Wie gewohnt pünktlich zum Jahreszeitenwechsel lag Ende letzter Woche die Herbstausgabe von „Greenprints“ im Briefkasten. In der vierteljährlich erscheinenden Publikation aus den USA, die nun seit genau 20 Jahren herauskommt, wird nicht How-to-do-Gardening vermittelt, wie dieses in beinahe unzähligen Zeitschriften abgehandelt wird. So wird der Leser vergeblich eine Rubrik suchen, die angibt, welche Arbeiten im Herbst im Garten erledigt werden sollen.
In „Greenprints“ erscheinen von Lesern und Leserinnen eingesandte Beiträge ebenso wie Artikel von regelmässig für die Quartalsschrift schreibenden Autoren. Ab und zu werden auch Kapitel aus Gartenbüchern von Autoren wie Beverley Nichols, Karel Capek oder Elisabeth von Arnim abgedruckt. Allen Beiträgen gemeinsam ist, dass sie die menschliche Seite des Gärtnerns reflektieren: Freud, Leid, Humor, Trauer, Hoffnung, Freundschaft ...
Da gab es beispielsweise mal eine Geschichte über einen todkranken Mann, der in seinem letzten Herbst Freunde beauftragt hatte, im Garten eine Menge Blumenzwiebeln zu vergraben und so seiner Frau im Frühjahr nach seinem Tod ein unerwartetes, reich blühendes Geschenk vermachte. Oder eine Episode über einen Mann, der ein Mädchen aus einem brennenden Haus gerettet hatte. Nachdem dieses Mädchen mit seiner Familie weggezogen war, erhielt der Retter jedes Jahr zum Dank eine Amaryllis. Die verschiedenen Exemplare blühten auch immer wunderschön. Doch eines Winters wollte das Pflanzengeschenk nicht gedeihen. Wie der Retter später erfuhr, war das Mädchen genau zu jener Zeit verstorben.
Die rund 80 Seiten umfassende Zeitschrift in halber A4-Grösse ist schwarz/weiss illustriert und wird von Pat Stone und seiner Familie herausgegeben. Texte und Bilder können und sollen nicht mit der Qualität und Ansprüchen des englischen Journals Hortus verglichen werden, die Abopreise sind denn auch entsprechend unterschiedlich.
101 Geschichten aus früheren „Greenprints“-Ausgaben sind vor einiger Zeit in Buchform erschienen: „Chicken Soup for the Gardener's Soul – 101 Stories to sow seeds of love, hope and laughter“. Falls sich jemand näher für dieses Buch interessiert, kann er im Internet darin blättern. Mehr Infos zu „Greenprints“, wie Abokonditionen, Back-Issues, CD's usw. gibt's auf www.greenprints.com.
23. September 2009
18. September 2009
Gartenträume
Das dritte nicht mehr gerade druckfrische Gartenbuch der Österreicherin Gerda Walton habe ich schon öfters in der Buchhandlung durchgeblättert. Weil ich die Bildqualität ziemlich enttäuschend fand, habe ich aber von einem Kauf bis anhin abgesehen. Nun habe ich ein etwas lädiertes herabgesetztes Exemplar ergattert und bin doch noch zu meiner Lektüre gekommen.
Die Autorin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und leitet seit Jahren Gartenreisen. Nun lädt sie ein auf eine Buch-Gartenreise durch 13 ihrer Lieblingsgärten. Diese liegen weit verstreut auf verschiedenen Kontinenten. Neben Inverewe im Hochland von Schottland, Vitas Sissinghurst und dem Keukenhof in Holland werden auch Gärten in Singapur und auf Madeira besucht.
In der Rubrik „Einst und jetzt“ erfährt der Leser einen kurzen geschichtlichen Überblick des jeweiligen Gartens und die Ausführungen werden neben Fotos mit passenden Weisheiten ergänzt. Den Abschluss des Buches bilden Reisetipps mit Details zu Lage, Öffnungszeiten, bester Besuchszeit usw.
Die teilweise recht unbefriedigende Bildqualität (schade!) wird durch die angenehme Reiseleitung mit detailliertem Hintergrundwissen wettgemacht. Etwas irritierend finde ich allerdings, wenn im Kapitel über den italienischen Garten der Villa Taranto wiederholt von Tessiner Pfingstrosen die Rede ist. Der eine oder andere Leser findet sicher Ideen für eigene Gartenreisen. Und wem die Lektüre gefallen hat, mag vielleicht auch in Waltons Bücher „Die blaue Gartentür“ oder „Garteln in Tirol“ hereinschauen.
