten mögen sich ändern, aber auch der heutige gärtnernde Leser wird sich bestimmt selber in der einen oder anderen dieser zeitlosen Gartengeschichten erkennen. Und hoffentlich auch die Rückseite des Buchcovers von "Einmal Gärtner - immer Gärtner" lesen, das ein Zitat aus diesem Blog ziert. 



Beverley Nichols: 
Der Garten ist geöffnet
Schöffling Verlag, 2016 

Einmal Gärtner – immer Gärtner 
Schöffling Verlag, 2017

15. April 2017

Takashi Hiraide: Der Gast im Garten

Gärtner verstehen sich häufig interessenbedingt ganz gut mit anderen Gärtnern. Allerdings gibt es gewisse Aspekte, die man besser umschifft, sofern man die Ansichten des Gegenübers nicht kennt oder eben gerade, weil man sie kennt. Zu diesen mit Vorsicht zu geniessenden Themen gehören Katzen. Denn Gärtner, die selber keine Katzenbesitzer sind, sind oft keine uneingeschränkten Katzenfreunde. Die völlig unaufgeregte mit Bildern von Quint Buchholz illustrierte Geschichte «Der Gast im Garten» hingegen kann beiden, nämlich Katzen- und/oder Gartenfreunden, zur Lektüre empfohlen werden. Sie haben es bestimmt bemerkt, beim Gast in diesem (autobiographischen) Buchgarten handelt es sich um eine Katze. 

Ein kinderloses Paar, beide gegen Ende dreissig und im Verlagswesen tätig, zieht ausserhalb von Tokyo in ein kleines Haus, das eigentlich der Garten- und Teepavillon des von einer Lehmmauer und einem Zaun umgebenen riesigen Anwesens ist, auf dem es steht. Der Mietvertrag verbietet Kinder und Haustiere. Beide Bedingungen erfüllen sie. 

Schnell lernen sie eine Nachbarskatze kennen, die in der Folge immer öfter bei ihnen vorbeikommt. Das scheue schwarz-weisse Tier schleicht sich zuerst in ihr Leben und dann ganz direkt und fest in ihre Herzen, obwohl weder der Hausherr noch seine Frau eine besondere Vorliebe für Katzen haben. Die Hiraides nennen die Besucherin bald Chibi und richten ihr einen eigenen Schlafplatz ein, den sie nach Belieben und selbständig nutzen kann. 

Der weitläufige Garten dient als Kulisse, in dem der Mieter als Ausgleich zum Schreiben öfters Unkraut jätet oder aufräumt und die Mieterin im Herbst Blumenzwiebeln vergräbt. Damit sind die direkten gärtnerischen Tätigkeiten weitgehend abgehandelt. Und sowieso sind die Tage des Paares im Garten gezählt, da das gesamte Anwesen verkauft werden soll. Wie sich schnell herausstellt, ist dies wegen der beginnenden Wirtschaftskrise zur Zeit der Handlung in den Jahren 1989 und 1990 kein einfaches Unterfangen. Nichtsdestotrotz machen sich die Ersatz-Katzeneltern immer häufiger Gedanken darüber, wie das Leben nach dem bevorstehenden Umzug ohne Chibi sein wird. Längst betrachten sie den täglichen Besucher nämlich als ihr Eigentum und hängen sehr an ihm. Die Lösung dieses Problems erübrigt sich dann auf traurige Weise.

Der Ich-Erzähler berichtet von Alltäglichkeiten und gibt dem europäischen Leser gleichzeitig Einblick in die japanische Kultur – in den respektvollen Umgang miteinander und darüber, wie auf der anderen Seite der Erdkugel mit der Vergänglichkeit der Dinge und Wesen umgegangen wird. 



Takashi Hiraide: 
Der Gast im Garten 
Insel Verlag, 2015 

10. April 2017

Bernd Flessner: Morden wie gedruckt – Tod im Gartenbuch-Verlag

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich anlässlich der Buchvorstellung von Bernd Flessners  "Der Radieschenmörder" auf eine Fortsetzung dieses Gartenkrimis gehofft. Et voilà,- schon liegt sie vor. Die beiden bereits bekannten Charaktere, der Frühpensionär Walter Dollinger sowie der inzwischen in München ermittelnde Kriminalkommissar Schwertfeger, treffen sich in der bayrischen Hauptstadt wieder, wo beide mit ihren ganz eigenen Methoden und schliesslich zusammen versuchen, einen Mord im Gartenbuchverlagsmillieu aufzuklären. 

Dollinger wird ans Telefon gerufen, als er gerade in seinem Garten frisches, vitaminreiches Gemüse für das Abendessen erntet. Fürs Zubereiten der Mahlzeit bleibt dann aber keine Zeit mehr. Denn am anderen Ende des Telefons ist seine in Tränen aufgelöste Tochter Farina, Die junge Frau arbeitet seit kurzem als Lektorin in einem Gartenbuchverlag, der gerade mit viel Prominenz aus Politik, den Medien und der Bücherwelt sein 70jähriges Bestehen gefeiert hat. 

Mitten während der Rede der Verlagsleiterin ist Hektor Beetschneider tot zusammen gebrochen. Und auf einem der vielen am Anlass aufgenommenen Fotos, die unmittelbar vor dem tödlichen Zusammenbruch des Starautors entstanden sind, ist just Farina Dollinger direkt hinter diesem zu sehen und deshalb in den Fokus der Polizeiermittlungen geraten. Ihr Vater lässt deshalb alles Gemüse stehen und liegen, setzt sich ins Auto und fährt gleich nach München, um seine Tochter zu unterstützen. 

Todesursache ist eine Injektion mit Druckerschwärze. Mit ein Grund, weshalb Kriminalkommissar Schwertfeger davon ausgeht, dass der Mörder aus dem Verlagswesen stammt. Wer hat ein Motiv? Was für ein Motiv? Was ist dran an den Gerüchten über einen angeblich geplanten Verlagswechsel von Beetschneider? Die Gartenbücher des Mordopfers verkauften sich ausgezeichnet und die Buchtitel «Intime Gespräche – das geheime Nachtleben von Broccoli, Zucchini, Rhabarber + Co.» und «Berührte Blätter, berührende Blätter – Fühlen mit Pflanzen» hätten vielleicht sogar die Sofagärtnerin zur Lektüre verführt. 

