28. Februar 2012

Gabriele Wolff: Im Dickicht

“Im Dickicht” ist ein Krimi von nur 64 Seiten Umfang. Doch diese - von einer Oberstaatsanwältin verfasst - haben es in sich und sind nichts für schwache Nerven!

Kerstin und Bernd leben zusammen mit ihrem Sohn in einem perfekt umgebauten Haus auf dem brandenburgischen Land. Sein grüner Daumen beschränkt sich auf den Einkauf von Pflanzen. Um den Garten kümmert sie sich und schaut, dass die Zaunwinde ihre Lieblinge wie Phlox und Fingerhut nicht überwuchert und unter sich begräbt.

Die Idylle weist Risse auf und Kerstins „Kampfgebiet“ beschränkt sich nicht mehr nur auf den Garten. Ihr Mann Bernd kehrt von einer angeblichen Geschäftsreise nach China nicht zurück und bleibt für seine Frau unerreichbar. Ausserdem wird Kerstin in einem in ihrer eigenen Handschrift verfassten Brief ultimativ aufgefordert, ihren Ehegatten freizugeben. Möchte sie jemand für verrückt erklären?

Während die Zaunwinde recht einfach gezähmt werden kann, bricht Kerstins organisiertes Leben auseinander. Nicht zuletzt fühlt sie sich von ihren Nachbarn beobachtet. Und wer hat ihre Katze auf dem Gewissen, die anscheinend zu Tode gequält worden ist?



Gabriele Wolff:
Im Dickicht
Edition Nautilus, 2006

24. Februar 2012

Berndt Schulz: Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main

Zum Tagesablauf des pensionierten Kriminalhauptkommissars Max Horner gehören regelmässige Besuche mit seinem Hund Wallander im Bethmannpark in Frankfurt. Diese Grünfläche ist für ihn mit vielen Erinnerungen verbunden. So hat er hier seine finnische Frau Terttu kennengelernt und vor vier Jahren von ihr Abschied genommen. Als leidenschaftlicher Kleingärtner schätzt er ausserdem die vielen unterschiedlichen Pflanzen. Auf seiner Lieblingsbank liest er gerne in Büchern über Pflanzenjäger und erlebt in Tagträumen, oft aber auch in nächtlichen Alpträumen, öfters deren abenteuerlichen Reisen und Erlebnisse am eigenen Leib mit.

Im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms wird der Bethmannpark von Hilfsgärtnern gepflegt, bei denen es sich allesamt um entlassene Strafgefangene handelt. Deren Leiter Gerd Halland ist darum besorgt, dass diese ihre Einsatzpläne einhalten und beispielsweise die Blumenrabatten von Unkraut befreien.

Wieder einmal möchte Max Horner auf seiner Parkbank in einem spannenden Buch lesen. Doch bevor er sich in seine Lieblingslektüre vertiefen kann, entdeckt er just zum Zeitpunkt, wo sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen der Anlage ausbreiten und bereits für Aufregung sorgen, im Teich die Leiche des Hilfgärtnerleiters Gerd Halland, der eine Pergamentrolle in der Hand hält. Liebend gerne würde Max Horner wissen, was es mit diesem Rätsel auf sich hat. Und da sich dieser Todesfall in seinem Park ereignet hat, kann es der Kriminalhauptkommissar a.D. natürlich nicht unterlassen, eigene Recherchen anzustellen und in der nicht ganz lupenreinen Vergangenheit des Opfers herumzustochern, der Zeit seines Lebens ein Aussenseiter war und unermüdlich bestrebt, nicht aufzufallen und zu sein wie alle anderen. Ist tatsächlich immer ein Gärtner der Mörder? Liegt der Schlüssel zur Lösung des Falls im Hilfsgärtnerteam?

