Die Ehe der 40jährigen Kanadierin Penny läuft nicht gut. Sie und ihr Mann Jack haben keine Gemeinsamkeiten und obwohl er sie laufend mit anderen Frauen betrügt, schafft sie es nicht, einen Schlussstrich zu ziehen, sondern sie flüchtet sich in eine leichte Depression. Etwas Abwechslung von ihren trüben Gedanken bringt das Verfassen der wöchentlichen Finanzkolumne für das Lokalblatt „Sentinel". Ausserdem dem geniesst sie zweifellos die gewissen Annehmlichkeiten, die das Leben an der Seite eines erfolgreichen Immobilienmaklers mit sich bringt. Sie liebt das grosse alte Haus, das ihr Daheim ist, und sie geniesst es, sich im Garten zu betätigen.
Schon vor Jahren hat Penny begonnen, sich jeweils an ihrem Hochzeitstag Ende Juli im Gartencenter eine hübsche Gartenpflanze zu gönnen. Heuer ist ihr 18. Hochzeitstag und sie wünscht sich „etwas Blaues“. Ihre Wahl fällt auf eine Hortensie. Einen Tag später wird ihr Leben durch einen Zufall komplett umgekrempelt. Es beginnt damit, dass Penny 220‘000 Dollar findet und dieses Geld unverzüglich bei der Polizei abliefert. Diese gute Tat lenkt das Interesse der „Lebenserneuerungs-Expertin“ Linda auf Penny. Diese ist nämlich der Ansicht, dass Penny die ideale Kandidatin ist, deren Leben und Zuhause umgemodelt und gleichzeitig öffentlich zelebriert werden soll. Nach einem anfänglichen kategorischen „Nein“, entscheidet sich Penny ziemlich spontan, das Experiment doch zu wagen. Ein strenges Programm bestimmt fortan ihren Tagesablauf: Diät, Sport und das Testen von Schönheitsprodukten. Gleichzeitig wird ihr Haus entrümpelt und auch der Garten erhält ein Facelifting.
Gärtnerisches spielt in diesem Roman eine eher untergeordnete Rolle, doch hat der schöne für die Umgestaltung der Grünfläche zuständige Gärtner einen massgebenden Einfluss auf wichtige Veränderungen in Pennys Leben. Die Erzählung ist etwas langatmig, zuweilen ziemlich absurd und die Handlungen fand ich manchmal nicht nachvollziehbar und unangemessen. Man/frau muss nicht unbedingt gelesen haben, was alles in dem Jahr passiert, bis Penny an ihrem 19. Hochzeitstag im Gartencenter einen gelben Rosenstrauch auswählt …
Lynn Crymble:
Der Beginn vom Rest meines Lebens
Wilhelm Goldmann Verlag, 2012
26. April 2012
23. April 2012
Eva Kohlrusch und Gary Rogers (Fotos): Besondere Paare und ihre Gärten
Nach den überaus erfolgreichen Vorgängertiteln "Faszinierende Frauen und ihre Gärten" und "Besondere Frauen und ihre Gärten" erscheint mit „Besondere Paare und ihre Gärten“ nun ein drittes Buch von Eva Kohlrusch und Gary Rogers in erprobter Aufmachung.
Was ist besonders an Paaren die zusammen gärtnern? Fördert der Garten die Harmonie unter denselben oder ist diese Form der Zweisamkeit eher eine Quelle für Zwist und Auseinandersetzungen? In Kapiteln wie „Wo Rosen mit Kunst wetteifern“, „Die Frau des Biogärtners“, „Ein Garten wie mit wilder Hand hingestreut“ und „… und zum Dessert „Rosenmousse Chambord“" geht Eva Kohlrusch diesen Fragen auf den Grund.
Ob jemand alleine gärtnert oder der Partner in seiner Freizeit ebenfalls gerne in der Erde herumwühlt und die Hände schmutzig macht – auf die Launen der Natur hat diese Arbeits- und Interessenteilung keinen Einfluss. Rückschläge sind so oder so als gegeben hinzunehmen, wenn beispielsweise der Garten wochenlang unter Wasser steht und dadurch eine zwangsläufige Selektion durch höhere Gewalten von Statten geht und es immer wieder heisst, Abschied zu nehmen von Lieblingspflanzen, die einem lange begleitet haben. Da mag auch das Bonmot „Geteiltes Leid, ist halbes Leid“ nur ein schwacher Trost sein.
Was wächst wohl im Garten – Apfelgut genannt – eines Journalistenpaares, das im Fernsehen vor laufenden Kameras seine Kochkünste zelebriert? Die beiden müssen der Sonne etwas nachlaufen, denn das Haus stammt aus einer Zeit, als ungebräunte Haut en vogue war. Dafür stehen hier viele mobile Kübelpflanzen und im Folientunnel findet sich eine stattliche Sammlung von 125 verschiedenen Kräutern. Sage und schreibe 28 verschiedene Basilikumsorten werden hier gezogen.
Eine Tante, die sämtliche im Garten wachsenden Pflanzen botanisch benennen konnte, Pflanzen, von denen er selber nicht mal den deutschen Namen kannte, haben seinerzeit den Ehrgeiz eines Jungen dermassen angestachelt, dass er sich dieses Wissen auch aneignete. Das dannzumal Gelernte kann mittlerweile tagtäglich angewendet werden. Denn im Besitz des Barons befinden sich unzählige praktische Anwendungsbeispiele wie etwa 500 Sorten Rhododendron, 300 Seerosen und 50‘000 Narzissen. Dimensionen zum Träumen oder eher der Stoff aus dem Alpträume sind (Stichwort "Rücken")?
