Karen Meyer-Rebentisch betreibt die informative Webseite "Gemüse-Info", die nicht zuletzt durch tolle Farbfotos besticht. Nun hat die leidenschaftliche Gemüsegärtnerin und Gemüse-Esserin ihre Passion und ihr profundes Wissen zu Gemüsesorten, Anbau und Küchentipps in Buchform herausgegeben. Von der Artischocke über Chili, Guter Heinrich, Mangold und Schwarzwurzel bis zur Zwiebel stellt sie 50 schmackhafte Gemüsesorten, die sich für den Anbau im Hausgarten eignen, ausführlich in Wort und Bild vor.
Im Kapitel „Einführung“ berichtet die Autorin von ihrem ersten überaus erfreulichen Gemüse-Sommer, dem prompt ein weniger erfolgreiches Erntejahr folgte. Immerhin trösteten Tomaten und Spitzkohl über die von Nacktschnecken, Mehltau, Wühlmäusen und Möhrenfliegen mit verursachten Ernteausfällen hin. Rat suchte sie daraufhin auch in einschlägigen Internetforen und stiess dabei auf eine ihr bis anhin unbekannte Auswahl an farbigen Gemüsesorten und solchen in ungewohnten Formen – roter Mais, gelbe Radieschen, blaue Bohnen, weisse Möhren und braune Tomaten in Form von Eiern. Diese Vielfalt musste ausprobiert und erlebt werden! Ihren inzwischen reichen Erfahrungsschatz teilt sie nun in diesem für Anfänger wie für Fortgeschrittene Gemüsegärtner geeigneten Buch mit dem interessierten Leser.
Neben den mundwässernden Fotos der Autorin sind die einzelnen Portraits wie folgt aufgebaut:
- Kulturgeschichte
- Anbau im Garten
- Sorten
- Schädlinge und Krankheiten
- Ernte, Lagerung, Konservierung
- Auf einen Blick
- Gemüse… in der Küche
- Gesundes Gemüse …
So erfährt man in „Gesunder Chili“ davon, dass dieser in Form von Wärmepflastern bei Rheumaerkrankungen eingesetzt wird und Kopfschmerzen und Migräne durch den Verzehr von Chili verschwinden sollen. Im Absatz „Kulturgeschichte“ findet sich die Information, dass der Neuseeländer Spinat von Joseph Banks nach Europa gebracht worden ist. Und haben Sie gewusst, dass die Blätter von Pastinaken im Zusammenspiel mit der Sonne bei empfindlichen Personen schmerzliche Ausschläge auslösen können? Welches Gemüse hat eine positive Wirkung auf den Blutfettspiegel? Welches Gemüse kann auch Diabetikern unbeschränkt empfohlen werden? Bei welchem Gemüse muss beim Ernten und Rüsten an Nitrat und Oxalsäure gedacht werden? Diesbezügliche Tipps finden sich ebenfalls im Buch.
Im Anhang finden sich ein Anbaukalender, mit Angaben zu Aussaat, Pflanzung und Ernte sowie eine Auflistung der Gemüsesorten und ihrer Pflanzenfamilien und deren jeweiliger Nährstoffbedarf. Lieferanten für Saatgut und Jungpflanzen und Zubehör für den Gemüsebau, weitere nützliche Adressen sowie ein Stichwortverzeichnis runden die gelungene Publikation ab. Eine „Gemüsebibel“, die in jedes (Gemüse-)Gärtnerbücherregal gehört und ihn der man immer wieder wieder gerne etwas nachlesen wird.
Wer noch mehr über Gemüse lesen will, dem sei der Gemüseblog der Autorin empfohlen: http://www.gemuese-info.de/blog.html.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das Gemüsebuch – Sorten, Anbau, Küchentipps
BLV Bucherlag, 2012
2. April 2012
31. März 2012
Waltraud Hopf: Garten Allerlei – Neues aus dem Garten
Dieses Büchlein ist die zweite Publikation, in der die am Rande des Schwarzwalds gärtnernde Waltraud Hopf in umgangssprachlicher Form von ihren Erlebnissen in und um ihr grünes Reich berichtet. Der Inhalt ist in acht Kapitel geliedert: „Was gibt es neues im Garten?“, „Mulchmaterial“, „Schnecken“, „Gemüse“, „Obst und Beeren“, „Blumen, Rosen, Kräuter …“, „Teiche“ und „Tiere im Garten“.
