22. April 2010

Vom Kultivieren der Erde

Landschaftsarchitekten, Kunsthistoriker, ein Botaniker, ein Bodenkundler, ein Philosoph und andere mehr haben für das von Brita Reimers herausgegebene Buch „Gärten und Politik“ unterschiedliche Beiträge verfasst oder nochmals überarbeitet.

Im Fokus stehen traditionelle Parks und Anlagen, Mieter- und Kleingärten, Migrantengärten, aber auch die Gefängnisgärten von Nelson Mandela und Rosa Luxemburg. „Tomaten in menschlicher Gesellschaft“ gibt einen Überblick über die Karriere der auch Liebesäpfel genannten Frucht in Europa und die Beziehung von Mensch und dieser Pflanze.

Der Text „Vom Gartenkind zum Weltbürger – Natur als éducation politique“ von der Herausgeberin selber beschäftigt sich mit Alma de l’Aigle und beginnt mit der politischen Geschichte des Gartens über den Kauf des Grundstücks. Weiter erfährt der interessierte Leser, wie die Ende des 20. Jahrhunderts mittlerweile in einem teuren Hamburger Stadtteil liegende Parzelle kurz vor Bewilligung einer Eigentumswohnungsüberbauung wenigstens zu einem Viertel der Bodenspekulation entzogen werden konnte. Dank einem Kompromiss gelang es, den schützenswerte Garten und seltene Kulturpflanzen zu retten. Zusätzlich gibt dieser Artikel einen Einblick in die von Alma de l’Aigle verfassten Bücher, zu denen neben Gartentiteln auch sanfte Lehrbücher für Kinder und Erwachsene zählten.

Weitere Beiträge widmen sich beispielsweise Themen wie „Gärten in moderenen Zeiten“, „Gärten und Kulturen auf Wanderschaft“ und „Barock als Banalität: Linden in der Kulturlandschaft“.



Brita Reimers (Hrsg.):
Gärten und Politik – Vom Kultivieren der Erde
Ökom Verlag, 2010