Die Studentin Isabelle plant, in London Leben und Werk der eher unbekannten Autorin Meredith Quince zu erforschen und sucht per Internet eine Wohnungstauschpartnerin. Die modeverrückte Daisy ihrerseits möchte die Stadt der Mode erobern. Bald sind alle wichtigen Infos per Email ausgetauscht und das Abenteuer kann beginnen – Isabelle fährt für ein Jahr nach London und Daisy auf dem umgekehrten Weg nach Paris. Die beiden jungen Frauen tauschen nicht nur ihre Unterkünfte. Gleichzeitig werden sie auch in den jeweiligen Freundeskreis der Tauschpartnerin aufgenommen.
Für Daisy bietet Paris eine schier unerschöpfliche Quelle an modischen Themen, die sie in ihr Blog einfliessen lassen kann. Isabelle erfährt zufällig von einer kleinen Gruppe älterer Leute, die sich regelmässig als Teilnehmer der Quince-Society treffen und hofft, mit deren Hilfe ihre Arbeit erfolgreich abschliessen zu können.
Sie fragen sich, wo in dieser Lektüre das gärtnerische Element versteckt ist? Der Neffe der der Krimi-Autorin Meredith Quince übt den Beruf eines Gärtners aus. Er kennt nicht nur köstliche Quittenrezepte, sondern bringt auch Isabelles bisher straff durchgeplantes Gefühlsleben ziemlich durcheinander.
Muriel Zagha:
High Heels und Gummistiefel
Manhattan (Goldmann), 2010
12. Dezember 2010
9. Dezember 2010
Nein, die andere Martha!
Martha Smith begann nach einer krankheitsbedingten Operation mit Gärtnern. Zu den Erfahrungen, die sie aus ihrer Lieblingsbeschäftigung gewonnen hat, gehören das egoistische Beanspruchen von Zeit für sich selber (und natürlich für den Garten), das grosszügige Verschenken von Blumensträussen und das aufrichtige Verteilen von Lob an Gartenanfänger. Ihre Erlebnisse auf dem Weg zu diesen Erkenntnissen hat sie im Buch „Beds I have known“ veröffentlicht.
Kapitalüberschriften wie „Canna Lily kill ya?“, „Don’t bug me“ oder „Flower shows are not for wimps“ lassen wahrscheinlich so manches literarisch interessierte Gärtnerherz etwas höher schlagen.
Zwischen Sätzen mit der Frage, ob Demi Moore wohl je auf allen vieren kriechend im Garten Mist verteilt und einem Hinweis auf einen Garten ohne Platz für Verzweiflung, weil jedermann dort damit beschäftig ist, etwas Wunderschönes zu gestalten, ist die Lektüre etwa gefüllt mit der Freude über den Beginn einer Gartenwerkzeugsammlung. Diese wird verglichen mit den Empfindungen einer Vierzehnjährigen, die ihr erstes wertvolles Schmuckstück erhält. An anderer Stelle wird der manchmal traurige oder trauernde Gärtner darauf hingewiesen, dass selbst das Absterben der Lieblingsrose es keinesfalls rechtfertigt, an der nächsten Gartenparty mit einer schwarzen Armbinde aufzutauchen und dass auch der wiederholt vorgebrachte Satz „Help yourself“ des netten Nachbarn von nebenan kein Freibrief ist, nachts dessen preisgekrönte Dahlien auszugraben und im eigenen Garten einzupflanzen.
Der Titel dieses Blogeintrages bezieht sich übrigens auf ein Kapitel, in welchem die Autorin darüber berichtet, wie sie sich dabei fühlt, immer wieder mit DER Martha Stewart verwechselt zu werden.
Martha Smith:
Beds I have known – Confessions of a passionate amateur gardener
Moyer Bell, 1997
Kapitalüberschriften wie „Canna Lily kill ya?“, „Don’t bug me“ oder „Flower shows are not for wimps“ lassen wahrscheinlich so manches literarisch interessierte Gärtnerherz etwas höher schlagen.
Zwischen Sätzen mit der Frage, ob Demi Moore wohl je auf allen vieren kriechend im Garten Mist verteilt und einem Hinweis auf einen Garten ohne Platz für Verzweiflung, weil jedermann dort damit beschäftig ist, etwas Wunderschönes zu gestalten, ist die Lektüre etwa gefüllt mit der Freude über den Beginn einer Gartenwerkzeugsammlung. Diese wird verglichen mit den Empfindungen einer Vierzehnjährigen, die ihr erstes wertvolles Schmuckstück erhält. An anderer Stelle wird der manchmal traurige oder trauernde Gärtner darauf hingewiesen, dass selbst das Absterben der Lieblingsrose es keinesfalls rechtfertigt, an der nächsten Gartenparty mit einer schwarzen Armbinde aufzutauchen und dass auch der wiederholt vorgebrachte Satz „Help yourself“ des netten Nachbarn von nebenan kein Freibrief ist, nachts dessen preisgekrönte Dahlien auszugraben und im eigenen Garten einzupflanzen.
Der Titel dieses Blogeintrages bezieht sich übrigens auf ein Kapitel, in welchem die Autorin darüber berichtet, wie sie sich dabei fühlt, immer wieder mit DER Martha Stewart verwechselt zu werden.
Martha Smith:
Beds I have known – Confessions of a passionate amateur gardener
Moyer Bell, 1997
5. Dezember 2010
Lust auf Laube und Liebstöckel
Unter obigem Titel hat die Kulturhistorikerin Karen Meyer-Rebentisch die Geschichte der Lübecker Kleingärten und Kleingärtner in Wort und Bild veröffentlicht. Diese bildet die Entwicklung über eine Zeitspanne von rund hundert Jahren ab und zeigt auf, wie die Nachfrage nach Parzellen parallel zur wirtschaftlichen Situation und Bevölkerungswachstum verläuft.
1903 entstand die erste Kleingartenkolonie mit Pachtflächen von rund 300 m2, drei Jahre später kam eine weitere dazu, in welcher „Pflanzblätze“ von rund 1000 m2 gepachtet werden konnten. Diese beiden Anlagen bildeten den Anfang des Lübecker Kleingartenwesens. Wer Pachtland ergattern konnte, was in Jahren mit grosser Nachfrage vom Auslosungsglück abhängen konnte, musste oft strenge Regeln einhalten. Gemüseanbau war vorgeschrieben und es galt Buch zu führen über die Aussaat, Ausbringung von Dünger und den Ernteertrag. Die übernommene Scholle war oft kein eigentliches Kulturland, sondern es handelte sich um festgelagerten Boden mit viel Unkraut, der in mühseliger Arbeit erst urbar gemacht werden musste.
Mit dem Aufschwung der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt Lübeck an allen Ecken und Enden und etliche der Kleingartenkolonien und ihre Lauben, welche in schweren Zeiten auch als Wohnräume gute Dienste geleistet hatten, wurden zulasten von Strassen oder anderen Geländeüberbauungen plattgewalzt.