Neben eingestreuten Berichten über die Abenteuer von Pflanzenjägern werden auch immer wieder Gartentipps in die Lektüre eingeflochten und Horner philosophiert beispielsweise über inneren Wildwuchs bei Menschen und äusseren Wildwuchs in der Parkanlage. Es ist wohl nicht übertrieben anzumerken, dass der Kriminalfall ab und an im Vergleich zu den hortikulturellen Erwähnungen eher in den Hintergrund rückt, denn schliesslich passieren die Tat sowie die darauf folgenden Ermittlungen erst nach etlichen gelesenen Seiten. Genau diese Tatsache macht das Buch mit viel Lokalkolorit aber eben für Gartenfreunde speziell empfehlenswert.

„Moderholz“ ist übrigens das erste Buch aus einer neuen Krimi-Reihe um den ermittelnden Gartenliebhaber Max Horner. Neben der Vorfreude auf die Fortsetzung verbleibt mir nun nur noch, genauer nachzuforschen, ob es tatsächlich einen Pflanzenjäger namens Gordon Douglas gegeben hat. Oder ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass einfach der Vorname von David in Gordon umgeändert worden ist (wieso?). Einzelne geschilderte Episoden müssen nämlich laut früher gelesenen Pflanzenjägerbüchern jedoch eindeutig David Douglas zugeordnet werden.



Berndt Schulz:
Moderholz – Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main
Sutton Verlag, 2012

20. Februar 2012

Helen Babbs: My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London

Mit Mitte zwanzig hat Helen Babbs beschlossen, ein bisschen London City-grau in City-grün zu verwandeln. Die junge Frau verfügte bis dato über keine gärtnerische Erfahrung und ihr Miniexperimentierfeld von drei Quadratmetern Grösse befand sich in luftiger Höhe zwischen Wolkenkratzern, Schornsteinen und Dachzinnen. In ihrem Büchlein beschreibt sie, wie sie an einem Tag im Februar ziemlich unbedarft loszog, um an einem Anlass namens „Seedy Sunday“ Sämereien zu besorgen, die den Grundstock für die Ausführung ihrer Pläne bilden sollen, diese Beute aussäte, hegte und pflegte und schliesslich ihre erste Ernte einbringen konnte.

Zwischen ihren Berichten über die gärtnerischen Tätigkeiten streut Babbs immer wieder ökologische Überlegungen ein, gibt Tipps für „grüne“ Ausflüge in London und erzählt vom Tierleben in der Höhe. Sie mag zwar gerne ihre Tomatenernte mit einem Eichhörnchen teilen, ärgert sich aber heftig über die Unbelehrbarkeit des Vierbeiners. Warum muss er auch jeden Abend eine der abgezählten und kaum reifen Tomaten probieren, nur um erneut festzustellen, dass er Tomaten nicht mag und die zerquetschten Reste achtlos liegen lassen? Überhaupt öffnet das Exeperiment Helen Babbs Augen für die vielen, oft etwas versteckten grünen Flecken in der britischen Hauptstadt und sie lernt, dass die grössten Tomaten nicht unbedingt die schmackhaftesten sein müssen.

Im Anschluss an die Zusammenfassung dieses Gartenjahres Richtung Wolken erläutert die Autorin in Kurzform ihre Erfolge und Misserfolge. Dazu gehört auch, dass Dachgärten oft starken Winden ausgesetzt sind, man/frau sich dafür aber problemlos ungekämmt und im Pyjama um die Topfpflanzenschätze kümmern kann...



Helen Babbs:
My Garden, the City and Me – Rooftop Adventures in the Wilds of London
Timber Press, 2011

17. Februar 2012

Franziska Bark Hagen (Hrsg.): Versuche das Glück im Garten zu finden

Neben Vorwort und Einleitung hat diese Publikation acht bebilderte Essays zum Inhalt:

- Das Paradies verorten: Eine Rückblende
- Gebetsteppich: Eine Mauer, die einen Garten umschliesst
- Kriegsgarten: Humus Human
- Kredit: Schuld und Schulden
- Eruv: Die Stadt als Haus
- Gemeinschaftsgarten: Vom Kultivieren der Nachbarschaft
- Whole Earth Catalog: Die Katalogisierung der Welt
- Apfelhain: Der Himmel des Erschaffens

Kenneth Helphand geht der Frage nach, wie es kommt, dass sich mitten in Kriegsgebieten Gärten finden lassen. Solche unter extremen Bedingungen angelegten Pflanzflecke entstanden beispielsweise hinter den Schützengräben im 1. Weltkrieg oder im Warschauer Ghetto. Die Pflege derselben lenkt ab und lässt – für kurze Zeit wenigstens – den Krieg vergessen. Der Textverfasser hat zu diesem Thema bereits ein Buch mit dem Titel „Defiant Gardener: Marking Gardens in Wartime“ geschrieben, in welchem er sich detailliert mit Kriegsgärten auseinandersetzt.

