Die Kunsthistorikern Elke von Radziewsky vermittelt in diesem Buch einen Überblick über von führenden Landschaftsarchitekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestaltete Hausgärten. Bei diesen Hausgärten handelt es sich naturgemäss zu einem grossen Teil um fast parkähnliche Anlagen, bei welchen für die Gestaltung das nötige Kleingeld wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt. Dies ist kein Grund neidisch zu werden, auch (Laien-)Gärtner, die sich mit kleineren Flächen begnügen müssen oder dürfen und sich eine professionelle Gestaltung durch einen Landschaftsarchitekten nicht leisten können, finden in diesem Band Ideen, die sich auf kleinere Parzellen übertragen und umsetzen lassen.
Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt eine mehrseitige Einstimmung zum Thema „Hundert Jahre Hausgarten“. Darin geht es von den Folgen eines gewonnenen Gartenwettbewerbes anno 1907 über den Einfluss des schnellen Wachsen der Grossstädte im 19. und 20. Jahrhundert auf die Gartenlust in Europa bis zum momentan stattfindenden Umschwung in der Bewertung der Hausgärten.
Titel wie „Tulpe spielt Theater“ und „Spatz und Krieger“ oder „Der Garten ist ein Fass ohne Boden“ machen den Leser zusammen mit den beeindruckenden Fotos neugierig auf die auf rund 200 Seiten verteilten Portraits. Diese werden durch detaillierte Pläne ergänzt.
Die Gärten sind so unterschiedlich wie die Gestalter. Da gibt es einen, in welchem der Boden mit Kalbsknochen gepflastert ist und auf einer als Pferdeweide benutzten Blumenwiese Hainbuchen-Hecken in Form von Tortenstücken verteilt sind. Im Beitrag „Sommerblumenweg zur Küche“ wird ein Garten vorgestellt, wo an ein Gewächshaus einer ehemaligen Gärtnerei eine Schlafzelle angebaut worden ist, da die Masse des früheren Arbeiterhauses auch für zwei Personen als Wohnung zu klein waren.
Nach den Gartenportraits folgen Steckbriefe der Landschaftsarchitekten und ihrer Büros mit Angaben zu Anzahl Mitarbeiter, wichtigen Arbeiten und Stil. Interessant sind die Hinweise über Anteile der pro Jahr gestalteten Hausgärten im Verhältnis zu anderen Aufträgen. Leider fehlt ein Register, welches ein kurzes Nachschlagen doch enorm vereinfachen würde.
Kürzlich habe ich an dieser Stelle ein Rezept von Paul Bocuse erwähnt. Vor längerer Zeit (1993!) hatte ich dieses aus der Zeitschrift „Beobachter“ herausgerissen und das Rotkraut-Gericht hat seit damals einen Stammplatz in unserer Herbst- und Winterküche. Jenes Rezept war damals von einem (mir persönlich nicht bekannten) Leser und Gärtner aus „meiner“ Stadt eingeschickt worden. Bei der Lektüre des Buches „Moderne Gärten“ hatte ich nun sozusagen ein Treffen mit einem alten Bekannten. Auf das Portrait aus dem hiesigen Landschaftsgartenbetrieb war ich natürlich sowieso neugierig. Die Angaben wie Name, beruflicher Hintergrund, Wohnort sowie das abgebildete Foto weckten Erinnerungen wach und ich kramte das inzwischen arg zerfledderte Rezept hervor. Und siehe da, aus dem "Rezept-Einsender“ von Anfang der 90er Jahre ist inzwischen ein bekannter Landschaftsarchitekt geworden.
Elke von Radziewsky:
Moderne Gärten
Callwey Verlag, 2009
5. November 2009
2. November 2009
Garten-, Kräuter und Gemüsedetektive
Eine Ideensammlung rund um das Thema Kräuter liefert das Buch „Die Kräuter-Detektive“. Dabei handelt es sich nicht um ein eigentliches Kinderbuch sondern um ein Arbeitsbuch für interessierte Eltern, Lehrer und alle, die sich mit kleineren Kindern beschäftigen. Auch für Kindergeburtstage lassen sich verschiedene Ideen übernehmen, beispielsweise wie mit Kräutern gemalt, gebastelt, gerätselt, gekocht, gespielt und experimentiert werden kann.
Die Kräuter werden in die Kapital Gartenkräuter, Unkräuter, Wiesenkräuter und Waldkräuter unterteilt. Im Kapitel Unkräuter werden unter anderem die Brennessel und der Schachtelhalm vorgestellt. Ein Steckbrief in Wort und Illustration verrät, wo das vorgestellte Kraut anzutreffen ist, wie Blatt, Stängel, Blüte, Wurzel und Frucht aussehen sowie Besonderheiten zu Verbreitung, Bestäubung, Blütezeit usw. Dank der detailtreuen Illustrationen können auch kleine Detektive die Kräuter in Wald und Wiese einfach aufspüren. Haben Sie schon einmal grüne Chips aus Brennnessel-Blättern gekostet oder eine Brennnessel-Suppe? Dies sind nur zwei der vielen Kräuter-Rezepte, die im Buch aufgeführt sind. Passende Geschichten, Lieder sowie Experimente, welche die verschiedenen Sinne herausfordern, runden die jeweiligen Kräuter-Portraits ab.
Zu den Themen Garten und Gemüse gibt es Bücher in identischer Ausstattung, ebenfalls mit Experimenten, Spielen, Bastelideen, Rezepten und Geschichten.
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Kräuter-Detektive
Ökotopia Verlag, 2009
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Gemüse-Detektive
Ökotopia Verlag, 2007
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Garten-Detektive
Ökotopia Verlag, 2005
Die Kräuter werden in die Kapital Gartenkräuter, Unkräuter, Wiesenkräuter und Waldkräuter unterteilt. Im Kapitel Unkräuter werden unter anderem die Brennessel und der Schachtelhalm vorgestellt. Ein Steckbrief in Wort und Illustration verrät, wo das vorgestellte Kraut anzutreffen ist, wie Blatt, Stängel, Blüte, Wurzel und Frucht aussehen sowie Besonderheiten zu Verbreitung, Bestäubung, Blütezeit usw. Dank der detailtreuen Illustrationen können auch kleine Detektive die Kräuter in Wald und Wiese einfach aufspüren. Haben Sie schon einmal grüne Chips aus Brennnessel-Blättern gekostet oder eine Brennnessel-Suppe? Dies sind nur zwei der vielen Kräuter-Rezepte, die im Buch aufgeführt sind. Passende Geschichten, Lieder sowie Experimente, welche die verschiedenen Sinne herausfordern, runden die jeweiligen Kräuter-Portraits ab.
Zu den Themen Garten und Gemüse gibt es Bücher in identischer Ausstattung, ebenfalls mit Experimenten, Spielen, Bastelideen, Rezepten und Geschichten.
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Kräuter-Detektive
Ökotopia Verlag, 2009
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Gemüse-Detektive
Ökotopia Verlag, 2007
Leonore Geisselbrecht-Taferner:
Die Garten-Detektive
Ökotopia Verlag, 2005
29. Oktober 2009
Pilze für Madeleine
Pilze bilden in der biologischen Klassifikation zwar neben Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. In den letzten Wochen sind aber in unserem Garten „draussen“ einige Exemplare in der Wiese aufgetaucht, so dass ich ihnen nun im Sofagarten auch einen Platz anbiete.
Holger Haglund arbeitet als Lagerverwalter. Seine ganze Leidenschaft gilt den Pilzen. Drachenpilz, Wolfsblut, Fliegenpilz, Täubling, Stinkmorchel, Stockschwämme und viele andere mehr – er kennt sie alle und weiss Bescheid über Nutzen und Gefahren. Sein umfangreiches Wissen gibt Holger in Pilzkursen weiter und diese Seminare wirken wie Magnete auf die Frauen.