Neben der ausführlich dokumentierten Entwicklungsgeschichte erfährt der interessierte Leser in verschiedenen Geschichten und Portraits Anekdoten aus dem Leben rund um die Laube. Es geht ums (nicht immer harmonische) Zusammenleben Parzelle an Parzelle, um ökologische Betrachtungen oder um die Verwendung von Ertragsüberschüssen. Und last but not least sind die tollen Fotos in beeindruckender Qualität nicht zu vergessen! Vom 16. Januar 2011 bis 31. Juli 2011 findet übrigens im Museum für Natur und Umwelt in Lübeck eine Ausstellung mit dem gleichen Namen wie der Buchtitel statt.
Die verschiedenen Erwähnungen von Kleingärten, die Sportstätten oder Häusern weichen mussten, haben mich an die ehemaligen Pünten (CH-Dialektausdruck für Schrebergärten) auf dem Gelände des heutigen Erlebnisparks Technorama erinnert. Zwischen der Räumung der Gärten und Baubeginn bin ich seinerzeit mit Schwester und Nachbarskindern durch die verlassenen Parzellen gestreift. Dabei konnte das eine oder andere Pflänzlein gerettet werden. In etlichen Gärten war Rhabarber in Hülle und Fülle zurückgelassen worden. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen und haben diesen teilweise direkt vor Ort in grösseren Mengen gegessen. Dabei haben wir leicht mehr als eine kleine Überdosis erwischt. Jedenfalls habe ich viele Jahre lang keinen Rhabarber mehr angerührt. Inzwischen wird aber auch in der Küche der Sofagärtnerin während der Saison dieses Gemüses regelmässig Rhabarber-Wähe gebacken, während andere, die damals dabei waren, immer noch konsequent auf diesen Genuss verzichten…
Karen Meyer-Rebentisch / Hrsg.: Grüner Kreis Lübeck e.V.
Lust auf Laube und Liebstöckel – Lübecker Kleingartengeschichte(n)
Lübeck Verlag Karen Meyer-Rebentisch, 2010
Buchbestellungen und Leseprobe auf http://www.luebeck-verlag.de
Webseite der Autorin: http://www.gemuese-info.de/
1903 entstand die erste Kleingartenkolonie mit Pachtflächen von rund 300 m2, drei Jahre später kam eine weitere dazu, in welcher „Pflanzblätze“ von rund 1000 m2 gepachtet werden konnten. Diese beiden Anlagen bildeten den Anfang des Lübecker Kleingartenwesens. Wer Pachtland ergattern konnte, was in Jahren mit grosser Nachfrage vom Auslosungsglück abhängen konnte, musste oft strenge Regeln einhalten. Gemüseanbau war vorgeschrieben und es galt Buch zu führen über die Aussaat, Ausbringung von Dünger und den Ernteertrag. Die übernommene Scholle war oft kein eigentliches Kulturland, sondern es handelte sich um festgelagerten Boden mit viel Unkraut, der in mühseliger Arbeit erst urbar gemacht werden musste.
Mit dem Aufschwung der Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Stadt Lübeck an allen Ecken und Enden und etliche der Kleingartenkolonien und ihre Lauben, welche in schweren Zeiten auch als Wohnräume gute Dienste geleistet hatten, wurden zulasten von Strassen oder anderen Geländeüberbauungen plattgewalzt.
Neben der ausführlich dokumentierten Entwicklungsgeschichte erfährt der interessierte Leser in verschiedenen Geschichten und Portraits Anekdoten aus dem Leben rund um die Laube. Es geht ums (nicht immer harmonische) Zusammenleben Parzelle an Parzelle, um ökologische Betrachtungen oder um die Verwendung von Ertragsüberschüssen. Und last but not least sind die tollen Fotos in beeindruckender Qualität nicht zu vergessen! Vom 16. Januar 2011 bis 31. Juli 2011 findet übrigens im Museum für Natur und Umwelt in Lübeck eine Ausstellung mit dem gleichen Namen wie der Buchtitel statt.
Die verschiedenen Erwähnungen von Kleingärten, die Sportstätten oder Häusern weichen mussten, haben mich an die ehemaligen Pünten (CH-Dialektausdruck für Schrebergärten) auf dem Gelände des heutigen Erlebnisparks Technorama erinnert. Zwischen der Räumung der Gärten und Baubeginn bin ich seinerzeit mit Schwester und Nachbarskindern durch die verlassenen Parzellen gestreift. Dabei konnte das eine oder andere Pflänzlein gerettet werden. In etlichen Gärten war Rhabarber in Hülle und Fülle zurückgelassen worden. Diese Gelegenheit liessen wir uns nicht entgehen und haben diesen teilweise direkt vor Ort in grösseren Mengen gegessen. Dabei haben wir leicht mehr als eine kleine Überdosis erwischt. Jedenfalls habe ich viele Jahre lang keinen Rhabarber mehr angerührt. Inzwischen wird aber auch in der Küche der Sofagärtnerin während der Saison dieses Gemüses regelmässig Rhabarber-Wähe gebacken, während andere, die damals dabei waren, immer noch konsequent auf diesen Genuss verzichten…
Karen Meyer-Rebentisch / Hrsg.: Grüner Kreis Lübeck e.V.
Lust auf Laube und Liebstöckel – Lübecker Kleingartengeschichte(n)
Lübeck Verlag Karen Meyer-Rebentisch, 2010
Buchbestellungen und Leseprobe auf http://www.luebeck-verlag.de
Webseite der Autorin: http://www.gemuese-info.de/
3. Dezember 2010
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Laut eigenen Angaben verwebt der Autor in diesem Roman verschiedene Volksglauben und Traditionen des heidnischen Glaubens mit Erkenntnissen aus unterschiedlichen Projekten und schafft damit die Hauptperson Fergus. Dieser führt eine Detektei, wo Raphael eine Stelle antritt. In diesem ersten Fall der beiden fallen verschiedene Gäste einer Party in eine Art Wachkoma und die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Ist dies der Beginn einer neuen Epidemie? Und was haben seltsam riechende verdorrte Rosen mit der Geschichte zu tun?
Die Rosen sind zwar der Schlüssel zur Lösung, ansonsten beschränkt sich das Gärtnerische auf einen kurzen Hinweis auf falsch geschnittene Rhododendron. Die Geschichte wird in verschiedenen Strängen erzählt und ich hatte Mühe, mir die diversen Personen einzuprägen und den raschen Wechseln zu folgen.
Laut Einführung zu Beginn dieses Buches handelt es sich um ein sprachliches Projekt und das Manuskript wurde von verschiedenen (acht!) Lektoren gelesen und korrigiert. Die Satzstellungen sind teilweise derart ungeordnet, dass ich mich so ganz im Geheimen frage, ob diese den Entwurf tatsächlich durchgegangen sind. Aber vielleicht kommt ja gerade darin das „sprachliche Projekt“ zum Ausdruck? Für den Moment ist mir jedenfalls die Lust auf Lektüre von Büchern aus Eigenverlagen (gewissermassen auch eine Art „Projekt“) etwas vergangen … Wieso ich den Buchtitel überhaupt fertig gelesen habe? Da ich vor einiger Zeit eine Buchbesprechung angekündigt habe, wollte ich meinen Leserinnen und Lesern einige Angaben zum Inhalt nicht vorenthalten.
