Obst und Gemüse vom Grossverteiler, das womöglich durch halb Europa oder fast rund um den Globus gekarrt oder geflogen und mit nicht zu verleugnender Wahrscheinlichkeit vor dem Kauf von verschiedenen anderen potentiellen Käufern atapet und mehr oder weniger sanft zurück ins Gestell befördert worden ist, weckt nicht bei jedem in gleichem Masse die Lust, auf diese Weise, seine täglichen Vitaminportionen zu besorgen. Die einen weichen aus, indem sie direkt beim Produzenten kaufen, andere wählen die Alternative mit dem grünen Daumen und Dreck unter den Fingernägeln.
So spriesst und grünt es seit einigen Jahren aus immer mehr Ritzen und von Fenstersimsen und Balkonen. Selber Gemüse anbauen ist trendy und tatsächlich ist schnell ein Anfang gemacht – probieren geht schliesslich über studieren –, denn für diesen genügen bereits ein paar dem Pflanzenbedarf angepasste Blumentöpfe oder sonstige Behälter mit einem Abzugsloch. Wenn einem aber der Sinn nach Hintergrundwissen steht, bietet sich das Handbuch von Eveline Dudda an. Doch auch wer schon ein paar hortikulturelle Schritte zurückgelegt hat, ist mit dem auf fundiertem, erprobten Wissen basierenden Handbuch «Spriessbürger» ausgezeichnet bedient.
Das umfangreiche Werk, übrigens ausschliesslich in schwarz/weiss gehalten, ist in vier Teile gegliedert: «Vorneweg» gibt eine kurze Einführung und darin Erklärungen zum Wetter, zur Fruchtfolge, zu Pflanzenfamilien sowie Mischkultur und geplantem Anbau. Der zweite Teil enthält, geordnet nach ihrer Zugehörigkeit zu Doldenblütlern, Korbblütlern, Kreuzblütlern oder Gemüse ohne enge Familienbande, ausführliche Pflanzenportraits von Asia-Salat über Kohlrabi und Peperoni bis zum Zuckermais. Auf jeweils mehreren Seiten werden allgemeine Information etwa über Geschmack und Verwandtschaft und über Geschichte, Standortansprüche, Fruchtfolge, Aussaat, Pflanzung, Abstände, Pflege, Pflanzenschutz, Ernte, Lagerung und Sorten gegeben. Optisch unterstützt und aufgelockert werden die Texte durch vergrösserte Fotos von Samen, von Sämlingen und durch oft witzige Schnappschüsse und Zeichnungen. Hier wird mit viel Herzblut Wissen aus eigener praktischer Erfahrung weitergeben – kompetent, aber nicht verbissen. Der immer wieder durchblitzende Humor zeigt sich bereits auf dem Umschlagbild, das eine Gärtnerin mit Salatperücke ziert.
Es gibt Tipps zur Selbstversorgung, zum Pflanzenschutz und man erfährt, wie und wozu eine Unkrautkur durchgeführt wird und welche Lebewesen sich im Boden tummeln, die den Pflanzen und Wurzeln guttun oder eben auch nicht. Ganz nebenbei wird mit verschiedenen Mythen aufgeräumt oder deren Sinn wird bestätigt und immer wieder werden passende Zitate mit hortikulturellem Bezug eingestreut. Welches Gemüse zählt zu den Flachwurzeln, welches zu den Schwachzehrern, wie steht’s mit den Ansprüchen an Temperaturen und an den Nährstoffbedarf? Und haben Sie gewusst, dass die Kohlrabiblätter gesünder sind als die Knolle selber und Microgreen- und Babyleaf-Salatmischungen ganz einfach selber im Blumenkistli angebaut werden können?
Der lesende Gärtner erfährt vom Einfluss des richtigen Aussaattermins auf die Erfolgsquote beim Ernten. Die Schweiz ist zwar flächenmässig klein, aber die klimatischen Bedingungen variieren je nach Region und Höhenlage. Ein Walliser gärtnert nicht unter den gleichen Bedingungen wie ein Rheintaler, was gezwungenermassen gleichbedeutend ist mit der Unzuverlässigkeit der Angaben auf den Samenpäckli. Verlässlicher sind die Natur und die Wechselwirkungen, die sich im phänologischen Kalender widerspiegeln. Die Huflattichblüte etwa zeigt an, dass die Bodentemperatur rund sechs Grad beträgt. Die Pastinakenanzucht beginnt nach der Forsythienblüte und sobald der schwarze Holdunder blüht, können auch wärmebedürftigere Gemüse ins Freiland, weil dann die Frostperioden vorbei sind. Detaillierte Informationen liefert der dem Buch beiliegende Gemüse- und Salatplaner, der sich auch im Internet finden lässt.
Zur Gartenarbeit im Lauf der Jahreszeiten gehört auch das Wissen über die richtigen Anzuchtmethoden. Wann lohnt sich die die Aussaat im Zimmer oder Gewächshaus, welches Gemüse kauft der Gärtner besser in Form von Setzlingen oder welche Samen können direkt ins Freiland? Das Buch liefert auch die Antwort auf die Frage, wie viele Samen und Keimlinge pro Zelle oder Topf in welcher Tiefe ausgebracht werden sollen und wie lange die Zeitspanne zwischen Aussaat und Pflanzung ist.
Ein Gartenbuch ausschliesslich in s/w-Optik polarisiert. Eine nicht repräsentative Umfrage unter einigen Nahestehenden endet mit dem Resultat, dass die Idee als eher gewöhnungsbedürftig empfunden wird. Als langjährigen Leserin von Hortus und Greenprints, die beide in visueller Hinsicht (und nur in dieser) ausschliesslich farblos daherkommen, habe ich persönlich keine Mühe damit. Für mich sind Texte wichtiger als farbige Bilder. Mit ein Grund weshalb ich seit Jahren nahezu uneingeschränkt ohne Bildunterstützung blogge. Der Sofagarten-Hintergrund ist schlicht und einfach in Grüntönen gehalten, weil die verwendete Blogger-Vorlage so ist und diese beim Einrichten am besten zum Bloginhalt gepasst hat und ich immer noch keine Zeit und Lust gefunden habe, mich endlich mit einem moderneren Layout auseinanderzusetzen. Und nebenbei: meine neueste Filmentdeckung ist eine ältere Schrebergarten-Serie in schwarz/weiss; im Internet entdeckt mit dem Stichwort Laubenpieper.
Für eidgenössische Leserinnen und Leser sind die Helvetismen erfrischend. Wo liest man schon mal Floskeln wie «ist Hans was Heiri» oder eben Mundartausdrücke wie herumplämperle, Gluscht oder Gutsch? Für Schweizerdeutsch-Unkundige ist im Anhang ein Vocabulaire eingefügt (atapen = betatschen). Bleibt noch zu erwähnen, dass das inhaltlich und umfangmässig stattliche Buch neben einem Saatkalender-Umrechner durch ein Inhaltsverzeichnis, Glossar, Quellen- und Literaturverzeichnis sowie eine Liste von Saatgutanbietern in der Schweiz und ein Register ergänzt wird. Und selbstverständlich finden auch Nicht-auf-Schweizer-Boden-Gärtnernde in dem Buch nützliche Tipps und Tricks.
Eveline Dudda:
Spriessbürger – Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz
Spriessbürger Verlag, 2015
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1. April 2017
6. Juni 2014
Erica Matile und Sabine Reber: Fortpflanzen! 1000 Tipps, damit es im Garten wirklich klappt
Sabine Rebers Wunsch eine Gartenbibel zu verfassen kombiniert mit einem von Erica Matile zusammengetragenen Stapel historischer Gartentipps aus Archiven ergab als Resultat eine Sammlung von rund 1000 Tipps in Buchform, welche die Gärten landauf und landab zum Blühen und eben zum Fortpflanzen bringen sollen.
In Kategorien wie „Gestaltung“, „Was wächst wo“, „Blumengarten“, „Zimmerpflanzen“, „Schnittblumen“, „Das Wohl der Gärtnerin“ und anderen mehr finden sich besonders für Garten-Neulinge nützliche Hinweise. Welche Pflanze schützt welche Pflanze? Hält Lavendel tatsächlich die Läuse von Rosen fern? Tomaten sollen intensiver schmecken, wenn sie in der Nachbarschaft von Petersilie wachsen und falls Sie sich trotz Zünsler und anderen drohenden Plagen doch noch Buchskugeln in den Garten holen wollen, findet sich ein Hinweis, wie Sie diese einfach selber formen können. Ein weiterer Tipp verrät, dass Spinnmilben mit einem Sud aus Zwiebelpflanzen den Garaus gemacht werden kann.
Ob man dann tatsächlich wie auch zu lesen ist, vergrabene tote Tiere als Dünger verwenden will, sei jedem selber freigestellt. Schliesslich sind nicht alle Tipps bierernst zu nehmen. Schnittblumenfreunden sei verraten, dass die Stile von Mohnblumen angebrannt werden sollen, bevor sie in die Vase gestellt werden, und Sanddornzweige verströmen ein Gas, das sämtliche Schnittblumen im gleichen Raum verwelken lässt.
Genügend Raum soll beim Gärtnern dem Spass und der Gesundheit eingeräumt werden und schwere Tätigkeiten wann immer möglich delegiert werden. Falls das nicht klappt, soll ein vorsorglich in die Schuhe gelegtes Farnblatt die Gärtnerin vor wunden Füssen bei der Gartenarbeit schützen. Die Ansprüche den Möglichkeiten anpassen und Entspannung einplanen – nicht alles muss perfekt sein! Der Rat, sich auch mal von Pflanzen zu trennen, weil sie zu gross geworden sind oder einem einfach nicht mehr gefallen, kann zweischneidig sein. Für das Ausgraben von Wurzelwerk und Füllen der entstandenen Lücken ist erst einmal kräftiger Körpereinsatz nötig. Vielleicht findet sich aber im Kapitel „Mit Kräutern heilen“ gleich ein Tipp für die Vor- oder Nachsorge.
Aufeinander gestapelte Autoreifen sollen als Kartoffel-Turm zu den Klassikern gehören. Ich kann mich nicht erinnern, je einen solchen gesehen zu haben. Beim Googeln lassen sich jedoch tatsächlich Bilder von solchen runden Gummi-Beeten finden – die Geschmäcker sind doch sehr verschieden! Die Hinweise, beim Rückschnitt die natürliche Wuchsform nicht aus den Augen zu verlieren und zu bedenken, dass Würfel und geometrische Figuren nicht überall hinpassen, könnte ich eigentlich kopieren und auf dem Arbeitsweg dort in den Briefkasten werfen, wo regelmässig (Wild-)Sträucher verunstaltet werden.
Den einen oder anderen Tipp werde ich selber ausprobieren, obwohl ich teilweise doch am Nutzen oder der Richtigkeit zweifle. Ganz sicher falsch ist die Information, dass Cyclamen hederifolium zu den Winterblühern gehören. Mit C. coum sind die Erfolgs-Chancen auf Alpenveilchen-Blüten im Winter mit Sicherheit deutlich höher. Bereits im Vorwort findet sich der Hinweis, dass sich die Ratschläge teilweise widersprechen – also selber ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Letzteres ist aber eben wie das empfohlene dichte Bepflanzen der Beete auch eine Geldfrage.
Das illustrierte Büchlein eignet sich als Mitbringsel für Anfänger-Gärtner, die sich wohl nicht daran stören, dass lateinische Namen häufig fehlen. Immerhin weiss ich jetzt, dass ich vor der kürzlichen Gartenumgestaltung einen Bauernjasmin (Philadelphus erectus) im Garten hatte. Diese deutsche Bezeichnung war mir nun gar nicht geläufig. Leider wird die Nützlichkeit der Publikation durch das Fehlen eines Registers stark eingeschränkt. .