Hektor Beetschneider selber konnte eine Primel nicht von einer Sonnenblume unterscheiden, galt aber als DER Blumenversteher schlechthin. Ein Titel, der früher notabene einem anderen Gartenbuchautor zugedacht war. Sogar Reinhold Messner werden noch ein paar Worte in den Mund gelegt. Er meint, der Verstorbene sei ein komischer Vogel gewesen, ein Erfinder von fantastischen Geschichten, die halt nicht in Mittelerde, sondern eben in Gartenerde angesiedelt waren. Der Gartenkrimi «Morden wie gedruckt» enthält nämlich neben Fiktion auch etliche reale Sachverhalte. 

Dollinger ist der Polizei meist einen halben Schritt voraus und bringt sich auch mal in ungemütliche Situationen, die nach ungewöhnlichen Massnahmen verlangen. Und seine Vermutungen führen keinesfalls immer auf direktem Weg in Richtung Aufklärung. Und bevor ein Täter dingfest gemacht werden kann, ereignet sich ein zweiter Mord. 



Bernd Flessner: 
Morden wie gedruckt – Tod im Gartenbuch-Verlag 
BLV Buchverlag, 2016

1. April 2017

Eveline Dudda: Spriessbürger – Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz

Obst und Gemüse vom Grossverteiler, das womöglich durch halb Europa oder fast rund um den Globus gekarrt oder geflogen und mit nicht zu verleugnender Wahrscheinlichkeit vor dem Kauf von verschiedenen anderen potentiellen Käufern atapet und mehr oder weniger sanft zurück ins Gestell befördert worden ist, weckt nicht bei jedem in gleichem Masse die Lust, auf diese Weise, seine täglichen Vitaminportionen zu besorgen. Die einen weichen aus, indem sie direkt beim Produzenten kaufen, andere wählen die Alternative mit dem grünen Daumen und Dreck unter den Fingernägeln. 

So spriesst und grünt es seit einigen Jahren aus immer mehr Ritzen und von Fenstersimsen und Balkonen. Selber Gemüse anbauen ist trendy und tatsächlich ist schnell ein Anfang gemacht – probieren geht schliesslich über studieren –, denn für diesen genügen bereits ein paar dem Pflanzenbedarf angepasste Blumentöpfe oder sonstige Behälter mit einem Abzugsloch. Wenn einem aber der Sinn nach Hintergrundwissen steht, bietet sich das Handbuch von Eveline Dudda an. Doch auch wer schon ein paar hortikulturelle Schritte zurückgelegt hat, ist mit dem auf fundiertem, erprobten Wissen basierenden Handbuch «Spriessbürger» ausgezeichnet bedient. 

Das umfangreiche Werk, übrigens ausschliesslich in schwarz/weiss gehalten, ist in vier Teile gegliedert: «Vorneweg» gibt eine kurze Einführung und darin Erklärungen zum Wetter, zur Fruchtfolge, zu Pflanzenfamilien sowie Mischkultur und geplantem Anbau. Der zweite Teil enthält, geordnet nach ihrer Zugehörigkeit zu Doldenblütlern, Korbblütlern, Kreuzblütlern oder Gemüse ohne enge Familienbande, ausführliche Pflanzenportraits von Asia-Salat über Kohlrabi und Peperoni bis zum Zuckermais. Auf jeweils mehreren Seiten werden allgemeine Information etwa über Geschmack und Verwandtschaft und über Geschichte, Standortansprüche, Fruchtfolge, Aussaat, Pflanzung, Abstände, Pflege, Pflanzenschutz, Ernte, Lagerung und Sorten gegeben. Optisch unterstützt und aufgelockert werden die Texte durch vergrösserte Fotos von Samen, von Sämlingen und durch oft witzige Schnappschüsse und Zeichnungen. Hier wird mit viel Herzblut Wissen aus eigener praktischer Erfahrung weitergeben – kompetent, aber nicht verbissen. Der immer wieder durchblitzende Humor zeigt sich bereits auf dem Umschlagbild, das eine Gärtnerin mit Salatperücke ziert. 

Es gibt Tipps zur Selbstversorgung, zum Pflanzenschutz und man erfährt, wie und wozu eine Unkrautkur durchgeführt wird und welche Lebewesen sich im Boden tummeln, die den Pflanzen und Wurzeln guttun oder eben auch nicht. Ganz nebenbei wird mit verschiedenen Mythen aufgeräumt oder deren Sinn wird bestätigt und immer wieder werden passende Zitate mit hortikulturellem Bezug eingestreut. Welches Gemüse zählt zu den Flachwurzeln, welches zu den Schwachzehrern, wie steht’s mit den Ansprüchen an Temperaturen und an den Nährstoffbedarf? Und haben Sie gewusst, dass die Kohlrabiblätter gesünder sind als die Knolle selber und Microgreen- und Babyleaf-Salatmischungen ganz einfach selber im Blumenkistli angebaut werden können? 

Der lesende Gärtner erfährt vom Einfluss des richtigen Aussaattermins auf die Erfolgsquote beim Ernten. Die Schweiz ist zwar flächenmässig klein, aber die klimatischen Bedingungen variieren je nach Region und Höhenlage. Ein Walliser gärtnert nicht unter den gleichen Bedingungen wie ein Rheintaler, was gezwungenermassen gleichbedeutend ist mit der Unzuverlässigkeit der Angaben auf den Samenpäckli. Verlässlicher sind die Natur und die Wechselwirkungen, die sich im phänologischen Kalender widerspiegeln. Die Huflattichblüte etwa zeigt an, dass die Bodentemperatur rund sechs Grad beträgt. Die Pastinakenanzucht beginnt nach der Forsythienblüte und sobald der schwarze Holdunder blüht, können auch wärmebedürftigere Gemüse ins Freiland, weil dann die Frostperioden vorbei sind. Detaillierte Informationen liefert der dem Buch beiliegende Gemüse- und Salatplaner, der sich auch im Internet finden lässt. 