Gerda Walton:
Gartenträume – Inspirationen aus berühmten Gärten
AV Buch/Österreichischer Agrarverlag, 2007
Die Autorin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und leitet seit Jahren Gartenreisen. Nun lädt sie ein auf eine Buch-Gartenreise durch 13 ihrer Lieblingsgärten. Diese liegen weit verstreut auf verschiedenen Kontinenten. Neben Inverewe im Hochland von Schottland, Vitas Sissinghurst und dem Keukenhof in Holland werden auch Gärten in Singapur und auf Madeira besucht.
In der Rubrik „Einst und jetzt“ erfährt der Leser einen kurzen geschichtlichen Überblick des jeweiligen Gartens und die Ausführungen werden neben Fotos mit passenden Weisheiten ergänzt. Den Abschluss des Buches bilden Reisetipps mit Details zu Lage, Öffnungszeiten, bester Besuchszeit usw.
Die teilweise recht unbefriedigende Bildqualität (schade!) wird durch die angenehme Reiseleitung mit detailliertem Hintergrundwissen wettgemacht. Etwas irritierend finde ich allerdings, wenn im Kapitel über den italienischen Garten der Villa Taranto wiederholt von Tessiner Pfingstrosen die Rede ist. Der eine oder andere Leser findet sicher Ideen für eigene Gartenreisen. Und wem die Lektüre gefallen hat, mag vielleicht auch in Waltons Bücher „Die blaue Gartentür“ oder „Garteln in Tirol“ hereinschauen.
Gerda Walton:
Gartenträume – Inspirationen aus berühmten Gärten
AV Buch/Österreichischer Agrarverlag, 2007
14. September 2009
Die Comtesse
Die Comtesse Héloise de Clément-Barentin wird gegen ihren Willen an den Hof von Ludwig XIV. von Frankreich geschickt. Sie weiss nicht, dass ihre Familie inzwischen verarmt ist und ihre Eltern hoffen, dass sie sich vorteilhaft verheiraten kann. Als Gesellschaftsdame der Königin geniesst Héloise rasch die Gunst des Königs, was ihr aber die Missgunst von drei Adligen einträgt.
Ludwig XIV. möchte der ganzen Welt seine Macht präsentieren und einen repräsentativen Palast samt riesigen Gartenanlagen vor Paris erstellen lassen. Die besten Baumeister im Land werden auserwählt, um das Jagdschlösschen seines Vaters in Versailles zu erweitern und der Auftrag für die Gartengestaltung geht an den Landschaftsarchitekten André le Nôtre.
Héloise macht die Bekanntschaft von Le Nôtre und die beiden verlieben sich ineinander. Doch die junge Comtesse ist in ein Netz von Intrigen geraten. Le Nôtre, der seinen Verpflichtungen mehr verbunden ist als seiner Geliebten, wird nicht sehr sympathisch dargestellt. So verschweigt er Héloise auch, dass er bereits verheiratet ist.
Ich hatte etwas Mühe, in diese fiktive Geschichte um den Sonnenkönig und seinen Gärtner einzutauchen und war am Anfang mehrmals nahe daran, das Buch ungelesen wegzulegen. Die Gestaltung der Gärten und der Gärtner, die gemäss Umschlag Hauptthema sind, spielen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stoff wäre sehr interessant, doch die Handlung ist leider nicht besonders spannend und auch die dem 17. Jahrhundert angepasste Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Das Ende dieses historischen Romans erscheint ziemlich abrupt und vieles bleibt offen. Ob dies auf eine geplante Fortsetzung hindeutet? Ob ich eine solche lesen würde, muss ich ja nicht gerade heute entscheiden …
Amalia N. Kardonas:
Die Comtesse
Edition BOD (Books on Demand), 2007
Ludwig XIV. möchte der ganzen Welt seine Macht präsentieren und einen repräsentativen Palast samt riesigen Gartenanlagen vor Paris erstellen lassen. Die besten Baumeister im Land werden auserwählt, um das Jagdschlösschen seines Vaters in Versailles zu erweitern und der Auftrag für die Gartengestaltung geht an den Landschaftsarchitekten André le Nôtre.