PS für E.: Hast Du schon herausgefunden, ob der altertümliche Schlauchwagen vom Kraut und Krempel-Anlass bei Gaissmayer das Kriterium „vernünftig“ erfüllt?
Erica Matile und Sabine Reber:
Fortpflanzen! 1000 Tipps, damit es im Garten wirklich klappt
Landverlag, 2014
In Kategorien wie „Gestaltung“, „Was wächst wo“, „Blumengarten“, „Zimmerpflanzen“, „Schnittblumen“, „Das Wohl der Gärtnerin“ und anderen mehr finden sich besonders für Garten-Neulinge nützliche Hinweise. Welche Pflanze schützt welche Pflanze? Hält Lavendel tatsächlich die Läuse von Rosen fern? Tomaten sollen intensiver schmecken, wenn sie in der Nachbarschaft von Petersilie wachsen und falls Sie sich trotz Zünsler und anderen drohenden Plagen doch noch Buchskugeln in den Garten holen wollen, findet sich ein Hinweis, wie Sie diese einfach selber formen können. Ein weiterer Tipp verrät, dass Spinnmilben mit einem Sud aus Zwiebelpflanzen den Garaus gemacht werden kann.
Ob man dann tatsächlich wie auch zu lesen ist, vergrabene tote Tiere als Dünger verwenden will, sei jedem selber freigestellt. Schliesslich sind nicht alle Tipps bierernst zu nehmen. Schnittblumenfreunden sei verraten, dass die Stile von Mohnblumen angebrannt werden sollen, bevor sie in die Vase gestellt werden, und Sanddornzweige verströmen ein Gas, das sämtliche Schnittblumen im gleichen Raum verwelken lässt.
Genügend Raum soll beim Gärtnern dem Spass und der Gesundheit eingeräumt werden und schwere Tätigkeiten wann immer möglich delegiert werden. Falls das nicht klappt, soll ein vorsorglich in die Schuhe gelegtes Farnblatt die Gärtnerin vor wunden Füssen bei der Gartenarbeit schützen. Die Ansprüche den Möglichkeiten anpassen und Entspannung einplanen – nicht alles muss perfekt sein! Der Rat, sich auch mal von Pflanzen zu trennen, weil sie zu gross geworden sind oder einem einfach nicht mehr gefallen, kann zweischneidig sein. Für das Ausgraben von Wurzelwerk und Füllen der entstandenen Lücken ist erst einmal kräftiger Körpereinsatz nötig. Vielleicht findet sich aber im Kapitel „Mit Kräutern heilen“ gleich ein Tipp für die Vor- oder Nachsorge.
Aufeinander gestapelte Autoreifen sollen als Kartoffel-Turm zu den Klassikern gehören. Ich kann mich nicht erinnern, je einen solchen gesehen zu haben. Beim Googeln lassen sich jedoch tatsächlich Bilder von solchen runden Gummi-Beeten finden – die Geschmäcker sind doch sehr verschieden! Die Hinweise, beim Rückschnitt die natürliche Wuchsform nicht aus den Augen zu verlieren und zu bedenken, dass Würfel und geometrische Figuren nicht überall hinpassen, könnte ich eigentlich kopieren und auf dem Arbeitsweg dort in den Briefkasten werfen, wo regelmässig (Wild-)Sträucher verunstaltet werden.
Den einen oder anderen Tipp werde ich selber ausprobieren, obwohl ich teilweise doch am Nutzen oder der Richtigkeit zweifle. Ganz sicher falsch ist die Information, dass Cyclamen hederifolium zu den Winterblühern gehören. Mit C. coum sind die Erfolgs-Chancen auf Alpenveilchen-Blüten im Winter mit Sicherheit deutlich höher. Bereits im Vorwort findet sich der Hinweis, dass sich die Ratschläge teilweise widersprechen – also selber ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Letzteres ist aber eben wie das empfohlene dichte Bepflanzen der Beete auch eine Geldfrage.
Das illustrierte Büchlein eignet sich als Mitbringsel für Anfänger-Gärtner, die sich wohl nicht daran stören, dass lateinische Namen häufig fehlen. Immerhin weiss ich jetzt, dass ich vor der kürzlichen Gartenumgestaltung einen Bauernjasmin (Philadelphus erectus) im Garten hatte. Diese deutsche Bezeichnung war mir nun gar nicht geläufig. Leider wird die Nützlichkeit der Publikation durch das Fehlen eines Registers stark eingeschränkt. .
PS für E.: Hast Du schon herausgefunden, ob der altertümliche Schlauchwagen vom Kraut und Krempel-Anlass bei Gaissmayer das Kriterium „vernünftig“ erfüllt?
Erica Matile und Sabine Reber:
Fortpflanzen! 1000 Tipps, damit es im Garten wirklich klappt
Landverlag, 2014
11. Mai 2014
Karen Meyer-Rebentisch: Der Obstgarten – Sortenvielfalt, Rezepte, Reportagen
Nach ihren beiden früher erschienen Büchern "Das Gemüsebuch" und "Wintergemüse" hat Karen Meyer-Rebentisch nun mit einer Publikation über den Obstgarten die logische Ergänzung veröffentlicht. Mit Obst werden die Früchte und Samen mehrjähriger Bäume und Sträucher bezeichnet, die roh verzehrt werden können. Zu diesen pflanzlichen Lebensmitteln gehören neben dem im Buch behandelten Kern-, Stein- und Beerenobst auch exotische Früchte und Schalenobst wie Nüsse und Mandeln.
Immer mehr Konsumenten geben sich nicht mehr mit dem stark eingeschränkten Supermarkt-Allerlei zufrieden und legen Wert auf eine vielfältige und schmackhafte Obsternte. Sie schätzen die Abwechslung und sind auch bereit, sich dafür zu engagieren, sprich zu gärtnern. Und belohnt für ihre Tatkraft wird nicht nur der Gaumen nach der Ernte, sondern auch das Auge im Frühling, wenn die Bienenweiden um die Wette blühen.
Da die Gärten tendenziell immer kleiner werden, lohnt es sich, vor dem Pflanzen genau zu überlegen, welche Obstspflanzen angeschafft werden sollen. Mit einer gut durchdachten Sortenauswahl kann nämlich der Eigenbedarf an Obst - mit Konservierung – während einem grossen Teil des Jahres gedeckt werden. Selbst auf einer verhältnismässig kleinen Fläche von beispielsweise hundertfünfzig Quadratmetern lassen sich mit geschickter Planung und unter Einbezug von Hauswänden und Grundstückgrenzen etliche Pflanzen unterbringen. Die Autorin weist hier auf Spaliere und Mehrsortengehölze hin.
Neben kulturgeschichtlichen Informationen und Rezepten vermittelt Karen Meyer-Rebentisch in diesem Buch Wissenswertes zu den jeweiligen Obstsarten und hat auch gleich die meisten Fotografien selber beigesteuert. In der bereits bewährten Struktur der Gemüsebücher werden auch hier die Portraits gegliedert nach „Im Garten“, „Sorten“, „Ernten und Lagern“, „In der Küche“ und eben „Rezeptideen“. Von Menschen und ihren speziellen Beziehungen zu Obst handeln die Reportagen, welche zwischen den Obstportraits eingebettet sind.
Während um 1900 weltweit rund 20‘000 Apfelsorten kultiviert wurden, sind es heute nach der Industrialisierung des Obstbaus noch wenige Dutzend. Mit dieser vom Erwerbsgartenbau diktierten Veränderung ging gleichzeitig ein Wandel der Geschmacksgewohnheiten einher. Erreichten viele früher beliebte Apfelsorten ihre Genussreife erst nach Lagerung und mit einer damit verbundenen Mürbigkeit, sind heutzutage knackige Äpfel rund ums Jahr verfügbar und weiche Äpfel wenig gefragt.
Für eine grosse Obstvielfalt engagiert sich der Pomologe Jan Bade, der in der ersten von sechs Reportagen zu Wort kommt. Sein Fachwissen gibt er unter anderem in Schnittkursen weiter und setzt sich unermüdlich ein für das Biotop Streuobstwiese und für das Pflanzen und Erhalten von regional angepassten Sorten, die mit wenig oder ganz ohne Chemie auskommen. Der Tischlermeister Jens Meyer steht mit der gleichen Leidenschaft für seine Obstbäume ein. Er veredelt quasi am laufenden Band Apfel- und Birnensorten und erzählt von Zeiten, in denen die Birne teilweise bedeutender war als der Apfel.
Ein Arbeitsplatz in einem schlecht isolierten Gebäude, aus welchem die Wärme nach draussen dringt, führte einen Professor und Hobbywinzer auf die Idee, einen Weinberg auf einem Uni-Campus anzulegen. Nach Überwindung von etlichen bürokratischen Hindernissen, kann er mittlerweile kübelweise Trauben ernten – sofern er schnell genug ist und die über die Pflanzen gespannte blauen Netze ihren Zweck erfüllen und Langfinger und Vögel vom gleichen Vorhaben abhalten.
Rund ein Viertel der Buchseiten werden von den Kernobstarten Apfel, Birne und Quitte eingenommen, aber auch weniger gängige essbare Nutzpflanzen wie Mispel (Mespilus germanica), Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis) und Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) werden vorgestellt. Zu den Portraits gehören Hinweise auf bewährte Sorten (nicht immer bebildert) mit Angaben über die jeweiligen Vor- und Nachteile und allfällige Anfälligkeit auf Krankheiten. Das Buch gibt Einsteigern einen breit gefächerten Überblick in die verschiedenen in unseren Breitengraden gut gedeihenden Obstspflanzen. Die Sortenempfehlungen sind aus Platzgründen eingeschränkt. Wer sich vertiefter mit dem Thema auseinandersetzen will, findet im Anhang der Publikation eine Literaturliste für weitergehende Informationen und Hinweise zu informativen Webseiten und Links.
Und wer keine Gelegenheit hat, sich eigenhändig als Obstgärtner zu betätigen, aber trotzdem gerne selber Obst ernten möchte, dem sei die Webseite www.mundraub.org empfohlen, auf der über frei zugängliche Obststandorte informiert wird.
Während ich diese Zeilen schreibe, blüht gerade unser Mispelbaum; teilweise immer noch behängt mit der vertrockneten letztjährigen Ernte, die wegen des milden Winters von den Vögeln weitgehend verschmäht worden und auch nicht abgefallen ist. Die problemlos erreichbaren Früchte habe ich im März abgelesen. In anderen Jahren ist für das Wegräumen der Mispeln üblicherweise mehr „Bückarbeit“ angesagt, weil die nicht geernteten Früchte auf den Boden fallen. Tatsächlich mag ich Mispeln nicht essen, aber mir gefällt die Wuchsform des Baumes und die Früchte sind wenn sie mir auch nicht schmecken, sehr hübsch anzuschauen. Da mein Mann früher im Herbst von seinem Arbeitsweg oft Mispeln nach Hause gebracht hat und sie für ihn mit Jugenderinnerungen verbunden sind, habe ich vor Jahren einen solchen Baum gepflanzt. Nicht ahnend, dass Früchte aus dem eigenen Garten nicht so faszinierend zu sein scheinen, wie wild wachsende… Vielleicht hätte ich doch besser einen Apfelbaum gepflanzt? Die appetitlichen Bilder von reifen Äpfeln und ihrer Verwertung in der Küche machen jedenfalls den Mund wässrig.
PS: Meinen Mispelbaum werde ich nicht auf der oben erwähten Internetseite zur freien Ernte ausschreiben und auch kein Schild am Zaun aufhängen, wie das in der Nachbarschaft praktiziert wird. Lieber lasse ich die Früchte am Baum vertrocknen, als mich über einen zetrampelten Cyclamenteppich zu ärgern. Die Baumscheibe erblüht nämlich über mehrere Monate im Jahr mit Cyclamen coum und hederifolium.
