Renate Hücking ("Die Beute der Pflanzenjäger") von der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur hat mir folgenden Text zukommen lassen, den sie für die Zeitschrift „Blätterrauschen“ verfasst hat. Ich habe mich sehr über diese netten Zeilen gefreut und möchte euch diese nicht vorenthalten:
Die Sofagärtnerin
Durch Zufall habe ich die „Sofagärtnerin“ getroffen und mich sofort am PC fest gelesen. Was ich dort las, hat mir so gut gefallen, dass ich den Blog sofagaertnerin.blgospot.com (oder einfach „Die Sofagärtnerin“ googeln) allen Garten-Buchwürmern empfehlen möchte: Gegliedert nach etwa 20 Stichworten (Romane, Gartengestaltung, Kinder- und Jugendbücher, Pflanzenportraits etc.) entfaltet die Bloggerin ein breites Panorama an deutsch- und englischsprachiger Gartenliteratur.
Hier werden nicht nur Klappentexte und Pressemitteilungen abgeschrieben; die persönlich gehaltenen, gleichwohl informativen Texte vermitteln den Eindruck, als habe die Sofagärtnerin aus der Schweiz die Bücher tatsächlich gelesen. Nach der Lektüre dieser Buchbesprechungen war ich jeweils in der Lage zu entscheiden, was mich interessieren würde und was nicht.
Die Mitteilung, dass die Sofagärtnerin auch eine Garten-Gärtnerin ist, hat für mich die Frage aufgeworfen, wie schafft sie das bloss. Wenn ich nur halb so viel lesen würde wie sie, wäre mein Garten eine Wildnis.
(Copyright by Renate Hücking/Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Renate Hücking)
17. Mai 2011
15. Mai 2011
Death in the Winter Garden
Dieser von Karen Lowe getextete Gartenkrimi ist bereits der zweite, in welchem die Gartendesignerin Fern Green ihre Nase immer wieder in Angelegenheiten steckt, die sie eigentlich nichts angehen. Das erste Buch habe ich hier vorgestellt.
Die Erzählung spielt im Jahr 2001 - es ist kurz vor Weihnachten. Keine gute Zeit, um mit Gartenentwürfen Geld zu verdienen. So ist Fern erleichtert, als sie von Owen Stanyard den Auftrag erhält, den jahrzehntelang vernachlässigten Garten von Plas Graig aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Eigentlich war geplant, dass Owens Sohn Tristan, ein Botaniker, diese Aufgabe übernimmt. Doch der junge Mann ist vor zwei Monaten auf einer Pflanzenexpedition in Kolumbien ertrunken. Wegen diesem tragischen Todesfall soll in der Gartenrestauration auch ein Projekt „Gedenkstätte“ realisiert werden.
Die erste Gartenbesichtigung vor Ort wird durch den Gärtner Morgan unterbrochen, der in Spatentiefe die sterblichen Überreste eines Neugeborenen entdeckt hat. Noch mehr Unruhe löst die Ankunft einer unbekannten jungen Frau aus, die behauptet, Tristans Witwe zu sein und sein Kind zu erwarten.
Für die Planung der Gartenrestauration vertieft sich Fern in alte Tagebücher. 1939 hatte Vita Sackville-West in Kent ihre vielkopierte Idee vom Weissen Garten entwickelt. Der Garten von Plas Graig ist genau seit diesem Jahr vernachlässigt worden. Das bringt Fern auf die Idee, den Gedenkgarten ausschliesslich mit weissen und silbernen Pflanzen zu bestücken. Als in nächster Nähe ein junges Mädchen ermordet aufgefunden wird, fokussiert sich ihr Interesse wieder mehr auf ihre detektivischen Fähigkeiten…
Karen Lowe:
Death in the Winter Garden
Beanpole Books, 2011
Die Erzählung spielt im Jahr 2001 - es ist kurz vor Weihnachten. Keine gute Zeit, um mit Gartenentwürfen Geld zu verdienen. So ist Fern erleichtert, als sie von Owen Stanyard den Auftrag erhält, den jahrzehntelang vernachlässigten Garten von Plas Graig aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Eigentlich war geplant, dass Owens Sohn Tristan, ein Botaniker, diese Aufgabe übernimmt. Doch der junge Mann ist vor zwei Monaten auf einer Pflanzenexpedition in Kolumbien ertrunken. Wegen diesem tragischen Todesfall soll in der Gartenrestauration auch ein Projekt „Gedenkstätte“ realisiert werden.
Die erste Gartenbesichtigung vor Ort wird durch den Gärtner Morgan unterbrochen, der in Spatentiefe die sterblichen Überreste eines Neugeborenen entdeckt hat. Noch mehr Unruhe löst die Ankunft einer unbekannten jungen Frau aus, die behauptet, Tristans Witwe zu sein und sein Kind zu erwarten.
Für die Planung der Gartenrestauration vertieft sich Fern in alte Tagebücher. 1939 hatte Vita Sackville-West in Kent ihre vielkopierte Idee vom Weissen Garten entwickelt. Der Garten von Plas Graig ist genau seit diesem Jahr vernachlässigt worden. Das bringt Fern auf die Idee, den Gedenkgarten ausschliesslich mit weissen und silbernen Pflanzen zu bestücken. Als in nächster Nähe ein junges Mädchen ermordet aufgefunden wird, fokussiert sich ihr Interesse wieder mehr auf ihre detektivischen Fähigkeiten…
Karen Lowe:
Death in the Winter Garden
Beanpole Books, 2011
13. Mai 2011
... für einmal andere zu Wort kommen lassen
Nach fast 250 von mir verfassten und im Sofagarten veröffentlichten Posts zur Abwechslung mal ein Beitrag aus fremder Feder: Hier der Link zu einem Portrait über die Sofagärtnerin, das in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift "Schweizer Buchhandel" des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes SBVV erschienen ist.
(Copyright by Martin Walker/Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Martin Walker, SBVV)
(Copyright by Martin Walker/Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Martin Walker, SBVV)
9. Mai 2011
Ehebrecher und andere Unschuldslämmer
Die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Vaters verhindert, dass Louisa ihrem Freund Andi von ihrer ungeplanten Schwangerschaft berichten kann. Sie verlässt überstürzt Freund und Schwangerschaftstest, den sie in eine auf dem Teller übrig gebliebene Bulette gesteckt hat.
Eigentlich hatte Louisa bald nach der Beerdigung wieder in ihre WG in Berlin zurückkehren wollen. Doch durch den völlig unerwarteten Verlust ihres geliebten Ehemannes hat sich ihre Mutter Amélie von einer selbständigen, resoluten Frau in eine ziemlich hilflose Witwe verwandelt, deren Aufmerksamkeit es entgeht, dass auch die Tochter trauert und wegen ihrer Schwangerschaft auf mütterliche Unterstützung angewiesen wäre. Während sich Amélie also an den neuen unverschämt gutaussehenden Pfarrer klammert, vertieft Louisa ihre Bekanntschaft mit dem Gärtner Gilbert Kalinke, der sich ungefragt in Opas altem Schuppen am Rand des Gartens wohnlich eingerichtet hat.
Die etwas skurrile Geschichte rund um einen Pfarrer mit besonderem Hang zu hilflosen weiblichen Schäfchen in seiner Gemeinde wird abwechslungsweise aus der Sicht von vier Frauen erzählt. Neben Louisa und Amélie kommen die beiden Nachbarinnen Irmi und Carola zu Wort. Witzige Dialoge sorgen für unterhaltsame Lektüre, vor allem Louisa behält meistens das letzte Wort. Erschüttert wird die junge schwangere Frau zuweilen durch Gilberts freizügigen Ansichten betreffend „mein“ und „dein“ und möchte diesbezüglich gar keine genauen Details erfahren, wenn er "stehlen" schönfärberisch als "organisieren" bezeichnet.
Ganz nebenbei wird während der Handlung der jahrelang vernachlässigte Garten in ein asiatisch angehauchtes Paradies verwandelt, vor welchem Fotografen von angesehenen Gartenzeitschriften Schlange stehen, um einen Termin fürs Ablichten der Idylle zu erhalten.
