10. November 2016

Wie weiter im Sofagarten?

Seit fast einem Jahr sind hier im Sofagarten ausschliesslich vorgebloggte Artikel über längst gelesene Gartenromane und Gartenkrimis, deren Vorstellung ich aus verschiedenen Gründen immer wieder vertagt habe und an deren Inhalt ich mich oft kaum noch erinnern kann, regelmässig alle zehn Tage veröffentlicht worden. Ende Oktober habe ich nun meine zweijährige berufliche Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen und gleichzeitig sind sämtliche vorgebloggten Artikel inzwischen online. 

In den ersten Novembertagen habe ich mit „Nora und die Novemberrosen“ von Tania Krätschmar den perfekten Wiedereinstieg ins Sofagärtnern genossen. Und zwar ganz ohne Dekorieren des Romans mit Post-it-Zetteln, was gleichbedeutend ist mit der Tatsache, dass es hier keine ausführliche Buchvorstellung geben wird. Nur so viel zum Inhalt: der Roman ist die annähernd vollkommene Lektüre für gärtnernde Leserinnen und lesende Gärtnerinnen. Selten lässt sich Buch finden, dessen hortikultureller Hintergrund dermassen ausgeprägt ist, und gleichzeitig einen anregenden Lesegenuss bietet, inklusive einem Hauch von „The Lost Gardens of Heligan“. Letzteres übrigens gleichzeitig eine weitere Erscheinung dieses Bücherherbstes über die Wiederentdeckung eines Gartenparadieses in Cornwall, die nun endlich auch in einer deutschen Übersetzung erhältlich ist (Tim Smit, Lost Gardens of Heligan - Die Wiederentdeckung eines Gartenparadieses in Cornwall, Ulmer). 

"Das Licht des Sommers" von Elin Hildebrand hat mir trotz Parallelen zu meinem eigenen Leben deutlich weniger gut gefallen. Dabei heisst es auf der Rückseite des Buchumschlags vielversprechend: "Graces Stauden fingen an zu spriessen, ihre Zwiebelgewächse - Narzissen, Hyazinthen, Tulpen - blühten, und ihre japanischen Kirschen hatten Tausende von Knospen. Zwei Wochen noch, und die Bäume würden ..."(Zitat Ende). Ebenfalls abrupt beendet wurde meine Vorfreude auf den neuen Harry Potter. Zwar war mir durchaus bewusst, dass es sich um ein Theaterstück handelt, dass aber das Buch auch in dieser Form geschrieben ist, hatte ich mir leider beim Kauf nicht überlegt. Ich war also ziemlich enttäuscht, als ich nach der letzten Prüfung mit der Lektüre dieses ersten Nicht-Schul-Buchs seit gefühlt ewigen Zeiten anfing und habe es ungelesen aus meiner Sichtweite verbannt. Im Moment lese ich gerade "Auch mogen werden Rosen blühen" von Clara Sternberg. 

Nach mehr als dreissig Jahren intensivem Gartenbuchlesen weiss ich meistens spätestens nach dem Lesen der ersten paar Buchseiten, ob mir die Lektüre zusagen wird oder nicht. Es lässt sich nicht leugnen, dass sich mit den Jahren eine gewisse Ermüdung und Ernüchterung breit gemacht hat. Denn die Inhalte und Themen der einschlägigen Gartenbücher wiederholen sich doch immer wieder und wer mag schon immer wieder das Gleiche lesen? Auch während der letzten Monate habe ich trotz deutlichem Hinweis im Blog immer wieder Anfragen und Angebote für Buchvorstellungen erhalten und mir wurden auch direkt ungefragt Rezensionsexemplare von Büchern und Kalendern zugestellt. Während ich mir früher immer die Zeit genommen habe, solche Emails ausführlich und persönlich zu beantworten, habe ich inzwischen davon absehen müssen – mein Tag hat auch nicht mehr als vierundzwanzig Stunden, und wer im Blog herumstöbert, stellt ja recht schnell fest, welche Bücher hineinpassen (zumindest, wer etwas weiter als die letzten paar Monate zurückgeht) und welche nicht. 

In letzter Zeit erscheinen immer mehr – häufig doch recht oberflächliche Gartenbuchvorstellungen (sorry, aber meine persönliche Meinung) - im Netz, oft verbunden mit einer gleichzeitigen Buchverlosung, welche die Besucherfrequenz auf den entsprechenden Blogs erhöhen soll. Je mehr über ein (Garten-)Buch bereits im Internet geschrieben worden ist, desto weniger Lust habe ich, mir die notwendigen Gedanken über Formulierungen zu machen, bis eine Vorstellung meinen eigenen Ansprüchen genügt. Meine Zeit fürs Sofagärtnern investiere ich lieber in die Lektüre und Bekanntmachung von Titeln, die man nicht in jeder Buchhandlung unter den wenigen aufgelegten Gartenbüchern findet. Schliesslich ist ein Buch gewöhnlich nicht in einer Stunde genau durchgelesen, dazu kommt dann noch die Zeit für das in Worte Kleiden der Gedanken und Notieren der Beiträge. Ausserdem habe ich vor Jahresfrist mein Arbeitspensum deutlich erhöht. 

Ich werde die Bloggerei zwar (zumindest vorerst) nicht ganz aufgeben, aber aus den oben erwähnten Gründen doch deutlich reduzieren, sowohl umfangmässig als auch inhaltlich. Und ich werde voraussichtlich von meinem langjährigen Vorsatz abweichen, keine Buchcovers zu verlinken. Bis anhin habe ich im Blog konsequent auf Bilder verzichtet. In Zukunft werde ich also gelegentlich Bilder statt Worte sprechen lassen. Auf jeden Fall mache hier im Sofagarten aber bis mindestens Ende Jahr Pause und widme meine durch die weggefallene Lernzeit wiedergewonnene Freizeit einem anderen Projekt.

1. November 2016

Joan Hessayon: Season of Mists

Mit grossen Hoffnungen und Träumen ist die einundzwanzigjährige Edwina Fairfax nach Bishop Council gekommen und mit dem hehren Ziel, die Bäume von Essex für künftige Generationen zu erhalten. Gleichzeitig wollte sie möglichst viele Kilometer zwischen sich und ihre Familie legen und dieser zeigen, dass sie auch ohne deren Hilfe zurechtkommt. Verschiedene berufliche Fehlentscheide lassen sie jedoch schnell inkompetent erscheinen und sie muss erfahren, dass ihre auf ein Jahr befristete Stelle nicht wie erhofft in ein definitives Arbeitsverhältnis umgewandelt wird. Einzig die Stunden, in denen die Baumpflegespezialistin ihr Wissen an Schüler weitergeben darf, stossen auf Interesse und verschaffen ihr selber Befriedigung. Ob das daran liegt, dass sie aus einer Lehrerfamilie stammt?

Für Edwina kam ein Indoor-Beruf nie in Frage. Sie möchte unbedingt draussen und mit Bäumen arbeiten. Warum ordnet sie trotz ihrer guten Ausbildung immer wieder falsche Massnahmen an, lässt Bäume unnötigerweise fällen und definiert dafür gefährliche Exemplare als unbedenklich? Sie möchte jeden weiteren Fehler vermeiden und betritt unbefugt das vernachlässigte Arboretum des Landsitzes Gorham House, um sich in Ruhe auf ihre nächste Tätigkeit vorzubereiten. Dabei beobachtet sie den Abtransport von Gartenskulpturen, während sie sich erfolgreich darauf konzentriert zu verhindern, dass sie entdeckt wird.

Als sie später erfährt, dass es sich bei dieser Aktion um Diebstahl gehandelt hat, behält sie ihre Beobachtungen für sich, um sich nicht noch mehr beruflichen Ärger einzuhandeln. Nachdem ihr Freund Felix Trant, ein lokaler Polizist, von ihren Beobachtungen erfährt, wirft er ihr Illoyalität vor und Edwina steht auch privat vor einem Scherbenhaufen. Zusätzlich fühlt sie sich von den unheimlichen Bewohnern von Gorham House bedroht. Der Hausherr Leo Midnight schüchtert sie mit seiner Ähnlichkeit zu ihrem Vater ein und seine schöne junge Frau Cassandra entpuppt sich als ehemalige Freundin von Felix.  



Joan Hessayon: 
Season of Mists 
Corgi Books, 2001

20. Oktober 2016

Rachael Lucas: Coming up Roses

Daisy hütet seit kurzem das Haus ihrer Eltern, die auf einer mehrmonatigen Asienreise sind. Die frischgebackene Gärtnerin auf zweitem Bildungsweg bringt den grossen vernachlässigten Garten von „Orchard Villa“, der grossen viktorianischen Villa ihrer hortikulturell völlig uninteressierten Eltern, auf Vordermann. Gleichzeitig verkriecht sie sich dabei, um den Trennungsschmerz und Betrug von Freund und bester Freundin zu verarbeiten, die ihr Vertrauen missbraucht haben.

Auf einem Spaziergang mit Polly, dem Golden Retriever ihrer Eltern, macht die junge Frau Bekanntschaft mit dem vierundachtzigjährigen Thomas Broughton. Damit kommt nicht nur Abwechslung, sondern auch tatkräftige Hilfe in ihr Leben. Der Witwer hat nämlich während drei Jahrzehnten den Garten von „Orchard Villa“ für die verschiedenen Vorbesitzer gepflegt und gestaltet. Er händigt Daisy seine Pläne und alten eigenhändig geschriebenen und illustrierten Tagebücher aus. Die beiden in ihrer Einsamkeit gefangenen Menschen tun sich gegenseitig gut und das gemeinsame Interesse am Grünzeug verbindet die beiden rasch zu einem eingespielten Team und nicht nur der Garten blüht auf.

Als Daisy Elaine und Jo kennenlernt und via Thomas Broughton in einem Verein verschiedene Aufgaben übernimmt, ist sie als geborene Städterin plötzlich im Dorfleben integriert. Elaine, eine (scheinbar) perfekte Hausfrau, die ihr (angeblich) perfektes Leben laufend online im Internet zur Schau stellt und aktualisiert, lädt Daisy ein, für ihre Tausenden von Lesern übers Gärtnern zu schreiben. Ausserdem darf die rothaarige Gärtnerin für den bevorstehenden „Tag der offenen Gärten“ Elaines Garten auf Vordermann bringen und träumt nicht nur deswegen immer öfter von einem eigenem kleinen Gartenbetrieb. Bis zum Schreiben eines eigenen Blogs über die Fortschritte rund um „Orchard Villa“ ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

Mitten in diese Idylle erreicht Daisy die überraschende Nachricht, dass ihre Eltern „Orchard Villa“ verkaufen wollen, da sie nicht mehr zurückzukehren beabsichtigen. War die ganze Gartenrestaurierung umsonst? Wieder wird Daisy belogen und sie muss feststellen, dass der potentielle Käufer beabsichtigt, den Garten zu Gunsten einer Überbauung niederzuwalzen, während sie auf eine kinderreiche Familie als neue Haus- und Gartenbesitzer gehofft hat.

"Coming up Roses" ist eine leichte Urlaubslektüre ohne grosse Überraschungen und weitgehend voraussehbarer Handlung. Im Anschluss an die Lektüre verrät die Autorin ein paar Details zu ihren persönlichen Lieblingsgärten, zu denen Mount Stuart House und Hidcote Manor Garden gehören. Bevor Rachael Lucas zur Vollzeit-Autorin mutiert ist, hat sie selber einen Gartenblog geführt und im eigenen Garten gewirkt. Nun, als Städterin mit sechs Kindern, schaut sie sich anderer Leute Gärten an und hat ihre hortikulturellen Interessen und Erfahrungen in diesen Roman einfliessen lassen. So liest man nebenbei über Gartenbesucher, die ungefragt Stecklinge von Rittersporn abknipsen und wie diese bewurzelt werden können. Überhaupt sind gärtnern und Gärten in diesem Romandorf omnipräsent und natürlich geht es auch um zwischenmenschliche Beziehungen - solche, die enden und solche, die beginnen.



Rachael Lucas: 
Coming up Roses 
Pan Books, 2015

10. Oktober 2016

Zuletzt ausgelesen: Beate Sauer – Die Rache der Heilerin

Dieser historische Roman ist eine Mischung von Fakten und Fiktion und spielt gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Zum Inhalt gehören brutale Kriege und Misshandlungen, schwere körperliche Arbeit und natürlich das Schicksal von Adela, welche die Gabe der Heilkunst von ihrer Mutter Aline geerbt hat.

Die schwangere Adela ist seit kurzer Zeit Witwe und flüchtet mit ihrem Sohn Luce zu ihrer Schwester in ein Kloster. Ihr Mann Francis wurde im Krieg von Wilhelm de Thorigny getötet. Der gleiche Mann hat sie selber misshandelt und vergewaltigt. Und nun befürchtet Adela, ihr Vergewaltiger könnte der Vater ihres ungeborenen Kindes sein.

Die beiden Flüchtlinge, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, können nicht zusammen im Kloster bleiben, so dass Adela plant, zu ihrem Bruder weiter zu ziehen. Weil Luce krank ist, bricht sie ohne ihren Sohn auf, will diesen aber rasch möglichst zu sich holen – nicht ahnend, dass sie ihn viele Jahre nicht mehr sehen wird. Wie sie feststellen muss, ist auch ihr Bruder tot. Ebenfalls ermordet von Wilhelm de Thorigny. Ein Lichtblick ist allein die Feststellung, dass ihre Tochter Robin sicher das Kind von Francis ist, da sie an der gleichen Körperstelle ein ausgeprägtes Muttermal aufweist.

Was gibt es aus hortikultureller Sicht zu vermelden? Der Kräutergarten im Kloster wird wiederholt erwähnt und es ist die Rede von niedrig geschnittener Buchseinfassung von Beeten und von Wasserbrunnen. Aber neben regelmässigen Naturbeschreibungen gibt es weniger Gärtnerisches und Planzenheilkundliches zu lesen, als man aufgrund des Buchtitels optimistisch vermuten könnte.