Karen Meyer-Rebentisch:
Der Obstgarten – Sortenvielfalt, Rezepte, Reportagen
BLV Buchverlag, 2014
Immer mehr Konsumenten geben sich nicht mehr mit dem stark eingeschränkten Supermarkt-Allerlei zufrieden und legen Wert auf eine vielfältige und schmackhafte Obsternte. Sie schätzen die Abwechslung und sind auch bereit, sich dafür zu engagieren, sprich zu gärtnern. Und belohnt für ihre Tatkraft wird nicht nur der Gaumen nach der Ernte, sondern auch das Auge im Frühling, wenn die Bienenweiden um die Wette blühen.
Da die Gärten tendenziell immer kleiner werden, lohnt es sich, vor dem Pflanzen genau zu überlegen, welche Obstspflanzen angeschafft werden sollen. Mit einer gut durchdachten Sortenauswahl kann nämlich der Eigenbedarf an Obst - mit Konservierung – während einem grossen Teil des Jahres gedeckt werden. Selbst auf einer verhältnismässig kleinen Fläche von beispielsweise hundertfünfzig Quadratmetern lassen sich mit geschickter Planung und unter Einbezug von Hauswänden und Grundstückgrenzen etliche Pflanzen unterbringen. Die Autorin weist hier auf Spaliere und Mehrsortengehölze hin.
Neben kulturgeschichtlichen Informationen und Rezepten vermittelt Karen Meyer-Rebentisch in diesem Buch Wissenswertes zu den jeweiligen Obstsarten und hat auch gleich die meisten Fotografien selber beigesteuert. In der bereits bewährten Struktur der Gemüsebücher werden auch hier die Portraits gegliedert nach „Im Garten“, „Sorten“, „Ernten und Lagern“, „In der Küche“ und eben „Rezeptideen“. Von Menschen und ihren speziellen Beziehungen zu Obst handeln die Reportagen, welche zwischen den Obstportraits eingebettet sind.
Während um 1900 weltweit rund 20‘000 Apfelsorten kultiviert wurden, sind es heute nach der Industrialisierung des Obstbaus noch wenige Dutzend. Mit dieser vom Erwerbsgartenbau diktierten Veränderung ging gleichzeitig ein Wandel der Geschmacksgewohnheiten einher. Erreichten viele früher beliebte Apfelsorten ihre Genussreife erst nach Lagerung und mit einer damit verbundenen Mürbigkeit, sind heutzutage knackige Äpfel rund ums Jahr verfügbar und weiche Äpfel wenig gefragt.
Für eine grosse Obstvielfalt engagiert sich der Pomologe Jan Bade, der in der ersten von sechs Reportagen zu Wort kommt. Sein Fachwissen gibt er unter anderem in Schnittkursen weiter und setzt sich unermüdlich ein für das Biotop Streuobstwiese und für das Pflanzen und Erhalten von regional angepassten Sorten, die mit wenig oder ganz ohne Chemie auskommen. Der Tischlermeister Jens Meyer steht mit der gleichen Leidenschaft für seine Obstbäume ein. Er veredelt quasi am laufenden Band Apfel- und Birnensorten und erzählt von Zeiten, in denen die Birne teilweise bedeutender war als der Apfel.
Ein Arbeitsplatz in einem schlecht isolierten Gebäude, aus welchem die Wärme nach draussen dringt, führte einen Professor und Hobbywinzer auf die Idee, einen Weinberg auf einem Uni-Campus anzulegen. Nach Überwindung von etlichen bürokratischen Hindernissen, kann er mittlerweile kübelweise Trauben ernten – sofern er schnell genug ist und die über die Pflanzen gespannte blauen Netze ihren Zweck erfüllen und Langfinger und Vögel vom gleichen Vorhaben abhalten.
Rund ein Viertel der Buchseiten werden von den Kernobstarten Apfel, Birne und Quitte eingenommen, aber auch weniger gängige essbare Nutzpflanzen wie Mispel (Mespilus germanica), Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis) und Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) werden vorgestellt. Zu den Portraits gehören Hinweise auf bewährte Sorten (nicht immer bebildert) mit Angaben über die jeweiligen Vor- und Nachteile und allfällige Anfälligkeit auf Krankheiten. Das Buch gibt Einsteigern einen breit gefächerten Überblick in die verschiedenen in unseren Breitengraden gut gedeihenden Obstspflanzen. Die Sortenempfehlungen sind aus Platzgründen eingeschränkt. Wer sich vertiefter mit dem Thema auseinandersetzen will, findet im Anhang der Publikation eine Literaturliste für weitergehende Informationen und Hinweise zu informativen Webseiten und Links.
Und wer keine Gelegenheit hat, sich eigenhändig als Obstgärtner zu betätigen, aber trotzdem gerne selber Obst ernten möchte, dem sei die Webseite www.mundraub.org empfohlen, auf der über frei zugängliche Obststandorte informiert wird.
Während ich diese Zeilen schreibe, blüht gerade unser Mispelbaum; teilweise immer noch behängt mit der vertrockneten letztjährigen Ernte, die wegen des milden Winters von den Vögeln weitgehend verschmäht worden und auch nicht abgefallen ist. Die problemlos erreichbaren Früchte habe ich im März abgelesen. In anderen Jahren ist für das Wegräumen der Mispeln üblicherweise mehr „Bückarbeit“ angesagt, weil die nicht geernteten Früchte auf den Boden fallen. Tatsächlich mag ich Mispeln nicht essen, aber mir gefällt die Wuchsform des Baumes und die Früchte sind wenn sie mir auch nicht schmecken, sehr hübsch anzuschauen. Da mein Mann früher im Herbst von seinem Arbeitsweg oft Mispeln nach Hause gebracht hat und sie für ihn mit Jugenderinnerungen verbunden sind, habe ich vor Jahren einen solchen Baum gepflanzt. Nicht ahnend, dass Früchte aus dem eigenen Garten nicht so faszinierend zu sein scheinen, wie wild wachsende… Vielleicht hätte ich doch besser einen Apfelbaum gepflanzt? Die appetitlichen Bilder von reifen Äpfeln und ihrer Verwertung in der Küche machen jedenfalls den Mund wässrig.
PS: Meinen Mispelbaum werde ich nicht auf der oben erwähten Internetseite zur freien Ernte ausschreiben und auch kein Schild am Zaun aufhängen, wie das in der Nachbarschaft praktiziert wird. Lieber lasse ich die Früchte am Baum vertrocknen, als mich über einen zetrampelten Cyclamenteppich zu ärgern. Die Baumscheibe erblüht nämlich über mehrere Monate im Jahr mit Cyclamen coum und hederifolium.
Karen Meyer-Rebentisch:
Der Obstgarten – Sortenvielfalt, Rezepte, Reportagen
BLV Buchverlag, 2014
25. April 2013
Adrian Thomas: Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Jeder Garten ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Jedenfalls dann, wenn er nicht völlig zubetoniert ist. Da ganz allgemein immer mehr Grünflächen zugepflastert und überbaut werden, ist es umso wichtiger, mit dem eigenen Garten verantwortungsbewusst umzugehen. Schon kleine Massnahmen reichen oft aus, um mehr Tiere der unterschiedlichsten Arten und Gattungen anzulocken. Vielleicht beginnen Sie als Gärtner mit dem Vorsatz, sich nicht über jedes angeknabberte Salat- oder Hosta-Blatt zu ärgern (nicht immer ganz einfach!), indem Sie sich vor Augen zu führen, dass ein Gartenmitbewohner daran seinen Hunger gestillt hat?
Das Buch "Gärtnern für Tiere" ist farblich in mehrere Bereiche unterteilt, die das Nachschlagen von Themen erleichtern und wie folgt gegliedert:
Adrian Thomas räumt in diesem Praxisbuch gleich zu Beginn mit verschiedenen Irrtümern auf und zeigt anhand realistischer Beispiele, dass ein Garten keinesfalls gleich in eine Wildnis umgekrempelt werden muss, damit sich darin (mehr) Tiere wohl fühlen und diesen als Daheim auswählen und akzeptieren. Es ist auch nicht notwendig, sich strikt auf einheimische Pflanzen zu beschränken. Und es gibt keine allgemein gültige Gebrauchsanweisung für den perfekten tierfreundlichen Garten, sondern unzählige unterschiedliche Möglichkeiten.
Schauen Sie sich in der Natur um und nehmen Sie sich Zeit zum Beobachten, auch ausserhalb des Gartenzauns. Versuchen Sie, sich in die Bedürfnisse der kriechenden, fliegenden, hüpfenden vier- und sechsbeinigen Bewohner zu versetzen. Wie nehmen diese den Garten samt seiner Gebäude und Bepflanzung wohl war? Im Buch findet sich dazu eine anschauliche Skizze mit Beschrieb. Und vergessen Sie nicht, dass der eigene Garten keine Insel ist.
Sie haben bereits eine vage oder sogar eine konkrete Vorstellung davon, welche Tiere Sie gerne in Ihren Garten einladen wollen? Mit dem angelesenen Wissen werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Zusammenhänge verstehen und diese in die Praxis umsetzen können. Besonders wichtig für die Fauna sind beispielsweise Bäume. Der Autor vergleicht sie mit einem Luxushotel mit fast unbegrenztem essbarem Material auf der Oberfläche, wo sich die Tiere wie in einem Selbstbedienungsladen versorgen können.
Im Kapitel „Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere“ werden in Kurzportraits neben grossen und kleinen Bäumen auch geeignete Sträucher, Kletterpflanzen und Stauden vorgestellt. Bei sämtlichen Blütenpflanzen sollten einfache Blüten den gefüllten vorgezogen werden. In letzteren kann das Innere von Bienen gar nicht erreicht werden und diese sind somit nutzlos. Selbst Totholz erfüllt wichtige Funktionen und kann mit Leben gefüllt werden. Es dient als Unterschlupf für Kröten und Molche sowie als Winterquartier für Igel.
Adrian Thomas ist Mitarbeiter der „Royal Society for the Protection of Birds“ und lässt den Leser in Vogelportraits von der Amsel über den Grünfink, Hausrotschwanz, Kleiber bis zum Wintergoldhähnchen an seinem Wissen teilhaben. Er weiss, welcher Vogel bevorzugt in Kolonien unterwegs ist, dass Mauersegler meist hoch in der Lust schlafen und welcher der gefiederten Freunde zu den Allesfressern gehört. Zu den Portraits gehören Informationen über die Verbreitung der verschiedenen Vögel, den Lebensraum, die Lebensweise, Nahrung, Schlafplatz und die Brut und der Autor erklärt, wie richtig gefüttert wird, wo Tränken und Vogelbäder platziert werden sollen und welche Vogelarten Nistkästen nutzen.
Der textliche Inhalt wird durch unzählige aussagekräftige Fotos ergänzt. Adrian Thomas vermittelt sein Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung. Lassen Sie sich ermuntern, den gesamten Gartenraum samt der Senkrechten zu nutzen, um Lebensräume zu schaffen und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum. Wenn Sie Ihre Bemühungen und Ergebnisse regelmässig schriftlich und fotografisch festlegen, werden Sie nicht nur darüber staunen, was Sie im Laufe der Zeit alles vergessen haben, sondern insbesondere verblüfft sein, über die konkret nachvollziehbaren Veränderungen der Populationen in Ihrem grünen Reich.