Héloise macht die Bekanntschaft von Le Nôtre und die beiden verlieben sich ineinander. Doch die junge Comtesse ist in ein Netz von Intrigen geraten. Le Nôtre, der seinen Verpflichtungen mehr verbunden ist als seiner Geliebten, wird nicht sehr sympathisch dargestellt. So verschweigt er Héloise auch, dass er bereits verheiratet ist.
Ich hatte etwas Mühe, in diese fiktive Geschichte um den Sonnenkönig und seinen Gärtner einzutauchen und war am Anfang mehrmals nahe daran, das Buch ungelesen wegzulegen. Die Gestaltung der Gärten und der Gärtner, die gemäss Umschlag Hauptthema sind, spielen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stoff wäre sehr interessant, doch die Handlung ist leider nicht besonders spannend und auch die dem 17. Jahrhundert angepasste Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Das Ende dieses historischen Romans erscheint ziemlich abrupt und vieles bleibt offen. Ob dies auf eine geplante Fortsetzung hindeutet? Ob ich eine solche lesen würde, muss ich ja nicht gerade heute entscheiden …
Amalia N. Kardonas:
Die Comtesse
Edition BOD (Books on Demand), 2007
11. September 2009
The Flowerpot Man
Lust auf eine etwas verrückte Lektüre? Auf ein Buch, das schon als männliche Version von Bridget Jones bezeichnet wurde? Der britische Schauspieler Robin Kermode war kurz nach seiner eigenen Scheidung durch einen Unfall rund ein halbes Jahr in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Diese Zeit verbrachte er zu einem grossen Teil im Garten, wo er ein fiktives Scheidungs-Tagebuch zu Papier brachte. Herausgekommen ist eine tragisch-komische Geschichte über die Tage zwischen dem vorläufigen und dem definitiven Scheidungsurteil in Sachen Will Foster und seiner fast Ex-Frau Liz. Was an der Erzählung alles autobiographisch ist, weiss wohl nur der Autor selber.
Der Gärtner und „Flowerpot Man“ Will wird in 43 Tagen wieder offiziell Single sein. Solange dauert es genau noch, bis seine Scheidung von Liz rechtskräftig wird. Diese Tage sind aufgefüllt mit der Beerdigung einer Katze, Dutzenden wenn nicht Hunderten von SMS, einer unverhofften Erbschaft, einem Polizeiverhör, Affären, einer (Schein-)Schwangerschaft, einem Taschendiebstahl, der längere gesundheitliche Folgen nach sich zieht und Will den nicht gerade schmeichelhaften Übernamen „ Mr. Flopman“ sowie eine gewisse lokale Berühmtheit einbringt. Zwischen all diesen Turbulenzen geht Will auch seiner Arbeit als Gärtner nach und gibt seine Liebe zum Beruf auch an seine Nichte weiter.
Robin Kermode:
The Flowerpot Man
Pendle Publishing, 2007
Der Gärtner und „Flowerpot Man“ Will wird in 43 Tagen wieder offiziell Single sein. Solange dauert es genau noch, bis seine Scheidung von Liz rechtskräftig wird. Diese Tage sind aufgefüllt mit der Beerdigung einer Katze, Dutzenden wenn nicht Hunderten von SMS, einer unverhofften Erbschaft, einem Polizeiverhör, Affären, einer (Schein-)Schwangerschaft, einem Taschendiebstahl, der längere gesundheitliche Folgen nach sich zieht und Will den nicht gerade schmeichelhaften Übernamen „ Mr. Flopman“ sowie eine gewisse lokale Berühmtheit einbringt. Zwischen all diesen Turbulenzen geht Will auch seiner Arbeit als Gärtner nach und gibt seine Liebe zum Beruf auch an seine Nichte weiter.
