Während
der Tagung der Botaniker erhält Loose das Angebot, die Leitung einer neu
gegründeten Zeitschrift zu übernehmen, deren Aufgabe darin besteht, die Interessen
der Botanischen Gesellschaft publikumswirksam aufzubereiten und zu vertreten. Looses
persönliches Interesse gilt aber weniger dem durchaus attraktiven und
schmeichelhaften Angebot als den Vorkommnissen im und um den Wald, der ihn wie
magisch anzieht.
Er
verlängert den Aufenthalt im Tagungshotel auf eigene Rechnung und als er auch
das bescheidenere Hotelzimmer nicht mehr zu bezahlen vermag, bekommt er Logis
in einer kleinen Kammer gegen Arbeitseinsatz als Hausdiener. Zwischen
Hilfsarbeiten in Küche und Hof treibt er seine Nachforschungen weiter und es
zieht ihn immer wieder Richtung Wald. Je länger je mehr entwickelt er einen
Hang zum Wahnsinn und verliert den Bezug zur Realität. Er meldet sich nicht mehr bei
seiner Freundin und er vermutet überall Verschwörungstheorien.
Für den
Gartenfreund interessant sind die Hinweise auf Vorträge der Botaniker, in denen
es mal um Photosynthese oder die
Gründung der Botanischen Gesellschaft sowie verschiedene Expeditionen geht und die Entdeckung
eines seltenen Grases durch einen (fiktiven?) Forscher namens Walter Backhaus.
An einer anderen Stelle liest man über die Trauerformen von Bäumen
und von insektenfressenden Pflanzenarten, die wie Jäger Fallen stellen. Eine bemerkenswerte Entdeckung vom Remittendentisch!
Gert Loschütz:
Die Bedrohung
Piper Verlag, 2008