Adrian Thomas:
Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Haupt Verlag, 2013
Das Buch "Gärtnern für Tiere" ist farblich in mehrere Bereiche unterteilt, die das Nachschlagen von Themen erleichtern und wie folgt gegliedert:
- Vorwort, Einführung und Aufräumen mit Irrtümern
- Gärtnern für verschiedene Bewohner (Vögel, Tagfalter, Säugetiere, Reptilien und Amphibien, Bienen, Libellen, Nachtfalter und für die verborgene Welt, zu der Laub- und Feldheuschrecken, Käfer, Wanzen, Fliegen, Ameisen, Spinnen, Asseln, Regenwürmer, Nackt- und Gehäuseschnecken, Moose und Pilze sowie Flechten zählen)
- Verschiedenen Lebensräume schaffen (zum Beispiel Tipps zur Anlage von Komposthaufen und von Wassergärten, Hinweise wie der Ziergarten und der Balkon wildtierfreundlich gestaltet werden können und wie Flüssigdünger selber hergestellt werden kann)
- Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere
- Gärtnern für Tiere
- Arbeitskalender von Januar bis Dezember
- Beobachtungen und Aufzeichnungen
- Literaturhinweise, Register
Adrian Thomas räumt in diesem Praxisbuch gleich zu Beginn mit verschiedenen Irrtümern auf und zeigt anhand realistischer Beispiele, dass ein Garten keinesfalls gleich in eine Wildnis umgekrempelt werden muss, damit sich darin (mehr) Tiere wohl fühlen und diesen als Daheim auswählen und akzeptieren. Es ist auch nicht notwendig, sich strikt auf einheimische Pflanzen zu beschränken. Und es gibt keine allgemein gültige Gebrauchsanweisung für den perfekten tierfreundlichen Garten, sondern unzählige unterschiedliche Möglichkeiten.
Schauen Sie sich in der Natur um und nehmen Sie sich Zeit zum Beobachten, auch ausserhalb des Gartenzauns. Versuchen Sie, sich in die Bedürfnisse der kriechenden, fliegenden, hüpfenden vier- und sechsbeinigen Bewohner zu versetzen. Wie nehmen diese den Garten samt seiner Gebäude und Bepflanzung wohl war? Im Buch findet sich dazu eine anschauliche Skizze mit Beschrieb. Und vergessen Sie nicht, dass der eigene Garten keine Insel ist.
Sie haben bereits eine vage oder sogar eine konkrete Vorstellung davon, welche Tiere Sie gerne in Ihren Garten einladen wollen? Mit dem angelesenen Wissen werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Zusammenhänge verstehen und diese in die Praxis umsetzen können. Besonders wichtig für die Fauna sind beispielsweise Bäume. Der Autor vergleicht sie mit einem Luxushotel mit fast unbegrenztem essbarem Material auf der Oberfläche, wo sich die Tiere wie in einem Selbstbedienungsladen versorgen können.
Im Kapitel „Die 300 besten Gartenpflanzen für Wildtiere“ werden in Kurzportraits neben grossen und kleinen Bäumen auch geeignete Sträucher, Kletterpflanzen und Stauden vorgestellt. Bei sämtlichen Blütenpflanzen sollten einfache Blüten den gefüllten vorgezogen werden. In letzteren kann das Innere von Bienen gar nicht erreicht werden und diese sind somit nutzlos. Selbst Totholz erfüllt wichtige Funktionen und kann mit Leben gefüllt werden. Es dient als Unterschlupf für Kröten und Molche sowie als Winterquartier für Igel.
Adrian Thomas ist Mitarbeiter der „Royal Society for the Protection of Birds“ und lässt den Leser in Vogelportraits von der Amsel über den Grünfink, Hausrotschwanz, Kleiber bis zum Wintergoldhähnchen an seinem Wissen teilhaben. Er weiss, welcher Vogel bevorzugt in Kolonien unterwegs ist, dass Mauersegler meist hoch in der Lust schlafen und welcher der gefiederten Freunde zu den Allesfressern gehört. Zu den Portraits gehören Informationen über die Verbreitung der verschiedenen Vögel, den Lebensraum, die Lebensweise, Nahrung, Schlafplatz und die Brut und der Autor erklärt, wie richtig gefüttert wird, wo Tränken und Vogelbäder platziert werden sollen und welche Vogelarten Nistkästen nutzen.
Der textliche Inhalt wird durch unzählige aussagekräftige Fotos ergänzt. Adrian Thomas vermittelt sein Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung. Lassen Sie sich ermuntern, den gesamten Gartenraum samt der Senkrechten zu nutzen, um Lebensräume zu schaffen und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Raum. Wenn Sie Ihre Bemühungen und Ergebnisse regelmässig schriftlich und fotografisch festlegen, werden Sie nicht nur darüber staunen, was Sie im Laufe der Zeit alles vergessen haben, sondern insbesondere verblüfft sein, über die konkret nachvollziehbaren Veränderungen der Populationen in Ihrem grünen Reich.
Adrian Thomas:
Gärtnern für Tiere – Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Haupt Verlag, 2013
17. April 2013
Karen Meyer-Rebentisch: Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
In den letzten Jahrzehnten ging vor allem in städtischen Gebieten viel hortikulturelles Wissen verloren, das früher zur Allgemeinbildung gehörte und wenn es vielleicht auch nicht gerade fürs nackte Überleben wichtig war, so doch unerlässlich für das Auskommen mit dem Haushaltseinkommen. Mit dem Aufkommen von Supermärkten an fast jeder Ecke und Kühlschränken mit für jedermann erschwinglichen Preisen, war oder schien es nicht mehr notwendig, sich selber mit der Anzucht und Pflege von Obst und Gemüse abzumühen. Diese Freizeitbeschäftigung galt daher lange als eher altmodisch. In den letzten Jahren hat aus verschiedenen Gründen, zu denen auch Lebensmittelskandale gehören, vermehrt ein Umdenken stattgefunden.
Karen Meyer-Rebentisch hat sich für diese aktuelle Publikation aufgemacht, in verschiedenen Städten in Deutschland urbane Garten-Projekte aufzusuchen und berichtet nun von den Visionen und aus dem (gärtnerischen) Alltag der neuen Stadtgärtner. Junge Leute, die sich für das Gärtnern entscheiden, können heutzutage oft nicht auf die Erfahrung der vorherigen Generation zurückgreifen und sind deshalb auf andere Informationsquellen angewiesen. Das ist mit ein Grund, weshalb Gartenbücher, Gartenmagazine und insbesondere Zeitschriften mit dem Wort „Land“ im Titel boomen und die Auswahl am Kiosk fast unüberschaubar ist. Doch gelernt wird in erster Linie im Garten selber und gerade in Gemeinschaftsgärten kommt es wie die Autorin anmerkt, zu einem (Zitat) „inspirierenden Zusammenspiel von Fragen, Wissen, Talenten und Experimentierlust“, während Besserwisser fehl am Platz sind.
Stadt und Garten – (k)ein Widerspruch? Nach einleitenden Gedanken und einem Überblick in die Geschichte des öffentlichen Grüns im Lauf der Zeit, ist das Buch in die folgenden Themen gegliedert:
Es lässt sich nachlesen, wie das Gemüse immer öfter in die Stadt zurückkehrt. Im Buch werden interessante Projekte wie „Essbare Stadt Kassel“, „Incredible Edible Todmorden“ und „Agropolis“ in München in Kurzform vorgestellt. Auch die „Essbare Stadt Andernach“, die auf öffentlichen Brachen Nutzpflanzen anbaut, welche die Bürger dann ernten dürfen, wird thematisiert. Andernach geht auch in anderer Hinsicht einen Schritt voraus. Während vielerorts Bewilligungen eingeholt werden müssen, um vor dem Haus etwas zu pflanzen, setzt diese Stadt aus eigener Initiative Rebstöcke an Hauswände, sofern der Besitzer nicht ausdrücklich widersprochen hat. Andere Projekte wie beispielsweise der schon oben erwähnte Kistengarten oder die Internationale Gärten Göttingen werden im Buch ausführlicher beschrieben.
Welches sind die Beweggründe, in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden und/oder im kleinen Rahmen vorzuspuren, was (vielleicht) etwas Grosses auslöst? Üppige Ernteerträge sind gar nicht unbedingt oberstes Ziel. Gärten, und ganz besonders mobile Versionen davon, vereinen Menschen, die sich sonst kaum begegnet wären und schaffen Verbindungen. In Interviews erzählen ein Mathematikstudent von seinem Engagement im Gemeinschaftsgartenprojekt „O’pflanzt is“, eine Berufsgärtnerin über ihre Motivation, ehrenamtlich einen interreligiösen Kräutergarten anzuregen und umzusetzen und eine Akademikerin aus Bagdad darüber, wie ihr die Interkulturellen Gärten Göttingen, wo sie auch Pflanzen aus der Heimat anbauen kann, die Integration und das Schlagen von Wurzeln vereinfacht haben.
Gleicherweise ist Guerillagärtnern derzeit in aller Munde. Die Autorin berichtet vom vielleicht ersten Guerillagärtner, der schon ab ungefähr 1873 in diesem Sinn aktiv war. Der Ingenieur und Schriftsteller Heinrich Seidel war für die die Verbreitung des Zimbelkrauts (Linaria cybalaria) besorgt und kämpfte schon dannzumal gegen ordnungsliebende Stadtgärtner. Etliche Jahre später zur Zeit des Kalten Krieges haben zwei Familien im Schatten der Berliner Mauer auf DDR-Gebiet ein Stück Land in einen blühenden Garten verwandelt. Mittlerweile ist darauf auch ein kurioses Bauwerk errichtet worden und bereits baut die zweite Generation im Gewohnheitsrecht Gemüse an.
Dieses inspirierende Buch ist mit viel Herzblut recherchiert und geschrieben worden. Es ist keine Pflanzanleitung fürs Gärtnern in der Stadt, sondern gibt einen reich illustrierten Überblick, was in Sachen Urban Gardening in Deutschland los ist. Möge diese Publikation möglichst viele (potentielle) Gärtner motivieren, ein eigenes grünes urbanes Projekt anzustossen und durchzuziehen! In Zürich beispielsweise sind gerade Bemühungen in Richtung „Essbare Stadt“ im Gange und sollen im nächsten Frühling umgesetzt werden.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
BLV Buchverlag, 2013
Karen Meyer-Rebentisch hat sich für diese aktuelle Publikation aufgemacht, in verschiedenen Städten in Deutschland urbane Garten-Projekte aufzusuchen und berichtet nun von den Visionen und aus dem (gärtnerischen) Alltag der neuen Stadtgärtner. Junge Leute, die sich für das Gärtnern entscheiden, können heutzutage oft nicht auf die Erfahrung der vorherigen Generation zurückgreifen und sind deshalb auf andere Informationsquellen angewiesen. Das ist mit ein Grund, weshalb Gartenbücher, Gartenmagazine und insbesondere Zeitschriften mit dem Wort „Land“ im Titel boomen und die Auswahl am Kiosk fast unüberschaubar ist. Doch gelernt wird in erster Linie im Garten selber und gerade in Gemeinschaftsgärten kommt es wie die Autorin anmerkt, zu einem (Zitat) „inspirierenden Zusammenspiel von Fragen, Wissen, Talenten und Experimentierlust“, während Besserwisser fehl am Platz sind.
