16. April 2010

Die Orangenbäume von Versailles

Antoine ist Gärtner am Hof von Ludwig XIV. Nach dem frühen Tod seiner Frau ist er alleine für die Erziehung der inzwischen vierzehnjährigen Tochter Marion verantwortlich. Dass diese angezogen wie ein Junge im Park herumstreunt und mithilft, die Blumenbeete zu jäten, passt in der Umgebung der Familie nicht allen, obwohl Antoine das Jäten als „botanisieren“ bezeichnet. Als die Marquise von Montespan, die Favoritin des Königs von Frankreich, Dienerinnen sucht, lässt Antoine sich überreden, dass die kluge Marion, die sogar lesen und schreiben kann, sich vorstellt. Seit dem Tod der Mutter schläft Marion nur noch sehr wenig, ist sehr fleissig und nie müde. Ausserdem hat sie eine spezielle Vorliebe für Blumen und liebt es, kleine Duftsäckchen anzufertigen. Jeden Geruch, der ihr einmal unter die Nase gekommen ist, erkennt sie wieder. Dank diesen Eigenschaften darf Marion in die Dienste der Marquise treten.

Weil Marion sich wegen ihrem geringen Schlafbedürfnis während den Nachtwachen ausgezeichnet bewährt und gleichzeitig wunderbare Parfums herstellt, macht sie sich schnell unentbehrlich. Doch hinter dem hübschen Gesicht der Marquise von Montespan verbirgt sich eine hartherzige und skrupellos intrigierende Frau. Zufällig erfährt Marion von einem geplanten Anschlag auf die Frau des Königs und ihr spezieller Geruchssinn erweist sich für die Vereitelung der Tat als sehr hilfreich.

Diesen Kinderkrimi gibt es übrigens gerade als Restexemplar portofrei bei Jokers.



Annie Pietri:
Die Orangenbäume von Versailles
Bloomsbury (Berlin Verlag), 2005

12. April 2010

Zum Trost ein wenig Schokolade

Es gibt immer wieder triftige Gründe sich etwas leichtere Lektüre zu Gemüte zu führen, bei welcher wenn nicht alle Handlungen doch das Ende ziemlich präzise vorhersehbar ist. Zur Entspannung und Ablenkung beispielsweise oder wenn frau sich geärgert hat. Statt Schokolade zu essen, empfehle ich an dieser Stelle das neueste Buch „Chocolate Wishes“ von Trisha Ashley über eine liebenswerte Schokoladeproduzentin und ihre Duftpelargonien. Die letzten Schokoladeeier aus dem Osternest können Sie ja während dem Lesen trotzdem nebenbei geniessen.

Mein Ärger gilt den nicht zu einer Zwergrasse gehörenden Kaninchen der Nachbarn, die letzthin nicht zum ersten Mal ausgebüxt sind und sich während unserer Abwesenheit unbemerkt über längere Zeit in der luftigen Erweiterung des Sofagartens amüsiert haben. Ich dagegen war weniger „amused“, als ich um sieben Ecken herum davon erfahren und zur gleichen Zeit festgestellt habe, dass die grösste meiner Buchskugeln ziemlich eingedrückt ist. Seit mehreren Jahren hege und pflege ich eine Gruppe von ein paar unterschiedlich grossen Buchskugeln, die inzwischen schön ineinander gewachsen sind.

Nach dem vorösterlichen Ausflug der Tiere liegt die Vermutung nahe, dass eines der Viecher den Buxus mit einem Osternest verwechselt hat. Jedenfalls sind anlässlich des Trips leider verschiedene Äste abgebrochen, und der Aufbau der grünen Kugel hat sich deutlich gelichtet. Die Pflanze habe ich nun wieder einigermassen „gebüschelt“ und hoffe, dass sich die Lücken möglichst rasch wieder schliessen, während ich mir überlege, ob es nun von Vorteil ist, dass das Buchsbeet direkt neben dem Sitzplatz angelegt ist und ich die Fortschritte täglich im Auge habe (den Schaden aber leider auch) oder eher nicht. Wenn das Resultat des Kaninchen-Ausfluges nicht ziemlich ärgerlich wäre, müsste man eigentlich fast schmunzeln: hätte sicher ein tolles Foto ergeben – (Oster-)Kaninchen auf Buchskugelnest. Aber nun noch ein paar Worte mehr zum Roman …