Zur Gartenarbeit im Lauf der Jahreszeiten gehört auch das Wissen über die richtigen Anzuchtmethoden. Wann lohnt sich die die Aussaat im Zimmer oder Gewächshaus, welches Gemüse kauft der Gärtner besser in Form von Setzlingen oder welche Samen können direkt ins Freiland? Das Buch liefert auch die Antwort auf die Frage, wie viele Samen und Keimlinge pro Zelle oder Topf in welcher Tiefe ausgebracht werden sollen und wie lange die Zeitspanne zwischen Aussaat und Pflanzung ist.

Ein Gartenbuch ausschliesslich in s/w-Optik polarisiert. Eine nicht repräsentative Umfrage unter einigen Nahestehenden endet mit dem Resultat, dass die Idee als eher gewöhnungsbedürftig empfunden wird. Als langjährigen Leserin von Hortus und Greenprints, die beide in visueller Hinsicht (und nur in dieser) ausschliesslich farblos daherkommen, habe ich persönlich keine Mühe damit. Für mich sind Texte wichtiger als farbige Bilder. Mit ein Grund weshalb ich seit Jahren nahezu uneingeschränkt ohne Bildunterstützung blogge. Der Sofagarten-Hintergrund ist schlicht und einfach in Grüntönen gehalten, weil die verwendete Blogger-Vorlage so ist und diese beim Einrichten am besten zum Bloginhalt gepasst hat und ich immer noch keine Zeit und Lust gefunden habe, mich endlich mit einem moderneren Layout auseinanderzusetzen. Und nebenbei: meine neueste Filmentdeckung ist eine ältere Schrebergarten-Serie in schwarz/weiss; im Internet entdeckt mit dem Stichwort Laubenpieper.

Für eidgenössische Leserinnen und Leser sind die Helvetismen erfrischend. Wo liest man schon mal Floskeln wie «ist Hans was Heiri» oder eben Mundartausdrücke wie herumplämperle, Gluscht oder Gutsch? Für Schweizerdeutsch-Unkundige ist im Anhang ein Vocabulaire eingefügt (atapen = betatschen). Bleibt noch zu erwähnen, dass das inhaltlich und umfangmässig stattliche Buch neben einem Saatkalender-Umrechner durch ein Inhaltsverzeichnis, Glossar, Quellen- und Literaturverzeichnis sowie eine Liste von Saatgutanbietern in der Schweiz und ein Register ergänzt wird. Und selbstverständlich finden auch Nicht-auf-Schweizer-Boden-Gärtnernde in dem Buch nützliche Tipps und Tricks.



Eveline Dudda: 
Spriessbürger – Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz Spriessbürger Verlag, 2015

20. März 2017

Jörg Albrecht: Alles im grünen Bereich – Ein Lesebuch für Gartenfreunde

«Alles im grünen Bereich» ist eine Kolumnensammlung aus dem Wissenschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das Niveau ist dementsprechend hoch, was aber erfreulicherweise überhaupt keinen Einfluss auf das Lesevergnügen hat. Ganz im Gegenteil. Die Lektüre ist gleichzeitig intelligent und kurzweilig. Im Vorwort definiert Jörg Albrecht das Ziel seiner Zeilen. Es geht nämlich nicht wie so häufig darum, immer wieder von Gartenautoren oder -journalisten Wiederholtes noch einmal ungeprüft wiederzukäuen, sondern um Fakten und darum, Urteile und Vorurteile zu überprüfen, zu bestätigen oder eben zu widerlegen. Diese Ergebnisse liessen sich zuweilen wohl durch noch gründlichere Untersuchungen in Frage stellen und nicht sämtlichen grünen Rätsel lassen sich in Kolumnenlänge lösen. 

Wissen setzt Beobachten voraus. Wie die Leserin leicht feststellt, verfügt der Autor über eine enorme hortikulturelle Erfahrung, sowohl theoretisch als auch praktisch, und sein Geschmack entspricht dementsprechend nicht dem eines 0-8-15-Gärtners, der sich je nach Jahreszeit Primeln, Stiefmütterchen, Geranien und Co. besorgt oder den Vorgarten in eine vorgeblich pflegeleichte Steinwüste verwandelt. Das kommt in seinen (negativen) Bemerkungen über den (Un-)Sinn von Thujahecken (sich den Blick auf weitere Thujahecken zu ersparen) ebenso zum Ausdruck, wie bei seinem Zetern über den Kirschlorbeer, der seiner Meinung nach durch Plastikatrappen ersetzt werden könnte. Ich teile diesbezüglich die Meinung des Autors, doch nach meiner eigenen Erfahrung spielen beim Gärtnern neben dem Wissen die wechselnden Vorlieben, die finanziellen Möglichkeiten oder die Pflanzenvermehrungsfähigkeiten der Gärtnerin eine nicht zu unterschätzende Rolle. 

Als wir Haus und Garten bezogen haben, gehörte eine minimale «Grundausstattung» zum grünen Inventar. Obwohl ich die vorgesehene Pflanzung von Tannenbäumen erfolgreich verhindern konnte, waren da einige Pflanzen im Garten, die mir gar nicht gefallen haben. In diese Kategorie fielen etwa Kirschlorbeer und Hibiskus. Einiges hat Frau Sofagärtnerin sofort wieder ausgegraben oder herausgezogen und verschenkt, anderes wurde zähneknirschend toleriert. Inzwischen, über zwei Jahrzehnte später, hat sich mein Geschmack stark verändert und tatsächlich schätze ich heute einige der Pflanzen, die damals bestenfalls geduldet waren (z.B. Sibirischer Hartriegel; damals sah ich diesbezüglich Rot, heute liegt mein Fokus auf roten Pflanzenschätzen) und ich habe sogar einzelne der dannzumal Verschmähten wieder in den Garten geholt (Eiben; Säuleneiben, Kleinformen als Buchsersatz, Eibenkugeln). Wahrscheinlich war mir der (vielleicht zu wenig geschätzte?) Gärtner einfach ein paar Gärtner-Entwicklungsstufen voraus? 