Beate Sauer: 
Die Rache der Heilerin 
Wilhelm Goldmann Verlag, 2014

1. Oktober 2016

Julie Carobini: Truffles by the Sea

Die dreiunddreissigjährige Gaby Flores wartet immer noch auf den richtigen Lebenspartner. Doch im Moment hat sie ganz andere Sorgen, denn ihr Leben bricht gerade an allen Ecken und Enden auseinander. Ihre Wohnung ist samt Hab und Gut ausgebrannt und ihr engster Mitarbeiter hat ihr Blumengeschäft „Florally Yours“ ausgeraubt. Und als hätte sie noch nicht genügend Sorgen, fürchtet sie um die Gesundheit ihrer Mutter und sie muss sich mit einer Anklage auseinandersetzen. Angeblich hat sie einer Braut mit falsch ausgewählten Blumen den schönsten Tag verdorben. Von der Klägerin ausgesuchte Blumen, welche Gaby entgegen ihren Empfehlungen unbedingt verwenden musste und die wie von ihr befürchtet und vorhergesehen ein farbliches und duftiges Desaster ausgelöst haben.

Eine Freundin eröffnet im Internet einen Blog für Gaby. In diesem Webtagebuch soll sie regelmässig rund um Blumen und florale Kunstwerke schreiben, um potentielle Kundinnen und Kunden in den Laden zu locken. Mit welchen einfachen Hilfsmitteln können Schnittblumen länger haltbar gemacht werden? Wie gestalte ich ein spektakuläres Blumenarrangement? Die Floristin steht dieser Idee skeptisch gegenüber und die wenigen Kunden, die noch den Weg in ihr Geschäft finden, scheinen ihr Recht zu geben.

Gabys Mutter bestreitet ihren Lebensunterhalt ohne männliche Unterstützung seit jeher erfolgreich durch den Verkauf von frischen Schnittblumen an einem Stand am Highway. Und schon als kleines Mädchen war für Gaby klar, dass auch sie mit Blumen arbeiten will und sie hat dieses Ziel konsequent verfolgt. Doch machen ihr Blumenladen und die Floristik wirklich ihren Traumjob aus oder kann sie ihre Kreativität auch anders ausleben?

Ausgerechnet jetzt, wo das Geld sowieso schon knapp ist, steht eine grössere Autoreparatur ins Haus. Dafür löst sich ihr Wohnproblem wie von selbst. Sie kommt als Untermieterin in einem Loft unter, dessen Vermieter selten anwesend ist. Als dieser auftaucht, entpuppt er sich als überaus attraktiver Mann. Gleichzeitig wird Gaby von einer Nachbarin mit bösartigem Klatsch und Tratsch bedacht und vor dem angeblichen Frauenheld gewarnt. Doch das Herz der Blumenkünstlerin schlägt im Augenblick für den Automechaniker und dieser scheint ihre Sympathie zu erwidern.

Gute Freunde unterstützen die junge Frau – ganz offen und auch im Geheimen. Zum Trostprogramm gehören auch regelmässig Schokoladetrüffel. Und trotz verschiedenen Rückschlägen verliert Gaby nie (ganz) die Hoffnung und glaubt an einen von Gott vorgezeichneten Weg. Das ziemlich abrupte Romanende ist wenig überraschend, auch wenn die Autorin für die Leserin etliche Umwege eingebaut hat.  



Julie Carobini: 
Truffles by the Sea 
Bethany House, 2008

20. September 2016

Madeleine Hunter: Lady Daphnes Verehrer

Die (angeblich) verwitwete Daphne Joyes führt mit Unterstützung von anderen Frauen die Gärtnerei „The Rarest Blooms“. Als mittellose Tochter eines Edelmannes ist sie auf sich selber gestellt und auf die Einkünfte angewiesen, die sie aus dem Verkauf ihrer Blumen und Grünpflanzen für Gartenpartys, Hochzeiten und Wintergärten erzielt, welche mit dem Fuhrwerk in die Stadt geliefert werden.

Als der Besitzer ihres für einen bescheidenen Preis gepachteten Grundstückes und Hauses stirbt, wird sie entgegen ihrer Hoffnungen und Erwartungen nicht begünstigt, sondern muss im Gegenteil befürchten, ihre geschäftlichen Grundlagen zu verlieren. Als Erbe eingesetzt worden ist Tristan von Castleford, ein Herzog mit zweifelhaftem Ruf. Der Frauenheld ist meist betrunken und pflegt nur am Dienstag solange auf Alkohol zu verzichten, bis er seine dringendsten Geschäfte erledigt hat.

Geheimnisse ziehen den Herzog mindestens so fest an wie schöne Frauen. Deshalb will er auch rasch möglichst herausfinden, warum ausgerechnet er diesen Landstrich sowie einige andere geerbt hat. Ohne seinen Besuch anzukündigen, taucht er deshalb in der Gärtnerei auf. Während Daphne um ihre Lebensgrundlagen fürchtet, fühlt sich der Herzog von der kühlen, beherrschten Frau angezogen und gibt ihr dies auch unmissverständlich zu verstehen.

Die junge Frau weist ihn aber ebenso klar wiederholt zurück. Ihr Verhalten spornt den Herzog jedoch nur umso mehr an, sein angepeiltes Ziel zu erreichen. Tristen beordert Daphne in die Stadt, wo er sie weiter umwirbt und unter Druck setzt. Gleichzeitig verändert er sich zusehends zu seinen Gunsten und Daphne kommt nicht umhin, diesen Wandel zur Kenntnis zu nehmen und ebenso die Tatsache, dass ihr Verstand und ihr Herz völlig unterschiedlich auf die geballte herzogliche Männlichkeit reagieren. Eine weitere Verbindung zwischen den beiden ergibt sich in der Tatsache, dass beide einen gemeinsamen Feind haben, ohne die jeweiligen Gründe des anderen zu kennen. Denn nicht nur des Herzogs Vergangenheit wirft Schatten in die Gegenwart, auch Daphnes Lebenslauf verbirgt etliche Geheimnisse.

Dieses Buch (übrigens das letzte aus einer vierteiligen Serie) habe ich in der Schulmittagspause auf einem Ramsch-Tisch entdeckt. Der Titel und die Beschreibung hätten mich üblicherweise nicht zum Kauf verleitet. Die in einen historischen Hintergrund eingebundene Handlung ist wie erwartet weitgehend vorhersehbar und die wiederholt in wortreichen Details beschriebenen Bettszenen sind einiges umfangreicher als der hortikulturelle Hintergrund rund um die Gärtnerei „The Rarest Blooms“. Nichtsdestotrotz als eher anspruchslose Ablenkung zwischen Formel-Pauken eine durchaus nette Lektüre zum Abschalten.  



Madeleine Hunter: 
Lady Daphnes Verehrer
Lyx/Egmont, 2013

10. September 2016

Joyce and Jim Lavene: Killing Weeds - A Peggy Lee Garden Mystery

Peggy Lee ist nach wie vor ein aktives Mitglied mehrerer botanischer Gruppen und forscht über Tomaten, Farne, Mini-Lilien und Sojabohnen. Ein weiteres aktuelles Projekt ist ein besonders nahrhafter Spinat mit dicken grünen Blättern, die exzellent schmecken, reich an Vitaminen und Eisen sind, derweilen die Pflanze sehr genügsam ist und keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt. Doch neben dieser Forschungstätigkeit warten natürlich andere neue und giftige Herausforderungen auf die umtriebige Blumenladenbesitzerin und forensische Botanikerin. Inzwischen ist sie Grossmutter einer Enkelin geworden, doch dies ist kein grosses Thema. Denn neben dem grossen ungelösten Rätsel rund um den gewaltsamen Tod ihres ersten Ehemannes, dessen (Nicht-)Auflösung sich wie ein roter Faden durch sämtliche Gartenkrimis dieser Buchreihe zieht, stehen Peggy, ihr Sohn Paul und ihr Angestellter Sam direkt im Fokus eines oder einen unzimperlichen Täters oder Täterin.

Zunächst wird in Peggys Blumenshop „Potting Shed“ randaliert und die gesamte Einrichtung samt Möbeln und Inventar kurz und klein geschlagen. Hernach stellt sich heraus, dass eine angebliche Kundin für eine Gartenumgestaltung Pflanzen im Wert von mehreren Tausend Dollars geordert hat, ohne dass die tatsächlichen Garten- und Landbesitzer etwas davon gewusst, geschweige denn einen entsprechenden Auftrag erteilt haben. Und schliesslich gerät auch noch Peggys Sohn Paul im Rahmen seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Privatdetektiv unter Mordverdacht.

Eine junge Frau wird nämlich tot aufgefunden, vergiftet durch einen präparierten Mantel. Während Peggy im Auftrag der lokalen Polizeibehörden die verwendeten Gifte analysiert, ermittelt die Polizei, dass Paul das todbringende Kleidungsstück ausgeliefert hat. Er wird daraufhin verhaftet und Peggy von den polizeilichen Ermittlungen ausgeschlossen. Die Botanikerin hat aber bereits herausgefunden, welches tödliche Unkraut, das titelgebende „Killing Weed“ ist, und durch Hautkontakt die heftigen zum Tod führenden Reaktionen verursacht hat. Doch stehend die verschiedenen Vorfälle überhaupt in einem Zusammenhang oder handelt es sich um eine zufällige Anhäufung? Falls es sich um eine strategisch durchorganisierte Kampagne handelt, wer hat ein Interesse, Peggy, ihre Familie und ihr Geschäft zu ruinieren? Die einzige Person, die in Frage zu kommen scheint, ist tot.

Neben der Suche nach Antworten auf diese beunruhigenden Fragen ist Peggy mit der Wiedereröffnung ihres Ladens beschäftigt. Das Chaos wird dank tatkräftiger Mithilfe lieber Kunden und Nachbarn schnell beseitigt, doch es gibt Probleme mit der Versicherung und der Alarmanlage, die ganz offenbar manipuliert worden ist. Neue Möbel und Ware müssen beschafft werden und ausserdem müssen die teuren Pflanzen, die ja gar nicht für eine Gartenumgestaltung benötigt werden, möglichst rasch anderweitig verkauft werden können.

Vor allen Kapiteln wird eine Pflanze kurz vorgestellt; etwa mit Informationen über nützliche Eigenschaften, den Namenspatron oder die erste Erwähnung und Entdeckung. Den Abschluss bilden wie üblich ein Einblick in Peggys Gartenjournal und ein paar Rezepte. Die letzten Romanzeilen lassen eine Fortsetzung erwarten, in der die häusliche Situation zum Thema wird. Denn auch mehrere Jahre nach dem Tod ihres ersten Ehemannes wohnt Peggy immer noch – zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Steve - in einem riesigen Haus mit Dutzenden von Räumen, das der Familie Lee gehört und wegen einer besonderen Erbschaftsregelung nie auf ihren Sohn Paul Lee übergehen kann und wird.



Joyce and Jim Lavene: 
Killing Weeds - A Peggy Lee Garden Mystery
Eigenverlag , 2015

1. September 2016

Nicole C. Vosseler: Zeit der wilden Orchideen

Singapur in der Mitte des 19. Jahrhunderts – eine exotische Umgebung bietet die Kulisse für diesen Roman. Rund um den Umschlagplatz für asiatische Schätze lässt sich viel Geld verdienen. Georginas Vater hat ein gutes Händchen dafür. Mit Arbeit versucht er, den Tod seiner Frau zu verdrängen, und die Bedürfnisse seiner kleinen Tochter ignoriert er und überlässt sie den Dienstboten und sich selber.

Während der chinesische Gärtner seiner Arbeit nachgeht und verblühte Blumen zusammenharkt, widmet sie sich das knapp zehnjährige Mädchen mit Vorliebe seinen Tagträumen und streift durch den weitläufigen, betörend duftenden Garten, zu dem auch ein verwildertes Wäldchen mit einem Pavillon gehört. Hier findet Georgina eines Tages einen schwer verletzten Jungen. Ohne dass jemand aus dem Haushalt etwas ahnt, pflegt sie Raharjo, der von einem Volk abstammt, das als eigentliche Urbevölkerung der malaiischen Welt gilt, und das seit Tausenden von Jahren im Meer fischt und nach Schätzen taucht. Doch genau so plötzlich wie er aufgetaucht ist, verschwindet der Junge, der mehr Fisch als Mensch ist, wieder aus ihrem Leben.

In „Zeit der wilden Orchideen“ begleitet die Leserin Georgina und Raharjo und ihre Familien über mehrere Jahrzehnte. Immer wieder kreuzen und trennen sich ihre Wege. Derweilen sich die Welt im Umbruch befindet und uralte Traditionen, Werte sowie Rituale an Bedeutung verlieren, spielen sich in den zwischenmenschlichen Beziehungen Dramen ab – Liebe, Enttäuschung, Traurigkeit, Wut, Hass, Rache. Und jede Generation hat ihre eigenen Geheimnisse.

Die Autorin erzählt sehr detailreich, und die Charaktere wirken äusserst authentisch. Der Garten spielt zwar nur eine Nebenrolle, aber eine nicht unbedeutende. Und durch die wortreichen Beschreibungen der Botanik hat die Leserin die farbenprächtige Blumenwelt in rot, gelb, weiss und rosa während der Lektüre immer wieder vor den Augen. Die ganze Handlung erscheint wohl durchdacht und die verschiedenen Enden passen, auch wenn ich nicht alle gutheissen mag.  



Nicole C. Vosseler: 
Zeit der wilden Orchideen 
Wilhelm Goldmann Verlag, 2014

20. August 2016

Ava Miles: The Chocolate Garden

Nach der Scheidung von ihrem gewalttätigen Mann versucht Tammy Hollins, für sich und ihre beiden Kinder Rory und Annabelle den Weg in eine unbeschwerte Zukunft zu ebnen. Oberstes Ziel ist dabei, ihr Leben allein und unabhängig von der Männerwelt zu meistern. Die drei leben derzeit bei Tammys berühmten Bruder und seiner Frau, die alles tun, damit sich erstere wohl fühlen. Nichtsdestotrotz möchte die frisch Geschiedene möglichst rasch auf eigenen Füssen stehen und allein für sich und ihre Kinder sorgen.