Was hat der Sündenfall im Paradies mit Schulden zu tun? Brett Williams vergleicht das heutige (sicher nicht nur amerikanische!) Konsumverhalten mit den paradiesischen Verfehlungen, wo seinerzeit ebenfalls die Konsequenzen ausgeblendet worden sind.

Weitere Themen sind die Victoriy-Gärten (siehe Buchvorstellung "The Victory Garden" von Lee Kochenderfer), das in Industriekörben und Reissäcken angebaute mobile „Nomadische Grün“ des Prinzessinnengartens auf einer Brache in Berlin-Kreuzberg (passend dazu die aktuelle Neuerscheinung „Prinzessinengärten – Anders gärtnern in der Stadt“ herausgegeben von Nomadisch Grün im Dumont Buchverlag) und der deutsch-englische Dichter Michael Hamburger, der einen umfangreichen Obstgarten anlegte aus alten Sorten, die er selber aus gesammelten und gezogenen Apfelkernen zog. In anderen Beiträgen geht es um Garten und Religion, etwa um Gebetsteppiche von Muslimen und Eruv-Zäune, die es orthodoxen Juden erlauben, die strengen Sabbatregeln einzuhalten.



Franziska Bark Hagen (Hrsg.):
Versuche das Glück im Garten zu finden
Lars Müller Publishers, 2011

13. Februar 2012

Cristina Lopez Barrio: Der Garten des ewigen Frühlings

In einem entlegenen Winkel von Kastilien zwischen Bergen und harten Böden, wo die Hirsche vor Liebe röhen und der Geruch von Schwarzpulver aus Jagdgewehren die Luft erfüllt, leben die Laguna-Frauen, auf denen schon seit langer Zeit ein Fluch lastet. Alle werden sie von ihrer grossen Liebe verlassen, bleiben unverheiratet zurück und müssen ihre ausnahmslos weiblichen Nachkommen alleine grossziehen, die dann wieder das gleiche Schicksal erleiden. Sie sind zur Schande verurteilt und werden von den übrigen Dorfbewohnern verspottet und weitgehend gemieden.

Auch Clara kann diesem Verhängnis nicht entgehen, als sie sich in einen reichen Andalusier verliebt, der in einem Herbst in ihrem Dorf auftaucht, um zu jagen. Auch sie bleibt schwanger zurück. Immerhin hat ihr der Mann aus dem Süden ein Grundstück samt Haus, der roten Villa, überschrieben. Sie soll sich ihren Lebensunterhalt als Bäuerin verdienen. Und er hat versprochen, zur Geburt ihres gemeinsamen Kindes zurückzukehren.

Als Clara schliesslich realisiert, dass auch sie vom Fluch der Laguna-Frauen nicht verschont wird, beschliesst sie, ihr Leben der Rache zu widmen und richtet in ihrer Villa ein Bordell ein. Während rundherum der Herbst Einzug hält, geschieht in der Stille des Villengartens ein Frühlingswunder: in Claras Garten blühen Margariten, die sich zwischen den Steinplatten ausbreiten und mitten im vertrockneten Herbstlaub an den Ästen der Bäume spriessen Knospen.

