31. Dezember 2009

Letzter Eintrag

Letzter Blogeintrag? Falls Sie ein bisschen erschrocken sind – dies ist der letzte Eintrag 2009 und (wäre) gleichzeitig der letzte zweistellige Eintrag. Innerhalb eines knappen Jahres ist dies also bereits der 99. veröffentlichte Beitrag im Sofagarten und wohl einen kleinen Rückblick wert. 

Zu meinen „sofagärtnernden“ Höhepunkten 2009 gehören natürlich die Erwähnung meiner Filmtipps im Editorial der Frühlingsausgabe Hortus sowie der Hinweis auf meinen Blog in einer kürzlichen Radio-Sendung auf DRS 2. Ein schöner Nebeneffekt sind die entstandenen Kontakte – bei dieser Gelegenheit einen speziellen Gruss nach Thun. 

Apropos Hortus, gerade gestern lag die Winterausgabe im Briefkasten. Seinerzeit hatte ich dieses Journal ja mit der Absicht abonniert, meinen Bücherkonsum einzuschränken, da die Artikel verschiedene meiner Interessengebiete abdecken. Was ich nicht bedacht hatte, waren die vielen Verlockungen in Form von Bücherrezensionen und das viermal 128 Seiten in 12 Monaten nie reichen ein ganzes Lesejahr auszufüllen. Und die aktuelle Hortus-Nummer ist wieder eine wahre Fundgrube an Buchempfehlungen. Schon wiederholt habe ich über die Anschaffung des Buches „ An Irishman’s Cuttings: Tales of Irish Gardens and Gardeners, Plants and Plant Hunters“ nachgedacht. Nachdem ich in Hortus nun wieder über diesen Titel gestolpert bin, werde ich diesen wohl als letztes Buch 2009 oder erstes Buch 2010 anschaffen. 

Nun wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Gesundheit und Erfolg. Und vielleicht hinterlassen gerade SIE auch einmal einen Kommentar auf meiner Seite? Direkte Rückmeldungen sind immer willkommen und ein Ansporn, meine Lieblingslektüre nicht nur zu lesen, sondern auch darüber zu berichten. Der Stapel gelesener Bücher ist momentan recht hoch und Lesefutter für die nächste Zeit ist auch genügend vorhanden. Ich freue mich speziell auch auf Frühjahrstitel wie „Tee & Rosen: Geschichten übers Leben im Garten-Paradies England“ von Heidi Howcroft und „Faszinierende Frauen und ihre Gärten“ von Eva Kohlrusch.

30. Dezember 2009

In der Blüte ihres Grabes

Der erste Roman der Amerikanerin Amy MacKinnon spielt in einem Umfeld, in welches man - vielleicht mit Ausnahme von Fernsehkrimis – gewöhnlich keinen Einblick hat, nämlich in ein Bestattungsunternehmen. Das einzige mir spontan in den Sinn kommende Buch mit ähnlichem Thema, ist ein Bildband voller Fotos von Verstorbenen aus einem Verlag, mit dem ich früher beruflich zu tun hatte. Einzelne Bilder sehe ich noch deutlich vor mir - der Titel sowie der Name des Fotografen oder der Fotografin sind mir aber entfallen. Doch nun zurück zum Buch „In der Blüte des Grabes“. 

Clara Marsh ist als Kind missbraucht, geschlagen und ausgenutzt worden und lebt nun ein zurückgezogenes und ruhiges Leben. Am Wohlsten fühlt sich die junge Frau, wenn sie im düsteren sterilen Keller im Rahmen ihrer Tätigkeit als Bestatterin Verstorbene für deren letzte Reise vorbereiten kann. Als Abschiedsgeschenk legt sie in jeden Sarg eine zum Leichnam passende Blume – heitere Mohnblumen (Trost aus dem Jenseits), Gladiolen (angriffsbereit), Adonisröschen (traurige Erinnerungen) oder Fingerhaut (Unaufrichtigkeit). Die Blumen zieht Clara selber in ihrem versteckten Blumengarten und im Gewächshaus. 

