18. Oktober 2010

Garten-Glück

Wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie ein Geschenk auswählen dürften zwischen einem Modellkleid, einem Wellness-Wochenende in einem Luxushotel und einer Ladung Mist? Falls Ihre Wahl auf den letzten Preis fällt, finden Sie bestimmt Gefallen an dem kleinen Büchlein von Ursula Beck. Es ist ein lesenswertes Mitbringsel oder Geschenk für sich selber und trägt den Titel „Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin“.

Die Autorin bezeichnet sich selber als „Gartenfreak“ und hat ihre Erlebnisse rund ums Gärtnern in einem vergnüglichen Stil niedergeschrieben. So berichtet Ursula Beck beispielsweise über das Abwägen von Pro und Contra in Bezug auf die Teilnahme an einem Gartenwettbewerb. Jede passionierte Gärtnerin wird verstehen, dass ein Foto nie ausreicht, um die eigene Gartenidylle zu präsentieren. Wie sollen auch Stimmung, Weite, Üppigkeit und Schönheit auf einem kleinen Bild Platz finden?

Ursula Beck gärtnert in einer kühleren Region und die Auswahl der Rosen beschränkt sich auf Rosa canina und andere Pflanzen, die mit diesem Klima zurechtkommen. Alles ist schliesslich eine Sache der richtigen Einstellung und sie tröstet sich mit dem Gedanken, dass auch im Kühlschrank alles länger frisch bleibt und die Gärtnerin selber vielleicht auch persönlich davon profitiert…

Ich nehme diesen Absatz als Aufmunterung in die Herbstzeit mit und möchte als einzigen Negativpunkt anmerken, dass das Büchlein leider nicht sehr umfangreich und das Lesevergnügen allzu schnell vorbei ist.



Ursula Beck:
Garten-Glück – Aus dem Leben einer Hobby-Gärtnerin
Isensee Verlag, 2009

14. Oktober 2010

Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners

Paul hatte keine einfache Kindheit. Er hat früh seinen Vater verloren, galt als „schwierig“ und begann schon als Jugendlicher in grossen Mengen Alkohol zu trinken. Aufgewachsen ist er auf der Schwäbischen Alb und lebt nun schon seit vielen Jahren in Norddeutschland.

Eine Seniorengruppe aus seiner Heimat entdeckt in einem Prospekt über ein Duftpflanzen-Labyrinth und Heilkräutergarten auf einem Foto eben diesen Paul zwischen zehn Nonnen stehend. Sie erinnern sich recht genau an dessen beinahe unzähligen Untaten und beschliessen, eine Reise Richtung Norden zu unternehmen, um zu erfahren auf welchen Umwegen der aufmüpfige Paul in den Klostergarten gefunden hat.

Eingebettet in die Führung durch Kräuter und Düfte erfahren die reiselustigen Senioren und der Leser Pauls bewegte Lebensgeschichte und nebenbei werden die Klostergärtnerei und verschiedene Heilpflanzen und ihre Wirkung vorgestellt.

Der Roman in Ich-Form liest sich wie eine detaillierte Biografie und ich habe mich bei der Lektüre oft gefragt, welche Stellen vielleicht autobiographisch sind.



Anna Schmidt:
Das Labyrinth des Duft- und Heilkräutergärtners – Vom Saulus zum Paulus
Geest Verlag, 2008

11. Oktober 2010

Auf Rosen gebettet

Die Floristin Holly arbeitet auf dem Blumenmarkt, wo sie für einen Händler Tulpen, Gladiolen und andere Blumen begutachtet und die schönsten heraussucht. Bei ihrem Job handelt es sich um alles andere als eine Traumstelle, denn leider hat sie beim Selektieren ihrer Arbeitsplätze in etwa dasselbe glückliche Händchen wie beim Wählen ihrer WG-Partner.

Holly sucht sich nämlich immer wieder die falschen Unterkünfte aus. So ist sie eben aus einer Wohngemeinschaft voller Putzteufel geflüchtet und bei ihrem ehemaligen Studienkollegen Josh untergekommen. Ihre weiteren neuen Mitbewohner sind die Karrierefrau Kate und der geheimnisvolle Addison, welcher Tag und Nacht vor seinem Computer sitzt und nicht gestört werden darf.

Als Holly eines Nachts einfach die unsichtbare Grenze überschreitet und Addisons Zimmer betritt, verliebt sie sich auf der Stelle in den wortkargen attraktiven Mann und beschliesst, sein Herz zu erobern.

Ein Roman in der Ich-Form über das Leben von vier Singles, während dessen Lektüre die Leserin sich ziemlich über die unzähligen haarsträubenden Situationen wundert.



Jenny Colgan:
Auf Rosen gebettet
Wilhelm Goldmann Verlag, 2003

7. Oktober 2010

Lilys Rosengarten

Auch dieses Buch habe ich schon wiederholt in Buchhandlungen durchgeblättert, konnte mich aber nie definitiv zum Kauf entscheiden. Ab und zu lohnt es sich zu warten (wenigstens mit Blick aufs Portemonnaie), denn viele Taschenbücher landen schliesslich auf irgendwelchen Tischen voller „ausgemusterter“ Titel und so hat auch „Lilys Rosengarten“ doch noch den Weg in meine Bibliothek gefunden.

Obwohl das Stöbern in häufig unordentlichen Haufen von Remittenden zuweilen recht mühsam ist, findet sich dort auch für gärtnerisch Interessierte immer wieder Lesefutter. Aktuell habe ich beispielsweise gerade das Buch „Die 64-Dollar-Tomate“ von William Alexander entdeckt (das ich aber schon längst besitze).

Hortikulturelles gibt es zum Rosengarten von Lily nicht viel zu berichten. Dieser wird erst ungefähr Mitte des Buches angelegt, und nachdem die Gärtnerin ihren Mann George heimlich verlassen hat, wird dieser in einem Brief mit dessen Pflege betraut. George – ein Anwalt, der seine Karriere abgebrochen hat, um nach dem Tod des Vaters, dessen Farm weiterzuführen – ist aber durch die strenge Arbeit auf seinen Feldern, mit seinen Tieren und Katastrophen wie Maul- und Klauenseuche und BSE selbsterklärend anderweitig mit Wichtigerem beschäftigt.

Der Roman erzählt die Geschichte der grossen Liebe zwischen Lily und George, dem plötzlichen Verschwinden von Lily. Und dem langen Warten und Hoffen von George, ob es für ihn und Lily letztendlich vielleicht doch noch eine gemeinsame Zukunft gibt.



Angela Huth:
Lilys Rosengarten
Piper Verlag, 2006