9. Juli 2010

Ich mach dann mal Blogpause

Über den Sommer gönne ich mir wieder für ein paar Wochen eine Blogpause und melde mich gegen Ende der Schulferien wieder. Falls ihr noch den einen oder anderen Lesetipp braucht, wisst ihr ja, wo ihr nachschauen könnt …

Ungefähr Mitte August findet ihr an dieser Stelle wieder neue Buchbesprechungen über versunkene Gärten, einem Geschichten erzählenden Gewächshaus und eine kleine Rosenserie mit Titeln, in welchen die Königin der Blumen die Hauptrolle spielt, ob in verdorrter oder ansprechenderer Form.

In den nächsten Tagen erscheint übrigens Tara Heaveys Roman „Sowing the seeds of Love“ (siehe Beitrag vom 4. Januar 2010) auf Deutsch und vielleicht lässt sich in den nächsten Wochen herausfinden, was genau die Perspektive des Gärtners in Hakan Nessers neuestem Buch ist. Übrigens lohnt es sich wieder einmal bei Jokers vorbeizuschauen – mit den Stichworten Callwey, Ellert & Richter und Prestel lassen sich einige interessante Schnäppchen finden.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer, viel Zeit zum Lesen und die dazu passenden interessanten und spannenden Bücher!

7. Juli 2010

Westerwälder Naturliebe vereint mit britischer Gartenkunst

Dieses Buch hatte ich vor einiger Zeit auf einen bestimmten Tag zur Abholung bestellt und war dann etwas enttäuscht, als es mit dem Kauf in der Buchhandlung, in welcher ich nur während einem Ausflug kurz vorbeikam, nicht geklappt hat. Mein Exemplar war dann aber wohl doch vor Ort, denn es kam per Post beinahe so schnell zuhause an wie ich.

Heute Abend habe ich mir nun im Garten endlich die Zeit genommen einen kurzweiligen Spaziergang durch die Jahreszeiten im Oehndorf-Garten zu unternehmen. Das Verlängern der Vorfreude hat sich durchaus gelohnt, denn bei diesem Buch handelt es sich um eine Produktion aus einem Eigenverlag, die sich wohltuend gegenüber etlichen anderen derartigen Druckwerken abhebt.

Wunderschönen Fotos und ein detaillierter Gartenplan geben einen schönen Einblick in einen tollen Garten. In den Texten erfährt der Leser, wie die beiden Oehndorf-Gärtner ihren Garten geplant und bepflanzt haben. Es galt die verschiedenen Vorlieben der Herren – englischer Cottagestil contra formale, architektonische Anlagen - zu vereinen. Mit verschiedenen Gartenzimmern wurde diese Hürde souverän gemeistert und ein jahrelang vernachlässigtes Grundstück in eine Gartenidylle verwandelt. Entstanden sind etwa der Vorgarten namens „Jedermanns Freude“, ein Knotengarten und ein Geheimer Garten (inspiriert durch den gleichnamigen Klassiker von Frances Hodgson Burnett). Überhaupt wird an verschiedenen Stellen auf Gartenliteratur hingewiesen.

Mehr Informationen und Buchbestellmöglichkeiten sind auf der Webseite zu finden (www.oehndorf-garten.de).



Georg Möller:
Oehndorf Garten,
Eigenverlag, 2010

5. Juli 2010

The Greenhouse

Seit er zehn Jahre alt war arbeitet Billy Anderson, der kurz vor Schulabschluss steht, im Gewächshaus der Witwe Abigail Spencer. Zwischen den beiden ist im Laufe der Jahre trotz grossem Altersunterschied eine tiefe Freundschaft entstanden. Billy profitiert von Abigails reichem Erfahrungsschatz und ihr ist die Muskelkraft des jungen Mannes sehr willkommen.

Abigail Spencer hat als junge Frau innert kurzer Zeit ihre beiden Kinder verloren und ist seit einiger Zeit verwitwet. Trotz dieser Tragödien hat sie ihren Glauben an Gott nie verloren und hadert nicht mit ihrem Schicksal. Sie findet in jedem Menschen etwas Gutes, erfreut sich auch an Kleinigkeiten und Billy hat in ihrem Leben längst den Stellenwert eines Sohnes erlangt.