Schritt um Schritt geht es vorwärts. Eine neue Frisur und neue Kleider unterstreichen den Wandel und die Wiedererlangung ihres Selbstwertgefühls erhält Aufschub, als die eben erfolgte Gründung eines eigenen kleinen Gartengestaltungsunternehmens überraschend erfolgreich anläuft. Auf dem riesigen Gelände, welches das Anwesen ihres Bruders umgibt, hat Tammy in den letzten Monaten verschiedene Beete angelegt, die anlässlich der Hochzeit ihres Bruders bei den Gästen auf grossen Gefallen stossen. Die junge Unternehmerin ergattert für „Visionary Gardening“ gleich ein paar viel versprechende Aufträge, einen davon von John Parker, einem der besten Freunde ihres Bruders.

Da wird eines Nachts ins Haus ihres Bruders eingebrochen, während dieser zusammen mit seiner Frau auf Tournee unterwegs und Tammy mit ihren Kindern alleine im Haus ist. Der siebenjährige Rory und seine jüngere Schwester Annabelle werden durch dieses nächtlichen Erlebnis schwer traumatisiert und können auch nicht begreifen, weshalb Rorys Hund schwer misshandelt worden ist. Annabelle beginnt wieder ins Bett zu nässen und beide Kinder leiden unter einem grossen Vertrauensverlust.

John Parker bietet den Dreien an, in sein Haus zu ziehen und hat schliesslich die Idee, die Anlage des im Rahmen der aktuellen von Tammy durchgeführten Gartenumgestaltung geplanten „Schokoladenblumen-Beets“ mit Pflanzen, die besonders nachts betörend stark nach Schokolade duften, mit einem magischen Märchen rund um Schokolade-Elfen zu verbinden. Die angestrebte Magie wirkt im Roman nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen.

Leider ist der Zauber aber nicht richtig auf die Sofagärtnerin übergesprungen. Rund um Bäume, Farne, Magnolien und farbenfrohen Beete waren mir die Charaktere ein bisschen zu vorbildlich. Die von ihnen zu meisternden Herausforderungen bewältigen sie mehrheitlich überaus beispiellos und die Autorin berichtet sehr detailgetreu. Trotzdem wurde ich mit Tammy und ihren Lieben nicht richtig warm. Sie erscheinen mir zu überzeichnet, oft einfach zu perfekt. Vielleicht auch ganz einfach zu Amerikanisch? Sogar die eigentlich Mitleid verdienenden Kinder haben bei mir mit ihren altklugen Reaktionen immer wieder für Stirnrunzeln gesorgt. Die letzten Seiten, die schliesslich im erwarteten Ende einen Abschluss finden, haben mich dann noch ein wenig mit den vorherigen rund 350 Seiten versöhnt.



Ava Miles: 
The Chocolate Garden 
Eigenverlag, 2014

10. August 2016

Jim Crace: In Arkadien

Victors ganzes Leben hat sich rund um den Seifenmarkt abgespielt. Hat er als kleiner Junge die gekochten Eier seiner Tante auf dem Markt verkauft, kann er heute an seinem 80. Geburtstag auf ein ungewöhnliches und erfolgreiches Leben zurück- und vom 27. Stock seines Büros herab auf den städtischen Marktplatz blicken, der Teil seines Imperiums ist.

Zu den Eiern kamen schon bald einmal Früchte, Brot und Käse dazu. So hat sich Victor von ganz unten nach oben gearbeitet und verdient inzwischen in einer Viertelstunde den Wert eines Mittelklassewagens. Zu seinem Imperium gehören landwirtschaftliche Güter, Märkte, Firmenbeteiligungen und Büros. Trotz seinem immensen Reichtum ist er relativ bescheiden geblieben und seine Finanzberater versuchen schon lange vergeblich, seine Mittel gewinnbringender anzulegen. An seinem runden Geburtstag beschliesst er spontan, sein neues Lebensjahrzehnt mit einer neuen Aufgabe zu starten. Der alte offene Markt soll weichen und eine riesige Markthalle an seine Stelle treten. Damit erhält die Stadt ein modernes Zentrum und Victor kann dem "langen Victor" (so wird sein Hochhaus genannt) einen "kurzen Victor" zur Seite stellen.

Der hortikulturelle Anteil im Roman ist relativ bescheiden, wenn man von den Szenen absieht, die rund um das Gewächshaus auf dem Dach des 28stöckigen Gebäudes spielen, wo der alte Herr Blattläuse beobachtet und nicht ganz sicher ist, ob er die Pflanzen lieber mag oder die Insekten. Sogar einen Teich gibt es in luftiger Höhe, dessen Uferbepflanzung mit Sumpfdotterblumen und Schwertlilien gestaltet ist. Einen hölzernen Laubengang umschlingen Kletterhortensien, Geissblatt und wilder Wein. Victor will und braucht keine Familie und Freunde. Alle seine Probleme lassen sich - zumindest vermeintlich - mit Geld lösen und die zurückgezogene Lebensweise verhindert zwischenmenschliche Konflikte.

Der Roman ist in die vier Teile „Der Seifenmarkt“, „Milch und Honig“, „Victors Stadt“ und „Arkadien“ gegliedert und spielt in einer nicht genannten Stadt (oder ich habe den Namen überlesen). Die Geschichte erzählt die Entwicklung zur Grossstadt und wie Joseph mit dem Entscheid, sein Arkadien bauen zu lassen, in das Schicksal zweier Männer eingreift und deren Leben grundlegend verändert. Nämlich das seines Assistenten Rabe, der neben seinem eigentlichen Job den Händlern auf dem Markt regelmässig Honorare abknöpft, die in seinen eigenen Taschen fliessen, und das von Joseph, einem jungen Mann der sein Glück in der Stadt zu hoffen findet.



Jim Crace: 
In Arkadien 
Btb, 2000

1. August 2016

Zuletzt ausgelesen: Gisela Walitzek und Stephan Poost – Morderstedt

Die beiden Autoren Gisela Walitzek und Stephan Poost haben 2008 den Auftrag erhalten, die Bürger mit Newslettern auf die bevorstehende (inzwischen längst wieder geschlossene) Landesgartenschau nördlich von Hamburg einzustimmen. Daraus entwickelte sich ein Krimi-Blog und schliesslich das Buch "Morderstedt" mit dem Untertitel „Eine gartenschaurige Krimi-Groteske“.

Eigentlich dreht sich in diesem Buch alles rund um die seit Monaten verschwundene Ida Kasch und einen Campingstuhl. Ist die nicht besonders beliebte Frau tot oder ist sie einfach auf Reisen? Immerhin trudeln in unregelmässigen Abständen wiederholt Ansichtskarten mit ihrem Absender ein, auf welchen sie Grüsse als Landesgartenschaubotschafterin in die Heimat schickt.

Was passierte am 3. September 2010 am Ufer des Stadtparksees? Bekannt ist ein Streit um einen Campingstuhl - besetzt von der angeblich simulierenden Ida Kasch, die offensichtlich unter keinen Umständen bereit war, ihren Platz einem erkennbar gesundheitlich stark angeschlagenen älteren Herrn abzutreten. Monate später steht der gleiche Campingstuhl oder zumindest das gleiche Modell der Marke „Malträtö“ wieder am Stadtparksee und weckt in gewissen Personen Erinnerungen. Ein lokaler Journalist wittert die Chance, sich beruflich zu profilieren. Doch gibt es in Norderstedt überhaupt etwas aufzudecken und zu enthüllen?

Der Text ist geprägt von ständigem direktem Dialog mit dem Leser. Allerdings fand ich die vielen, sich oft wiederholenden Belehrungen mit der Zeit immer mühsamer. Hier ein paar Beispiele bzw. Zitate  aus der Lektüre:

  • „Wir möchten ja nicht unhöflich erscheinen, aber ..“
  • „Manche Fragen sind einfach zu gut, um sie mit einer dummen Antwort zu verderben.“
  • „Wir wissen ja nicht, wie Sie das sehen, aber wir halten das für eine …“
  • „Wir sagen es ja nur ungern, …“

Ebenfalls erwähnenswert ist der Wortwitz. Auch dafür zwei Zitate aus dem Buch:

  • "... Putzspur zieht sich durch Ämter und Polizeireviere" 
  • "... ich habe mich vielleicht etwas zu intensiv inspirieren lassen" (die nette Umschreibung für Plagiat, sprich das Klauen eine Artikels)
Mehr Informationen über die Projekte rund um „Morderstedt“ und eine Leseprobe finden sich hier.



Gisela Walitzek und Stephan Poost: 
Morderstedt – Das Beste vom Morden Kadera Verlag, 
2012/13

20. Juli 2016

Ali Mc Namara: The Little Flower Shop by the Sea

In der kleinen Stadt St. Felix an der Kornischen Küste hat Poppy Carmichael zusammen mit ihrem älteren Bruder als Kind immer wieder glückliche Ferien bei der Grossmutter verbracht, die jahrzehntelang den Blumenladen „The Daisy Chain“ geführt hat. Nach einem traumatischen Ereignis leidet die inzwischen dreissigjährige Poppy seit vielen Jahren an einer Blumenphobie und ist nie mehr nach Cornwall zurückgekehrt. Nun ist ihre geliebte Grossmutter gestorben und ausgerechnet Poppy mit ihrem Hass auf Blumen hat deren Laden geerbt.

Die junge Frau, die immer noch ihren Platz auf der Welt sucht, stammt aus einer Blumendynastie, die ins 19. Jahrhundert zurückreicht, als ihre Urururgrossmutter auf dem Covent Garden Market Blumen verkauft hat. Verschiedene Carmichaels führen selber ein Blumengeschäft oder arbeiten für einen Floristen und alle Kinder tragen genau wie Poppy blumeninspirierte Namen. Sie selber hat sich nie fürs Familienbusiness interessiert. Doch nun muss ausgerechnet sie die Verantwortung für den ältesten familiären Blumenshop übernehmen. Einem Laden, der mit viel mehr Tradion behaftetet ist, als jene, welche von ihren Verwandten in New York, Amsterdam und Paris betrieben werden.

So findet sich die kratzbürstige und fast ausnahmslos schwarz gekleidete Poppy in St. Felix wieder und beabsichtigt, das Geschäft rasch möglichst zu verkaufen und wieder zu verschwinden. Wider Erwarten fühlt sie sich in St. Felix ganz wohl und wird auch von den meisten Bewohnern sehr wohlwollend aufgenommen. Insbesondere mit dem seit fünf Jahren verwitweten Blumenlieferanten Jack verbindet sie bald eine enge Freundschaft.

Poppies Mutter hat ihr die talentierte Floristin Amber aus New York zur Seite gestellt und mit Hilfe von etlichen Nachbarn renovieren die beiden Frauen den Blumenladen und planen die Wiedereröffnung. Eine Blumenphobie weckt keine Sympathien, wie es etwa eine Spinnenangst tut. Das weiss auch Poppy, und ist deshalb ständig darauf bedacht, die Floristik von sich fernzuhalten und sich um die anderen geschäftlichen Belange zu kümmern.

Poppies Grossmutter war für die magische Wirkung ihrer Blumensträusse weit herum bekannt. Als Poppy und Amber alte Notizbücher finden, experimentiert auch die junge Floristin mit der Magie der viktorianischen Blumensprache und bringt damit den Shop zum Florieren. Denn Amber verfügt über ein grosses florales Talent und kennt sich aus mit Blumen und deren Namen, Düften und Bedürfnissen.

Nach ungefähr hundert gelesenen Seiten erwartete ich eigentlich nicht mehr viel Überraschendes oder gar Tiefschürfendes in diesem Roman. Das Ende schien genau vorhersehbar. Letzteres ist auch wie erwartet eingetroffen, aber dazwischen hat sich dann doch noch allerlei Lesenswertes ereignet, so dass sich die Lektüre dann im Grossen und Ganzen doch noch gelohnt hat. So schleppt nicht nur Poppy eine schwere  Last mit sich herum, auch Amber hat eine schmerzliche Vergangenheit. Doch die beiden Frauen - die eine zum Pessimismus neigend, die andere ständig optimistisch - harmonieren gerade wegen ihren Unterschieden erstaunlich gut und auch der zum Erbe der Grossmutter gehörende Hund Basil mit seinen Bedürfnissen ist bald nicht mehr aus Poppies Alltag wegzudenken.

Die Kapitel sind nummeriert und jeweils einer Blume gewidmet:
- Daffodil – New Beginnings
- Camellia – My Destiny in Your Hands
- Columbinde – Desertion
- Heliotrope – Devoted Affection



Ali Mc Namara: 
The Little Flower Shop by the Sea 
Sphere / Little, Brown Book Group, 2015

10. Juli 2016

Ellen Jacobi: Frau Schick macht blau

Die fast 78jährige Frau Schick hat vieles erlebt im Laufe der Jahre. Aktuell muss sich die vife Witwe gegen ihre Entmündigung in der eigenen Firma wehren, von wo hartnäckig Gerüchte betreffend ihrem Geisteszustand gestreut werden. Klar ist sie zuweilen recht vergesslich, aber mit „Eselsbrücken“ kommt sie sehr gut zurecht, denn dement ist sie ganz sicher nicht.

Die vermögende Ostpreussin entstammt dem alten Adelsgeschlecht der von Toddens und ist mit dem britischen Königshaus verwandt. Ihren exzentrischen Vorfahren, die als Geister ihr Unwesen treiben und nachts im Keller herumtrippeln und seufzen, steht sie punkto leichter Überspanntheit wahrscheinlich in nichts nach. Sie liebt viele Menschen um sich und führt solche zusammen, die keine Ahnung zu haben scheinen, wie gut sie zusammenpassen. Ein wenig vermisst sie die täglichen Abenteuer, die sie kürzlich auf dem Jakobsweg erlebt hat, aber sie ahnt ja auch nicht, welche Aufregungen ihr bevorstehen…

Zunächst beginnt sie aber mal mit der Planung der Hochzeit von Nelly und Herberger, obwohl erstere noch gar nicht ja gesagt hat. Und dann erfährt sie, dass ihr die Kleingartenkolonie „Waldfrieden“ im Stadtwald gehört, in die eine Schneise gefräst werden soll. Seit fünf Jahren ist sie anscheinend die Besitzerin dieses unberührten Waldgeländes, ohne dass sie es realisiert hätte. Den Pächtern droht der Verlust ihrer geliebten Gärten und seltenen Pflanzen, Bienen und andere Tieren der ihres Lebensraumes.

