16. September 2011

Mirabel Osler: The Rain Tree – A Memoir

Ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Gatten hat Mirabel Osler 1989 ihr erstes Buch „A Gentle Plea for Chaos“ über ihre Erfahrungen aus dem gemeinsam mit ihrem Mann angelegten und gehegten Garten veröffentlicht. In der Folge schrieb sie weitere Titel wie „A Breath from Elsewhere“, „A Spoon for every Course“ und andere mehr. In „The Rain Tree“ bietet die mittlerweile über Achtzigjährige Einblick in verschiedene Abschnitte ihres erfüllten Lebens, in Erlebnisse mit Familie und Freunden, berichtet über ihre Jugendjahre und erzählt vom Älterwerden und den damit verbundenen Beschwerden und endgültigen Abschiede.

Die gemeinsame Liebe zum Gärtnern entwickelte sich zu einem wichtigen Bindeglied in der Beziehung zwischen Mirabel und Michael Osler, als die beiden nach langen Jahren im Ausland nach England zurückkehrten. Je prächtiger und üppiger ihr Garten wurde, desto leichter fiel ihnen das Verreisen. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil es bei der Rückkehr viele Veränderungen zu entdecken gab. Häufiges Wegfahren ist also ein guter Grund, dieses Vergnügen möglichst oft auskosten zu können. Übrigens sollte Michael Osler als junger Mann in die Familienfirma F. + C. Osler eintreten. Diese Firma hat 1851 den „Crystal Fountain“ für die „Great Expedition“ im Crystal Palace gebaut.

Gärtnerisches spielt in diesen Erinnerungen eine eher untergeordnete Rolle. Mehr Platz in den nicht chronologisch geordneten Erzählungen nehmen beispielsweise Berichte über die mehrjährigen Aufenthalte in Thailand und Griechenland sowie Reisen und Erlebnisse aus der frühesten Kindheit der Autorin ein. Eine Zeit, die Mirabel Osler nur aus Erzählungen von anderen kennt – sie war nämlich erst zwei Jahre alt, als ihre Mutter sie, ihre etwas ältere Schwester und den todkranken Vater wegen einem anderen Mann verliess. Im Schlusskapital berichtet sie von ihrem Bedauern, nie mehr auf einem Pferd reiten zu können und sinniert darüber, dass ihre Hände wohl demnächst dermassen viele Altersflecken aufweisen werden, dass man glauben könnte, sie käme direkt aus dem Garten, obwohl sie diese Tätigkeit schon lange aufgegeben hat.

Die offene und kontaktfreudige Frau freut sich auch im hohen Alter darüber, neue Menschen kennenzulernen und es entwickeln sich immer noch neue Freundschaften. So verbindet sie zum Beispiel seit einiger Zeit eine schöne Kameradschaft mit Katherine Swift. Letztere ist Autorin der Bücher „The Moreville Hours“ und „The Moreville Year“ und schreibt regelmässig für das englische Journal Hortus. An anderer Stelle gesteht Mirabel Osler, es nicht wie Prinz Charles zu halten. Der spricht ja wie allgemein gemunkelt wird mit seinen Blumen, während sie mit ihren Organen spricht. Wenn ein Körperteil Probleme macht, fordert sie diesen unmissverständlich auf, sich zusammenzureissen.



Mirabel Osler:
The Rain Tree – A Memoir
Bloomsbury Publishing, 2011

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