Küche
und Garten können auf vielfältige Weise miteinander verbunden werden. Gemäss
einem Tipp im Buch sollen stark verbrannte Kochtöpfe für eine Weile im Garten
vergraben werden. Anschliessend soll die Reinigung mühelos möglich sein.
Vielleicht ist dieser Ratschlag ja einen Versuch wert? Als wahres Wundermittel
wird an einer anderen Stelle Natron (baking soda) angepriesen. Es erfüllt nicht
nur vielfältige Aufgaben im Reinigungsbereich, sondern soll sich angeblich sogar in der
Krebsbehandlung bewähren. Da aber damit kein Geld zu verdienen ist, wird laut
der Korrespondenz dieses Wissen nicht allgemein verbreitet.
Der
briefliche Rezeptaustausch wird von einer Erkrankung in Virginias familiärem
Umfeld überschattet, die eine komplette Ernährungsumstellung notwendig macht.
Ab sofort darf aus gesundheitlichen Gründen nur noch völlig ungesalzenes Essen
konsumiert werden. Janice aufmunternde Worte und vor allem das Schreiben von
Briefen sind Virginia eine willkommene Abwechslung und Unterstützung in dieser
schwierigen Zeit ohne Parmesan, Speck, Oliven und mit fadem Risotto. Die Leserin freut sich schliesslich mit der
Farmerin mit, als die Ärzte Entwarnung geben und sie die Familienspeisen wieder
zurückhaltend mit Salz würzen darf.
Als Europäerin
schätze ich an diesem Briefwechsel besonders den Einblick in den
neuseeländischen Alltag. In der Korrespondenz liest man von einem Wettbewerb um
das sinnvollste Erdbeben-Set. Da gibt es beispielsweise einen
„Nachbarschaftspreis“ für das einzige Set, das einen Deodorant enthält und
einen „Mission Impossible Award“ für ein Set voller Büchsennahrung - aber ohne
Büchsenöffner. Beim Lesen dieser Erdebebenvorbereitungs-Massnahmen erinnert man sich unwillkürlich an die
verschiedenen Naturkatastrophen, die sich in jüngster Zeit in Neuseeland
ereignet haben und fragt sich, wie weit wohl die beiden Frauen und ihre
Familien davon betroffen sind.
Die
lesende Gärtnerin mag die Briefe interessieren, die vom verzwickten Aufbau eines
Kleingewächshauses handeln, der (beinahe) eine Ehekrise auslöst. Stichworte
sind da beispielsweise das Nichtlesen von Anleitungen, Instabilität, Teile, die nach dem Aufbau
noch herumliegen …
Janice
Marriott und Virginia Pawsey:
Common
Table – An uncommon tale of friendship and food
Harper Collins Publishers, 2010
Vor zwei Wochen habe ich gerade "Common Ground" zu Ende gelesen und mich über die Einblicke in den neuseeländischen "way of gardening" gefreut, da zeigst du bereits ein weiteres Buch dieser beiden Frauen :-) !! Warum nicht wieder einmal in fremde Kochtöpfe gucken? Habe dein vorgestelltes Buch auch wieder auf meine nie kleiner werdende Lesewunschliste gesetzt!
AntwortenLöschenHerzliche Grüsse,
Barbara