Für Billys Vater steht fest, dass sein jüngerer Sohn das Collage besuchen soll, während für Billy selber die eigenen Zukunftspläne alles andere als klar sind. Von neuen Mitgliedern der Kirche, in welcher er mit seiner Familie und Abigail regelmässig die Gottesdienste besucht, erhält er den Auftrag, einen grossen Garten anzulegen. Liegt seine Berufung vielleicht eher in dieser Richtung? Mitten in die Entscheidung um seine Berufspläne fallen die Probleme seiner jüngeren Schwester, die sich in trügerischen Kreisen bewegt und zu viel Alkohol konsumiert.

Das Buch erinnert mich an die Garden Gate-Trilogie von Patti Hill („Like a Watered Garden", "Always Green“ und „In every Flower“), Leotas Garten von Francine Rivers und die beiden Titel „Ein Garten in Paris“ und „Über den Dächern von Florenz“ von Stefanie Grace Whitson. Diesen allen ist gemeinsam, dass der Glauben an und Zwiegespräche mit Gott ebenso eine zentrale Rolle spielen wie die Lösung von zwischenmenschlichen Konflikten und Liebe und Vergebung.



Sue Douglas:
The Greenhouse
Authorhouse, 2003

2. Juli 2010

Flowershows

Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, durch die Chelsea Flower Show zu spazieren (oder wahrscheinlich sollte ich besser schreiben: mich durch das dortige Gewühl zu kämpfen). Ich bin aber zuversichtlich, dass ich dieses Manko in naher oder ferner Zukunft beheben kann und bis dahin blättere ich einfach gelegentlich in meinen schon etwas älteren Büchern, die von Blumenausstellungen handeln.

Ursula Buchan wirft in ihrem Buch „The Village Show“ nicht nur einen Blick auf die Austellungsexponate an ländlichen Flowershows sondern gibt gleichzeitig Einblick in die Vorbereitung der Züchter, deren Lebensläufe, Beweggründe und Techniken. Etappen von Buchans Reise waren unter anderen die National Northern Rose Show in Lakeland und die Dumfries and Lockerbie Agricultural Society’s Annual Show.

Selbstverständlich darf auf meinem Regal ein Buch über die Chelsea Flower Show nicht fehlen. Der reich illustrierte Titel ist von der Gartenjournalistin Leslie Geddes-Brown. Die Kapitel reichen von den Anfängen bis zur jetzigen Show (sprich 2000, dem Publikationsjahr) und erlauben Blicke hinter die Kulissen dieses Riesenevents.

„Beautiful Madness“ heisst das Resultat von James Dodsons Streifzügen durch anderer Leute Gärten und die Flower Shows in Chelsea und Philadelphia. Ein Lesebuch, in welchem Kapitel mit Titeln wie „Garden Club Confidential“ und „Diarmuid’s Balls, Gentle Chaos, and the Mad Man of Kew“ Erwartungen wecken, die durch launige Texte mehr als erfüllt werden.

Wieder mehr zum Anschauen als zum Lesen bietet das Jubiläumsbuch zur 175. Philadelphia Flower Show aus dem Jahr 2003, einer Veranstaltung, die jährlich über eine Viertelmillion Besucher anlockt. Die vielen Fotos laden auf einen Rundgang durch die Ausstellung ein. Etliche der Bilder wirken recht grell und bunt und gewisse Farbkombinationen erscheinen mir gewöhnungsbedürftig.


Ursula Buchan:
The Village Show
Pavilion Books, 1990

James Dodson:
Beautiful Madness
Dutton, 2006

Leslie Geddes-Brown:
Chelsea – The Greatest Flower Show on Earth
Dorling Kindersley, 2000

Adam Levine and Ray Rogers:
The Philadelphia Flower Show – Celebrating 175 Years
Harper Collins, 2003