22. Februar 2011

Schöner Mist - Über die Verwandlung in ein Teilzeit-Landei

Nicht nur beim Zeitschriftenhändler, wo immer mehr Zeitschriften rund ums Landleben um Käufer buhlen, wird klar, dass Gemüsegarten und Co. im Trend liegen. Zuletzt habe ich gleich zwei Bücher gelesen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. In ihrem Taschenbuch "Schöner Mist" berichtet Irmgard Hochreither, wie es der Mann an ihrer Seite geschafft hat, sie – eine überzeugte Grossstadtpflanze – in ein Wochenend-Landei zu verwandeln.

Die reiselustige Hamburgerin ist zunächst gar nicht Feuer und Flamme, als ihr Mann von einem günstigen Mietangebot berichtet, das im ehemaligen Zonenrandgebiet liegt. Das uralte Bauernhaus mit viel Umschwung soll in Zukunft als Wochenendbehausung dienen. Schliesslich lässt sich die Autorin zu einem Besichtigungstermin breitschlagen und bereits am darauffolgenden Samstag wird die 122 Kilometer lange Strecke zwischen Wohnung und dem vielleicht künftigen Wochenenddomizil zurückgelegt. Dieser erste Aufenthalt im ländlichen Refugium weckt in der Autorin Kindheitserinnerungen an Ferien im Grünen. Weitere Überredungskünste sind überflüssig - das Ehepaar ist sich einig, den Mietvertrag zu unterschreiben.

Die folgenden Kapitel erzählen von allerhand Getier, Nachbarn, Nachbarschaftshilfe, Klatsch und Tratsch und wieso es plötzlich schwierig ist, sich am Sonntagabend wieder für eine Arbeitswoche vom Teilzeitlandleben zu verabschieden.

Beiläufig erfährt die garteninteressierte Leserin, dass John Seymour’s „Selbstversorgung aus dem Garten“ schon seit Jahrzehnten auf das Bücheregal jedes Stadtflüchtlings gehört Während sich Irmgard Hochreither darüber wundert, dass ihr Gatte ein solches Buch besitzt, ist er schon mit der Planung von Hochbeeten beschäftigt und träumt von Jumbo-Radieschen. An anderer Stelle ist die Rede von einer sanftmütigen Frau (es handelt sich nicht um die Autorin!), die des Nachts im wahrsten Sinne des Wortes einschneidende Massnahmen ergreift, um der Nacktschneckenplage Herr (oder Frau) zu werden. Ansonsten ist wenig Gärtnerisches zu lesen, was aber kein Grund ist, auf die Lektüre zu verzichten!

Das zweite erwähnte Landlust-Buch ist übrigens von Novella Carpenter und heisst „Meine kleine Cityfarm“ – näheres dazu demnächst hier in diesem Blog.



Irmgard Hochreither:
Schöner Mist
Ullstein Buchverlage, 2011

Kommentare:

  1. Ich lese dieses buch im moment auch, finde es toll, sehr unterhaltsam, meine kleine city farm ist eines der nächsten, die ich lesen werde

    gruess us thun vor dr annemarie

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  2. Ich bin gerade auch mit ländlicher Lektüre beschäftigt - in Grossformat und mit vielen schönen Fotos: "Mein Traum vom Landgarten - Gärtnern und Geniessen auf dem Land" von Ilka Eger und Gary Rogers.

    Guten Wochenstart und liebe Grüsse

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  3. Hallo liebe Sofagärtnerin, du hast mich mal wieder verführt, zu diesem Buch: "schöner Mist"
    Ich finde es schon deshalb sehr lesenswert, weil das Refugium der Autorin im Wendland steht und es ihr die Landschaft und die Menschen dort besonders angetan haben. Ich selbst lebe im Nachbarlandkreis, daher finde ich es doppelt spannend.

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  4. Hallo Heike
    Die Verbindung zur Gegend, zum Handlungsort im Buch ist ein interessanter und wichtiger Aspekt. Genau aus diesem Grund freue ich mich schon sehr auf "Die geheimen Gärten von Zürich" und habe die Lektüre der Orchideen-Krimis von Michelle Wan genossen, die in der Dordogne spielen (wo wir mal Rad- und Kanuferien verbracht haben). Ich erinnere mich auch gerne an einen Krimi mit Lokalkolorit, den ich in einer Augsburger Buchhandlung entdeckt habe, der gleich viel spannender war, weil mir die erwähnten Handlungsorte nicht ganz unbekannt waren.
    Liebe Grüsse

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