Für das Auslösen des Gartenfiebers kommen verschiedene Infektionsquellen in Betracht. Was die Feststellung „für dieses Geld kann ich selber ganz schön viele Fehler machen“ als Reaktion auf den Kostenvoranschlag für eine Gartenumgestaltung für Folgen haben kann, zeigt sich eindrücklich im Kapitel „Träume, die über den Zaun hinaus wachsen“. Er liebt den Garten mittlerweile längst so fest wie sie, aber sie ist es, die auch das Gärtnern liebt. Und sie fügt auch gleich an, dass es wohl recht schwierig wäre, wenn er plötzlich ein ausgeprägtes Interesse an der praktischen Gartenarbeit entwickeln würde. Wie in verschiedenen Beispielen von gärtnernden Paaren in diesem Buch bewährt sich auch hier die Arbeitsteilung – er ist eher fürs Grobe zuständig, sie fürs Feine und (meistens) sind danach alle zufrieden.
Andere finden die Lösung in Kompromissen. Da ist einer dann für den Rasen zuständig, während der andere sich um die Rosen kümmert. Wobei für die Rosen auch Kübelpflanzen oder die Staudenrabatte stehen können. Und dann gibt es auch noch den sogenannt antiautoritär erzogenen Garten. Hier wird etwas gepflanzt und dann darf es wachsen wie es will.
Untern den vorgestellten gärtnernden Paaren sind auch verschiedene Prominente wie beispielsweise Ulrich Pleitgen, Katerina Jacob oder Gabriela Fürstin und Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Prominent bedeutet aber nicht unbedingt, dass der Garten den ambitionierten Vorstellungen von passionierten Hobbygärtnern oder Gartenbuchgärtnern entspricht. Aus anderen Portraits lassen sich eher mehr Inspirationen für das heimische Experimentierfeld herauspicken. Doch ist es unbestrittenermassen interessant auch einmal hinter solche Hecken blicken zu können und sich an der von Gary Rogers mit der Kamera perfekt eingefangenen Gartenatmosphäre zu erfreuen und durch die Texte von Eva Kohlrusch etwas Persönliches mit oder ohne hortikulturellen Hintergrund zu erfahren.
Eva Kohlrusch (Text) und Gary Rogers (Fotos):
Besondere Paare und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2012
Was ist besonders an Paaren die zusammen gärtnern? Fördert der Garten die Harmonie unter denselben oder ist diese Form der Zweisamkeit eher eine Quelle für Zwist und Auseinandersetzungen? In Kapiteln wie „Wo Rosen mit Kunst wetteifern“, „Die Frau des Biogärtners“, „Ein Garten wie mit wilder Hand hingestreut“ und „… und zum Dessert „Rosenmousse Chambord“" geht Eva Kohlrusch diesen Fragen auf den Grund.
Ob jemand alleine gärtnert oder der Partner in seiner Freizeit ebenfalls gerne in der Erde herumwühlt und die Hände schmutzig macht – auf die Launen der Natur hat diese Arbeits- und Interessenteilung keinen Einfluss. Rückschläge sind so oder so als gegeben hinzunehmen, wenn beispielsweise der Garten wochenlang unter Wasser steht und dadurch eine zwangsläufige Selektion durch höhere Gewalten von Statten geht und es immer wieder heisst, Abschied zu nehmen von Lieblingspflanzen, die einem lange begleitet haben. Da mag auch das Bonmot „Geteiltes Leid, ist halbes Leid“ nur ein schwacher Trost sein.
Was wächst wohl im Garten – Apfelgut genannt – eines Journalistenpaares, das im Fernsehen vor laufenden Kameras seine Kochkünste zelebriert? Die beiden müssen der Sonne etwas nachlaufen, denn das Haus stammt aus einer Zeit, als ungebräunte Haut en vogue war. Dafür stehen hier viele mobile Kübelpflanzen und im Folientunnel findet sich eine stattliche Sammlung von 125 verschiedenen Kräutern. Sage und schreibe 28 verschiedene Basilikumsorten werden hier gezogen.
Eine Tante, die sämtliche im Garten wachsenden Pflanzen botanisch benennen konnte, Pflanzen, von denen er selber nicht mal den deutschen Namen kannte, haben seinerzeit den Ehrgeiz eines Jungen dermassen angestachelt, dass er sich dieses Wissen auch aneignete. Das dannzumal Gelernte kann mittlerweile tagtäglich angewendet werden. Denn im Besitz des Barons befinden sich unzählige praktische Anwendungsbeispiele wie etwa 500 Sorten Rhododendron, 300 Seerosen und 50‘000 Narzissen. Dimensionen zum Träumen oder eher der Stoff aus dem Alpträume sind (Stichwort "Rücken")?
Für das Auslösen des Gartenfiebers kommen verschiedene Infektionsquellen in Betracht. Was die Feststellung „für dieses Geld kann ich selber ganz schön viele Fehler machen“ als Reaktion auf den Kostenvoranschlag für eine Gartenumgestaltung für Folgen haben kann, zeigt sich eindrücklich im Kapitel „Träume, die über den Zaun hinaus wachsen“. Er liebt den Garten mittlerweile längst so fest wie sie, aber sie ist es, die auch das Gärtnern liebt. Und sie fügt auch gleich an, dass es wohl recht schwierig wäre, wenn er plötzlich ein ausgeprägtes Interesse an der praktischen Gartenarbeit entwickeln würde. Wie in verschiedenen Beispielen von gärtnernden Paaren in diesem Buch bewährt sich auch hier die Arbeitsteilung – er ist eher fürs Grobe zuständig, sie fürs Feine und (meistens) sind danach alle zufrieden.
Andere finden die Lösung in Kompromissen. Da ist einer dann für den Rasen zuständig, während der andere sich um die Rosen kümmert. Wobei für die Rosen auch Kübelpflanzen oder die Staudenrabatte stehen können. Und dann gibt es auch noch den sogenannt antiautoritär erzogenen Garten. Hier wird etwas gepflanzt und dann darf es wachsen wie es will.