Als Claras Tochter Manuela geboren wird, überlässt sie die Betreuung derselben ihrer Köchin Bernarda, die ihre Herrin vergöttert, mit himmlischen Kochkünsten gesegnet ist, aber nicht richtig sprechen kann. Claras Garten blüht weiterhin unermüdlich und ohne Rücksicht auf den Wechsel der Jahreszeiten. Er weist eine unglaubliche Fruchtbarkeit auf und Claras Etablissement ist gut besucht. Aber der Andalusier kehrt nicht zurück und ihre Rache bleibt unerfüllt. Als sie schliesslich stirbt, hinterlässt sie eine Tochter, die über den Tod hinaus ihren Geist fürchtet, der das Grab verlassen und den Garten durchstreifen könnte.

Neben Frauen spielen auch zwei Priester wichtige Rollen im Roman. Einer hält lebendige, fiebrige Predigten, der andere hat ein sanftmütiges Wesen, aber sein elefantenartiges Gepolter erschüttert die ganze Umgebung und lässt an Erdbeben denken. „Der Garten des ewigen Frühlings“ ist eine phantasievolle Familiensaga über mehrere Generationen von Laguna-Frauen – gespickt mit tragischen Todesfällen, leidenschaftlichen und unerfüllten Lieben, voller geheimnisvoller Düfte sowie inspirierenden und ekligen Kochkünsten, mal mitreissend, aber zuweilen auch abstossend.



Cristina Lopez Barrio:
Der Garten des ewigen Frühling
Droemer Verlag, 2011



Das Geheimnis der roten Villa (TB-Ausgabe)
Knaur Taschenbuch Verlag, 2014

9. Februar 2012

Georg Thiem und Edgar Sommer: Private Gartenparadiese in Niedersachsen

Beim Umräumen der Bücherregale auf der Suche nach einem Plätzchen für die neuesten Zugänge habe ich das Buch „Private Gartenparadiese in Niedersachsen“ wiederentdeckt, das ich nach dem Erwerb vor ziemlich genau vier Jahren auf einem Gestell eingeordnet und dann vergessen habe. Ein „Bücherschicksal“, das es mit etlichen anderen Titeln zu tragen hat, da meine verfügbare Lesezeit leider nicht ganz kompatibel ist mit der Gier oder Sucht nach potentiellem interessantem Lesefutter. Mein Interesse auf die Lektüre dieses Buches wurde definitiv geweckt, als ich beim Durchblättern entdeckt habe, dass Marita Eichler, deren Buch „Über Zäune schauen“ ich hier einmal kurz erwähnt habe, zu den portraitierten Gärtnerinnen und Gärtnern gehört.

Die Zusammenstellung der niedersächsischen Gartenparadiese ist ein abwechslungsreiches Potpourri. Da gibt es einen Garten im englischen Landhausstil, wo als erste Hürde im Gestaltungskonzept für das rund 3500 m2 grosse Grundstück die Eingliederung von alten Apfel- und Birnbäumen zu überwinden war, die unbedingt erhalten werden mussten. Einen ganz speziellen Zauber umgibt die Waldidylle - ursprünglich ein dichter Fichtenwald mit einer einfachen Holzhütte, die als Wochenendrefugium diente. Letzteres wurde durch einen Holzneubau ersetzt und der Wald gelichtet. In verschiedenen unterschiedlich gestalteten Bereichen finden sich nun viele Schattenpflanzenschätze wie beispielsweise der Tibetische Scheinmohn. Die Pflanzen sind ansprechend mit Kugeln aus verschiedenen Materialien kombiniert und in den Bäumen hängen Spiegel, in welchen sich der Garten reflektiert.

Eher rustikal bepflanzt ist der Garten, der unter dem Motto „Blumiges Landleben“ vorgestellt wird und dessen anfängliche Inspiration auf einen Besuch im Garten des Malers Emil Nolde zurückgeht. Lust auf einen persönlichen Besuch macht nicht nur die Bepflanzung sondern insbesondere auch der beschriebene integrierte kleine Laden „Landleben“, wo die Gärtnerin Auserlesenes für Haus und Garten feilhält. Weitere Kapitel tragen unter anderem Titel wie „Ein Gartentraum“, „Ein Bilderbuchgarten“, „Zauber eines Parks“ „Rosen im Heidesand“ und „Der Garten der Töpferin“.

