Molly Masters ist mit ihrer Familie kürzlich nach Carlton gezogen. Seit diesem Umzug erscheint Helen Raleigh, die frühere Eigentümerin ihres neuen Daheims, tagtäglich in ihrem Garten und belästigt sie. Mittlerweile ist Molly dementsprechend genervt und sie, die eigentlich nicht viel mit Gärtnern am Hut hat, erzählt Helen von Gartenumgestaltungsplänen, die gar nicht existieren. Ausschlaggebend dafür, dass die Masters den Zuschlag für den Kauf des Hauses mit dem sehr gepflegten Garten erhielten, war nämlich ihr Versprechen, letzteren nicht zu verändern. Kurz nach dieser unerfreulichen Begegnung wird Helen in ihrem ehemaligen Garten erschossen, während sie ein Loch gräbt.
Die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass Helen in Wirklichkeit ein Mann war und Frank Worscheim hiess. Und eben dieser Frank war an einem Juwelen-Raub beteiligt, dessen Beute bis dato verschwunden ist.
Molly fängt auf eigene Faust an zu recherchieren und lernt bei dieser Gelegenheit endlich auch ihre Nachbarn kennen – samt ihren positiven und negativen Seiten.
Humorvolle, aber nicht besonders anspruchsvolle Lektüre. Garten und gärtnerisches kommen ausser als Tatort eher nebensächlich vor.
Leslie O'Kane:
The Cold Hard Fax
The Ballantine Publishing Group, 1998
14. Juli 2009
12. Juli 2009
Kolumnen und Karikaturen
Beim Googeln mit den Stichworten „Kaktus“ und „Buch“ bin ich auf eine Sammlung von Monatskolumnen gestossen, die ab Mitte 2000 für die Internetseite der Schweizer Blumenbörsen verfasst worden sind. Die Kurzgeschichten widerspiegeln Beobachtungen des Alltags, angereichert mit Anekdoten rund um Balkon und Bepflanzung. Aufgelockert wird die Lektüre durch Karikaturen von Kuba.
Da wird beispielsweise der Frage nachgegangen, ob Ende November im Tessin blühende Kamelien zuverlässige Wetterboten sind und sich einer getrost auf einen milden Winter freuen kann. Oder wie mit der in Kindertagen so verhassten Rauke, von den Italienern edel Ruccola genannt, plötzlich so etwas wie Frieden geschlossen wird. Meist amüsante, selber herausgegebene Lektüre. Der Preis ist allerdings doch ziemlich stark an der Schmerzgrenze.
Balkonia und Kabu:
Noch nie einen Kaktus gesehen?
Edition Selezione/Books on Demand, 2002
Da wird beispielsweise der Frage nachgegangen, ob Ende November im Tessin blühende Kamelien zuverlässige Wetterboten sind und sich einer getrost auf einen milden Winter freuen kann. Oder wie mit der in Kindertagen so verhassten Rauke, von den Italienern edel Ruccola genannt, plötzlich so etwas wie Frieden geschlossen wird. Meist amüsante, selber herausgegebene Lektüre. Der Preis ist allerdings doch ziemlich stark an der Schmerzgrenze.
Balkonia und Kabu:
Noch nie einen Kaktus gesehen?
Edition Selezione/Books on Demand, 2002
9. Juli 2009
The Wall – A Warley Place Novel
Die englische Gärtnerin und Verfasserin von „The Genus Rosa“ Ellen Willmott lebte ungefähr zur gleichen Zeit wie Gertrude Jekyll. Mehr als 60 Pflanzen sind nach ihrem Heim Warley Place benannt. Als junge Frau hat sie ein grosses Vermögen geerbt, welches sie grosszügig ausgab, so dass bei ihrem Lebensende nicht mehr viel übrig war. Berühmt-berüchtigt war ihre Marotte (quasi „Guerilla-Gardening-mässig“), Samen von Eryngium giganteum in Gärten zu verstreuen, die sie besuchte. Diese Pflanze wird in England deshalb auch Miss Willmott's Ghost genannt.