Rasch stellt Frau Schick fest, dass die Welt gut bedient wäre, wenn alle Menschen Gärtner wären. Diese können zwar mürrisch und seltsam sein, aber sie sind nicht schlecht. Zwischen Rosenbögen und Tomatenpflanzen entlarvt die rüstige Dame Herzensdiebstähle, die als Verstösse gegen die Schrebergartenregeln getarnt sind, und es kann schon mal vorkommen, dass für eine gute Sache ein Schwindelanfall vorgetäuscht werden muss.

Kann der Exodus noch aufgehalten werden oder haben die prächtigen Rosen dieses Jahr zum letzten Mal geblüht, werden die Johannisbeeren nie reifen und die Apfelbäume umgesägt, bevor sie abgeerntet werden können? Dem Leser werden beiläufig Düngetipps auf den Weg mitgegeben und er liest vom Kampf für echte Bienen und Nistplätze. Die Autorin entschuldigt sich am Ende des Buches beim eigenen Garten für die Vernachlässigung während der Entstehung des Romans, womit auch geklärt ist, dass der hortikulturelle Hintergrund auf eigenen Erfahrungen beruht.

Weder die Handlung selber noch die Charaktere des Buches haben mir speziell gut gefallen. Beide erscheinen mir arg konstruiert und leider empfand ich die Lektüre auch nicht als besonders vergnüglich. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich den Vorgängertitel, auf den immer wieder hingewiesen wird, nicht gelesen habe („Frau Schick räumt auf“).



Ellen Jacobi: 
Frau Schick macht blau 
Bastei Lübbe, 2013

1. Juli 2016

Susan Senator: Dirt – A Story about Gardening, Mothering and Other Messy Business

Die Erzählung „Dirt“ gibt einen mehrmonatigen Einblick in das Leben einer vom Vater getrennt lebenden Familie. Die vierzigjährige Vorstadtmutter Emmy fühlt sich mit der Erziehung ihrer drei Jungs je länger je mehr überfordert und vermisst einen Partner, der sie zuverlässig unterstützt. Insbesondere ihr ältester Sohn Nick und sein Autismus beherrschen ihr Denken und Handeln praktisch ununterbrochen.

Nick mag scharfe Saucen, Chili, Bänder, Seifenblasen und Rasenmähen mit dem Handmäher. Mehr lässt sich über seine Vorlieben nicht sagen. Ein neuer Therapeut hat rasch einen guten Draht zu ihm und entdeckt Nicks grosses Interesse für orange Farben. Gleichzeitig reagiert Dan mit illegalem Drogenkonsum auf den Auszug des Vaters.

Immerhin hat die Familie auch Dank Emmys Teilzeitjob keine grösseren finanziellen Probleme. Anlässlich ihrer Tätigkeit als Maklerin lernt sie dann auch Will kennen. Der potentielle Hauskäufer flirtet mit ihr und Emmy fühlt sich zum ersten Mal seit Jahren wieder begehrt. Die Reaktion ihres Noch-Ehemannes Eric auf diese (noch) harmlose Bekanntschaft fällt unerwartet heftig aus und zeigt, dass auf seiner Seite immer noch grosse Gefühle im Spiel sind.

Im Garten kann Emmy abschalten und die Dinge aus der Distanz reflektieren. Während sie Gemüse aussät, jätet, Phlox und Rittersporn aufbindet oder pflanzt, träumt sie aber auch immer wieder von ihrem eigenen kleinen Gartenbetrieb, für den sie im übrigen schon längst einen Namen hat: „Garden of Eden“. Zwar hat sie einen Studienabschluss in Botanik, aber nach ihrer Heirat mit Eric und der Geburt ihrer drei mittlerweile fünfzehn, vierzehn und acht Jahre alten Söhne Nick, Henry und Dan, hat sie diese Idee nie weiterverfolgt. Ob der richtige Zeitpunkt nun gekommen oder zumindest in die Nähe gerückt ist?

Eine Baustelle nach der anderen muss angegangen werden, analog des Ablaufs der Jahreszeiten im Garten und der Kapitelüberschriften: „Late February – Frozen Ground“, „April – Preparing the Ground“, „June – Blooming“. Hortikulturell mit Unterstützung von Gartenbüchern mit Titeln wie „How to have an English Garden“ und „A Year of Perennials“; im Alltag helfen intensive Gespräche mit Eric, dessen Unterstützung immer wichtiger wird.



Susan Senator: 
Dirt – A Story about Gardening, Mothering and Other Messy Business 
Stellated Books, 2011

20. Juni 2016

Brigitte Janson: Winterapfelgarten

Nach über dreissig Jahren im gleichen Betrieb darf die einundfünfzigjährige Parfümerieverkäuferin Claudia von einem Tag auf den anderen keine Kundinnen mehr bedienen, obwohl sie die umsatzstärkste Mitarbeiterin ist. Der interne Stellenwechsel ist neben der Altersdiskiminierung mit einer empfindlichen Lohnkürzung verbunden. Claudia beendet spontan ihr Arbeitsverhältnis zwischen edlen Düften und Wunder versprechenden Crèmetiegeln, indem sie selber fristlos kündigt. Als sie sich noch etwas benommen von den Ereignissen mitten in Hamburg auf eine Bank setzt, liegt dort ein  gelbgrüner Apfel. Die gepflegte Frau veranschlagt den Kalorienwert und beisst hinein. Schon der erste Biss weckt Erinnerungen an ihre Kindheit, an Omas Obstgarten mit Äpfel-, Birnen – und Pflaumenbäumen und sie möchte unbedingt herausfinden, um welche Sorte es sich handelt. Aber auch als sie nur noch das Gehäuse in der Hand hält, fällt ihr nicht ein, woher sie diese Apfelsorte kennt.

Doch eigentlich hat Claudia genügend andere Probleme als über Apfelsorten nachzugrübeln. Sie ist auf Abruf mit einem italienischen Geschäftsmann liiert – führt also eine nicht ganz einfache Fernbeziehung. Ausserdem plagt sie permanent ein schlechtes Gewissen ihrer vierundzwanzigjährigen Tochter Jule gegenüber, die seit einem schweren Reitunfall ein verkürztes Bein und ständige Schmerzen hat. Claudia, die als alleinerziehende Mutter ihre Leben immer im Griff zu haben glaubte, schafft es einfach nicht, ihrer Tochter neuen Lebensmut zu geben.

Um auf andere Gedanken zu kommen, überredet Claudia ihre Freundin Sara zu einem Ausflug ins Alte Land und entdeckt einen völlig heruntergekommenen Bauernhof mit zugehörigem alten Apfelgarten, der zu verkaufen ist. Ungeschnittene Bäume, Schlaglöcher, ein eingebrochenes Dach, blinde Fenster und Risse im Mauerwerk können sie nicht abschrecken. In einer weiteren spontanen Bauchentscheidung entscheidet sie sich, eine kleine Erbschaft für den Kauf des solide gebauten Hauses samt Apfelgarten einzusetzen.

Sie weiss inzwischen auch, dass es sich beim Kindheitserinnerungen weckenden Apfel um den Winterglockenapfel handelt, eine alte grüngelbe, säuerlich-erfrischend schmeckende Sorte, die nicht mehr angebaut wird, nach dem Pflücken im Oktober erst gelagert werden muss und erst ab Dezember geniessbar ist. Lassen sich hier ihre geheimen Träume von selber produzierter Naturkosmetik mit Äpfeln und Kräutern verwirklichen und wäre hier vielleicht sogar ein Neuanfang für Jule möglich? Der ehemalige angehende Star im deutschen Dressurreiten sieht nämlich keine lohnenswerte Zukunft mehr, hat die Physiotherapie abgebrochen und wird immer verbitterter. Was Jule beschäftigt, ist die Rettung des unfallverursachenden Pferdes Carina vor dem Schlachthof. Aber sie kriegt ja schon ihr verändertes Leben nicht auf die Reihe. Wie soll sie da einem Pferd helfen, das seine Leistung nicht mehr bringt?

Zusammen mit der frisch geschiedenen Sara macht sich Claudia voll Enthusiasmus an die Renovierung des alten Bauernhauses. Nicht alles läuft rund. Da gibt es etwa einen ruppigen Nachbarn, dem Claudia den Apfelgarten vor der Nase weggeschnappt hat und der nicht Müde wird, sie zum Weiterverkauf desselben zu überreden. Sara macht sich im Dorf bei den Frauen unbeliebt, weil sie hemmungslos mit allen einigermassen gut aussehenden Männern flirtet. Sie verdrängt damit ihre Unzufriedenheit, weil sie immer deutlicher merkt, dass sie nicht unschuldig an ihrer gescheiterten Ehe ist.

Mit der seit kurzem nach über vier Jahrzehnten Ehe verwitweten Elisabeth strandet eine gute Seele auf dem Apfelhof. Eigentlich möchte sie die Welt entdecken, doch ihr Auto bleibt schon bald nach dem Start in Hamburg vor Claudias Hof stehen und mit ihren Kochkünsten und ihrem Gespür für zwischenmenschliche Probleme ist sie schon bald unentbehrlich.

Ein einfühlsam geschriebener Frauenroman über vier völlig unterschiedliche Charaktere aus drei Generationen, die auf dem Apfelhof eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft bilden, zu der bald auch etliche behinderte Tiere gehören. Natürlich sind Männergeschichten ebenfalls ein Thema, aber man erfährt auch ein wenig über Pomologie und Apfelsorten wie Vierländer Blutapfel, Finkenwerder Herbstprinz und den Altländer Pfannkuchenapfel.




Brigitte Janson: 
Winterapfelgarten 
List Taschenbuch/Ullstein Buchverlage, 2014

10. Juni 2016

Joyce and Jim Lavene: Lethal Lily - A Peggy Lee Garden Mystery

Privatdetektiv Harry Fletcher möchte den zwanzig Jahre zurückliegenden Tod seiner Frau Ann nochmals untersucht haben. Der Todesfall ist seinerzeit als Unfall ad acta gelegt worden. Zwar hat sich Ann dannzumal intensiv mit Heilpflanzen und Giften beschäftigt und hat auch selber mit Gift manipuliert, doch der Witwer glaubt weder an einen Selbstmord noch an einen Unfall. Da er seinerseits angeblich Informationen über den nie geklärten Tod von Peggy Lees erstem Ehemann John besitzt, wendet er sich an die umtriebige forensische Botanikerin und schlägt ihr ein Gegengeschäft vor. Hilft sie ihm, so hilft er ihr und vielleicht finden sich für die beiden schon lange zurückliegenden Todesfälle plausible und begründete Erklärungen.

Diesem verlockend erscheinenden Angebot kann Peggy nicht widerstehen, denn das ungelüftete Geheimnis um Johns Tod hängt nach wie vor wie ein dunkler Schatten über ihrem grundsätzlich glücklichen Leben. Die Zusammenarbeit von Peggy und Fletcher ist von kurzer Dauer, denn als der Detektiv eine Verabredung versäumt, findet die Botanikerin ihn tot in seiner Wohnung liegen. Die äusseren Umstände lassen die Expertin vermuten, dass er vergiftet worden ist.

Da sie nun von Seiten des Detektivs keine Hilfe mehr für den Zugriff auf die versprochenen Unterlagen, die in einem Lagerhaus aufbewahrt werden, erwarten kann, sucht sie nach einer anderen Möglichkeit Einblick in die Dokumente zu bekommen. Als Fletchers Nachlass aus dem Lager versteigert wird, bietet sie deshalb mit, muss sich aber geschlagen geben, als ein hartnäckiger Gegenbieter sie laufend übertrumpft und den Preis in die Höhe treibt.

Parallel mit der Ermittlung um den Mord an Harry Fletcher wird auch der Tod seiner Frau Ann nochmals neu aufgerollt und die Untersuchung der exhumierten Leiche bringt erstaunliche Ergebnisse an den Tag. Die angebliche Tote ist gar nicht diejenige, die im Sarg liegen sollte, und beide Todesfälle sind auf eine Vergiftung mit Convallatoxin aus Maiglöckchen zurückzuführen.

Obwohl Peggy sich auf die unmittelbar bevorstehende Geburt ihres ersten Enkelkind freut, verzichtet sie nicht darauf, ihre Nase in lebensgefährliche Angelegenheiten zu stecken und wird bereits ganz zu Beginn dieses Buches attackiert, als sie Hausfriedensbruch begeht. Doch die bald sechzig Jahre alte Frau liebt zwar ihre Tätigkeit in ihrem Blumengeschäft und den Kundenkontakt, aber die Pflanzenpflege allein genügt ihr nicht und keinesfalls möchte sie die Abwechslung missen, welche die forensische Botanik mit sich bringt.

Und so wird auch dieser Fall von der Polizei und dank ihrer tatkräftigen Mithilfe gelöst werden. Die vielen nach wie vor offen bleibenden Fragen rund um Johns Ableben lassen auf eine baldige Fortsetzung hoffen, in der bestimmt auch das aufkeimende Misstrauen zwischen Peggy und Steve er- und geklärt wird.  



