1. Mai 2015

Globi und der Planet Erde – Über den schlauen Umgang mit unserer Umwelt

Wer Globi ist, muss hierzulande wohl keinem Kind erklärt werden. Auch ich habe noch einzelne Globi-Bücher aus meiner Kindheit und als die Nachwuchs-Sofagärtner noch kleiner waren, wurde die Sammlung regelmässig um neue Bücher und Cassetten erweitert. Letztere kommen übrigens auch heute noch ab und zum Einsatz. Vor einigen Jahren haben wir deshalb auch mit grossem Interesse die Globi-Ausstellung über den Werdegang von der Werbe- zur Kultfigur im hiesigen Gewerbemuseum besucht. Mit „Globi und der Planet Erde“ hat nun erstmals ein Globi-Sachbuch den Weg in unseren Haushalt gefunden.

Am Anfang des Buches steht unerwartet Besuch vor Globis Haustüre. Auf der Schwelle wartet ein ganz besonderer Patient darauf, dass ihm geöffnet wird, nämlich der blaue Planet. Diesem geht es gar nicht gut. Das lässt sich unschwer aus den eindrücklichen Illustrationen erkennen und wird im Text auch entsprechend nachdrücklich bestätigt. Die Erde leidet nicht an Masern oder Windpocken, nein, sie „hat“ Menschen, und diese machen seit über hundert Jahren immer häufiger Dinge, die ihr nicht gut tun. Der Blitzbesuch des stöhnenden Patienten endet mit der Bitte an Globi, den Menschen klar zu machen, dass es nur eine Erde gibt und jeder persönlich zu ihr Sorge tragen muss.

Globi nimmt die ernste Aufgabe an und das Vermitteln des Themas Nachhaltigkeit geschieht mit einem Ausflug, den er am nächsten Tag gemeinsam mit Freunden unternimmt. Die Wahl des Fortbewegungsmittels fällt umweltbewusst auf Zug und Bus. Die Reisezeit wird mit Spielen für unterwegs überbrückt und auch der Nachteil in Form von gelegentlich längeren Wartezeiten auf Anschlüsse wird nicht verschwiegen.Das Buch liefert neben Ideen für Spiele Gründe, weshalb man weniger Autofahren soll, stellt das sparsamste und das durstigste Auto vor und erklärt, wie solche Fahrzeuge betrieben werden. Immer öfter kommen Mais und Zuckerrohr als Benzinersatz in den Tank und beanspruchen riesige Anbauflächen, die eigentlich für Nahrungsmittel gebraucht würden. Damit sind Globi und seine Freunde am Start einer Wanderung durch ein Hochmoor angekommen - Gelegenheit, über die vielen tierischen und pflanzlichen Bewohner dieses Landstrichs zu erfahren und über die Problematik des Torfabbaus.

Der Ausflug ist genau wie die Themenvielfalt damit noch lange nicht zu Ende. Kapitel mit Überschriften wie „Welche Pflanze wächst für wen?“, „Schlau einkaufen, wie geht das?“, „Warum ohne Wasser gar nichts läuft“ und „Wie man ein gutes Klima schafft“ vermitteln weiterhin spielerisch Basiswissen über Ökologie und Respekt vor der Natur. In Kurzportraits werden bekannte Persönlichkeiten vorgestellt, die sich für die Natur einsetzen oder eingesetzt haben, wie etwa Sir David Attenborough (geb. 1926), der seit vielen Jahren den Wundern der Natur auf der Spur ist, oder der Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) und der Insektenzähler Jean-Henri Fabre (1823-1915).

In die grosszügig illustrierte Lektüre rund um das Thema Nachhaltigkeit eingebettet sind auch Rätsel und Bastelvorschläge und die kleinen Leser lernen, dass „Schweizerhose“ nicht der Name für Globis Markenzeichen, die schwarz-rot-karierte Hose ist , sondern der Name einer süssen, saftigen Birne, während der grosse Leser sich bei der „Geschichte vom kurzsichtigen Herrscher“ an eine Sequenz aus dem beeindrucken Film „More than Honey“ von Markus Imhoof erinnert. Auch auf den als irrsinnig zu bezeichnenden Produktionsweg von billigen Massen-T-Shirts samt der langen Reise deren einzelner Bestandteile durch Europa und Asien wird hingewiesen.

Während Jahrhunderten, nein während Jahrtausenden hat das Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben von Mensch und Natur funktioniert. Die Waage ist aus dem Gleichgewicht geraten, die Rohstoffe werden knapper, die Artenvielfalt geht zurück und die Umweltverschmutzung ist eines der grössten zu lösenden Problemen der Erdbewohner.

Alle diese Erlebnisse sind in einen ereignisreichen Tag gepackt, der hoffentlich sowohl den kleinen wie den grossen Leserinnen und Lesern in nachhaltiger Erinnerung bleibt. Im Anhang werden schliesslich noch Begriffe von Bio, Biodivesität über Foodprofil, Graue Energie, Minergie bis Zertifizierung erklärt und den Abschluss bildet Globis Schlusswort: Meine Welt ist deine Welt, ist unsere Welt.  



Liz Sutter (Text) und Daniel Müller (Illustrator): 
Globi und der Planet Erde – Über den schlauen Umgang mit unserer Umwelt 
Orell Füssli Verlag/Globi Verlag, 2015