29. Juni 2009

The Trail of the Wild Rose

Der gebürtige Engländer Anthony Eglin hat kürzlich seinen vierten Gartenkrimi rund um Dr. Lawrence Kingston, ein umtriebiger Botanik-Professor im Ruhestand, veröffentlicht. Nachdem der letzte Band eine eher unglaubliche Geschichte über Seerosen zum Inhalt hatte, hat mir diese Geschichte wieder besser gefallen. Die diskreten Einmischungen Kingstons in polizeiliche Ermittlungen scheinen zwar nicht immer ganz glaubwürdig, und gelegentlich könnten die Beschreibungen der Tagesabläufe von Kingston auch etwas weniger ausführlich ausfallen. Doch kommt in allen Büchern von Eglin dessen gärtnerisches Hintergrundwissen deutlich zum Ausdruck, und der Krimi ist so konstruiert, dass viele Puzzleteile schliesslich zu einer nicht schon in der Mitte des Buches absehbaren Auflösung des Falles führen. 

Eine Gruppe von Pflanzenjägern ist in den Bergen von Yunnan unterwegs, als ein Mitglied, Peter Mayhew, abstürzt. Monate später verunglückt in England ein Motorradfahrer schwer. Das Unfallopfer hat keine Papiere auf sich, und das Motorrad ist auf eben diesen Peter Mayhew eingelöst. Ist dieser in den chinesischen Bergen gar nicht tödlich verunglückt? Der verunfallte Motorradfahrer stirbt schliesslich nicht an seinen schweren Verletzungen, sondern wird im Spitalbett ermordet. In der Folge kommt ein Expeditionsteilnehmer nach dem andern auf mysteriöse Weise ums Leben, und Kingston verfolgt verschiedene falsche Fährten, bis die Morde aufgeklärt werden können. 

Rosenliebhaber finden im Laufe der Ermittlungen von Kingston sicher Gefallen an den Ausführungen über die Herkunft und Zürchtung von Rosen, während Gartenreiseliebhaber in den beschriebenen Gärten vielleicht Anregungen für künftige Reiseziele entdecken. 



Anthony Eglin: 
The Trail of the Wild Rose 
Minotaur Books, 2009