Joyce and Jim Lavene: 
Lethal Lily 
Eigenverlag , 2014

1. Juni 2016

Valérie Gans: Lorraine und die Entdeckung des Glücks

Blumen sind schon seit längst vergangenen Kindertagen die Passion von Lorraine. Ihr Vater züchtet Rosen und hat seiner jüngeren Tochter die „Rousse de Lorraine“ gewidmet. Sie selber kultiviert sogar im Badezimmer Orchideen und Seerosen. Weder ihr Sohn noch ihre Tochter scheint dieses Gen geerbt zu haben. Seit ihrer Scheidung zieht Lorraine ihre beiden Kinder alleine gross und arbeitet im Blumenladen ihrer Freundin Maya. Besonders gefragt sind ihre Sträusse aus Duftpflanzen und Blumen aus dem Gemüsegarten. Dafür reisen nicht wenig Pariser durch die halbe Stadt. Nächstes Ziel der Anfang Vierzigerin ist das Monopol auf Brautsträusse. Und ein neuer Mann an ihrer Seite wäre auch nicht zu verachten, kommt sie doch im hektischen Alltag oft zu kurz.

Lorraines fünfzehnjähriger Sohn Bastien übernimmt immer häufiger selbständig Aufgaben im Haushalt. Die vierzehnjährige Schwester Louise und ihre schlechten Launen hält er mit Bestechungsversuchen in bar und in Form von Nutella in Grenzen. Richtig in seinem Element ist er, wenn er kochen kann. Während einer  Blumenauslieferung anlässlich einer Beerdigung glaubt Lorraine ihre Jugendliebe gesehen zu haben. Und tatsächlich steht einige Tage später Cyrille im Blumenladen. Hals über Kopf stürzt sich Lorraine in eine Affäre mit dem verheirateten Mann und Vater von drei Kindern, der kurz vor seinem Karrierehöhepunkt im Familienunternehmen seiner Frau steht.

Schon bald träumt Lorraine von einer gemeinsamen Zukunft. Doch wie meist lässt sie sich von der Ereignissen überrollen und ist auch ganz gut darin, Unangenehmes auszublenden. Cyrille denkt gar nicht daran, seine Frau zu verlassen, denn damit würde er kurz vor Erreichen seiner beruflichen Ziele alles, was ihm bisher wichtig war, aufs Spiel setzen. Die beiden frisch Verliebten haben sich zwar nach Jahrzehnten wieder gefunden, aber ihr diametral unterschiedliches Verhältnis zur Wahrheit ist kein Brückenbauer. Lügen sind aber nicht nur zwischen diesen zwei Protagonisten ein Thema. Da gibt es auch noch ein gut gehütetes Familiengeheimnis in Lorraines Elternhaus, das plötzlich aufgedeckt wird, und ihre Schwester lässt sich scheinbar willenlos von ihrem Partner zerstören, was unbedingt verhindert werden muss. Wenigstens kann sich die Blumenkünstlerin jederzeit auf ihre lebenskluge Freundin Maya verlassen, von der sie vorbehaltslos unterstützt wird und die auch Dinge aufs Tapet bringt, die Lorraine nicht hören will.

„Lorraine und die Entdeckung des Glücks“ beginnt wie ein leichter Liebesroman, dessen Ende vorprogrammiert ist. Die Autorin packt aber im Verlauf der Erzählung immer mehr Themen und Klischees herein und überlädt die Geschichte. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Lorraine und Cyrille ist durchaus nachvollziehbar und plausibel, aber das (zwar) überraschende Ende des Romans doch etwas übertrieben. Irgendwie passt auch der deutsche Titel nicht zum Buch (Original: Le bruit des silences).

Ein floraler Romanhintergrund ist noch lange kein Garant auf lesenswerte Lektüre. Blumiges kommt nämlich tatsächlich recht häufig vor. Da geht es etwa wiederholt um die in Belgien aufgestöberte alte Rose „Constance Printy“ oder neue Blumenbeete, die im Innenhof des Ladens angelegt werden dürfen, auf denen bald die Zutaten für raffinierte und zarte Sträusse wachsen. Und die Beschreibung der Familienferien in der Dordogne weckte in der Sofagärtnerin Erinnerungen an lange zurückliegende Kanu- und Veloferien in der Gegend.  



Valérie Gans: 
Lorraine und die Entdeckung des Glücks 
Diana Verlag, 2015

20. Mai 2016

Carolee Snyder: Herbal Blessings

Den Grundstein für ihre erfolgreiche Kräutergärtnerei hat Callie Gardener Franklin einst mit dem Kauf von verschiedenen Sämereien und der ersten Aufzucht von Kräutern und anderen Pflanzen, die sie auf Märkten verkauft hat, gelegt. Später ergänzte sie ihr Sortiment um aus Kräutern hergestellte Produkte und wagte schliesslich den Sprung in die Selbständigkeit. Mit dem Gartenroman „Herbal Blessing“ begleitet die Leserin Callie durch ihr turbulentes viertes Jahr als Eigentümerin und Geschäftsführerin der „Joyful Heart Herb Farm“.

Auch nach ihrer Heirat und den vielen Einschränkungen, wie etwa permanenten peniblen Sicherheitskontrollen, die das Leben mit einem Multimillionär anscheinend mit sich bringen, betreibt Callie weiterhin mit viel Freude ihre Kräuterfarm. Hunderte Duftkissen muss sie verkaufen, um eine einzige Stromrechnung bezahlen zu können. Nichtsdestotrotz bedeutet der jungen Frau die mit ihrer beruflichen Selbständigkeit hart erarbeitete finanzielle Unabhängigkeit mindestens so viel wie ihrem Mann seine riesigen Industriebetriebe - auch wenn die erzielten Umsätze nicht vergleichbar sind.

Kaum hat sich Callie von dem Anschlag auf ihr Leben und der daraus resultierenden Fehlgeburt etwas erholt, ist sie das Ziel einer gemeinen Verleumdungskampagne und ihr Name und ihre Gärtnerei sorgen wochenlang für negative Schlagzeilen, worauf die Umsätze völlig einbrechen. Als Konsequenz muss die Unternehmerin ihre Kosten drastisch reduzieren und kann weniger Personal beschäftigen. Auch ihre Freundin Lou Ann macht eine schwere Zeit durch. Sie verheimlicht ihre schwere Krebserkrankung und minimiert durch ihren Entscheid gegen eine Operation und für eine experimentelle Chemo ihre Chancen auf Genesung.

Das vierte Jahr bringt aber nicht nur Tiefschläge, sondern auch hortikulturelle und private Höhepunkte, zu denen auch eine Reise nach Paris mit Besuchen von Rosengärten und Monets Giverny gehört. Wie in den Vorgängertiteln wird nach jedem Monat und Kapitel eine Pflanze thematisiert, und die Autorin vermittelt Hintergrundwissen über Herkunft, Geschichte sowie Hinweise zu Pflege. Zu den portraitierten Gewächsen gehören Wacholder, Ingwer und Stevia. Der Zuckerersatz mit gegenwärtig grosser Nachfrage wurde in Kalifornien vor dem zweiten Weltkrieg in grossen Mengen angebaut. Nicht wegen des gleichen Zwecks wie heutzutage. Dannzumal waren die weissen Blüten eine beliebte Zugabe in Sträussen mit langstieligen roten Rosen.

Das Buch „Herbal Blessings“ gibt detaillierte Einblicke in das Führen einer Kräutergärtnerei im Ablauf eines Jahres mit Säen, Pikieren, Wässern, Pflege, Schädlingsbekämpfung und Verkaufen. Neben diesen alltäglichen Tätigkeiten gehören regelmässige Vorträge und Präsentationen zu Callies Aufgaben; sei dies im Rahmen von Messen und Märkten oder anlässlich von speziellen Gärtnerei-Events wie „Name the Puppies Contest“, „Fairy Day“, „Rose Day“, „Garlic Festival“, "Lavender Daze“, „Herbal First Aid-Workshop“ oder der „National Herb Week“. Callie verabschiedet sich auf Initiative und mit Unterstützung einer engagierten Angestellten von ihrer „Zettelwirtschaft“ und verlässt sich vermehrt auf EDV-Programme und sie staunt über die Wirkung von Social Media.

Die Autorin packt für meinen Geschmack übertrieben viel „Action“ in diese Garten-Novellen. Wieso eigentlich? Erscheint ihr der Alltag, der vermutlich ihren eigenen weitgehend widerspiegelt, zu wenig unterhaltsam? Zu der doch recht unglaubwürdigen Ansammlung von Unglücksfällen gehören dieses Mal zwei (oder besser 1 ½ Entführungen), die bereits erwähnten Verleumdungen, Internet-Stalking, Eingriff in die Computer durch Dritte, Diebstähle und ein schwerer Terroranschlag.

Gemäss Angaben im Vowort zur Publikation ist dies die letzte Folge aus der Herbal-Serie, in der im Anhang unter anderem Rezepte für einen "Hummingbird Cake", "Ribbon Cookies", "Calendula Cookies", "Anise Hyssop Cookies" und "Lavender-Lime Blueberry Bars" zu finden sind.

Die Autorin Carolee Snyder verschickt regelmässig ausführliche Newsletters mit Informationen rund um ihre eigene Herb Farm. Thema sind neben Neuigkeiten aus der Gärtnerei auch Gartenreisen und Rezepte. Falls die Gartenromane rund um Callie Gardener Franklin doch eine Fortsetzung erfahren sollten, wird dies auch auf diesem Weg zu erfahren sein.

Links zu den früheren Buchvorstellungen: "Herbal Beginnings", "Herbal Choices" und "Herbal Passions"



Carolee Snyder: 
Herbal Blessings – A Gardening Novel with Herbal Recipes 
Authorhouse, 2014

10. Mai 2016

Gabriele Diechler: Ein englischer Sommer

Die dreissigjährige Annett hat nach ihrem Rechtswissenschaftsstudium nicht auf eine sichere Juristenkarriere gesetzt, sondern eine Ausbildung als Mediatorin abgeschlossen und sich in Berlin selbständig gemacht. Als ihr Freund ihr endlich seine schon länger bekannten und unumstösslichen Pläne für ein Auslandsjahr eröffnet, soll sie sich begeistert anschliessen. Doch warum hat er sie nicht eingeweiht und stellt sie vor vollendete Tatsachen? Das Paar trennt sich noch am selben Abend. Damit ist ein schlechter Tag noch nicht zu Ende, denn Annett erfährt noch in der gleichen Nacht vom unerwarteten Tod ihrer geliebten Grossmutter Jetta.

Annett reist bereits am nächsten Tag nach Stow-on-the-Wold. In diesem englischen Städtchen in den Cotswolds hat Jetta seit Jahrzehnten ein gut gehendes kleines Hotel geführt. Neben der Organisiation der Beerdigung muss festgelegt werden, wie der Hotelbetrieb vorerst aufrecht erhalten werden kann. Die Hinterbliebenen wie auch die Angestellten gehen davon aus, dass Jettas Tochter (also Annetts Mutter) Anne das Hotel erbt und letztere leitet auch unmittelbar nach ihrer Ankunft in England erste Schritte ein, um das Haus samt Umschwung zu verkaufen.

Gemäss Testament erbt jedoch Annett das Hotel. In dieser überraschenden Tatsache widerspiegeln sich die schwierigen Familienverhältnisse. Jetta hatte ein gespanntes Verhältnis zu ihrem Vater und auch die Beziehungen zwischen Jetta und ihrer Tochter Anne sowie jene zwischen Anne und Annett sind und waren schwierig, während sich Annett und Jetta immer sehr nahe gestanden sind. Anne fühlt sich übergangen, während Annett versucht, den Entscheid ihrer Grossmutter nachzuvollziehen. Gibt es allenfalls eine Möglichkeit, ihre Arbeit in Deutschland mit dem Hotelbetrieb in England zu kombinieren?

Jetta hat ihre Enkelin vor einiger Zeit gebeten, rasch möglichst nach England zu kommen, doch der Besuch hat nicht mehr stattgefunden. Beim Aufräumen findet Annett nun ein altes Tagebuch und stellt während der Lektüre fest, dass vieles, was sie über Jetta zu wissen glaubte, in Frage gestellt wird. Hat Jetta diese Zeilen je gelesen und wenn ja, warum hat sie nie darüber gesprochen?

In die Vorbereitungen zur Beerdigung mischt sich der bekannte Landschaftsarchitekt Edward Warrender ein, der unbedingt die Grabgestaltung übernehmen will. Wer ist dieser attraktive Mann, der schon als kleiner Junge den Duft von geschnittenem Gras und aufgeworfener Erde geliebt hat und welche Rolle hat er neben der gelungenen Umgestaltung des Innenhofs des Hotels in Jettas letzten Monaten gespielt?

Ein zweiter Erzählstrang führt immer wieder in die Vergangenheit. Die Autorin hat in diesem Roman die Problematik der gestohlenen Biografie der Kinder der Widerstandskämper im zweiten Weltkrieg und das Tabuthema Suizid eingearbeitet. Für Sofagärtnerinnen interessant ist der hortikulturelle Hintergrund rund um den Landschaftsarchitekten. Da gibt es etwa Probleme mit der Anordnung von Hecken im Rahmen eines Projekts, das Edward mit dem Gewinn einer europaweiten Ausschreibung für den Entwurf eines Labyrinths aus Buchsbaumhecken gewonnen hat, es werden Reportagen in Gartenzeitschriften erwartet, Rosen zurückgeschnitten und ein imposanter und Neid erweckender Dachgarten erwähnt.

Ein lesenswerter Roman mit zumeist sympathischen Charakteren, der Lust macht, das beschriebene Hotel selber zu entdecken, und trotz den ernsten Hintergrundthemen ein schöner Lesegenuss. Das Ende ist zwar wenig überraschend, aber durch die eingeschobenen Zeitsprünge wird die Spannung gehalten.



Gabriele Diechler: 
Ein englischer Sommer 
Insel Verlag, 2015

1. Mai 2016

Katharine Swartz: The Lost Garden

Der erste Weltkrieg ist seit ein paar Tagen vorbei und die Familie Sanderson wartet ungeduldig auf die Heimkehr des Sohnes und Bruders. Doch ein Telegramm macht alle Vorfreude und Hoffnungen zunichte – Walter ist just in den letzten Kriegstagen gefallen. Die ganze Familie trauert und auch die Rückkehr des künftigen Schwiegersohnes kann den tiefen Schmerz nur bedingt mildern. Besonders hart trifft Eleanor den Verlust ihres geliebten Bruders und sie hadert mit der Tatsache, dass nicht Walter statt der Schwager in spe heimkommen durfte.