Rund um Ellen Willmott und Warley Place hat John Cannell eine fiktive Geschichte mit zwei Erzählsträngen geschrieben. 1918, kurz nach dem 1. Weltkrieg: Ellen Willmott hat wegen finanziellen Schwierigkeiten fast ihr gesamtes Personal inklusive Gärtner entlassen müssen. Jacob, ein Schweizer der ursprünglich nur für den alpinen Garten zuständig war, muss deshalb sein Beschäftigungsfeld erweitern. Doch wegen mangelnder körperlicher und finanzieller Unterstützung schafft er es kaum, auch nur einen Teil des ursprünglichen Gartens einigermassen zu pflegen. Da erhält er unverhofft Hilfe.
Ellen Willmott nimmt einen jungen Mann in Warley Place auf. Dieser ist im Krieg mit seinem Flugzeug abgestürzt und hat wegen einem Gedächtnisverlust absolut keine Erinnerungen mehr an sein Leben vor dem Absturz. Er weiss weder wie er heisst, noch wo er herkommt. In Warley Place übernimmt er die Restauration der Mauer im „Walled Garden“ und interessiert sich für die vielen, teils sehr seltenen Pflanzen im Garten. Und plötzlich kann er sich auch wieder an einzelne Ereignisse aus seinem früheren Leben erinnern. Darunter sind unerträglich schreckliche Erinnerungen ...
Anfang 2000: Donald ist seit kurzem pensioniert. Seine Ehe mit Susan steckt im Moment in einer Krise, da er mit sich und seiner vielen freien Zeit nicht viel anfangen kann. Ein Freund schlägt ihm vor, sich einer Gruppe anzuschliessen, welche ehrenamtlich die Umgebung von Warley Place in Schuss hält, das inzwischen ein Naturreservat ist. Entgegen seinen Erwartungen findet Donald Befriedigung in seiner neuen Aufgabe, welche hauptsächlich im Ausbessern der stark beschädigten Mauer des „Walled Gardens“ besteht. Bei einem seiner Einsätze findet er zwischen zwei Backsteinen versteckt ein kleines Päckchen mit einem handgeschriebenen Büchlein. Zielstrebig macht er sich daran, die im Laufe der Jahrzehnte verwitterten und inzwischen fast unlesbaren Einträge zu entziffern.
Das Buch enhält viele historische und botanische Details und am Schluss endet die Geschichte des Piloten doch nicht genau so, wie man bereits zu wissen geglaubt hat. Nun freue ich mich schon auf die Fortsetzung dieses Buches (The Walnut Tree), die mir der Autor demnächst zustellt und werde mich demnächst in die Biografie von Audrey le Lièvre über Ellen Willmott vertiefen.
John Cannell:
The Wall – A Warley Place Novel
Eigenverlag, 2007
Rund um Ellen Willmott und Warley Place hat John Cannell eine fiktive Geschichte mit zwei Erzählsträngen geschrieben. 1918, kurz nach dem 1. Weltkrieg: Ellen Willmott hat wegen finanziellen Schwierigkeiten fast ihr gesamtes Personal inklusive Gärtner entlassen müssen. Jacob, ein Schweizer der ursprünglich nur für den alpinen Garten zuständig war, muss deshalb sein Beschäftigungsfeld erweitern. Doch wegen mangelnder körperlicher und finanzieller Unterstützung schafft er es kaum, auch nur einen Teil des ursprünglichen Gartens einigermassen zu pflegen. Da erhält er unverhofft Hilfe.