Paul Riedel:
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Reimo-Verlag, 2010
Die Rosen sind zwar der Schlüssel zur Lösung, ansonsten beschränkt sich das Gärtnerische auf einen kurzen Hinweis auf falsch geschnittene Rhododendron. Die Geschichte wird in verschiedenen Strängen erzählt und ich hatte Mühe, mir die diversen Personen einzuprägen und den raschen Wechseln zu folgen.
Laut Einführung zu Beginn dieses Buches handelt es sich um ein sprachliches Projekt und das Manuskript wurde von verschiedenen (acht!) Lektoren gelesen und korrigiert. Die Satzstellungen sind teilweise derart ungeordnet, dass ich mich so ganz im Geheimen frage, ob diese den Entwurf tatsächlich durchgegangen sind. Aber vielleicht kommt ja gerade darin das „sprachliche Projekt“ zum Ausdruck? Für den Moment ist mir jedenfalls die Lust auf Lektüre von Büchern aus Eigenverlagen (gewissermassen auch eine Art „Projekt“) etwas vergangen … Wieso ich den Buchtitel überhaupt fertig gelesen habe? Da ich vor einiger Zeit eine Buchbesprechung angekündigt habe, wollte ich meinen Leserinnen und Lesern einige Angaben zum Inhalt nicht vorenthalten.
Paul Riedel:
Das Geheimnis der verdorrten Rosen
Reimo-Verlag, 2010
30. November 2010
Monty Don zum 2.
Vielleicht erinnern Sie sich an meinen früheren Beitrag über Monty Don. In diesen Tagen erschien gerade sein aktuelles Buch „Fork to Fork“. Auch seine früheren Bücher sind immer wieder eine Lektüre wert. Zuletzt habe ich „Growing Out of Trouble“ gelesen.
2005 plante Monty Don ein neues Projekt. Die Idee war, Suchtkranken zu helfen, indem diese gesunde Ernährung selber produzieren. Mit Unterstützung sollte die Erde vorbereitet, gesät, gedüngt, gegossen, gejätet und geerntet werden. Auf einem kleinen Bauernhof in Herefordshire sollte das Vorhaben umgesetzt werden und mittels klaren Vorgaben eine Struktur in den Tagesablauf der Drogenabhängigen gebracht werden. Dem Idealisten Don stellten sich jedoch von Beginn weg fast unzählige Hindernisse in den Weg. Das fing bei den Nachbarn an und hörte bei der Unzuverlässigkeit und den Essgewohnheiten der Teilnehmer nicht auf.
In diesem Tagebuch berichtet der Autor und „Projektvater“ sehr offen darüber, wie er gewisse Probleme unterschätzt hat, über seine Enttäuschungen und seine Schuldgefühle. Natürlich gibt es auch positives zu lesen, wenn etwa die Teilnehmer endlich so etwas wie ein Team bilden und gesunde Ernährung schätzen gelernt haben. Auch die jungen Drogensüchtigen kommen zu Wort. Besonders aufschlussreich sind die eingeschobenen Portraits von Andy B., Andres P. und wie sie alle heissen. Diese geben Einblick in die Kindheit, familiäres Umfeld, die Gründe und Umstände die zum Einstieg ins Drogenmillieu führten und die vielen gesundheitlichen Probleme durch den Drogenmissbrauch.
Monty Don:
Growing Out of Trouble
Hodder & Stoughton, 2006
2005 plante Monty Don ein neues Projekt. Die Idee war, Suchtkranken zu helfen, indem diese gesunde Ernährung selber produzieren. Mit Unterstützung sollte die Erde vorbereitet, gesät, gedüngt, gegossen, gejätet und geerntet werden. Auf einem kleinen Bauernhof in Herefordshire sollte das Vorhaben umgesetzt werden und mittels klaren Vorgaben eine Struktur in den Tagesablauf der Drogenabhängigen gebracht werden. Dem Idealisten Don stellten sich jedoch von Beginn weg fast unzählige Hindernisse in den Weg. Das fing bei den Nachbarn an und hörte bei der Unzuverlässigkeit und den Essgewohnheiten der Teilnehmer nicht auf.
In diesem Tagebuch berichtet der Autor und „Projektvater“ sehr offen darüber, wie er gewisse Probleme unterschätzt hat, über seine Enttäuschungen und seine Schuldgefühle. Natürlich gibt es auch positives zu lesen, wenn etwa die Teilnehmer endlich so etwas wie ein Team bilden und gesunde Ernährung schätzen gelernt haben. Auch die jungen Drogensüchtigen kommen zu Wort. Besonders aufschlussreich sind die eingeschobenen Portraits von Andy B., Andres P. und wie sie alle heissen. Diese geben Einblick in die Kindheit, familiäres Umfeld, die Gründe und Umstände die zum Einstieg ins Drogenmillieu führten und die vielen gesundheitlichen Probleme durch den Drogenmissbrauch.
Monty Don:
Growing Out of Trouble
Hodder & Stoughton, 2006
27. November 2010
Gartenbücher (nicht nur) für Kinder
Vor bald hundert Jahren ist das wohl meist verkaufte Kinderbuch aller Zeiten zum Thema Garten „Der geheime Garten“ erstmals erschienen. Frances Hodgson-Burnett (1849 -1924) schrieb einen Klassiker für Kinder ab 10 Jahren, der auch für interessierte Erwachsene eine Lektüre wert ist.
Mary, welche die ersten zehn Jahre in Indien verbracht hat, wird nach dem Tod ihrer Eltern zurück in ihre Heimat England auf das Schloss eines Onkels gebracht. Der Witwer hat den frühen Tod seiner Frau nie verwunden und ist häufig auf Reisen. Das hochnäsige und verwöhnte Mädchen Mary hat Mühe sich einzuleben und langweilt sich in dem riesigen alten Herrenhaus. Da lernt sie zwei Freunde kennen: das Hausmädchen Martha und den Nachbarsjungen Dickon, der Tiere zähmen kann. Mary entdeckt in einer hohen Gartenmauer hinter dichten Büschen eine abgeschlossene Türe. Mit Hilfe des Rotkehlchens Robin findet sie auch den passenden Schlüssel und entdeckt einen versteckten Garten, der anscheinend seit dem Tod ihrer Tante vor zehn Jahren nicht mehr betreten worden ist. Zunächst heimlich und nur mit Hilfe von Dickon, später mit Unterstützung des Gärtners Ben Weatherstaff beginnt Mary, den Garten zu pflegen. Innert kurzer Zeit beginnen das Mädchen und der Garten förmlich aufzublühen.
Eines Nachts hört Mary im Haus ein Weinen und entdeckt den ihr bisher unbekannten kranken Cousin Colin. Der einsame Junge befürchtet, bald sterben zu müssen. Die beiden Kinder freunden sich an und Mary führt Colin in den verborgenen Garten, wo er durch die Gartenarbeit rasch kräftiger wird.
Eine empfehlenswerte Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund über wahre Freundschaft und die Entwicklung von einem unausstehlichen verwöhnten Mädchen zu einem liebenswerten Kind, eingebettet in einen prachtvollen Garten. Das Buch ist in verschiedene Sprachen übersetzt worden und wird auch heutzutage immer wieder neu aufgelegt. Zu den reizvollsten Ausgaben zählt ein leider vergriffenes Bühnenbilderbuch, das aufgeklappt werden kann und dessen vier Buchszenen mit vielen liebevollen Details ausgestattet ist. Das Buch ist auch wiederholt verfilmt sowie als Musical aufgeführt worden und auch als Hörbuch erhältlich. Anfang 2000 erschien eine nicht sehr erfolgreiche Fortsetzung.