Die spontane Eleanor, die häufig handelt ohne erst nachzudenken, ist kaum den Kinderschuhen entwachsen. Während den Kriegsjahren hat sie sich keine grossen Gedanken über das Leben nach den Feindseligkeiten gemacht. Sie ist einfach davon ausgegangen, dass der Alltag bald wieder so unbeschwert sein werde wie früher. Doch gar nichts ist mehr wie zuvor. Fast jede Familie hat Tote zu beklagen und jene Männer, die den Krieg körperlich mehr oder weniger unversehrt überlebt haben, sind wie ihr Schwager seelisch für immer gezeichnet. Als nach Monaten der Trauer ein neuer Frühling ins Land zieht, schlägt Eleanors Vater vor, sie solle zusammen mit einem angeheuerten Gärtner einen Erinnerungsgarten für den verstorbenen Bruder anlegen.

Die junge Frau hat bis anhin keine hortikulturelle Erfahrung, doch sie findet nicht nur eine Aufgabe, sie freundet sich auch mit Jack, dem jungen Gärtner, an. Die Zeiten und die Ansichten über Sitte und Moral ändern sich, doch auch nach dem Krieg ist eine Freundschaft geschweige denn eine Heirat der Vikarstochter mit einem ungelernten Gärtner gänzlich undenkbar und indiskutabel. Da spielt es auch keine Rolle, wenn Eleanor halt allein bleiben sollte, weil praktisch eine ganze Generation an jungen Männern ausgelöscht worden ist.

Im zweiten Erzählstrang übernimmt die siebenunddreissijährige Marin von einem Tag auf den andern die Verantwortung für ihre fünfzehnjährige Halbschwester Rebecca. Erstere hat zuletzt in Boston gelebt und in der IT-Branche gearbeitet. Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Vaters und dessen zweiter Frau, kehrt sie nach England zurück, um sich um die elternlose Rebecca zu kümmern, die ihr völlig fremd ist. Marins eigene Mutter ist an Krebs gestorben, als sie selber acht Jahre alt war und sie wurde danach von ihrem Vater in ein Internat abgeschoben. Da sie ihm die erzwungene Distanz nie verziehen hat, hat sich der Kontakt schon seit vielen Jahren auf ein Minimum beschränkt. Insofern ist sein Tod keine grosse Änderung in Marins Leben. Doch ihr macht zu schaffen, dass die Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihrem Vater nun definitiv nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind.

Auf Wunsch von Rebecca ziehen die beiden Halbschwestern ziemlich spontan nach Goswell in West Cumberland, wo sie zusammen im Bouwer House einen Neuanfang wagen wollen. Als sie den verwilderten Garten durchstreifen, entdecken sie eine verschlossene Türe, hinter die sich Marin mit Hilfe des Gärtners Joss Zugang verschaftt. Überreste eines Gebäudes mitten im verlorenen Garten geben ein Rätsel auf. Als Marin zusätzlich auf ein altes Foto stösst, das in eben diesem Gartenteil aufgenommen worden ist und eine junge Frau mit Schmetterling zusammen mit einem Gärtner zeigt, macht sie es sich zur Aufgabe herauszufinden, wer die beiden waren und was es mit dem Gebäude auf sich hatte. Unterstützung findet sie auch hier bei Joss, während sie sich revanchiert, indem sie für dessen kleines Gartenbauunternehmen eine Homepage gestaltet und und mit ihm zusammen einen Blog zu führen beginnt, in dem sie über die Entdeckung und Entwicklung des wiedergefundenen Gartens berichten.

In zwei Erzählsträngen führt Katharine Swartz durch diesen einfühlsamen und alles andere als oberflächlichen Roman. Zwar sind die Zeiten, in denen die Protagonisten leben und gärtnern verschieden, aber die Figuren sind nicht nur örtlich durch etliche Parallelen verbunden. Da sind etwa in beiden Geschichten ungleiche Schwestern sowie Gärtner mit Geheimnissen zu finden und schwere Verluste sind zu verarbeiten. Die Funktion des nicht mehr vorhandenen Gebäudes in der Mitte des verlorenen Gartens entpuppt sich als nette und nicht vorhersehbare Idee der Autorin. Und um das Lesevergnügen perfekt abzurunden, entsprach das Ende des ersten Erzählstrangs erfreulicherweise nicht meinen Erwartungen und Prognosen!



Katharine Swartz: 
The Lost Garden 
Lion Fiction, 2015

20. April 2016

Andreas Laudan: Das Geflecht

Für eine Schulabschlussparty mit seinen Freunden hat sich Justin etwas Spezielles einfallen lassen. Er hat seinem Vater die Schlüssel für ein still gelegtes Bergwerk aus einer Schublade entwendet und sich so Zugang verschafft. Aus Spass wird schnelle bitterer Ernst, als zwei der vier jungen Leute in einen tiefen und dunklen Schacht abstürzen. Justin bleibt nichts Anderes übrig, als seinen Vater zu informieren. Dieser erinnert sich, dass die bekannte blinde Höhlenforscherin Tia Traveen zufälligerweise am selben Abend in der Nähe einen Vortrag gehalten hat und bittet sie um Hilfe.

Die siebenundzwanzigjährige Geologie- und Biochemiestudentin Tia Traveen ist seit einem Autounfall in ihrer Kindheit, bei welchem ihre Mutter ihr Leben verloren hat, blind. Ihre Sinnesorgane sind aussergewöhnlich ausgeprägt und sie findet unter Tag durch Gerüche, Echo, Gehör und vor allem die Sinneseindrücke, die sie über ihre Haut aufnimmt, ihren Weg. Gleichzeitig verfügt sie über ein enormes praktisches und theoretisches Wissen rund um Höhlen und deren unterirdische Bewohner, den Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Justins Vater Jörn Bringshaus hat noch andere Gründe, die Geschehnisse im alten Bergwerk möglichst zu vertuschen, als die unmittelbaren Konsequenzen der unüberlegten Handlung seines Sohnes. Er erklärt sich einverstanden, dass sein Geschäftspartner Böttcher parallel zur verlaufenden Rettungsaktion unbemerkt einen Wassertank öffnet, um ein altes Geheimnis für immer geheim bleiben zu lassen. Doch die Rettung zieht sich länger hin, als zunächst gehofft werden konnte, und forciert durch den zusätzlichen Wasserzufluss stürzt der Schachteingang ein.

Zusammen mit Tia Traveen, ihrem Assistenten Leon und der in einem Felsspalt eingeklemmten Dana steckt auch Justin fest, der wieder in den Stollen gestiegen ist, um seine Freundin zu retten. Der vermeintlich relativ einfache Rückweg ist somit versperrt, und ausserdem droht die eingeklemmte Dana zu ertrinken, wenn sie nicht rasch möglichst aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden kann. Es beginnt ein Rennen nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen einen skrupellosen Geschäftsmann, der sogar die Rettungskräfte in eine falsche Richtung lotst. Mangels Licht sind die die drei Sehenden in der Dunkelheit unbeholfener als Tia Traveen. Eine zusätzliche Herausforderung stellt ein Pilz dar, der die Höhle durchwuchert und rasant wächst rasant, auch auf Menschen. Gleichzeitig dient er aber auch als Wegweiser nach Draussen.

Vor dem Eingang des stillgelegten Bergwerks steht auch Carolin Frey, eine Lokaljournalistin mit hohem Anspruch an Würde, aber Mangel an nötigem Biss. Sie hat den Vortrag von Tia Traveen persönlich verfolgt und ist auf dem Heimweg auf Geheiss ihres Vorgesetzten den Blaulichtern der Feuerwehr gefolgt und vor dem Stolleneingang wieder auf Tia gestossen. Bruchstücke von Funksprüchen veranlassen sie, nach Pilzen zu recherchieren.

Die über 350 Seiten des Thrillers spielen sich mehrheitlich in wenigen Stunden ab. Stunden, in denen sich das Leben der beteiligten Personen für immer verändert. Die hyperängstliche Dana, die nichts mehr fürchtet als Dunkelheit, lernt ihre Stärken kennen, Jörn Bringshaus macht reinen Tisch und auch Leon findet endlich den Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen und über allen schwebt ein gesundheitliches Risiko.

Der Autor beschreibt die Szenen dermassen detailliert, dass man sich das Geschehen deutlich vorstellen kann. Unterstützt wurde mein Vorstellungsvermögen durch den letztjährigen Besuch im ebenfalls stillgelegten Röhrigschacht in der Rosenstadt Sangerhausen. Dort sind wir zwar keinen Fässern mit dreieckigen Gefahrensymbolen und anderen schauerlichen Dingen begegnet, aber spannend war es trotzdem.

Der Roman hat nicht nur ein beeindruckendes Cover, das mich hauptsächlich zum Kauf animiert hat, er ist vor allem sehr spannend geschrieben, obwohl mich die an einem Helfersyndrom leidende Tia etwas gar perfekt dünkt, und vermittelt auch einiges Wissen rund um Pilze. Wie etwa die Information über ein Exemplar in einem amerikanischen Nationalpark, dessen Myzel etwa neun Quadratkilometer Waldboden durchzieht, 500 Tonnen schwer und mindestens 2000 Jahre alt ist sowie interessante Zeilen über strahlenabsorbierende Pilze.



Andreas Laudan: 
Das Geflecht 
Rowohlt Taschenbuch-Verlag, 2012

10. April 2016

Patsy Collins: Up the Garden Path – Short Stories

„Up the Garden Path“ ist eine Kollektion von vierundzwanzig Kurzgeschichten rund um den Garten – mal überraschend, mal herzerwärmend, mal amüsant.

Hier eine Auswahl aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Going Green
- Winter Damage
- Blooming Talent
- Flowers for Milly
- Nice Weather for it
- Strawberry Jam

Da geht es etwa um einen Baum und eine Frau, die parallel eine schwere Zeit durchmachen. Im selben Sturm, in dem ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kam, wurde der stolze Baum schwer beschädigt. Für Mensch und Baum gibt es eine Zukunft: die Frau bemerkt ihre Schwangerschaft und gleichzeitig treibt der Baum wieder aus. Eine andere junge und einsame Frau findet nach einer grossen Enttäuschung einen neuen Lebensinhalt in einem Schrebergarten, den sie gar nicht mehr will, und eine dritte Frau entscheidet sich für die erfolgreiche Selbständigkeit, nachdem ihr Vorgesetzter einfach immer alles besser zu wissen glaubt. Zwei andere Frauen, die beide den gleichen Mann lieben, finden durch den Garten (endlich) ein gemeinsames Interesse, als sich die Schwiegertochter durchs Paradies ihrer Schwiegermutter führen lässt.

Eine Mutter glaubt im Nachbarhaus gehe Ungesetzliches vor sich, dabei müsste sie gar nicht aus dem Fenster schauen, sondern in der eigenen Wohnung nach dem Rechten sehen. Ist ein oft lebensmüder Grossvater der richtige Umgang für den kleinen Enkel? Was, wenn Enkel und/oder Grossvater vom Baum fallen? In „Nice Weather for it“ geht es um richtige oder eben unterschiedliche Betrachtungsweisen, während in „Organised“ ein Mann, der kürzlich vom Arbeits- ins Pensioniertenleben gewechselt hat, seine Ehefrau mit der Umstrukturierung des angeblich unorganisierten, aber bisher perfekt funktionierenden Haushalts zur Weissglut treibt.

Die kurzweiligen, einen weiten Themenbogen umspannenden Geschichten, die als Gemeinsamkeit immer einen hortikulturellen Hintergrund haben, erinnern mich an die beiden vor Jahren gelesenen Büchlein von George M. Flynn („Maggie’s Heart and Other Stories“ und „Twilight Journey and Other Stories“) und „Seedfolks“ von Paul Fleischmann. Bei dieser Gelegenheit sei wieder einmal auf Greenprints hingewiesen, ein kleines, aber feines Magazin, das vierteljährlich erscheint und Garten- und Gärtnerkurzgeschichten aus dem wahren Leben veröffentlicht.



Patsy Collins: 
Up the Garden Path – Short Stories 
Alfie Dog, 2013

Link zur Webseite von Greenprints


1. April 2016

Annette Dutton: Das Geheimnis jenes Tages

In diesem in zwei Erzählsträngen aufgebauten Roman finden sich zwischen den beiden Ebenen etliche Parallelen: schwierige Mutter-/Tochterbeziehungen, deutsche Frauen in Australien, Verbrechen und ein naturwissenschaftlicher Hintergrund.

Deutsche Forscher sollen im 19. Jahrhundert unrechtmässig Skelette von Aborigines an sich gebracht und nach Deutschland geschickt haben. Eines dieser Gebeine weist ein Schussloch auf. Wurde der Ureinwohner um der Forschung willen ermordet? Die Archäologie-Professorin Nadine bringt ein Artefakt zurück nach Australien. Zusammen mit ihrer Tochter fliegt sie auf den fünften Kontinent, wo Alina mit einer Freundin ein paar Monate herumreisen will, während die Mutter wieder heimkehrt.

Nach ein paar Tagen gehen Mutter und Tochter wie geplant getrennte Wege. Doch noch vor Nadines vorgesehenem Rückflug nach Europa bricht der Kontakt zu Alina ab. Weder deren Freundin noch sie selber können sie erreichen. Die junge Frau scheint wie vom Erdboden verschluckt und die eingeschaltete Polizei will erst nach vier Wochen Nachforschungen unternehmen.

Wo steckt Alina? Ist sie entführt worden oder hat sie sich, wie die Polizei vermutet, einfach für eine Weile zurückgezogen? Nadine kann und will nicht einfach tatenlos herumsitzen, und plötzlich bietet sich ihr völlig unerwartete Hilfe an. Als Jugendliche hat sie schon einmal einen nahestehenden Menschen verloren und trägt noch heute schwer an ihrer Schuld. So nimmt sie das Angebot als rettenden Strohhalm an, ohne zu ahnen, dass sie sich dahinter eine gemeine Falle verbirgt.