Untern den vorgestellten gärtnernden Paaren sind auch verschiedene Prominente wie beispielsweise Ulrich Pleitgen, Katerina Jacob oder Gabriela Fürstin und Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Prominent bedeutet aber nicht unbedingt, dass der Garten den ambitionierten Vorstellungen von passionierten Hobbygärtnern oder Gartenbuchgärtnern entspricht. Aus anderen Portraits lassen sich eher mehr Inspirationen für das heimische Experimentierfeld herauspicken. Doch ist es unbestrittenermassen interessant auch einmal hinter solche Hecken blicken zu können und sich an der von Gary Rogers mit der Kamera perfekt eingefangenen Gartenatmosphäre zu erfreuen und durch die Texte von Eva Kohlrusch etwas Persönliches mit oder ohne hortikulturellen Hintergrund zu erfahren.
Eva Kohlrusch (Text) und Gary Rogers (Fotos):
Besondere Paare und ihre Gärten
Callwey Verlag, 2012
20. April 2012
Erika Mayr: Die Stadtbienen – Eine Grossstadt-Imkerin erzählt
Nach einer Lehre im Landschaftsbau besucht die Bayerin Erika Mayr (Jahrgang 1973) im Sommer 1997 ihre in Berlin lebende Schwester. Ihre Vorurteile von wegen Hektik, Lärm und Anonymität wirft die junge Frau rasch über den Haufen. Die Grossstadt übt eine solch grosse Faszination und Anziehungskraft auf sie aus, dass sie sich entschliesst, ihren Wohnsitz in die Hauptstadt zu verlegen – sofern sie dort eine Arbeitsstelle findet. Bei ihrem nächsten Besuch in Berlin schafft sie dieses Hindernis mir nichts, dir nichts aus der Welt und da sie vorläufig bei ihrer Schwester wohnen kann, steht der Organisation ihres baldigen Umzuges nichts mehr im Weg.
Erika Mayr lebt sich rasch in Berlin ein. Sie absolviert zusätzlich ein Gartenbaustudium und ergattert einen Nebenjob in einer Bar. Nach ihrem Studium beabsichtigt sie, nach Kanada umzusiedeln, wo sie bereits ein paar Monate gelebt und gearbeitet hat. Als sich ihr überraschend die Gelegenheit bietet, Miteigentümerin der Bar zu werden, legt sie die Ausreisepläne ad acta. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich nun als selbständig Erwerbende mit der Pflege von Privatgärten und ihrer Nachtschicht in der Bar. Dieses Leben ist zwar durchstrukturiert, doch irgendetwas fehlt.
Ein Stammgast motiviert sie, mit ihm zusammen am Wettbewerb „Shrinking Cities“ mitzumachen. Ihr gemeinsames Projekt befasst sich mit riesigen Bienenhäusern – mit „Urban Beekeeping“ in Detroit. Das Interesse an Bienen ist geweckt. In der Folge beginnt Erika Mayr, sich intensiv über Bienen zu informieren und besucht regelmässig die Versammlung eines Imkervereins. Sie erhält schliesslich einen Imkerpaten, der sie detailliert in die Geheimnisse rund ums Imkern einweiht, und schon bald ist sie Besitzerin von 20‘000 Tieren. Ihr erstes Bienenvolk stellt sie auf das Dach eines Altbaus am Heckmannufer.
Spontan verbinde ich Bienen mit den immer wieder zu lesenden Schreckensmeldungen über die vielen toten Völker, die auf mysteriöse Weise verenden und im Rückblick auf Kinderjahre natürlich mit der Biene Maja sowie einem imkernden Onkel, bei dem bei einem Besuch mitten im Wohnzimmer eine Transportpalette voll Zucker in Kilosäcken stand. Meine Ordnungsliebe war zu dieser Zeit sicher noch nicht dermassen ausgeprägt wie heutzutage, aber ich fand diesen Aufbewahrungsort schon dannzumal etwas seltsam. Jedenfalls habe ich mir durch die Erzählungen von Erika Mayr ein umfangreicheres Wissen rund um die Bienenhaltung angelesen.
Die Autorin berichtet ausführlich vom Schritt von der Theorie zur Praxis, erläutert die Wichtigkeit von Gegenpolen zur Globalisierung, berichtet über ihre eigene Marke „Stadtbienenhonig“, die sie oft zum Tauschen gegen andere Ware anbietet. Sie geht auch auf den Bienenfeind, die Varroa-Milbe, ein und erklärt die Folgen der von Pflanzenschutzmitteln abhängigen Monokultur in der Landwirtschaft sowie die industrielle Bienenhaltung zur Bestäubung von riesigen Monokultur-Flächen. Weiter schwärmt sie von den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ihres Honig, die von der Blütezeit und den Bienenweiden abhängt. Haben Sie gewusst, dass die Erntemenge in der Stadt deutlich höher ist als auf dem Land? In urbanen Gebieten ist nämlich im Gegensatz zum Land vom Frühling bis zum Herbst, quasi vom Krokus bis zur Goldrute (hat die doch was gutes!), Bienennahrung vorhanden...
Für den lesenden Gärtner interessant ist die Anmerkung, dass der berühmte Staudengärtner Karl Foerster seinerzeit für die Baumauswahl in der Berliner Innenstadt verantwortlich war. Seine Zusammenstellung an Trachtbäumen (Kastanie, Ahorn, Robinie, Linde) bietet noch heute eine solide Grundlage für die Berliner Stadtbienen und deren Halter.
Durch die Bienen ist Erika Mayr stark mit Berlin verwurzelt. Sie engagiert sich nicht nur als Vorsitzende ihres Imkervereins, sondern schickt auch monatlich Bilder von aktuell blühenden Bienenweiden an ihre Freunde, um diese an ihrer Leidenschaft teilhaben zu lassen und vielleicht sogar deren Interesse daran zu wecken. So führt ein Projekt zum nächsten. Und da sie auf keine Erträge angewiesen ist, betrachtet die naturverbundene Imkerin das Beschäftigen mit der Landwirtschaft im urbanen Raum als Luxus.
Ein passioniertes Plädoyer, die direkte Umgebung genauer wahrzunehmen. Nach der Lektüre werden Sie Ihr Umfeld bestimmt auch genauer anschauen und Blumendüfte mit der Nase verfolgen.
