14. September 2009

Die Comtesse

Die Comtesse Héloise de Clément-Barentin wird gegen ihren Willen an den Hof von Ludwig XIV. von Frankreich geschickt. Sie weiss nicht, dass ihre Familie inzwischen verarmt ist und ihre Eltern hoffen, dass sie sich vorteilhaft verheiraten kann. Als Gesellschaftsdame der Königin geniesst Héloise rasch die Gunst des Königs, was ihr aber die Missgunst von drei Adligen einträgt.

Ludwig XIV. möchte der ganzen Welt seine Macht präsentieren und einen repräsentativen Palast samt riesigen Gartenanlagen vor Paris erstellen lassen. Die besten Baumeister im Land werden auserwählt, um das Jagdschlösschen seines Vaters in Versailles zu erweitern und der Auftrag für die Gartengestaltung geht an den Landschaftsarchitekten André le Nôtre.

Héloise macht die Bekanntschaft von Le Nôtre und die beiden verlieben sich ineinander. Doch die junge Comtesse ist in ein Netz von Intrigen geraten. Le Nôtre, der seinen Verpflichtungen mehr verbunden ist als seiner Geliebten, wird nicht sehr sympathisch dargestellt. So verschweigt er Héloise auch, dass er bereits verheiratet ist.

Ich hatte etwas Mühe, in diese fiktive Geschichte um den Sonnenkönig und seinen Gärtner einzutauchen und war am Anfang mehrmals nahe daran, das Buch ungelesen wegzulegen. Die Gestaltung der Gärten und der Gärtner, die gemäss Umschlag Hauptthema sind, spielen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stoff wäre sehr interessant, doch die Handlung ist leider nicht besonders spannend und auch die dem 17. Jahrhundert angepasste Sprache ist gewöhnungsbedürftig. Das Ende dieses historischen Romans erscheint ziemlich abrupt und vieles bleibt offen. Ob dies auf eine geplante Fortsetzung hindeutet? Ob ich eine solche lesen würde, muss ich ja nicht gerade heute entscheiden …



Amalia N. Kardonas:
Die Comtesse
Edition BOD (Books on Demand), 2007