Stadt und Garten – (k)ein Widerspruch? Nach einleitenden Gedanken und einem Überblick in die Geschichte des öffentlichen Grüns im Lauf der Zeit, ist das Buch in die folgenden Themen gegliedert:
- Humus auf den Asphalt! - Die grünen Visionen der neuen Stadtgärtner
- "Hier hat meine Seele ein Zuhause“ - Interkulturelle Gärten
- Der Städter und sein Bauer - ein Pakt für die Zukunft
- Ökologie beginnt im Kopf - Umweltpädagogik in Natur und Garten
- Grün für alle!– Frischluftschneisen, Gartenzwerge und Gemüse
- Green Guerillas und brave Bürger – Von der grünen Lust der Städter
- Anhang mit hilfreichen Links und weiterführender Literatur
Es lässt sich nachlesen, wie das Gemüse immer öfter in die Stadt zurückkehrt. Im Buch werden interessante Projekte wie „Essbare Stadt Kassel“, „Incredible Edible Todmorden“ und „Agropolis“ in München in Kurzform vorgestellt. Auch die „Essbare Stadt Andernach“, die auf öffentlichen Brachen Nutzpflanzen anbaut, welche die Bürger dann ernten dürfen, wird thematisiert. Andernach geht auch in anderer Hinsicht einen Schritt voraus. Während vielerorts Bewilligungen eingeholt werden müssen, um vor dem Haus etwas zu pflanzen, setzt diese Stadt aus eigener Initiative Rebstöcke an Hauswände, sofern der Besitzer nicht ausdrücklich widersprochen hat. Andere Projekte wie beispielsweise der schon oben erwähnte Kistengarten oder die Internationale Gärten Göttingen werden im Buch ausführlicher beschrieben.
Welches sind die Beweggründe, in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden und/oder im kleinen Rahmen vorzuspuren, was (vielleicht) etwas Grosses auslöst? Üppige Ernteerträge sind gar nicht unbedingt oberstes Ziel. Gärten, und ganz besonders mobile Versionen davon, vereinen Menschen, die sich sonst kaum begegnet wären und schaffen Verbindungen. In Interviews erzählen ein Mathematikstudent von seinem Engagement im Gemeinschaftsgartenprojekt „O’pflanzt is“, eine Berufsgärtnerin über ihre Motivation, ehrenamtlich einen interreligiösen Kräutergarten anzuregen und umzusetzen und eine Akademikerin aus Bagdad darüber, wie ihr die Interkulturellen Gärten Göttingen, wo sie auch Pflanzen aus der Heimat anbauen kann, die Integration und das Schlagen von Wurzeln vereinfacht haben.
Gleicherweise ist Guerillagärtnern derzeit in aller Munde. Die Autorin berichtet vom vielleicht ersten Guerillagärtner, der schon ab ungefähr 1873 in diesem Sinn aktiv war. Der Ingenieur und Schriftsteller Heinrich Seidel war für die die Verbreitung des Zimbelkrauts (Linaria cybalaria) besorgt und kämpfte schon dannzumal gegen ordnungsliebende Stadtgärtner. Etliche Jahre später zur Zeit des Kalten Krieges haben zwei Familien im Schatten der Berliner Mauer auf DDR-Gebiet ein Stück Land in einen blühenden Garten verwandelt. Mittlerweile ist darauf auch ein kurioses Bauwerk errichtet worden und bereits baut die zweite Generation im Gewohnheitsrecht Gemüse an.
Dieses inspirierende Buch ist mit viel Herzblut recherchiert und geschrieben worden. Es ist keine Pflanzanleitung fürs Gärtnern in der Stadt, sondern gibt einen reich illustrierten Überblick, was in Sachen Urban Gardening in Deutschland los ist. Möge diese Publikation möglichst viele (potentielle) Gärtner motivieren, ein eigenes grünes urbanes Projekt anzustossen und durchzuziehen! In Zürich beispielsweise sind gerade Bemühungen in Richtung „Essbare Stadt“ im Gange und sollen im nächsten Frühling umgesetzt werden.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das ist Urban Gardening! – Die neuen Stadtgärtner und ihre kreativen Projekte
BLV Buchverlag, 2013
26. November 2012
Nancy Arrowsmith: 111 Gründe seinen Garten zu lieben – Ein Loblied auf ein kleines Stück vom Paradies
Brauchen Sie tatsächlich 111 Gründe, die Sie davon überzeugen ihren Garten zu lieben oder um Ihre Zeit, die Sie mit Buddeln in der Erde oder beim Rückschnitt der Rosen verbringen, zu rechtfertigen? Wahrscheinlich nicht. Dieses Buch von Nancy Arrowsmith, der Gründerin der Zeitschrift „Kraut und Rüben“, ist im Rahmen einer Buchreihe erschienen, in welcher jeweils 111 Gründe den Leser oder die Leserin überzeugen sollen, irgendeine Stadt oder ein Land zu lieben, einem einstimmen aufs Elternsein oder eben aufs Gärtnern.
Nachdem die Autorin ihren ureigenen Grund für ihre persönliche Gartenleidenschaft verraten hat, folgen die anderen 110 Gründe, aufgeteilt in die folgenden Kapitel:
- Der Garten als Oase
- Der Garten als Fitnessstudio und Freizeitpark
- Der Garten als Speisekammer
- Der Garten als Therapeut
- Der Garten als Küchenkräuterfabrik
- Der Garten als Öko-Paradies
- Der Garten als Sparschwein
- Der Garten als grüne Apotheke
- Der Garten als Kuriositätenkabinett
- Der Garten als Visitenkarte
- Der Garten als Kunstatelier
Die Autorin erzählt etwa, dass der Garten leider nicht als unfallfreie Zone bezeichnet werden kann, aber wenigstens auch gleich so etwas wie ein grüner Erste-Hilfe-Kasten ist oder sie berichtet von der Gärtnerkrankheit „Sammelitis“, mit der verschiedene Nebenwirkungen einher gehen. Eine davon ist, inoffiziell eine Gärtnerei zu führen. Als grössten Feind des Gartens macht sie den gemeingefährlichen Bauarbeiter aus, sie empfiehlt bei Ohreninfektionen verfaulte, schwarze, aber nicht weiche Äpfel als nützlich und sie weiss von quadratischen Tomaten und anderen schmackhaften Paradeisern. Etwas neidisch habe ich die Zeilen gelesen, in denen Nancy Arrowsmith verrät, dass sie schon als Kind mehrfach Gelegenheit hatte, die Gärten von Ninfa zu besuchen.
Das Gärtnern und Gartentipps werden mit diesem Buch nicht neu erfunden. Die Texte haben manchmal einen gewissen Hang zum Missionieren, enthalten aber unbestritten viele Informationen und die Autorin weiss, wovon sie schreibt. Die Tipps sind oft in Anekdoten versteckt und immer wieder sind einfache Rezepte für die Ernteverwertung eingestreut.
Die Aufteilung der Kapitel in diese 111 Gründe finde ich etwas schwerfällig, teilweise weit hergeholt und gesucht und die Begründungen dementsprechend kurz geraten. Immerhin sprechen die Mini-Portionen-Kapitel für die Eignung des Buches als Pendlerlektüre. Und schliesslich ist Nancy Arrowsmith überzeugt, dass der Leser noch mindestens weitere 111 Gründe aus dem Ärmel schütteln kann, die für den Garten und das Drumherum sprechen. Welches sind Ihre Gründe?
Nancy Arrowsmith: 111 Gründe seinen Garten zu lieben – Ein Loblied auf ein kleines Stück vom Paradies
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2012
Nachdem die Autorin ihren ureigenen Grund für ihre persönliche Gartenleidenschaft verraten hat, folgen die anderen 110 Gründe, aufgeteilt in die folgenden Kapitel:
- Der Garten als Oase
- Der Garten als Fitnessstudio und Freizeitpark
- Der Garten als Speisekammer
- Der Garten als Therapeut
- Der Garten als Küchenkräuterfabrik
- Der Garten als Öko-Paradies
- Der Garten als Sparschwein
- Der Garten als grüne Apotheke
- Der Garten als Kuriositätenkabinett
- Der Garten als Visitenkarte
- Der Garten als Kunstatelier
Die Autorin erzählt etwa, dass der Garten leider nicht als unfallfreie Zone bezeichnet werden kann, aber wenigstens auch gleich so etwas wie ein grüner Erste-Hilfe-Kasten ist oder sie berichtet von der Gärtnerkrankheit „Sammelitis“, mit der verschiedene Nebenwirkungen einher gehen. Eine davon ist, inoffiziell eine Gärtnerei zu führen. Als grössten Feind des Gartens macht sie den gemeingefährlichen Bauarbeiter aus, sie empfiehlt bei Ohreninfektionen verfaulte, schwarze, aber nicht weiche Äpfel als nützlich und sie weiss von quadratischen Tomaten und anderen schmackhaften Paradeisern. Etwas neidisch habe ich die Zeilen gelesen, in denen Nancy Arrowsmith verrät, dass sie schon als Kind mehrfach Gelegenheit hatte, die Gärten von Ninfa zu besuchen.
Das Gärtnern und Gartentipps werden mit diesem Buch nicht neu erfunden. Die Texte haben manchmal einen gewissen Hang zum Missionieren, enthalten aber unbestritten viele Informationen und die Autorin weiss, wovon sie schreibt. Die Tipps sind oft in Anekdoten versteckt und immer wieder sind einfache Rezepte für die Ernteverwertung eingestreut.
Die Aufteilung der Kapitel in diese 111 Gründe finde ich etwas schwerfällig, teilweise weit hergeholt und gesucht und die Begründungen dementsprechend kurz geraten. Immerhin sprechen die Mini-Portionen-Kapitel für die Eignung des Buches als Pendlerlektüre. Und schliesslich ist Nancy Arrowsmith überzeugt, dass der Leser noch mindestens weitere 111 Gründe aus dem Ärmel schütteln kann, die für den Garten und das Drumherum sprechen. Welches sind Ihre Gründe?
Nancy Arrowsmith: 111 Gründe seinen Garten zu lieben – Ein Loblied auf ein kleines Stück vom Paradies
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2012
10. November 2012
Karen Meyer-Rebentisch: Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
In ihrem zweiten Gemüsebuch beschreibt Karen Meyer-Rebentisch ausführlich, wie man sich mit geschickter Sortenauswahl und der passenden Lagermethode auch in der kalten Jahreszeit ganz oder weitgehend mit Vitaminen aus dem eigenen Garten versorgen und die Treibhausprodukte aus der Gemüseabteilung beim Lebensmittelhändler getrost vor sich hin schrumpeln lassen kann. Aus der Auswahl der über dreissig im Buch vorgestellten Gemüsesorten und einer Vielzahl von Kochrezepten finden mit Sicherheit auch Sie das eine oder andere neue Lieblingsrezept.
Die folgenden Gemüsesorten werden im Buch vorgestellt: Apfel, Bärlauch, Barbarakresse, Blumenkohl, Cardy, Chicorée, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Haferwurzel, Kartoffel, Knoblauch, Knollenziest, Kohlrabi, Kürbis, Möhre, Palmkohl, Pastinake, Porree, Radicchio, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserübe, Spinat, Sprouting Broccoli, Steckrübe, Topinambur, Weisskohl, Wirsing und Zwiebel.
Im Einführungstext weist die Autorin auf die Bedeutung der Auswahl der richtigen Gemüsesorten und eine durchdachte Anbauplanung hin, gibt Tipps zum Düngen und erklärt, worauf beim Ernten geachtet werden soll, damit der Vitamingehalt des Gemüses möglichst hoch und der Nitratwert entsprechend niedrig ist. Um die Ernte möglichst lang in frischem und knackigem Zustand aufbewahren und verwerten zu können, sind rechtzeitig Überlegungen und Vorkehrungen zu treffen, um bei Bedarf über geeignete Lagerstätten verfügen zu können. In einer praktischen Tabelle kann nachgeschaut werden, welches Gemüse vor dem Frost geerntet werden muss, welches praktischerweise gleich im Beet überwintern kann oder welche Gemüse am besten im Keller-Lichtschacht, im Frühbeet, im ungeheizten Gewächshaus oder im Folientunnel gelagert werden kann.