Ein verwilderter Garten in einer Grossstadt ist der Schauplatz im Buch „Der alte Garten“ von Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974).
Im Schatten von hohen Neubauten zieht ein geheimnisvoller Garten zwei Kinder aus einem angrenzenden Miethaus an. Der neunjährige Junge und seine um ein Jahr jüngere Schwester dringen in die Wildnis ein und richten unüberlegt böse Zerstörungen an. Daraufhin wird der Garten lebendig und Tiere und Pflanzen beginnen auf sonderbare Weise mit den Kindern zu sprechen und halten erbarmungslos Gericht über die beiden Eindringlinge. Da sich kein Fürsprecher für die beiden findet, werden sie zum Sterben verurteilt, erhalten aber eine Gnadenfrist bis zum Sonnenaufgang. Diese Zeit sollen sie für eine Reise nutzen, die sie in die Tiefe der Erde, die Höhe des Himmels und in die Fluten der Gewässer führen wird. Der Weg zu Erdmutter und Meervater ist von vielen Gefahren begleitet und die beiden Kinder haben verschiedene Abenteuer zu bestehen, die ihnen beibringen sollen, die Natur mit dem notwendigen Respekt zu behandeln.
Das gegen 1940 verfasste und 1975 erstmals erschienene Märchen hat auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst.
Frances Hodgson Burnett:
Der geheime Garten
diverse Ausgaben erhältlich, z.B.
Carlsen Verlag, 2008
ISBN 978-3938899403
Marie Luise Kaschnitz:
Der alte Garten
Insel Verlag, 2006
ISBN 978-3458340942
(Diesen Artikel habe ich bereits vor längerer Zeit verfasst und er ist bereits in der diesjährigen Herbstausgabe von Vivace, der vierteljährlich erscheinenden Publikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde, veröffentlicht worden.)
Mary, welche die ersten zehn Jahre in Indien verbracht hat, wird nach dem Tod ihrer Eltern zurück in ihre Heimat England auf das Schloss eines Onkels gebracht. Der Witwer hat den frühen Tod seiner Frau nie verwunden und ist häufig auf Reisen. Das hochnäsige und verwöhnte Mädchen Mary hat Mühe sich einzuleben und langweilt sich in dem riesigen alten Herrenhaus. Da lernt sie zwei Freunde kennen: das Hausmädchen Martha und den Nachbarsjungen Dickon, der Tiere zähmen kann. Mary entdeckt in einer hohen Gartenmauer hinter dichten Büschen eine abgeschlossene Türe. Mit Hilfe des Rotkehlchens Robin findet sie auch den passenden Schlüssel und entdeckt einen versteckten Garten, der anscheinend seit dem Tod ihrer Tante vor zehn Jahren nicht mehr betreten worden ist. Zunächst heimlich und nur mit Hilfe von Dickon, später mit Unterstützung des Gärtners Ben Weatherstaff beginnt Mary, den Garten zu pflegen. Innert kurzer Zeit beginnen das Mädchen und der Garten förmlich aufzublühen.
Eines Nachts hört Mary im Haus ein Weinen und entdeckt den ihr bisher unbekannten kranken Cousin Colin. Der einsame Junge befürchtet, bald sterben zu müssen. Die beiden Kinder freunden sich an und Mary führt Colin in den verborgenen Garten, wo er durch die Gartenarbeit rasch kräftiger wird.
Eine empfehlenswerte Lektüre mit hortikulturellem Hintergrund über wahre Freundschaft und die Entwicklung von einem unausstehlichen verwöhnten Mädchen zu einem liebenswerten Kind, eingebettet in einen prachtvollen Garten. Das Buch ist in verschiedene Sprachen übersetzt worden und wird auch heutzutage immer wieder neu aufgelegt. Zu den reizvollsten Ausgaben zählt ein leider vergriffenes Bühnenbilderbuch, das aufgeklappt werden kann und dessen vier Buchszenen mit vielen liebevollen Details ausgestattet ist. Das Buch ist auch wiederholt verfilmt sowie als Musical aufgeführt worden und auch als Hörbuch erhältlich. Anfang 2000 erschien eine nicht sehr erfolgreiche Fortsetzung.
Ein verwilderter Garten in einer Grossstadt ist der Schauplatz im Buch „Der alte Garten“ von Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974).
Im Schatten von hohen Neubauten zieht ein geheimnisvoller Garten zwei Kinder aus einem angrenzenden Miethaus an. Der neunjährige Junge und seine um ein Jahr jüngere Schwester dringen in die Wildnis ein und richten unüberlegt böse Zerstörungen an. Daraufhin wird der Garten lebendig und Tiere und Pflanzen beginnen auf sonderbare Weise mit den Kindern zu sprechen und halten erbarmungslos Gericht über die beiden Eindringlinge. Da sich kein Fürsprecher für die beiden findet, werden sie zum Sterben verurteilt, erhalten aber eine Gnadenfrist bis zum Sonnenaufgang. Diese Zeit sollen sie für eine Reise nutzen, die sie in die Tiefe der Erde, die Höhe des Himmels und in die Fluten der Gewässer führen wird. Der Weg zu Erdmutter und Meervater ist von vielen Gefahren begleitet und die beiden Kinder haben verschiedene Abenteuer zu bestehen, die ihnen beibringen sollen, die Natur mit dem notwendigen Respekt zu behandeln.
Das gegen 1940 verfasste und 1975 erstmals erschienene Märchen hat auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst.
Frances Hodgson Burnett:
Der geheime Garten
diverse Ausgaben erhältlich, z.B.
Carlsen Verlag, 2008
ISBN 978-3938899403
Marie Luise Kaschnitz:
Der alte Garten
Insel Verlag, 2006
ISBN 978-3458340942
(Diesen Artikel habe ich bereits vor längerer Zeit verfasst und er ist bereits in der diesjährigen Herbstausgabe von Vivace, der vierteljährlich erscheinenden Publikation der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde, veröffentlicht worden.)
24. November 2010
Blütenträume
Der Roman erzählt aus dem Leben von drei verschiedenen Frauen, die in völlig unterschiedlichen Umständen leben, aber dennoch eng miteinander verbunden sind. Das Trio besteht aus der Blumenhändlerin Dannie, die nach einer grossen Enttäuschung keinen Mann mehr in ihre Nähe lassen will, der attraktiven und erfolgreichen Karrierefrau Calypso und der allein erziehenden Rosa.
Der englische Titel des Romans lautet „A perfect Life“ und genau davon träumen die drei Dubliner Freundinnen. Rosa scheint gerade Welten von diesem Ziel entfernt zu sein. Sie verliert durch gezielte Verleumdung ihren guten Ruf als Sprecherin von Werbespots sowie Audio-CDs und erhält keine Aufträge mehr. Der Verlust dieser einigermassen regelmässigen Einnahmen lässt sie immer häufiger zur Weinflasche zu greifen.