Ellen Willmott nimmt einen jungen Mann in Warley Place auf. Dieser ist im Krieg mit seinem Flugzeug abgestürzt und hat wegen einem Gedächtnisverlust absolut keine Erinnerungen mehr an sein Leben vor dem Absturz. Er weiss weder wie er heisst, noch wo er herkommt. In Warley Place übernimmt er die Restauration der Mauer im „Walled Garden“ und interessiert sich für die vielen, teils sehr seltenen Pflanzen im Garten. Und plötzlich kann er sich auch wieder an einzelne Ereignisse aus seinem früheren Leben erinnern. Darunter sind unerträglich schreckliche Erinnerungen ...
Anfang 2000: Donald ist seit kurzem pensioniert. Seine Ehe mit Susan steckt im Moment in einer Krise, da er mit sich und seiner vielen freien Zeit nicht viel anfangen kann. Ein Freund schlägt ihm vor, sich einer Gruppe anzuschliessen, welche ehrenamtlich die Umgebung von Warley Place in Schuss hält, das inzwischen ein Naturreservat ist. Entgegen seinen Erwartungen findet Donald Befriedigung in seiner neuen Aufgabe, welche hauptsächlich im Ausbessern der stark beschädigten Mauer des „Walled Gardens“ besteht. Bei einem seiner Einsätze findet er zwischen zwei Backsteinen versteckt ein kleines Päckchen mit einem handgeschriebenen Büchlein. Zielstrebig macht er sich daran, die im Laufe der Jahrzehnte verwitterten und inzwischen fast unlesbaren Einträge zu entziffern.
Das Buch enhält viele historische und botanische Details und am Schluss endet die Geschichte des Piloten doch nicht genau so, wie man bereits zu wissen geglaubt hat. Nun freue ich mich schon auf die Fortsetzung dieses Buches (The Walnut Tree), die mir der Autor demnächst zustellt und werde mich demnächst in die Biografie von Audrey le Lièvre über Ellen Willmott vertiefen.
John Cannell:
The Wall – A Warley Place Novel
Eigenverlag, 2007
5. Juli 2009
Tobi in den Gärten
Tobi ist ein Gärtnerjunge. Er lebt und arbeitet Anfang des 18. Jahrhunderts im Königlichen Garten zu Herrenhausen. Sein strenger Tagesablauf wird im Kinderführer „Tobi in den Gärten“ dargestellt. In diesem wird allerlei über die Barockzeit vermittelt, und auch Spiele kommen nicht zu kurz.
Vor 300 Jahrhunderten war Kinderarbeit auch in unseren Gegenden üblich. Während die Herrschaften erst spät aufstehen und zur Mittagszeit das Frühstück einnehmen, muss Tobi sein Lager aus duftendem, frischen Stroh schon verlassen, sobald der Hahn kräht. Zu seinen Aufgaben gehören einfachere Arbeiten wie das Putzen des goldenen Tores und von Statuen sowie das Zählen der Schwäne im Teich.
Während Tobi arbeitet, begleiten ihn die jungen Leserinnen und Leser an verschiedene Orte in den Gartenanlagen und kommen so am Gartentheater, der kleinen und grossen Kaskade ebenso vorbei wie beim Irrgarten und der Grotte. Zwei gezeichnete Pläne am Anfang und Ende des Buches erleichtern die Übersicht. Die weitläufige Anlange wird nicht nur so vorgestellt, wie sie sich um 1800 präsentierte. Auch das Sea Life Aquarium und die Anfang des jetzigen Jahrhunderts von Niki de Saint-Phalle mit Spiegelscherben umgestaltete Grotte werden vorgestellt. Ergänzt wird das reich illustrierte Buch mit Kurzportraits über Persönlichkeiten, die einen wichtigen Bezug zum Garten haben, wie Kurfürstin Sophie von Hannover und der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz. Am interessantesten ist das Buch natürlich, wenn es seinen Zweck als Führer erfüllen kann, und gleich in den Herrenhäuser Gärten gelesen wird.