Die einzelnen Gemüseportraits sind einheitlich nach folgendem Schema aufgebaut:
- Anbauen
- Sorten
- Ernten
- Lagern
- Kochen
Jedes Gemüse wird ausserdem mit beeindruckenden Fotografien vorgestellt; direkt nach der Ernte im Garten und nach der Verwendung in der Küche. Der Grossteil der Fotos stammt von Karen Meyer-Rebentisch selber. Besonders gut gelungen sind die Fotos mit gefrosteten Gemüse. Die Autorin und Fotografin hält übrigens ausdrücklich fest, dass sämtliche Aufnahmen der appetitanregenden Gerichte ohne irgendwelche Hilfsmittel oder Tricks entstanden sind und die Speisen nach dem Fototermin mit Genuss gegessen worden sind.
Welches Gemüse zählt zu den Starkzehrern, welches eignet sich bestens als Nachkultur? Der Hobby- und Gemüsegärtner findet im Buch Antwort auf diese Fragen und viele Informationen mehr. Unter den Rezepten gibt es beispielsweise Varianten von Flammenkuchen mit Porree oder Apfel, bunten Kartoffelsalat, Wirsing mit Pinienkernen und Ricotta, Spinatauflauf mit Polenta und Schwarzwurzelcurry. Mit der expliziten Erlaubnis der Autorin dürfen, ja sollen Sie den unübertrefflichen Geschmack von Rotkohl auch in aufgewärmter Form geniessen, da er so ja bekanntermassen noch besser mundet als beim ersten Auftischen. Und getrost alles ignorieren, was sie gewöhnlich über vitaminschonende Gemüsezubereitung beherzigen.
Die Publikation wird komplettiert durch ein Stichwortverzeichnis, Adressen für die Beschaffung von Saatgut und Zubehör, Hinweisen auf Internetseiten und weiterführende Literatur sowie einem Anbauplan von Apfel bis Zwiebel, mit Angabe von Zeitpunkt der Aussaat, Pflanzung, Haupterntezeit und Lagerzeitraum.
Und dass der Apfel kein Gemüse ist, wissen Sie, ich und selbstverständlich auch die Autorin. Da letztere ihn aber unverzichtbar hält für die Winterküche, hat sie ihn nichtsdestotrotz ins Buch hereingeschmuggelt. Denn auch mit Äpfeln lässt sich im Herbst und Winter abwechslungsreich und gesund kochen.
Karen Meyer-Rebentisch:
Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
BLV Buchverlag, 2012
Die folgenden Gemüsesorten werden im Buch vorgestellt: Apfel, Bärlauch, Barbarakresse, Blumenkohl, Cardy, Chicorée, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Haferwurzel, Kartoffel, Knoblauch, Knollenziest, Kohlrabi, Kürbis, Möhre, Palmkohl, Pastinake, Porree, Radicchio, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserübe, Spinat, Sprouting Broccoli, Steckrübe, Topinambur, Weisskohl, Wirsing und Zwiebel.
Im Einführungstext weist die Autorin auf die Bedeutung der Auswahl der richtigen Gemüsesorten und eine durchdachte Anbauplanung hin, gibt Tipps zum Düngen und erklärt, worauf beim Ernten geachtet werden soll, damit der Vitamingehalt des Gemüses möglichst hoch und der Nitratwert entsprechend niedrig ist. Um die Ernte möglichst lang in frischem und knackigem Zustand aufbewahren und verwerten zu können, sind rechtzeitig Überlegungen und Vorkehrungen zu treffen, um bei Bedarf über geeignete Lagerstätten verfügen zu können. In einer praktischen Tabelle kann nachgeschaut werden, welches Gemüse vor dem Frost geerntet werden muss, welches praktischerweise gleich im Beet überwintern kann oder welche Gemüse am besten im Keller-Lichtschacht, im Frühbeet, im ungeheizten Gewächshaus oder im Folientunnel gelagert werden kann.
Die einzelnen Gemüseportraits sind einheitlich nach folgendem Schema aufgebaut:
- Anbauen
- Sorten
- Ernten
- Lagern
- Kochen
Jedes Gemüse wird ausserdem mit beeindruckenden Fotografien vorgestellt; direkt nach der Ernte im Garten und nach der Verwendung in der Küche. Der Grossteil der Fotos stammt von Karen Meyer-Rebentisch selber. Besonders gut gelungen sind die Fotos mit gefrosteten Gemüse. Die Autorin und Fotografin hält übrigens ausdrücklich fest, dass sämtliche Aufnahmen der appetitanregenden Gerichte ohne irgendwelche Hilfsmittel oder Tricks entstanden sind und die Speisen nach dem Fototermin mit Genuss gegessen worden sind.
Welches Gemüse zählt zu den Starkzehrern, welches eignet sich bestens als Nachkultur? Der Hobby- und Gemüsegärtner findet im Buch Antwort auf diese Fragen und viele Informationen mehr. Unter den Rezepten gibt es beispielsweise Varianten von Flammenkuchen mit Porree oder Apfel, bunten Kartoffelsalat, Wirsing mit Pinienkernen und Ricotta, Spinatauflauf mit Polenta und Schwarzwurzelcurry. Mit der expliziten Erlaubnis der Autorin dürfen, ja sollen Sie den unübertrefflichen Geschmack von Rotkohl auch in aufgewärmter Form geniessen, da er so ja bekanntermassen noch besser mundet als beim ersten Auftischen. Und getrost alles ignorieren, was sie gewöhnlich über vitaminschonende Gemüsezubereitung beherzigen.
Die Publikation wird komplettiert durch ein Stichwortverzeichnis, Adressen für die Beschaffung von Saatgut und Zubehör, Hinweisen auf Internetseiten und weiterführende Literatur sowie einem Anbauplan von Apfel bis Zwiebel, mit Angabe von Zeitpunkt der Aussaat, Pflanzung, Haupterntezeit und Lagerzeitraum.
Und dass der Apfel kein Gemüse ist, wissen Sie, ich und selbstverständlich auch die Autorin. Da letztere ihn aber unverzichtbar hält für die Winterküche, hat sie ihn nichtsdestotrotz ins Buch hereingeschmuggelt. Denn auch mit Äpfeln lässt sich im Herbst und Winter abwechslungsreich und gesund kochen.
Karen Meyer-Rebentisch:
Wintergemüse – selbst geerntet, selbst gekocht
BLV Buchverlag, 2012
6. November 2012
Silvio Waser: Das Waldgartenprinzip
Was ist unter Waldgartenprinzip zu verstehen? Hohe Bäume, wenig Licht und in der Folge eher kümmerliche Pflanzen? Diese Antwort kann wohl schon aufgrund der heutigen meist kleinen Parzellengrösse, mit denen sich die Mehrheit der gärtnernden Mitmenschen begnügen muss, nicht ganz stimmen. Denn in solchen Kleingärten sind hohe Gehölze eindeutig fehl am Platz. Silvio Waser definiert das Waldgartenprinzip als Kombination der vier bekannten Gartenbaumethoden Naturgarten, Nutzgarten, Waldgarten und Blumengarten. Die Grundmotivation für die Wahl des in diesem Buch erklärten Anbauprinzips liegt denn auch nicht in einem möglichst hohen Ernteertrag, der oft nur durch den Einsatz von (chemischen) Düngemitteln erreicht wird, sondern in einer Kombination von Ernteglück und Freude an der der Natur und ihren Bewohnern. Dabei gilt als oberste Maxime: „Alles nützt allen“.
Die Bepflanzung im Waldgartenprinzip erfolgt grundsätzlich auf drei Ebenen. Am Boden wachsen beispielsweise Gemüse, Kräuter und Blumen, während sich Sträucher und Beeren die mittlere Eben teilen. Die oberste Ebene gehört kleinwüchsigen (bis höchstens drei Meter hohen) Obstbäumen, die sorgfältig so gepflanzt und gepflegt werden müssen, dass die unteren Pflanzebenen noch genügend Licht abbekommen. Zum Gärtnern gehört auch die Entspannung. Während die Natur sich weitestgehend entfalten darf, mag und soll der Gärtner sich auch mal ausruhen, Tiere beobachten und einfach nur abschalten. Schliesslich ist ein wichtiger Pluspunkt, der für eine Bewirtschaftung nach dem Waldgartenprinzip spricht, die Reduktion der Arbeitsintensivität im Vergleich mit einem herkömmlichen Gemüsegarten.
Damit das Waldgartenprinzip auch zufriedenstellend funktioniert, sollte der Gärtner über gewisse Grundkenntnisse der Mischkultur verfügen. Denn auch Pflanzen haben Vorlieben und ziehen gewisse Nachbarn anderen vor. Silvio Waser weist ausserdem ausdrücklich darauf hin, dass das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der grünen Gartenbewohner deren Herkunft ist, denn es sollen unbedingt einheimische Pflanzen bevorzugt werden. Und wie im „richtigen“ Wald sollen auch im Waldgarten Rückzugsnischen für allerlei Getier geschaffen werden. Zweckmässig sind beispielsweise Totholz, Schnittabfälle, Steine oder Laub. Werden die Beetflächen zusätzlich mit geeignetem Material gemulcht, so lassen sich unerwünschte Kräuter und Pflanzen unterdrücken und es muss weniger häufig gejätet werden.
Im Kapitel „Die Pünt“ gibt es lokale Informationen zu lesen. Der Autor erklärt, dass der Ausdruck „Pünt“ für Schrebergärten tatsächlich nur in der Region Winterthur verwendet wird und sogar im nicht weit entfernt liegenden Zürich nicht gebraucht wird. Erwähnt wird auch die neue Püntenregelung, die letztes Jahr für einigen Aufruhr sorgte und über welche auch überregional in den Medien berichtet worden ist. So sollten beispielsweise strikte Regelungen in Bezug auf Farbe der Häuschen oder Grösse der Bauten eingeführt werden.
Der Autor bewirtschaftet einen seiner eigenen Schrebergärten nach dem Waldgartenprinzip. Sein Schlusssatz mit dem Fazit, dass das Waldgartenprinzip in seiner Einfachheit von jedermann umgesetzt werden und mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielt werden kann, von der sowohl der Mensch als auch die Natur profitieren können, gipfelt in der logischen Frage: wer mag mitmachen?
Diese im Eigenverlag erschiene Publikation ist grosszügig mit Fotos des Autors illustriert und bereits das zweite Gartenbuch von Silvio Waser. Es kann kurz zusammengefasst als Plädoyer für die Biodiversität bezeichnet werden und ist mit viel Enthusiasmus verfasst, der das Fehlen eines professionellen Lektorats wettmacht. Das erste Gartenbuch des Autors („Spirituelles Gärtnern“) habe ich bereits früher hier vorgestellt und inzwischen auch meine Skepsis (und Hemmungen) überwunden und ihn in seinem Laden besucht, wo er auch ein vielfältiges Gartenbüchersortiment anbietet.
Silvio Waser engagiert sich übrigens nicht nur in seiner Pünt und mit seinen Gartenbüchern für die Natur. Immer wieder erscheinen in der lokalen Tageszeitung Leserbriefe, in denen er sich für mehr Natur in der Stadt Winterthur einsetzt und beispielsweise die Stadtgärtnerei auffordert, zumindest auf den Baumscheiben Wildblumen zu dulden. Er gibt auch seit ein paar Jahren einen Stadtplan heraus, der hiesige Ladengeschäfte auflistet, die ökologische, fair gehandelte, ganzheitlich hergestellte oder besonders originelle Produkte in ihrem Angebot haben.
Silvio Waser:
Das Waldgartenprinzip
Neue Wege gehen Verlag, 2012
Die Bepflanzung im Waldgartenprinzip erfolgt grundsätzlich auf drei Ebenen. Am Boden wachsen beispielsweise Gemüse, Kräuter und Blumen, während sich Sträucher und Beeren die mittlere Eben teilen. Die oberste Ebene gehört kleinwüchsigen (bis höchstens drei Meter hohen) Obstbäumen, die sorgfältig so gepflanzt und gepflegt werden müssen, dass die unteren Pflanzebenen noch genügend Licht abbekommen. Zum Gärtnern gehört auch die Entspannung. Während die Natur sich weitestgehend entfalten darf, mag und soll der Gärtner sich auch mal ausruhen, Tiere beobachten und einfach nur abschalten. Schliesslich ist ein wichtiger Pluspunkt, der für eine Bewirtschaftung nach dem Waldgartenprinzip spricht, die Reduktion der Arbeitsintensivität im Vergleich mit einem herkömmlichen Gemüsegarten.