Calypso hingegen scheint ihr Leben perfekt im Griff zu haben. Ihr reicher Mann vergöttert sie und beruflich schwebt sie auf einer Erfolgswelle. Da bringt eine junge Schauspieler-Entdeckung sie beinahe um den Verstand.
Die Floristin Dannie hat sich mit einem eigenen Blumengeschäft selbständig gemacht und glaubt inzwischen akzeptieren zu müssen, dass ihr Kinderwunsch unerfüllt bleiben wird. Da beginnt ein scheinbar echter Gentleman, die Frau zu umwerben. Liegt das perfekte Leben in Greifnähe?
Die Floristin und ihre Blumensträusse spielen trotz dem deutschen Titel „Blütenträume“ eine eher untergeordnete Rolle. Als leichte Urlaubslektüre zu empfehlen.
Kate Thompson:
Blütenträume
Weltbild Verlagsgruppe, 2010
Der englische Titel des Romans lautet „A perfect Life“ und genau davon träumen die drei Dubliner Freundinnen. Rosa scheint gerade Welten von diesem Ziel entfernt zu sein. Sie verliert durch gezielte Verleumdung ihren guten Ruf als Sprecherin von Werbespots sowie Audio-CDs und erhält keine Aufträge mehr. Der Verlust dieser einigermassen regelmässigen Einnahmen lässt sie immer häufiger zur Weinflasche zu greifen.
Calypso hingegen scheint ihr Leben perfekt im Griff zu haben. Ihr reicher Mann vergöttert sie und beruflich schwebt sie auf einer Erfolgswelle. Da bringt eine junge Schauspieler-Entdeckung sie beinahe um den Verstand.
Die Floristin Dannie hat sich mit einem eigenen Blumengeschäft selbständig gemacht und glaubt inzwischen akzeptieren zu müssen, dass ihr Kinderwunsch unerfüllt bleiben wird. Da beginnt ein scheinbar echter Gentleman, die Frau zu umwerben. Liegt das perfekte Leben in Greifnähe?
Die Floristin und ihre Blumensträusse spielen trotz dem deutschen Titel „Blütenträume“ eine eher untergeordnete Rolle. Als leichte Urlaubslektüre zu empfehlen.
Kate Thompson:
Blütenträume
Weltbild Verlagsgruppe, 2010
21. November 2010
Garden Tales
Seit 1994 öffnen Cynthia und John Ramsden regelmässig ihre Gartentore für ein interessiertes Publikum. Fanshaw Gate Hall, wo das Ehepaar seit über fünfzig Jahren wohnt und gärtnert, hat sich mit den Jahren zu einem der meistbesuchten Privatgärten in Derbyshire entwickelt. Im Buch „Garden Tales“ erzählen neben den Eigentümern rund vierzig fleissige Helferinnen und Helfer über ihre vielfältigen Aufgaben an diesen Publikumstagen und ihre Motivation sich zu engagieren. Der bis ins kleinste Detail durchorganisierte Anlass soll nämlich das Geld in der Kasse klingeln lassen, damit möglichst viele karitative Projekte unterstützt werden können.
Gärtner kommen ebenso zu Wort wie Jack’s Ladies, eine Gruppe von Frauen, die für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist. Die einen haben schon als Teenager mit Gartenarbeit auf Fanshaw Gate Hall ein Taschengeld verdient, andere haben selber keinen grünen Daumen, helfen aber gerne mit beim Pflanzen- und Ticketverkauf oder in der Küche. Allen Portraitierten gemeinsam ist die Begeisterung für den Garten. Das letzte Wort gehört übrigens dem Araucan-Hahn „Arry“.
Die vielen Geschichten und Fotos wecken die Lust, auf einen Ausflug in diesen Garten, um die Pracht mit eigenen Augen zu bestaunen und vielleicht mit der einen oder anderen vorgestellten Person ein Schwätzchen zu halten. Ein geeignetes Mittel, um die Zeit bis zur allfälligen Verwirklichung eines solchen Vorhabens zu überbrücken, ist wahrscheinlich das erste Buch von Cynthia Ramsden: A Garden in my Life.
Cynthia Ramsden:
Garden Tales
Grafika Ltd, 2009
Gärtner kommen ebenso zu Wort wie Jack’s Ladies, eine Gruppe von Frauen, die für das leibliche Wohl der Gäste zuständig ist. Die einen haben schon als Teenager mit Gartenarbeit auf Fanshaw Gate Hall ein Taschengeld verdient, andere haben selber keinen grünen Daumen, helfen aber gerne mit beim Pflanzen- und Ticketverkauf oder in der Küche. Allen Portraitierten gemeinsam ist die Begeisterung für den Garten. Das letzte Wort gehört übrigens dem Araucan-Hahn „Arry“.
Die vielen Geschichten und Fotos wecken die Lust, auf einen Ausflug in diesen Garten, um die Pracht mit eigenen Augen zu bestaunen und vielleicht mit der einen oder anderen vorgestellten Person ein Schwätzchen zu halten. Ein geeignetes Mittel, um die Zeit bis zur allfälligen Verwirklichung eines solchen Vorhabens zu überbrücken, ist wahrscheinlich das erste Buch von Cynthia Ramsden: A Garden in my Life.
Cynthia Ramsden:
Garden Tales
Grafika Ltd, 2009
19. November 2010
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Als sie um fünf Uhr früh an einem Samstagmorgen mit ihrer Mutter für eine Hochzeit eine grosse Menge Knopflochsträusse binden muss, hat die damals zwölfjährige Engländerin Rosie Duncan beschlossen, niemals Floristin zu werden. Die Strasse des Lebens führt nicht immer dorthin, wo wir es geplant haben, und so führt Rosie nun in ihrer Lieblingsstadt New York einen florierenden Blumenladen – Kowalski’s.
Ausser ihrer besten Freundin Celia weiss niemand, warum Rosie nach Amerika gekommen ist und schliesslich Zuflucht inmitten von Mr. Kowalskis Blumen gesucht hat. Die junge Frau kann auf ihre Freunde und Mitarbeiter zählen und ist auch ohne Partner glücklich, blockt aber jedes Gespräch ihre Vergangenheit betreffend ab. Doch als sie Nate kennenlernt, beginnen diese Grundfesten zu bröckeln.
Romantischer Roman in blumiger Umgebung mit vielen integrierten kleinen Geschichten über meistens nette Kunden und unzähligen Gründen, Blumen zu kaufen und zu verschenken. Speziell empfehlenswert auch für New York-Liebhaber. Den Lesespass habe ich noch gesteigert, in dem ich parallel zu dieser Lektüre im New York City Garden Guide von Berner/Lowry geblättert habe.
Miranda Dickinson:
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
Ausser ihrer besten Freundin Celia weiss niemand, warum Rosie nach Amerika gekommen ist und schliesslich Zuflucht inmitten von Mr. Kowalskis Blumen gesucht hat. Die junge Frau kann auf ihre Freunde und Mitarbeiter zählen und ist auch ohne Partner glücklich, blockt aber jedes Gespräch ihre Vergangenheit betreffend ab. Doch als sie Nate kennenlernt, beginnen diese Grundfesten zu bröckeln.
