20. Dezember 2010

Der versunkene Garten

In diesem Buch spielt der Garten, wie ich beim Durchblättern bereits vermutet habe, nur eine untergeordnete Rolle. Er ist zwar ein wichtiger Ort, wird aber nur an wenigen Stellen erwähnt, ist aber passenderweise als Titelbild ausgewählt worden. Der Roman ist aber dermassen spannend, dass ich ihn dennoch kurz vorstellen möchte.

Die Investmentbankerin Lucy hat vor drei Jahren nach dem Tod ihres kleinen Sohnes ihren Mann und ihre Familie in Kalifornien zurückgelassen. Sie versucht, in New York ein neues Leben zu beginnen und ihre Vergangenheit abzustreifen. Sie ist mitten in wichtigen Verhandlungen als sie vom plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vaters erfährt. Als sie in ihre Heimat zurückfährt, stellt sich heraus, dass die Polizei von einem Verbrechen ausgeht.

Lucy ist nicht die einzige Frau in ihrer Familie, die einen Sohn im Babyalter verloren hat. Schon ihre Mutter und ihre russische Grossmutter mussten das gleiche Schicksal erleiden. Lucys Mutter erlitt nach dem Verlust ihres jüngsten Kindes eine Psychose, von der sie nie mehr genesen ist. In Lucys Familie und der näheren Umgebung gibt es mehrere rätselhafte Todesfälle zwischen denen die Polizei einen Zusammenhang zu vermuten scheint und im Laufe der Ermittlungen kommen immer mehr Ungereimtheiten zu Tage.

Stimmen Lucys Erinnerungen mit wirklichen Erlebnissen überein oder wurden ihr gewisse Vorfälle und Daten solange eingeredet, dass sie diese nun für wahr hält? Getrieben von Schuldgefühlen gegenüber ihrem Sohn stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an und Kapitel um Kapitel setzen sich die Bruchstücke zusammen - Lügen werden entlarvt und längst vergessene Vorkommnisse entpuppen sich als wichtige Details.

Um die Spannung bis zum Ende des Buches aufrecht zu halten, sollten Sie es unbedingt unterlassen, schon vorzeitig den Schluss zu lesen!



Liz Rigbey:
Der versunkene Garten
Ullstein Verlag, 2005