Die kürzliche Blogpause habe ich auch dazu genutzt, auf dem Büchergestell durch das Wegräumen (nicht identisch mit Entsorgen!) von beinahe zwanzig Jahrgängen der Zeitschrift Gardens Illustrated ein klein wenig Platz für Bücher zu schaffen und die Auflistung der gelesenen Bücher hier rechts im Blog auszumisten. Denn einige der Titel waren doch schon recht lange aufgeführt, obwohl ich irgendwann im Laufe des letzten Jahres mitten in der Lektüre stecken geblieben bin oder mich aus verschiedenen Gründen gegen eine ausführliche Buchvorstellung im Sofagarten entschieden habe. Aktuell stehen nun in der Rubrik „Zuletzt gelesen …“ nun nur noch Bücher, deren Vorstellung zumindest im Entwurf schon existiert.
Ausgemustert habe ich beispielsweise Nina Gerlachs Dissertation „Gartenkunst im Spielfilm“. Das Buch ist mir für die Lektüre in einem Ruck eindeutig zu trocken. Ich nehme es sicher wieder einmal hervor, wenn ich mir gelegentlich einmal eine DVD mit hortikulturellem Hintergrund gönnen möchte. Bis jetzt bin ich in der Publikation allerdings fast ausschliesslich auf mir bereits bekannte Filme gestossen.
In nächster Zeit definitiv keine ausführliche Buchvorstellung geben wird es auch von Jakob Augsteins „Die Tage des Gärtners“ und Christiane Büchs „Gärtnerseelen“. Im ersten bin ich mehrere Male steckengeblieben und habe irgendwann nicht mehr weiterlesen mögen, während mich das Projekt „Gärtnerseelen“ je weiter ich gelesen habe, desto mehr enttäuscht hat. Die Idee hinter dem Buch fand ich spannend, hatte mir aber einen anderen Inhalt vorgestellt und gleichzeitig wenig Freude am zunächst geringen und später immer ausgeprägteren esoterischen Touch. Die Buchgestaltung fand ich hingegen sehr ansprechend, insbesondere auch die eingeschobenen quasi handschriftlichen Briefe, obwohl ich mich recht konzentrieren musste bei deren Lektüre und diese als leseunfreundlich empfand.
Diesen Herbst war ich gleich an mehreren Lesungen und Vorträgen. So kürzlich an einer Veranstaltung von Beat Schlatter und Stephan Pörtner zur Buchpromotion „Bin gleich zurück“. Gleich die erste Geschichte handelte von einem Streich an einem Gärtner oder genauer an dessen Kirschbäumen. Viel mehr aus dem Reich der Botanik gab es dann in der sehr unterhaltsamen Publikation nicht zu lesen und ich habe auch während der gesamten Lektüre nicht herausfinden können, was für eine Bewandtnis es mit den Orchideen auf dem Titelbild hat.
Sehr informativ und interessant zu lesen war auch das Programm zur im November besuchten Aufführung des Musicals „Der kleine Horrorladen“ von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt im hiesigen Stadttheater. Für den kleinen Betrag von CHF 2 liest man eine Einführung in die Kryptobotanik und verschiedene Mythen und Legenden mit Titeln wie „Der Bernikel-Baum“, „Das Skythische Lamm“ oder „Der Man-eatingTree“. Das Musical ist übrigens auch verschiedentlich verfilmt worden und als DVD ("Little Shop of Horrors") erhältlich.
Ein gesundes und erfreuliches neues Jahr und viele interessante Lesestunden wünscht Ihnen die Sofagärtnerin, die in den Frühlingsvorschauen verschiedener Verlage schon einige interessante Bücher entdeckt hat und sich bereits auf das kommende Lesefutter (wie etwas die deutsche Übersetzung des Briefwechsels von Beth Chatto und Christopher Lloyd) freut.
30. Dezember 2012
27. Dezember 2012
Robin Pilcher: Das Haus hinter den Hügeln
Dieser Roman wird in verschiedenen Strängen erzählt. In den ersten Kapiteln lernt man vorwiegend wichtige Abschnitte aus verschiedenen Jahren in Claire Barringtons Kindheit und Jugend kennen. 1998 erlebte die verliebte junge Frau die grösste Enttäuschung ihres Lebens. Scheinbar grundlos wendet sich ihr langjähriger Jugendfreund Jonas von ihr ab. Aus einem temporären Auslandaufenthalt resultiert für Claire daraufhin eine definitive Niederlassung in Amerika.