Plötzlich taucht ein kleines Mädchen im Leichenschauhaus auf und Clara gerät in einen Strudel von nicht mehr aufzuhaltenden Ereignissen. Sie muss sich entscheiden – wegschauen oder handeln? Eigene schlechte Erlebnisse aus der Kindheit haben sie zu einer starken Persönlichkeit reifen lassen. Wohin wird Claras Weg führen? Keine leichte, aber eine fesselnde, lohnenswerte Lektüre mit einem Thema und Charakteren, die einem auch nach dem Weglegen des Buches noch begleiten (oder verfolgen). 



Amy MacKinnon: 
In der Blüte ihres Grabes 
Krüger Verlag, 2009

26. Dezember 2009

Weihnachtsgeschenke

Heute Morgen schien die Sonne richtig schön, so dass ich trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt richtig Lust auf eine ausgedehnte Runde Walking hatte. In den Gärten gab es ausser bereits leicht angetauten Reifkunstwerken nicht viel zu entdecken. Dafür ist mir unterwegs eine Frau begegnet, die während ihres Spazierganges (!) in einen Roman vertieft war. Den Titel konnte ich nicht entziffern, weil mich die Sonne geblendet und weil ich natürlich ein ziemlich rasches Tempo drauf hatte. Das Buch scheint ein ideales Weihnachtsgeschenk gewesen zu sein oder war zumindest ausgesprochen spannend, so dass man/frau sogar an der frischen Luft die Lektüre nicht unterbrechen konnte…

In unserem Familienkreis haben wir schon vor etlichen Jahren das Schenken untereinander abgeschafft. Nur noch der Nachwuchs findet Päckchen unter dem in ausschliesslich mit Kugeln in meiner Lieblingsfarbe Grün geschmückten Weihnachtsbaum. Deshalb suche ich mir jeweils vor den Festtagen ein spezielles Buch aus, das ich mir selber gönne. Nachdem ich vor längerer Zeit erfolglos versucht hatte, eine ungebrauchte Cyclamen-Monographie von Christopher Grey-Wilson zu ergattern und kürzlich einen Händler im Internet entdeckt hatte, der genau diesen Titel im Angebot hatte, war sofort klar, dass ich diesen Kauf perfekt machen musste.

Während meine Garten-Cyclamen in diesen Tagen wegen der tiefen Temperaturen in der Starre verharren, schwelge ich nun also zuhause in den wunderschönen Bildern dieses Buches und staune ob der vielfältigen fantastischen Blattformen und -muster.

Während ich vor dem Erwerb dieses Titels noch kurz überlegt hatte, vielleicht besser meinen im letzten Jahr bei einem Einbruch in unser Heim gestohlenen Schmuck zu ersetzen statt ein weiteres Buch aufs Regal zu stellen, bin ich inzwischen überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Schliesslich kamen beim Diebstahl keine Wertsachen in Form von Büchern weg und für den Preis des Buches bekomme ich wohl auch nicht allzu viel an Juwelierware.

Im Übrigen habe ich in den letzten Tagen zwei total unterschiedliche, aber beides sehr gut erzählte Romane gelesen. An dieser Stelle gibt es also nächstens wieder mehr über lohnende Lektüre (nicht nur) für Gartenfreunde zu lesen.

24. Dezember 2009

Frohe Festtage

Ich schicke allen Leserinnen und Lesern herzliche Weihnachtsgrüsse aus dem Sofagarten und wünsche Euch viele interessante Bücher und die Zeit dazu, diese zu lesen! 