Kirsten John:
Tobi in den Gärten – Ein Kinderführer durch die Herrenhäuser Gärten
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2009
Vor 300 Jahrhunderten war Kinderarbeit auch in unseren Gegenden üblich. Während die Herrschaften erst spät aufstehen und zur Mittagszeit das Frühstück einnehmen, muss Tobi sein Lager aus duftendem, frischen Stroh schon verlassen, sobald der Hahn kräht. Zu seinen Aufgaben gehören einfachere Arbeiten wie das Putzen des goldenen Tores und von Statuen sowie das Zählen der Schwäne im Teich.
Während Tobi arbeitet, begleiten ihn die jungen Leserinnen und Leser an verschiedene Orte in den Gartenanlagen und kommen so am Gartentheater, der kleinen und grossen Kaskade ebenso vorbei wie beim Irrgarten und der Grotte. Zwei gezeichnete Pläne am Anfang und Ende des Buches erleichtern die Übersicht. Die weitläufige Anlange wird nicht nur so vorgestellt, wie sie sich um 1800 präsentierte. Auch das Sea Life Aquarium und die Anfang des jetzigen Jahrhunderts von Niki de Saint-Phalle mit Spiegelscherben umgestaltete Grotte werden vorgestellt. Ergänzt wird das reich illustrierte Buch mit Kurzportraits über Persönlichkeiten, die einen wichtigen Bezug zum Garten haben, wie Kurfürstin Sophie von Hannover und der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz. Am interessantesten ist das Buch natürlich, wenn es seinen Zweck als Führer erfüllen kann, und gleich in den Herrenhäuser Gärten gelesen wird.
Kirsten John:
Tobi in den Gärten – Ein Kinderführer durch die Herrenhäuser Gärten
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2009
1. Juli 2009
Seerosensommer
Nach dem Unfalltod ihres Mannes zieht Josephine Gill mit ihrem jüngeren Sohn und einer guten Freundin weg aus dem hektischen Berlin in eine alte Villa an der Müritz. Sie möchte in dem abgelegenen Haus an einem See mit vielen Seerosen ein kleines, aber feines Restaurant eröffnen und ist überzeugt, dass ihre Jungs die einzigen Männer sind, die in ihrem Leben in Zukunft eine Rolle spielen werden.
Auf der gegenüberliegenden Seeseite befindet sich ein grösseres unverbautes Grundstück, auf welchem der sympathische Severin Wiesgrund eine umweltfreundliche Feriensiedlung errichten möchte. Um seine Pläne verwirklichen zu können, fehlt ihm noch das Einverständnis des Bürgermeisters. Eigentlich zieht aber nicht dieser die Fäden im Dorf, sondern seine Frau. Diese hat denn auch nichts gegen das Bauvorhaben einzuwenden. Doch es gibt noch mehr Interessenten, die das Land am See erschliessen möchten. Ein Yachthafen soll gebaut und der See ausgebaggert werden. Clemens, der diese Investoren vertritt, kommt hinter ein Geheimnis des Bürgermeisters und glaubt sich schon am Ziel seiner Wünsche. Hat Josephines Zukunft ein Ende bevor sie richtig begonnen hat?
Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Rezept und auch während der Geschichte läuft einem beim Lesen der aufgetischten Menüs immer wieder das Wasser im Munde zusammen. Ich weiss nicht mehr genau, weshalb ich eine Fortsetzung vom letztjährigen Roman „Die Wassergärtnerin“ erwartet habe. Dort spielen ja Blumen, Garten und Guerilla-Gardening eine grosse Rolle. Wahrscheinlich habe ich da irgendwo etwas aufgeschnappt und missverstanden. Im Seerosensommer gibt es zwar einen kleinen Auftritt der Wassergärtnerin Tinke, ansonsten gibt es nichts gärtnerisches zu erwähnen. Das Buch ist aber als Urlaubslektüre unbedingt zu empfehlen und ich hoffe und freue mich auf eine „grünere“ Fortsetzung ...