Waltraud Hopf schreibt in ihrem Vorwort, dass sie den interessierten Leser gerne an ihren Gartenlektionen teilnehmen lassen will und betont, dass sie über keinen beruflichen gärtnerischen Hintergrund verfügt, sondern aus dem Bauch heraus gärtnert und die Natur und speziell ihre Pflanzen genau beobachtet, um herauszufinden was ihnen gut tut.
Zunächst berichtet sie von den Veränderungen im Garten nach der Veröffentlichung ihres ersten Büchleins, von denen einige eine direkte Konsequenz des Sturmtiefs Kyrill sind. In die Texte herein gestreut sind immer wieder Gartentipps und Anekdoten. Haben Sie gewusst, dass die unscheinbaren Blüten der Schwarzwurzel nach Vollmilchschokolade duften sollen? Weiter erzählt die schreibende Gärtnerin von ihrem Versuch, Salate in Hängeampeln auszusäen und in die Äste von Obstbäumen zu hängen. Das Ergebnis war positiv und soll mit weiteren Sämereien ausgedehnt werden. An anderer Stelle werden ausführliche Überlegungen zu den Themen Kräutern und tierischen Gartenbewohnern angestellt.
Das Büchlein ist zwar illustriert, die Qualität der Bilder aber sehr mangelhaft. Der Text ist nicht sehr ausgefeilt, aber es lässt sich unschwer erkennen, dass Waltraud Hopf mit Herz und Seele gärtnert und darüber berichtet. Vielleicht lassen auch Sie sich von ihrer Freude anstecken und von ihren Erkenntnissen, wie jener, dass sich Erfolg im Gartenbau nur einstellt, wenn man mit und nicht gegen die Natur arbeitet und sich den örtlichen Begebenheiten anpasst und eine entsprechende Pflanzenauswahl trifft? Die Gärtnerin beispielsweise muss akzeptieren, dass es in ihrem Garten keinen Wasseranschluss gibt, da er inmitten von Feldern und Wiesen liegt, und es gilt damit zurechtkommen, dass bei heftigen Niederschlägen auf der Parzelle das Motto „Land unter“ gilt.
Waltraud Hopf:
Garten Allerlei – Neues aus dem Garten
Zwiebelzwerg Verlag, 2009
Waltraud Hopf schreibt in ihrem Vorwort, dass sie den interessierten Leser gerne an ihren Gartenlektionen teilnehmen lassen will und betont, dass sie über keinen beruflichen gärtnerischen Hintergrund verfügt, sondern aus dem Bauch heraus gärtnert und die Natur und speziell ihre Pflanzen genau beobachtet, um herauszufinden was ihnen gut tut.
Zunächst berichtet sie von den Veränderungen im Garten nach der Veröffentlichung ihres ersten Büchleins, von denen einige eine direkte Konsequenz des Sturmtiefs Kyrill sind. In die Texte herein gestreut sind immer wieder Gartentipps und Anekdoten. Haben Sie gewusst, dass die unscheinbaren Blüten der Schwarzwurzel nach Vollmilchschokolade duften sollen? Weiter erzählt die schreibende Gärtnerin von ihrem Versuch, Salate in Hängeampeln auszusäen und in die Äste von Obstbäumen zu hängen. Das Ergebnis war positiv und soll mit weiteren Sämereien ausgedehnt werden. An anderer Stelle werden ausführliche Überlegungen zu den Themen Kräutern und tierischen Gartenbewohnern angestellt.
Das Büchlein ist zwar illustriert, die Qualität der Bilder aber sehr mangelhaft. Der Text ist nicht sehr ausgefeilt, aber es lässt sich unschwer erkennen, dass Waltraud Hopf mit Herz und Seele gärtnert und darüber berichtet. Vielleicht lassen auch Sie sich von ihrer Freude anstecken und von ihren Erkenntnissen, wie jener, dass sich Erfolg im Gartenbau nur einstellt, wenn man mit und nicht gegen die Natur arbeitet und sich den örtlichen Begebenheiten anpasst und eine entsprechende Pflanzenauswahl trifft? Die Gärtnerin beispielsweise muss akzeptieren, dass es in ihrem Garten keinen Wasseranschluss gibt, da er inmitten von Feldern und Wiesen liegt, und es gilt damit zurechtkommen, dass bei heftigen Niederschlägen auf der Parzelle das Motto „Land unter“ gilt.