Nach "Ein unmoralisches Sonderangebot" ist „Ehebrecher und andere Unschuldslämmer“ mein zweites Buch von Kerstin Gier, das ich gelesen habe. Hinweise darüber, ob sich auch die anderen Bücher der Autorin einen gewissen gärtnerischen Hintergrund haben, sind herzlich willkommen!
Kerstin Gier:
Ehebrecher und andere Unschuldslämmer
Bastei Lübbe, 2000 (8. Auflage 2010)
Eigentlich hatte Louisa bald nach der Beerdigung wieder in ihre WG in Berlin zurückkehren wollen. Doch durch den völlig unerwarteten Verlust ihres geliebten Ehemannes hat sich ihre Mutter Amélie von einer selbständigen, resoluten Frau in eine ziemlich hilflose Witwe verwandelt, deren Aufmerksamkeit es entgeht, dass auch die Tochter trauert und wegen ihrer Schwangerschaft auf mütterliche Unterstützung angewiesen wäre. Während sich Amélie also an den neuen unverschämt gutaussehenden Pfarrer klammert, vertieft Louisa ihre Bekanntschaft mit dem Gärtner Gilbert Kalinke, der sich ungefragt in Opas altem Schuppen am Rand des Gartens wohnlich eingerichtet hat.
Die etwas skurrile Geschichte rund um einen Pfarrer mit besonderem Hang zu hilflosen weiblichen Schäfchen in seiner Gemeinde wird abwechslungsweise aus der Sicht von vier Frauen erzählt. Neben Louisa und Amélie kommen die beiden Nachbarinnen Irmi und Carola zu Wort. Witzige Dialoge sorgen für unterhaltsame Lektüre, vor allem Louisa behält meistens das letzte Wort. Erschüttert wird die junge schwangere Frau zuweilen durch Gilberts freizügigen Ansichten betreffend „mein“ und „dein“ und möchte diesbezüglich gar keine genauen Details erfahren, wenn er "stehlen" schönfärberisch als "organisieren" bezeichnet.
Ganz nebenbei wird während der Handlung der jahrelang vernachlässigte Garten in ein asiatisch angehauchtes Paradies verwandelt, vor welchem Fotografen von angesehenen Gartenzeitschriften Schlange stehen, um einen Termin fürs Ablichten der Idylle zu erhalten.
Nach "Ein unmoralisches Sonderangebot" ist „Ehebrecher und andere Unschuldslämmer“ mein zweites Buch von Kerstin Gier, das ich gelesen habe. Hinweise darüber, ob sich auch die anderen Bücher der Autorin einen gewissen gärtnerischen Hintergrund haben, sind herzlich willkommen!
Kerstin Gier:
Ehebrecher und andere Unschuldslämmer
Bastei Lübbe, 2000 (8. Auflage 2010)
5. Mai 2011
Frauen im Garten
Die Beziehung zwischen Frauen und ihren Gärten war in jüngster Zeit wiederholt Thema von verschiedenen interessanten Publikationen. Das hier vorgestellte Buch widmet sich für einmal Gemälden und stellt Gartenbilder von berühmten und auch weniger bekannten Malern vor.
Nach einem Vorwort von Eva Demski (siehe auch meine Vorstellung ihres Buches "Gartengeschichten") und einer Einleitung von Tania Schlie werden die Gemälde und Künstler in Kapitel gegliedert. Die Überschriften lauten beispielsweise „Der Garten der Frauen“, „Der Garten der Kindheit“, „Der Garten den Freundinnen“, „Der Garten der Gärtnerin“ oder „Der Garten der Lüste“. Im Kapitel „Ein Ort schwer von Rosenduft“ ist übrigens das Bild „The Soul of the Rose“ von John William Waterhouse abgebildet, welches das Umschlagbild des Romans „Lilys Rosengarten“ ziert, den ich letzthin hier im Sofagarten vorgestellt habe.
Ist der Garten, das Gärtnern Ausdruck der unermüdlichen Suche des Menschen nach dem verlorenen Paradies? Maler aus allen Epochen und Stilrichtungen haben ihn als Motiv gewählt, etliche wie Claude Monet oder Max Liebermann haben sich ihre grünen und/oder bunten Kulissen gleich selber erschaffen. Wie schon der Titel verrät, erlaubt das Buch einen Streifzug mit Frauen durch die Gärten der Kunstgeschichte und erzählt von den Stimmungen, die das Beschäftigen mit Pflanzen in denselben auslöst.
Lesen, träumen, nachdenken, irgendwelchen Gedanken nachhängen oder sich über etwas freuen – diese Beschäftigungen verbinden die meisten der portraitierten Frauen. Gelegentlich scheint etwas Melancholie oder Trauer auf den Gesichtszügen auszumachen zu sein. Auf einem Gemälde schneidet eine Frau die Rosen zurück, die meisten anderen Werke zeigen nichts von der Mühsal, die hinter der dargestellten Blütenpracht steckt. Die anstrengendste Tätigkeit vor der Haustüre scheint im Schneiden von frischen Blumen zu bestehen. Idyllische Szenen von Blumenpflückerinnen, Teestunden und Picknicks im Garten laden den Leser und die Leserin ein, es den gemalten Frauen gleichzutun – sich in einem Stuhl zurückzulehnen und die Seele baumeln lassen.
Ein Buch für Geniesser und ein Erlebnis für verschiedene Sinne – nicht nur die Bilder fürs Auge, auch die Texte auf hochwertigem Papier machen das Buch zu einem Werk, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und darin schmökert. Ob gelegentlich wohl auch einmal ein Buch mit dem ausschliesslichen Thema „Männer und ihre Gärten“ erscheint?
Tania Schlie:
Frauen im Garten
Thiele Verlag, 2011
Nach einem Vorwort von Eva Demski (siehe auch meine Vorstellung ihres Buches "Gartengeschichten") und einer Einleitung von Tania Schlie werden die Gemälde und Künstler in Kapitel gegliedert. Die Überschriften lauten beispielsweise „Der Garten der Frauen“, „Der Garten der Kindheit“, „Der Garten den Freundinnen“, „Der Garten der Gärtnerin“ oder „Der Garten der Lüste“. Im Kapitel „Ein Ort schwer von Rosenduft“ ist übrigens das Bild „The Soul of the Rose“ von John William Waterhouse abgebildet, welches das Umschlagbild des Romans „Lilys Rosengarten“ ziert, den ich letzthin hier im Sofagarten vorgestellt habe.
Ist der Garten, das Gärtnern Ausdruck der unermüdlichen Suche des Menschen nach dem verlorenen Paradies? Maler aus allen Epochen und Stilrichtungen haben ihn als Motiv gewählt, etliche wie Claude Monet oder Max Liebermann haben sich ihre grünen und/oder bunten Kulissen gleich selber erschaffen. Wie schon der Titel verrät, erlaubt das Buch einen Streifzug mit Frauen durch die Gärten der Kunstgeschichte und erzählt von den Stimmungen, die das Beschäftigen mit Pflanzen in denselben auslöst.
Lesen, träumen, nachdenken, irgendwelchen Gedanken nachhängen oder sich über etwas freuen – diese Beschäftigungen verbinden die meisten der portraitierten Frauen. Gelegentlich scheint etwas Melancholie oder Trauer auf den Gesichtszügen auszumachen zu sein. Auf einem Gemälde schneidet eine Frau die Rosen zurück, die meisten anderen Werke zeigen nichts von der Mühsal, die hinter der dargestellten Blütenpracht steckt. Die anstrengendste Tätigkeit vor der Haustüre scheint im Schneiden von frischen Blumen zu bestehen. Idyllische Szenen von Blumenpflückerinnen, Teestunden und Picknicks im Garten laden den Leser und die Leserin ein, es den gemalten Frauen gleichzutun – sich in einem Stuhl zurückzulehnen und die Seele baumeln lassen.
Ein Buch für Geniesser und ein Erlebnis für verschiedene Sinne – nicht nur die Bilder fürs Auge, auch die Texte auf hochwertigem Papier machen das Buch zu einem Werk, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und darin schmökert. Ob gelegentlich wohl auch einmal ein Buch mit dem ausschliesslichen Thema „Männer und ihre Gärten“ erscheint?
