23. Mai 2017

Barbara Pfeifer – Alraunen am Galgenbuckel: Ein Stuttgarter Kräuterkrimi

Die einundzwanzigjährige Studentin Angela Andersen führt an der Volkshochschule Stuttgart gelegentlich Kräuterführungen durch. Die Teilnehmer sind meistens deutlich älter als die junge Frau, die noch bei ihren Eltern wohnt. Efeu, Hopfen und Wein schmücken die Fassade des Elternhauses. Die horizontale Ebene des Grundstücks wird unter anderem durch einen kleinen Garten belegt, in dem viele Kräuter wachsen und derzeit sowohl eine Frühlings- als auch eine Herbstalraune. Die angehende Botanikerin und Medizinethnologin würde nämlich gerne persönlich die Wirkung der Pflanzen ausprobieren, obwohl sie natürlich in ihren Führungen eingehend genau davor warnt und ausdrücklich von Selbstversuchen abrät. Und natürlich wissen ihre Eltern auch nichts von ihren Gedankenspielereien. 

Alraunen sind sind giftig und gelten wegen ihrer menschenähnlichen Wurzelform als Heil- und Zaubermittel. Gemäss mittelalterlichen Überlieferungen sollen sie meisten unter Galgen wachsen. Als auf einem Stuttgarter Friedhof unter der Leiche eines erhängten Selbstmörders eben eine solche (offensichtlich frisch eingegrabene) Pflanze gefunden wird, versucht Angela, einen allfälligen Zusammenhang herzustellen und zu enträtseln. Während die Polizei die Akte rasch schliesst, vermutet sie bald, dass es sich gar nicht um eine Selbsttötung, sondern um einen Mord handelt und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen. Nachdem sie auf dem Friedhof einen toten Hund entdeckt hat, besucht sie die Witwe des Verstorbenen, die sehr froh wäre, ihr Mann hätte sich nicht selber das Leben genommen. 

Angela findet heraus, dass verschiedene Teilnehmer ihrer letzten Kräuterführung durch einen Immobilienfonds eine Verbindung zu dem Toten auf dem Friedhof haben. So wie der krebskranke Blumenfotograf, den sie mit einem eigentlich überhaupt nicht geplanten angeblichen Pflanzenbuchprojekt näher kennen lernen will. Und plötzlich wird es für die junge Studentin lebensgefährlich. Und damit haben dann keine in welcher Form auch immer konsumierten Alraunen zu tun. 

Mit diesem Kräuterkrimi habe ich zum ersten Mal ein Buch vollständig auf meinem E-Reader gelesen. Ich habe die Vorteile (Lesbarkeit in Sonne und im Dunkeln, Buchpreis, kein Platzproblem auf dem Regal) schätzen gelernt. Ich werde sicher wieder Bücher auf meinem Kindle lesen – aber nur solche, über die ich nicht im Blog berichten werde. Den Zugriff auf die während der Lektüre erstellten Notizen empfinde ich als mühsam und ungenügend. Zwar lassen sich diese ganz einfach exportieren, aber nur einelne Worte als Basis für einen Artikel sind etwas dürftig und die Positionssuche im Buch dünkt mich sehr aufwendig. Vielleicht kapiere ich auch ganz einfach, nicht wie es bedienerfreundlich funktioniert? Es lebe das gedruckte mit Post-it-Zetteln geschmückte Buch… So oder so. «Alraunen am Galgenbuckel» gehört zu den nach meiner Erfahrung eher wenigen Eigenproduktionen, die lesenswert sind, was wohl auf den beruflichen Hintergrund der Autorin zurückzuführen ist. 

Wer mehr über Alraunen erfahren will, als er vielleicht bisher aus den Harry Potter-Büchern weiss, ist gemäss Leseempfehlungen im Internet mit "Die Alraune - Pflanze der Liebe, Pflanze des Todes" von Angela Fetzner gut bedient.




Barbara Pfeifer:
Alraunen am Galgenbuckel - Ein Stuttgarter Kräuterkrimi
Kindle Edition