Bereits rund 150 Jahre früher hat sich eine Deutsche auf den Weg nach Australien gemacht, nämlich die Pflanzen- und Tierforscherin Amalie. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Frau hat zwar keine akademische Ausbildung, aber ein immenses Wissen, das ihr von ihrem Mann, dem Apotheker und Botaniker Wilhelm Dietrich, vermittelt worden ist. Obwohl die beiden eine kleine Tochter, Charitas, haben, ziehen sie regelmässig wochen- und monatelang herum; einerseits um ihre Sammlungen zu verkaufen und anderseits um neues Pflanzen- und Insektenmaterial zu beschaffen.

Der Vater kann mit Charitas nichts anfangen. Er hat sich immer einen Sohn gewünscht. Amalie unterrichtet die Tochter von klein auf und bringt ihr die Namen, Klassen und Ordnungen im Pflanzen- und Tierreich bei, aber der Samen keimt nicht richtig in dieser nächsten Generation. Wilhelm selber ist hauptsächlich mit sich selber beschäftigt und um seine eigenen Bedürfnisse und seinen guten Ruf besorgt. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, lässt er seine Frau schuften und die Verantwortung tragen.

Nach der Trennung des Ehepaars erhält Amalie die Chance, für ein Hamburger Privatmuseum während zehn Jahren in Australien Pflanzen und Tiere zu sammeln, zu präparieren und zu verschiffen. Einmal mehr muss Charitas abgeschoben und ein Platz für das Mädchen gesucht werden. Während einem langen Jahrzehnt besteht der einzige Kontakt in gegenseitigen Briefen. Charitas berichtet über ihren Trennungsschmerz, ihre Ausbildung, während die Mutter und Forscherin detailliert über ihre Tätigkeit sowie über Flora und Fauna berichtet und ihre Tochter.

Ein Roman, in den die Autorin geschichtliche Elemente mit dichterischer Freiheit eingebaut hat, und zwar sowohl den Lebenslauf von Amalie Dietrich als auch die grausamen Verbrechen eines Australiers, der als Rucksackmörder bekannt und verurteilt wurde. Den Handlungsablauf fand ich teilweise unlogisch, doch hat dies der Spannung im Teil rund um Nadine nicht wirklich geschadet. Während der aktuelle Erzählstrang eher kurz abgefasst ist, hat die Autorin den historischen Teil mit seiner Korrespondenz sehr ausführlich gehalten. Interessierte finden im Anhang weitere Informationen aus den „richtigen“ Leben der Amalie Dietrich und des Rucksackmörders.



Annette Dutton: 
Das Geheimnis jenes Tages 
Knaur Taschenbuch, 2015

20. März 2016

Santa Montefiore: The Mermaid Garden oder Der Zypressengarten

Zwei Handlungsstränge führen durch diesen Roman. Mitte der sechziger Jahre im letzten Jahrhundert versucht das Mädchen Floriana immer wieder, durchs Tor einen Blick auf das Gelände „La Magdalena“ zu werfen, das einer der reichsten italienischen Familien gehört. Gut versteckt hinter hohen Hecken liegt ein wunderschöner, aber für sie unerreichbarer Garten. Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Floriana stellt sich immer wieder vor, sie selber spaziere in wunderschönen Kleidern zusammen mit ihrer Mutter über die Kieswege, vorbei an Marmorstatuen, riesigen Pinien, perfekt geschnittenem Buchs und einem ummauerten Gemüse-Garten.

Die Wirklichkeit ist eine ganz andere. Das junge Mädchen lebt allein mit seinem alkoholkranken Vater, der rein gar nichts auf die Reihe kriegt. Die Mutter hat Mann und Tochter zusammen mit Florianas jüngerem Bruder schon vor Jahren verlassen. Sie ist mit einem Tomatenverkäufer durchgebrannt und hat den Kontakt zur Familie rigoros abgebrochen.

Eines Tages wird das Mädchen von Dante, dem Sohn des Hauses, überrascht und in den Garten gebeten. Daraus entsteht eine jahrelange Freundschaft und Floriana ist trotz ihrer gar nicht standesgemässen Herkunft zusammen mit ihrer Freundin aus adeligem Haus ein regelmässiger und gern gesehen Gast.

Im Jahr 2005 versucht die verzweifelte Mitfünfzigerin Marina alles, um ihr geliebtes Hotel Polzanze, das sich in finanzieller Schieflage befindet, attraktiver zu machen. So wird ein Künstler engagiert, der während den Sommermonaten interessierten Gästen Malstunden geben soll. Das idyllisch gelegene Hotel, das sich seit achtzehn Jahren im Besitz der gleichen Familie befindet, ist von exotischen Bäumen umgeben und mit Weinreben berankt. Idyllische Motive gibt es also in Hülle und Fülle, doch die Meinungen über den Nutzen der Anstellung eines Künstlers sind geteilt. Der engagierte Argentinier kommt nicht nur bei den Gästen sehr gut an. Doch nicht nur er trägt ein Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich herum.

Von Sante Montefiore habe ich das Buch "The French Gardener" in sehr positiver Erinnerung. Dieses Buch hingegen hat mich über weite Teile gelangweilt. Die Handlung ist weitgehend vorhersehbar, erst gegen Schluss hat mich die Erzählkunst der Autorin wieder mehr überzeugt.  



Santa Montefiore: 
The Mermaid Garden 
Touchstone, 2012 

Der Zypressengarten 
Weltbild Verlag, 2013

10. März 2016

Michael K. Chapman: A Fly on the Garden Wall or the Adventures of a Mobile Gardener

Zwei Arbeitslose ohne grosse Hoffnung auf eine neue feste Anstellung beschliessen nach ein paar getrunkenen Bieren, ein eigenes Geschäft auf die Beine zu stellen, um endlich reich zu werden. Anscheinend sind weder besondere Fähigkeiten noch Erfahrungen vorhanden, ja der Autor schreibt sogar von mangelnder Intelligenz. Der Anblick ungepflegter Gärten in der Umgebung führt schliesslich zur Idee, sich als mobile Gärtner zu betätigen.

Das Startkapital ist dürftig und besteht aus einem Fahrzeug, einem Rasenmäher, rostigem Werkzeug und zwei mehr oder weniger motivierten Männer, von denen einer über wenig und der andere nahezu über kein hortikulturelles Basiswissen verfügt. Diese Prämissen in Kombination mit einem britischen Autor lassen ein humoriges englisches Buch erwarten. Leider ist dem nicht so, da diese Publikation aus dem Eigenverlag durch die Überarbeitung durch ein professionelles Lektorat nur gewinnen könnte. Schon die Anzahl der am Anfang des Buches aufgeführten Kapitel stimmt nicht mit dem eigentlichen Inhalt überein.

Aber zunächst wundert sich die Leserin ob der Blauäugigkeit mit der hier ans Werk gegangen wird und fragt sich mehr als einmal, ob die Geschichten vielleicht nicht doch erfunden sind. Der Zeitpunkt der Unternehmensgründung ist eher suboptimal. Es ist nämlich Herbst, als der „Green Fingers - Mobile Gardening and Landscaping Service“ seine Tätigkeit aufnimmt.

Der Geschäftspartner zieht sich schon im ersten Winter wieder zurück, weil die Tätigkeiten sich als zu anstrengend und zu unbequem herausstellen. Damit ist auch das gärtnerische Wissen aus dem Betrieb verschwunden, denn der Ich-Erzähler kennt zwar Löwenzahn, kann aber praktisch kein Unkraut vom anderen unterscheiden  und hat auch keine Ahnung, welche Sämlinge er stehen lassen soll. Die Aufträge (Anzahl steigend) müssen trotzdem erledigt werden, so dass eine Hilfskraft eingestellt wird, deren Wissen über Grünzeug jenes des Vorgesetzten tatsächlich noch unterschreitet. Aber beide Männer sind grosse Chrampfer und so begleitet die Leserin den Ich-Erzähler durch die nicht ganz klare Anzahl von Kapiteln mit Titeln wie „First Customer“, „Celebrity Client“, „Snakes alive“ und „Retired Boredom“.

Mal soll ein verunkrautetes Beet unbedingt bei Frost und stark gefrorenen Boden gejätet werden, ein anderes Mal steht ein Heckenschnitt entlang einer stark befahrenen Strasse an, der kurzentschlossen auf dem Fahrzeug stehend ausgeführt wird. Zuweilen ist nicht nur von unüberlegten Aktionen, sondern von richtig dummen und ausserordentlich gefährlichen Unternehmungen die Rede. Aber wie heisst es so schön: „New Gardeneres Learn by Trowel and Error“.

Auch Kunden können merkwürdig sein. Ein regelmässiger Auftrag geht auf die Langeweile eines frisch Pensionierten zurück, der jeweils stundenlang überlegt, welche Arbeiten er überhaupt zu vergeben hat. Eigentlich gibt es nämlich gar nichts zu erledigen, aber der Klient vermisst das Befehlen und Delegieren aus seiner beruflichen Tätigkeit. In einem anderen Kapitel erinnert sich der Erzähler an eine Kundin, die ihm wegen einem finanziellen Engpass vorschlug, als Bezahlung das Boot ihres verstorbenen Mannes zu übernehmen.

Eine andere Kundin bietet früh an, ihr eigenes gärtnerisches Wissen an die "Green Fingers" weiterzuvermitteln. Das scheint sehr nützlich gewesen zu sein, denn das Geschäft hat über ein Jahrzehnt floriert, wenn der Gründer wohl auch nicht Millionär geworden ist. Und die Geschäftsaufgabe war übrigens auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen.



Michael K. Chapman: 
A Fly on the Garden Wall or the Adventures of a Mobile Gardener 
Eigenverlag, 2013

1. März 2016

Werner Färber: Baumkiller

Immer wieder kommt es vor, dass Landbesitzer ausgewachsene Bäume mit schützenswertem Stammumfang von ihrem Grundstück entfernen wollen, ohne im Besitz einer behördlichen Genehmigung zu sein. Was tun, wenn man der Sicht auf die Elbe mehr Priorität einräumt, als dem Erhalt eines gesunden, schön gewachsenen Baumes, von dem (leider) keinerlei Gefahr ausgeht? Für fast jedes Problem gibt eine Lösung und das Umgehen der Gesetze oder diesbezüglichen lokalen Vorschriften lässt sich delegieren. Im Hamburg-Krimi „Baumkiller“ versuchen die drei jungen Landschaftsgärtner Hanno, Yannick und Boris verzweifelt, ihr Kleinunternehmern am Überleben zu halten. Schon wiederholt sind sie nur knapp am Konkurs vorbeigeschlittert. Und dies nur, weil die drei Partner, die sich eigentlich als Naturschützer verkaufen wollen, immer mal wieder illegale Baumfällungen durchgeführt haben.

Jetzt endlich scheint der Betrieb dank eines regelmässigen Auftrags für die Pflege einer öffentlichen Kastanien-Allee, die mit Miniermotten befallen ist, vorerst gut aufgestellt zu sein. Just in diesem Moment wird einer der drei jungen Männer, nämlich Hanno, erhängt in einem Baum auf dem Altonaer Hauptfriedhof gefunden. Nicht nur berufliche Probleme halten oder hielten die Männer auf Trab, gleich zwei von Ihnen haben sich kürzlich von ihrer Lebensgefährtin getrennt.

Seit dem Ende ihrer Beziehung mit Yannick hat die Umweltaktivistin Lea nichts mehr von ihrem Ex-Freund gehört. Nun meldet sich der junge Mann plötzlich bei der Fünfundzwanzigjährigen und berichtet ihr von Hannos Selbstmord. Nach der Trennung von seiner Frau war Hanno oft melancholisch, doch er war auch derjenige der drei Landschaftsgärtner, der die ständigen Geldsorgen immer verharmlost hat. Ein Selbstmord scheint so gar nicht zu seinem Charakter zu passen. Nachdem sich Lea mit Yannick verabredet hat, schaut sie im Internet, ob schon Informationen über den Todesfall zu finden sind. Und tatsächlich entdeckt sie ein Foto vom verstorbenen Hanno und glaubt, darauf verschiedene Ungereimtheiten auszumachen. Besonders entsetzt ist sie aber über den Fakt, dass der tote junge Mann erkannt werden kann. Als Yannick ihr bei einer polizeilichen Befragung überfallartig ein falsches Alibi abnötigt, wird sie noch neugieriger, was hinter dem mysteriösen Todesfall steckt.

Lea glaubt keine Sekunde, dass Yannick ein Mörder ist, möchte aber herausfinden, welche Bewegründe hinter dem falschen Alibi stecken. Die junge Frau ist selber ein schwieriger Charakter. Der Autor beschreibt die selbständige Webdesignerin sehr detailliert; ihre Gedanken und Handlungen werden oft fast minutiös dargelegt – oft wäre weniger mehr gewesen. Als Jugendliche war Lea sehr aufmüpfig und sie verfügt nicht nur aus jener Zeit über hinreichende Erfahrungen mit der Polizei. Sie ist auch schon als gewaltbereit aufgefallen und als Umweltaktivistin ist sie oft an waghalsigen Aktionen beteiligt. Natürlich hat sie ihre Prinzipien auch verteidigt, als sie von den illegalen Baumfällungen von Yannick und seinen Partnern erfahren hat. Diese waren zwar nicht der Trennungsgrund, aber natürlich Anlass für Diskussionen und Streitereien. Auch Leas Nachforschungen in Sachen „Baumkiller“ bringen sie wiederholt in brenzlige Situationen, in denen ihre einschlägigen Erfahrungen von Nutzen sind.



Werner Färber: 
Baumkiller 
Gmeiner-Verlag, 2015

20. Februar 2016

Philippa Pearce: Tom's geheimer Garten

Nach über einem Jahrzehnt erscheint dieses lesenswerte Kinder- und Jugendbuch wieder in einer deutschen Ausgabe. Aus diesem Anlass veröffentliche ich hier nochmals meine Buchvorstellung aus dem September 2012:

Tom ist schwer enttäuscht. Aus seinem Vorhaben, während der Schulferien zusammen mit seinem Bruder Peter auf dem alten Apfelbaum im elterlichen Garten ein Baumhaus zu bauen, wird nichts. Weil Peter nämlich die Masern hat, muss Tom zu Tante Gwen und Onkel Alan in Quarantäne. Die beiden sind zwar recht nett, wohnen aber sehr beengt und haben leider keinen Garten.