Tania Krätschmar:
Seerosensommer
Knaur Taschenbuch Verlag, 2009
Die Wassergärtnerin
Knaur Taschenbuch Verlag, 2008
Auf der gegenüberliegenden Seeseite befindet sich ein grösseres unverbautes Grundstück, auf welchem der sympathische Severin Wiesgrund eine umweltfreundliche Feriensiedlung errichten möchte. Um seine Pläne verwirklichen zu können, fehlt ihm noch das Einverständnis des Bürgermeisters. Eigentlich zieht aber nicht dieser die Fäden im Dorf, sondern seine Frau. Diese hat denn auch nichts gegen das Bauvorhaben einzuwenden. Doch es gibt noch mehr Interessenten, die das Land am See erschliessen möchten. Ein Yachthafen soll gebaut und der See ausgebaggert werden. Clemens, der diese Investoren vertritt, kommt hinter ein Geheimnis des Bürgermeisters und glaubt sich schon am Ziel seiner Wünsche. Hat Josephines Zukunft ein Ende bevor sie richtig begonnen hat?
Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Rezept und auch während der Geschichte läuft einem beim Lesen der aufgetischten Menüs immer wieder das Wasser im Munde zusammen. Ich weiss nicht mehr genau, weshalb ich eine Fortsetzung vom letztjährigen Roman „Die Wassergärtnerin“ erwartet habe. Dort spielen ja Blumen, Garten und Guerilla-Gardening eine grosse Rolle. Wahrscheinlich habe ich da irgendwo etwas aufgeschnappt und missverstanden. Im Seerosensommer gibt es zwar einen kleinen Auftritt der Wassergärtnerin Tinke, ansonsten gibt es nichts gärtnerisches zu erwähnen. Das Buch ist aber als Urlaubslektüre unbedingt zu empfehlen und ich hoffe und freue mich auf eine „grünere“ Fortsetzung ...
Tania Krätschmar:
Seerosensommer
Knaur Taschenbuch Verlag, 2009
Die Wassergärtnerin
Knaur Taschenbuch Verlag, 2008
29. Juni 2009
The Trail of the Wild Rose
Der gebürtige Engländer Anthony Eglin hat kürzlich seinen vierten Gartenkrimi rund um Dr. Lawrence Kingston, ein umtriebiger Botanik-Professor im Ruhestand, veröffentlicht. Nachdem der letzte Band eine eher unglaubliche Geschichte über Seerosen zum Inhalt hatte, hat mir diese Geschichte wieder besser gefallen. Die diskreten Einmischungen Kingstons in polizeiliche Ermittlungen scheinen zwar nicht immer ganz glaubwürdig, und gelegentlich könnten die Beschreibungen der Tagesabläufe von Kingston auch etwas weniger ausführlich ausfallen. Doch kommt in allen Büchern von Eglin dessen gärtnerisches Hintergrundwissen deutlich zum Ausdruck, und der Krimi ist so konstruiert, dass viele Puzzleteile schliesslich zu einer nicht schon in der Mitte des Buches absehbaren Auflösung des Falles führen.
Eine Gruppe von Pflanzenjägern ist in den Bergen von Yunnan unterwegs, als ein Mitglied, Peter Mayhew, abstürzt. Monate später verunglückt in England ein Motorradfahrer schwer. Das Unfallopfer hat keine Papiere auf sich, und das Motorrad ist auf eben diesen Peter Mayhew eingelöst. Ist dieser in den chinesischen Bergen gar nicht tödlich verunglückt? Der verunfallte Motorradfahrer stirbt schliesslich nicht an seinen schweren Verletzungen, sondern wird im Spitalbett ermordet. In der Folge kommt ein Expeditionsteilnehmer nach dem andern auf mysteriöse Weise ums Leben, und Kingston verfolgt verschiedene falsche Fährten, bis die Morde aufgeklärt werden können.
Rosenliebhaber finden im Laufe der Ermittlungen von Kingston sicher Gefallen an den Ausführungen über die Herkunft und Zürchtung von Rosen, während Gartenreiseliebhaber in den beschriebenen Gärten vielleicht Anregungen für künftige Reiseziele entdecken.