Doch zurück zum Buch. Der Autor selber beackert ein schmales Handtuchgrundstück, das steil in einen Hang ragt, sowie einen Pachtgarten. Die Nachbarn von letzterem haben die Basis für die Betrachtungen dieser Kolumnen geliefert, deren Titel da zum Beispiel lauten:

- Das bringt den Mann zum Rasen 
- Der Gärtner ist immer der Mörder 
- Mieze Schindler darf nicht sterben 
- Stimmungskanonen 
- Schneide nie den Baum zum Scherz 
- Wenn ein Schnitt daneben geht 
- Das Gegenteil vom Paradies 

Die Leserin erfährt, wo vor vielen Jahren in einer Saison hunderttausend Narzissenzwiebeln einbebuddelt worden sind und der Autor hinterfragt den Sinn von Vogelfütterung und die damit verbundenen Konsequenzen in den Eingriff des Naturhaushalts. Dabei es um Verkotung und die daraus resultierenden Hygieneprobleme und die Anpassung der Schnabel- und Flügelformen, da der Futtertisch ständig gedeckt ist und Überwinterungen in südlichen Gefilden mit damit verbundenen langen zurrückzulegenden Flugstrecken nicht mehr notwendig sind. Und haben Sie gewusst, dass jährlich 10 Tonnen Schlüsselblumen als Rohstoff für Heilmittel nach Deutschland importiert werden, einen grossen Teil aus Albanien? 

Dann geht es um die sogenannte Laubrente, den zu erwartenden Gewinn aus forstwirtschaftlichem Verzicht, wozu ein Nelkenmass dient sowie um Geröllflora und die Gemeinsamkeiten von Kunststein und Laminat. Dann fragt der Autor provokativ, ob tatsächlich der Mensch die Pflanzen instrumentalisiert oder nicht vielleicht die Pflanzen die Menschen. Die Rodung von Wäldern liegt doch schliesslich ganz im Sinn von Gräsern und deren Begleitflora. Auch die Kartoffel ist längst nicht so robust, wie gemeinhin angenommen wird. Ihr drohen etwa, um nur einige der potentiellen Gefahren zu nennen, Hohlherzigkeit, Glasigkeit, Gefässbündelverbräunung, Schwarzfleckigkeit und Stippigkeit. 

Die anregende Lektüre führt Querbeet durch den grünen Bereich und informiert auf lustvolle Art und Weise. Zu einzelnen Themen finden sich am Ende des Buches detaillierte Anmerkungen. Die Erwähnung von Hellmut Salzingers Buch «Der Gärtner im Dschungel» aus dem Jahr 1992 hat mich ausserdem inspiriert, wieder öfter in meiner persönlichen Backlist zu stöbern und zu lesen, statt nur oberflächlich mit dem Staubwedel darüber zu fahren. 

Link zu den Kolumnen in der FAZ



Jörg Albrecht: 
Alles im grünen Bereich – Ein Lesebuch für Gartenfreunde 
Bastei Lübbe, 2016 


10. März 2017

Klara Mayberg – Lillys Garten und Willows Erbe (Herz aus Licht)

Im letzten Sommer habe ich auf Facebook folgende Kurzmitteilung gepostet: »Eine Grünelfe, die den Auftrag erhält, eine Gartenanlage nach einem Entwurf von Gertrude Jekyll zu restaurieren, hat mich in den letzten Tagen erfolgreich vom Lernen abgehalten. Clanwölfe, Vampire, Zombies, Druiden und andere Elfen sind weitere interessante Charaktere in diesem Seitenumdreher. Hoffentlich erscheint die angekündigte Fortsetzung erst im Winter, wenn ich mich wieder ohne schlechtem Gewissen meiner Lieblingslektüre widmen kann...» Nun, inzwischen habe ich die bereits im letzten Herbst erschienene Fortsetzung gelesen. Das gärtnerische Element ist hier zwar deutlich weniger präsent, aber das Buch hat mich nichtsdestotrotz bis zur letzten Seite gefangen gehalten.

Die selbständige Gartenhistorikerin Lillian St. John, genannt Lilly, ist wegen dem Auftrag, den Park des Scotts Castle genannten Chaplain Estate zu restaurieren, nach Vermont gekommen. Diese Aufgabe geht weit über das Befestigen loser Steinplatten und Unkrautjäten hinaus und ist eine Herausforderung, die gleichzeitig Märchen und Alptraum bedeutet. 

Der riesige Park ist in verschiedene Gartenteile gegliedert und enthält beispielsweise unzählige Bäume, viele Mauern, einen See sowie ein Tropenhaus. Es gilt, alte Strukturen anzupassen und neue zu entwickeln. Leider sind keine alten Pläne mehr vorhanden, aber wenigstens liegt ein altes Journal mit Anmerkungen vor. Noch sind längst nicht sämtliche unter den alles verbergenden Brombeerranken liegenden Gartengeheimnisse gelüftet worden. Eigentlich müsste Lilly auch längst die Detailplanung in Angriff nehmen und zumindest die Aufträge für grobe Bauarbeiten vergeben. Doch nicht nur der lange Winter in Vermont verhindert eine zügige Erledigung der Aufgaben. Abgelenkt wird die charismatische Grünelfe mit grossen, grünen Augen und kupferfarbenen Locken auch von ihrem Auftraggeber Dante, einem Clanwolf, in den sie unsterblich verliebt hat.Aus hortikultureller Sicht wäre noch ein Überfall zu erwähnen, während dem sich Lilly und eine Blutelfe in das Treibhaus retten und mit zu Wurfgeschossen umfunktionierten Pflanzenglocken den Angreifer abhalten wollen. 

Ansonsten wird in "Willows Erbe" weiterhin der Mörder aus «Lillys Garten» gesucht. Merkwürdige Vorkommnisse und Morde häufen sich. Eine wichtige Rolle spielt nichtsahnend Willow Raveneaux, die den mit merkwürdigen Gegenständen vollgestopften Trödelladen ihres verstorbenen Onkels erbt, und nichts von Elfen, Clanwölfen, Vampiren, Geistern, Zombies und Werwölfen weiss, geschweige denn davon, dass sie selber eine verhinderte Druidin ist. Willows Kräfte zu wecken ist denn auch eine der Herausforderungen in diesem Buch. Dazu muss genau die Weide gesucht und gefunden werden, die anlässlich ihrer Geburt gepflanzt worden ist. Keine leichte Aufgabe. 