Chloes Mutter hat ihre Familie vor Jahren im Stich gelassen, so dass Chloe ihrem deutlich jüngeren Bruder mehr eine Mutter als eine Schwester war. Mit Männern hat die Mitdreissigerin nichts mehr am Hut und konzentriert sich auf die immer besser florierende Produktion von Schokolade. Jede ihrer Süssigkeiten enthält eine Vorhersage für die Zukunft. Doch mitten in ihr geordnetes Leben tauchen plötzlich gleich zwei Männer aus ihrer Vergangenheit auf …

Leserinnen, die regelmässig in diesen Blog reinschauen, erinnern sich vielleicht an eine frühere Trisha Ashley-Buchbesprechung, wo ich bereits erwähnt hatte, dass die Autorin gerne „grüne Elemente“ in ihre Romane einbaut. Aufgrund eines Newsletters und einem Bericht auf der Webseite einer Pelargonien-Gärtnerei, welche die Autorin mit Tipps bezüglich die Kultur dieser Duftpflanzen unterstützt hat, hatte ich in diesem neuen Roman eigentlich einen grösseren gärtnerischen Hintergrund erwartet. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Chocolate Wishes“ um eine humorvolle Lektüre. Und wenn Ihnen der Stil von Trisha Ashley zusagt, finden Sie sicher auch Gefallen an den Büchern von Katie Fforde. Für Gartenfreunde speziell erwähnenswert ist „Im Garten meiner Liebe“ (englisch „Wild Designs“), in welchem die frisch geschiedene Althea die Gelegenheit bekommt, für die Chelsea Flower Show einen Garten zu entwerfen und zu gestalten.

Zum Abschluss dieses Beitrages noch eine positive Mitteilung in eigener Sache: Gerade habe ich erfahren, dass meine Buchvorstellungen sogar in Südafrika gelesen werden. Das macht mich doch ein bisschen stolz …



Trisha Ashley:
Chocolate Wishes
Avon Books, 2010

9. April 2010

Engelstrompeten

Das Autorenpaar Birgit Lautenbach und Johann Ebend fährt bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Ostseeinsel Hiddensee und hat auch seinen neuesten Regionalkrimi dort angesiedelt.

Die alte Wanda Sieveking wird von den einen verteufelt und als Hexe betitelt während andere die Heilerin verehren. Als ihre furchtbar entstellte Leiche an der Steilküste von Hiddensee aufgefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem fatalen Unfall aus. Polizeiobermeister Daniel Pieplow bezweifelt allerdings dieses Ergebnis und sucht Zeugen, die in der fraglichen Nacht Beobachtungen gemacht haben. Doch noch bevor seine Ermittlungen richtig beginnen, wird auf der Insel eine weitere Leiche entdeckt.

In der Erzählung kommen immer wieder nebenbei Gärten vor und die ursprüngliche Landschaft der Insel wird detailliert beschrieben. Ausserdem spielen die für den Buchtitel zeichnenden Engelstrompeten im Mordfall eine wesentliche Rolle und es werden Rosen mit einer Sichel geköpft, dennoch würde ich das Buch trotz anders lautenden erhaltenen Informationen nicht als Gartenkrimi zu bezeichnen.

Für Liebhaber von deutschsprachigen Gartenkrimis: Genau den gleichen Buchtitel „Engelstrompeten“ trägt der dritte von bisher vier Büchern der botanischen Krimis von Elke Loewe um Valerie Bloom, die ich vor einiger Zeit bereits einmal im Sofagarten erwähnt habe. Leider hoffe und warte ich bisher vergebens auf eine Fortsetzung, sprich eine fünfte Folge der Geschichten in Augustenfleth.



Birgit Lautenbach/Johann Ebend:
Engelstrompeten – Ein Hiddensee-Krimi
Goldmann Verlag, 2010

6. April 2010

101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nach den erfolgreichen Bänden „100 Traumgärten in Deutschland“ und „100 neue Traumgärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ erlaubt das dritte Buch in der Reihe wiederum einen Blick hinter die verschiedensten Gartenzäune. Die durchwegs anspruchsvollen Privatgärten sind ausschliesslich von professionellen Betrieben entworfen und gestaltet worden, die sich unter der 2002 gegründeten Dachmarke „Gärtner von Eden“ zusammengeschlossen haben und die mittlerweile rund 70 Mitglieder umfasst.

Nach einer Einführung folgen die jeweils doppelseitigen Gartenportraits, die in die vier Gruppen „Für Designfreunde“, „Für Geniesser“, „Für Ästheten“ und „Für Naturmenschen“ unterteilt sind. Ein halbseitiger aufschlussreicher Text über Anforderungen und Wünsche der Gartenbesitzer und ein gezeichneter Gartenplan füllen die eine Seite des Portraits und werden ergänzt durch Farbfotos. Ab und an hätte ich mir zusätzlich zu den schriftlichen Angaben ein Foto mit dem Zustand der Gärten vor der Umgestaltung gewünscht.