Doch die langweiligen Ferien entpuppen sich unvermittelt als spannendes Abenteuer, als Tom nachts schlaflos im Bett liegt und sich darüber wundert, warum die alte Standuhr im Erdgeschoss des Hauses um Mitternacht dreizehnmal die Stunde schlägt. Neugierig steht der Junge auf und möchte der Sache auf den Grund gehen. Im Schlafanzug verlässt er die Wohnung und entdeckt als er die Hintertüre öffnet einen richtigen Traumgarten. Dabei hatten Tante und Onkel ihm doch versichert, hinter dieser Türe ständen nur Abfalleimer herum. Doch nun steht Tom nicht vor einem schäbigen Platz, sondern vor einer grossen Rasenfläche und blickt auf überbordende Blumenbeete, Bäume und ein riesiges Gewächshaus. Er hat unverhofft den idealen Platz gefunden, um abwechslungsreiche Ferien zu verbringen!

Zurück im Bett wundert sich Tom, ob er alles nur geträumt hat. Am nächsten Morgen möchte er seine Verwandten der Lüge überführen. Doch als er selber bei Tageslicht die Hintertüre des Miethauses öffnet, ist da kein Traumgarten. Es stehen tatsächlich nur Abfallkübel herum und ein Mann liegt unter einem alten Auto, das er gerade repariert.

Doch so einfach gibt Tom nicht auf. Nacht für Nacht verlässt er nun leise sein Bett und vergnügt sich im geheimen Garten. Tagsüber schreibt er Briefe an seinen Bruder Peter, die dieser nach der Lektüre sofort vernichten soll. Kein Erwachsener soll von den nächtlichen Erlebnissen erfahren! Tom erzählt in den Briefen von den verschiedenen Jahreszeiten, die er im Garten erlebt und von Hatty, einem Mädchen aus einer anderen Zeit, das er im Garten kennengelernt hat und mit dem er im Garten Verstecken spielt und sogar ein Baumhaus baut.

Diese Parallelwelt zwischen zwölf und ein Uhr nachts ist zwar ziemlich merkwürdig, doch Tom geniesst den Garten und kümmert sich zunächst nicht um Ungereimtheiten. Seltsam findet er lediglich, dass er für (fast) alle anderen Hausbewohner in dieser Nebenwelt unsichtbar ist und sogar durch geschlossene Türen hindurchgehen kann. Nichtsdestotrotz versucht Tom mit Hilfe von Büchern über Kleiderstile und anhand von Hattys Bemerkung, dass eine Königin das Land regiert, herauszufinden in welchem Jahrhundert das Mädchen lebt.

Ausserdem möchte er bald mehr wissen über das Geheimnis, das hinter der alten Uhr steckt, die dreizehn Stunden schlägt. Während Tom im Garten immer gleich alt ist, entwickelt sich Hatty vom kleinen Mädchen, das den Tod seiner Eltern beweint, zu einem Teenager, der sich darüber beklagt, dass Tom nur alle paar Monate in den Garten kommt. Tom jedenfalls gefällt es bei Onkel und Tante mittlerweile so gut, dass er am liebsten gar nicht mehr nach Hause fahren möchte. Jedenfalls ganz sicher nicht, bis er herausgefunden hat, was es mit dem geheimen Garten auf sich hat.

Dieses Kinderbuch ist vor längerer Zeit auch auf Deutsch erschienen. Der Titel „Als die Uhr dreizehn schlug“ ist aber nur noch antiquarisch erhältlich. Der gleichnamige Film mit dem Titel „Tom’s geheimer Garten – Als die Uhr 13 schlug“ hält sich mit Ausnahme der gut passenden Rahmenhandlung an die mit Literaturpreisen ausgezeichnete Vorlage aus dem Jahr 1958. Eine fantasievolle, gut durchdachte Erzählung, die sich auch für Erwachsene zu lesen lohnt!



Philippa Pearce: 
Tom's geheimer Garten
Aladin Verlag, 2016

Tom’s Midnight Garden 
Harper Trophy Edition, 1992 

Film von William Carrol: 
Tom’s geheimer Garten – Als die Uhr 13 schlug 
3L Film GmbH, 2012

10. Februar 2016

Heather Tullis: Hello Again

Piper Daniels kümmert sich neben ihrem Vollzeit-Job bei einem Zahnarzt um ihren dreizehn Jahre jüngeren autistischen Bruder Spencer als wäre er ihr Sohn und sorgt mit ihrem Einkommen massgeblich zum Unterhalt des vaterlosen drei-Personen-Haushalts bei, der nichtsdestotrotz mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Immer wieder belasten unerwartete Ausgaben das knappe Budget. Zuletzt hat Spencer mit seinen beiden besten Freunden, die Piper sowieso ein Dorn im Auge sind, in einem verlassenen, halb zerfallenen Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft etliche Scheiben zerbrochen, die nun ersetzt werden müssen.

Piper ist eine strenge Schwester, die auf Konsequenzen für schlechtes Verhalten beharrt, aber auch sehr liebevoll. Immer wieder sucht sie nach Möglichkeiten, wie ihr Bruder während seiner Freizeit sinnvoll beschäftigt werden kann. Schliesslich reift in ihr die Idee, in der heruntergekommenen Wohngegend einen Gemeinschaftsgarten auf die Beine zu stellen. Piper hat vor dem Tod ihres Vaters während der zweiten Schwangerschaft ihrer Mutter auf dem Land gelebt und selber gerne mit ihren Händen in der Erde gewühlt, Blumen gepflückt und Erbsen geerntet.

Nun träumt sie von Früchten, Gemüse, Blumen und Kräutern, die im „Crystal Creek Community Garden“ von Jugendlichen und Kindern mit ihren Lehrpersonen gemeinsam angepflanzt, gepflegt und geerntet werden. So wären die Jugendlichen während dem Sommer beschäftigt, fühlten sich nützlich, und gleichzeitig würde die Nachbarschaft aufgewertet. Pipers Konzept ist schon recht weit gediehen. Sie hat nächtelang Gartenwebseiten studiert und wird in ihrem vielversprechenden Projekt von ihren beiden Freundinnen unterstützt. Mehrere in Frage kommende Areale hat sie bereits auf ihre Tauglichkeit geprüft. Ein Gelände scheint von Lage und Grösse her besonders ideal zu sein. Zwar verschwindet aktuell der gesamte Boden unter Tonnen von Abfall, aber dieses Problem will die in der Nachbarschaft gut vernetzte Piper mit einem Aufräum-Tag aus der Welt schaffen.

Die Endzwanzigerin bereitet ein Gesuch für einen Pachtvertrag an den Landbesitzer vor. Als sie erfährt, dass das Land der Stone Enterprise gehört, zögert sie, das Schreiben abzuschicken. Vor zehn Jahren hatte sie nämlich als Siebzehnjährige einen Sommer lang eine vielversprechende Beziehung mit dem jetzigen Firmeninhaber Reece Stone. Dann ist Reece ohne Erklärung aus ihrem Leben verschwunden und hat Piper am Boden zerstört zurückgelassen. Nun geht Piper optimistisch davon aus, dass sich Reece bestimmt nicht mit Anfragen wie der ihren beschäftigt. Doch nachdem dieser das Gesuch mit ihrem Namen studiert hat, erklärt Reece Stone das Anliegen zur Chefsache und lädt Piper ein, ihr Projekt persönlich vorzustellen.

Zehn Jahre sind seit ihrer letzten Begegnung vergangen, doch beide können eine gewisse Anziehungskraft nicht leugnen. Piper akzeptiert die geschäftliche Zusammenarbeit mit Reece, lässt ihn aber nicht an sich heran, da sie ihm nie vergeben hat, sich ohne Erklärung aus ihrem Leben geschlichen zu haben. Sind seine aktuellen Absichten seriös? Oder hilft er ihr nur beim Gartenprojekt, wenn sie seinem deutlichen Werben nachgibt? Reece drängt sich immer mehr in ihr Leben. Er freundet sich mit ihrem Bruder Spencer an und engagiert sich für die Landvergabe zu Gunsten des Gemeinschaftsgartens. Ausserdem unterstützt er sie beim Zusammenstellen einer Präsentation, beim Sammeln vom Spenden und bringt sie mit wichtigen Leuten zusammen. Eine Gönnerin gibt Piper den Tipp, als Gegenleistung für grosszügige Spenden die Verewigung des Spendernamens auf Treppenstufen anzubieten.

Plötzlich ist da ein Kaufinteressent, der genau das für den Gemeinschaftsgarten vorgesehene Land erwerben will. Die Offerte ist deutlich unter dem Landwert, doch Reece hat auf den Vergabeentscheid nur beschränkt Einfluss, da über dieses Geschäft ein Gremium aus mehreren Personen zu befinden hat. Auch im privaten Bereich hat Piper etliche Probleme zu lösen - die einen in ihrem unmittelbaren Umfeld, andere werden ausgelöst durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten, aus denen sie und Reece stammen. Die junge Frau mag nicht glauben, wer vor zehn Jahren Reece aus ihrem Leben vertrieben hat und versteht nicht, warum ihre Mutter sich immer mehr von Spencer zurückzieht und ihr die Verantwortung aufbürdet.

„Hello Again“ ist als erster Titel der „In the Garden Series“ überschrieben – auf eine Fortsetzung des Romans bin ich schon jetzt gespannt.  



Heather Tullis: 
Hello Again 
Jelly Bean Press, 2015

1. Februar 2016

Stefanie Syren (Text) und Elke Borkowski (Fotos): Pflanzen-Schätze – Sammler, ihre Gärten und ihre faszinierende Leidenschaft

Grossformatige Bücher haben es nach wie vor schwer, meine Aufmerksamkeit derart zu fesseln, dass ich sie erwerbe und dann auch lese. Sie sind ihrer Grösse wegen weder als Bett- noch als Pendlerlektüre geeignet, und auf dem Regal herrscht bei Büchern, die nicht im Taschenbuchformat daherkommen, absolute Platznot.

Als vor Jahresfrist die grösste hiesige Buchhandlung vor der Schliessung stand, bin ich wiederholt an der Publikation „Pflanzen-Schätze“ vorbeigelaufen und habe mich redlich bemüht, sie zu ignorieren. Kurz vor dem letzten Ladenschluss habe ich mich ihrer dann doch erbarmt und seither liegt sie quer über anderen Büchern, dem tatsächlich letzten Platz für grosse Bücher. Der Boden ist nämlich tabu. Wäre tabu. Denn dort stolpere ich bald einmal über die immer zahlreicher werdenden Schulordner.

Natürlich bin ich den „Pflanzen-Schätzen“ vor und nach dem Erwerb auch in den Medien immer wieder begegnet. Weder die Auszeichnung mit dem Gartenbuchpreis, noch verlockende Rezensionen konnten mich aber dazu verleiten, dem Buch mehr als die gelegentlich notwendige Sekunde zum Abstauben zu widmen. Über die letzten Feiertage habe ich mir nun die Zeit genommen, es endlich zu lesen.

Von Aurikeln über Cyclamen, Hamamelis, Mohn bis zu Rosen – die Auslöser der hier beschriebenen Passionen sind vielfältig und oft beschränkt sich die Pflanzensammelleidenschaft nicht auf ein einzelnes Gebiet. Einige der Sammler waren mir bereits bekannt, da ich schon öfters über sie gelesen habe oder wie im Fall der Hosta-Liebhaberin früher gelegentlich auf dem Blog herumgstöbert habe. Doch einige Namen sind richtige Neuentdeckungen – sowohl in Sachen Sammler wie in Sachen Sammlung. Etliche der Portraitierten führen haupt- oder nebenberuflich eine Spezialgärtnerei, in denen ihre Lieblinge erworben werden können, und oft beschäftigen sie sich nicht nur mit der Vermehrung, sondern auch der Züchtung ihrer Lieblingspflanzen.

Da sind Fingerhüte in einem langen, schmalen Beet vor einer Eibenhecke beneidenswert perfekt in Szene gesetzt, in einem anderen Garten kann der Kerzenknöterich als Herr der Beete bezeichnet werden, derweilen die vielen EU-Vorschriften mitschuldig sind, dass sich eine Viehzüchterin in eine Ilex-Spezialgärtnerin verwandelt hat. Und dominieren im niederländischen Ede Cyclamen, bei den die Formen und Zeichnungen der Blätter die Blütenpracht in den Hintergrund rücken lassen, sind es in Oterleek fast unendlich lange Narzissenfelder, in denen dicht gepflanzte historische Sorten um die Gunst der Betrachterin buhlen, und das Auge erfreuen.

Die einzelnen Portraits werden grosszügig von aussagekräftigen Fotos begleitet. Die Texte dünken mich aussergewöhnlich gut verfasst und verschafften mir einige Neuzugänge für meine Sammlung spezieller Formulierungen, wie etwa „über den botanischen Tellerrand gucken“. Noch wichtiger sind aber natürlich die spannenden Einblicke in die unterschiedlichen Wege und oft ähnlichen oder sogar identischen Ziele der Sammler, die sich in den Geschichten erfahren lassen.

Die gelungene Publikation wird durch ein ausführliches Stichwortverzeichnis abgerundet. Im Anhang finden sich ausserdem nützliche Adressen. Besonders nützlich sind jene der vorgestellten Sammler und ihrer Pflanzen-Schätze – nützlich vielleicht im Rahmen der Planung einer Reise zwecks Anpassung der Route. Denn wohl jede dieser Sammlungen lohnt einen kleinen oder grösseren Umweg, um sie mit eigenen Augen betrachten zu können.



Stefanie Syren (Text) und Elke Borkowski (Fotos):
Pflanzen-Schätze – Sammler, ihre Gärten und ihre faszinierende Leidenschaft 
BLV Buchverlag, 2014