Romantischer Roman in blumiger Umgebung mit vielen integrierten kleinen Geschichten über meistens nette Kunden und unzähligen Gründen, Blumen zu kaufen und zu verschenken. Speziell empfehlenswert auch für New York-Liebhaber. Den Lesespass habe ich noch gesteigert, in dem ich parallel zu dieser Lektüre im New York City Garden Guide von Berner/Lowry geblättert habe.
Miranda Dickinson:
Die wunderbare Welt der Rosie Duncan
Wilhelm Heyne Verlag, 2010
17. November 2010
„… Der König vom Bodensee“
Vor ein paar Jahren habe ich die Autobiographie „… ein Leben für die Mainau“ von Lennart Bernadotte und Gunna Wendts Portrait über die Gräfin Sonja Bernadotte gelesen. Anlässlich unseres Besuches auf der Blumeninsel Mainau zum Abschluss der Dahlienblüte habe ich ein paar Euro in die nicht mehr gerade druckfrische illustrierte Biografie über Lennart Bernadotte von Roger Orlik investiert.
Haben Sie gewusst, dass Lennart Bernadotte ein bekannter Fotograf war und auch Filme gedreht hat? 1951 war er beispielsweise an der Produktion des Films „Kon-Tiki“ beteiligt, welcher seinerzeit den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.
Neben einem detaillierten Einblick in die Kindheit am schwedischen Königshof und die verwandtschaftlichen Beziehungen zur russischen Zarenfamilie, erfährt der hortikulturell interessierte Leser im Buch „… Der König vom Bodensee“ auch, dass Friedrich I., Grossherzog von Baden, ein spezieller Naturliebhaber und Baumkundler war und grosse Teile der Insel Mainau in einen botanischen Park mit Rosengarten verwandelt hat. Aus dem Erbfürsten Lennart Bernadotte wurde bekanntlich nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen ein einfacher Bürger und sein einziges Habe war die Insel Mainau. Als das junge Ehepaar 1932 im Süden Deutschlands eintraf, wartete eine Menge Arbeit auf die Frischvermählten: das Arboretum hatte sich zu einem Dschungel entwickelt, auch im Schloss waren grössere Renovationen nötig und es war ein weiter Weg zum florierenden Unternehmen Insel Mainau, wie wir es heute kennen.
Da fast zehn Jahre seit Erscheinen des Buches vergangen sind, ist es natürlich nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Die Bildqualität lässt teilweise auch zu wünschen übrig – alles in allem ist das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Ich habe die Lektüre jedenfalls genossen und neben altbekanntem auch allerhand mir bisher unbekanntes erfahren.
Roger Orlik:
„… Der König vom Bodensee“
SP Verlag, 2002
Haben Sie gewusst, dass Lennart Bernadotte ein bekannter Fotograf war und auch Filme gedreht hat? 1951 war er beispielsweise an der Produktion des Films „Kon-Tiki“ beteiligt, welcher seinerzeit den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.
Neben einem detaillierten Einblick in die Kindheit am schwedischen Königshof und die verwandtschaftlichen Beziehungen zur russischen Zarenfamilie, erfährt der hortikulturell interessierte Leser im Buch „… Der König vom Bodensee“ auch, dass Friedrich I., Grossherzog von Baden, ein spezieller Naturliebhaber und Baumkundler war und grosse Teile der Insel Mainau in einen botanischen Park mit Rosengarten verwandelt hat. Aus dem Erbfürsten Lennart Bernadotte wurde bekanntlich nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen ein einfacher Bürger und sein einziges Habe war die Insel Mainau. Als das junge Ehepaar 1932 im Süden Deutschlands eintraf, wartete eine Menge Arbeit auf die Frischvermählten: das Arboretum hatte sich zu einem Dschungel entwickelt, auch im Schloss waren grössere Renovationen nötig und es war ein weiter Weg zum florierenden Unternehmen Insel Mainau, wie wir es heute kennen.
Da fast zehn Jahre seit Erscheinen des Buches vergangen sind, ist es natürlich nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Die Bildqualität lässt teilweise auch zu wünschen übrig – alles in allem ist das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Ich habe die Lektüre jedenfalls genossen und neben altbekanntem auch allerhand mir bisher unbekanntes erfahren.
Roger Orlik:
„… Der König vom Bodensee“
SP Verlag, 2002
14. November 2010
Aus der Sicht eines Gewächshauses …
Man sagt, alte Häuser hätten viel zu berichten, falls sie reden könnten. Dann mag dies wohl auch für Gewächshäuser zutreffen. Spielen Sie mit dem Gedanken, im Garten ein solches aufzustellen? Dann ist es vielleicht eine Überlegung wert, vorher über das allfällige Seelenleben solcher Bauten nachzudenken. Susan Hillmore hat ein sehr spezielles Buch geschrieben, und zwar eine Geschichte aus der Sicht eines Gewächshauses. Kein Kleingewächshaus ist es zwar, von dem berichtet wird - nein, es ist etwa dreimal so hoch wie ein Mann und wirkt trotz der symmetrischen Struktur sehr zerbrechlich.
Das Gewächshaus erlebt den Wechsel der Jahreszeiten hautnah oder genauer „glasnah“ mit. Nach dem Blühen der Lenzrosen im frühen Frühling folgt die Fliederblüte, bald darauf die warmen Sommerabende, dann das Reifen und Ernten im Herbst und die Winterruhe. Es steht auf Land, das zu einem Bauernhof gehört und hat schon viele Männer in den Krieg ziehen sehen, die nicht mehr zurückkamen.
Aktueller Besitzer ist ein Vater, der jahrelang versucht, seine Unzulänglichkeiten durch die perfekte Pflege von tropischen Pflanzen – insbesondere Orchideen -, die er im Gewächshaus hegt, zu kompensieren. Schliesslich begibt er sich auf eine lange botanische Exkursion nach Südost-Asien und stirbt auf der Rückreise an einem Fieber. Alle Orchideen werden verkauft. Und das kein Geld mehr für Heizmaterial vorhanden ist, hat selbstredend einen direkten Einfluss auf das Gewächshaus.
Melancholische, poetische Lektüre, aber keinesfalls verrückt oder langweilig.
Susan Hillmore:
The Greenhouse
New Amsterdam Books, 1988
Das Gewächshaus erlebt den Wechsel der Jahreszeiten hautnah oder genauer „glasnah“ mit. Nach dem Blühen der Lenzrosen im frühen Frühling folgt die Fliederblüte, bald darauf die warmen Sommerabende, dann das Reifen und Ernten im Herbst und die Winterruhe. Es steht auf Land, das zu einem Bauernhof gehört und hat schon viele Männer in den Krieg ziehen sehen, die nicht mehr zurückkamen.
Aktueller Besitzer ist ein Vater, der jahrelang versucht, seine Unzulänglichkeiten durch die perfekte Pflege von tropischen Pflanzen – insbesondere Orchideen -, die er im Gewächshaus hegt, zu kompensieren. Schliesslich begibt er sich auf eine lange botanische Exkursion nach Südost-Asien und stirbt auf der Rückreise an einem Fieber. Alle Orchideen werden verkauft. Und das kein Geld mehr für Heizmaterial vorhanden ist, hat selbstredend einen direkten Einfluss auf das Gewächshaus.