Die Sofagärtnerin

22. Dezember 2009

Noch ein schreibender Fernsehgärtner

Kennen Sie die Gartensendungen von Alan Titchmarsh? Ich habe aus - sagen wir mal „technischen Gründen“ - noch keine einzige davon gesehen. Titchmarsh erzielt enorm hohe Einschaltquoten und soll schon 12 Millionen Zuschauer gleichzeitig vor den Fernseher gelockt haben. Seine Bücher, die er fast am laufenden Band verfasst, erzielen nicht zuletzt aus diesem Grund sehr hohe Auflagen. Die Bildschirmbegegnung mit Alan Titchmarsh habe ich also noch vor mir, dafür habe ich nun bereits seine zweite von drei Autobiographien gelesen.

Alan Titchmarshs Interesse am Gärtnern wurde ihm schon in die Wiege gelegt, denn schon seine Mutter und der Grossvater pflegten dieses Hobby. Da er schon als Kind einen grünen Daumen hatte und nicht besonders gerne zur Schule ging, lag es nahe, dass er eine Gärtnerlehre absolvierte.

Im aktuellen Titel „Knave of Spades“ erzählt er von seinem beruflichen Werdegang und verrät unzählige Anekdoten. So hatte er als Lehrling einmal die gesamte für eine Blumenausstellung geplante Nelkenblüte verhindert, weil er statt nur der äusseren kleinen gleich sämtliche Knospen von den Pflanzen entfernt hatte. Und das Schliessen von Türen scheint eine Art Obsession von ihm zu sein. Während der Lehre wurde ihm eingetrichtert, dass offene Gewächshaustüren nicht nur Geld verschlingen, sondern auch empfindlichen Gewächsen schaden und so darf auch daheim keine einzige Türe offen stehen, was in der Familie ab und an zu Konflikten führt.

Sein erstes richtiges Gewächshaus konnte er gebraucht von einem Arbeitskollegen erstehen. Die Einzelteile mussten mit einem Handkarren kilometerweit hertransportiert werden. Titchmarsh ist aber überzeugt, dass Paxton an seinem riesigen Kristallpalast keine grössere Freude hatte, als er an seinem ersten richtigen Glasbau.

Meine Lektüre von „Trowel und Error“ liegt schon etwas länger zurück und ich kann mich nicht mehr detailliert an den Inhalt erinnern, glaube aber, dass sich doch einzelne Erzählungen wiederholen und im ersten Titel mehr Beiträge über Prominenz, inklusive etwas Klatsch und Tratsch, vorkamen. So hat Titchmarsh dort auch detailliert beschrieben, wie er im Rahmen einer TV-Produktion dazukam, für Nelson Mandela einen Überraschungsgarten anzulegen. Ich weiss auch noch genau, dass mir die erste Biographie damals sehr gut gefallen hat. Da auf meinem Regal aber noch nahezu unzählige ungelesene (hoffentlich) spannende Seiten zwischen jeweils zwei Buchdeckeln darauf warten, entdeckt zu werden, lese ich äusserst selten ein Buch mehr als einmal.

Diese beiden Biografien erlauben jedenfalls einen interessanten Einblick in den Hintergrund von Fernsehproduktionen. Aus den Beschreibungen ist nicht ersichtlich, wie hortikulturell die dritte Biografie von Titchmarsh ist. So lasse ich im Moment noch offen, ob ich diese gelegentlich auch noch lesen werde.



Alan Titchmarsh:
Trowel and Error
Hodder and Stoughton, 2002

Knave of Spades
Hodder and Stoughton, 2009

18. Dezember 2009

Monty Don

Im Moment „steppe“ ich mich in 80 Gärten um die Welt und lasse mich von Monty Don in Mexico, Kuba und Australien durch spezielle Gärten führen. Schon längere Zeit steht sein Buch „Around the World in 80 Gardens“ ungelesen auf dem Regal. Nun, da ich mir die DVDs anschaue, blicke ich parallel auch endlich ins Buch.