Seit Holgers Ehe mit einer früheren Kursteilnehmerin nach wenigen Jahren auseinanderbrach, lebt er mit seinem inzwischen erwachsenen Sohn Gunnar in einer Hütte mitten im Wald. Eines Tages nimmt die schöne Madeleine an einem von Holgers Pilzseminaren teil. Vater und Sohn verlieben sich beide in die reiche Schlossbesitzerin. Schliesslich heiraten Holger und Madeleine und ziehen auf deren Schloss in Frankreich. Während sich für Holger mit der Trüffeljagd ein neues interessantes Feld auftut, führt der junge Haglund ein Einsiedlerleben im schwedischen Wald und es zerreisst ihn beinahe vor Sehnsucht nach Liebe und nach Madeleine.
Schon seit seiner Kindheit steht der Ich-Erzähler Gunnar im Schatten seines dominanten Vaters. Nachdem Holger seinem Sohn von der aphrodisierenden Wirkung eines schleimigen Höhlenpilzes erzählt, wähnt sich Gunnar am Ziel seiner Fantasien. Er mischt seiner Stiefmutter diesen Pilz ins Essen - ohne zu ahnen, dass hinter dem Tipp seines Vaters ein heimtückischer Plan steckt. Gunnars Vorhaben misslingt und seine Träume von der Verführung von Madeleine enden in einem Desaster.
Fast ohne es zu merken, werden Sie bei dieser Lektüre eine Menge über Pilze erfahren!
Falls Sie noch mehr über Pfifferlinge, Morcheln und Co. lesen wollen: im Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ von Martin Suter spielen halluzinogene Pilze eine wichtige Rolle.
Marie Hermanson:
Pilze für Madeleine
Suhrkamp Verlag, 2009
Holger Haglund arbeitet als Lagerverwalter. Seine ganze Leidenschaft gilt den Pilzen. Drachenpilz, Wolfsblut, Fliegenpilz, Täubling, Stinkmorchel, Stockschwämme und viele andere mehr – er kennt sie alle und weiss Bescheid über Nutzen und Gefahren. Sein umfangreiches Wissen gibt Holger in Pilzkursen weiter und diese Seminare wirken wie Magnete auf die Frauen.
Seit Holgers Ehe mit einer früheren Kursteilnehmerin nach wenigen Jahren auseinanderbrach, lebt er mit seinem inzwischen erwachsenen Sohn Gunnar in einer Hütte mitten im Wald. Eines Tages nimmt die schöne Madeleine an einem von Holgers Pilzseminaren teil. Vater und Sohn verlieben sich beide in die reiche Schlossbesitzerin. Schliesslich heiraten Holger und Madeleine und ziehen auf deren Schloss in Frankreich. Während sich für Holger mit der Trüffeljagd ein neues interessantes Feld auftut, führt der junge Haglund ein Einsiedlerleben im schwedischen Wald und es zerreisst ihn beinahe vor Sehnsucht nach Liebe und nach Madeleine.
Schon seit seiner Kindheit steht der Ich-Erzähler Gunnar im Schatten seines dominanten Vaters. Nachdem Holger seinem Sohn von der aphrodisierenden Wirkung eines schleimigen Höhlenpilzes erzählt, wähnt sich Gunnar am Ziel seiner Fantasien. Er mischt seiner Stiefmutter diesen Pilz ins Essen - ohne zu ahnen, dass hinter dem Tipp seines Vaters ein heimtückischer Plan steckt. Gunnars Vorhaben misslingt und seine Träume von der Verführung von Madeleine enden in einem Desaster.
Fast ohne es zu merken, werden Sie bei dieser Lektüre eine Menge über Pilze erfahren!
Falls Sie noch mehr über Pfifferlinge, Morcheln und Co. lesen wollen: im Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ von Martin Suter spielen halluzinogene Pilze eine wichtige Rolle.
Marie Hermanson:
Pilze für Madeleine
Suhrkamp Verlag, 2009
25. Oktober 2009
The Snowdrop Garden
Der Engländer Ben lernt an der Frankfurter Buchmesse die Slowakin Katka kennen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten möchten sich die beiden näher kennenlernen und Ben fährt im Anschluss an die Messe mit Katka in ihre Heimat. Während dieser Tage in der Slowakei müssen die beiden etliche kulturelle Missverständnisse überwinden, die Beziehung wird aber weitergeführt. Die Geschichte dümpelt etwas vor sich hin und der Leser erfährt beispielsweise, dass im Osten die Bananen anders geschält werden als in England.
Zuhause verdient Ben sein Geld als Cartoonist und widmet seine ganze Freizeit den Schneeglöckchen, die seinen Garten zur Blütezeit in eine umwerfende weisse Pracht verwandeln. Dazu gehört das Ersteigern von Zwiebeln im Ebay, Chatten in Galanthus-Foren sowie das Besuchen von Schneeglöckchen-Anlässen (die Nettetaler Schneeglöckchen-Tage werden übrigens auch erwähnt). Eine ältere Freundin, Lady Cherington, die ebenfalls den Schneeglöckchen verfallen ist, steht kurz davor, ihr Haus und ihren Garten räumen zu müssen, weil ihr Mann das gesamte Vermögen verspekuliert hat. Ben und Katka möchten unbedingt verhindern, dass diese einmalige Schneeglöckchen-Kollektion auseinanderfällt.
Sie selber haben zwar (noch) keine herbstblühenden Schneeglöckchen, zählen sich aber doch schon zu den Galantophilen? Dann hätte ich Ihnen diesen Roman gerne als perfekte Überbrückung der Wartezeit und als Einstimmung auf die nicht mehr so weit entfernte Hauptblütezeit ihrer Gartenschätze empfohlen. Leider sind meine Erwartungen an die Lektüre dieses Buches nicht ganz erfüllt worden.
Auf den ersten zwei Dutzend Seiten hatte ich gar das Gefühl im falschen Film zu sitzen bzw. Im falschen Buch zu lesen (falsches Buchseiten in Umschlag gebunden - alles schon vorgekommen...). Der Autor hat in diese Erzählung Schneeglöckchen, Liebesgeschichte, ein bisschen Komödie und internationale Drogengeschäfte gepackt. Mir fehlte der rote Faden und die Spannung kam auch zu kurz. Mühsam fand ich es, mich durch Katkas nicht perfekte Englisch-Kenntnisse lesen zu müssen.
Martin Baxendale ist selber Cartoonist und hat in seiner Backlist Titel wie „Ihr neues Baby – Gebrauchsanweisung“, und die saloppe Art, wie solche Bücher geschrieben sind, lässt sich auch in diesem Roman nicht verleugnen. Der Autor ist ausserdem selber leidenschaftlicher Schneeglöckchen-Sammler und, wie sich im Internet mit wenigen Klicks leicht herausfinden lässt, auch in einschlägigen Foren von Gleichgesinnten anzutreffen. Welche anderen Themen aus der Erzählung wohl sonst noch autobiographisch sind?
Martin Baxendale:
The Snowdrop Garden
Silent but Deadly Publications, 2009
Zuhause verdient Ben sein Geld als Cartoonist und widmet seine ganze Freizeit den Schneeglöckchen, die seinen Garten zur Blütezeit in eine umwerfende weisse Pracht verwandeln. Dazu gehört das Ersteigern von Zwiebeln im Ebay, Chatten in Galanthus-Foren sowie das Besuchen von Schneeglöckchen-Anlässen (die Nettetaler Schneeglöckchen-Tage werden übrigens auch erwähnt). Eine ältere Freundin, Lady Cherington, die ebenfalls den Schneeglöckchen verfallen ist, steht kurz davor, ihr Haus und ihren Garten räumen zu müssen, weil ihr Mann das gesamte Vermögen verspekuliert hat. Ben und Katka möchten unbedingt verhindern, dass diese einmalige Schneeglöckchen-Kollektion auseinanderfällt.