Tania Schlie:
Frauen im Garten
Thiele Verlag, 2011
1. Mai 2011
And I shall have some Peace there
Nachdem sie schon längere Zeit Zweifel über ihren Lebensstil gehegt hat, trifft Margaret Roach im Jahr 2008 eine Entscheidung, die ihre Zukunft in eine völlig neue Richtung lenkt. Wie für viele andere auch waren die Ereignisse vom 11. September 2001 der Auslöser für diese Entwicklung. Die Führungskraft kündigt ihre Stelle im Imperium von Martha Stewart, weil sie nicht mehr länger beruflichen Erfolgen nachjagen und ihr Glück von jährlich höheren Bonuszahlungen abhängig machen will. Ihr neues Ziel ist ein Leben im Einklang mit der Natur und ihrer allerersten Leidenschaft – dem Garten. Margaret Roach zieht sich in ihr Haus auf dem Land zurück. Es liegt tief in den Wäldern und sie hat im Laufe von zwei Jahrzehnten viele Wochenenden dort verbracht hat, kennt aber trotzdem keinen Nachbarn.
Freunde und Kollegen warnen die Frau vor einer Depression in der selbstgewählten Isolation. Die kinderlose Singlefrau mit einem Hang zur Einzelgängerin lässt sich aber nicht beirren. Doch womit identifiziert sich frau, wenn sie nicht mehr unter der Email-Adresse „margaretroach@marthastewart dot com“ erreichbar ist? Das Nichtstun, das Umgehen mit dem fehlenden Termindruck und der Mangel an einer konkreten Zukunftsperspektive sorgen für einen harzigen Start ins Abenteuer. Frustrationen können nicht mehr mit dem Ausgeben von mehreren tausend Dollars innert einer Viertelstunde kompensiert werden. Designerklamotten haben ihre Anziehungskraft verloren und die Autorin verbringt oft Tag und Nacht in den gleichen Kleidern.
In ihrem sehr persönlichen Buch „and I shall have some peace there“ erzählt Margaret Roach von der Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten und wie sie schliesslich neue Projekte anpackt, darunter die Gestaltung ihres Gartens, ihr Gartenblog (awaytogarden.com) oder ihr soziales Engagement. Sie schildert auch, wie sie schliesslich Zufriedenheit findet im „genügend“ und nicht ständig nach „noch mehr“ strebt. Und wie sie endlich definitiv im Landleben angekommen ist – nämlich zu dem Zeitpunkt, als sie erstmals die Haare nicht mehr beim Coiffeur in der Grosstadt schneiden lässt…
Margaret Roach:
And I shall have some Peace there
Grand Central Publishing, 2011
Freunde und Kollegen warnen die Frau vor einer Depression in der selbstgewählten Isolation. Die kinderlose Singlefrau mit einem Hang zur Einzelgängerin lässt sich aber nicht beirren. Doch womit identifiziert sich frau, wenn sie nicht mehr unter der Email-Adresse „margaretroach@marthastewart dot com“ erreichbar ist? Das Nichtstun, das Umgehen mit dem fehlenden Termindruck und der Mangel an einer konkreten Zukunftsperspektive sorgen für einen harzigen Start ins Abenteuer. Frustrationen können nicht mehr mit dem Ausgeben von mehreren tausend Dollars innert einer Viertelstunde kompensiert werden. Designerklamotten haben ihre Anziehungskraft verloren und die Autorin verbringt oft Tag und Nacht in den gleichen Kleidern.
In ihrem sehr persönlichen Buch „and I shall have some peace there“ erzählt Margaret Roach von der Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten und wie sie schliesslich neue Projekte anpackt, darunter die Gestaltung ihres Gartens, ihr Gartenblog (awaytogarden.com) oder ihr soziales Engagement. Sie schildert auch, wie sie schliesslich Zufriedenheit findet im „genügend“ und nicht ständig nach „noch mehr“ strebt. Und wie sie endlich definitiv im Landleben angekommen ist – nämlich zu dem Zeitpunkt, als sie erstmals die Haare nicht mehr beim Coiffeur in der Grosstadt schneiden lässt…
Margaret Roach:
And I shall have some Peace there
Grand Central Publishing, 2011
28. April 2011
Dialog mit meinem Gärtner - Das Buch
Die französische Originalausgabe dieses Büchleins habe ich vor ein paar Jahren im Schaufenster einer Buchhandlung in Strassburg entdeckt. Bei der Lektüre und auch später beim Betrachten der Verfilmung der Geschichte unter dem gleichen Titel „Dialog mit meinem Gärtner“ mit Daniel Auteuil habe ich mich mehr als einmal gewundert, warum es diese Gespräche zwischen zwei älteren Männern nicht auch auf Deutsch zu lesen gibt. Einen passenden Verlag hatte ich auch im Hinterkopf. Dieser Verlag hat letztes Jahr seinen Betrieb eingestellt, aber dank dem Schöffling Verlag wird diese Freundschaft in Form von niedergeschriebenen Dialogen dem deutschsprachigen Publikum nun nicht weiter vorenthalten.
Ein bekannter Pariser Maler zieht sich in das Haus seiner Kindheit aufs Land zurück. Per Inserat sucht er jemanden für die Pflege seines grossen vernachlässigten Gartens und es kommt zu einem Wiedersehen mit seinem früheren Mitschüler, dem inzwischen frühpensionierten Schienenleger Léo. Die beiden völlig unterschiedlichen Männer kommen sich durch ihre Tätigkeiten im Garten näher. Einer malt, der andere gärtnert. Gemeinsam unterhalten sie sich oder sie schweigen zusammen. Beide sind in ihren Gebieten Künstler. Einer ist unermüdlich auf der Suche nach dem perfekten Pinselstrich - Ziel und Werke des anderen sind schöne Salatköpfe und anderes Gemüse.
Die beiden palavern über vertrockneten Lauch, Ferienreisen, Frauen, Farben sowie Gott und die Welt. Und auch darüber, ob ein echter, essbarer Salatkopf schöner ist oder einer, der auf Leinwand verewigt worden ist. Beide Männer gehören zwar unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten an, doch interessiert hört einer dem anderen zu. Sie erschliessen sich so gegenseitig neue Wissensgebiete und der nachdenkliche, einfache Léo, der in einer Wohnung des Sozialbaus daheim ist, zeigt dem Künstler aus Paris seine simple Sicht auf die Dinge und bringt ihm die Natur näher. Eine schöne und einfühlsame Lektüre rund um Gemüseanbau und wichtigeres im Leben.
Henri Cueco:
Dialog mit meinem Gärtner
Schöffling & Co., 2011
Ein bekannter Pariser Maler zieht sich in das Haus seiner Kindheit aufs Land zurück. Per Inserat sucht er jemanden für die Pflege seines grossen vernachlässigten Gartens und es kommt zu einem Wiedersehen mit seinem früheren Mitschüler, dem inzwischen frühpensionierten Schienenleger Léo. Die beiden völlig unterschiedlichen Männer kommen sich durch ihre Tätigkeiten im Garten näher. Einer malt, der andere gärtnert. Gemeinsam unterhalten sie sich oder sie schweigen zusammen. Beide sind in ihren Gebieten Künstler. Einer ist unermüdlich auf der Suche nach dem perfekten Pinselstrich - Ziel und Werke des anderen sind schöne Salatköpfe und anderes Gemüse.
Die beiden palavern über vertrockneten Lauch, Ferienreisen, Frauen, Farben sowie Gott und die Welt. Und auch darüber, ob ein echter, essbarer Salatkopf schöner ist oder einer, der auf Leinwand verewigt worden ist. Beide Männer gehören zwar unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten an, doch interessiert hört einer dem anderen zu. Sie erschliessen sich so gegenseitig neue Wissensgebiete und der nachdenkliche, einfache Léo, der in einer Wohnung des Sozialbaus daheim ist, zeigt dem Künstler aus Paris seine simple Sicht auf die Dinge und bringt ihm die Natur näher. Eine schöne und einfühlsame Lektüre rund um Gemüseanbau und wichtigeres im Leben.