Der Fund einer Schneekugel, eines alten, schlechten und praktisch unkenntlichen Polaroidfotos sowie Krümel, die sich als Weidensamen entpuppen, führen jedenfalls nicht zu einer einfachen, direkten Lösung. Grünelfen schöpfen ihre Kräfte aus Pflanzen und sind mit diesen eng verbunden. So ist es für sie ein Leichtes festzustellen, dass der Zustand der gefundenen Weidensamen komatös ist und weit davon entfernt, optimal zu sein. Doch sie schaffen es,  wenigstens ein paar davon in keimfähige Kraftpakete zu verwandeln. 

Klara Mayberg sind zwei ideenreich verwobene Geschichten mit mehrheitlich sympathischen Figuren gelungen. Als Leserin taucht man gerne in diese Fantasiewelt ab, in der eine kiffende Grünelfe die Hauptrolle spielt. Und hofft nach dem Wiederauftauchen in der Realität auf eine baldige mindestens so spannende Fortsetzung.



Klara Mayberg: 
Lillys Garten (Herz aus Licht, Band 1) 
Eigenverlag, 2015 

Willows Erbe (Herz aus Licht, Band 2) 
Eigenverlag, 2016

1. März 2017

Nele Jacobsen: Ein Sommer im Rosenhaus

Mehltau, Sternrusstau Rosenblütenstecher, Eisenmangel und andere Rosenfeinde gehören ab sofort zu Sandras Leben. Die sechsundvierzigjährige Witwe hat spontan ein sanierungsbedürftiges Gärtnerhaus samt gewaltigem Rosengarten ersteigert. Gewaltig nicht nur wegen der Gartengrösse, sondern insbesondere wegen der Pflanzen, die darin wachsen, wuchern oder nur vor sich hin kümmern. Der seit Jahrzehnten vernachlässigte und dementsprechend verwilderte Garten muss aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden, damit die Rosen rasch möglichst wieder vor Gesundheit strotzen und in weiss, gelb, rosa, rot und anderen Rosenfarben um die Wette blühen und duften. 

Mit dem Erhalt des Zuschlags für ihr Angebot hat sich die ausgebildete Botanikerin eine immense Herausforderung aufgebürdet und entsprechend gross ist auch die Skepsis die ihr entgegenschlägt. Nämlich von ihren erwachsenen Kindern, weil sie als Mutter die Familienwohnung verkauft hat, und von ihren neuen direkten Nachbarn auf Usedom, die einer Städterin nichts Gutes zutrauen. Doch Sandra ist eine Optimistin voller Tatendrang. Ihre bisherige praktische Erfahrung beschränkt sich auf nicht besonders erfolggekröntes Balkonrosengärtnern und sie kennt den Rosengarten von früheren Familienferien nur von ausserhalb des Zauns, doch sie hat immer davon geträumt, ihn eines Tages zu besitzen. Als sie kurz vor Ablauf von dessen Versteigerung im Internet auf dessen Verkauf aufmerksam wird, bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen und es gilt: jetzt oder nie. 

Die erste Besichtigung zeigt, dass das Haus ist in einem schlimmeren Zustand ist als erwartet, und so quartiert sich die nun Ex-Hamburgerin im lokalen Hotel ein und beauftragt Handwerker mit der Sanierung, während sie sich konkrete Gedanken um ihre Zukunft und die der Rosen macht. Das erworbene Gärtnerhaus gehörte ursprünglich zum angrenzenden Gut Banketow, das von den Besitzern während dem 2. Weltkrieg Hals über Kopf verlassen werden musste und später enteignet wurde. Ein Familienmitglied hat sich im 19. Jahrhundert den Rosen verschrieben und während dreissig Jahren Rosen aus Europa, Amerika und Asien gekauft, gepflanzt, gepflegt und äusserst erfolgreich selber gezüchtet. Etliche der stacheligen Schönheiten haben zwar die fehlende Pflege nicht überlebt, aber nichtsdestotrotz ist ein enormes brachliegendes (Vermehrungs-)Potential vorhanden. Die frisch gebackene Rosengartenbesitzerin stellt jedoch rasch fest, dass sie für die Bewältigung der vielen Aufgaben im Rosengarten auf fachliche Unterstützung angewiesen ist, und gibt ein entsprechendes Inserat auf. 

Sandra hat keine Ahnung davon, dass in England jemand ebenfalls bei der Auktion mitgeboten, auf den Zuschlag gehofft und eigentlich nicht damit gerechnet hat, überhaupt irgendwelche Mitkonkurrenten überbieten zu müssen. Julian, ein Brite mit deutschen Wurzeln, ist nun dementsprechend enttäuscht, dass ihm der Rosenschatz, auf den er Anspruch zu haben glaubt, durch die Latten gegangen ist. Die Gedanken des alleinstehenden Endvierzigers, der in der Verwaltung eines berühmten englischen Londoner Parks arbeitet, kreisen ständig um diese verpasste Chance und darum, wie er die neue Besitzerin vergraulen könnte. Als er das Stelleninserat entdeckt, scheint ihm ein Job im Rosengarten optimale Möglichkeiten zu bieten, vor Ort seinem Ziel näher zu kommen, und er beschliesst, in Usedom ein Sabbatical zu machen. 

Das Rosenabenteuer läuft für Sandra ganz gut an, denn der angeheuerte Engländer ist zwar ein merkwürdiger Kauz, verfügt aber über einen gut gefüllten botanischen Rucksack. In einem Vertiko entdeckte Unterlagen mit detailgetreuen botanischen Zeichnungen samt Angaben über die einzelnen Rosenstandplätze entpuppen sich als das Rosenarchiv des Theodor von Bantekow, der seinerzeit den Rosengarten angelegt hat. Sandra ist zuversichtlich, anhand dieser Papiere die einzelnen Pflanzen identifizieren zu können und schmiedet bereits Pläne, die eine Rosenschule, einen Schaugarten, einen Shop und einen Onlinehandel beinhalten. Doch bevor sie sich auch nur annähernd konkret an die Umsetzung dieser Träume machen kann, muss sie erfahren, dass das Gut Bantekow mitsamt seinem riesigen Garten in einen Ferienpark für 1350 Gäste verwandelt werden soll. Während die Dorfbewohner über damit neu entstehenden Arbeitsplätze begeistert sind, ist Sandra entsetzt. Doch wie ernst meint sie es eigentlich überhaupt mit der Umsetzung ihrer eigenen Pläne? 