Robin Kermode:
The Flowerpot Man
Pendle Publishing, 2007
8. September 2009
The French Gardener
Das (Lese-)Jahr 2009 ist schon wieder zu fast zweit Drittel vorbei und doch kann ich mich spontan an keinen Roman erinnern, der mich dieses Jahr ähnlich stark berührt hat, wie im vorigen Jahr „The French Gardener“ von Santa Montefiore. Ein Buch, auf welches ich zufällig beim Googeln gestossen bin und dessen Charaktere sehr lebensnah gezeichnet sind und an das ich mich gerne zurückerinnere. Unter der Kategorie „Romane“ gehört es eindeutig zu meinen Favoriten um die „Lieblingslektüre 2008“. Leider ist das Buch vorderhand nur auf englisch erhältlich, aber die Titel der Autorin erscheinen laufend auch auf deutsch, so dass man (oder eher frau) auf eine Übersetzung hoffen darf. Und inzwischen bin ich weiterhin gespannt, ob ich bis Ende dieses Jahr noch ein Buch lese, dem ich eindeutig Platz 1 unter „Lieblingstitel 2009“ zuordnen kann. Nun aber ein paar Worte zum Inhalt:
Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts lebt Ava mit ihrem Mann Philipp und ihren Kindern auf Hartington House. Das Ehepaar ist glücklich verheiratet, obwohl oder vielleicht gerade weil Philipp deutlich älter ist als seine Frau. Ava ist eine leidenschaftliche Mutter und Gärtnerin. Als ihr Mann den Franzosen Jean-Paul, den Sohn einer Geschäftsbekanntschaft, einlädt, ein Jahr in ihrem Daheim zu verbringen, ist sie alles andere als begeistert. Doch wider Erwarten kommen sich die beiden näher. Insbesondere die vielen Stunden, die sie gemeinsam im Garten verbringen, verbinden die beiden. Zwischen den beiden beginnt eine grosse Liebe zu wachsen, doch Ava kann und will ihren Mann und die drei kleinen Kinder nicht verlassen.
Rund 25 Jahre später zieht die Journalistin Miranda mit ihrer Familie aufs Land, auf Hartington House. Während Miranda ein Buch schreiben will, arbeitet ihr Mann David weiterhin in London und die beiden entfremden sich immer mehr und ihre Kinder sitzen lieber vor dem Fernseher als im grossen Garten zu spielen.
Da erscheint ein rätselhafter französischer Gärtner. Er bringt Miranda und ihren Kindern das Landleben näher. Doch was steckt für ein Geheimnis hinter diesem Gärtner?
Teilweise lässt sich die Handlung erahnen. Doch die Erzählung wird nie zu unglaubwürdig. Ein traurig-schöner Roman!
Santa Montefiore:
The French Gardener
Hodder & Stoughton, 2008
Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts lebt Ava mit ihrem Mann Philipp und ihren Kindern auf Hartington House. Das Ehepaar ist glücklich verheiratet, obwohl oder vielleicht gerade weil Philipp deutlich älter ist als seine Frau. Ava ist eine leidenschaftliche Mutter und Gärtnerin. Als ihr Mann den Franzosen Jean-Paul, den Sohn einer Geschäftsbekanntschaft, einlädt, ein Jahr in ihrem Daheim zu verbringen, ist sie alles andere als begeistert. Doch wider Erwarten kommen sich die beiden näher. Insbesondere die vielen Stunden, die sie gemeinsam im Garten verbringen, verbinden die beiden. Zwischen den beiden beginnt eine grosse Liebe zu wachsen, doch Ava kann und will ihren Mann und die drei kleinen Kinder nicht verlassen.
Rund 25 Jahre später zieht die Journalistin Miranda mit ihrer Familie aufs Land, auf Hartington House. Während Miranda ein Buch schreiben will, arbeitet ihr Mann David weiterhin in London und die beiden entfremden sich immer mehr und ihre Kinder sitzen lieber vor dem Fernseher als im grossen Garten zu spielen.
Da erscheint ein rätselhafter französischer Gärtner. Er bringt Miranda und ihren Kindern das Landleben näher. Doch was steckt für ein Geheimnis hinter diesem Gärtner?
Teilweise lässt sich die Handlung erahnen. Doch die Erzählung wird nie zu unglaubwürdig. Ein traurig-schöner Roman!
Santa Montefiore:
The French Gardener
Hodder & Stoughton, 2008
5. September 2009
Paradies mit Laube – Das Buch über Deutschlands Schrebergärten
Schrebergärten, in der Schweiz auch „Pünten“ genannt, erfreuen sich zur Zeit einer grossen Beliebtheit und die Nachfrage nach einem Stück Land auf Pacht ist oft höher als das Angebot. Vom Glück auf solchen Mietparzellen erzählt der Garten- und Landschaftsarchitekt Stefan Leppert im reich illustrierten Buch „Paradies mit Laube“. Der gelernte Gärtner beackert selber ein 500m2-Grundstück in einer kleinen Anlage. Für die Recherchen zu seiner neuen Publikation hat er zwei Sommer lang Kleingärten querbeet durch Deutschland besucht und dabei Informatives und Unterhaltsames zusammengetragen über jene Gärtner, denen der Ruf anhaftet, die Giftspritze zu grosszügig einzusetzen und engstirnige Spiesser zu sein.
