20. August 2016

Ava Miles: The Chocolate Garden

Nach der Scheidung von ihrem gewalttätigen Mann versucht Tammy Hollins, für sich und ihre beiden Kinder Rory und Annabelle den Weg in eine unbeschwerte Zukunft zu ebnen. Oberstes Ziel ist dabei, ihr Leben allein und unabhängig von der Männerwelt zu meistern. Die drei leben derzeit bei Tammys berühmten Bruder und seiner Frau, die alles tun, damit sich erstere wohl fühlen. Nichtsdestotrotz möchte die frisch Geschiedene möglichst rasch auf eigenen Füssen stehen und allein für sich und ihre Kinder sorgen.

Schritt um Schritt geht es vorwärts. Eine neue Frisur und neue Kleider unterstreichen den Wandel und die Wiedererlangung ihres Selbstwertgefühls erhält Aufschub, als die eben erfolgte Gründung eines eigenen kleinen Gartengestaltungsunternehmens überraschend erfolgreich anläuft. Auf dem riesigen Gelände, welches das Anwesen ihres Bruders umgibt, hat Tammy in den letzten Monaten verschiedene Beete angelegt, die anlässlich der Hochzeit ihres Bruders bei den Gästen auf grossen Gefallen stossen. Die junge Unternehmerin ergattert für „Visionary Gardening“ gleich ein paar viel versprechende Aufträge, einen davon von John Parker, einem der besten Freunde ihres Bruders.

Da wird eines Nachts ins Haus ihres Bruders eingebrochen, während dieser zusammen mit seiner Frau auf Tournee unterwegs und Tammy mit ihren Kindern alleine im Haus ist. Der siebenjährige Rory und seine jüngere Schwester Annabelle werden durch dieses nächtlichen Erlebnis schwer traumatisiert und können auch nicht begreifen, weshalb Rorys Hund schwer misshandelt worden ist. Annabelle beginnt wieder ins Bett zu nässen und beide Kinder leiden unter einem grossen Vertrauensverlust.

John Parker bietet den Dreien an, in sein Haus zu ziehen und hat schliesslich die Idee, die Anlage des im Rahmen der aktuellen von Tammy durchgeführten Gartenumgestaltung geplanten „Schokoladenblumen-Beets“ mit Pflanzen, die besonders nachts betörend stark nach Schokolade duften, mit einem magischen Märchen rund um Schokolade-Elfen zu verbinden. Die angestrebte Magie wirkt im Roman nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen.

Leider ist der Zauber aber nicht richtig auf die Sofagärtnerin übergesprungen. Rund um Bäume, Farne, Magnolien und farbenfrohen Beete waren mir die Charaktere ein bisschen zu vorbildlich. Die von ihnen zu meisternden Herausforderungen bewältigen sie mehrheitlich überaus beispiellos und die Autorin berichtet sehr detailgetreu. Trotzdem wurde ich mit Tammy und ihren Lieben nicht richtig warm. Sie erscheinen mir zu überzeichnet, oft einfach zu perfekt. Vielleicht auch ganz einfach zu Amerikanisch? Sogar die eigentlich Mitleid verdienenden Kinder haben bei mir mit ihren altklugen Reaktionen immer wieder für Stirnrunzeln gesorgt. Die letzten Seiten, die schliesslich im erwarteten Ende einen Abschluss finden, haben mich dann noch ein wenig mit den vorherigen rund 350 Seiten versöhnt.



Ava Miles: 
The Chocolate Garden 
Eigenverlag, 2014

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