Waltraud Hopf:
Garten Allerlei – Neues aus dem Garten
Zwiebelzwerg Verlag, 2009
28. März 2012
Konstanze Neubauer: Gartenschätze in Bayern – 70 Parks und private Gärten zum Entdecken und Geniessen
Das Wort „Gartenschätze“ im Buchtitel weckt schon einmal hohe Erwartungen in der Leserin. Und, dies sei gleich vorab verraten, diese werden auch erfüllt. Aus ursprünglich 180 Vorschlägen wurden schliesslich die hier nun vorgestellten 70 Gärten ausgewählt und in die Publikation aufgenommen. Die Bild- und Lesereise führt durch die sieben Bezirke Bayerns, von welchen jeweils zwischen sechs und zwölf Gartenschätze im Buch portraitiert werden – von Unter-, Mittel- und Oberfranken, Oberpfalz über Schwaben bis Ober- und Niederbayern.
Ein Bibelgarten in Regen, ein Skulpturengarten mit Bronzeriesen in Erlangen, der kürzlich hier bereits erwähnte botanische Privatgarten Krasemann in Thalmässing, das Felsenlabyrinth Luisenburg in Wundsiedel, das Rosarium Nördlingen, der Galerie- und Kunstgarten Nusser in Freywang, der botanische Garten in Regensburg – die Palette der vorgestellten Grünanlagen ist ebenso umfang- wie abwechslungsreich. Auch Schlossparks, Lehr-, Kloster- und Museumsgärten finden sich unter den grosszügig mit aussagekräftigen Fotos illustrierten Portraits. Die Texte geben einen informativen Einblick in die bayrische Gartenkulturgeschichte, in der sich hortikulturelle Spuren aus den verschiedensten Epochen entdecken lassen.
Das Bewundern der alpinen Pflanzenschätze auf dem Schachen beispielsweise muss erst verdient werden. Der Aufstieg zur „Filiale“ des Botanischen Gartens von München dauert je nach gewähltem Weg und vorhandener Kondition etwa drei bis vier Stunden. Als Belohnung lassen sich Edelweiss und blauer Scheinmohn aus nächster Nähe betrachten und vom Aussichtspavillion aus der Panoramablick ins Reintal.
Der Therapiegarten der Laufer Mühle in Adelsdorf hat nicht nur den Zweck, psychische und physische Heilkräfte der Patienten zu mobilisieren, er spricht besonders auch die Seh- und Geruchssinne der Besucher an. In den verschiedenen Themengärten lassen sich immer wieder Kunstobjekte aus der eigenen Schreinerei, Schlosserei und der Kreativwerkstatt entdecken, die den unverwechselbaren Reiz der Anlage mit Rosarium, Obstgarten usw. unterstützen, und die natürlich auch gekauft werden können.
Der ganzjährig geöffnete Bibelgarten in Regen erzählt an 25 Stationen von speziellen Bibelstellen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Ein Rundweg führt durch ein Tor direkt ins Paradies, wo auf einem Apfelbaum bereits eine Schlange sitzt und darauf wartet, den Besucher zum Genuss der verbotenen Früchte zu verführen. In diesem Themengarten lassen sich die Bibelkenntnisse auffrischen und vielleicht fühlt sich der eine oder andere Besucher auch inspiriert, im heimischen Garten ein gleiches oder ähnliches Symbol in die Gartengestaltung zu intergrieren.