Anthony Eglin:
The Trail of the Wild Rose
Minotaur Books, 2009
Eine Gruppe von Pflanzenjägern ist in den Bergen von Yunnan unterwegs, als ein Mitglied, Peter Mayhew, abstürzt. Monate später verunglückt in England ein Motorradfahrer schwer. Das Unfallopfer hat keine Papiere auf sich, und das Motorrad ist auf eben diesen Peter Mayhew eingelöst. Ist dieser in den chinesischen Bergen gar nicht tödlich verunglückt? Der verunfallte Motorradfahrer stirbt schliesslich nicht an seinen schweren Verletzungen, sondern wird im Spitalbett ermordet. In der Folge kommt ein Expeditionsteilnehmer nach dem andern auf mysteriöse Weise ums Leben, und Kingston verfolgt verschiedene falsche Fährten, bis die Morde aufgeklärt werden können.
Rosenliebhaber finden im Laufe der Ermittlungen von Kingston sicher Gefallen an den Ausführungen über die Herkunft und Zürchtung von Rosen, während Gartenreiseliebhaber in den beschriebenen Gärten vielleicht Anregungen für künftige Reiseziele entdecken.
Anthony Eglin:
The Trail of the Wild Rose
Minotaur Books, 2009
26. Juni 2009
Der Garten im Film
Der Gärtner oder die Gärtnerin mag ja nicht immer gärtnern oder lesen, sondern hat vielleicht zur Abwechslung auch mal Lust auf einen Film, in dem Gärten nicht nur eine Statistenrolle spielen.
Green Card:
Um ihre Traumwohnung mit Wintergarten mieten zu können, braucht Brontë, eine New Yorker Gartenbauarchitektin, einen Ehemann. George, ein französischer Lebenskünstler, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis, um in den USA bleiben zu können. Kurzentschlossen heiraten die beiden. Doch die Einwanderungsbehörde misstraut der Scheinehe, und die beiden müssen raschmöglichst eine gemeinsame Vergangenheit „konstruieren“.
Die Töchter des chinesischen Gärtners: Li Min, eine junge Frau, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, darf für ein paar Wochen ein Praktikum beim Botanik-Professor Chen absolvieren, der zusammen mit seiner 20jährigen Tochter An isoliert auf einer Insel mitten in einer prächtigen Pflanzenwelt lebt. Li Min leidet unter der starken Autorität von Chen und freundet sich mit An an. Die beiden jungen Frauen verbindet eine starke erotische Ausstrahlung und bald eine leidenschaftliche Liebe. Im China der 80er-Jahre ist Homosexualität ein absolutes Tabu, so dass sich die beiden auf einem gefährlichen Terrain bewegen.
Dialog mit meinem Gärtner: Basierend auf dem Buch von Henri Cueco „Dialogue avec mon jardinier“ ist der gleichnamige Film entstanden. Ein bekannter Maler zieht von Paris zurück aufs Land in seinen Heimatort. Via Zeitungsinserat sucht er einen Gärtner und trifft unerwartet einen früheren Schulkameraden, den er schon vor Jahren aus den Augen verloren hat. Obwohl die beiden Männer völlig verschieden sind, freunden sie sich rasch an und lernen in unzähligen Gesprächen über Familie, Frauen, Tod, Garten oder Farben, die Welt aus der Sicht des andern kennen.
Erst letzthin ist ein Buch zu diesem Thema erschienen: „Gärten im Film“ - Führer zu Filmgärten in Deutschland, Europa und Übersee“. Ein Artikel in der diesjährigen Frühlingsausgabe des englischen Garten-Journals Hortus widmet sich ebenfalls Filmgärten. Unter den vorgestellten Filmen waren auch „Being There“ (1979) und „Day of the Triffids“ (1962), deren geschriebene Pendants auch auf ein „grünes“ Bücherregal passen. Die Verfasserin des Hortus-Beitrages erkundigte sich im Leserkreis nach weiteren Filmen und laut einem Vermerk im Sommerheft hat dieser Aufruf auch ein beträchtliches Echo ausgelöst. Ich werde die aufgelisteten Filme in der nächsten Zeit durchgehen und vielleicht den einen oder anderen mal anschauen und gelegentlich wieder darüber berichten.