In Mexico geht es durch einen schwimmenden Garten und einen Fantasiegarten im Dschungel, der ständig vor Überwucherung „gerettet“ werden muss. In Kuba dienen die Gemeinschaftsgärten dazu, die Bevölkerung mit frischem Gemüse und Obst zu versorgen und die Gärtner sind eng vernetzt, um an Saatgut heranzukommen. Not macht erfinderisch und es gibt fast keinen Gegenstand, der auf dem Inselstaat nicht die Funktion eines Blumentopfs übernehmen kann. In Frage kommen beispielsweise neben ausrangiertem Geschirr ausgediente Espressomaschinen in Kannenform oder auch WC-Schüsseln. Stammleserinnen erinnern sich vielleicht an einen früheren Beitrag über die Vierteljahres-Publikation Greenprints (siehe Label „Periodika“). In der aktuellen Ausgabe dieser Zeitschrift gibt es ebenfalls zum Thema Wiederverwertung oder Umnutzung einen Artikel und auch in diesem Segment tätig ist die englische Gärtnerin Alys Fowler, die beispielsweise Salat in alten Portweinkisten anbaut.

Monty Don, der seit Jahren auf BBC Gartenprogramme präsentiert, ist kein gelernter Gärtner. In der gemeinsam mit seiner Frau Sarah verfassten Autobiographie The Jewel Garden erzählt er vom Zusammenbruch des gemeinsamen Schmuck-Unternehmens, der das Paar mit riesigen Geldsorgen und gesundheitlichen Problemen zurückliess. Mit seinem letzten Geld kaufte das Paar ein heruntergewirtschaftetes Bauernhaus und zog mit den drei Kindern nach Herefordshire. Dort begannen sie mit der Gestaltung des „Jewel Garden“ und schufen die Grundlagen für neue Perspektiven.

Erst kürzlich erschienen ist Monty Dons voluminöses Buch „The Ivington Diaries“, das ich mir demnächst vornehme. Da es aus nicht strikt chronologisch geordneten Kolumnen besteht, kann es immer wieder für kurze Abschnitte hervorgeholt werden. Als Bettlektüre oder Lesestoff für unterwegs eignet es sich leider des Formats wegen aber definitiv nicht.

Verschiedene von Monty Dons Büchern sind übrigens auch auf Deutsch erhältlich.



Monty Don:
Around the World in 80 Gardens (Buch)
Weidenfeld & Nicolson, 2008

Around the World in 80 Gardens (DVD)
Warner Home Video, 2008

The Ivington Diaries
Bloomsbury, 2009

Monty und Sarah Don:
The Jewel Garden
Hodder and Stoughton, 2004

14. Dezember 2009

Mendel und die Antwort der Erbsen

In der Arena Bibliothek des Wissens ist eine der „lebendigen Biografien“ Johann Gregor Mendel, dem Vater der Genetik, gewidmet. Das auch für interessierte erwachsene Leser geeignete reich illustrierte Kinderbuch vermittelt auf leicht verständliche Art einen Einblick in das Leben und Wirken dieses einfachen Mönchs und Wissenschaftlers.

Johann Mendel wird in der heutigen Tschechei geboren und verbringt seine Kindheit auf dem Land, umgeben von vielen Tieren. Das Lernen liegt ihm mehr als harte körperliche Arbeit und er findet Gefallen an der Veredelung von Obstbäumen. Nachdem feststeht, dass Johann Mendel den Bauernhof des Vaters nicht übernimmt, wird dieser verkauft. Mit dem Erlös kann Mendel sich ein Studium leisten und tritt ins Kloster Brünn ein.

Das Büchlein zeigt die verschiedenen Facetten von Mendels Persönlichkeit. Dieser zweifelt häufig an seinen Fähigkeiten, ist sehr schüchtern, neigt zu Depressionen und fällt sogar zweimal durch die Lehrerprüfung. Da er als Kind oft wenig zu essen bekommen hat, genehmigt er sich im Kloster umso grössere Portionen. Und natürlich sind auch Mendels ersten genetischen Versuche mit Mäusen in der Klosterzelle und das Erbsenzählen, mit welchem er schliesslich die Gesetze der Vererbung nachweist, ein Thema. Leider findet Mendel aber Zeit seines Lebens keine Anerkennung für seine Forschungen.



