26. November 2012

Nancy Arrowsmith: 111 Gründe seinen Garten zu lieben – Ein Loblied auf ein kleines Stück vom Paradies

Brauchen Sie tatsächlich 111 Gründe, die Sie davon überzeugen ihren Garten zu lieben oder um Ihre Zeit, die Sie mit Buddeln in der Erde oder beim Rückschnitt der Rosen verbringen, zu rechtfertigen? Wahrscheinlich nicht. Dieses Buch von Nancy Arrowsmith, der Gründerin der Zeitschrift „Kraut und Rüben“, ist im Rahmen einer Buchreihe erschienen, in welcher jeweils 111 Gründe den Leser oder die Leserin überzeugen sollen, irgendeine Stadt oder ein Land zu lieben, einem einstimmen aufs Elternsein oder eben aufs Gärtnern.

Nachdem die Autorin ihren ureigenen Grund für ihre persönliche Gartenleidenschaft verraten hat, folgen die anderen 110 Gründe, aufgeteilt in die folgenden Kapitel:

- Der Garten als Oase
- Der Garten als Fitnessstudio und Freizeitpark
- Der Garten als Speisekammer
- Der Garten als Therapeut
- Der Garten als Küchenkräuterfabrik
- Der Garten als Öko-Paradies
- Der Garten als Sparschwein
- Der Garten als grüne Apotheke
- Der Garten als Kuriositätenkabinett
- Der Garten als Visitenkarte
- Der Garten als Kunstatelier

 Die Autorin erzählt etwa, dass der Garten leider nicht als unfallfreie Zone bezeichnet werden kann, aber wenigstens auch gleich so etwas wie ein grüner Erste-Hilfe-Kasten ist oder sie berichtet von der Gärtnerkrankheit „Sammelitis“, mit der verschiedene Nebenwirkungen einher gehen. Eine davon ist, inoffiziell eine Gärtnerei zu führen. Als grössten Feind des Gartens macht sie den gemeingefährlichen Bauarbeiter aus, sie empfiehlt bei Ohreninfektionen verfaulte, schwarze, aber nicht weiche Äpfel als nützlich und sie weiss von quadratischen Tomaten und anderen schmackhaften Paradeisern. Etwas neidisch habe ich die Zeilen gelesen, in denen Nancy Arrowsmith verrät, dass sie schon als Kind mehrfach Gelegenheit hatte, die Gärten von Ninfa zu besuchen.

Das Gärtnern und Gartentipps werden mit diesem Buch nicht neu erfunden. Die Texte haben manchmal einen gewissen Hang zum Missionieren, enthalten aber unbestritten viele Informationen und die Autorin weiss, wovon sie schreibt. Die Tipps sind oft in Anekdoten versteckt und immer wieder sind einfache Rezepte für die Ernteverwertung eingestreut.

Die Aufteilung der Kapitel in diese 111 Gründe finde ich etwas schwerfällig, teilweise weit hergeholt und gesucht und die Begründungen dementsprechend kurz geraten. Immerhin sprechen die Mini-Portionen-Kapitel für die Eignung des Buches als Pendlerlektüre. Und schliesslich ist Nancy Arrowsmith überzeugt, dass der Leser noch mindestens weitere 111 Gründe aus dem Ärmel schütteln kann, die für den Garten und das Drumherum sprechen. Welches sind Ihre Gründe?  



Nancy Arrowsmith: 111 Gründe seinen Garten zu lieben – Ein Loblied auf ein kleines Stück vom Paradies
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2012