Henri Cueco:
Dialogue avec mon jardinier
diverse Ausgaben
Conversations with my Gardener
diverse Ausgaben
Leonie Glabau / Daniel Rimbach / Horst Schumacher:
Gärten im Film – Führer zu Filmgärten in Deutschland, Europa und Übersee
Gebr. Mann Verlag, 2008
Jerzy Kosinski:
Being There
diverse Ausgaben
John Wyndham:
Die Triffids
Heinrich und Hahn Verlag, 2006
Green Card:
Um ihre Traumwohnung mit Wintergarten mieten zu können, braucht Brontë, eine New Yorker Gartenbauarchitektin, einen Ehemann. George, ein französischer Lebenskünstler, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis, um in den USA bleiben zu können. Kurzentschlossen heiraten die beiden. Doch die Einwanderungsbehörde misstraut der Scheinehe, und die beiden müssen raschmöglichst eine gemeinsame Vergangenheit „konstruieren“.
Die Töchter des chinesischen Gärtners: Li Min, eine junge Frau, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, darf für ein paar Wochen ein Praktikum beim Botanik-Professor Chen absolvieren, der zusammen mit seiner 20jährigen Tochter An isoliert auf einer Insel mitten in einer prächtigen Pflanzenwelt lebt. Li Min leidet unter der starken Autorität von Chen und freundet sich mit An an. Die beiden jungen Frauen verbindet eine starke erotische Ausstrahlung und bald eine leidenschaftliche Liebe. Im China der 80er-Jahre ist Homosexualität ein absolutes Tabu, so dass sich die beiden auf einem gefährlichen Terrain bewegen.
Dialog mit meinem Gärtner: Basierend auf dem Buch von Henri Cueco „Dialogue avec mon jardinier“ ist der gleichnamige Film entstanden. Ein bekannter Maler zieht von Paris zurück aufs Land in seinen Heimatort. Via Zeitungsinserat sucht er einen Gärtner und trifft unerwartet einen früheren Schulkameraden, den er schon vor Jahren aus den Augen verloren hat. Obwohl die beiden Männer völlig verschieden sind, freunden sie sich rasch an und lernen in unzähligen Gesprächen über Familie, Frauen, Tod, Garten oder Farben, die Welt aus der Sicht des andern kennen.
Erst letzthin ist ein Buch zu diesem Thema erschienen: „Gärten im Film“ - Führer zu Filmgärten in Deutschland, Europa und Übersee“. Ein Artikel in der diesjährigen Frühlingsausgabe des englischen Garten-Journals Hortus widmet sich ebenfalls Filmgärten. Unter den vorgestellten Filmen waren auch „Being There“ (1979) und „Day of the Triffids“ (1962), deren geschriebene Pendants auch auf ein „grünes“ Bücherregal passen. Die Verfasserin des Hortus-Beitrages erkundigte sich im Leserkreis nach weiteren Filmen und laut einem Vermerk im Sommerheft hat dieser Aufruf auch ein beträchtliches Echo ausgelöst. Ich werde die aufgelisteten Filme in der nächsten Zeit durchgehen und vielleicht den einen oder anderen mal anschauen und gelegentlich wieder darüber berichten.