Die einzelnen Gartenportraits informieren den Leser unter dem Titel „Garten-Details“ über Öffnungszeiten und genaue Adresse. Pro Bezirk findet sich eine Karte im Buch, damit sich auch der geografisch eher unkundige Leser, zu der auch die Sofagärtnerin zählt, über die genaue Lage der Gärten ein Bild machen kann. Eingeschobene Themen zu den Begriffen Kurgarten, Freilandmuseum, Botanischer Garten, Landschaftspark, Klostergarten, Stadtgarten, Schlossgarten und Arznei- und Heilpflanzengarten erklären die Aufgaben dieser Institutionen und vermitteln Details zur Geschichte aus gärtnerischer Sicht. Im Serviceteil sind Hinweise zu Parkplatzangebot, Rollstuhlgängigkeit, Verpflegungsmöglichkeiten und Internet-Adressen für weitergehende Informationen sowie eine Literaturliste aufgeführt. Da ein Register fehlt, muss das Inhaltsverzeichnis genügen, um zu einem späteren Zeitpunkt rasch wieder eine gesuchte Stelle zu finden.
Ein prächtiger Bildband, der sich insbesondere als Reiseführer für die Vorbereitung von Besuchen von grünen Anlagen im Freistaat eignet und unweigerlich Lust macht, den einen oder anderen Garten in Natura zu betrachten. Oder vielleicht gleich eine Gartentour quer durch Bayern zu planen. Es muss ja nicht immer England sein … Dieses Buch hat übrigens verdientermassen den Gartenbuchpreis 2012 in der Sparte „Bester Gartenreiseführer“ gewonnen.
Konstanze Neubauer:
Gartenschätze in Bayern – 70 Parks und private Gärten zum Entdecken und Geniessen
Callwey Verlag, 2012
Ein Bibelgarten in Regen, ein Skulpturengarten mit Bronzeriesen in Erlangen, der kürzlich hier bereits erwähnte botanische Privatgarten Krasemann in Thalmässing, das Felsenlabyrinth Luisenburg in Wundsiedel, das Rosarium Nördlingen, der Galerie- und Kunstgarten Nusser in Freywang, der botanische Garten in Regensburg – die Palette der vorgestellten Grünanlagen ist ebenso umfang- wie abwechslungsreich. Auch Schlossparks, Lehr-, Kloster- und Museumsgärten finden sich unter den grosszügig mit aussagekräftigen Fotos illustrierten Portraits. Die Texte geben einen informativen Einblick in die bayrische Gartenkulturgeschichte, in der sich hortikulturelle Spuren aus den verschiedensten Epochen entdecken lassen.
Das Bewundern der alpinen Pflanzenschätze auf dem Schachen beispielsweise muss erst verdient werden. Der Aufstieg zur „Filiale“ des Botanischen Gartens von München dauert je nach gewähltem Weg und vorhandener Kondition etwa drei bis vier Stunden. Als Belohnung lassen sich Edelweiss und blauer Scheinmohn aus nächster Nähe betrachten und vom Aussichtspavillion aus der Panoramablick ins Reintal.
Der Therapiegarten der Laufer Mühle in Adelsdorf hat nicht nur den Zweck, psychische und physische Heilkräfte der Patienten zu mobilisieren, er spricht besonders auch die Seh- und Geruchssinne der Besucher an. In den verschiedenen Themengärten lassen sich immer wieder Kunstobjekte aus der eigenen Schreinerei, Schlosserei und der Kreativwerkstatt entdecken, die den unverwechselbaren Reiz der Anlage mit Rosarium, Obstgarten usw. unterstützen, und die natürlich auch gekauft werden können.
Der ganzjährig geöffnete Bibelgarten in Regen erzählt an 25 Stationen von speziellen Bibelstellen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Ein Rundweg führt durch ein Tor direkt ins Paradies, wo auf einem Apfelbaum bereits eine Schlange sitzt und darauf wartet, den Besucher zum Genuss der verbotenen Früchte zu verführen. In diesem Themengarten lassen sich die Bibelkenntnisse auffrischen und vielleicht fühlt sich der eine oder andere Besucher auch inspiriert, im heimischen Garten ein gleiches oder ähnliches Symbol in die Gartengestaltung zu intergrieren.