Henri Cueco:
Dialog mit meinem Gärtner
Schöffling & Co., 2011
24. April 2011
Die geheimen Gärten von Zürich
Nach einem Blick in die geheimen Gärten von Berlin, Amsterdam und London erlaubt der neueste Bildband aus dieser Reihe hinter zumeist abgeschirmte grüne und blühende Idyllen in und um Zürich zu spähen. Der Leser spaziert mit Hilfe von Autor und Fotograf vermeintlich hinter die Hecken von durchgestalteten Anlagen, in die Gärten von botanischen Sammlern, durch klassische Villengärten und Parks mit Seeanstoss und in die luftigen Höhen von Dachgärten.
Allen Portraits gemeinsam ist die private Nutzung und die Mehrheit der Besitzer und Bewohner bleibt im Buch namenlos und so geheim wie die Gärten, wenn sie nicht gerade in diesem Buch vorgestellt werden. Genau aus diesem Grund war es ein Vergnügen, an der Präsentation dieses Buches in einer Züricher Buchhandlung zu rätseln, welcher Gast wohl in welchen Garten passen würde. Eine Lösung zu diesen Überlegungen gab es natürlich nicht, dafür erfuhr man an diesem Anlass, wie sich der Autor bei Freunden und Bekannten leicht unbeliebt machte, weil er sich bei passenden und eher unpassenden Gelegenheiten (zu) häufig nach interessanten Gärten erkundigt hat. Ersatzweise erhält er auf seine Texte über Gärten mehr Resonanz als auf seine früheren Artikel über politische Themen oder Gastrokritiken. Aber zurück zu den geheimen Züricher Gärten.
Mehr als dreissig Refugien werden in Wort und exzellenten Bildern vorgestellt. Eines meiner Lieblingsportraits ist ein Sammlergarten um ein Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1920, der zu jeder Jahreszeit mit Höhepunkten aus dem Pflanzenreich prunken kann. Das Hanggrundstück wurde in rund fünfzehn Jahren in einen abwechslungsreichen Garten verwandelt. Neben interessanten Gehölzen buhlen alte Rosen und bezaubernde Stauden um Aufmerksamkeit. Nicht minder reizvoll erscheint eine andere grüne Oase zwischen Altstadthäusern, wo die Vegetation nur zurückhaltend in Zaum gehalten wird. Der abgebildete Efeubogen macht neugierig, was es ein paar Schritte weiter wohl ausser den Eichblatt- und Bauernhortensien sonst noch für Pflanzenschätze zu entdecken gibt.
Demgegenüber erscheinen die gärtnerischen Möglichkeiten auf Dächern eher eingeschränkt. Der portraitierte Gemeinschaftsdachgarten trumpft dafür mit einem herrlichen Ausblick auf die nahen städtischen Grünanlagen auf. Die Terrassen selber beherbergen ein Sammelsurium an Töpfen und Pflanzen, die bunt zusammengewürfelt sind. Obwohl mir persönlich die klassischen Villengärten und Parkanlagen weniger gefallen, sind die „Narzissen-Wellen“ in einem gepflegten Rasen zur Blütezeit überaus beeindruckend. Was passiert wohl mit den welken Blumen nach der Blüte? Stimmig dünkt mich auch das Buchsbaum-Paradies, welches das Titelbild ziert. Der Boden rund um das ehemalige Haus des Schulmeisters ist mit rund 700 gepflegt geschnittenen Buchskugeln bestückt. Bleibt zu hoffen, dass Buchsbaumzünsler und –pilz einen weiten Bogen um dieses grüne Reich machen.
Ein wunderschönes Buch! Für die Befriedigung meiner privaten hortikulturellen Vorlieben und Interessen hätte ich mir mehr Einblicke in mit Herzblut gestaltete und gepflegte (Schreber-)Gärten von passionierten Gärtnern aus Zürich und Umgebung gewünscht.
Dennoch würde es mich gar nicht wundern, auf einer Schifffahrt über den Zürichsee Personen mit Fernglas und diesem Buch bewaffnet anzutreffen. Ich für meinen Teil werde beim nächsten Ausflug auf Wasser bestimmt versuchen, noch gezielter als üblich in die Gärten zu schielen und auf diese Weise vielleicht einen Blick in die eine oder andere Anlage aus dem hier vorgestellten Buch zu erhaschen.
Andreas Honegger / Gaston Wicky (Fotos):
Die geheimen Gärten von Zürich
Deutsche Verlags-Anstalt, 2011
Allen Portraits gemeinsam ist die private Nutzung und die Mehrheit der Besitzer und Bewohner bleibt im Buch namenlos und so geheim wie die Gärten, wenn sie nicht gerade in diesem Buch vorgestellt werden. Genau aus diesem Grund war es ein Vergnügen, an der Präsentation dieses Buches in einer Züricher Buchhandlung zu rätseln, welcher Gast wohl in welchen Garten passen würde. Eine Lösung zu diesen Überlegungen gab es natürlich nicht, dafür erfuhr man an diesem Anlass, wie sich der Autor bei Freunden und Bekannten leicht unbeliebt machte, weil er sich bei passenden und eher unpassenden Gelegenheiten (zu) häufig nach interessanten Gärten erkundigt hat. Ersatzweise erhält er auf seine Texte über Gärten mehr Resonanz als auf seine früheren Artikel über politische Themen oder Gastrokritiken. Aber zurück zu den geheimen Züricher Gärten.
Mehr als dreissig Refugien werden in Wort und exzellenten Bildern vorgestellt. Eines meiner Lieblingsportraits ist ein Sammlergarten um ein Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1920, der zu jeder Jahreszeit mit Höhepunkten aus dem Pflanzenreich prunken kann. Das Hanggrundstück wurde in rund fünfzehn Jahren in einen abwechslungsreichen Garten verwandelt. Neben interessanten Gehölzen buhlen alte Rosen und bezaubernde Stauden um Aufmerksamkeit. Nicht minder reizvoll erscheint eine andere grüne Oase zwischen Altstadthäusern, wo die Vegetation nur zurückhaltend in Zaum gehalten wird. Der abgebildete Efeubogen macht neugierig, was es ein paar Schritte weiter wohl ausser den Eichblatt- und Bauernhortensien sonst noch für Pflanzenschätze zu entdecken gibt.
Demgegenüber erscheinen die gärtnerischen Möglichkeiten auf Dächern eher eingeschränkt. Der portraitierte Gemeinschaftsdachgarten trumpft dafür mit einem herrlichen Ausblick auf die nahen städtischen Grünanlagen auf. Die Terrassen selber beherbergen ein Sammelsurium an Töpfen und Pflanzen, die bunt zusammengewürfelt sind. Obwohl mir persönlich die klassischen Villengärten und Parkanlagen weniger gefallen, sind die „Narzissen-Wellen“ in einem gepflegten Rasen zur Blütezeit überaus beeindruckend. Was passiert wohl mit den welken Blumen nach der Blüte? Stimmig dünkt mich auch das Buchsbaum-Paradies, welches das Titelbild ziert. Der Boden rund um das ehemalige Haus des Schulmeisters ist mit rund 700 gepflegt geschnittenen Buchskugeln bestückt. Bleibt zu hoffen, dass Buchsbaumzünsler und –pilz einen weiten Bogen um dieses grüne Reich machen.
Ein wunderschönes Buch! Für die Befriedigung meiner privaten hortikulturellen Vorlieben und Interessen hätte ich mir mehr Einblicke in mit Herzblut gestaltete und gepflegte (Schreber-)Gärten von passionierten Gärtnern aus Zürich und Umgebung gewünscht.
Dennoch würde es mich gar nicht wundern, auf einer Schifffahrt über den Zürichsee Personen mit Fernglas und diesem Buch bewaffnet anzutreffen. Ich für meinen Teil werde beim nächsten Ausflug auf Wasser bestimmt versuchen, noch gezielter als üblich in die Gärten zu schielen und auf diese Weise vielleicht einen Blick in die eine oder andere Anlage aus dem hier vorgestellten Buch zu erhaschen.
Andreas Honegger / Gaston Wicky (Fotos):
Die geheimen Gärten von Zürich
Deutsche Verlags-Anstalt, 2011
20. April 2011
Das Orchideenhaus - Hothouse Flower
„The moment ist all we have“ – Bis Julia Forrester diese Lehre aus ihren Erfahrungen und Schicksalsschlägen gezogen hat und der Roman „Hothouse Flower“ (auf Deutsch „Das Orchideenhaus) mit dieser Erkenntnis endet, liegen über 570 gelesene Seiten hinter der Leserin. Diese sind vollgepackt mit der eng miteinander verknüpften Familiengeschichte der Crawfords von Wharton Park Estate und der Gärtnersfamilie Stafford und sie erzählen von tragischen Liebesgeschichten.