Erika Mayr:
Die Stadtbienen – Eine Grossstadt-Imkerin erzählt
Knaur Taschenbuch-Verlag, 2012
Erika Mayr lebt sich rasch in Berlin ein. Sie absolviert zusätzlich ein Gartenbaustudium und ergattert einen Nebenjob in einer Bar. Nach ihrem Studium beabsichtigt sie, nach Kanada umzusiedeln, wo sie bereits ein paar Monate gelebt und gearbeitet hat. Als sich ihr überraschend die Gelegenheit bietet, Miteigentümerin der Bar zu werden, legt sie die Ausreisepläne ad acta. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich nun als selbständig Erwerbende mit der Pflege von Privatgärten und ihrer Nachtschicht in der Bar. Dieses Leben ist zwar durchstrukturiert, doch irgendetwas fehlt.
Ein Stammgast motiviert sie, mit ihm zusammen am Wettbewerb „Shrinking Cities“ mitzumachen. Ihr gemeinsames Projekt befasst sich mit riesigen Bienenhäusern – mit „Urban Beekeeping“ in Detroit. Das Interesse an Bienen ist geweckt. In der Folge beginnt Erika Mayr, sich intensiv über Bienen zu informieren und besucht regelmässig die Versammlung eines Imkervereins. Sie erhält schliesslich einen Imkerpaten, der sie detailliert in die Geheimnisse rund ums Imkern einweiht, und schon bald ist sie Besitzerin von 20‘000 Tieren. Ihr erstes Bienenvolk stellt sie auf das Dach eines Altbaus am Heckmannufer.
Spontan verbinde ich Bienen mit den immer wieder zu lesenden Schreckensmeldungen über die vielen toten Völker, die auf mysteriöse Weise verenden und im Rückblick auf Kinderjahre natürlich mit der Biene Maja sowie einem imkernden Onkel, bei dem bei einem Besuch mitten im Wohnzimmer eine Transportpalette voll Zucker in Kilosäcken stand. Meine Ordnungsliebe war zu dieser Zeit sicher noch nicht dermassen ausgeprägt wie heutzutage, aber ich fand diesen Aufbewahrungsort schon dannzumal etwas seltsam. Jedenfalls habe ich mir durch die Erzählungen von Erika Mayr ein umfangreicheres Wissen rund um die Bienenhaltung angelesen.
Die Autorin berichtet ausführlich vom Schritt von der Theorie zur Praxis, erläutert die Wichtigkeit von Gegenpolen zur Globalisierung, berichtet über ihre eigene Marke „Stadtbienenhonig“, die sie oft zum Tauschen gegen andere Ware anbietet. Sie geht auch auf den Bienenfeind, die Varroa-Milbe, ein und erklärt die Folgen der von Pflanzenschutzmitteln abhängigen Monokultur in der Landwirtschaft sowie die industrielle Bienenhaltung zur Bestäubung von riesigen Monokultur-Flächen. Weiter schwärmt sie von den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ihres Honig, die von der Blütezeit und den Bienenweiden abhängt. Haben Sie gewusst, dass die Erntemenge in der Stadt deutlich höher ist als auf dem Land? In urbanen Gebieten ist nämlich im Gegensatz zum Land vom Frühling bis zum Herbst, quasi vom Krokus bis zur Goldrute (hat die doch was gutes!), Bienennahrung vorhanden...
Für den lesenden Gärtner interessant ist die Anmerkung, dass der berühmte Staudengärtner Karl Foerster seinerzeit für die Baumauswahl in der Berliner Innenstadt verantwortlich war. Seine Zusammenstellung an Trachtbäumen (Kastanie, Ahorn, Robinie, Linde) bietet noch heute eine solide Grundlage für die Berliner Stadtbienen und deren Halter.
Durch die Bienen ist Erika Mayr stark mit Berlin verwurzelt. Sie engagiert sich nicht nur als Vorsitzende ihres Imkervereins, sondern schickt auch monatlich Bilder von aktuell blühenden Bienenweiden an ihre Freunde, um diese an ihrer Leidenschaft teilhaben zu lassen und vielleicht sogar deren Interesse daran zu wecken. So führt ein Projekt zum nächsten. Und da sie auf keine Erträge angewiesen ist, betrachtet die naturverbundene Imkerin das Beschäftigen mit der Landwirtschaft im urbanen Raum als Luxus.
Ein passioniertes Plädoyer, die direkte Umgebung genauer wahrzunehmen. Nach der Lektüre werden Sie Ihr Umfeld bestimmt auch genauer anschauen und Blumendüfte mit der Nase verfolgen.
Erika Mayr:
Die Stadtbienen – Eine Grossstadt-Imkerin erzählt
Knaur Taschenbuch-Verlag, 2012
17. April 2012
Gabriella Pape: Alles, was Sie schon immer übers Gärtnern wissen wollten
Diese Publikation ist eine Sammlung von Kolumnen, die bereits in der „Welt am Sonntag“ und in der „Berliner Morgenpost“ erschienen sind. Passend zum Ablauf der Jahreszeiten verbergen sich in den Texten unzählige Tipps rund ums Gärtnern - vom Kribbeln im Januar hin bis zum Jahresende mit Rosen für den Schnee und fürs Christkind.
Garten-Frühjahrsputz ist für Gabriella Pape ein Synonym für die perfekte Ausrede, ungeliebte Pflanzen herauszureissen, die den Winter (angeblich) nicht überstanden haben. Zu diesen Geschöpfen, die nicht mehr länger geduldet werden sollen, gehören insbesondere solche, die sie nie richtig mochte, aber aus Respekt vor der Person, die sie ihr zudachten, doch gehätschelt und gepflegt hat. Der Frühjahrsputz eignet sich für solche definitiven Trennungen von unliebsamen Geschenken besonders gut, weil das Entsorgen derselben in noch winterlichem Zustand ohne Blätter und Knospen unbestritten leichter fällt.