Sie selber haben zwar (noch) keine herbstblühenden Schneeglöckchen, zählen sich aber doch schon zu den Galantophilen? Dann hätte ich Ihnen diesen Roman gerne als perfekte Überbrückung der Wartezeit und als Einstimmung auf die nicht mehr so weit entfernte Hauptblütezeit ihrer Gartenschätze empfohlen. Leider sind meine Erwartungen an die Lektüre dieses Buches nicht ganz erfüllt worden.
Auf den ersten zwei Dutzend Seiten hatte ich gar das Gefühl im falschen Film zu sitzen bzw. Im falschen Buch zu lesen (falsches Buchseiten in Umschlag gebunden - alles schon vorgekommen...). Der Autor hat in diese Erzählung Schneeglöckchen, Liebesgeschichte, ein bisschen Komödie und internationale Drogengeschäfte gepackt. Mir fehlte der rote Faden und die Spannung kam auch zu kurz. Mühsam fand ich es, mich durch Katkas nicht perfekte Englisch-Kenntnisse lesen zu müssen.
Martin Baxendale ist selber Cartoonist und hat in seiner Backlist Titel wie „Ihr neues Baby – Gebrauchsanweisung“, und die saloppe Art, wie solche Bücher geschrieben sind, lässt sich auch in diesem Roman nicht verleugnen. Der Autor ist ausserdem selber leidenschaftlicher Schneeglöckchen-Sammler und, wie sich im Internet mit wenigen Klicks leicht herausfinden lässt, auch in einschlägigen Foren von Gleichgesinnten anzutreffen. Welche anderen Themen aus der Erzählung wohl sonst noch autobiographisch sind?
Martin Baxendale:
The Snowdrop Garden
Silent but Deadly Publications, 2009
23. Oktober 2009
The White Garden
Am 28. März 1941 packte die gute Schwimmerin Virginia Woolf einen grossen Stein in ihre Manteltasche und ertränkte sich im Fluss Ouse. Ihre Leiche wurde erst drei Wochen später entdeckt. Die Autorin Stephanie Barron stellt nun in ihrem Buch „The White Garden“ die Frage, was wäre, wenn sich Virginia Woolf nicht wie allgemein angenommen an diesem Tag umgebracht hat, sondern bei ihrer Freundin und früheren Liebhaberin Vita Sackville-West untergetaucht ist?
Die Amerikanerin Jo Bellamy kommt nach Sissinghurst, um im Auftrag eines Kunden den Weissen Garten zu studieren. Gleichzeitig möchte sie ihren Aufenthalt in Kent dazu nützen, um Näheres aus dem Leben ihres Grossvaters Jock aus der Zeit des 2. Weltkriegs zu erfahren. Kurz nachdem Jo ihrem Grossvater von ihrem grossen Auftrag in England erzählt hat, hat sich dieser nämlich ohne Angabe von Gründen umgebracht. Da ihr Grossvater als Junge als Gärtner auf Sissinghurst arbeitete, glaubt sie, an seinem Freitod Schuld zu sein.
In einem Geräteschuppen auf Sissinghurst entdeckt Jo ein Buch mit der Aufschrift „Jock's Book“. Die Chefgärtnerin Imogen erlaubt ihr, den Fund auszuleihen. Nach der Lektüre vermutet Jo, dass das Buch von Virginia Woolf persönlich verfasst worden ist. Statt es wie versprochen nach Sissinghurst zurückzubringen, fährt Jo nach London, um abzuklären, ob ihre Vermutungen zutreffend sind.
Peter Llewellyn, ein auf seltene Bücher spezialisierter Angestellter von Sotheby's, glaubt ebenfalls, dass die Handschrift von Virginia Woolf sein könnte, stellt aber sofort fest, dass die Daten der Einträge, die exakt am 29 März 1941 beginnen, dagegen sprechen. Also überredet Peter Jo, seine Ex-Frau und Woolf-Spezialistin beizuziehen ...
Speziell empfehlenswerte Lektüre für Liebhaber von Fiktion gemischt mit echten Biografien. Der Roman enthält neben Einzelheiten zu Leben und Werk von Virginia Woolf auch zahlreiche Details über Vita Sackville-West und Sissinghurst.
Stephanie Barron:
The White Garden
Bantam Books, 2009
Die Amerikanerin Jo Bellamy kommt nach Sissinghurst, um im Auftrag eines Kunden den Weissen Garten zu studieren. Gleichzeitig möchte sie ihren Aufenthalt in Kent dazu nützen, um Näheres aus dem Leben ihres Grossvaters Jock aus der Zeit des 2. Weltkriegs zu erfahren. Kurz nachdem Jo ihrem Grossvater von ihrem grossen Auftrag in England erzählt hat, hat sich dieser nämlich ohne Angabe von Gründen umgebracht. Da ihr Grossvater als Junge als Gärtner auf Sissinghurst arbeitete, glaubt sie, an seinem Freitod Schuld zu sein.
In einem Geräteschuppen auf Sissinghurst entdeckt Jo ein Buch mit der Aufschrift „Jock's Book“. Die Chefgärtnerin Imogen erlaubt ihr, den Fund auszuleihen. Nach der Lektüre vermutet Jo, dass das Buch von Virginia Woolf persönlich verfasst worden ist. Statt es wie versprochen nach Sissinghurst zurückzubringen, fährt Jo nach London, um abzuklären, ob ihre Vermutungen zutreffend sind.
Peter Llewellyn, ein auf seltene Bücher spezialisierter Angestellter von Sotheby's, glaubt ebenfalls, dass die Handschrift von Virginia Woolf sein könnte, stellt aber sofort fest, dass die Daten der Einträge, die exakt am 29 März 1941 beginnen, dagegen sprechen. Also überredet Peter Jo, seine Ex-Frau und Woolf-Spezialistin beizuziehen ...
Speziell empfehlenswerte Lektüre für Liebhaber von Fiktion gemischt mit echten Biografien. Der Roman enthält neben Einzelheiten zu Leben und Werk von Virginia Woolf auch zahlreiche Details über Vita Sackville-West und Sissinghurst.
Stephanie Barron:
The White Garden
Bantam Books, 2009
21. Oktober 2009
Tales as tall as a Sunflower
Eine Sammlung von humorvollen Geschichten von Stephen Butterman ist unter dem Titel „Tales as tall as a sunflower“ erschienen. Diese erzählen beispielsweise von botanischer Korrektheit oder militanten Honigbienen und sind nicht alle ganz ernst zu nehmen. Die Kurzgeschichten tragen Titel wie „Terrorist Garden Plot uncovered“, A Date to forget“ oder „Meeting my (other) self in the Garden“.
Witzig ist etwa der Beitrag, in dem der Autor sich bemüht seine Nichten und Neffen aus dem Garten fernzuhalten (denen er übrigens das Buch gewidmet hat), weil diese in ihrem Übereifer mehr stören als helfen, wenn sie etwa ganze Pflanzen ausreissen statt nur reifes Gemüse zu ernten. Um dieses Problem zu lösen, sucht er im Internet nach Hilfe, findet aber nur zu Webseiten, wie Kinder fürs Gärtnern zu begeistern sind und keine, wie sie davon abgehalten werden können. Um im Garten ungestört arbeiten und ernten zu können, schickt er deshalb die Jungmannschaft an den Computer. Diese soll das World Wide Web nach Informationen über Gemüse durchforsten. Schon nach kurzer Zeit kehren die Kinder zurück und präsentieren ihre Resultate. Die Ergebnisse, welche sie auf Stichworte wie „hot peppers“ erhielten, waren nun nicht gerade das erhoffte (und gar nicht kindergerecht) ...