Unter den vorgestellten Traumgärten sind solche mit einer Grösse von weniger als 100 m2 ebenso vertreten wie parkähnliche Anlagen. Und so verschieden wie die Besitzer und ihre Erwartungen ans grüne Wohnzimmer sind, so verschieden sind auch die Gärten. Da gibt es mit Mauern oder hohen Hecken eingefriedete Parzellen, aber auch offene Gartenbereiche mit Traumausblick auf weite Landschaften, kleine Innenhofgärten, etliche Beispiele für Wasser im Garten und vieles anderes mehr.

Genau diese Vielfalt erlaubt es dem Leser, sich Ideen für den eigenen Garten herauszupicken und herauszufinden, welcher Gartenstil zum eigenen Haus und Grundstück passt und einem persönlich am besten gefällt. Eine Checkliste im Anschluss an die Portraits bietet Unterstützung, um die Vorstellungen vom eigenen Traumgarten zu präzisieren. Und falls der Leser mit der Umsetzung persönlich überfordert ist, weiss er ja spätestens nach der Lektüre, wo er fachkundig beraten und unterstützt wird (Adressen und Kontaktmöglichkeiten sind im Anhang aufgeführt).



Gärtner von Eden:
101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Callwey Verlag, 2010

3. April 2010

Gartenzwerge

Gartenzwerge sind für die einen untrennbar mit dem Garten verbunden, während andere wiederum ihren Anblick als Beleidigung für die Augen empfinden. Die Gesellen mit der meist roten Zipfelmütze sind aber nicht nur in Gärten anzutreffen, sondern auch Thema in verschiedenen Büchern. Kinderbücher sind dabei ebenso vertreten wie Krimis, Satiren oder Fotobände. Hier geht es mir aber nicht um Bücher, in welchen Gartenzwerge in unterschiedlichen Posen und Tätigkeiten abgebildet sind, sondern um Geschichten, die von den Zipfelmützenträgern handeln.

Gleich zwei Bücher von unterschiedlichen Autoren auf meinem Regal tragen den Titel „Die Befreiung der Gartenzwerge“. Ein Buch gehört zur Gartenzwerg-Trilogie von Manfred Fock. In jeweils zwölf teilweise bitterbösen Geschichten taucht der Leser ein in Verbrechen, die in der vermeintlich grünen Idylle zwischen Gartenzäunen stattfinden. Trotz makabrem Titel und Umschlagbild eine witzige Lektüre für Gartenfreunde. Einzelne Geschichten aus der Trilogie sind auch im Buch „Freibier für Schnecken“ nachzulesen - einem Buch, dem ausserdem eine CD mit einem Ausschnitt aus einer Autorenlesung beigelegt ist.

Das zweite Buch mit dem Titel „Die Befreiung der Gartenzwerge“ hat Lene Mayer-Skumanz verfasst und gehört in die Kategorie Kinderbücher. In dieser Geschichte verbringt der elfjährige Paul die Ferien bei seiner Oma, als aus den Nachbarsgärten vermehrt Gartenzwerge verschwinden. Schliesslich wird auch Hugo entführt, der Gartenzwerg von Pauls Oma. Die Katze Mimose weiss ganz genau, wer hinter den Entführungen steckt, doch leider nehmen die Zweibeiner ihre Hinweise nicht ernst bzw. diese scheitern an Verständigungsproblemen.

Etwas Gänsehaut inklusive erhält der Leser bei der Lektüre von „Die Rache der Gartenzwerge“ von R.L. Stine. Der Vater des zwölfjährigen Joe zählt zu den erfolgreichsten Hobbygärtnern in der Stadt und wetteifert an der jährlichen Gartenschau jeweils mit seinem Nachbar um das blaue Band für die grössten und schönsten Tomaten. Das Interesse von Joes Vater gilt aber nicht nur Gemüse und dem richtigen Dünger, sondern auch kitschigen Gartenfiguren. Seine neueste Errungenschaft sind zwei Gartenzwerge mit bösartigen roten Augen. Und seit diese beiden Gestalten im Garten sind, passieren immer wieder merkwürdige Dinge. Joe möchte dieser Angelegenheit auf den Grund gehen und legt sich eines Nachts auf die Lauer. Dabei macht er eine schaurige Entdeckung.