Im Jahr 2005 ist Claire glücklich verheiratet, Mutter einer Tochter und führt zusammen mit ihrem Mann Art ein kleines gut florierenden Restaurants in New York. Mitten im hektischen Alltag erreicht Claire die Nachricht vom plötzlichen Tod ihrer Mutter. Daraufhin reist die Frau zurück nach Schottland, wo sie von ihren tief vergrabenen Erinnerungen eingeholt wird. Ein altes Familiengeheimnis, Intrigen der Stiefgeschwister und die zunehmende Demenz ihres geliebten Stiefvaters Leo beschäftigen die erfolgreiche Geschäftsfrau. Und die Frage, welche persönlichen Interessen Jonas verfolgt. Nutzt er seine langjährige Freundschaft zu Leo zu seinem eigenen Vorteil aus? Seine Rolle bleibt für Claire undurchsichtig.
Zum eher nebensächlichen hortikulturellen Element im Buch zählen die Passion für den Garten die Claires Mutter Daphne mit ihrem Stiefvater Leo verbindet. Die beiden haben sich kennengelernt, als Leo im örtlichen Gartenbauverein, dessen Vorsitzende Daphne dannzumal war, einen Vortrag über exotische Pflanzen gehalten hat. Und als Daphne nach ihrer Heirat mit Leo samt Tochter Claire nach Schottland zieht, gestalten die beiden Frischverheirateten den Garten um und Leo, der Spezialist für exotische Gewächse, ist während dem ganzen Roman sowieso meist im Gewächshaus, dem sogenannten „Drachenpflanzenhaus“, anzutreffen.
Robin Pilcher:
Das Haus hinter den Hügeln
Diana Verlag, 2012
Im Jahr 2005 ist Claire glücklich verheiratet, Mutter einer Tochter und führt zusammen mit ihrem Mann Art ein kleines gut florierenden Restaurants in New York. Mitten im hektischen Alltag erreicht Claire die Nachricht vom plötzlichen Tod ihrer Mutter. Daraufhin reist die Frau zurück nach Schottland, wo sie von ihren tief vergrabenen Erinnerungen eingeholt wird. Ein altes Familiengeheimnis, Intrigen der Stiefgeschwister und die zunehmende Demenz ihres geliebten Stiefvaters Leo beschäftigen die erfolgreiche Geschäftsfrau. Und die Frage, welche persönlichen Interessen Jonas verfolgt. Nutzt er seine langjährige Freundschaft zu Leo zu seinem eigenen Vorteil aus? Seine Rolle bleibt für Claire undurchsichtig.
Zum eher nebensächlichen hortikulturellen Element im Buch zählen die Passion für den Garten die Claires Mutter Daphne mit ihrem Stiefvater Leo verbindet. Die beiden haben sich kennengelernt, als Leo im örtlichen Gartenbauverein, dessen Vorsitzende Daphne dannzumal war, einen Vortrag über exotische Pflanzen gehalten hat. Und als Daphne nach ihrer Heirat mit Leo samt Tochter Claire nach Schottland zieht, gestalten die beiden Frischverheirateten den Garten um und Leo, der Spezialist für exotische Gewächse, ist während dem ganzen Roman sowieso meist im Gewächshaus, dem sogenannten „Drachenpflanzenhaus“, anzutreffen.
Robin Pilcher:
Das Haus hinter den Hügeln
Diana Verlag, 2012
9. Dezember 2012
Josh Westrich (Fotos) und Clemens Heidger (Text): For Galantophiles
Das perfekt erscheinende grossformatige Schneeglöckchen auf dem Umschlagbild weckt hohe Erwartungen an dieses Buch. Ob diese wohl erfüllt werden? Schon bei einem ersten Durchblättern der viersprachigen Publikation mit beeindruckenden Fotos von Josh Westrich und Text von Clemens Heidger (Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch) bestätigt sich die Vermutung, dass das Buch „For Galantophiles“ das Werk von Profis sein muss. Insbesondere die prächtigen Aufnahmen begeistern bestimmt nicht nur Galanthophile, sondern lassen jedes Gärtnerherz höher schlagen.