Die ersten Kapitel befassen sich mit der Geschichte der Kleingärten und den dahinter stehenden Organisationen. Ein Ausschnitt aus einem hundertjährigen Tagebuch gibt einen Einblick über verschiedene Sorgen und Nöte. So beklagt ein Eintrag von 2007, dass jüngere Mitglieder keinen Gemeinschaftssinn aufweisen, während 1938 einem Pächter die Parzelle wegen Unkraut gekündigt wurde.
Weitere Beiträge handeln beispielsweise von Kunst und Kultur oder Modelleisenbahnen im Schrebergarten, von Gartenzwergen und von dem Aufruhr, den die Übernahme des Vorsitzes eines Kleingartenvereins durch einen Türken verursacht hat. Auch Stadtplanung und bedrohten Anlagen sind ein Thema. Es wird darüber berichtet, dass eine hundertjährige Kleingartenanlage bzw. das Land, auf welcher sich diese befindet, verkauft werden soll, um eine anderswo anscheinend nötige (Luxus-)Lärmschutzanlage zu finanzieren. In all diesen Hintergrundgeschichten kommen selbstverständlich auch die Schrebergärtner selber nicht zu kurz. Die portraitierten Gartenfreunde scheinen im übrigen durchaus sympathisch und vernünftig zu sein.
Den Abschluss der interessanten Lektüre bildet eine Utopie über den Schrebergarten im Jahr 2035. So sollen dann zumal Kleingartenanlagen die preisgünstigsten Altenheime im Freien sein und Kleingarten-Mitglieder erhalten von der Krankenkasse einen Rabatt auf ihre Beiträge. Lassen wir uns überraschen ...
Dieses Buch hat mir ebenso gut gefallen wie Lepperts Titel „Hinter meiner Hecke – Gartenarchitekten zeigen ihre Gärten“, während mir das letztjährige Buch „Zwischen Gartengräsern – Wolfgang Oehme und seine grandiosen Gärten in der Neuen Welt“ in etwas weniger positiver Erinnerung geblieben ist. In der an und für sich sehr interessanten Biographie, war mir der Gräserpapst zu mustergültig dargestellt.
Stefan Leppert:
Paradies mit Laube – Das Buch über Deutschlands Schrebergärten
Deutsche Verlags-Anstalt, 2009
Die ersten Kapitel befassen sich mit der Geschichte der Kleingärten und den dahinter stehenden Organisationen. Ein Ausschnitt aus einem hundertjährigen Tagebuch gibt einen Einblick über verschiedene Sorgen und Nöte. So beklagt ein Eintrag von 2007, dass jüngere Mitglieder keinen Gemeinschaftssinn aufweisen, während 1938 einem Pächter die Parzelle wegen Unkraut gekündigt wurde.
Weitere Beiträge handeln beispielsweise von Kunst und Kultur oder Modelleisenbahnen im Schrebergarten, von Gartenzwergen und von dem Aufruhr, den die Übernahme des Vorsitzes eines Kleingartenvereins durch einen Türken verursacht hat. Auch Stadtplanung und bedrohten Anlagen sind ein Thema. Es wird darüber berichtet, dass eine hundertjährige Kleingartenanlage bzw. das Land, auf welcher sich diese befindet, verkauft werden soll, um eine anderswo anscheinend nötige (Luxus-)Lärmschutzanlage zu finanzieren. In all diesen Hintergrundgeschichten kommen selbstverständlich auch die Schrebergärtner selber nicht zu kurz. Die portraitierten Gartenfreunde scheinen im übrigen durchaus sympathisch und vernünftig zu sein.
Den Abschluss der interessanten Lektüre bildet eine Utopie über den Schrebergarten im Jahr 2035. So sollen dann zumal Kleingartenanlagen die preisgünstigsten Altenheime im Freien sein und Kleingarten-Mitglieder erhalten von der Krankenkasse einen Rabatt auf ihre Beiträge. Lassen wir uns überraschen ...