Nach dem Unfalltod ihres Ehemannes und ihres dreijährigen Sohnes zieht sich die berühmte Pianistin Julia Forrester in ihr abgelegenes Cottage zurück und vergräbt sich in ihrem Schmerz. Ihre Schwester nimmt sie mit auf eine Auktion auf Wharton Park, das wegen fehlender finanzieller Mittel des Erben Kit Crawford verkauft werden soll. Die beiden Frauen wollen ein Geschenk für ihren Vater kaufen. Dieser Ausflug weckt in Julia Erinnerungen an ihre Kindheit, an Besuche bei ihren Grosseltern und an die Gewächshäuser voller exotischer Blumen, insbesondere Orchideen. Sie erinnert sich auch an ihren 11. Geburtstag – an diesem Tag hatte ihr Grossvater ihr ihre ganz eigene Orchidee präsentiert, eine Aerides odoratum.
Neben Bildern für ihren Vater kauft Julia auf Wharton Park zwei alte Kinderbücher. Eben diese Bücher waren gar nicht für den Verkauf bestimmt. Kit Crawford bietet Julia zum Tausch ein altes Tagebuch aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts zum Tausch an, das bei Restaurationsarbeiten unter Bodenplatten entdeckt worden ist und das von ihrem Grossvater zu sein scheint. Das Tagebuch weckt Julias Interesse für die Vergangenheit ihrer Familie und sie besucht erstmals nach vielen Jahren ihre Grossmutter Elsie.
Die Autorin versteht es geschickt, Spannung aufzubauen und zu halten, in dem die Geschichte aus zwei Blickwinkeln erzählt wird und gleichzeitig in England und Thailand spielt.
Lucinda Riley:
Hothouse Flower
Penguin Books, 2011
Das Orchideenhaus
Goldmann Verlag, 2011 (erscheint im Mai 2011)
Nach dem Unfalltod ihres Ehemannes und ihres dreijährigen Sohnes zieht sich die berühmte Pianistin Julia Forrester in ihr abgelegenes Cottage zurück und vergräbt sich in ihrem Schmerz. Ihre Schwester nimmt sie mit auf eine Auktion auf Wharton Park, das wegen fehlender finanzieller Mittel des Erben Kit Crawford verkauft werden soll. Die beiden Frauen wollen ein Geschenk für ihren Vater kaufen. Dieser Ausflug weckt in Julia Erinnerungen an ihre Kindheit, an Besuche bei ihren Grosseltern und an die Gewächshäuser voller exotischer Blumen, insbesondere Orchideen. Sie erinnert sich auch an ihren 11. Geburtstag – an diesem Tag hatte ihr Grossvater ihr ihre ganz eigene Orchidee präsentiert, eine Aerides odoratum.
Neben Bildern für ihren Vater kauft Julia auf Wharton Park zwei alte Kinderbücher. Eben diese Bücher waren gar nicht für den Verkauf bestimmt. Kit Crawford bietet Julia zum Tausch ein altes Tagebuch aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts zum Tausch an, das bei Restaurationsarbeiten unter Bodenplatten entdeckt worden ist und das von ihrem Grossvater zu sein scheint. Das Tagebuch weckt Julias Interesse für die Vergangenheit ihrer Familie und sie besucht erstmals nach vielen Jahren ihre Grossmutter Elsie.
Die Autorin versteht es geschickt, Spannung aufzubauen und zu halten, in dem die Geschichte aus zwei Blickwinkeln erzählt wird und gleichzeitig in England und Thailand spielt.
Lucinda Riley:
Hothouse Flower
Penguin Books, 2011
Das Orchideenhaus
Goldmann Verlag, 2011 (erscheint im Mai 2011)
17. April 2011
Der Gartenkünstler
Manchmal dauert es länger, bis ich eine begonnene Lektüre abschliesse. Mehr als ein Jahr nach der kurzen Erwähnung des Buches „Der Gartenkünstler“ ist es endlich zu Ende gelesen!
Das Anlegen eines Gartens kann ganz schön ins Geld gehen. Das gilt umso mehr, wenn es um die Gestaltung ganzer Landschaften geht. Diese Erfahrung muss auch der Gartenarchitekt Hermann Fürst Pückler machen, der 1826 genau aus diesen Gründen vor dem Bankrott steht. Im Einvernehmen mit seiner geliebten Frau Lucie beschliesst er, sich scheiden zu lassen und in England eine junge Frau mit grosser Mitgift zu ehelichen. Das scheint die einzige Möglichkeit zu sein, die Pläne Muskau in einen Garten Eden zu verwandeln, doch noch verwirklichen zu können.
Was gehört neben dem Wühlen in der Erde zu den bevorzugten Beschäftigungen der Engländer? Richtig - das Abschliessen von Wetten. Baron Rothschild verspricht Pückler, sobald er wieder geheiratet hat, das englische Vermögen zu verwalten und zu vermehren und er schenkt ihm das für die Finanzierung des Aufenthalts auf der Insel nötige Kapital. So scheinen die Pläne, eine vermögende Engländerin zu finden, die (Zitat aus dem Roman) „sich ins ferne Schlesien verschleppen lässt, um ihr Vermögen als Humus auf Stecklinge und Beete zu werfen“ in greifbare Nähe zu rücken. Doch auf mysteriöse Weise sterben verschiedene junge Bekanntschaften aus dem Umfeld des Fürsten einen gewaltsamen Tod und dieser gerät plötzlich unter Mordverdacht.
Der Roman ist mehrheitlich in Briefform geschrieben und diese Korrespondenz besteht grösstenteils aus Briefen von Pückler an seine geschiedene Frau Lucie. Dazwischen eingefügt sind Kapitel, die den Leser und die Leserin über die Geschehnisse auf Muskau auf dem Laufenden halten, wo ein Junggärtner sich nicht nur um das Blühen der Ländereien kümmert.
Ralf Günther:
Der Gartenkünstler
List Verlag, 2010
Das Anlegen eines Gartens kann ganz schön ins Geld gehen. Das gilt umso mehr, wenn es um die Gestaltung ganzer Landschaften geht. Diese Erfahrung muss auch der Gartenarchitekt Hermann Fürst Pückler machen, der 1826 genau aus diesen Gründen vor dem Bankrott steht. Im Einvernehmen mit seiner geliebten Frau Lucie beschliesst er, sich scheiden zu lassen und in England eine junge Frau mit grosser Mitgift zu ehelichen. Das scheint die einzige Möglichkeit zu sein, die Pläne Muskau in einen Garten Eden zu verwandeln, doch noch verwirklichen zu können.
Was gehört neben dem Wühlen in der Erde zu den bevorzugten Beschäftigungen der Engländer? Richtig - das Abschliessen von Wetten. Baron Rothschild verspricht Pückler, sobald er wieder geheiratet hat, das englische Vermögen zu verwalten und zu vermehren und er schenkt ihm das für die Finanzierung des Aufenthalts auf der Insel nötige Kapital. So scheinen die Pläne, eine vermögende Engländerin zu finden, die (Zitat aus dem Roman) „sich ins ferne Schlesien verschleppen lässt, um ihr Vermögen als Humus auf Stecklinge und Beete zu werfen“ in greifbare Nähe zu rücken. Doch auf mysteriöse Weise sterben verschiedene junge Bekanntschaften aus dem Umfeld des Fürsten einen gewaltsamen Tod und dieser gerät plötzlich unter Mordverdacht.
Der Roman ist mehrheitlich in Briefform geschrieben und diese Korrespondenz besteht grösstenteils aus Briefen von Pückler an seine geschiedene Frau Lucie. Dazwischen eingefügt sind Kapitel, die den Leser und die Leserin über die Geschehnisse auf Muskau auf dem Laufenden halten, wo ein Junggärtner sich nicht nur um das Blühen der Ländereien kümmert.