Zwischen die sachlich fundierten Kolumnen eingefügt sind Fragen von Lesern zu Gartenproblemen und die Antworten von Gabriella Pape. Dabei gibt die Gartenexpertin auch freimütig zu, nicht allwissend zu sein und verspricht, sich bei Gelegenheit bei der Royal Horticultural Society zu erkundigen. Immer wieder lässt sie auch ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen durchschimmern. So empfindet sie beispielsweise knallige Pelargonien-Blüten als Beleidigung für ihre Augen - etwas, das sie schlimmer dünkt als eine Lärmbelästigung.
Die Texte sind sehr direkt formuliert und zuweilen auch mal etwas salopp. Da ist beispielsweise die Rede von enttäuschten englischen Schnecken, weil in Cotswolds Rittersporn nicht gedeiht, eine Pfingstrose erhält das Prädikat „Wahnsinn“ und man liest von Gartengeschenkplagen oder von Spinnenblumen, die sich wie Zicken gebärden. Und wenn Sie nächstes Mal an ihrer Kornelkirsche herumschnipseln, denken Sie einfach an einen Coiffeurbesuch – Stufenschnitt heisst das Zauberwort. Kennen Sie den Ausdruck „Fingerfäule“ (finger blight)? Es handelt sich dabei um das unerlaubte Stibitzen von Samen, Samenständen und Stecklingen. Dies ist kein Kavaliersdelikt. Die Autorin appelliert an die Vernunft der Gartenliebhaber, denn es lässt sich unschwer ausmalen, was für Folgen eintreten, wenn sich jeder Gartenbesucher ein auch nur kleines Souvenir gönnt.
An einer Stelle empfiehlt Gabrielle Pape, die verblühten Sterndolden (Astrantien) im Herbst abzuschneiden. Bei der Lektüre dieses Hinweises wunderte ich mich ein wenig darüber und fand ihn offen gestanden sogar ziemlich überflüssig. Nun - nach einer Runde Jäten – habe ich meine Meinung aufgrund eigener Erfahrung angepasst. Meine Astrantien, bis anhin eher kümmerlich und in keiner Weise auch nur annähernd so beeindruckend in ihrer Erscheinung wie jene Pflanzengruppen am Naturstandort am Klöntalersee auf einer Wanderung im letzten Jahr, haben sich tatsächlich dazu entschlossen, sich auszubreiten. Sie erscheinen nun nicht nur in der Wiese sondern auch in den Plattenfugen des Sitzplatzes. Und da mein Versuch mit Lupinen vorletztes Jahr ein totaler Reinfall war, werde ich es nun wohl mal mit den von Pape empfohlenen Westmoreland-Lupinen versuchen. Sehr gefreut hätte ich mich vor ein paar Jahren, wenn die blaue Glyzinie, die ich eigentlich als weisses Exemplar gekauft hatte, plötzlich weiss geblüht hätte; ein Phänomen das gemäss einer Antwort auf eine Leseranfrage ab und zu vorkommt.
Ein überaus intelligentes und liebevoll illustriertes Lesebuch, das auf dem Fachwissen und den langjährigen persönlichen Erfahrungen der Autorin basiert. Die Liebe zum Gärtnern zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch und überträgt sich auf den Leser.
Hier noch ein letzter Tipp von Gabriella Pape: Kopieren sie ihre Kolumne und verblüffen Sie bei ihrem nächsten Besuch im Gartencenter den Gärtner mit ihrem Wissen und terrorisieren sie ihn damit. Der Schreibstil von Pape erinnert mich übrigens an die legendären Kolumnen von Vita Sackville-West, deren Texte ich mir immer wieder gerne als Pendlerlektüre zu Gemüte führe.
Gabriella Pape:
Alles, was Sie schon immer übers Gärtnern wissen wollten
Callwey Verlag, 2012
Garten-Frühjahrsputz ist für Gabriella Pape ein Synonym für die perfekte Ausrede, ungeliebte Pflanzen herauszureissen, die den Winter (angeblich) nicht überstanden haben. Zu diesen Geschöpfen, die nicht mehr länger geduldet werden sollen, gehören insbesondere solche, die sie nie richtig mochte, aber aus Respekt vor der Person, die sie ihr zudachten, doch gehätschelt und gepflegt hat. Der Frühjahrsputz eignet sich für solche definitiven Trennungen von unliebsamen Geschenken besonders gut, weil das Entsorgen derselben in noch winterlichem Zustand ohne Blätter und Knospen unbestritten leichter fällt.
Zwischen die sachlich fundierten Kolumnen eingefügt sind Fragen von Lesern zu Gartenproblemen und die Antworten von Gabriella Pape. Dabei gibt die Gartenexpertin auch freimütig zu, nicht allwissend zu sein und verspricht, sich bei Gelegenheit bei der Royal Horticultural Society zu erkundigen. Immer wieder lässt sie auch ihre eigenen Vorlieben und Abneigungen durchschimmern. So empfindet sie beispielsweise knallige Pelargonien-Blüten als Beleidigung für ihre Augen - etwas, das sie schlimmer dünkt als eine Lärmbelästigung.
Die Texte sind sehr direkt formuliert und zuweilen auch mal etwas salopp. Da ist beispielsweise die Rede von enttäuschten englischen Schnecken, weil in Cotswolds Rittersporn nicht gedeiht, eine Pfingstrose erhält das Prädikat „Wahnsinn“ und man liest von Gartengeschenkplagen oder von Spinnenblumen, die sich wie Zicken gebärden. Und wenn Sie nächstes Mal an ihrer Kornelkirsche herumschnipseln, denken Sie einfach an einen Coiffeurbesuch – Stufenschnitt heisst das Zauberwort. Kennen Sie den Ausdruck „Fingerfäule“ (finger blight)? Es handelt sich dabei um das unerlaubte Stibitzen von Samen, Samenständen und Stecklingen. Dies ist kein Kavaliersdelikt. Die Autorin appelliert an die Vernunft der Gartenliebhaber, denn es lässt sich unschwer ausmalen, was für Folgen eintreten, wenn sich jeder Gartenbesucher ein auch nur kleines Souvenir gönnt.