Dieses Buch hat mir ebenso gut gefallen wie Lepperts Titel „Hinter meiner Hecke – Gartenarchitekten zeigen ihre Gärten“, während mir das letztjährige Buch „Zwischen Gartengräsern – Wolfgang Oehme und seine grandiosen Gärten in der Neuen Welt“ in etwas weniger positiver Erinnerung geblieben ist. In der an und für sich sehr interessanten Biographie, war mir der Gräserpapst zu mustergültig dargestellt.
Stefan Leppert:
Paradies mit Laube – Das Buch über Deutschlands Schrebergärten
Deutsche Verlags-Anstalt, 2009
2. September 2009
Schnäppchen (Fortsetzung)
Ich habe an dieser Stelle schon einmal etwas Werbung für den Bücher-Restseller Jokers gemacht (obwohl die das sicher nicht nötig haben). Nun sind zwar die versandkostenfreien Wochen eben zu Ende gegangen, aber ich möchte doch noch einen Tipp loswerden.
Der auf Garten- und Naturbücher im weiteren Sinne spezialisierte Verlag Heinrich & Hahn hat ja per Ende 2008 nach nur vier Jahren seine verlegerische Tätigkeit ja leider wieder eingestellt. Eine Tatsache, die ich sehr bedaure, die mich aber nicht wirklich erstaunt. Das Positive daran ist – wenn man das mal so nennen darf -, dass nun einige der Titel aus dem Programm bei Jokers im Moment zu stark herabgesetzten Preisen erhältlich sind. Es lohnt sich also zuschlagen, falls man sich noch das eine oder andere Buch kaufen will (und falls man dies nicht vorher schon zu happigeren Preisen getan hat!).
Erhältlich sind unter anderem noch:
„Der Apfelbaum“ von Daphne Du Maurier
„Grüne Liebe, Grünes Gift“ von Hanne Kulessa (Herausgeberin)
„Mein Garten(Buch)“ von Jamaica Kincaid
„Rausch & Rache“ von Elsemarie Maletzke (Herausgeberin)
„Die Triffids“ von John Wyndham
Eine detaillierte Beschreibung der Bücher erspare ich mir jetzt aus Zeitgründen. Einfach auf der Webseite (www.jokers.ch oder www.jokers.de) das Stichwort Heinrich & Hahn eingeben und alle verfügbaren Titel werden samt Kurzbeschreibung aufgelistet. Diese Suchabfrage lohnt sich auch mit anderen Verlagen (beispielsweise Callwey oder Ellert & Richter). Und übrigens, ich kriege keine Provision ...
Der auf Garten- und Naturbücher im weiteren Sinne spezialisierte Verlag Heinrich & Hahn hat ja per Ende 2008 nach nur vier Jahren seine verlegerische Tätigkeit ja leider wieder eingestellt. Eine Tatsache, die ich sehr bedaure, die mich aber nicht wirklich erstaunt. Das Positive daran ist – wenn man das mal so nennen darf -, dass nun einige der Titel aus dem Programm bei Jokers im Moment zu stark herabgesetzten Preisen erhältlich sind. Es lohnt sich also zuschlagen, falls man sich noch das eine oder andere Buch kaufen will (und falls man dies nicht vorher schon zu happigeren Preisen getan hat!).
Erhältlich sind unter anderem noch:
„Der Apfelbaum“ von Daphne Du Maurier
„Grüne Liebe, Grünes Gift“ von Hanne Kulessa (Herausgeberin)
„Mein Garten(Buch)“ von Jamaica Kincaid
„Rausch & Rache“ von Elsemarie Maletzke (Herausgeberin)
„Die Triffids“ von John Wyndham
Eine detaillierte Beschreibung der Bücher erspare ich mir jetzt aus Zeitgründen. Einfach auf der Webseite (www.jokers.ch oder www.jokers.de) das Stichwort Heinrich & Hahn eingeben und alle verfügbaren Titel werden samt Kurzbeschreibung aufgelistet. Diese Suchabfrage lohnt sich auch mit anderen Verlagen (beispielsweise Callwey oder Ellert & Richter). Und übrigens, ich kriege keine Provision ...
31. August 2009
The Poison Garden
England, Mitte des 19. Jahrhunderts: Der zehnjährige Thomas erbt von seiner Grossmutter Augusta Williams eine geheimnisvolle reich verzierte Holzkiste. Mittels dieser Box erhält er Zugang zu dem geheimen Garten „Broceliande“. Zum Legat gehört auch, dass Thomas sobald er vierzehn Jahre alt ist, in London eine Lehre beim Pharmazeuten Albert Constantine antreten soll.