Die einzelnen Gartenportraits informieren den Leser unter dem Titel „Garten-Details“ über Öffnungszeiten und genaue Adresse. Pro Bezirk findet sich eine Karte im Buch, damit sich auch der geografisch eher unkundige Leser, zu der auch die Sofagärtnerin zählt, über die genaue Lage der Gärten ein Bild machen kann. Eingeschobene Themen zu den Begriffen Kurgarten, Freilandmuseum, Botanischer Garten, Landschaftspark, Klostergarten, Stadtgarten, Schlossgarten und Arznei- und Heilpflanzengarten erklären die Aufgaben dieser Institutionen und vermitteln Details zur Geschichte aus gärtnerischer Sicht. Im Serviceteil sind Hinweise zu Parkplatzangebot, Rollstuhlgängigkeit, Verpflegungsmöglichkeiten und Internet-Adressen für weitergehende Informationen sowie eine Literaturliste aufgeführt. Da ein Register fehlt, muss das Inhaltsverzeichnis genügen, um zu einem späteren Zeitpunkt rasch wieder eine gesuchte Stelle zu finden.
Ein prächtiger Bildband, der sich insbesondere als Reiseführer für die Vorbereitung von Besuchen von grünen Anlagen im Freistaat eignet und unweigerlich Lust macht, den einen oder anderen Garten in Natura zu betrachten. Oder vielleicht gleich eine Gartentour quer durch Bayern zu planen. Es muss ja nicht immer England sein … Dieses Buch hat übrigens verdientermassen den Gartenbuchpreis 2012 in der Sparte „Bester Gartenreiseführer“ gewonnen.
Konstanze Neubauer:
Gartenschätze in Bayern – 70 Parks und private Gärten zum Entdecken und Geniessen
Callwey Verlag, 2012
25. März 2012
Paula Almqvist: Was mir blüht
Unter dem verheissungsvollen Titel „Was mir blüht“ ist nun bereits eine zweite Kolumnensammlung von Paula Almqvist zu den unterschiedlichsten Themen rund um Gartenfreude und Gartenleid erschienen. Um letzteres zu vermeiden, empfiehlt die Autorin im Kapitel „Besser machen“ der Gärtnerin beispielsweise, nie mehr nach einem Ausflug ins Schwimmbad direkt den Garten anzusteuern und in offenen Sandaletten das Beet umzugraben oder aber mit einer Papierschere, die gerade zufällig zur Hand liegt, einen Rosenzweig zu kürzen.
An einer anderen Stelle vergleicht die Kolumnistin selbstgerührte Ringelblumensalbe und selber gemischte Blütenpotpourris mit Derivaten, welchen ja wie seit der Finanzkrise jeder weiss, ein negativer Touch anhaftet oder sie wägt die Vor- und Nachteile ab zwischen Garten und Haustieren. Wenn man dabei die Duftnote und die monatelange Winterpause berücksichtigt, hat das grüne Hobby ihrer Meinung nach eindeutig die Nase vorn.
Eingeflochten werden auch immer wieder Pflege- oder Pflanztipps wie der, einen blühenden Gartenteppich aus Vergissmeinnicht und blauschwarzen und weissen Tulpen anzulegen oder Kombinationen von Türkenmohn mit Zierlauch auszuprobieren. Und wissen Sie, was es mit Monets Garten für Arme auf sich hat oder warum die lange verpönte Schwiegermutterzunge nun plötzlich von Innendekorateuren empfohlen wird? Alles möchte ich hier ja nicht verraten, aber auch über die Sonnenblume weiss Paula Almqvist interessantes zu berichten. Wir erfahren von der spiralenförmigen Anordnung der Sonnenblumenkerne und welchem Zweck diese dient und dass sich mit Hilfe dieser Blumen Böden ausgezeichnet entgiften lassen.
Was hat es mit dem Sorgerecht für Rosen auf sich? Paula Almqvist beschäftigt sich auch mit dem Unterschied zwischen gärtnernden Frauen und Männern. Eindeutig Männersache ist die sogenannte (selbstgewählte) Schuppen-Quarantäne, nicht zu verwechseln mit dem Schuppen-Arrest aus den wohlbekannten Michel von Lönneberga-Büchern von Astrid Lindgren.