Luca Novelli:
Mendel und die Antwort der Erbsen
Arena Verlag, 2009

12. Dezember 2009

Nochmals ein Aufsteller

Diese Woche habe ich beim Googeln festgestellt, dass mein Blog in der Radio-Sendung "Netzgespräch" auf SR DRS vom letzten Dienstag erwähnt wurde. Die Ausstrahlung habe ich verpasst, mir aber natürlich nachträglich übers Internet angehört und mich über die paar Worte aus dem Äther über die Sofagärtnerin gefreut. In der Radio-Sendung wurden Online-Plattformen für Buchbesprechungen und Buchempfehlungen vorgestellt.

11. Dezember 2009

Winterblüten

Im weitläufige Gelände meiner angeheirateten Verwandtschaft in Norditalien habe ich vor ungefähr zwei Jahrzehnten nicht nur die inzwischen zu meinen Lieblingen zählenden kleinblütigen, wild wachsenden Cyclamen (C. hederifolium) für mich entdeckt. Vor mindestens fünfzehn Jahren, in der Adventszeit, stiess ich auf einen weiteren Gartenschatz. In einem kleinen von Bäumen gesäumten Tälchen bildeten unzählige Christrosen (H. niger) einen fast undurchlässigen Teppich. Leider habe ich damals keine Fotos gemacht, aber das Bild hat sich fest in mein Gedächtnis eingegraben – inzwischen wohl etwas verklärt. Der erwähnte Garten hat inzwischen einen neuen Gärtner gefunden und ich kann nur hoffen, dass die Winterblüher den Umbau und die Umgestaltung der Parzelle überlebt haben…

Meine persönliche Bezugsquelle für Helleborus, eine nicht sehr weit entfernt gelegene Gärtnerei, hat leider den hiesigen Betrieb aufgegeben und jenseits der Grenze neue Zelte bzw. Gewächshäuser aufgeschlagen. Die vor einigen Jahren erstandenen Christ- und Lenzrosen in unserem Vorgärtchen haben bereits Blütenknospen gebildet und ich freue mich auf die lange Blütenzeit in verschiedenen Farben.

Die Vorfreude wird unterstützt durch einen ausführlichen Artikel über eine englische Helleborus-Gärtnerei mit umwerfenden Fotos in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Gardens Illustrated“ und dem Blättern in Helleborus-Büchern.

Das deutsche Buch „Helleborus“ (ursprünglich in Belgien erschienen) lockt ebenfalls mit schönen Blütenfotos. Neben den Portraits von drei bedeutenden holländischen Züchtern gibt der Titel dem Leser eine Einführung in Geschichte und Botanik dieser robusten Pflanzen sowie detaillierte Angaben zur Kultur im Garten. Weitere Kapital behandeln Themen wie Vermehren und Züchten, Farbe und Form und vermitteln einen Überblick über das umfangreiche Sortiment an Arten und Sorten.

Ähnlich aufgebaut ist der englische Titel „Hellebores“, dabei aber noch detaillierter und umfangreicher. Die Autoren und der Fotograf dieses Buches sind auf Reisen durch die USA und Europa immer wieder auf der Suche nach neuen Pflanzen. Ihr Erfahrungsschatz ist enorm und ihre Begeisterung für Christ- und Lenzrosen zieht sich wie ein roter Faden durch dieses umfangreiche Werk und springt auf den Leser und die Leserin über.

Die beiden Bücher sind nicht gerade billig, aber vielleicht hat jemand noch einen Weihnachtswunsch offen?



