21. Oktober 2010

Gelbes Strandgut

Die Romanschriftstellerin Ena Blomberg träumt seit Jahren davon, einen Bestseller zu schreiben. Ihr Alltag sieht aber anders aus, da sich ihre Bücher nur mit mässigem Erfolg verkaufen und verschiedene Manuskripte unveröffentlicht auf ihre Entdeckung und Publikation warten. Lesungen empfindet Ena als nicht viel angenehmer als für Recherchen unwillige Leute zu interviewen. Vom täglichen Allerlei und einer fast stumm gewordenen Ehe flüchtet sie sich in ihre Romanfiguren.

Als die Autorin am Strand von Usedom zum zweiten Mal eine gelbe Rose findet und von einem geheimnisvollen Rosenkavalier namens Jupp Jensen hört, ist ihre Neugierde geweckt. Dessen Frau Alexandra ist vor einiger Zeit auf rätselhafte Weise verschwunden. Je intensiver sich Ena mit ihrem „Fall“ beschäftigt, desto sicherer ist sie, einem Verbrechen auf der Spur zu sein und das Thema für einen Beststeller gefunden zu haben. Jensen verbirgt eindeutig ein Geheimnis und scheint mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Stimmt Enas Vermutung, dass mit den gelben Rosen um Vergebung gebeten soll?

Indessen Ena Blomberg immer tiefer in die Geschichte eindringt, tauchen immer mehr Parallelen zwischen ihrem Leben und jenem von Jensen auf und sie muss erkennen, was letztlich unbegründete Verdächtigungen für Zerstörungen anrichten können.

Mit Ausnahme der gelben Rosen - einer Metapher für ein gelbes Kleid - und einem Herbarium spielt die Botanik keine Rolle in diesem Roman. Ich glaube nun nicht, dass es dieser Titel auf die Bestseller-Liste schafft, war aber von Lektüre positiv überrascht, obwohl ich die Rolle der Betrügerin Maria überflüssig fand. Die Romanschreiberin Blomberg mit ihren Selbstzweifeln und ihrer rastlosen Suche nach dem richtigen Stoff für einen Bestseller ist authentisch gezeichnet und ihre Handlungen durchaus nachvollziehbar.



Maxi Hill:
Ein Bestseller fällt nicht vom Himmel
Buchverlag Andrea Schmitz, 2010