Ralf Günther:
Der Gartenkünstler
List Verlag, 2010
14. April 2011
Der weiße Garten – Ein Gartenkrimi (Pushing up daisies)
Mit dem Buch „Der weisse Garten“ erscheint endlich wieder einmal eine englische Gartenkrimi-Reihe auf Deutsch – jedenfalls hoffe ich mal, dass es nicht bei der Übersetzung des einen Bandes aus dieser Serie bleibt.
Die ehemalige Fernsehprogramm-Verantwortliche Paula Holliday hat ihre Leidenschaft fürs Gärtnern zum Beruf gemacht und sich eine kleine Gartenbaufirma aufgebaut. Ihre Liebe fürs Grünzeug hat sich schon in der Grundschule entwickelt, als sie Avocado-Kerne in aufgeschnittene Milchpackungen pflanzte. Obwohl die Halbitalienerin noch nicht mit Aufträgen überschwemmt wird, hat sie es noch keine Sekunde bereut, ihre High Heels gegen bequeme und zweckmässige Gartenschuhe eingetauscht zu haben. Mit dem eben ergatterten Auftrag die seit Jahren vernachlässigten Gärten von Halcyon der Peacocks-Familie zu restaurieren, hofft die Jungunternehmerin, sich in der Branche etablieren zu können.
Nach einem Hurrican im Jahr 1938, der die Peacock-Gärten zerstörte, war der Garten mit Elementen aus der italienischen Gartenkunst neu gestaltet und ein gut bestückter Kräutergarten angelegt worden. Lange zählte er zu den prächtigsten Anlagen von Connecticut. Verschiedene Gründe hatten aber dazu geführt, dass die letzten beiden Peacocks die Gärten nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt hatten pflegen können und nun, nach dem Tod dieser letzten Familienangehörigen, sind diese in den Besitz der Historischen Gesellschaft in Springfield übergegangen.
Eine seriöse Gartenumgestaltung beginnt mit der Ermittlung des ph-Wertes aufgrund von an verschiedenen Stellen genommenen Bodenproben und so macht sich Paula im weissen Garten daran, mit ihrer Lieblingsschaufel das erste Häufchen Erde auszugraben. Schon der erste Einstich trifft auf etwas Hartes, Metallisches und kurz darauf hat die schockierte Gärtnerin eine Kiste freigelegt, in welcher sich die mumifizierte Leiche eines Kleinkindes befindet.
Der Schaffensdrang der jungen Unternehmerin wird jäh unterbrochen, da die Polizei den Garten für die notwendigen Untersuchungen für mehrere Tage absperrt. Diese unfreiwillige Pause nutzt die Junggärtnerin, um in alten Büchern über die Peacock-Gärten zu recherchieren. Als sie erfährt, dass die Babyleiche schon seit Jahrzehnten in der Kiste gelegen haben soll und die Polizei nicht weiter ermittelt, beginnt sie selber Nachforschungen anzustellen. Kurz darauf wird ein Mordanschlag auf einen Gärtner verübt. Paula vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen und sie sucht nach einer Verbindung zu dem mysteriösen, nie geklärten Verschwinden einer jungen Frau Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. War diese vielleicht die Mutter des aufgefundenen Babys?
„Der weisse Garten“ ist ein humorvoll verfasster, nicht zu brutaler Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin. Sympathisch nicht zuletzt, weil sie ständig Gartenbücher kauft, obwohl sie die Hälfte derer, die sie bereits besitzt noch nicht gelesen hat … Nach der Lektüre dieses Gartenkrimis erscheinen mir Paula Holliday und andere Bewohner von Springfield wieder wie gute alte Bekannte, so dass ich mir fest vorgenommen habe, endlich Band 3 der Reihe zu lesen – schliesslich erscheint in Kürze bereits Band 4 in der englischen Originalausgabe. Meine Buchvorstellung von Band 2 finden Sie hier.
Rosemary Harris:
Der weisse Garten – Ein Gartenkrimi
Thiele Verlag, 2011
Landliebe und Mordlust (TB-Ausgabe)
Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2013
Die ehemalige Fernsehprogramm-Verantwortliche Paula Holliday hat ihre Leidenschaft fürs Gärtnern zum Beruf gemacht und sich eine kleine Gartenbaufirma aufgebaut. Ihre Liebe fürs Grünzeug hat sich schon in der Grundschule entwickelt, als sie Avocado-Kerne in aufgeschnittene Milchpackungen pflanzte. Obwohl die Halbitalienerin noch nicht mit Aufträgen überschwemmt wird, hat sie es noch keine Sekunde bereut, ihre High Heels gegen bequeme und zweckmässige Gartenschuhe eingetauscht zu haben. Mit dem eben ergatterten Auftrag die seit Jahren vernachlässigten Gärten von Halcyon der Peacocks-Familie zu restaurieren, hofft die Jungunternehmerin, sich in der Branche etablieren zu können.
Nach einem Hurrican im Jahr 1938, der die Peacock-Gärten zerstörte, war der Garten mit Elementen aus der italienischen Gartenkunst neu gestaltet und ein gut bestückter Kräutergarten angelegt worden. Lange zählte er zu den prächtigsten Anlagen von Connecticut. Verschiedene Gründe hatten aber dazu geführt, dass die letzten beiden Peacocks die Gärten nicht mehr mit der nötigen Sorgfalt hatten pflegen können und nun, nach dem Tod dieser letzten Familienangehörigen, sind diese in den Besitz der Historischen Gesellschaft in Springfield übergegangen.
Eine seriöse Gartenumgestaltung beginnt mit der Ermittlung des ph-Wertes aufgrund von an verschiedenen Stellen genommenen Bodenproben und so macht sich Paula im weissen Garten daran, mit ihrer Lieblingsschaufel das erste Häufchen Erde auszugraben. Schon der erste Einstich trifft auf etwas Hartes, Metallisches und kurz darauf hat die schockierte Gärtnerin eine Kiste freigelegt, in welcher sich die mumifizierte Leiche eines Kleinkindes befindet.
Der Schaffensdrang der jungen Unternehmerin wird jäh unterbrochen, da die Polizei den Garten für die notwendigen Untersuchungen für mehrere Tage absperrt. Diese unfreiwillige Pause nutzt die Junggärtnerin, um in alten Büchern über die Peacock-Gärten zu recherchieren. Als sie erfährt, dass die Babyleiche schon seit Jahrzehnten in der Kiste gelegen haben soll und die Polizei nicht weiter ermittelt, beginnt sie selber Nachforschungen anzustellen. Kurz darauf wird ein Mordanschlag auf einen Gärtner verübt. Paula vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen und sie sucht nach einer Verbindung zu dem mysteriösen, nie geklärten Verschwinden einer jungen Frau Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. War diese vielleicht die Mutter des aufgefundenen Babys?
„Der weisse Garten“ ist ein humorvoll verfasster, nicht zu brutaler Krimi mit einer sympathischen Ermittlerin. Sympathisch nicht zuletzt, weil sie ständig Gartenbücher kauft, obwohl sie die Hälfte derer, die sie bereits besitzt noch nicht gelesen hat … Nach der Lektüre dieses Gartenkrimis erscheinen mir Paula Holliday und andere Bewohner von Springfield wieder wie gute alte Bekannte, so dass ich mir fest vorgenommen habe, endlich Band 3 der Reihe zu lesen – schliesslich erscheint in Kürze bereits Band 4 in der englischen Originalausgabe. Meine Buchvorstellung von Band 2 finden Sie hier.
Rosemary Harris:
Der weisse Garten – Ein Gartenkrimi
Thiele Verlag, 2011
Landliebe und Mordlust (TB-Ausgabe)
Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2013
11. April 2011
Mein Traum vom Landgarten – Gärtnern und Geniessen auf dem Lande
Was in einem langen Menschenleben Jahrzehnte dauert, erlebt man im Gartenjahr in zwölf Monaten: wachsen, blühen und vergehen. Eigene Kartoffeln und Tomaten ernten und feines gesundes Essen daraus zubereiten – immer mehr Menschen wünschen sich einen direkten Bezug zu ihrer Nahrung und leben nach dem Motto „zurück zu den Wurzeln“. Das Buch „Mein Traum vom Landgarten“ von Ilga Eger mit Fotos von Gary Rogers stellt in Wort und Bild Leute vor, die nach diesem Leitgedanken ihr eigenes Gemüse anbauen und ist aufgeteilt in einen Teil Portraits und einen Teil Landhaus-Praxis.