Als Thomas am Abend nach der Beerdigung seiner Grossmutter zum ersten Mal den Deckel seines Erbstückes öffnet, erfährt er von ihrem Geist, dass sie vergiftet worden ist.
Augusta gehörte einem obskuren Zirkel bestehend aus sieben Frauen und Männern an, dessen Mitglieder alle einen geheimen Garten kultivieren und über enormes Pflanzenwissen verfügen. Ihre Gärten tragen Namen wie Arcadia – der Giftgarten oder Tadmor – der Heilpflanzengarten und beherbergen seltenes und exotisches Grünzeug in Hülle und Fülle.
Der Mörder von Thomas Grossmutter muss dem Geheimbund angehören. Dessen verbliebenen Mitglieder misstrauen sich und können gleichzeitig nicht abschliessend beurteilen, welche Macht sie dank ihren Gärten ausüben können. Bis der Lehrling Thomas herausfindet, wer seine Grossmutter vergiftet und weitere Todesopfer auf dem Gewissen hat, muss er einige gefährliche Abenteuer überstehen. Für den, der sich nicht vom Umschlagbild abschrecken lässt, eine (auch für Erwachsene) lesenswerte Lektüre.
Sarah Singleton:
The Poison Garden
Simon and Schuster, 2009
Als Thomas am Abend nach der Beerdigung seiner Grossmutter zum ersten Mal den Deckel seines Erbstückes öffnet, erfährt er von ihrem Geist, dass sie vergiftet worden ist.
Augusta gehörte einem obskuren Zirkel bestehend aus sieben Frauen und Männern an, dessen Mitglieder alle einen geheimen Garten kultivieren und über enormes Pflanzenwissen verfügen. Ihre Gärten tragen Namen wie Arcadia – der Giftgarten oder Tadmor – der Heilpflanzengarten und beherbergen seltenes und exotisches Grünzeug in Hülle und Fülle.
Der Mörder von Thomas Grossmutter muss dem Geheimbund angehören. Dessen verbliebenen Mitglieder misstrauen sich und können gleichzeitig nicht abschliessend beurteilen, welche Macht sie dank ihren Gärten ausüben können. Bis der Lehrling Thomas herausfindet, wer seine Grossmutter vergiftet und weitere Todesopfer auf dem Gewissen hat, muss er einige gefährliche Abenteuer überstehen. Für den, der sich nicht vom Umschlagbild abschrecken lässt, eine (auch für Erwachsene) lesenswerte Lektüre.
Sarah Singleton:
The Poison Garden
Simon and Schuster, 2009
28. August 2009
Namenspatrone
Nach wem ist die Rudbeckia benannt? Wer verbirgt sich hinter der Bezeichnung Thunbergia (Schwarzäugige Susanne)? Wer waren Nicolaus Thomas Host und Carl August von Bergen? Wilhelm Müller hat in seinem Handbuch „Dahlia, Fuchsia, Gerbera“ zu Pflanzen von A(belia) bis Z(innia) Interessantes über Namenspatrone von Pflanzengattungen und deren Schicksale zusammengetragen und dazu kurze Beiträge verfasst. Zumeist stecken hinter den Namen historische Persönlichkeiten oder Gestalten aus der Mythologie.
Der Leser erfährt hier beispielsweise, dass ein Magistratsbeamter namens Michel Bégon (1638-1710) seinerzeit auf der heute Haiti genannten Insel arbeitete. Dessen besonderes Interesse galt der Botanik und er erwies sich bei einem Besuch von Charles Plumier als bewanderter Führer. Zu Ehren Bégons benannte Plumier die in den Regenwäldern Haitis entdeckte Begonie nach dessen Name.
Ein weiteres Kurzportrait verrät, dass die Fackellilie (Kniphofia) nach dem Medizinprofessor Johann Hieronymus Kniphof (1704-1765) aus Erfurt benannt ist, der sich ausführlich mit der Herstellung von pflanzlichen Naturselbstdrucken befasste.
Zum Inhalt des über 300 Seiten umfassenden Titels gehören auch ein Literaturverzeichnis und Register. Ein Buch zum Nachschlagen und immer mal wieder Drinschmökern.