Was also blüht Ihnen, wenn Sie dieses unbedingt empfehlenswerte Büchlein lesen? Unterhaltsame Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund und fundierten Informationen. Die nach Monaten geordneten Kapitel beginnen jeweils mit einem Artikel zu einer aktuell blühenden Pflanze. In diesen Kolumnen erfährt man häppchenweise immer mal was über die Autorin. Liebend gerne hätte ich im Buchumschlag oder in der Lektüre noch etwas mehr über diese erfahren…
Paula Almqvist:
Was mir blüht
Schöffling & Co., 2012
An einer anderen Stelle vergleicht die Kolumnistin selbstgerührte Ringelblumensalbe und selber gemischte Blütenpotpourris mit Derivaten, welchen ja wie seit der Finanzkrise jeder weiss, ein negativer Touch anhaftet oder sie wägt die Vor- und Nachteile ab zwischen Garten und Haustieren. Wenn man dabei die Duftnote und die monatelange Winterpause berücksichtigt, hat das grüne Hobby ihrer Meinung nach eindeutig die Nase vorn.
Eingeflochten werden auch immer wieder Pflege- oder Pflanztipps wie der, einen blühenden Gartenteppich aus Vergissmeinnicht und blauschwarzen und weissen Tulpen anzulegen oder Kombinationen von Türkenmohn mit Zierlauch auszuprobieren. Und wissen Sie, was es mit Monets Garten für Arme auf sich hat oder warum die lange verpönte Schwiegermutterzunge nun plötzlich von Innendekorateuren empfohlen wird? Alles möchte ich hier ja nicht verraten, aber auch über die Sonnenblume weiss Paula Almqvist interessantes zu berichten. Wir erfahren von der spiralenförmigen Anordnung der Sonnenblumenkerne und welchem Zweck diese dient und dass sich mit Hilfe dieser Blumen Böden ausgezeichnet entgiften lassen.
Was hat es mit dem Sorgerecht für Rosen auf sich? Paula Almqvist beschäftigt sich auch mit dem Unterschied zwischen gärtnernden Frauen und Männern. Eindeutig Männersache ist die sogenannte (selbstgewählte) Schuppen-Quarantäne, nicht zu verwechseln mit dem Schuppen-Arrest aus den wohlbekannten Michel von Lönneberga-Büchern von Astrid Lindgren.
Was also blüht Ihnen, wenn Sie dieses unbedingt empfehlenswerte Büchlein lesen? Unterhaltsame Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund und fundierten Informationen. Die nach Monaten geordneten Kapitel beginnen jeweils mit einem Artikel zu einer aktuell blühenden Pflanze. In diesen Kolumnen erfährt man häppchenweise immer mal was über die Autorin. Liebend gerne hätte ich im Buchumschlag oder in der Lektüre noch etwas mehr über diese erfahren…
Paula Almqvist:
Was mir blüht
Schöffling & Co., 2012
22. März 2012
Margit Schönberger: Eine Blattlaus kommt selten allein
Was hat jemand wohl auf dem gartenrelevanten Kerbholz, der jedes Mal ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn er bzw. sie das Lied „Mein Freund, der Baum ist tot“ von Alexandra hört? Margit Schönberger erzählt in den ersten fünf Kapiteln genau darüber und von ihrem zwar kräfteraubenden, aber doch erfreulich blühfreudigen Start ins Gärtnerinnenleben. Dann entdecken plötzlich kriechende Schleimer den bereits reichlich gedeckten Tisch und bedienen sich gütlich an Basilikum und anderem Grünzeug. In der Folge mutiert die Autorin durch diese Gartenplage zur Schneckenforscherin.
In weiteren Kapiteln lesen wir von Pflanzenanakondas und kleinformatigeren Gartenwürgern, wie der eigentlich ganz hübschen Ackerwinde oder von Buchpräsentationen, die dank passender Blumendekoration erst den richtigen Schliff bekommen und vom jährlich wiederkehrenden, schon fast traditionellen Namensstreit zwischen Margit Schönberger und ihrem Partner betreffend der Bezeichnung von Schneeglöckchen bzw. welche Blume überhaupt ein Schneeglöckchen ist. Regionale Sprachunterschiede können es nämlich in sich haben. Des weiteren geht es um die Folgen von Nichtbeachtung von Gebrauchsanweisungen, sprich Pflanzanleitungen, oder wie der Titel verrät um Blattläuse.