Ein schönes Buch aus einem Kleinverlag, das den interessierten Leser hinter elf verschiedene Zäune blicken und viel Sehenswertes entdecken lässt. Der Textteil ist recht kurz gehalten, teilweise ist die Druckqualität der Bilder etwas enttäuschend. Die Publikation eignet sich ganz speziell als Vorbereitung oder Erinnerung an Besuche in einem oder mehreren der vorgestellten Gärten, die im Rahmen der offenen Pforte zu besuchen sind (oder vielleicht waren).



Georg Thiem und Edgar Sommer:
Private Gartenparadiese in Niedersachsen
Cargo Verlag, 2007

5. Februar 2012

K.L. Going: The Garden of Eve / Evies Garten

Die zehnjährige Eve zieht mit ihrem Vater knapp ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter nach Beaumont. Ihr Vater hat dort ein grosses Stück Land vollbepflanzt mit Obstbäumen günstig erwerben können. Deshalb günstig, weil die Bäume schon seit langer Zeit keine Früchte mehr tragen. Die Dorfbewohner glauben, dass auf der Plantage ein Fluch liegt, was Evies Vater aber als Aberglauben abtut. Er ist überzeugt, dass die Obstbäume mangels Pflege krank sind und durch richtige Behandlung und viel Arbeit bald wieder Früchte tragen und ihm und seiner Tochter ein Auskommen bieten werden.

Evie vermisste ihre Mutter schmerzlich. Diese hat ihr täglich aus Büchern vorgelesen und Geschichten von schönen Gärten und magischen Ländern mit Einhörnern und Schlössern erzählt. Warum nur schaut die Wirklichkeit so ganz anders aus? Als Evie dann auch noch feststellen muss, dass ihr neues Zuhause direkt an einen Friedhof grenzt, beschliesst sie, keinen Schritt mehr nach draussen zu unternehmen.

Dieser Vorsatz kommt heftig ins Wanken, als das Mädchen vom Fenster aus immer wieder einen seltsam bleichen Jungen sieht, der sich trotz grosser Kälte den ganzen Tag zwischen den Grabsteinen aufhält. Als sie den Jungen namens Alex schliesslich kennenlernt, entdeckt sie, dass er ganz genau so aussieht wie der Junge auf der Prayer-Card, die sie am Tage ihrer Ankunft in Beaumont erhalten hat, als eben dieser Junge zu Grabe getragen worden ist. So zweifelt Evie nicht gross an den Erklärungen des sich zwischen den Gräbern bewegenden Jungen, der behauptet, ein Geist zu sein.

Kurz darauf erhält Evie an ihrem elften Geburtstag von Maggie, der Schwester des verstorbenen Vorbesitzers der Obstplantage, eine Schachtel, die einen einzelnen Samen enthält. Dieser soll aus dem Garten Eden stammen und vor vielen Jahren von Maggies Vater, einem Botaniker und Schatzsucher, nach Beaumont gebracht worden sein.

Als Evie zusammen mit Alex den Samen im Obstgarten einpflanzt, kann sie nicht ahnen, was sie damit auslöst. Die beiden Kinder finden sich unvermittelt in einer magischen Welt wieder. Aber gibt es auch einen Weg zurück? Und was für eine Verbindung besteht zwischen Evie und der gleichnamigen vor Jahren spurlos verschwundenen Schwester von Maggie und ihrem Bruder Rodney?



K.L. Going:
The Garden of Eve
Houghton Mifflin Harcourt, 2007

Evies Garten
Bastei Lübbe, 2012 (erscheint im Mai)

1. Februar 2012

Carol Olwell: Gardening from the Heart – Why Gardeners garden

Beim Zusammenfassen meiner Gedanken nach der Lektüre von gelesenen Büchern, die ich hier im Blog vorstelle, merke ich immer häufiger, dass mich die Gärtner und ihre Beweggründe zu gärtnern oft beinahe mehr interessieren als das Resultat – sprich der Garten – selber. Genau in dieses Bücher-Beuteschema passt auch die aus dem Jahr 1990 stammende Publikation „Gardening from the Heart“ von Carol Olwell. Unter den Begriffen „The Garden as Paradise“, „The Garden as Provider“, „ The Garden as Teacher“ und „The Garden as Healer“ stellt sie die unterschiedlichsten Persönlichkeiten vor.