Manfred Fock:
Die Befreiung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2006

Die Hinrichtung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2004

Die Entführung der Gartenzwerge oder Was selbst der Mond nicht wissen konnte
Fangorn FMV edition, 2003

Freibier für Schnecken
Fangorn FMV edition, 2008


Lene Mayer-Skumanz:
Die Befreiung der Gartenzwerge
Residenz Verlag, 2007


R.L. Stine:
Die Rache der Gartenzwerge
Omnibus Taschenbuchverlag für Kinder, 1998


31. März 2010

Tee & Rosen – Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England

Die bekannte Gartenjournalistin und Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft hat vor rund zehn Jahren Deutschland Richtung England verlassen und ist mit ihrer Familie in ein altes Cottage samt verwildertem Garten in einem kleinen Dorf im südlichen Somerset gezogen. In ihrem neuesten Buch „Tee & Rosen“ nimmt sie ihre Leser in dreissig Kurzgeschichten unter anderem mit auf einen Gartenausflug mit Border Lines (eine Firma, die Gartenreisen organisiert), zum Tee bei der Queen, zu einem Besuch in den „Highgrov’schen“ Bio-Gärten von Prinz Charles sowie zu winterlichen Fortbildungen im Gartenclub und zur jährlichen Leistungsschau um das grösste Gemüse.

Das Buch erlaubt interessante Einblicke ins englische (Garten-)Leben. Haben Sie beispielsweise gewusst, woher die Sandwiches ihren Namen haben? In einem Kapitel wird erklärt, wie es dazu kam, dass in Englands Gärten jährlich beeindruckende Summen für wohltätige Zwecke gespendet und gesammelt werden, während in der Geschichte „Der Garten als Bühne – Fête champêtre bei Stourhead“ von einem imposanten Freiluftanlass die Rede ist. Hilfreich sind auch die Fussnoten mit Angaben von Internet-Seiten oder Buchtipps.

Nach der Lektüre des Buches bin ich doch ein klein wenig neidisch – die Autorin wohnt in einer für Gartenliebhaber nahezu optimalen Gegend und Gartenparadiese in Form von Pflanzenmärkten, Gärtnereien oder Gärten sind in fast unmittelbarer Nähe in Hülle und Fülle vorhanden. Wie aus den Geschichten zu erfahren ist, können aber auch in ländlichen englischen Idyllen Eichhörnchen oder Dachse zur Plage werden.

Und wer weiss, vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal die Gelegenheit, an einer Gartenkreuzfahrt auf der MS Deutschland oder der Sea Cloud II teilzunehmen, auf welcher die Autorin als Reisebegleiterin dabei ist …



Heidi Howcroft:
Tee & Rosen – Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England
Deutsche Verlags-Anstalt, 2010



PS: Die Schnellmahlzeit Sandwich verdankt ihre Bezeichnung J. Montagu, dem 4. Earl von Sandwich, der 1762 ein Stück Fleisch zwischen zwei Scheiben Brot hat legen lassen.

28. März 2010

Die siebte Stufe oder The Savage Garden

Erst kürzlich habe ich festgestellt, dass Mark Mills Buch „The Savage Garden“ bereits im letzten April auch als deutsche Ausgabe erschienen ist, und zwar unter dem Titel „Die siebte Stufe“.

1958 - Der zweiundzwanzigjährige Kunsthistoriker Adam Strickland reist auf Vermittlung von Professor Leonard in die Toskana, um den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Renaissancegarten der Familie Docci zu untersuchen. Die Besitzerin Francesca Docci ist eine alte Freundin von Leonard und Strickland beabsichtigt, den Garten als Thema für seine Doktorarbeit zu verwenden.

Den Gedenkgarten mit Kapellen, Brunnen, Statuen und Grotten hatte Fürst Federico seinerzeit in Erinnerung an seine jung verstorbene Frau Flora anlegen lassen. Die schwer kranke Francesca Docci möchte endlich erfahren, was für ein Geheimnis die wehmütige Schönheit der Anlage verbirgt. Tatsächlich kommt Adam Strickland mit Hilfe von wichtigen italienischen Literaturwerken recht schnell auf die richtige Spur und kann nachweisen, dass Flora ermordet worden ist. Für seine Entdeckung kann Strickland viel Lob einheimsen. Doch die Familie Docci hat nicht nur ein dunkles Geheimnis, das Jahrhunderte zurückliegt – 1944, gegen Ende des 2. Weltkrieges, wurde Francescas älterer Sohn Emilio unter nie vollständig geklärten Umständen kaltblütig ermordet. Adam Strickland versucht nun, auch dieses Rätsel aufzulösen. Er kommt der schrecklichen Wahrheit immer näher, was dem frei herumlaufenden Mörder natürlich gar nicht passt.