Damit das Waldgartenprinzip auch zufriedenstellend funktioniert, sollte der Gärtner über gewisse Grundkenntnisse der Mischkultur verfügen. Denn auch Pflanzen haben Vorlieben und ziehen gewisse Nachbarn anderen vor. Silvio Waser weist ausserdem ausdrücklich darauf hin, dass das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der grünen Gartenbewohner deren Herkunft ist, denn es sollen unbedingt einheimische Pflanzen bevorzugt werden. Und wie im „richtigen“ Wald sollen auch im Waldgarten Rückzugsnischen für allerlei Getier geschaffen werden. Zweckmässig sind beispielsweise Totholz, Schnittabfälle, Steine oder Laub. Werden die Beetflächen zusätzlich mit geeignetem Material gemulcht, so lassen sich unerwünschte Kräuter und Pflanzen unterdrücken und es muss weniger häufig gejätet werden.
Im Kapitel „Die Pünt“ gibt es lokale Informationen zu lesen. Der Autor erklärt, dass der Ausdruck „Pünt“ für Schrebergärten tatsächlich nur in der Region Winterthur verwendet wird und sogar im nicht weit entfernt liegenden Zürich nicht gebraucht wird. Erwähnt wird auch die neue Püntenregelung, die letztes Jahr für einigen Aufruhr sorgte und über welche auch überregional in den Medien berichtet worden ist. So sollten beispielsweise strikte Regelungen in Bezug auf Farbe der Häuschen oder Grösse der Bauten eingeführt werden.
Der Autor bewirtschaftet einen seiner eigenen Schrebergärten nach dem Waldgartenprinzip. Sein Schlusssatz mit dem Fazit, dass das Waldgartenprinzip in seiner Einfachheit von jedermann umgesetzt werden und mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielt werden kann, von der sowohl der Mensch als auch die Natur profitieren können, gipfelt in der logischen Frage: wer mag mitmachen?
Diese im Eigenverlag erschiene Publikation ist grosszügig mit Fotos des Autors illustriert und bereits das zweite Gartenbuch von Silvio Waser. Es kann kurz zusammengefasst als Plädoyer für die Biodiversität bezeichnet werden und ist mit viel Enthusiasmus verfasst, der das Fehlen eines professionellen Lektorats wettmacht. Das erste Gartenbuch des Autors („Spirituelles Gärtnern“) habe ich bereits früher hier vorgestellt und inzwischen auch meine Skepsis (und Hemmungen) überwunden und ihn in seinem Laden besucht, wo er auch ein vielfältiges Gartenbüchersortiment anbietet.
Silvio Waser engagiert sich übrigens nicht nur in seiner Pünt und mit seinen Gartenbüchern für die Natur. Immer wieder erscheinen in der lokalen Tageszeitung Leserbriefe, in denen er sich für mehr Natur in der Stadt Winterthur einsetzt und beispielsweise die Stadtgärtnerei auffordert, zumindest auf den Baumscheiben Wildblumen zu dulden. Er gibt auch seit ein paar Jahren einen Stadtplan heraus, der hiesige Ladengeschäfte auflistet, die ökologische, fair gehandelte, ganzheitlich hergestellte oder besonders originelle Produkte in ihrem Angebot haben.
Silvio Waser:
Das Waldgartenprinzip
Neue Wege gehen Verlag, 2012
31. Mai 2012
Gerlinde Herz: Omas kleines Gartenbuch
Für dieses kleine liebevoll illustrierte Büchlein hat Gerlinde Herz Grossmutters Gartenerfahrungen kurz und knapp zusammengefasst. Nach einem kurzen Exkurs durch die Gartengeschichte erzählt sie in gartenalphabetischer Form von Ameisen, Gänseblümchen über Muskatellersalbei bis Zucchini Wissenswertes und Lehrreiches aus der Gartenwelt.
Sie gibt dem interessierten Leser Antwort auf die Frage, ob Asche aus dem Kaminofen bedenkenlos im Garten verteilt werden darf, geht auf Bauernregeln ein und berichtet über die verschiedenen positiven und negativen Wirkungen von Brennnesseln. Ausserdem verrät sie, dass ungeniessbare Kartoffeln mit grünen Stellen als Insektenspray Verwendung finden können. Grossmutter wusste auch, dass das Verpflanzen von fest eingewurzelten grünen Schätzen mit Unterstützung von zerquetschten Knoblauchzehen oder gekeimten Gerstenkörnern im Wurzelbereich besser gelingt und eine Gabe gute Komposterde den Start am neuen Ort zusätzlich erleichtert.
Der „Jahresplan meiner Oma“ mit monatlich anfallenden Aufgaben im Garten sowie eine Tabelle mit guten und schlechten Nachbarn im Gemüsegarten komplettieren Omas Gartentipps, die sich in erster Linie als Ratgeber für Einsteiger oder als Mitbringsel für Gartenanfänger eignen.
Omas kleines Gartenbuch
Ars Vivendi Verlag, 2011
13. Mai 2012
Frank M. von Berger: Gartenblumen in Harmonie
Wieso
ziehen die einen Staudenbeete unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich, während
andere einem im besten Fall ein müdes Gähnen entlocken? Was ist unter
Prachtstauden zu verstehen? Wie kombiniert man verschiedene Pflanzenformen
wirkungsvoll? Welche Stauden haben Fernwirkung, welche eignen sich als
Lückenfüller und welche setzen auch im Winter interessante Akzente? Für eine harmonische
Beetgestaltung sind unterschiedliche Faktoren von Wichtigkeit. Damit das
Ergebnis kreativen Staudengärtnerns auch den Erwartungen entspricht, lohnt es
sich unbedingt, sich vor dem Pflanzenkauf und Einpflanzen zumindest ein
Basiswissen anzulesen.
In der Einleitung seines Buches „Gartenblumen in Harmonie“ erklärt Frank M. Berger zunächst, dass die Stauden aufgrund ihrer Wuchsformen grob in fünf Wuchskategorien eingeteilt werden: teppichartiger, ausgebreiteter Wuchs; vertikal nach oben strebender Wuchs; hügelartiger Wuchs; duftiger, lockerer Wuchs und fontänenartiger Wuchs. Die Grenzen zwischen den einzelnen Habituskategorien sind dabei zuweilen fliessend und natürlich kann nicht jede Pflanze eindeutig zugeordnet werden. Das Buch selber ist analog eben dieser Wuchskategorien in fünf Kapitel eingeteilt: „Teppiche weben“, „Vertikale Akzente setzen“, „Schwungvoll und explosiv“, „Geballte Staudenpracht“ und „Duftiges und Transparentes“.
In jedem Kapitel werden nach einem erläuternden Einführungstext in alphabetischer Reihenfolge Vertreter der entsprechenden Staudengruppe vorgestellt. Neben einem Foto gehören zum Portrait Informationen über Aussehen der Pflanze, Standortansprüche, Pflege, Vermehrung und Kombinationsvorschläge. In farbig hinterlegten Kästchen gibt der Autor zusätzliche Tipps oder erklärt beispielsweise was Rhizome sind oder was unter halbimmergrünen Stauden zu verstehen ist. Dazwischen sind Doppelseiten eingefügt, in welchen beispielsweise Stauden mit panaschierten Blättern oder silbergrauem und purpurfarbigem Laub aus den verschiedenen Wuchskategorien gezeigt werden. Im abschliessenden Serviceteil findet der Leser Bezugsquellen, Literaturhinweise und ein Register.
Etwas aussergewöhnlich, um nicht zu schreiben irritierend, fand ich beim ersten Öffnen des Buches, dass gleich beide Innenseiten des Umschlages mit Gartentipps bedruckt sind, also die üblichen „Leerseiten“ fehlen. In der Tat ungewohnt, aber bei näherer Überlegung durchaus sinnvoll. Wieviele Bäume könnten wohl jährlich eingespart werden, wenn sämtliche Bücher auf diese Weise gestaltet werden?
Die Publikation "Gartenblumen in Harmonie" ist sehr schön und informativ aufgemacht. Die Fotos der einzelnen Pflanzen beschränken sich mehrheitlich auf Ausschnitte von blühenden Stauden, gewissermassen „Staudenpassfotos“. Ich hätte mir etwas mehr inspirierende Bilder wie die Pflanzenduos „Bergenien und Kalmus“, „Bergenien mit roten Trieben von Hartriegel“ oder die vom Frost verzauberten Blütenstände gewünscht und ganz allgemein (viel) mehr Fotos von schön gestalteten Mixed Borders mit Kombinationen, wie sie in den Pflanzenportraits vorgeschlagen werden. Das Buch ist übrigens Anfang Jahr mit dem Gartenbuchpreis 2012 ausgezeichnet worden.
Frank M. von Berger:
In der Einleitung seines Buches „Gartenblumen in Harmonie“ erklärt Frank M. Berger zunächst, dass die Stauden aufgrund ihrer Wuchsformen grob in fünf Wuchskategorien eingeteilt werden: teppichartiger, ausgebreiteter Wuchs; vertikal nach oben strebender Wuchs; hügelartiger Wuchs; duftiger, lockerer Wuchs und fontänenartiger Wuchs. Die Grenzen zwischen den einzelnen Habituskategorien sind dabei zuweilen fliessend und natürlich kann nicht jede Pflanze eindeutig zugeordnet werden. Das Buch selber ist analog eben dieser Wuchskategorien in fünf Kapitel eingeteilt: „Teppiche weben“, „Vertikale Akzente setzen“, „Schwungvoll und explosiv“, „Geballte Staudenpracht“ und „Duftiges und Transparentes“.
In jedem Kapitel werden nach einem erläuternden Einführungstext in alphabetischer Reihenfolge Vertreter der entsprechenden Staudengruppe vorgestellt. Neben einem Foto gehören zum Portrait Informationen über Aussehen der Pflanze, Standortansprüche, Pflege, Vermehrung und Kombinationsvorschläge. In farbig hinterlegten Kästchen gibt der Autor zusätzliche Tipps oder erklärt beispielsweise was Rhizome sind oder was unter halbimmergrünen Stauden zu verstehen ist. Dazwischen sind Doppelseiten eingefügt, in welchen beispielsweise Stauden mit panaschierten Blättern oder silbergrauem und purpurfarbigem Laub aus den verschiedenen Wuchskategorien gezeigt werden. Im abschliessenden Serviceteil findet der Leser Bezugsquellen, Literaturhinweise und ein Register.
Etwas aussergewöhnlich, um nicht zu schreiben irritierend, fand ich beim ersten Öffnen des Buches, dass gleich beide Innenseiten des Umschlages mit Gartentipps bedruckt sind, also die üblichen „Leerseiten“ fehlen. In der Tat ungewohnt, aber bei näherer Überlegung durchaus sinnvoll. Wieviele Bäume könnten wohl jährlich eingespart werden, wenn sämtliche Bücher auf diese Weise gestaltet werden?
Die Publikation "Gartenblumen in Harmonie" ist sehr schön und informativ aufgemacht. Die Fotos der einzelnen Pflanzen beschränken sich mehrheitlich auf Ausschnitte von blühenden Stauden, gewissermassen „Staudenpassfotos“. Ich hätte mir etwas mehr inspirierende Bilder wie die Pflanzenduos „Bergenien und Kalmus“, „Bergenien mit roten Trieben von Hartriegel“ oder die vom Frost verzauberten Blütenstände gewünscht und ganz allgemein (viel) mehr Fotos von schön gestalteten Mixed Borders mit Kombinationen, wie sie in den Pflanzenportraits vorgeschlagen werden. Das Buch ist übrigens Anfang Jahr mit dem Gartenbuchpreis 2012 ausgezeichnet worden.