In diesem Roman dreht sich wirklich alles um Rosen: Rosengarten, Rosenschule, Rosenschädlinge, Rosenpflege, Rosenwettbewerb und vieles mehr. Auf den Punkt gebracht: wunderbar unterhaltendes Kopfkino für die lesende (Rosen-)Gärtnerin. Liebend gerne würde frau sich selber nach Usedom oder in ein solches Abenteuer beamen. Für Sandra liegt die Lösung der Probleme näher als zunächst vermutet. Und während die Leserin so ganz nebenbei einiges über Rosenpflege und Okulation erfährt, löst die Rosenromangärtnerin auch noch das Geheimnis um ihre Vorfahrin, deren Name in einer Rose verewigt ist. Dieser Nebenschauplatz des Romans empfand ich dann aber doch als etwas zu viel des Guten.



Nele Jacobsen: 
Ein Sommer im Rosenhaus 
Aufbau Verlag, 2017

26. Februar 2017

Für einmal (fast) keine Buchvorstellung

Im letzten Dezember ist wie gewohnt per Briefpost die Vorschau mit den diesjährigen Frühlingstiteln des Schöffling Verlags eingetrudelt und wie üblich habe ich die Ankündigungen interessiert überflogen, die Seiten mit der Fortsetzung der Gartenreihe herausgerissen und auf mein Pult gelegt. Die neuen Gartenbücher von Beverley Nichols und von bzw. über Vita Sackville-West hatte ich zwar schon vorher im Internet entdeckt und auf den unendlichen Wunschzettel gesetzt, aber Frau Sofagärtnerin ist schliesslich ein haptisches Wesen, das sich gerne mit viel Papier umgibt. Abends, während dem gedankenherumschweifenden Erledigen einer Näharbeit, fiel mein Blick auf das herausgerissene Papier. Hä? Wieso steht da der ["mein"! ;-)] Begriff «Die Sofagärtnerin»? Tatsächlich wird in der Vorschau aus einem Posts, mit dem ich an einer Blogparade teilgenommen hatte, zitiert...

[Nachtrag vom 18. März 2017: Mein Senf Das Zitat ziert nun übrigens auch die Rückseite des Buches "Einmal Gärtner - immer Gärtner" von Beverley Nichols...]

Fast zeitgleich hat mich eine Anfrage des Thorbecke Verlags erreicht, ob im neuen Buch «Honigbiene küsst Storchschnabel» von Ute Studer aus einem anderen meiner Internet-Artikel, und zwar einer Buchvorstellung über Pflanzensammler und ihre Leidenschaft, zitiert werden dürfe. Diese Woche ist nun mein Belegexemplar eingetroffen. Und wirklich, auf Seite 30, als Einleitung zu einem Artikel über das Sempervivum, stehen auf Papier gedruckt ein paar Zeilen aus eben diesem oben erwähnten Blogpost. Schön, dass es in der betreffenden Kolumne ausgerechnet um Hauswurzen geht, von denen zuletzt immer mehr den Weg in meinen Garten gefunden haben (brauchen nicht viel Platz, sind genügsam und müssen nicht einmal eingebuddelt werden) und sogar noch Martin Gmeinder erwähnt wird, der (fast) gleich hier um die Ecke in einer meiner Lieblingsgärtnereien arbeitet. Ute Studer ist an einem Vortrag dieses Pflanzenliebhabers mit dem Hauswurz-Sammelvirus infiziert worden. Ich habe vor einigen Jahren seinen Vortrag über Wildtulpen besucht. Die dannzumal erworbenen Pflanzen haben sich leider nicht dazu entscheiden wollen oder können, die Basis für eine Sammlung zu bilden.

Aller guten Dinge sind drei, darum möchte ich bei dieser Gelegenheit noch auf Band 2 bzw. das Jahrbuch 2017 der «Gesellschaft für Schweizer Staudenfreunde (GSS)» hinweisen, das demnächst über die Pflanzenfamilie ranunculaceae (z.B. Eisenhut und Christrosen) erscheint. Für dieses habe ich nämlich einen Artikel über Gartenkrimis mit einem Bezug zu den Hahnenfussgewächsen beigesteuert. Mitglieder der GSS erhalten das Jahrbuch automatisch zugestellt, es kann aber auch ohne Mitgliedschaft online bei der GSS erworben werden.  

20. Februar 2017

Petra Hülsmann: Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Isabelle ist mit ihren siebenundzwanzig Jahren zwar noch sehr jung, in ihren Gewohnheiten ist sie jedoch bereits völlig festgefahren und Flexiblität zählt eindeutig nicht zu ihren Stärken. Schon als kleines Kind musste sie viel Verantwortung übernehmen, um ihre alleinerziehende Mutter zu unterstützen und hat schnell gelernt, dass Chaos nur durch Struktur und Planung vermieden werden kann. Neben ihrer Arbeit im Blumenladen, dessen Übernahme durch sie schon längst geplant ist, hat sie deshalb ihre Freizeit strikt durchorganisiert. Am Montag werden die Einkäufe erledigt, am Dienstag wird geschwommen, am Mittwoch die Wäsche gewaschen, am Donnerstag steht Grabpflege auf dem Programm, am Freitag wird nochmals Sport getrieben, am Samstag werden die Wohnung auf Vordermann gebracht und Freundschaften gepflegt und am Sonntag trifft sie ihre Mutter. Während ihre Mutter nur mit Plastikblumen klarkommt, hat Isa die Liebe zu Blumen von ihrem Vater, einem Garten- und Landschaftsarchitekt, der gestorben ist, als sie sechs Monate alt war, in die Wiege gelegt bekommen. 

Plötzlich werden von der jungen Floristin Anpassungen am laufenden Band verlangt. Es fängt damit an, dass der Vietnamese vis-à-vis von ihrem Arbeitsplatz, bei dem Isabelle seit Jahren jeden Mittag ihre Nudelsuppe geschlürft hat, schliesst und ein neues Restaurant ohne Nudelsuppe auf der Speisekarte öffnet. Der ambitionierte Koch und Inhaber Jens Thiel weigert sich entschieden, ihr Lieblingsgericht zuzubereiten. Er sieht es als persönliche Herausforderung an, den Gaumen der jungen Frau auszubilden, was diese zunächst gar nicht schätzt. Dann beschliessen zwei von Isas besten Freunden in die Pampa zu ziehen und ihre Lieblings-TV-Sendung, die Daily Soap Liebe!Liebe!Liebe! wird abgesetzt.