Die Gartenarbeit erdet die Frau im wahrsten Sinne des Wortes, indem diese eine positive, beruhigende Wirkung auf deren Nervenkostüm hat und gleichzeitig längst vergessene Kindheitserinnerungen an die Gärten der Mutter und der Grossmütter weckt.
Ein humoriges gartenbiografisches Lesebuch, das nebenbei hin und wieder Gartentipps in die Lektüre einpackt und immer mal wieder schmunzeln lässt, wenn man etwa Ausdrücke liest wie „gartenseelisch verarbeitete Tulpenkatastrophe“. Auch nützliche Warnungen sind dabei, die für den vielleicht als eher naiv zu bezeichnenden Gärtner von Nutzen sein könnten. Falls sich nämlich jemand auf Ihrer Parzelle einen halben Quadratmeter Land für den Anbau einer Versuchspflanze mieten will und dabei unbedingt auf einem verborgenen Plätzchen beharrt, sollten bei Ihnen alle, aber wirklich alle Alarmglocken klingeln!
Das nachhaltig schlechte Gewissen, in dem die Sängerin Alexandra mit ihrer Ode an einen Baum aus den sechziger Jahren rührt, ist übrigens auf die Entführung eines Lärchensämlings in den Ferien zurückzuführen, der etliche Jahre später – nachdem er sich (zu) prächtig entwickelt hat - dann gefällt worden ist.
Margit Schönberger:
Eine Blattlaus kommt selten allein
Knaur Verlag, 2012
In weiteren Kapiteln lesen wir von Pflanzenanakondas und kleinformatigeren Gartenwürgern, wie der eigentlich ganz hübschen Ackerwinde oder von Buchpräsentationen, die dank passender Blumendekoration erst den richtigen Schliff bekommen und vom jährlich wiederkehrenden, schon fast traditionellen Namensstreit zwischen Margit Schönberger und ihrem Partner betreffend der Bezeichnung von Schneeglöckchen bzw. welche Blume überhaupt ein Schneeglöckchen ist. Regionale Sprachunterschiede können es nämlich in sich haben. Des weiteren geht es um die Folgen von Nichtbeachtung von Gebrauchsanweisungen, sprich Pflanzanleitungen, oder wie der Titel verrät um Blattläuse.
Die Gartenarbeit erdet die Frau im wahrsten Sinne des Wortes, indem diese eine positive, beruhigende Wirkung auf deren Nervenkostüm hat und gleichzeitig längst vergessene Kindheitserinnerungen an die Gärten der Mutter und der Grossmütter weckt.
Ein humoriges gartenbiografisches Lesebuch, das nebenbei hin und wieder Gartentipps in die Lektüre einpackt und immer mal wieder schmunzeln lässt, wenn man etwa Ausdrücke liest wie „gartenseelisch verarbeitete Tulpenkatastrophe“. Auch nützliche Warnungen sind dabei, die für den vielleicht als eher naiv zu bezeichnenden Gärtner von Nutzen sein könnten. Falls sich nämlich jemand auf Ihrer Parzelle einen halben Quadratmeter Land für den Anbau einer Versuchspflanze mieten will und dabei unbedingt auf einem verborgenen Plätzchen beharrt, sollten bei Ihnen alle, aber wirklich alle Alarmglocken klingeln!
Das nachhaltig schlechte Gewissen, in dem die Sängerin Alexandra mit ihrer Ode an einen Baum aus den sechziger Jahren rührt, ist übrigens auf die Entführung eines Lärchensämlings in den Ferien zurückzuführen, der etliche Jahre später – nachdem er sich (zu) prächtig entwickelt hat - dann gefällt worden ist.
Margit Schönberger:
Eine Blattlaus kommt selten allein
Knaur Verlag, 2012
19. März 2012
Sabine Scholl: Tödliche Tulpen
Der Historiker Selim Ersoy findet bei seiner Rückkehr von einer Gastprofessur in Ankara eine tote junge Frau in seiner Wiener Wohnung, in deren Schulter eine tropfenförmige Tulpe eingeritzt ist. Die Tote arbeitete zu Lebzeiten als Model und Performancekünstlerin und nannte sich „Lale“, was auf Türkisch Tulpe bedeutet. Als Tatwaffe wurde ein Kopftuch aus der Kollektion des Berliner Modedesigners Aslan benutzt, dem Bruder von Selim Ersoy.