Ein hortikulturelles „Who is Who“ ist das schmale englische Bändchen „Who does your Garden grow?“ von Alex Pankhurst. Die Portraits sind ausführlicher abgefasst und verraten beispielsweise, wer hinter den verschiedenen „Perry's White“ steckt und wer Dorothy Perkins war, der die gleichnamige Rose ihren Namen verdankt.
Wilhelm Müller:
Dahlia, Fuchsia, Gerbera
Manuscriptum, 2007
Alex Pankhurst:
Who does your Garden grow?
Earl's Eye Publishing, 1992
Der Leser erfährt hier beispielsweise, dass ein Magistratsbeamter namens Michel Bégon (1638-1710) seinerzeit auf der heute Haiti genannten Insel arbeitete. Dessen besonderes Interesse galt der Botanik und er erwies sich bei einem Besuch von Charles Plumier als bewanderter Führer. Zu Ehren Bégons benannte Plumier die in den Regenwäldern Haitis entdeckte Begonie nach dessen Name.
Ein weiteres Kurzportrait verrät, dass die Fackellilie (Kniphofia) nach dem Medizinprofessor Johann Hieronymus Kniphof (1704-1765) aus Erfurt benannt ist, der sich ausführlich mit der Herstellung von pflanzlichen Naturselbstdrucken befasste.
Zum Inhalt des über 300 Seiten umfassenden Titels gehören auch ein Literaturverzeichnis und Register. Ein Buch zum Nachschlagen und immer mal wieder Drinschmökern.
Ein hortikulturelles „Who is Who“ ist das schmale englische Bändchen „Who does your Garden grow?“ von Alex Pankhurst. Die Portraits sind ausführlicher abgefasst und verraten beispielsweise, wer hinter den verschiedenen „Perry's White“ steckt und wer Dorothy Perkins war, der die gleichnamige Rose ihren Namen verdankt.
Wilhelm Müller:
Dahlia, Fuchsia, Gerbera
Manuscriptum, 2007
Alex Pankhurst:
Who does your Garden grow?
Earl's Eye Publishing, 1992
25. August 2009
Forget me not
Nach dem plötzlichen, völlig unerwarteten Tod ihrer Mutter möchte die Mittdreissigerin Anna ihr Leben völlig umkrempeln. Sie hängt ihren gutbezahlten Job in London an den Nagel und beabsichtigt, ein Gartendesign-Studium aufzunehmen und sich anschliessend selbständig zu machen.
Annas Leben ändert sich viel einschneidender, als sie sich das vorgestellt hat. Nach dem Abschiedsapero an ihrem gekündigten Arbeitsplatz begleitet sie eine Kollegin in eine Bar. Dort lernt sie Xan kennen und wird ungeplant schwanger. Während Xan nach Fernost verschwindet, entscheidet sie sich im letzten Moment gegen einen Schwangerschaftsabbruch.
Wie Anna den Spagat zwischen ihren Verpflichtungen als alleinerziehender Mutter und dem Aufbau ihrer Gartendesign-Tätigkeit schafft, erzählt dieser amüsante Roman.
Isabel Wolffs frühere Bücher sind teils auch auf deutsch erschienen. Seit einigen Jahren gibt es keine deutschen Übersetzungen ihrer Titel mehr. Auch diesen Roman gibt es nur auf englisch und französisch.
Isabel Wolff:
Forget me not
Harper Collins, 2007
Accroche-toi Anna!
Editions Jean-Claude Lattès, 2008
Annas Leben ändert sich viel einschneidender, als sie sich das vorgestellt hat. Nach dem Abschiedsapero an ihrem gekündigten Arbeitsplatz begleitet sie eine Kollegin in eine Bar. Dort lernt sie Xan kennen und wird ungeplant schwanger. Während Xan nach Fernost verschwindet, entscheidet sie sich im letzten Moment gegen einen Schwangerschaftsabbruch.
Wie Anna den Spagat zwischen ihren Verpflichtungen als alleinerziehender Mutter und dem Aufbau ihrer Gartendesign-Tätigkeit schafft, erzählt dieser amüsante Roman.
Isabel Wolffs frühere Bücher sind teils auch auf deutsch erschienen. Seit einigen Jahren gibt es keine deutschen Übersetzungen ihrer Titel mehr. Auch diesen Roman gibt es nur auf englisch und französisch.
Isabel Wolff:
Forget me not
Harper Collins, 2007
Accroche-toi Anna!
Editions Jean-Claude Lattès, 2008
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