Mary Kenady ist auf der Suche nach der absoluten Schönheit und unermüdlich bestrebt, diese Vision zu erreichen. Loie Benedict begann zwar erst im Alter von 68 Jahren, ihre gesamte Zeit dem Garten zu widmen, verbringt nun aber regelmässig sechs bis zehn Stunden pro Tag in und mit ihm und denkt selber gelegentlich, sie sei wohl etwas verrückt, sich in ihrem Alter und trotz heftiger Rückenschmerzen noch dermassen abzuplagen. Da dem Garten und Gärtnern jedoch ihr Hauptinteresse gilt, schiebt sie solche Überlegungen gleich wieder von sich. Schliesslich ist sie schlicht und einfach süchtig.

Bob Shepard gärtnert in der Wüste. Mit Ideenreichtum und viel Mühe hat er der unwirtlichen Landschaft ein Stück abgetrotzt und in eine Oase verwandelt. Und wenn ein Strauch angesichts der schwierigen Bedingungen kapituliert und abstirbt, ist das nicht weiter tragisch, sondern schafft im Gegenteil willkommenen Platz für neues.

Sarah Nichols fand die minimale Grösse ihres Gartens problematisch. Das brachte sie auf die Idee, mit ihrer 110jährigen (!) Nachbarin einen Deal abzuschliessen. Nachdem die trennenden Zäune entfernt worden sind, pflegt Sarah nun ohne Entgelt deren Garten nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. Und schon bald nach der Vergrösserung ihres Arbeitsfeldes konnte sie das gleiche Abkommen mit der Nachbarin auf der anderen Seite des Gartens abschliessen und verfügt nun über ausreichend Fläche, um sich im grünen Bereich nach Herzenslust auszutoben.

Weitere interessante Stichworte aus dem Buch sind „Plantaholics“, „Meine Verbindung zum Garten ist eine Liebesbeziehung“, „meine Nachbarn bezeichnen mich als hortikulturellen Imperialisten“, „Ich habe meine Nachbarin erschreckt, weil ich sie mich dabei erwischt hat, wie ich mich bei einer Rose für den nötigen Rückschnitt entschuldigt habe“, „… meine Bäume gehören für mich zur Familie und sind eine Art Ersatz für die weit entfernt wohnenden Familienmitglieder“. Die portraitierten Menschen gärtnern unter den unterschiedlichsten klimatischen und sozialen Bedingungen und wir erfahren von Problemen, die sich in der Wüste stellen oder in Alaska, welche Hindernisse in einer Gefängnisgärtnerei zu überwinden sind und von teilweise recht eigenwilligen und ungewöhnlichen Lösungsansätzen.

Das Buch „Gardening from the Heart“ ist vor über zwanzig Jahren erschienen, hat aber nichts an Aktualität eingebüsst. Wie die vorgestellten Gärtner wohl heute gärtnern und ihre Gärten aussehen? Bei der Lektüre dieser Publikation kommt man nicht darum herum, sich zu überlegen, ob und was in Sachen damals erträumter Ökologie realisiert worden ist. Im Anhang des Buches wird auf rund dreissig Seiten ausführlich über Pestizide und ihre Auswirkungen informiert. Eine ursprünglich aus Schweden stammende Frau erzählt an einer anderen Stelle im Buch von aufrüttelnden Telefonaten mit ihrer Familie in Nordeuropa, wo Jahre nach dem Reaktor-Unglück von Tschernobil noch immer mit gemischten Gefühlen Gemüse angepflanzt und gegessen wird. Und wie sieht es heute aus, nicht einmal ein Jahr nach Fukushima? Die Katastrophe ist in den meisten Köpfen wieder in den Hintergrund gerückt und längst dominieren andere Nachrichten die Schlagzeilen…



Carol Olwell:
Gardening from the Heart – Why Gardeners garden
Antelope Island Press, 1990