In diesem Schneeglöckchenbuch werden rund zwei Drittel des Umfangs seitenfüllenden Nahaufnahmen zur Verfügung gestellt. Jedes Schneeglöckchen wird auf jeweils zwei Blättern ganzseitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln, gelegentlich auch in unterschiedlichen Blütenstadien, abgebildet. Diskret am Bildrand steht der korrekte botanische Name der Schönheit und die Buchseite, auf welcher sich der zugehörige Text befindet. Beschrieben und gezeigt in Wort und Bild werden sowohl bekannte und bewährte Arten und Sorten als auch neuere Entdeckungen.
Josh Westrich hat mit der Kamera die kleinsten Details der Frühblüher eingefangen. Deren elegantes Erscheinungsbild kommt in seinen Fotos meisterhaft zur Geltung und kann genossen werden, ohne auf die Knie gehen zu müssen. Auch Kenner können Unterscheidungen von einzelnen Arten und Sorten nicht immer zweifelsfrei vornehmen. Erschwerend bestehen bei gewissen Sorten Variabilitäten und zudem ist die Ausprägung von Merkmalen auch vom Ernährungszustand und Standort der Pflanze abhängig.
Im Garten erscheinen Schneeglöckchen für den Laien von relativ weit oben betrachtet vielleicht nicht besonders speziell aus und mancher mag sich fragen, was Galanthophile an diesen dermassen fasziniert, dass sie bereit sind, für eine Blumenzwiebel grosse Summen auszugeben. Bei genauerem Hinschauen sind die Pflanzen aber erstaunlich vielfältig. Stichworte sind da beispielswiese einfach oder gefüllt blühend, früh- oder spätblühend, grosser Ausbreitungsdrang und tuffbildend, kleine oder markante Sinusflecken, ausgeprägte Flecken an der Basis der Innenpetalen, deformierte oder gelbe Blüten, gespreizte Aussenpetalen, auf hohem Stängel trohnende Blüten oder aber eher bodennah wachsende Blüten. Auch die Blätter weisen in Form und Farbe unterschiedliche Merkmale auf, wie etwa graublaues oder dunkelgrünes Laub, rundliche Blätter oder solche die spitz zulaufen. Das sind teilweise oder sogar mehrheitlich Fremdwörter für Sie?
Diesbezügliche Informationen finden sich im Textteil, für den sich Clemens Heidger verantwortlich zeigt, und diese beruhen ausschliesslich auf seinen ureigenen Erfahrungen und sind nicht irgendwelchen schriftlichen Quellen entnommen. Nach wem ist ein Schneeglöckchen benannt? Woher stammt es? Wo wurde es gefunden? Wo und wann wurde es von wem gezüchtet? Neben Antworten auf solche Fragen, lässt Clemens Heidger auch immer wieder Pflegehinweise in den Text einfliessen. So sollten Sie unbedingt Störungen im Wurzelbereich vermeiden, wenn Sie von grösseren Schneeglöckchenbeständen träumen. Er verrät auch, wie und wo er zu speziellen Galanthus-Sorten gekommen ist und empfiehlt Besuchern von Schneeglöckchen-Gärten Tüten, Etiketten und Schreibzeug dabeizuhaben, falls der Gärtner oder die Gärtnerin einem (unverhofft?) ein paar Zwiebeln in die Hand drücken will.
Diese edle Publikation ist ein Muss für Galantophile, die gleichzeitig auch bibliophil sind. Das wunderschöne Buch, das übrigens mit dem Gartenbuchpreis 2012 ausgezeichnet worden ist, eignet sich vorzüglich als Weihnachtsgeschenk oder um sich selber eine Freude zu machen und beim Schwelgen in den Fotografien die doch jeweils sehr lange schneeglöckchenblütenlose Zeit zu überbrücken.
Mit dieser Gartenbuchvorstellung verabschiede ich mich in die jährliche Adventspause. Ich wünsche allen Blogleserinnen und –lesern eine friedliche Vorweihnachtszeit. Die nächsten Gartenbuchempfehlungen werde ich voraussichtlich zwischen Weihnachten und Neujahr online stellen.