Die Bandbreite der vorgestellten Gärten reicht vom seit Generationen von derselben Familie bewirtschafteten Fläche, über einen schmalen gepachteten Steifen Land, der jeden Frühling umgepflügt, völlig neu bepflanzt und nur übers Wochenende gepflegt wird bis zu einer dschungelähnlichen Pflanzensammlung. In eben diesem Paradiesgarten sollen Rosen an Palmen emporranken (leider ist das auf den Fotos nicht zu erkennen) und Pflanzen in ungewohnter Hülle und Fülle nebeneinander wachsen dürfen. Die Nachbarn können dieser speziellen Idylle nicht viel abgewinnen. Von kritischen Kommentaren, dass das alles doch nichts bringt, lässt sich die Gärtnerin nicht beeindrucken und bemerkt (Zitat): „dann bräuchte man eigentlich überhaupt nichts machen im Leben“. Mehr Mühe bereitet ihr zu akzeptieren, dass ihr aussergewöhnlicher Garten nicht nach jedermanns Geschmack ist.
Über solche Belanglosigkeiten ist die älteste vorgestellte Landgärtnerin längst hinweg. In ihrem 86jährigen Leben hat sie von der Natur gelernt, dass alles seine Ordnung hat und dass dies auch gut so ist. Die ehemalige Bäuerin benötigt zwar seit einiger Zeit einen Gehwagen als Stütze, wird ihren Garten aber nicht aufgeben, solange sie noch auf den Knien rutschen kann. In weiteren Kapiteln stellt sich die Autorin samt persönlichem Garten selber vor oder man liest über 60‘000 Narzissen im nordfriesischen Marschland und über Schloss Marihn in Mecklenburg-Vorpommern mit einen riesigen David-Austin-Rosengarten und Nutzgärten à la Prinz Charles und Highgrove.
Im Praxis-Teil werden verschiedene Gemüse vorgestellt, darunter auch welche, die selten geworden oder längst vergessen sind. Die Informationen sind gegliedert in „Wirkung auf die Gesundheit“, „Anbau“, und „Pflege“. Abgerundet werden die Portraits durch einen kurzen geschichtlichen Überblick, einen besonderen Tipp und es werden bemerkenswerte alte Sorten empfohlen.
Ilga Eger und Gary Rogers:
Mein Traum vom Landgarten – Gärtnern und Geniessen auf dem Lande
Callwey Verlag, 2011
Die Bandbreite der vorgestellten Gärten reicht vom seit Generationen von derselben Familie bewirtschafteten Fläche, über einen schmalen gepachteten Steifen Land, der jeden Frühling umgepflügt, völlig neu bepflanzt und nur übers Wochenende gepflegt wird bis zu einer dschungelähnlichen Pflanzensammlung. In eben diesem Paradiesgarten sollen Rosen an Palmen emporranken (leider ist das auf den Fotos nicht zu erkennen) und Pflanzen in ungewohnter Hülle und Fülle nebeneinander wachsen dürfen. Die Nachbarn können dieser speziellen Idylle nicht viel abgewinnen. Von kritischen Kommentaren, dass das alles doch nichts bringt, lässt sich die Gärtnerin nicht beeindrucken und bemerkt (Zitat): „dann bräuchte man eigentlich überhaupt nichts machen im Leben“. Mehr Mühe bereitet ihr zu akzeptieren, dass ihr aussergewöhnlicher Garten nicht nach jedermanns Geschmack ist.
Über solche Belanglosigkeiten ist die älteste vorgestellte Landgärtnerin längst hinweg. In ihrem 86jährigen Leben hat sie von der Natur gelernt, dass alles seine Ordnung hat und dass dies auch gut so ist. Die ehemalige Bäuerin benötigt zwar seit einiger Zeit einen Gehwagen als Stütze, wird ihren Garten aber nicht aufgeben, solange sie noch auf den Knien rutschen kann. In weiteren Kapiteln stellt sich die Autorin samt persönlichem Garten selber vor oder man liest über 60‘000 Narzissen im nordfriesischen Marschland und über Schloss Marihn in Mecklenburg-Vorpommern mit einen riesigen David-Austin-Rosengarten und Nutzgärten à la Prinz Charles und Highgrove.
Im Praxis-Teil werden verschiedene Gemüse vorgestellt, darunter auch welche, die selten geworden oder längst vergessen sind. Die Informationen sind gegliedert in „Wirkung auf die Gesundheit“, „Anbau“, und „Pflege“. Abgerundet werden die Portraits durch einen kurzen geschichtlichen Überblick, einen besonderen Tipp und es werden bemerkenswerte alte Sorten empfohlen.
Ilga Eger und Gary Rogers:
Mein Traum vom Landgarten – Gärtnern und Geniessen auf dem Lande
Callwey Verlag, 2011
8. April 2011
Adrian, der Tulpendieb
Schon lange stand dieser Roman rund um die Tulpenspekulationen in Holland Mitte des 17. Jahrhunderts auf meinem Wunschzettel. Nun ist das ansonsten nur noch antiquarisch erhältliche Buch im Muschel Verlag in der Reihe „Kleine Weltbibliothek der grossen Erzähler“ neu aufgelegt worden. Die Erstausgabe kam 1936 auf den Markt, angesichts der aktuellen Wirtschaftslage hat die Erzählung aber nichts an Aktualität eingebüsst und es können durchaus Parallelen zwischen dem Platzen der Tulpen-Spekulationsblase in Holland und der Finanzkrise gezogen werden. Vielleicht sollte die Geschichte vom traumhaften Aufstieg des Torfknechts Adrian zum Tulpenkönig für alle Wertpapierhändler zur Pflichtlektüre erklärt werden?
Für den Kaufmann und Schiffsbesitzer Hendrik van der Maasen fährt Adrian einen Torfkahn. Seit Wochen wartet sein Meister auf die Rückkehr der „Zuiderland“, doch das Schiff scheint verloren und mit ihm Vermögen und Wohlstand. Das hat zur Folge, dass Adrian um seinen Arbeitsplatz bangen muss, während rundherum Tulpenspekulanten ihre Säckel und Mägen füllen. Schliesslich reift in dem jungen Mann der Entschluss, wie viele andere auch sein Glück als Tulpist zu versuchen. Doch woher bekommt er ein Grundkapital, um Tulpen zu kaufen oder gar wertvolle Tulpenzwiebeln?
Adrians Aufstieg beginnt mit einem simplen Diebstahl und einem schlechten Gewissen, denn er tauscht im Garten seines Arbeitgebers drei Tulpenzwiebeln gegen Speisezwiebeln aus. Mit erstunken und erlogenen Geschichten über Herzogstulpen und Tulpenwürmer häuft der Knecht geschickt ein Vermögen an. Doch der erschlichene Reichtum macht den jungen Mann nicht glücklich und nicht zuletzt plagt ihn sein schlechtes Gewissen. Mit einem Auftritt als Scharlatan und Komödiant schafft er es aber schliesslich sogar, ein Exemplar der heissbegehrten „Semper Augustus“ in seinen Besitz zu bringen. Doch auch die Gegner der Tulpenspekulanten sind nicht untätig. Kann dieses Abenteuer zu einem glücklichen Ende führen oder heisst es schliesslich „wie gewonnen, so zerronnen“?
Dieser nicht nur zur Tulpenblüte lesenswerte historische Roman ist übrigens auch als Serie für das deutsche Fernsehen (ARD) verfilmt worden. 1966 war Premiere und es war seinerzeit die erste Fernsehserie, die komplett in Farbe ausgestrahlt wurde.
Otto Rombach:
Adrian, der Tulpendieb
Muschel Verlag, 2010
Für den Kaufmann und Schiffsbesitzer Hendrik van der Maasen fährt Adrian einen Torfkahn. Seit Wochen wartet sein Meister auf die Rückkehr der „Zuiderland“, doch das Schiff scheint verloren und mit ihm Vermögen und Wohlstand. Das hat zur Folge, dass Adrian um seinen Arbeitsplatz bangen muss, während rundherum Tulpenspekulanten ihre Säckel und Mägen füllen. Schliesslich reift in dem jungen Mann der Entschluss, wie viele andere auch sein Glück als Tulpist zu versuchen. Doch woher bekommt er ein Grundkapital, um Tulpen zu kaufen oder gar wertvolle Tulpenzwiebeln?