Für Leserinnen und Leser, die witzige Geschichten rund ums Gärtnern angereichert mit Gedanken über Politik und Kinder mögen.
Stephen Butterman:
Tales as tall as a sunflower
Bellissima Publishing, 2009
Witzig ist etwa der Beitrag, in dem der Autor sich bemüht seine Nichten und Neffen aus dem Garten fernzuhalten (denen er übrigens das Buch gewidmet hat), weil diese in ihrem Übereifer mehr stören als helfen, wenn sie etwa ganze Pflanzen ausreissen statt nur reifes Gemüse zu ernten. Um dieses Problem zu lösen, sucht er im Internet nach Hilfe, findet aber nur zu Webseiten, wie Kinder fürs Gärtnern zu begeistern sind und keine, wie sie davon abgehalten werden können. Um im Garten ungestört arbeiten und ernten zu können, schickt er deshalb die Jungmannschaft an den Computer. Diese soll das World Wide Web nach Informationen über Gemüse durchforsten. Schon nach kurzer Zeit kehren die Kinder zurück und präsentieren ihre Resultate. Die Ergebnisse, welche sie auf Stichworte wie „hot peppers“ erhielten, waren nun nicht gerade das erhoffte (und gar nicht kindergerecht) ...
Für Leserinnen und Leser, die witzige Geschichten rund ums Gärtnern angereichert mit Gedanken über Politik und Kinder mögen.
Stephen Butterman:
Tales as tall as a sunflower
Bellissima Publishing, 2009
18. Oktober 2009
Überdosis an Büchern?
Gestern Samstag habe ich den Sofagarten wieder einmal verlassen und habe in Begleitung meiner Tochter die Frankfurter Buchmesse besucht. Wir sind am Donnerstag in einer Buchhandlung jenseits der Grenze auf ein Angebot zu einem Ausflug an die Messe gestossen, dessen Verlockung wir nicht widerstehen konnten. Der gestrige Tag war dann wir erwartet sehr lang und streng, und vom vielen Herumlaufen war ich erschöpfter als letzthin nach einem Halbmarathon. Doch wir waren beide zufrieden und haben ja noch den Sonntag zur Erholung bevor der Alltag wieder losgeht.
Meine Tochter hat ihre Buchzeichensammlung um etliche Exemplare erweitert und ich liebäugle natürlich wieder mit dem einen oder anderen Buch. Die riesige Menge der ausgestellten Bücher fand ich nicht mehr ganz so beeindruckend wie bei meinem ersten Besuch an der Messe vor ein paar Jahren. Viele bekannte Bücher aus dem heimischen Gestell waren ausgestellt und Titel, die auf dem Wunschzettel stehen, konnten auf ihre „Tauglichkeit“ durchgeblättert werden.
Unter diversen anderen Büchern interessieren mich Ralph Dutlis Kulturgeschichte über die Oliven, während ich den präsentierten Roman „Die Spucke des Teufels“ von Ella Theiss über die Bemühungen von Friedrich II., seinem Volk die Kartoffeln schmackhaft zu machen, eben letzte Woche fertig gelesen habe und diesen nicht besonders mitreissend fand. Der Hunger nach Büchern ist also nicht gestillt, ich habe aber wieder einmal festgestellt, dass ich im Internet doch am schnellsten und einfachsten zu meiner Lieblingslektüre komme (obwohl leider die deutschen Bücher im Gegensatz zu den englischen meist nicht nach Stichworten durchgesucht werden können). Näheres über die Entdeckungen demnächst.
PS: Vielleicht könnte uns ein Eingeweihter noch erklären, was es für eine Bewandtnis mit den vielen verkleideten Messebesuchern auf sich hat?
Meine Tochter hat ihre Buchzeichensammlung um etliche Exemplare erweitert und ich liebäugle natürlich wieder mit dem einen oder anderen Buch. Die riesige Menge der ausgestellten Bücher fand ich nicht mehr ganz so beeindruckend wie bei meinem ersten Besuch an der Messe vor ein paar Jahren. Viele bekannte Bücher aus dem heimischen Gestell waren ausgestellt und Titel, die auf dem Wunschzettel stehen, konnten auf ihre „Tauglichkeit“ durchgeblättert werden.
Unter diversen anderen Büchern interessieren mich Ralph Dutlis Kulturgeschichte über die Oliven, während ich den präsentierten Roman „Die Spucke des Teufels“ von Ella Theiss über die Bemühungen von Friedrich II., seinem Volk die Kartoffeln schmackhaft zu machen, eben letzte Woche fertig gelesen habe und diesen nicht besonders mitreissend fand. Der Hunger nach Büchern ist also nicht gestillt, ich habe aber wieder einmal festgestellt, dass ich im Internet doch am schnellsten und einfachsten zu meiner Lieblingslektüre komme (obwohl leider die deutschen Bücher im Gegensatz zu den englischen meist nicht nach Stichworten durchgesucht werden können). Näheres über die Entdeckungen demnächst.
PS: Vielleicht könnte uns ein Eingeweihter noch erklären, was es für eine Bewandtnis mit den vielen verkleideten Messebesuchern auf sich hat?
14. Oktober 2009
Persönliche Gartenparadiese
Kann einer je genügend Gartenbücher zum Schwelgen und als Quelle für neue Inspirationen auf dem Bücherregal stehen haben? Diese Frage, muss jeder für sich selber beantworten. Eine neue Verlockung aus dem aktuellen Herbstprogramm des Callwey Verlags macht einem die Entscheidung wahrscheinlich auch nicht leichter. Der verschwenderisch illustrierte Bildband „Die schönsten privaten Gärten“ von Oliver Kipp erlaubt einen Blick hinter Gartenzäune, die sonst zumeist keinen Einlass gewähren und lässt einen in den unweigerlich nahenden dunklen Wintermonaten vom noch weit entfernten Frühling und Sommer träumen.
Die dreissig mehrheitlich grossen vorgestellten Gärten sind im Stil ebenso verschieden wie ihre Besitzer. Asiatisch inspirierte Anlagen und englische Gärten sind ebenso vertreten wie ein Rhododendron-, ein Rosen- oder ein Naturgarten und ein von Hortensien und Buchs dominiertes Paradies. Dass nicht nur parkähnliche Gärten ihren Reiz haben, beweisen ein Bonsai- und ein Künstlergarten. In einzelnen der vorgestellten Gärten wird seit über 40 Jahren an der Perfektion gefeilt.
Nicht alle der portraitierten Gärtner mögen den Grossteil ihrer Freizeit mit Jäten, Rasenmähen und anderen gärtnerischen Tätigkeiten ausfüllen. Im Gegenteil, das Motto einer Rosengärtnerin aus dem Périgord lautet „Der Quotient aus Arbeit und Freude muss stimmen, und ich möchte eigentlich einen Garten zum Geniessen“. Erreicht hat sie dieses Ziel, indem alle Beete mit einer Folie abgedeckt und die Rosen durch Löcher an die gewünschten Stellen gepflanzt hat. Die Folien, die Unkraut abhalten und die Feuchtigkeit im Boden speichern, wurden mit Kies abgedeckt.
In kurzen Texten verraten die Besitzer näheres über ihre Leidenschaft, Motivation, Inspirationen, Ideen und den einen oder anderen Tipp. Das Geschriebene wird ergänzt durch wunderschöne gross- und kleinformatigen Fotos. Abgerundet werden die Portraits durch einen Steckbrief, der Informationen über Grösse, Beschreibung, Schwerpunkte, Vorbilder und allfällige Besuchsmöglichkeiten gibt.
Ein Buch zum Schwelgen und Ideensammeln!