Hanneke van Dijk und Harry van Trier:
Helleborus
Eugen Ulmer, 2006

C. Colston Burrell und Judith Knott Tyler:
Hellebores
Timber Press, 2006

7. Dezember 2009

Flower Shops

Im dritten Band der Flower Shop-Serie besucht Sally Page quer durch England jeden Monat einen Blumenladen und stellt diesen mit Text und Fotos vor.

Katie kommt unverhofft zu einem wunderschönen Lilienstrauss, da der eigentliche Empfänger nicht erreichbar ist. Statt die Blumen wieder in den Laden zu bringen, entscheidet die Floristin Leen spontan, eine vorbeiradelnde Studentin damit zu beglücken. Diese und andere Anekdoten vermitteln zusammen mit den tollen Fotos einen Einblick in die unterschiedlichen Blumenläden mitsamt Kundschaft und der vielfältigen Gründe, Blumen zu kaufen.

Da gibt es beispielsweise einen Shop, der in einer ehemaligen Scheune untergebracht ist, den Blumenladen, der sich den Platz mit einem Delikatessengeschäft teilt (oder umgekehrt), oder die beiden Läden eines Ehepaares, die unabhängig voneinander völlig verschiedene Stile pflegen.

Neben den handgebundenen floralen englischen Kunstwerken werden auch die Ortschaften und die Umgebung der Blumenläden vorgestellt. Und es ist immer wieder interessant zu sehen, wie die Blumensträusse in Stil von Laden zu Laden und von Land zu Land unterschiedlich sind. So verrät ein Kurztext, dass in New York sehr wenig Grünzeug beigemischt wird und ein Blumenstrauss tatsächlich nur aus Blumen besteht. Und da sich in dieser Grossstadt (fast) keiner um Geld Gedanken macht, werden Blumen grundsätzlich mit passender Vase gekauft und geliefert.

Im letzten Kapitel lädt Sally Page alle besuchten Floristinnen und Floristen ein, so dass sich diese auch kennenlernen und untereinander austauschen können. Die Kontaktdetails mit Internet-Adressen am Schluss des Buches ermöglichen es, auch Online in den vorgestellten Läden herumzustöbern.

Ein schönes Bilderbuch für Erwachsene, das sich auch als dauerhaftes Präsent anstelle eines Blumenstrausses eignet.



Sally Page:
Flower Shops and friends
Fanaham Books, 2008

4. Dezember 2009

Gärten erzählen

Das Buch „Gärten erzählen“ ist seinerzeit als Begleitband zu einer Ausstellung in Lausanne im gleichen Jahr erschienen und gehört zu den älteren Exemplaren meiner Büchersammlung und fand seinen Platz auf meinem Regal, als ich die Inhalte meiner Titel beinahe auswendig konnte.

Nach einer kurzen Einführung folgen Bilder von Gärten aus England, Italien, Frankreich, Portugal, Japan, der Schweiz und anderen Ländern. Die Bilder sind zwar qualitativ nicht auf dem Höchststand, was wohl auch an der Papierqualität liegt, laden aber dennoch ein, im Lesestuhl in den verschiedenen vorgestellten Gärten spazieren zu gehen. Danach folgen die literarischen Spaziergänge, welche unter anderem durch Vitas Sissinghurst , Toskanische Villengärten, versunkene Gärten in neuem Licht und nach Brasilien zu Roberto Burle Marx führen. Die Texte stehen jeweils im Zeichen einer Farbe – dunkelgrün für die toskanischen Villengärten, Blau für die Isola Bella, Schiefergrau für die Schlösser der Loire. Den Hinweis, wofür die Farbe Weiss steht, kann ich mir ja ersparen.

Wahrscheinlich hatte ich in diesem Band eine meine ersten Begegnungen mit Sissinghurst. Das Foto mit den von grauen Steinplatten umgegebenen Flächen aus mauve-weissem Thymian finde ich auch nach über zwanzig Jahren noch überaus beeindruckend.



Lorette Coen:
Gärten erzählen
Edition M, 1988