Adrians Aufstieg beginnt mit einem simplen Diebstahl und einem schlechten Gewissen, denn er tauscht im Garten seines Arbeitgebers drei Tulpenzwiebeln gegen Speisezwiebeln aus. Mit erstunken und erlogenen Geschichten über Herzogstulpen und Tulpenwürmer häuft der Knecht geschickt ein Vermögen an. Doch der erschlichene Reichtum macht den jungen Mann nicht glücklich und nicht zuletzt plagt ihn sein schlechtes Gewissen. Mit einem Auftritt als Scharlatan und Komödiant schafft er es aber schliesslich sogar, ein Exemplar der heissbegehrten „Semper Augustus“ in seinen Besitz zu bringen. Doch auch die Gegner der Tulpenspekulanten sind nicht untätig. Kann dieses Abenteuer zu einem glücklichen Ende führen oder heisst es schliesslich „wie gewonnen, so zerronnen“?
Dieser nicht nur zur Tulpenblüte lesenswerte historische Roman ist übrigens auch als Serie für das deutsche Fernsehen (ARD) verfilmt worden. 1966 war Premiere und es war seinerzeit die erste Fernsehserie, die komplett in Farbe ausgestrahlt wurde.
Otto Rombach:
Adrian, der Tulpendieb
Muschel Verlag, 2010
5. April 2011
Auf Pflanzenjagd
Das verbindende Interesse durch Hybridisation neue farbenfrohe Bromelien zu züchten, führt zwei ungleiche Männer auf eine gemeinsame Pflanzenjagd nach Panama und Costa Rica. Namen erfahren Leserin und Leser keine, der Ich-Erzähler des Romans, der auf wahren Geschehnissen basiert, spricht während der ganzen Lektüre von seinem Reisepartner immer nur als „The Man from Florida“.
Probleme sind vorprogrammiert, weil der Ich-Erzähler sich und den Mann aus Florida als gleichberechtigte Partner betrachtet, während jener keinen Zweifel aufkommen lässt, wer auf dem Trip das Kommando führt. Doch nachdem er an einer Auktion für eine kleine Pflanze Tausende von Dollars ausgegeben hat und diesen grünen Schatz mit bunten Blüten unbedingt in der Natur aufspüren will, ist er auf die Zweckgemeinschaft mit dem Ich-Erzähler angewiesen. Dass sich Pflanzenjäger und –züchter grundsätzlich misstrauen, macht die gemeinsame Pflanzensuche in der Wildnis auch nicht einfacher.
Ein fliegendes Toupet und ein tropischer Ski-Stuhl sind noch fast die „normalsten“ Vorkommnisse in dieser ziemlich skurilen Erzählung über eine nicht vom Erfolg gekrönte Suche nach Miss Fortuna. Das „Misfortune“ zieht sich durch die ganze Geschichte. Schliesslich stellt sich heraus, dass der Ich-Erzähler recht hatte mit seiner Vermutung, dass die gesuchte Pflanze wahrscheinlich eine Art Unkraut ist. Als er sie nämlich später doch noch entdeckt, blühen am Fundort Abertausende dieser Bromelien.
Nach dem Formulieren dieser Sätze habe ich entdeckt, dass für dieses Buch etliche Rezensionen veröffentlicht worden sind, die fast einhellig von begeistertem Lesevergnügen handeln. Dem kann ich mich gar nicht anschliessen. Ich empfand die knapp 400 Seiten als sehr zäh und kaute wochenlang daran herum – immer in der Hoffnung, dass mir ein Roman über Pflanzenjäger doch einfach gefallen muss…
Chester Skotak:
Searching for Miss Fortuna – The Hunt for a Bromeliad
Reliance Media, 2007
Probleme sind vorprogrammiert, weil der Ich-Erzähler sich und den Mann aus Florida als gleichberechtigte Partner betrachtet, während jener keinen Zweifel aufkommen lässt, wer auf dem Trip das Kommando führt. Doch nachdem er an einer Auktion für eine kleine Pflanze Tausende von Dollars ausgegeben hat und diesen grünen Schatz mit bunten Blüten unbedingt in der Natur aufspüren will, ist er auf die Zweckgemeinschaft mit dem Ich-Erzähler angewiesen. Dass sich Pflanzenjäger und –züchter grundsätzlich misstrauen, macht die gemeinsame Pflanzensuche in der Wildnis auch nicht einfacher.
Ein fliegendes Toupet und ein tropischer Ski-Stuhl sind noch fast die „normalsten“ Vorkommnisse in dieser ziemlich skurilen Erzählung über eine nicht vom Erfolg gekrönte Suche nach Miss Fortuna. Das „Misfortune“ zieht sich durch die ganze Geschichte. Schliesslich stellt sich heraus, dass der Ich-Erzähler recht hatte mit seiner Vermutung, dass die gesuchte Pflanze wahrscheinlich eine Art Unkraut ist. Als er sie nämlich später doch noch entdeckt, blühen am Fundort Abertausende dieser Bromelien.
Nach dem Formulieren dieser Sätze habe ich entdeckt, dass für dieses Buch etliche Rezensionen veröffentlicht worden sind, die fast einhellig von begeistertem Lesevergnügen handeln. Dem kann ich mich gar nicht anschliessen. Ich empfand die knapp 400 Seiten als sehr zäh und kaute wochenlang daran herum – immer in der Hoffnung, dass mir ein Roman über Pflanzenjäger doch einfach gefallen muss…
Chester Skotak:
Searching for Miss Fortuna – The Hunt for a Bromeliad
Reliance Media, 2007
2. April 2011
Audiobuch “Gartenglück”
Für einmal geht es nicht um Gartengeschichten, die zwischen zwei Buchdeckeln darauf warten, gelesen zu werden, sondern um Gesprochenes rund ums Gärtnern - um ein Hörbuch.
Eröffnet und abgeschlossen wird der bunte Reigen von Karel Capeks amüsanten Geschichten „Wie ein Garten angelegt wird“ und „Vom Gartenleben“ aus dem immer wieder neu aufgelegten Büchlein „Das Jahr des Gärtners“, das in keiner grünen Bibliothek fehlen darf. Dazwischen hören wir von Schneeglöckchen, Schnecken, vom Kohl, von der blauen Blume und vom selbstsüchtigen Riesen. Was die Autoren wie Elizabeth von Arnim, Oscar Wilde und Johann Wolfgang Goethe über ihren grünen Daumen zu erzählen haben wird gelesen von Andrea Sawatzki und Stefan Kaminski. Mit dem Kopfhörer im Ohr Gartengeschichten lauschend jätet es sich doch gleich viel leichter! 69 Minuten Hörvergnügen rund um den Garten in sehr schön illustrierter Hülle.
Audiobuch „Gartenglück“ gelesen von:
Andrea Sawatzki und Stefan Kaminski
Audiobuch Verlag, 2011
Eröffnet und abgeschlossen wird der bunte Reigen von Karel Capeks amüsanten Geschichten „Wie ein Garten angelegt wird“ und „Vom Gartenleben“ aus dem immer wieder neu aufgelegten Büchlein „Das Jahr des Gärtners“, das in keiner grünen Bibliothek fehlen darf. Dazwischen hören wir von Schneeglöckchen, Schnecken, vom Kohl, von der blauen Blume und vom selbstsüchtigen Riesen. Was die Autoren wie Elizabeth von Arnim, Oscar Wilde und Johann Wolfgang Goethe über ihren grünen Daumen zu erzählen haben wird gelesen von Andrea Sawatzki und Stefan Kaminski. Mit dem Kopfhörer im Ohr Gartengeschichten lauschend jätet es sich doch gleich viel leichter! 69 Minuten Hörvergnügen rund um den Garten in sehr schön illustrierter Hülle.
Audiobuch „Gartenglück“ gelesen von:
Andrea Sawatzki und Stefan Kaminski
Audiobuch Verlag, 2011
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