An einer Stelle empfiehlt Gabrielle Pape, die verblühten Sterndolden (Astrantien) im Herbst abzuschneiden. Bei der Lektüre dieses Hinweises wunderte ich mich ein wenig darüber und fand ihn offen gestanden sogar ziemlich überflüssig. Nun - nach einer Runde Jäten – habe ich meine Meinung aufgrund eigener Erfahrung angepasst. Meine Astrantien, bis anhin eher kümmerlich und in keiner Weise auch nur annähernd so beeindruckend in ihrer Erscheinung wie jene Pflanzengruppen am Naturstandort am Klöntalersee auf einer Wanderung im letzten Jahr, haben sich tatsächlich dazu entschlossen, sich auszubreiten. Sie erscheinen nun nicht nur in der Wiese sondern auch in den Plattenfugen des Sitzplatzes. Und da mein Versuch mit Lupinen vorletztes Jahr ein totaler Reinfall war, werde ich es nun wohl mal mit den von Pape empfohlenen Westmoreland-Lupinen versuchen. Sehr gefreut hätte ich mich vor ein paar Jahren, wenn die blaue Glyzinie, die ich eigentlich als weisses Exemplar gekauft hatte, plötzlich weiss geblüht hätte; ein Phänomen das gemäss einer Antwort auf eine Leseranfrage ab und zu vorkommt.
Ein überaus intelligentes und liebevoll illustriertes Lesebuch, das auf dem Fachwissen und den langjährigen persönlichen Erfahrungen der Autorin basiert. Die Liebe zum Gärtnern zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch und überträgt sich auf den Leser.
Hier noch ein letzter Tipp von Gabriella Pape: Kopieren sie ihre Kolumne und verblüffen Sie bei ihrem nächsten Besuch im Gartencenter den Gärtner mit ihrem Wissen und terrorisieren sie ihn damit. Der Schreibstil von Pape erinnert mich übrigens an die legendären Kolumnen von Vita Sackville-West, deren Texte ich mir immer wieder gerne als Pendlerlektüre zu Gemüte führe.
Gabriella Pape:
Alles, was Sie schon immer übers Gärtnern wissen wollten
Callwey Verlag, 2012
14. April 2012
Erica James: Gardens of Delight
Der Gartenclub von Swanmere bietet seinen Mitgliedern ein abwechslungsreiches Programm. Neben Lesungen zu verschiedenen botanischen Themen wird aktuell eine Gartenreise an den Comersee angeboten, wo die Besichtigung von verschiedenen Gärten geplant ist.
Unter die reiselustigen Mitglieder mischt sich auch der 49jährige Witwer Conrad. Er hat zwar selber nichts mit Gärten am Hut, fühlt sich aber für seinen ebenfalls an der Reise teilnehmenden Onkel Mac verwantwortlich, der nach einem Schlaganfall mit gesundheitlichen Problemen kämpft.
Die Mitvierzigerin Helen ist seit kurzem in erster Ehe mit dem charismatischen Geschäftsmann Hunter verheiratet. Bis anhin hat sich ihr geordnetes Leben zwischen Arbeit und ihrer Sorge und das Kümmern um ihre Grossmutter Emma abgespielt. Nun sitzt sie meistens alleine in ihrem grossen, wunderschönen Haus mit einem Traumgarten, der von der Vorbesitzerin gestaltet worden ist, und fühlt sich vernachlässigt. Denn ihre junge Ehe läuft nicht so, wie sich das erträumt und erhofft hat. Ausserdem hat sie das zweifelhafte Vergnügen, sich mit ihrer verwöhnten Stieftochter Savannah herumzuschlagen, die sich bei ihrem Vater und der Stiefmutter in Swanmere eingenistet hat. Zu den wenigen aktuellen Freuden in ihrem Leben zählen deshalb die Begegnungen mit ihren neuen Bekannten aus dem Gartenclub. Die Reise an den Comersee erscheint Helen daher als willkommene Abwechslung in ihrem langweiligen Alltag.
Der Gärtner Orlando und die Gärtnerin Lucy sind seit Jahren die besten Freunde und verbringen fast ihre gesamte Freizeit zusammen. Bisher haben sie sich ihre Differenzen fast ausnahmslos auf unterschiedliche gärtnerische Ansichten beschränkt. Während Lucy den Kunden geschmacklose Accessoires in ihren Gärten gönnt, macht Orlando, der seine Zukunft im Gartendesign sieht, Alan Titchmarsh persönlich dafür verantwortlich, dass unzählige englische Gärten geschmacklos und kitschig sind. Das grenzenlose Vertrauensverhältnis zwischen Lucy und Orlando hat Risse bekommen, seit Savannah ein Auge auf Orlando geworfen hat, ihn heftig umgarnt und sich sogar für die Reise an den Comersee angemeldet hat.
Fast gezwungenermassen entscheidet sich auch Lucy kurzfristig, die Reise mitzumachen. Sie, die sich geschworen hat, nie an den Comersee zu fahren, seit ihr Vater vor vierzehn Jahren sie und ihre Mutter verlassen hat, und sich mit seiner zweiten Frau dort niedergelassen hat. Ein paar Urlaubstage in Norditalien verändern das Leben von verschiedenen Gartenclubmitgliedern nachhaltig…
„Gardens of Delight“ ist ein unterhaltsamer Roman und für Gartenfreunde speziell interessant, weil er sich im Gärtnermillieu und auf einer Gartenreise abspielt. Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet, die Handlung ist aber weitgehend absehbar nach dem Motto „die Guten bleiben die Guten und die Bösen bleiben die Bösen“ und so gibt es denn auch für fast alle während der Lektüre liebgewonnenen Personen ein Happyend.
Erica James:
Gardens of Delight
Orion Books, 2005
Unter die reiselustigen Mitglieder mischt sich auch der 49jährige Witwer Conrad. Er hat zwar selber nichts mit Gärten am Hut, fühlt sich aber für seinen ebenfalls an der Reise teilnehmenden Onkel Mac verwantwortlich, der nach einem Schlaganfall mit gesundheitlichen Problemen kämpft.