Mit Jens Thiel tritt auch dessen aufmüpfige jüngere Teenager-Schwester Merle in Isabelles Leben. Erstere versucht ziemlich offensichtlich, die Floristin und den Koch zu verkuppeln. Doch Jens entspricht gar nicht den Vorstellungen von Isas Traummann. Dieser tritt dann ziemlich schnell auch noch auf die Bühne. Allerdings aus einem betrüblichen Grund. Es sieht leider danach aus, dass es nichts wird mit ihren Übernahmeträumen und dem für in ferner Zukunft geplanten Wechsel von "Blumen Schumacher" in "Blumen Wagner". Der Blumenladen steht nämlich kurz vor der Insolvenz. 

Die Inhaberin Brigitte hat auf Bodenständigkeit und faire Preise gesetzt und es verpasst, sich den Begebenheiten anzupassen und auf die neue florale Konkurrenz gleich um die Ecke zu reagieren. Einzig die Trauer- und Hochzeitsfloristik rentiert einigermassen. Ein Anwalt wird engagiert, in dem Isa DEN Traummann zu erkennen glaubt. Nachdem dieser seine Prinzipien von wegen kein Date mit einer Kundin beiseitegelegt hat, begeistert er Isa mit zwei wunderschönen, speziellen Abenden. Im Blumenladen wird parallel dazu mit einem gründlichen Ausmisten, einer sanften Renovation, Upcycling und der Einführung eines «Strauss der Woche» mit mässigem Erfolg versucht, mehr zahlungskräftige Kunden ins Geschäft zu locken. 

Isas privaten Fix-Termine werden immer häufiger über den Haufen geworfen und Jens und seine Schwester stehlen sich in ihr Herz. Ein fester Wochentermin entfällt, als sie zufällig erfährt, dass ihr Vater und die Ehe der Eltern nicht annähernd so perfekt waren, wie ihre Mutter ihr immer erzählt hat. Ihre regelmässigen Beschwerdebriefe an den TV-Sender wegen der Absendung ihrer Lieblingsserie werden nicht beantwortet, doch trotz scheinbarem Chaos an allen Ecken und Enden gibt es immer mehr Zettel, die sie am Ende jeden Tages in ihr persönliches «Glücks-Momente-Glas» stecken kann. 

Ein humorvoller Roman, der zu schnellem Lesen verleitet, obwohl frau ziemlich genau ahnt, wie die Geschichte ausgehen wird. Das Ende wird mit dem Rezept für Isas Lieblingsdessert, dem «Schokoladenmalheur», versüsst. 



Petra Hülsmann: 
Glück ist, wenn man trotzdem liebt 
Bastei Lübbe, 2016

10. Februar 2017

Jo Baum: Der Wuchsstoff

Die Polizeidirektion der Hansestadt Dören entspricht nicht gerade dem Idealbild, das sich der junge Kriminalkommissar-Anwärter Knudson für seine erste Stelle nach Abschluss der Polizeihochschule ausgemalt hat. Eher gelangweilt macht er sich an die Erledigung seines ersten Auftrags in dem Povinznest. Und zwar hat er der Familie eines Verstorbenen einen Kondolenzbesuch abzustatten. Eigentlich eine reine proforma-Angelegenheit, die keine weiteren polizeilichen Tätigkeiten erfordert. Ein kleiner schriftlicher Bericht gehört zum Abschluss der Aufgabe dieses sogenannten «polizeilichen Nicht-Falls» und damit sollte der junge Polizist während der kurzen Abwesenheit seines Vorgesetzten hinreichend beschäftigt sein. 

Zu diesem Zeitpunkt ahnt ja auch noch niemand, dass es sich bei dem Tod des jungen Orchideengärtners, der an einem parasitären Fledermauspilz aus Südamerika gestorben ist, nicht um einen tragischen Unglücksfall, sondern um einen (fast perfekten) Mord handelt. Wie kommt es, dass der junge Mann an einem Pilz gestorben ist, der nachweislich in Deutschland gar nicht vorkommt, wenn akribisch geführte Journale die Aussagen der Mutter belegen, dass der Verstorbene nie verreist ist und ständig gearbeitet hat? Das ist nicht die einzige Ungereimtheit, die Knudson im Rahmen der erweiterten Kondolenzbesuche auffallen. Der verstorbene Junggärtner war ein ausgesprochener Einzelgänger und führte die Familien-Gärtnerei nach modernen Methoden. Eine Tatsache, die das sowieso schon schwierige Vater-Sohn-Verhältnis zusätzlich belastete.

Mangels anderer Herausforderungen hört sich Knudson im Umfeld der gleich drei Orchideengärtnereien in der Umgebung von Dören um und verfasst eine ganze Menge an detaillierten Berichten über seine Erkenntnisse. Knudsons Chef ist nach seiner Rückkehr gar nicht begeistert von der Menge an Papier, die er über «nichts» lesen soll, doch sein neuer Mitarbeiter ringt ihm schliesslich das Zugeständnis ab, weiter im Orchideenmilieu ermitteln zu dürfen. Allerdings aufgrund von konkreten Fakten und zwar so, wie eben richtige Polizeiarbeit erledigt wird. Da haben Vermutungen wie «Können Pflanzen hören?», «Können Pflanzen Gedanken lesen?» oder die Idee, dass die Lösung ganz einfach in verdrehter Logik liegen könnte, keinen Platz. 

Unter den Orchideengärtnern sind die Ansichten über die «richtige» Kultur der Gewächse aus der grössten Pflanzenfamilie geteilt. Die einen schwören auf hochmoderne Treibhäuser mit der entsprechenden Technik und Kulturen, die kopfüber ohne Substrat am Gewächshausdach befestigt sind, die anderen lieben es dschungelähnlich und bevorzugen die Daumenprobe, bevor die ordentlich im ausgeklügelten Substrat wachsende Topforchidee eine manuelle Giessgabe erhält. Der Anhänger der zweiten Methode mag es natürlich auch nicht, wenn die Aufzucht seiner Lieblinge mit derjenigen von Hollandtomaten gleichgesetzt wird. So oder so. Die Bedürfnisse der Orchideen sind häufig scheinbar unergründlich und der Autor vergleicht die Pflanzen mit zickigen Frauenzimmern. Knudson hat jedenfalls neben der Lösung des eigentlichen Kriminalfalls seine liebe Mühe, der ihm überlassenen Orchidee die richtige Behandlung angedeihen zu lassen. 