Oliver Kipp:
Die schönsten privaten Gärten
Callwey Verlag, 2009
Die dreissig mehrheitlich grossen vorgestellten Gärten sind im Stil ebenso verschieden wie ihre Besitzer. Asiatisch inspirierte Anlagen und englische Gärten sind ebenso vertreten wie ein Rhododendron-, ein Rosen- oder ein Naturgarten und ein von Hortensien und Buchs dominiertes Paradies. Dass nicht nur parkähnliche Gärten ihren Reiz haben, beweisen ein Bonsai- und ein Künstlergarten. In einzelnen der vorgestellten Gärten wird seit über 40 Jahren an der Perfektion gefeilt.
Nicht alle der portraitierten Gärtner mögen den Grossteil ihrer Freizeit mit Jäten, Rasenmähen und anderen gärtnerischen Tätigkeiten ausfüllen. Im Gegenteil, das Motto einer Rosengärtnerin aus dem Périgord lautet „Der Quotient aus Arbeit und Freude muss stimmen, und ich möchte eigentlich einen Garten zum Geniessen“. Erreicht hat sie dieses Ziel, indem alle Beete mit einer Folie abgedeckt und die Rosen durch Löcher an die gewünschten Stellen gepflanzt hat. Die Folien, die Unkraut abhalten und die Feuchtigkeit im Boden speichern, wurden mit Kies abgedeckt.
In kurzen Texten verraten die Besitzer näheres über ihre Leidenschaft, Motivation, Inspirationen, Ideen und den einen oder anderen Tipp. Das Geschriebene wird ergänzt durch wunderschöne gross- und kleinformatigen Fotos. Abgerundet werden die Portraits durch einen Steckbrief, der Informationen über Grösse, Beschreibung, Schwerpunkte, Vorbilder und allfällige Besuchsmöglichkeiten gibt.
Ein Buch zum Schwelgen und Ideensammeln!
Oliver Kipp:
Die schönsten privaten Gärten
Callwey Verlag, 2009
11. Oktober 2009
Herbstferienlektüre
Während unser Nachtessen, Rotkraut nach einem Rezept von Paul Bocuse, vor sich hin köchelt, habe ich einen Moment Zeit, die während unserem Kurzurlaub in eben dessen Heimatstadt Lyon gelesenen Bücher zusammenzufassen.
In „Unter blauem Himmel“ von Sarah Duncan spielt die Gartenhistorikerin Anna die Hauptrolle. Die frisch geschiedene Endzwanzigerin lernt anlässlich ihres neuesten Projektes den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen und erliegt dessen Charme. Anna, deren bisheriges Leben von Vernunft geprägt war, kommt unter dem Einfluss von diesem Oliver immer weiter von ihren Zielen ab. Sie geniesst das Leben in allen Zügen, was nicht ohne Folgen bleibt. Ihre Arbeit leidet genau so unter ihrem neuen Lebenswandel wie ihre alten Freundschaften. Gartengeschichte und Gärten spielen eine wichtige Rolle im Roman.
Inzwischen habe ich auch herausgefunden wie gross (oder eben nicht) der hortikulturelle Hintergrund des französischen Bestsellers „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ist.
Der Roman handelt von den wohlhabenden Bewohnern eines Wohnhauses in Paris – erzählt aus der Sicht einer enorm belesenen Concierge und einer Zwölfjährigen, die entschlossen ist, Selbstmord zu begehen und die Wohnung anzuzünden. Nicht zum ersten Mal habe ich anlässlich dieser Lektüre festgestellt, dass mir Bücher, die anscheinend alle Welt gut findet, nicht unbedingt zusagen (nicht nur wegen dem Minimum an gärtnerischem Hintergrund!). Ich war mehr als einmal versucht, den Titel ungelesen wegzulegen. Nachdem ich aber - wie meistens - den Schluss des Buches vorgezogen habe, musste ich dann doch meine Neugierde stillen und erfahren, wieso es gerade zu diesem Ende kommt ...
„Wenn das nicht Liebe ist“ von Clare Chambers erzählt die Geschichte der Familie Fairchild. Ein eindrücklicher Roman über eine Familie mit sehr bescheidenem Einkommen und grossem Herzen aus der Sicht der Tochter. Bei der Lektüre musste ich oft laut lachen, obwohl die Situationen eher tragisch komisch waren. Obschon ganz am Anfang des Buches ein Garten erwähnt wird und sich ein Protagonist am Schluss noch als Gartenarchitekt entpuppt, kein Titel mit Gartenbezug, aber unbedingt lesenswert!
Muriel Barbery:
Die Eleganz des Igels
dtv, 2009
Clare Chambers:
Wenn das nicht Liebe ist
Goldmann Verlag, 2005
Sarah Duncan:
Unter blauem Himmel
Diana Verlag, 2008
PS an M.: Das Buch hat mir auch ausgezeichnet gefallen und weist ja einige erstaunliche Parallelen auf ...
In „Unter blauem Himmel“ von Sarah Duncan spielt die Gartenhistorikerin Anna die Hauptrolle. Die frisch geschiedene Endzwanzigerin lernt anlässlich ihres neuesten Projektes den Enkel ihrer Auftraggeberin kennen und erliegt dessen Charme. Anna, deren bisheriges Leben von Vernunft geprägt war, kommt unter dem Einfluss von diesem Oliver immer weiter von ihren Zielen ab. Sie geniesst das Leben in allen Zügen, was nicht ohne Folgen bleibt. Ihre Arbeit leidet genau so unter ihrem neuen Lebenswandel wie ihre alten Freundschaften. Gartengeschichte und Gärten spielen eine wichtige Rolle im Roman.
Inzwischen habe ich auch herausgefunden wie gross (oder eben nicht) der hortikulturelle Hintergrund des französischen Bestsellers „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery ist.
Der Roman handelt von den wohlhabenden Bewohnern eines Wohnhauses in Paris – erzählt aus der Sicht einer enorm belesenen Concierge und einer Zwölfjährigen, die entschlossen ist, Selbstmord zu begehen und die Wohnung anzuzünden. Nicht zum ersten Mal habe ich anlässlich dieser Lektüre festgestellt, dass mir Bücher, die anscheinend alle Welt gut findet, nicht unbedingt zusagen (nicht nur wegen dem Minimum an gärtnerischem Hintergrund!). Ich war mehr als einmal versucht, den Titel ungelesen wegzulegen. Nachdem ich aber - wie meistens - den Schluss des Buches vorgezogen habe, musste ich dann doch meine Neugierde stillen und erfahren, wieso es gerade zu diesem Ende kommt ...
„Wenn das nicht Liebe ist“ von Clare Chambers erzählt die Geschichte der Familie Fairchild. Ein eindrücklicher Roman über eine Familie mit sehr bescheidenem Einkommen und grossem Herzen aus der Sicht der Tochter. Bei der Lektüre musste ich oft laut lachen, obwohl die Situationen eher tragisch komisch waren. Obschon ganz am Anfang des Buches ein Garten erwähnt wird und sich ein Protagonist am Schluss noch als Gartenarchitekt entpuppt, kein Titel mit Gartenbezug, aber unbedingt lesenswert!
Muriel Barbery:
Die Eleganz des Igels
dtv, 2009
Clare Chambers:
Wenn das nicht Liebe ist
Goldmann Verlag, 2005
Sarah Duncan:
Unter blauem Himmel
Diana Verlag, 2008
PS an M.: Das Buch hat mir auch ausgezeichnet gefallen und weist ja einige erstaunliche Parallelen auf ...