Die Mitvierzigerin Helen ist seit kurzem in erster Ehe mit dem charismatischen Geschäftsmann Hunter verheiratet. Bis anhin hat sich ihr geordnetes Leben zwischen Arbeit und ihrer Sorge und das Kümmern um ihre Grossmutter Emma abgespielt. Nun sitzt sie meistens alleine in ihrem grossen, wunderschönen Haus mit einem Traumgarten, der von der Vorbesitzerin gestaltet worden ist, und fühlt sich vernachlässigt. Denn ihre junge Ehe läuft nicht so, wie sich das erträumt und erhofft hat. Ausserdem hat sie das zweifelhafte Vergnügen, sich mit ihrer verwöhnten Stieftochter Savannah herumzuschlagen, die sich bei ihrem Vater und der Stiefmutter in Swanmere eingenistet hat. Zu den wenigen aktuellen Freuden in ihrem Leben zählen deshalb die Begegnungen mit ihren neuen Bekannten aus dem Gartenclub. Die Reise an den Comersee erscheint Helen daher als willkommene Abwechslung in ihrem langweiligen Alltag.
Der Gärtner Orlando und die Gärtnerin Lucy sind seit Jahren die besten Freunde und verbringen fast ihre gesamte Freizeit zusammen. Bisher haben sie sich ihre Differenzen fast ausnahmslos auf unterschiedliche gärtnerische Ansichten beschränkt. Während Lucy den Kunden geschmacklose Accessoires in ihren Gärten gönnt, macht Orlando, der seine Zukunft im Gartendesign sieht, Alan Titchmarsh persönlich dafür verantwortlich, dass unzählige englische Gärten geschmacklos und kitschig sind. Das grenzenlose Vertrauensverhältnis zwischen Lucy und Orlando hat Risse bekommen, seit Savannah ein Auge auf Orlando geworfen hat, ihn heftig umgarnt und sich sogar für die Reise an den Comersee angemeldet hat.
Fast gezwungenermassen entscheidet sich auch Lucy kurzfristig, die Reise mitzumachen. Sie, die sich geschworen hat, nie an den Comersee zu fahren, seit ihr Vater vor vierzehn Jahren sie und ihre Mutter verlassen hat, und sich mit seiner zweiten Frau dort niedergelassen hat. Ein paar Urlaubstage in Norditalien verändern das Leben von verschiedenen Gartenclubmitgliedern nachhaltig…
„Gardens of Delight“ ist ein unterhaltsamer Roman und für Gartenfreunde speziell interessant, weil er sich im Gärtnermillieu und auf einer Gartenreise abspielt. Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet, die Handlung ist aber weitgehend absehbar nach dem Motto „die Guten bleiben die Guten und die Bösen bleiben die Bösen“ und so gibt es denn auch für fast alle während der Lektüre liebgewonnenen Personen ein Happyend.
Erica James:
Gardens of Delight
Orion Books, 2005
11. April 2012
Elke Papouschek / Veronika Schubert / Ursel Borstell (Fotos): Die schönsten Gärten Österreichs entdecken
Für diese Publikation haben sechsundzwanzig österreichische Gärtnerinnen und Gärtner die Fotografin Ursel Borstell ihr blühendes Refugium durch die Linse entdecken lassen. Zusammen mit den Texten von Elke Papouschek und Veronika Schubert ist ein prächtiger Bildband entstanden. Dieser gibt dem Leser Einblick in verschiedene kreative Umsetzungen von Wunschvorstellungen in den eigenen Traumgarten.
Wörtlich zu verstehen ist der Portrait-Titel „Gartenzimmer im Grünen“. Verschiedene Gartenzimmer, abgetrennt durch Hecken oder Mauern sind nichts Ungewöhnliches. Spezieller hingegen ist die Ausstattung dieser hier präsentierten Grünräume. Die Gärtnerin hat unter Obstbäumen ein komplettes Schlafzimmer mit Holzmöbeln eingerichtet. Das Bett wird dann aber doch als Beet für Hornveilchen zweckentfremdet. Auch ein Bügelzimmer gibt es. Und für die Authentizität wird Urgrossmutters Kleidung an der Wäscheleine aufgehängt. Auf Details zu Pflege und Probleme wegen Umwelteinflüssen und Verwitterung wird hingegen nicht eingegangen.
Nichts Museales gibt es auf den Bildern von Brigitte Hiti zu entdecken. Die ehemalige Lehrerin bezeichnet ihre grüne Passion als „Extremgärtnern“. Ein Rundgang durch die 4000 Quadratmeter kann schon mal gut und gerne ein paar Stunden dauern. Kein Wunder bei all den hier versammelten botanischen Schätzen, die es hier zu entdecken gibt. Zu diesen zählen auch ein Hängejudasblattbaum, eine Scheinkamelie und ein Taschentuchbaum. Dank einer Zwangspause kann bzw. konnte dieser Garten übrigens auch in Buchform durchwandert werden („Gartenrunden“ erschienen 2008).
Im österreichischen Vulkanland hat Susanne Pammer ein facettenreiches Gartenreich geschaffen. Das Gärtnern zieht sich wie ein Leitfaden durch ihr Leben und ist inzwischen auch zum beruflichen Standbein geworden. Die Gartenplanerin hat sogar ein Netzwerk für Gartenmenschen initiiert. Auf den Fotos dieses Gartens macht man beispielsweise eine beeindruckende Mauer aus Dachpfannen aus und einen kreativen Weidensitzplatz, der grosszügig um einen Kirschbaumstamm geflochten worden ist.
Englisches Flair versprüht der Schaugarten Köhler, in welchem eine Autodidaktin ihre Gartenträume aus Büchern und Magazinen hat wahr werden lassen. Durch die Tore in Ziegelmauer und Hecke möchte man liebend gerne gleich selber durchschreiten und persönlich feststellen, was es dahinter zu erkunden gibt.