Und während sich der frischgebackene Polizist immer besser mit Orchideen auskennt und nun weiss, warum die Stecklingsvermehrung bei diesen nicht funktioniert und was der Unterschied zwischen Naturformen und Hybriden ist, verschwinden Unterlagen und plötzlich keimt der Verdacht auf Pflanzenschmuggel auf. 

Im Anhang des Krimis finden sich verschiedene Kurzbiografien von wichtigen Persönlichkeiten aus der realen Orchideenwelt, die für die fiktiven Romanprotagonisten als Namenspatrone fungieren und sich teilweise auch deren Charakteristiken bedienen. Über den Autor habe ich rein gar nichts im Internet finden können. Die Lektüre des Kriminalromans lässt aber nur den Schluss zu, dass dieser von einem profunden Orchideenkenner verfasst worden sein muss

Nicht nur der Kriminalkommissar-Anwärter Knudson eignet sich im Verlauf der Ermittlungen ein immer umfangreicheres Wissen über die Orchideenpflege, deren Vermehrung, chemische Zusammenhänge und Dünger an, auch der Leser kann davon profitieren (nicht im sicheren Wissen, aber in der Annahme, dass diese Stellen im Buch der Wirklichkeit entsprechen). Knudson wird sogar in den sogenannten Kreis der Wissenden über den titelgebenden Wuchsstoff aufgenommen. Wissen, das gewöhnlich nur innerhalb der Familie vom Vater an den Sohn weitergeben wird. «Der Wuchsstoff» ist für einmal ein Buch aus einem Eigenverlag, das ich uneingeschränkt empfehlen kann – dem lesenden Orchideenliebhaber, der sich für Hintergrundwissen rund um diese Pflanzenfamilie interessiert, und allen anderen Sofagärtnern. 



Jo Baum: 
Der Wuchsstoff 
Eigenverlag, 2016

1. Februar 2017

E-Books und Heavenly Highland Inn Cozy Mysteries von Cindy Bell

Schon lange habe ich mit dem Erwerb eines E-Books geliebäugelt, aber in dieser Hinsicht bin ich traditionell orientiert oder eben altmodisch und bevorzuge Lektüre in Papierform. Während meiner kürzlich abgeschlossenen beruflichen Weiterbildung hat sich dann aber ein handfester Grund für den Erwerb aufgetan und nun bin ich Besitzerin eines solchen Teils. Ich konnte nämlich unmöglich (gut, eine jüngere Schulkollegin hat das Unmögliche fertig gebracht…) mit dem Zug sämtliche Schulunterlagen an den Prüfungsort transportieren, um sie während der Prüfungstage für den Fall der Fälle in Griffnähe zu haben. Da ich aber trotzdem auf die Unterlagen zurückgreifen können wollte, habe ich mir also einen Kindle angeschafft. Denn nachdem ich erfahren hatte, dass ich auf diesem Gerät die Schul-Dokumente in pdf-Form ablegen und der Kindle auch direkt in der Schweiz gekauft werden kann (ohne Importzoll, EUST und anderweitige Gebühren) stand dem Erwerb nichts mehr im Weg. 

Für die Schule und das Lernen war das Gerät sehr nützlich, jedoch immer stark abhängig von der Qualität der pdf-Vorlagen. Im Nachhinein würde ich die Grafik über „Backwardation“ und „Contango“ nicht einfach überblättern, sondern genau(er) betrachten, aber schlussendlich hat das für den erfolgreichen Schulabschluss keine Rolle gespielt. Fachchinesisch – egal, ging mir während der Prüfung auch so. Ein (Garten-)Buch habe ich nach wie vor noch kein einziges auf dem Gerät gelesen. Immerhin habe ich aber in schlaflosen Hotel-Nächten während der Prüfungen in Leseproben von hortikulturellen Gartenromanen und Gartenkrimis wie „Ein Bett in Cornwall“ von Alexandra Zöbeli und „Alraunen am Galgenbuckel - Ein Stuttgarter Kräuterkrimi“ von Barbara Pfeifer geschmökert. 

Meine E-Book-Wunschliste ist inzwischen recht lange. Als nächstes muss ich mich mal der Ordnung auf meinem Kindle widmen, denn der unübersichtliche Mischmasch von Schulunterlagen und vergnüglicherer Lektüre bzw. Leseproben davon ist recht nervig. Mein erster E-Book-Kauf wird wohl die "Heavenly Highland Inn Cozy-Misteries-Serie" von Cindy Bell sein, die inzwischen neun Titel umfasst. Die Bücher gibt es zwar auch in Taschenbuch-Form, aber die dünken mich angesichts der geringen Seitenzahl sehr teuer. Die Cover sind für den mitteleuropäischen Geschmack eher (zu) farbenprächtig, aber das sagt ja nichts über den Inhalt aus. Obwohl ich zu letzterem (noch) nichts beisteuern kann, nachstehend die ersten drei von inzwischen neun Büchern sowie ein Ausschnitt aus der Buchwerbung (Zitat Anfang):  

Everything is finally starting to come together for Vicky. She is moving on from the tragic death of her parents four years ago. There is hope of a romantic relationship with handsome Deputy Sheriff Mitchell Slate and she is enjoying running the grand, old inn with her sister and her Aunt Ida. 

But then, Vicky finds the murdered body of the inn’s gardener. The inn has a wedding booked for the weekend so her wacky Aunt Ida ropes her into investigating the murder. It is a race against the clock to solve the murder so the wedding can go ahead as planned. This puts Vicky and Aunt Ida right in the line of danger.

Will Vicky and Aunt Ida be able to stay safe and solve the murder in time? Will the relationship between Deputy Sheriff Mitchell and Vicky blossom or will the mean, by-the-book Sheriff McDonnell stand in their way? (Zitat Ende)