8. Oktober 2009
Dschungelgeschichten
Tom Hart Dyke (Jahrgang 1976) entwickelte schon als junger Schüler eine starke Faszination für Orchideen. Der Pflanzenfanatiker war schon zwei Jahre auf Weltreise, als ihn seine Passion im Jahr 2000 nach Zentralamerika führte, wo der moderne Pflanzenjäger auf der Suche nach seltenen Orchideen war. In Mexiko lernte er den Abenteurer und Landsmann Paul Winder kennen und die beiden beschlossen entgegen aller Vernunft, das gefährliche Gebiet Darien Gap – bestehend aus Dschungel, Sumpf, Drogenschmugglern und Militär - zwischen Panama und Kolumbien zu bereisen. Und die beiden wurden prompt nach sechs Tagen, wenige Stunden von der kolumbianischen Grenze entfernt, von FARC-Rebellen entführt. Tom Hart Dyke hatte in den nunmehr 24 Monaten, die er schon in der Welt umherreiste, praktisch keinen Kontakt mit seiner Familie. Deshalb dauerte es auch längere Zeit bis seine Angehörigen in England realisierten, dass er von FARC-Rebellen gefangen gehalten wurde.
Neun lange Monate mussten Tom Hart Dyke und Paul Winder in den Händen ihrer Entführer ausharren und wurden immer wieder mit dem Tod bedroht. Im Buch „The Cloud Garden – A True Story of Adventure, Survival and extreme Hortiuculture“ schildern die beiden die Strapazen ihrer Gefangenschaft. In dieser physisch und psychisch ungemein anstrengenden Zeit, begann Tom Hart Dyke mit dem Entwurf für einen Garten in der Form der Weltkarte, den er auf dem elterlichen Schloss Lullingstone Castle anlegen wollte. Pflanzen, die er auf seinen Planthunting-Trips gesammelt hatte, sollten dort ihrer Herkunft gemäss eine neue Heimat auf dem richtigen Kontinent und im richtigen Land finden.
Nach seiner Freilassung machte sich Tom Hart Dyke daran, seine Gartenumgestaltungspläne umzusetzen. Dieses Unternehmen war dann auch die Basis einer BBC-Serie sowie die Grundlage für das zweite Buch „An Englishman's Home – The Adventures of an eccentric Gardener“. Der Pflanzenenthusiast repräsentiert die 20. Generation seiner Familie, die auf Schloss Lullingstone lebt. Mit dem neu geschaffenen Touristenanziehungspunkt in Form des Weltgartens hofft er, den Grundbesitz für kommende Generationen erhalten zu können.
Spannende Abenteuer-/Reiseerzählung! Die Bücher sind in sich abgeschlossen, ich würde aber dennoch empfehlen, mit dem „Wolken-Garten“ zu beginnen.
Tom Hart Dyke and Paul Winder:
The Cloud Garden
First Lyons Press edition, 2004
Tom Hart Dyke:
An Englishman's Home
Bantam Press, 2007
Neun lange Monate mussten Tom Hart Dyke und Paul Winder in den Händen ihrer Entführer ausharren und wurden immer wieder mit dem Tod bedroht. Im Buch „The Cloud Garden – A True Story of Adventure, Survival and extreme Hortiuculture“ schildern die beiden die Strapazen ihrer Gefangenschaft. In dieser physisch und psychisch ungemein anstrengenden Zeit, begann Tom Hart Dyke mit dem Entwurf für einen Garten in der Form der Weltkarte, den er auf dem elterlichen Schloss Lullingstone Castle anlegen wollte. Pflanzen, die er auf seinen Planthunting-Trips gesammelt hatte, sollten dort ihrer Herkunft gemäss eine neue Heimat auf dem richtigen Kontinent und im richtigen Land finden.
Nach seiner Freilassung machte sich Tom Hart Dyke daran, seine Gartenumgestaltungspläne umzusetzen. Dieses Unternehmen war dann auch die Basis einer BBC-Serie sowie die Grundlage für das zweite Buch „An Englishman's Home – The Adventures of an eccentric Gardener“. Der Pflanzenenthusiast repräsentiert die 20. Generation seiner Familie, die auf Schloss Lullingstone lebt. Mit dem neu geschaffenen Touristenanziehungspunkt in Form des Weltgartens hofft er, den Grundbesitz für kommende Generationen erhalten zu können.
Spannende Abenteuer-/Reiseerzählung! Die Bücher sind in sich abgeschlossen, ich würde aber dennoch empfehlen, mit dem „Wolken-Garten“ zu beginnen.
Tom Hart Dyke and Paul Winder:
The Cloud Garden
First Lyons Press edition, 2004
Tom Hart Dyke:
An Englishman's Home
Bantam Press, 2007
30. September 2009
Frisch gegossen ist noch nicht geerntet
Hin und wieder entdecke ich auch auf einem Remittenden-Tisch Lesefutter für eine vergnügliche Lektüre. Ein Umschlagbild mit etwas viel Pink, einer blauen Spritzkanne, einer Lilienblüte sowie Rosen auf Kleid und Gummistiefel verleiteten mich dazu, das Taschenbuch genauer unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da, eine wichtige Rolle im Roman spielt ein Gartenwettbewerb, an dem die Bewohner eines englischen Dorfes teilnehmen.
Alice wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn Alfie in einem Dorf in der Nähe von London. Alfies Vater hat sie wegen seiner Sekretärin sitzengelassen. Der Alltag von Alice als alleinerziehende Mutter und ihre Freundschaft mit Molly sowie das Drumherum um den Gartenwettbewerb spielen die Hauptrolle im Buch. Es gibt keine besonderen Höhen und Tiefen in der Geschichte, wenn man davon absieht, dass Molly kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes von ihrem Mann betrogen wird.
Kurz zusammengefasst: eine leichte, anspruchslose Lektüre mit fast durchwegs sympathischen Charakteren. Und die einzige unsympathische Person wird rechtzeitig aus der Geschichte „entfernt“ ... Während der Lektüre habe ich oft an die Zeit der ersten Lebensjahre meiner Kinder zurückgedacht und bin ganz froh, dass sie inzwischen doch grösser und selbständiger sind.
Nicht ganz kapiert habe ich, weshalb eine Landschaftsarchitektin (Beruf von Alice gemäss Umschlag) keine Ahnung von Pflanzen hat. Ein Übersetzungsfehler? Schliesslich scheint sie sich beruflich hauptsächlich mit dem Bau von Küchen herumzuschlagen.
Gil Mc Neil:
Männer und andere Exoten
Piper Verlag, 2006
Alice wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn Alfie in einem Dorf in der Nähe von London. Alfies Vater hat sie wegen seiner Sekretärin sitzengelassen. Der Alltag von Alice als alleinerziehende Mutter und ihre Freundschaft mit Molly sowie das Drumherum um den Gartenwettbewerb spielen die Hauptrolle im Buch. Es gibt keine besonderen Höhen und Tiefen in der Geschichte, wenn man davon absieht, dass Molly kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes von ihrem Mann betrogen wird.
Kurz zusammengefasst: eine leichte, anspruchslose Lektüre mit fast durchwegs sympathischen Charakteren. Und die einzige unsympathische Person wird rechtzeitig aus der Geschichte „entfernt“ ... Während der Lektüre habe ich oft an die Zeit der ersten Lebensjahre meiner Kinder zurückgedacht und bin ganz froh, dass sie inzwischen doch grösser und selbständiger sind.
Nicht ganz kapiert habe ich, weshalb eine Landschaftsarchitektin (Beruf von Alice gemäss Umschlag) keine Ahnung von Pflanzen hat. Ein Übersetzungsfehler? Schliesslich scheint sie sich beruflich hauptsächlich mit dem Bau von Küchen herumzuschlagen.
Gil Mc Neil:
Männer und andere Exoten
Piper Verlag, 2006
27. September 2009
The Purest of Human Pleasures
Jetzt habe ich mich ungefähr zwei Wochen durch obiges Buch gelesen, um nicht sagen gequält. Nun, ganz so schlimm war es eigentlich nicht, aber ein Vergnügen wie der Titel einen vielleicht vermuten lassen könnte, war es nicht. Nicht zuletzt lässt mich das offene Ende ziemlich konfus zurück. Aber nun mal schön der Reihe nach.