Auf den Fall wird die 38jährige Ermittlerin Gina Sonnenfels angesetzt, die früher selber als Designerin tätig war. Im Roman spielen botanische Details immer wieder ein Rolle, etwa in Form des Logos des Modedesigners und von Blumenerde unter den Zehennägeln des Mordopfers oder der Leser erfährt, dass die Tulpe selber als Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und wahre Liebe gilt und das Wort Lale als Anagramm für den Namen des Schöpfers. Haben Sie gewusst, dass die gehäkelten Borten von Kopftüchern eine Bedeutung haben? Violette Hyazinthen stehen für ein verliebtes Mädchen, während eine Frau, deren Mann im Ausland tätig ist, wilde Rosen trägt. Weiter kommen im Buch ein Blumenfest und eine Auszeichnung mit dem Namen „Berliner Tulpe“ vor und nicht zuletzt züchtet eine tulpenverrückte Operettensängerin selber ihre Lieblingsblumen und gibt ihnen Namen wie „Die Knospe des Schahs“, „Herzenssucherin“ oder „Lichtspenderin“.
Diese botanischen Hinweise sollen aber keine falsche Fährte legen. Im Buch sind sie doch eher nebensächlich, während beispielsweise Neureligion ein grösseres Thema ist. Und in erster Linie gilt es ja auch herauszufinden, welche Rolle der Bruder des Opfers und ihr Liebhaber, der Teppichhändler Hans Meier, in diesm Fall spielen.
Mit der zwischen Berlin und Wien pendelnden souverän ermittelnden Gina Sonnenfels wurde ich nicht richtig „warm“. Bedenklich und ärgerlich fand ich vor allem die wiederholt erwähnte Kombination von vermuteter Schwangerschaft und gleichzeitigem Einwerfen von grösseren Mengen an Schmerzmitteln. Aber glücklicherweise handelt es ich ja nur um ein Buch …
Sabine Scholl:
Tödliche Tulpen
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, 2011
Auf den Fall wird die 38jährige Ermittlerin Gina Sonnenfels angesetzt, die früher selber als Designerin tätig war. Im Roman spielen botanische Details immer wieder ein Rolle, etwa in Form des Logos des Modedesigners und von Blumenerde unter den Zehennägeln des Mordopfers oder der Leser erfährt, dass die Tulpe selber als Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und wahre Liebe gilt und das Wort Lale als Anagramm für den Namen des Schöpfers. Haben Sie gewusst, dass die gehäkelten Borten von Kopftüchern eine Bedeutung haben? Violette Hyazinthen stehen für ein verliebtes Mädchen, während eine Frau, deren Mann im Ausland tätig ist, wilde Rosen trägt. Weiter kommen im Buch ein Blumenfest und eine Auszeichnung mit dem Namen „Berliner Tulpe“ vor und nicht zuletzt züchtet eine tulpenverrückte Operettensängerin selber ihre Lieblingsblumen und gibt ihnen Namen wie „Die Knospe des Schahs“, „Herzenssucherin“ oder „Lichtspenderin“.
Diese botanischen Hinweise sollen aber keine falsche Fährte legen. Im Buch sind sie doch eher nebensächlich, während beispielsweise Neureligion ein grösseres Thema ist. Und in erster Linie gilt es ja auch herauszufinden, welche Rolle der Bruder des Opfers und ihr Liebhaber, der Teppichhändler Hans Meier, in diesm Fall spielen.
Mit der zwischen Berlin und Wien pendelnden souverän ermittelnden Gina Sonnenfels wurde ich nicht richtig „warm“. Bedenklich und ärgerlich fand ich vor allem die wiederholt erwähnte Kombination von vermuteter Schwangerschaft und gleichzeitigem Einwerfen von grösseren Mengen an Schmerzmitteln. Aber glücklicherweise handelt es ich ja nur um ein Buch …
Sabine Scholl:
Tödliche Tulpen
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, 2011
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