Henri Cueco:
Dialogue avec mon jardinier
diverse Ausgaben
Conversations with my Gardener
diverse Ausgaben
Leonie Glabau / Daniel Rimbach / Horst Schumacher:
Gärten im Film – Führer zu Filmgärten in Deutschland, Europa und Übersee
Gebr. Mann Verlag, 2008
Jerzy Kosinski:
Being There
diverse Ausgaben
John Wyndham:
Die Triffids
Heinrich und Hahn Verlag, 2006
21. Juni 2009
Der Park, in dem sich Wege kreuzen
Die junge deutsche Journalistin Klara lässt sich vom emeritierten Professor Claude-Henri Lagarde in Versailles in die Geheimnisse der Gartenanlagen einweihen. Zielstrebig hat sie ihr Ziel erreicht, hauptsächlich über ihr Lieblingsthema – Gärten im weitesten Sinn – zu schreiben. Von ihrem Verlag hat sie gerade die Nachricht erhalten, dass sie für eine ihrer letzten Reportagen einen mit 7000 Euro dotierten Preis in Empfang nehmen kann. Die Freude über darüber wird aber kurz darauf getrübt, als sie ein Schreiben erhält, in welchem der Verlag ihr mitteilt, dass ihr geplantes Buchprojekt nicht verwirklicht werden kann.
Nun steht sie vor der unangenehmen Aufgabe, Professor Lagarde dies beizubringen. Dieser seinerseits hat eben seine Einladung zum jährlichen Symposium eines internationalen Philosophen-Zirkels in Italien erhalten. Lagarde gehört seit Jahrzehnten zu diesem Kreis, und es ist für ihn selbstverständlich, daran teilzunehmen. Da seine Frau ihn Paris nicht abkömmlich ist, schlägt diese vor, dass Karla ihn in die Toskana begleitet.
Gleichzeitig hat die 80jährige Jüdin Irma Wohleben in Frankfurt ein seltsames Erlebnis, das sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Auf dem Landsitz in der Toskana drehen sich die Gespräche der Gelehrten um die Bedeutung der Gärten für Menschen. Ein Teilnehmer berichtet von einem einmalig schönen Park in Südfrankreich, der in einen Cybervergnügungspark umgewandelt werden soll.
Genau in diesem Park hat Klara als junges Mädchen wiederholt ihre Sommerferien verbracht. Die Erinnerung an diese Erlebnisse wecken ihre Neugierde und die Journalistin fährt nach fast zwei Jahrzehnten an diesen Ort zurück, wo sie Marcel, den Gärtner, wiedertrifft. Eine logisch durchdachte Erzählung, die quasi nebenbei eine Einführung in die Gartenkunst bietet.
Thomas Vogel:
Der Park, in dem sich Wege kreuzen
Klöpfer und Meyer, 2009
Nun steht sie vor der unangenehmen Aufgabe, Professor Lagarde dies beizubringen. Dieser seinerseits hat eben seine Einladung zum jährlichen Symposium eines internationalen Philosophen-Zirkels in Italien erhalten. Lagarde gehört seit Jahrzehnten zu diesem Kreis, und es ist für ihn selbstverständlich, daran teilzunehmen. Da seine Frau ihn Paris nicht abkömmlich ist, schlägt diese vor, dass Karla ihn in die Toskana begleitet.
Gleichzeitig hat die 80jährige Jüdin Irma Wohleben in Frankfurt ein seltsames Erlebnis, das sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Auf dem Landsitz in der Toskana drehen sich die Gespräche der Gelehrten um die Bedeutung der Gärten für Menschen. Ein Teilnehmer berichtet von einem einmalig schönen Park in Südfrankreich, der in einen Cybervergnügungspark umgewandelt werden soll.
Genau in diesem Park hat Klara als junges Mädchen wiederholt ihre Sommerferien verbracht. Die Erinnerung an diese Erlebnisse wecken ihre Neugierde und die Journalistin fährt nach fast zwei Jahrzehnten an diesen Ort zurück, wo sie Marcel, den Gärtner, wiedertrifft. Eine logisch durchdachte Erzählung, die quasi nebenbei eine Einführung in die Gartenkunst bietet.
Thomas Vogel:
Der Park, in dem sich Wege kreuzen
Klöpfer und Meyer, 2009
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