Eine Gärtnerin führt über ihre Rosen sogar Buch. 200 verschiedene Exemplare sind darin verzeichnet. Die Grundlage für diese Leidenschaft zur Königin der Blumen bildeten ursprünglich Stecklinge, welche die Krankenschwester aus weggeworfenen Sträussen ihrer Patienten geschnitten hat.
Der eine plant alles bis ins Detail und überlässt nichts dem Zufall, der andere pflanzt mehr aus dem Bauch heraus. Eine dritte hat durch das Gärtnern Grosszügigkeit gelernt und den Hang zur Perfektion abgelegt und eine weitere hat Leinwand und Pinsel durch den Garten ausgetauscht und empfindet diesen als dreidimensionales Bild, wo mit Pflanzen gemalt werden kann. Allen Gärtnern und Gärtnerinnen gemeinsam ist, dass der Garten sie erdet und so passt die Aussage einer Portraitierten „Der Boden zieht die Sorgen, der Wind trägt sie davon“ zu fast allen.
Komplettiert werden die Portraits durch Angaben von Adresse und Besuchsmöglichkeiten. Eine Landkarte Österreichs auf der sämtliche Ortschaften eingezeichnet sind, in der sich die im Buch vorgestellten Gärten befinden, erlaubt es auch dem ortsunkundigen Leser, sich ein Bild über die Lage derselben zu machen und den Besuch des einen oder anderen Gartens vielleicht mit einer Urlaubsreise zu kombinieren.
Ein schönes Buch, das Einblick in die österreichische Gartenvielfalt gibt und sich ausgezeichnet eignet, um eigenen Gartenträumen nachzuhängen und Anregungen für den eigenen Garten zu finden.
Elke Papouschek / Veronika Schubert / Ursel Borstell (Fotos):
Die schönsten Gärten Öesterreichs entdecken
Deutsche Verlags-Anstalt, 2012
Wörtlich zu verstehen ist der Portrait-Titel „Gartenzimmer im Grünen“. Verschiedene Gartenzimmer, abgetrennt durch Hecken oder Mauern sind nichts Ungewöhnliches. Spezieller hingegen ist die Ausstattung dieser hier präsentierten Grünräume. Die Gärtnerin hat unter Obstbäumen ein komplettes Schlafzimmer mit Holzmöbeln eingerichtet. Das Bett wird dann aber doch als Beet für Hornveilchen zweckentfremdet. Auch ein Bügelzimmer gibt es. Und für die Authentizität wird Urgrossmutters Kleidung an der Wäscheleine aufgehängt. Auf Details zu Pflege und Probleme wegen Umwelteinflüssen und Verwitterung wird hingegen nicht eingegangen.
Nichts Museales gibt es auf den Bildern von Brigitte Hiti zu entdecken. Die ehemalige Lehrerin bezeichnet ihre grüne Passion als „Extremgärtnern“. Ein Rundgang durch die 4000 Quadratmeter kann schon mal gut und gerne ein paar Stunden dauern. Kein Wunder bei all den hier versammelten botanischen Schätzen, die es hier zu entdecken gibt. Zu diesen zählen auch ein Hängejudasblattbaum, eine Scheinkamelie und ein Taschentuchbaum. Dank einer Zwangspause kann bzw. konnte dieser Garten übrigens auch in Buchform durchwandert werden („Gartenrunden“ erschienen 2008).
Im österreichischen Vulkanland hat Susanne Pammer ein facettenreiches Gartenreich geschaffen. Das Gärtnern zieht sich wie ein Leitfaden durch ihr Leben und ist inzwischen auch zum beruflichen Standbein geworden. Die Gartenplanerin hat sogar ein Netzwerk für Gartenmenschen initiiert. Auf den Fotos dieses Gartens macht man beispielsweise eine beeindruckende Mauer aus Dachpfannen aus und einen kreativen Weidensitzplatz, der grosszügig um einen Kirschbaumstamm geflochten worden ist.
Englisches Flair versprüht der Schaugarten Köhler, in welchem eine Autodidaktin ihre Gartenträume aus Büchern und Magazinen hat wahr werden lassen. Durch die Tore in Ziegelmauer und Hecke möchte man liebend gerne gleich selber durchschreiten und persönlich feststellen, was es dahinter zu erkunden gibt.
Eine Gärtnerin führt über ihre Rosen sogar Buch. 200 verschiedene Exemplare sind darin verzeichnet. Die Grundlage für diese Leidenschaft zur Königin der Blumen bildeten ursprünglich Stecklinge, welche die Krankenschwester aus weggeworfenen Sträussen ihrer Patienten geschnitten hat.
Der eine plant alles bis ins Detail und überlässt nichts dem Zufall, der andere pflanzt mehr aus dem Bauch heraus. Eine dritte hat durch das Gärtnern Grosszügigkeit gelernt und den Hang zur Perfektion abgelegt und eine weitere hat Leinwand und Pinsel durch den Garten ausgetauscht und empfindet diesen als dreidimensionales Bild, wo mit Pflanzen gemalt werden kann. Allen Gärtnern und Gärtnerinnen gemeinsam ist, dass der Garten sie erdet und so passt die Aussage einer Portraitierten „Der Boden zieht die Sorgen, der Wind trägt sie davon“ zu fast allen.
Komplettiert werden die Portraits durch Angaben von Adresse und Besuchsmöglichkeiten. Eine Landkarte Österreichs auf der sämtliche Ortschaften eingezeichnet sind, in der sich die im Buch vorgestellten Gärten befinden, erlaubt es auch dem ortsunkundigen Leser, sich ein Bild über die Lage derselben zu machen und den Besuch des einen oder anderen Gartens vielleicht mit einer Urlaubsreise zu kombinieren.
Ein schönes Buch, das Einblick in die österreichische Gartenvielfalt gibt und sich ausgezeichnet eignet, um eigenen Gartenträumen nachzuhängen und Anregungen für den eigenen Garten zu finden.
Elke Papouschek / Veronika Schubert / Ursel Borstell (Fotos):
Die schönsten Gärten Öesterreichs entdecken
Deutsche Verlags-Anstalt, 2012
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