Sehr spannender Roman mit gartenhistorischem Hintergrund, der ganz nebenbei einen Einblick in Dantes „Göttliche Komödie“ und Machiavellis Werk gibt. Die Geschichte ist ausserordentlich gut durchdacht, führt den Leser immer wieder auf falsche Fährten und lässt ihn bis zum Schluss im Unklaren, wer eigentlich die Fäden zieht und wer als Marionette daran baumelt.



Mark Mills:
Die siebte Stufe
Karl Blessing Verlag, 2009

The Savage Garden
Harper Collins Publishers, 2007

26. März 2010

Bei Iris-Liebhabern

Die 26jährige Tess Darcy aus Victoria Springs hat von Ihrer verstorbenen Tante das „Iris-House“ geerbt und hat darin ein Bed-and-Breakfast eingerichtet. Ihre allerersten Gäste sind die Mitglieder des lokalen Iris-Züchter-Vereins. Während Tess damit beschäftigt ist, ihre Gäste zufrieden zu stellen, wird am Rande einer der für den Eröffnungsnachmittag geplanten geführten Gartenbesichtigungen ein weiblicher Gast ermordet zwischen den Iris-Beeten aufgefunden.

Der für den Fall zuständige Kommissar verdächtigt nicht nur fast sämtliche Mitglieder des Gartenclubs, er traut auch Tess die Tat zu. Die Jungunternehmerin fürchtet um die Reputation ihres „Iris-House Bed-and-Breakfast“ und beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Tess findet rasch heraus, dass das Mordopfer sehr unbeliebt war, weil es mehrere Iris-Züchter erpresst hat. Doch welcher Gast hat das stärkste Motiv und schreckt auch vor einem Anschlag auf Tess nicht zurück?

Dies ist der erste Krimi einer Reihe unter dem Titel „Iris House Mystery“ mit der sympathischen Tess Darcy. Der Iris-Züchter-Verein und der Iris-Garten sorgen für den gärtnerischen Hintergrund.



Jean Hager:
Blooming Murder – An Iris House Mystery
Avon Books, 1994

22. März 2010

Das Labyrinth der Rosen

Neben dem Titel hat mich an diesem Taschenbuch auch das Buchcover mit einer roten und einer weissen Rose und dem Labyrinth aus der Kathedrale von Chartres angesprochen. Die Lektüre hinterlässt bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, was aber wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass ich das Buch aus zeitlichen Gründen immer wieder weglegen musste. Wäre es allerdings fesselnder gewesen, hätte ich mir sicher mehr Zeit genommen, um schneller vorwärtszukommen …

Die Geschichte spielt Anfang dieses Jahrhunderts, dazwischen werden aber immer wieder Szenen aus dem 17. Jahrhundert eingeblendet. Titelthema ist die Entschlüsselung einer dreihundert Jahre alten kryptischen Handschrift aus dem Nachlass von John Dee, einem seinerzeit anerkannten Mathematiker und Astrologen. Um die richtigen Schlüsse aus den Rätselkarten und Texten zu ziehen und das passende Schloss zu einem seit 17 Generationen immer an weibliche Nachkommen vererbten silbernen Schlüssel zu finden, haben die junge Engländerin Lucy und ihr Arzt Alex etliche Abenteuer zu überstehen.

Die Autorin hat in diesem Roman ihr immenses Wissen über Esoterik, Numerologie und Astrologie verarbeitet, thematisiert christlichen Fundamentalismus und natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte.

Ein Knotengarten spielt eine wichtige Rolle beim Rätseln, aber als „Gartenroman“ würde ich das Buch nun nicht gerade bezeichnen. Empfehlenswert ist es vor allem für Liebhaber von esoterischen Titeln. Der Leser kann übrigens anhand der Rätselkarten im Anhang an den Roman selber mit knobeln.

Nun freue ich mich jedenfalls auf meine nächste Lektüre, den ersten Roman, der vom Gartenarchitekten Fürst Pückler-Muskau handelt – „Der Gartenkünstler“ von Ralf Günther. Die bisher vorliegenden Rezensionen sind allerdings teilweise auch nicht gerade berauschend.



Titania Hardie:
Das Labyrinth der Rosen
Diana Verlag, 2010