Josh Westrich (Fotos) und Clemens Heidger (Text):
For Galantophiles
Edition Art & Nature, 2011
In diesem Schneeglöckchenbuch werden rund zwei Drittel des Umfangs seitenfüllenden Nahaufnahmen zur Verfügung gestellt. Jedes Schneeglöckchen wird auf jeweils zwei Blättern ganzseitig aus unterschiedlichen Blickwinkeln, gelegentlich auch in unterschiedlichen Blütenstadien, abgebildet. Diskret am Bildrand steht der korrekte botanische Name der Schönheit und die Buchseite, auf welcher sich der zugehörige Text befindet. Beschrieben und gezeigt in Wort und Bild werden sowohl bekannte und bewährte Arten und Sorten als auch neuere Entdeckungen.
Josh Westrich hat mit der Kamera die kleinsten Details der Frühblüher eingefangen. Deren elegantes Erscheinungsbild kommt in seinen Fotos meisterhaft zur Geltung und kann genossen werden, ohne auf die Knie gehen zu müssen. Auch Kenner können Unterscheidungen von einzelnen Arten und Sorten nicht immer zweifelsfrei vornehmen. Erschwerend bestehen bei gewissen Sorten Variabilitäten und zudem ist die Ausprägung von Merkmalen auch vom Ernährungszustand und Standort der Pflanze abhängig.
Im Garten erscheinen Schneeglöckchen für den Laien von relativ weit oben betrachtet vielleicht nicht besonders speziell aus und mancher mag sich fragen, was Galanthophile an diesen dermassen fasziniert, dass sie bereit sind, für eine Blumenzwiebel grosse Summen auszugeben. Bei genauerem Hinschauen sind die Pflanzen aber erstaunlich vielfältig. Stichworte sind da beispielswiese einfach oder gefüllt blühend, früh- oder spätblühend, grosser Ausbreitungsdrang und tuffbildend, kleine oder markante Sinusflecken, ausgeprägte Flecken an der Basis der Innenpetalen, deformierte oder gelbe Blüten, gespreizte Aussenpetalen, auf hohem Stängel trohnende Blüten oder aber eher bodennah wachsende Blüten. Auch die Blätter weisen in Form und Farbe unterschiedliche Merkmale auf, wie etwa graublaues oder dunkelgrünes Laub, rundliche Blätter oder solche die spitz zulaufen. Das sind teilweise oder sogar mehrheitlich Fremdwörter für Sie?
Diesbezügliche Informationen finden sich im Textteil, für den sich Clemens Heidger verantwortlich zeigt, und diese beruhen ausschliesslich auf seinen ureigenen Erfahrungen und sind nicht irgendwelchen schriftlichen Quellen entnommen. Nach wem ist ein Schneeglöckchen benannt? Woher stammt es? Wo wurde es gefunden? Wo und wann wurde es von wem gezüchtet? Neben Antworten auf solche Fragen, lässt Clemens Heidger auch immer wieder Pflegehinweise in den Text einfliessen. So sollten Sie unbedingt Störungen im Wurzelbereich vermeiden, wenn Sie von grösseren Schneeglöckchenbeständen träumen. Er verrät auch, wie und wo er zu speziellen Galanthus-Sorten gekommen ist und empfiehlt Besuchern von Schneeglöckchen-Gärten Tüten, Etiketten und Schreibzeug dabeizuhaben, falls der Gärtner oder die Gärtnerin einem (unverhofft?) ein paar Zwiebeln in die Hand drücken will.
Diese edle Publikation ist ein Muss für Galantophile, die gleichzeitig auch bibliophil sind. Das wunderschöne Buch, das übrigens mit dem Gartenbuchpreis 2012 ausgezeichnet worden ist, eignet sich vorzüglich als Weihnachtsgeschenk oder um sich selber eine Freude zu machen und beim Schwelgen in den Fotografien die doch jeweils sehr lange schneeglöckchenblütenlose Zeit zu überbrücken.
Mit dieser Gartenbuchvorstellung verabschiede ich mich in die jährliche Adventspause. Ich wünsche allen Blogleserinnen und –lesern eine friedliche Vorweihnachtszeit. Die nächsten Gartenbuchempfehlungen werde ich voraussichtlich zwischen Weihnachten und Neujahr online stellen.