Melancholische, poetische Lektüre, aber keinesfalls verrückt oder langweilig.
Susan Hillmore:
The Greenhouse
New Amsterdam Books, 1988
10. November 2010
Exerzierplatz
Auf dem Gelände eines ehemaligen Exerzierplatzes baut sich Konrad Zeller nach dem 2. Weltkrieg gegen viele Widerstände mit seinem Wissen, seiner Weitsichtigkeit und viel harter Arbeit eine neue Existenz auf - eine Baum- und Pflanzenschule. Schon seit über dreissig Jahren ist der durch eine Kopfverletzung etwas einfältige Ich-Erzähler Bruno Zellers fleissiger und loyaler Helfer, bleibt aber dennoch über alle Jahrzehnte hinweg ein Aussenseiter.
Die Erzählung wechselt jeweils unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Der Leser bleibt zunächst im Unklaren, was es mit der drohenden Entmündigung Zellers und einem Schenkungsvertrag auf sich hat. Bruchstückweise erfährt man von den schweren Aufbaujahren, vom zunehmenden Erfolg, erlebt mit, wie die Familie wächst und zu Wohlstand und Ansehen kommt und schliesslich fügen sich alle Informationsteilchen zu einem Puzzle.
So ganz nebenbei vermittelt die Lektüre einen aufschlussreichen Einblick in die Tätigkeiten in einer Baumschule, man liest von Okulier- und Kopuliermessern, Hippen, Amboss- und Papageienschnabelscheren und über die unterschiedlichen Auswirkungen vom Genuss von Samen aus Nadelholzzapfen oder von Spirea und Magnolien. Es wäre bestimmt interessant zu erfahren, woher Siegfried Lenz sein detailliertes diesbezügliches Wissen hat – beim Googeln habe ich leider keine entsprechenden Informationen finden können.
Siegfried Lenz:
Exerzierplatz
Deutscher Taschenbuch Verlag, 1989 / 7. Auflage 2009
Die Erzählung wechselt jeweils unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Der Leser bleibt zunächst im Unklaren, was es mit der drohenden Entmündigung Zellers und einem Schenkungsvertrag auf sich hat. Bruchstückweise erfährt man von den schweren Aufbaujahren, vom zunehmenden Erfolg, erlebt mit, wie die Familie wächst und zu Wohlstand und Ansehen kommt und schliesslich fügen sich alle Informationsteilchen zu einem Puzzle.
So ganz nebenbei vermittelt die Lektüre einen aufschlussreichen Einblick in die Tätigkeiten in einer Baumschule, man liest von Okulier- und Kopuliermessern, Hippen, Amboss- und Papageienschnabelscheren und über die unterschiedlichen Auswirkungen vom Genuss von Samen aus Nadelholzzapfen oder von Spirea und Magnolien. Es wäre bestimmt interessant zu erfahren, woher Siegfried Lenz sein detailliertes diesbezügliches Wissen hat – beim Googeln habe ich leider keine entsprechenden Informationen finden können.
Siegfried Lenz:
Exerzierplatz
Deutscher Taschenbuch Verlag, 1989 / 7. Auflage 2009
8. November 2010
Die Tochter des Webers
Holland – Ende des 16. Jahrhunderts: Während sich im Garten der Familie Fromenteel der junge Gärtner Jan an einem schönen Vorfrühlingstag um die Kräuter- und Buchsbaumornamente kümmert, verhandelt drinnen im Haus Cornelis Fromenteel über die Zukunft seiner Tochter Anna. Der flämische Tuchhändler lebt über seine Verhältnisse; sein Vermögen und seine Ausgaben übersteigen seine Möglichkeiten und er sucht verzweifelt einen Weg, um sein standesgemässes Haus nicht aufgeben zu müssen. Als letzten Ausweg aus seiner Misere sieht Fromenteel die Verheiratung von Anna mit seinem künftigen Geschäftspartner Otto de Hane, einem reichen, alten Witwer.
Anna hingegen möchte ihre heimliche Liebe Jan heiraten sobald dieser genügend Geld gespart hat, um ihr eine angemessene Zukunft bieten zu können. Die väterlichen Verhandlungen über die Eheschliessung mit de Hane veranlassen die beiden jungen Leute, Holland überstürzt zu verlassen und in England ihr Glück zu suchen.
Der Neuanfang im neuen Land erweist sich als schwierig. Während Jan eine gut bezahlte Stelle als Gärtner antreten kann, findet Anna Aufnahme im Haushalt des flämischen Pfarrers, der ihr von Beginn an nachstellt. Als die Situation für Anna unerträglich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Danach ergibt sich für die gemeinsame Zukunft von Anna und Jan unerwartet eine Wendung zum Guten: die beiden jungen Leute können endlich heiraten und Jans Arbeitgeber stellt ihnen ein kleines Häuschen als Heim zu Verfügung. Schon bald erwarten die beiden freudig ihr erstes Kind. Wenige Wochen vor der Geburt wird Jan von seinem Arbeitgeber nach Holland geschickt, um Tulpenzwiebeln für den prächtigen Garten zu kaufen. Auf der Rückreise erkrankt der Gärtner schwer und stirbt noch auf dem Schiff.
Der beeindruckende von Jan für seinen Meister angelegten Garten wird häufig detailliert beschrieben und spielt auch nach Jans Tod gelegentlich eine wichtige Rolle.
Elizabeth Jeffrey:
Die Tochter des Webers
Mira Taschenbuch (Cora Verlag), 2010
Anna hingegen möchte ihre heimliche Liebe Jan heiraten sobald dieser genügend Geld gespart hat, um ihr eine angemessene Zukunft bieten zu können. Die väterlichen Verhandlungen über die Eheschliessung mit de Hane veranlassen die beiden jungen Leute, Holland überstürzt zu verlassen und in England ihr Glück zu suchen.
Der Neuanfang im neuen Land erweist sich als schwierig. Während Jan eine gut bezahlte Stelle als Gärtner antreten kann, findet Anna Aufnahme im Haushalt des flämischen Pfarrers, der ihr von Beginn an nachstellt. Als die Situation für Anna unerträglich wird, flüchtet sie aus dem Haus. Danach ergibt sich für die gemeinsame Zukunft von Anna und Jan unerwartet eine Wendung zum Guten: die beiden jungen Leute können endlich heiraten und Jans Arbeitgeber stellt ihnen ein kleines Häuschen als Heim zu Verfügung. Schon bald erwarten die beiden freudig ihr erstes Kind. Wenige Wochen vor der Geburt wird Jan von seinem Arbeitgeber nach Holland geschickt, um Tulpenzwiebeln für den prächtigen Garten zu kaufen. Auf der Rückreise erkrankt der Gärtner schwer und stirbt noch auf dem Schiff.
Der beeindruckende von Jan für seinen Meister angelegten Garten wird häufig detailliert beschrieben und spielt auch nach Jans Tod gelegentlich eine wichtige Rolle.