Die Erzählung dreht sich um Morris Bunter und seine 19jährige Tochter Kate. Morris geht völlig in seiner Arbeit als Gärtner auf und die Studentin Kate hilft ihm gelegentlich aus. Als Morris in einem Garten Arbeiten ausführen soll, entdeckt er in einem Astilben-Beet die Leiche einer Kundin, deren Grundstück an jenes von Professor Ingoldsby grenzt.
Das Leben der Bunters wird davon überschattet, dass Kate an der Universität von eben diesem Ingoldsby sexuell belästigt worden ist. Und nicht erst seit diesem Vorfall führt sich Morris, der verwitwete (Mutter-)Vater, sich fast wie eine Glucke auf.
Morris trauert auch Jahre nach ihrem Krebstod um seine Frau, scheint aber nun bereit, die Beziehung zu seiner Nachbarin Nancy vertiefen. Doch wo immer er sich bewegt, überall scheint Ingoldsby aufzutauchen und sich in sein Leben zu drängen.
Der Mord an Morris Bunters Kundin bleibt im übrigen nicht der einzige in dem beschaulichen Vorort von Montreal. Doch während des ganzen Buches hat man nicht den Eindruck, dass besondere Bemühungen unternommen werden, diese Taten aufzuklären (was einen als Leser doch etwas verwirrt, auch wenn das Buch kein Krimi ist).
Morris sieht sein ganzes Leben sozusagen durch eine hortikulturelle Brille und die Erzählung ist durchgehend „grün“ eingebettet. Der gärtnerische Hintergrund nimmt denn auch einen grossen Platz im Buch ein. Viele Gedankengänge von Morris kann ich als Leserin auch gut nachvollziehen. Alles in allem aber eine konfuse Lektüre.
Kenneth Radu:
The Purest of Human Pleasures
Penguin Books, 2005
Die Erzählung dreht sich um Morris Bunter und seine 19jährige Tochter Kate. Morris geht völlig in seiner Arbeit als Gärtner auf und die Studentin Kate hilft ihm gelegentlich aus. Als Morris in einem Garten Arbeiten ausführen soll, entdeckt er in einem Astilben-Beet die Leiche einer Kundin, deren Grundstück an jenes von Professor Ingoldsby grenzt.
Das Leben der Bunters wird davon überschattet, dass Kate an der Universität von eben diesem Ingoldsby sexuell belästigt worden ist. Und nicht erst seit diesem Vorfall führt sich Morris, der verwitwete (Mutter-)Vater, sich fast wie eine Glucke auf.
Morris trauert auch Jahre nach ihrem Krebstod um seine Frau, scheint aber nun bereit, die Beziehung zu seiner Nachbarin Nancy vertiefen. Doch wo immer er sich bewegt, überall scheint Ingoldsby aufzutauchen und sich in sein Leben zu drängen.
Der Mord an Morris Bunters Kundin bleibt im übrigen nicht der einzige in dem beschaulichen Vorort von Montreal. Doch während des ganzen Buches hat man nicht den Eindruck, dass besondere Bemühungen unternommen werden, diese Taten aufzuklären (was einen als Leser doch etwas verwirrt, auch wenn das Buch kein Krimi ist).
Morris sieht sein ganzes Leben sozusagen durch eine hortikulturelle Brille und die Erzählung ist durchgehend „grün“ eingebettet. Der gärtnerische Hintergrund nimmt denn auch einen grossen Platz im Buch ein. Viele Gedankengänge von Morris kann ich als Leserin auch gut nachvollziehen. Alles in allem aber eine konfuse Lektüre.
Kenneth Radu:
The Purest of Human Pleasures
Penguin Books, 2005
23. September 2009
Über die menschliche Seite des Gärtnerns
Wie gewohnt pünktlich zum Jahreszeitenwechsel lag Ende letzter Woche die Herbstausgabe von „Greenprints“ im Briefkasten. In der vierteljährlich erscheinenden Publikation aus den USA, die nun seit genau 20 Jahren herauskommt, wird nicht How-to-do-Gardening vermittelt, wie dieses in beinahe unzähligen Zeitschriften abgehandelt wird. So wird der Leser vergeblich eine Rubrik suchen, die angibt, welche Arbeiten im Herbst im Garten erledigt werden sollen.
In „Greenprints“ erscheinen von Lesern und Leserinnen eingesandte Beiträge ebenso wie Artikel von regelmässig für die Quartalsschrift schreibenden Autoren. Ab und zu werden auch Kapitel aus Gartenbüchern von Autoren wie Beverley Nichols, Karel Capek oder Elisabeth von Arnim abgedruckt. Allen Beiträgen gemeinsam ist, dass sie die menschliche Seite des Gärtnerns reflektieren: Freud, Leid, Humor, Trauer, Hoffnung, Freundschaft ...
Da gab es beispielsweise mal eine Geschichte über einen todkranken Mann, der in seinem letzten Herbst Freunde beauftragt hatte, im Garten eine Menge Blumenzwiebeln zu vergraben und so seiner Frau im Frühjahr nach seinem Tod ein unerwartetes, reich blühendes Geschenk vermachte. Oder eine Episode über einen Mann, der ein Mädchen aus einem brennenden Haus gerettet hatte. Nachdem dieses Mädchen mit seiner Familie weggezogen war, erhielt der Retter jedes Jahr zum Dank eine Amaryllis. Die verschiedenen Exemplare blühten auch immer wunderschön. Doch eines Winters wollte das Pflanzengeschenk nicht gedeihen. Wie der Retter später erfuhr, war das Mädchen genau zu jener Zeit verstorben.
Die rund 80 Seiten umfassende Zeitschrift in halber A4-Grösse ist schwarz/weiss illustriert und wird von Pat Stone und seiner Familie herausgegeben. Texte und Bilder können und sollen nicht mit der Qualität und Ansprüchen des englischen Journals Hortus verglichen werden, die Abopreise sind denn auch entsprechend unterschiedlich.
101 Geschichten aus früheren „Greenprints“-Ausgaben sind vor einiger Zeit in Buchform erschienen: „Chicken Soup for the Gardener's Soul – 101 Stories to sow seeds of love, hope and laughter“. Falls sich jemand näher für dieses Buch interessiert, kann er im Internet darin blättern. Mehr Infos zu „Greenprints“, wie Abokonditionen, Back-Issues, CD's usw. gibt's auf www.greenprints.com.
In „Greenprints“ erscheinen von Lesern und Leserinnen eingesandte Beiträge ebenso wie Artikel von regelmässig für die Quartalsschrift schreibenden Autoren. Ab und zu werden auch Kapitel aus Gartenbüchern von Autoren wie Beverley Nichols, Karel Capek oder Elisabeth von Arnim abgedruckt. Allen Beiträgen gemeinsam ist, dass sie die menschliche Seite des Gärtnerns reflektieren: Freud, Leid, Humor, Trauer, Hoffnung, Freundschaft ...
Da gab es beispielsweise mal eine Geschichte über einen todkranken Mann, der in seinem letzten Herbst Freunde beauftragt hatte, im Garten eine Menge Blumenzwiebeln zu vergraben und so seiner Frau im Frühjahr nach seinem Tod ein unerwartetes, reich blühendes Geschenk vermachte. Oder eine Episode über einen Mann, der ein Mädchen aus einem brennenden Haus gerettet hatte. Nachdem dieses Mädchen mit seiner Familie weggezogen war, erhielt der Retter jedes Jahr zum Dank eine Amaryllis. Die verschiedenen Exemplare blühten auch immer wunderschön. Doch eines Winters wollte das Pflanzengeschenk nicht gedeihen. Wie der Retter später erfuhr, war das Mädchen genau zu jener Zeit verstorben.
