7. Juli 2012

Elizabeth Lemarchand: Suddenly while Gardening

Aus dem geplanten Erholungsurlaub von Detective Chief Superintendent Tom Pollard von New Scotland Yard wird nichts. Wanderer entdecken in einer alten keltischen Grabstätte entlang des Jakobsweges sterbliche Überreste, die ganz offensichtlich erst kürzlich dort abgelegt worden sind. Der Todeszeitpunkt liegt ebenso eindeutig schon länger zurück. Doch wo hat das Skelett vor dieser Entdeckung gelegen? Und weshalb wurde es genau jetzt an einer gut frequentierten Stelle so platziert, dass es unmöglich übersehen werden konnte? Und wer überhaupt ist der oder die Tote?

Fragen über Fragen mit denen sich Tom Pollar und sein Team sowie die örtliche Polizei beschäftigen. Die Beamten sind nicht zu beneiden. Denn welcher potentielle Zeuge weiss schon nach über einem Jahr noch genau, was er gehört und allenfalls beobachtet hat? Der pathologische Bericht datiert den Zeitpunkt des Ablebens auf rund dreizehn bis sechszehn Monate zurück und kann schliesslich auf Ostern 1975 festgelegt werden. Und damit erscheint ein anderer Todesfall als Folge eines Sturzes von einer Leiter während dem Abschneiden von verwelkten Rosenblüten und Aufbinden von längeren Trieben plötzlich in einem ganz anderen Licht.

Im Text werden immer wieder botanische Details eingeflochten. So arbeitet die Tochter eines Verdächtigen an einem „Horticulturel College“ und für die Lösung des Falles ist die Erwähnung von Bedeutung, dass ein Garten auch bei Ferienabwesenheit und Trockenheit regelmässig gewässert werden soll. Gärtnerisch zur Sache geht es aber erst gegen Ende des Buches als die Ermittlungen in die Schlussphase treten.

Ein Krimi ohne blutige Szenen. Zwar nicht gerade in Miss Marple-Manier, aber es ist doch eine schöne Abwechslung wieder einmal zu lesen, wie ein Buchkrimi mit Kombinationsgabe und ohne Hilfe von DNA-Tests, Kameraunterstützung oder anderen modernen Hilfsmitteln gelöst und der Täter überführt wird.



Elizabeth Lemarchand:
Suddenly while Gardening
Dales Large Print Books, 2008