Josh Westrich (Fotos) und Clemens Heidger (Text):
For Galantophiles
Edition Art & Nature, 2011
6. Dezember 2012
Fiona Shaw: Der Honiggarten
Charlie wächst in den 50er Jahren des letztes Jahrhunderts in bescheidenen Verhältnissen in einem kleinen englischen Ort auf. Sein Vater ist häufig tage- und nächtelang abwesend. Wenn er daheim ist, kann er nichts mit seinem Sohn anfangen, der so gar nicht so ist, wie er ihn sich gewünscht hat. Als ausgeprägter Egoist möchte er nicht die Aufmerksamkeit seiner Frau mit einem Kind teilen und seine Reaktionen sind dementsprechend oft heftig und unvorhersehbar. Dafür ist Charlys‘ Verhältnis zu seiner Mutter Lydia umso inniger. Die junge Mutter arbeitet tagtäglich in der Fabrik, wo sie Radio-Teile zusammenlötet. Abends eilt sie schnellstmöglich nach Hause, um für ihre Familie das Abendessen zuzubereiten.
Als Lydias Mann schliesslich überhaupt nicht mehr heimkommt und offen eine andere Beziehung eingeht, übernimmt die Mutter in der Fabrik immer mehr Schichten und Charly geniesst seine Freiheiten, die ihm erlauben, durch die Stadt und die Natur zu streifen und alles genau zu betrachten. Ausserdem darf er im grossen Garten der Ärztin Jean Markham ein- und ausgehen und ihr bei den Arbeiten an deren Bienenstöcken mithelfen. Aber natürlich belastet ihn die Situation daheim.
Derweilen taucht Lydia wenn immer möglich in ihre geliebten Bücherwelten ab und vermag so ihr Leben besser ertragen. Und schliesslich lernt auch sie selber endlich die Frau kennen, in deren Garten ihr Sohn ein- und ausgeht und einen grossen Teil seiner Freizeit verbringt und sie bekommt Einblick in eine ihr bis anhin völlig unbekannte Welt. Die beiden Frauen freunden sich rasch an und ihre Beziehung geht bald über eine gewöhnliche Frauenfreundschaft hinaus.
Charlys Vater unterstützt seine Familie seit seinem Auszug finanziell überhaupt nicht mehr und bald kann die gesundheitlich angeschlagene Lydia die Miete für die Wohnung nicht mehr aufbringen und die Kleinfamilie erhält die Kündigung. Da bietet Jean Lydia an, zusammen mit Charly zu ihr zu ziehen. Diese soll den strengen Job in der Fabrik kündigen und bei ihr die Stelle der Haushälterin übernehmen. Lydia nimmt das Angebot nach reiflicher Überlegung an und blüht in der Folge richtiggehend auf.
Doch das vermeintliche neue Glück ist nicht von langer Dauer. Die Gerüchteküche im Städtchen brodelt, unbeabsichtigt genährt von unschuldigen Äusserungen von Charly. Zwei Frauen und ein Junge in einem Haushalt – kann das gutgehen in einem Jahrzehnt, als die Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren (noch) tiefer war als heute?
Fiona Shaw:
Der Honiggarten
Knaur Taschenbuch Verlag, 2011
Als Lydias Mann schliesslich überhaupt nicht mehr heimkommt und offen eine andere Beziehung eingeht, übernimmt die Mutter in der Fabrik immer mehr Schichten und Charly geniesst seine Freiheiten, die ihm erlauben, durch die Stadt und die Natur zu streifen und alles genau zu betrachten. Ausserdem darf er im grossen Garten der Ärztin Jean Markham ein- und ausgehen und ihr bei den Arbeiten an deren Bienenstöcken mithelfen. Aber natürlich belastet ihn die Situation daheim.
Derweilen taucht Lydia wenn immer möglich in ihre geliebten Bücherwelten ab und vermag so ihr Leben besser ertragen. Und schliesslich lernt auch sie selber endlich die Frau kennen, in deren Garten ihr Sohn ein- und ausgeht und einen grossen Teil seiner Freizeit verbringt und sie bekommt Einblick in eine ihr bis anhin völlig unbekannte Welt. Die beiden Frauen freunden sich rasch an und ihre Beziehung geht bald über eine gewöhnliche Frauenfreundschaft hinaus.