Die rund 80 Seiten umfassende Zeitschrift in halber A4-Grösse ist schwarz/weiss illustriert und wird von Pat Stone und seiner Familie herausgegeben. Texte und Bilder können und sollen nicht mit der Qualität und Ansprüchen des englischen Journals Hortus verglichen werden, die Abopreise sind denn auch entsprechend unterschiedlich.
101 Geschichten aus früheren „Greenprints“-Ausgaben sind vor einiger Zeit in Buchform erschienen: „Chicken Soup for the Gardener's Soul – 101 Stories to sow seeds of love, hope and laughter“. Falls sich jemand näher für dieses Buch interessiert, kann er im Internet darin blättern. Mehr Infos zu „Greenprints“, wie Abokonditionen, Back-Issues, CD's usw. gibt's auf www.greenprints.com.
18. September 2009
Gartenträume
Das dritte nicht mehr gerade druckfrische Gartenbuch der Österreicherin Gerda Walton habe ich schon öfters in der Buchhandlung durchgeblättert. Weil ich die Bildqualität ziemlich enttäuschend fand, habe ich aber von einem Kauf bis anhin abgesehen. Nun habe ich ein etwas lädiertes herabgesetztes Exemplar ergattert und bin doch noch zu meiner Lektüre gekommen.
Die Autorin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und leitet seit Jahren Gartenreisen. Nun lädt sie ein auf eine Buch-Gartenreise durch 13 ihrer Lieblingsgärten. Diese liegen weit verstreut auf verschiedenen Kontinenten. Neben Inverewe im Hochland von Schottland, Vitas Sissinghurst und dem Keukenhof in Holland werden auch Gärten in Singapur und auf Madeira besucht.
In der Rubrik „Einst und jetzt“ erfährt der Leser einen kurzen geschichtlichen Überblick des jeweiligen Gartens und die Ausführungen werden neben Fotos mit passenden Weisheiten ergänzt. Den Abschluss des Buches bilden Reisetipps mit Details zu Lage, Öffnungszeiten, bester Besuchszeit usw.
Die teilweise recht unbefriedigende Bildqualität (schade!) wird durch die angenehme Reiseleitung mit detailliertem Hintergrundwissen wettgemacht. Etwas irritierend finde ich allerdings, wenn im Kapitel über den italienischen Garten der Villa Taranto wiederholt von Tessiner Pfingstrosen die Rede ist. Der eine oder andere Leser findet sicher Ideen für eigene Gartenreisen. Und wem die Lektüre gefallen hat, mag vielleicht auch in Waltons Bücher „Die blaue Gartentür“ oder „Garteln in Tirol“ hereinschauen.
Gerda Walton:
Gartenträume – Inspirationen aus berühmten Gärten
AV Buch/Österreichischer Agrarverlag, 2007
Die Autorin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und leitet seit Jahren Gartenreisen. Nun lädt sie ein auf eine Buch-Gartenreise durch 13 ihrer Lieblingsgärten. Diese liegen weit verstreut auf verschiedenen Kontinenten. Neben Inverewe im Hochland von Schottland, Vitas Sissinghurst und dem Keukenhof in Holland werden auch Gärten in Singapur und auf Madeira besucht.
In der Rubrik „Einst und jetzt“ erfährt der Leser einen kurzen geschichtlichen Überblick des jeweiligen Gartens und die Ausführungen werden neben Fotos mit passenden Weisheiten ergänzt. Den Abschluss des Buches bilden Reisetipps mit Details zu Lage, Öffnungszeiten, bester Besuchszeit usw.
Die teilweise recht unbefriedigende Bildqualität (schade!) wird durch die angenehme Reiseleitung mit detailliertem Hintergrundwissen wettgemacht. Etwas irritierend finde ich allerdings, wenn im Kapitel über den italienischen Garten der Villa Taranto wiederholt von Tessiner Pfingstrosen die Rede ist. Der eine oder andere Leser findet sicher Ideen für eigene Gartenreisen. Und wem die Lektüre gefallen hat, mag vielleicht auch in Waltons Bücher „Die blaue Gartentür“ oder „Garteln in Tirol“ hereinschauen.
Gerda Walton:
Gartenträume – Inspirationen aus berühmten Gärten
AV Buch/Österreichischer Agrarverlag, 2007
14. September 2009
Die Comtesse
Die Comtesse Héloise de Clément-Barentin wird gegen ihren Willen an den Hof von Ludwig XIV. von Frankreich geschickt. Sie weiss nicht, dass ihre Familie inzwischen verarmt ist und ihre Eltern hoffen, dass sie sich vorteilhaft verheiraten kann. Als Gesellschaftsdame der Königin geniesst Héloise rasch die Gunst des Königs, was ihr aber die Missgunst von drei Adligen einträgt.
Ludwig XIV. möchte der ganzen Welt seine Macht präsentieren und einen repräsentativen Palast samt riesigen Gartenanlagen vor Paris erstellen lassen. Die besten Baumeister im Land werden auserwählt, um das Jagdschlösschen seines Vaters in Versailles zu erweitern und der Auftrag für die Gartengestaltung geht an den Landschaftsarchitekten André le Nôtre.
Héloise macht die Bekanntschaft von Le Nôtre und die beiden verlieben sich ineinander. Doch die junge Comtesse ist in ein Netz von Intrigen geraten. Le Nôtre, der seinen Verpflichtungen mehr verbunden ist als seiner Geliebten, wird nicht sehr sympathisch dargestellt. So verschweigt er Héloise auch, dass er bereits verheiratet ist.
Ich hatte etwas Mühe, in diese fiktive Geschichte um den Sonnenkönig und seinen Gärtner einzutauchen und war am Anfang mehrmals nahe daran, das Buch ungelesen wegzulegen. Die Gestaltung der Gärten und der Gärtner, die gemäss Umschlag Hauptthema sind, spielen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stoff wäre sehr interessant, doch die Handlung ist leider nicht besonders spannend und auch die dem 17. Jahrhundert angepasste Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Das Ende dieses historischen Romans erscheint ziemlich abrupt und vieles bleibt offen. Ob dies auf eine geplante Fortsetzung hindeutet? Ob ich eine solche lesen würde, muss ich ja nicht gerade heute entscheiden …
Amalia N. Kardonas:
Die Comtesse
Edition BOD (Books on Demand), 2007
Ludwig XIV. möchte der ganzen Welt seine Macht präsentieren und einen repräsentativen Palast samt riesigen Gartenanlagen vor Paris erstellen lassen. Die besten Baumeister im Land werden auserwählt, um das Jagdschlösschen seines Vaters in Versailles zu erweitern und der Auftrag für die Gartengestaltung geht an den Landschaftsarchitekten André le Nôtre.
Héloise macht die Bekanntschaft von Le Nôtre und die beiden verlieben sich ineinander. Doch die junge Comtesse ist in ein Netz von Intrigen geraten. Le Nôtre, der seinen Verpflichtungen mehr verbunden ist als seiner Geliebten, wird nicht sehr sympathisch dargestellt. So verschweigt er Héloise auch, dass er bereits verheiratet ist.
Ich hatte etwas Mühe, in diese fiktive Geschichte um den Sonnenkönig und seinen Gärtner einzutauchen und war am Anfang mehrmals nahe daran, das Buch ungelesen wegzulegen. Die Gestaltung der Gärten und der Gärtner, die gemäss Umschlag Hauptthema sind, spielen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stoff wäre sehr interessant, doch die Handlung ist leider nicht besonders spannend und auch die dem 17. Jahrhundert angepasste Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Das Ende dieses historischen Romans erscheint ziemlich abrupt und vieles bleibt offen. Ob dies auf eine geplante Fortsetzung hindeutet? Ob ich eine solche lesen würde, muss ich ja nicht gerade heute entscheiden …
Amalia N. Kardonas:
Die Comtesse
Edition BOD (Books on Demand), 2007
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