Elizabeth Jeffrey:
Die Tochter des Webers
Mira Taschenbuch (Cora Verlag), 2010
4. November 2010
The locked Garden
Die beiden sechs- und zwölfjährigen Mädchen Carlie und Verna haben vor zwei Jahren ihre Mutter verloren. Nun, im Jahr 1900, ziehen die Halbwaisen mit ihrem Vater, einem bekannten Psychiater, in ein neues Zuhause, das zum Grundstück einer psychiatrischen Anstalt gehört. Während ihr Vater seine Patienten und Patientinnen behandelt, werden die beiden Mädchen von ihrer Tante Maude betreut.
Maude fühlt sich in der neuen Umgebung nicht wohl und wittert ständig überall Gefahren. Gleichzeitig versucht sie vergeblich und mit allen Mitteln, die Liebe ihrer Nichten, speziell aber jene von Carlie, zu erlangen. Was Maude nicht gelingt, schafft die junge Patientin Elanor im Handumdrehen. Die natürliche Art der Farmerstochter verschafft ihr einen direkten Weg in die Herzen der beiden Mädchen. Maude kann und will diese Tatsache nicht akzeptieren und strapaziert das sowieso schon nicht sehr ausgeprägte Selbstbewusstsein der jungen psychisch kranken Frau. Die Beschimpfungen und hinterhältigen Machenschaften scheinen zu fruchten. Aber wird es Maud gelingen, ihren Schwager für sich einzunehmen?
Der Buchtitel bezieht sich auf den umschlossenen Garten des Genesungsheims, der im Wechsel der Jahreszeiten beschrieben wird, ist aber gleichzeitig auch ein Sinnbild für verschlossene Herzen.
Gloria Whelan:
The locked Garden
Harper Collins Publishers, 2009
Maude fühlt sich in der neuen Umgebung nicht wohl und wittert ständig überall Gefahren. Gleichzeitig versucht sie vergeblich und mit allen Mitteln, die Liebe ihrer Nichten, speziell aber jene von Carlie, zu erlangen. Was Maude nicht gelingt, schafft die junge Patientin Elanor im Handumdrehen. Die natürliche Art der Farmerstochter verschafft ihr einen direkten Weg in die Herzen der beiden Mädchen. Maude kann und will diese Tatsache nicht akzeptieren und strapaziert das sowieso schon nicht sehr ausgeprägte Selbstbewusstsein der jungen psychisch kranken Frau. Die Beschimpfungen und hinterhältigen Machenschaften scheinen zu fruchten. Aber wird es Maud gelingen, ihren Schwager für sich einzunehmen?
Der Buchtitel bezieht sich auf den umschlossenen Garten des Genesungsheims, der im Wechsel der Jahreszeiten beschrieben wird, ist aber gleichzeitig auch ein Sinnbild für verschlossene Herzen.
Gloria Whelan:
The locked Garden
Harper Collins Publishers, 2009
1. November 2010
Gärtnern für die Seele
Laut Kaufquittung (die ich üblicherweise als Buchzeichen verwende) steht das Taschenbuch „Gärtnern für die Seele“ seit bald fünf Jahren ungelesen zwischen anderen längst gelesenen Titeln aus dem Goldmann Verlag auf meinem Bücherregal. Ob es an dem Titel liegt, der mir etwas zu esoterisch ist? Nachdem ich diesem Buch in den letzten Wochen nicht nur auf Ramschtischen begegnet bin, sondern es auch in dem Roman „Herbal Beginnings“ (siehe Rezension vom 25.10.2010) wiederholt positiv erwähnt worden ist, habe ich es mir nun doch endlich gelesen.
Die Autorin Fran Sorin ist überzeugt, dass Gärtnern eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Kreativität zu wecken, die in jedem Mensch schlummert und dass diese einmal freigesetzten Energien einen positiven Einfluss auf andere Lebensbereiche haben. Fran Sorin entwickelte sich im Verlauf von zehn Jahren von einer Anfängerin in Sachen Garten und Gärtnern mittels Learning by Doing zu einer anerkannten Gartenexpertin und parallel dazu von einer zweifelnden, ihre Fähigkeiten unterschätzenden Frau zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit. Sie tritt beispielsweise in Fernsehspots auf, führt Workshops durch und moderiert eine Garten-Ratgeber-Sendung im Radio.
Das Buch „Gärtnern für die Seele“ ist in sieben Phasen gegliedert, beginnend mit Vorstellungskraft, Vision, Planung geht es weiter mit Anpflanzen, Pflege, Freude und endet mit dem Kapitel „Abschluss – Im Zyklus der Jahreszeiten“. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin und aus ihrem Umfeld werden immer wieder eingeflochten. Ein inspirierendes Selbshilfebuch mit klaren, nachvollziehbaren Ratschlägen. Das Gärtnern ist als Metapher zu betrachten. Die Empfehlungen würde ich nicht gerade als „besserwisserisch“ bezeichnen, aber für meinen Geschmack sind es allzu viele „gute“ Tipps auf rund 250 Seiten - dennoch handelt es sich durchaus um eine interessante und lehrreiche Lektüre. Jedenfalls hat mich mein Bauchgefühl betreffend Inhalt nicht getrogen und ich weiss nun konkret, warum ich das Buch dermassen lange nicht gelesen habe ...
Fran Sorin:
Gärtnern für die Seele – Beim Säen, Pflanzen und Ernten zu sich selbst finden
Goldmann Verlag, 2006
Die Autorin Fran Sorin ist überzeugt, dass Gärtnern eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Kreativität zu wecken, die in jedem Mensch schlummert und dass diese einmal freigesetzten Energien einen positiven Einfluss auf andere Lebensbereiche haben. Fran Sorin entwickelte sich im Verlauf von zehn Jahren von einer Anfängerin in Sachen Garten und Gärtnern mittels Learning by Doing zu einer anerkannten Gartenexpertin und parallel dazu von einer zweifelnden, ihre Fähigkeiten unterschätzenden Frau zu einer zufriedenen und selbstbewussten Persönlichkeit. Sie tritt beispielsweise in Fernsehspots auf, führt Workshops durch und moderiert eine Garten-Ratgeber-Sendung im Radio.
Das Buch „Gärtnern für die Seele“ ist in sieben Phasen gegliedert, beginnend mit Vorstellungskraft, Vision, Planung geht es weiter mit Anpflanzen, Pflege, Freude und endet mit dem Kapitel „Abschluss – Im Zyklus der Jahreszeiten“. Eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin und aus ihrem Umfeld werden immer wieder eingeflochten. Ein inspirierendes Selbshilfebuch mit klaren, nachvollziehbaren Ratschlägen. Das Gärtnern ist als Metapher zu betrachten. Die Empfehlungen würde ich nicht gerade als „besserwisserisch“ bezeichnen, aber für meinen Geschmack sind es allzu viele „gute“ Tipps auf rund 250 Seiten - dennoch handelt es sich durchaus um eine interessante und lehrreiche Lektüre. Jedenfalls hat mich mein Bauchgefühl betreffend Inhalt nicht getrogen und ich weiss nun konkret, warum ich das Buch dermassen lange nicht gelesen habe ...
Fran Sorin:
Gärtnern für die Seele – Beim Säen, Pflanzen und Ernten zu sich selbst finden
Goldmann Verlag, 2006
Abonnieren
Kommentare (Atom)