Charlys Vater unterstützt seine Familie seit seinem Auszug finanziell überhaupt nicht mehr und bald kann die gesundheitlich angeschlagene Lydia die Miete für die Wohnung nicht mehr aufbringen und die Kleinfamilie erhält die Kündigung. Da bietet Jean Lydia an, zusammen mit Charly zu ihr zu ziehen. Diese soll den strengen Job in der Fabrik kündigen und bei ihr die Stelle der Haushälterin übernehmen. Lydia nimmt das Angebot nach reiflicher Überlegung an und blüht in der Folge richtiggehend auf.
Doch das vermeintliche neue Glück ist nicht von langer Dauer. Die Gerüchteküche im Städtchen brodelt, unbeabsichtigt genährt von unschuldigen Äusserungen von Charly. Zwei Frauen und ein Junge in einem Haushalt – kann das gutgehen in einem Jahrzehnt, als die Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren (noch) tiefer war als heute?
Fiona Shaw:
Der Honiggarten
Knaur Taschenbuch Verlag, 2011
2. Dezember 2012
Martin Klein: Wie ein Baum – Der Sommer, in dem Florian Erdmann sein grünes Wunder erlebte
Auch Bäume grüssen sich in diesem Jugendbuch untereinander. Die Worte dafür sind wie bei den Menschen regional verschieden. In Deutschland heisst es „Reiche Blüte“, während sich die Gehölze auf der spanischen Insel Gomera „Guten Passatwind“ wünschen. Doch wie kommt es, dass ein Junge darüber Bescheid weiss und Zwiegespräche von Pflanze zu Pflanze mitverfolgen kann, in denen sich etwa eine Zwergpalme, ein indisches Blumenrohr und Hibiskussträucher über Touristen lustig machen?
Eigentlich ist Florian ein ganz gewöhnlicher Junge, dessen besonderes Interesse Pflanzen gehört. Darum liest er auch gerne in seinem Lieblingsbuch „Bäume erkunden – Bäume verstehen“. Dabei hält er sich am liebsten in seinem Baumhaus auf. Sein selbstgebauter Lieblingsplatz befindet sich in der Krone eines alten dunkelblättrigen Ahorns und ist ein idealer Rückzugsort.
In den ersten Schulstunden nach den Sommerferien fallen Florian vermehrt seltsame Geräusche auf, die ihn vom Unterricht ablenken. Dazu kommen merkwürdige Essensgelüste. Plötzlich läuft ihm beim Gedanken an Kompost und abgestandene Regenbrühe das Wasser im Mund zusammen.Schliesslich kann Florian die Ursache der komischen Laute ergründen. Es handelt sich um fremdartige Stimmen, die zu Bäumen gehören. Er bekommt beispielsweise mit, wie eine Eiche militärische Befehle erteilt und Soldatenlieder singt oder ist schon bald genervt, als ein völlig vernachlässigter und fast vertrockneter Ficus aus der Schule, nachdem er ihn mit Wasser und Dünger versorgt hat, in seinem Kinderzimmer beinahe pausenlos plappert. Und plötzlich verwandelt sich Florian auch äusserlich. Erst färbt sich seine Zunge und bald ist sein ganzer Körper samt Haarpracht waldmeistergrün.
Obwohl Florian seine Haare blond färbt und eine dicke Schicht Bräunungscrème aufträgt, bleiben diese doch sehr auffälligen Veränderungen natürlich nicht lange unbemerkt und es dauert auch nicht lange, bis die Medien von Florians Mutation in einen Baum Wind bekommen. Die körperlichen Abweichungen von der Norm wecken auch das ganz besondere Interesse des Biologen Professor Bayer, der keinen Aufwand scheut, Florian untersuchen zu können. Und noch lieber möchte er an ihm gleich ein wenig herumschnipseln, wie an einer Pflanze. Professor Bayer möchte unbedingt dem naturwissenschaftlichen Phänomen auf die Spur kommen, das Florians Veränderungen ausgelöst hat, denn er wittert eine Sensation und eine einmalige Gelegenheit, sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und berühmt zu werden.
Gleichzeitig hat Florian nur einen Wunsch. Nämlich den, wieder ein ganz gewöhnlicher Junge zu werden und sich nicht mehr mit den verschiedensten Ängsten herumschlagen zu müssen, wie jener, ob ihm wohl im Herbst alle Haare ausfallen, genauso wie ein Laubbaum seine Blätter in dieser Jahreszeit verliert. In seiner Verzweiflung stimmt Florian zu, sich in einem speziellen Heim untersuchen zu lassen. Doch auch hier ist er nicht sicher vor der Presse und einem von Professor Bayer angeheuertem Privatdetektiv und nach Florians Flucht aus dem hermetisch abgeriegelten Gebäude wird er sogar entführt und das Abenteuer „Wie ein Baum“ fängt erst richtig an.
Martin Klein:
Der Sommer, in dem Florian Erdmann sein grünes Wunder erlebte
Tulipan Verlag, 2012
Eigentlich ist Florian ein ganz gewöhnlicher Junge, dessen besonderes Interesse Pflanzen gehört. Darum liest er auch gerne in seinem Lieblingsbuch „Bäume erkunden – Bäume verstehen“. Dabei hält er sich am liebsten in seinem Baumhaus auf. Sein selbstgebauter Lieblingsplatz befindet sich in der Krone eines alten dunkelblättrigen Ahorns und ist ein idealer Rückzugsort.
In den ersten Schulstunden nach den Sommerferien fallen Florian vermehrt seltsame Geräusche auf, die ihn vom Unterricht ablenken. Dazu kommen merkwürdige Essensgelüste. Plötzlich läuft ihm beim Gedanken an Kompost und abgestandene Regenbrühe das Wasser im Mund zusammen.Schliesslich kann Florian die Ursache der komischen Laute ergründen. Es handelt sich um fremdartige Stimmen, die zu Bäumen gehören. Er bekommt beispielsweise mit, wie eine Eiche militärische Befehle erteilt und Soldatenlieder singt oder ist schon bald genervt, als ein völlig vernachlässigter und fast vertrockneter Ficus aus der Schule, nachdem er ihn mit Wasser und Dünger versorgt hat, in seinem Kinderzimmer beinahe pausenlos plappert. Und plötzlich verwandelt sich Florian auch äusserlich. Erst färbt sich seine Zunge und bald ist sein ganzer Körper samt Haarpracht waldmeistergrün.
Obwohl Florian seine Haare blond färbt und eine dicke Schicht Bräunungscrème aufträgt, bleiben diese doch sehr auffälligen Veränderungen natürlich nicht lange unbemerkt und es dauert auch nicht lange, bis die Medien von Florians Mutation in einen Baum Wind bekommen. Die körperlichen Abweichungen von der Norm wecken auch das ganz besondere Interesse des Biologen Professor Bayer, der keinen Aufwand scheut, Florian untersuchen zu können. Und noch lieber möchte er an ihm gleich ein wenig herumschnipseln, wie an einer Pflanze. Professor Bayer möchte unbedingt dem naturwissenschaftlichen Phänomen auf die Spur kommen, das Florians Veränderungen ausgelöst hat, denn er wittert eine Sensation und eine einmalige Gelegenheit, sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und berühmt zu werden.
Gleichzeitig hat Florian nur einen Wunsch. Nämlich den, wieder ein ganz gewöhnlicher Junge zu werden und sich nicht mehr mit den verschiedensten Ängsten herumschlagen zu müssen, wie jener, ob ihm wohl im Herbst alle Haare ausfallen, genauso wie ein Laubbaum seine Blätter in dieser Jahreszeit verliert. In seiner Verzweiflung stimmt Florian zu, sich in einem speziellen Heim untersuchen zu lassen. Doch auch hier ist er nicht sicher vor der Presse und einem von Professor Bayer angeheuertem Privatdetektiv und nach Florians Flucht aus dem hermetisch abgeriegelten Gebäude wird er sogar entführt und das Abenteuer „Wie ein Baum“ fängt erst richtig an.
Martin Klein:
Der Sommer, in dem Florian Erdmann sein grünes Wunder erlebte
Tulipan Verlag, 2012
Abonnieren
Kommentare (Atom)