Frank M. von Berger:
Gartenblumen in Harmonie
4. Mai 2012
Elisabeth Jacob: Lust auf Garten – Planen, pflanzen, pflegen
In diesem neuen Beobachter-Ratgeber präsentiert die Journalistin und Obergärtnerin Elisabeth Jacob auf rund 230 Seiten eine Fülle an Ideen, Tipps und Anleitungen, von der sowohl erfahrene Gärtnerinnen als auch solche, die es werden wollen, profitieren können. Beobachter-Publikationen bürgen für Qualität - „Lust auf Garten“ reiht sich nahtlos in diese sachlich fundierte Bücherreihe ein. Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert:
1. Gartentraum und Wirklichkeit
2. Planung und Gestaltung
3. Der Boden und seine Bearbeitung
4. Der schönste Gartenschmuck: Pflanzen
5. Gartenarbeiten durchs Jahr
6. Pflanzen hegen und pflegen
7. Gesunder Garten: Pflanzenschutz
8. Pflanzen, die wenig Freude bereiten
Grundsätzlich ist gärtnern doch eigentlich ganz einfach. Jeder kann eine Pflanze im Garten oder in einem Topf einbuddeln und nach Gutdünken pflegen. Damit die „Resultate“, sprich die Gemüseernte, den Erwartungen von Hülle und Fülle und Geschmack entspricht und sich im Blumenbeet ein Blütenmeer entfaltet, sind aber zumindest grundlegende Kenntnisse sinnvoll. So will zunächst die richtige Standortauswahl gut überlegt sein, denn diese Entscheidung hat einen direkten Einfluss auf Erfolg und Misserfolg und Gartenlust und Gartenfrust. Ein gutes Ergebnis kann auch erwartet werden, wenn schon beim Pflanzeneinkauf die lokalen Verhältnisse berücksichtigt werden.
Mit einer klugen Anpflanzung lässt sich unnötiger Pflegeaufwand vermeiden, weil sich gute Nachbarn im Gartenbeet gegenseitig unterstützen, während schlechte Nachbarn sich auch im grünen Bereich das Leben gegenseitig schwer machen können. Eine erspriessliche Nachbarschaft ist aber nicht nur im Garten zwischen dem Grünzeug wichtig, auch die Kontakte zu zweibeinigen Anstössern jenseits des Zauns sind nicht unbedeutend. So weist die Autorin in ihrem Ratgeber darauf hin, dass es nicht sehr viel nützt, wenn Sie sich sorgfältig um das Wohlergehen Ihrer Tomaten bemühen, wenn der Nachbar seine kränkelnden Pflanzen stehen lässt und diese ungehindert ihre Sporen verbreiten können.
Für helvetische Grünfinger sind besonders die auf hiesigen Grundlagen basierenden rechtlichen Hinweise zu Baubewilligungen oder Grenzabständen von Interesse, wenn auch für detaillierte Informationen natürlich die genauen kantonalen und kommunalen Vorschriften eingeholt und beachtet werden müssen. Haben Sie beispielsweise gewusst, dass ein in Grenznähe gepflanztes Gehölz mit dem Einverständnis des Nachbarn ins Grundbuch eingetragen werden kann? In der Folge bleibt die Vereinbarung auch bei einem Besitzerwechsel gültig und der neue Eigentümer kann nicht die Beseitigung des betreffenden Baums verlangen. Verjährungsfristen, Kapprecht und Grenzpflanzungen zu Nachbarn und an Strassen oder Trottoirs und die (möglichen) daraus resultierenden Probleme sind weitere Themen im Ratgeber.
Die interessierte Leserin erfährt ausserdem vom Zusammenhang zwischen entspanntem Gärtnern und Toleranz, liest von Wildkräutern, die als Zeigerpflanzen fingieren und von den unterschiedlichen Aussaaten von Gründüngung. An anderer Stelle wird von invasiven Pflanzen und Ersatzpflanzen für niedrige und höhere Buchspflanzungen berichtet und die Anfänger-Gärtnerin wird darauf hingewiesen, dass Hochglanzbroschüren mit bunten Fotos und übertriebenen Anpreisungen von Vorteilen keine Garantie für grossartige Produkte sind. Vier verschiedene Piktogramme lenken das Interesse auf spezielle Hinweise. Im Anhang finden sich ein Glossar, eine Mischkultur-Tabelle, ein Stichwortverzeichnis sowie nützliche Adressen, Links und Buchtipps.
Dieser Ratgeber bietet eine umfangreiche Palette an (Grund-)Wissensvermittlung für Gärtnerinnen und zählt zu den Büchern, die man immer wieder zur Hand nimmt, um etwas nachzuschlagen. Er ist übrigens auch für Gärtner empfehlenswert.
Elisabeth Jacob:
Lust auf Garten – Planen, pflanzen, pflegen
Beobachter-Buchverlag, 2012
2. April 2012
Karen Meyer-Rebentisch: Das Gemüsebuch – Sorten, Anbau, Küchentipps
Karen Meyer-Rebentisch betreibt die informative Webseite "Gemüse-Info", die nicht zuletzt durch tolle Farbfotos besticht. Nun hat die leidenschaftliche Gemüsegärtnerin und Gemüse-Esserin ihre Passion und ihr profundes Wissen zu Gemüsesorten, Anbau und Küchentipps in Buchform herausgegeben. Von der Artischocke über Chili, Guter Heinrich, Mangold und Schwarzwurzel bis zur Zwiebel stellt sie 50 schmackhafte Gemüsesorten, die sich für den Anbau im Hausgarten eignen, ausführlich in Wort und Bild vor.
Im Kapitel „Einführung“ berichtet die Autorin von ihrem ersten überaus erfreulichen Gemüse-Sommer, dem prompt ein weniger erfolgreiches Erntejahr folgte. Immerhin trösteten Tomaten und Spitzkohl über die von Nacktschnecken, Mehltau, Wühlmäusen und Möhrenfliegen mit verursachten Ernteausfällen hin. Rat suchte sie daraufhin auch in einschlägigen Internetforen und stiess dabei auf eine ihr bis anhin unbekannte Auswahl an farbigen Gemüsesorten und solchen in ungewohnten Formen – roter Mais, gelbe Radieschen, blaue Bohnen, weisse Möhren und braune Tomaten in Form von Eiern. Diese Vielfalt musste ausprobiert und erlebt werden! Ihren inzwischen reichen Erfahrungsschatz teilt sie nun in diesem für Anfänger wie für Fortgeschrittene Gemüsegärtner geeigneten Buch mit dem interessierten Leser.
Neben den mundwässernden Fotos der Autorin sind die einzelnen Portraits wie folgt aufgebaut:
- Kulturgeschichte
- Anbau im Garten
- Sorten
- Schädlinge und Krankheiten
- Ernte, Lagerung, Konservierung
- Auf einen Blick
- Gemüse… in der Küche
- Gesundes Gemüse …
So erfährt man in „Gesunder Chili“ davon, dass dieser in Form von Wärmepflastern bei Rheumaerkrankungen eingesetzt wird und Kopfschmerzen und Migräne durch den Verzehr von Chili verschwinden sollen. Im Absatz „Kulturgeschichte“ findet sich die Information, dass der Neuseeländer Spinat von Joseph Banks nach Europa gebracht worden ist. Und haben Sie gewusst, dass die Blätter von Pastinaken im Zusammenspiel mit der Sonne bei empfindlichen Personen schmerzliche Ausschläge auslösen können? Welches Gemüse hat eine positive Wirkung auf den Blutfettspiegel? Welches Gemüse kann auch Diabetikern unbeschränkt empfohlen werden? Bei welchem Gemüse muss beim Ernten und Rüsten an Nitrat und Oxalsäure gedacht werden? Diesbezügliche Tipps finden sich ebenfalls im Buch.
Im Anhang finden sich ein Anbaukalender, mit Angaben zu Aussaat, Pflanzung und Ernte sowie eine Auflistung der Gemüsesorten und ihrer Pflanzenfamilien und deren jeweiliger Nährstoffbedarf. Lieferanten für Saatgut und Jungpflanzen und Zubehör für den Gemüsebau, weitere nützliche Adressen sowie ein Stichwortverzeichnis runden die gelungene Publikation ab. Eine „Gemüsebibel“, die in jedes (Gemüse-)Gärtnerbücherregal gehört und ihn der man immer wieder wieder gerne etwas nachlesen wird.
Wer noch mehr über Gemüse lesen will, dem sei der Gemüseblog der Autorin empfohlen: http://www.gemuese-info.de/blog.html.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das Gemüsebuch – Sorten, Anbau, Küchentipps
BLV Bucherlag, 2012
Im Kapitel „Einführung“ berichtet die Autorin von ihrem ersten überaus erfreulichen Gemüse-Sommer, dem prompt ein weniger erfolgreiches Erntejahr folgte. Immerhin trösteten Tomaten und Spitzkohl über die von Nacktschnecken, Mehltau, Wühlmäusen und Möhrenfliegen mit verursachten Ernteausfällen hin. Rat suchte sie daraufhin auch in einschlägigen Internetforen und stiess dabei auf eine ihr bis anhin unbekannte Auswahl an farbigen Gemüsesorten und solchen in ungewohnten Formen – roter Mais, gelbe Radieschen, blaue Bohnen, weisse Möhren und braune Tomaten in Form von Eiern. Diese Vielfalt musste ausprobiert und erlebt werden! Ihren inzwischen reichen Erfahrungsschatz teilt sie nun in diesem für Anfänger wie für Fortgeschrittene Gemüsegärtner geeigneten Buch mit dem interessierten Leser.
Neben den mundwässernden Fotos der Autorin sind die einzelnen Portraits wie folgt aufgebaut:
- Kulturgeschichte
- Anbau im Garten
- Sorten
- Schädlinge und Krankheiten
- Ernte, Lagerung, Konservierung
- Auf einen Blick
- Gemüse… in der Küche
- Gesundes Gemüse …
So erfährt man in „Gesunder Chili“ davon, dass dieser in Form von Wärmepflastern bei Rheumaerkrankungen eingesetzt wird und Kopfschmerzen und Migräne durch den Verzehr von Chili verschwinden sollen. Im Absatz „Kulturgeschichte“ findet sich die Information, dass der Neuseeländer Spinat von Joseph Banks nach Europa gebracht worden ist. Und haben Sie gewusst, dass die Blätter von Pastinaken im Zusammenspiel mit der Sonne bei empfindlichen Personen schmerzliche Ausschläge auslösen können? Welches Gemüse hat eine positive Wirkung auf den Blutfettspiegel? Welches Gemüse kann auch Diabetikern unbeschränkt empfohlen werden? Bei welchem Gemüse muss beim Ernten und Rüsten an Nitrat und Oxalsäure gedacht werden? Diesbezügliche Tipps finden sich ebenfalls im Buch.
Im Anhang finden sich ein Anbaukalender, mit Angaben zu Aussaat, Pflanzung und Ernte sowie eine Auflistung der Gemüsesorten und ihrer Pflanzenfamilien und deren jeweiliger Nährstoffbedarf. Lieferanten für Saatgut und Jungpflanzen und Zubehör für den Gemüsebau, weitere nützliche Adressen sowie ein Stichwortverzeichnis runden die gelungene Publikation ab. Eine „Gemüsebibel“, die in jedes (Gemüse-)Gärtnerbücherregal gehört und ihn der man immer wieder wieder gerne etwas nachlesen wird.
Wer noch mehr über Gemüse lesen will, dem sei der Gemüseblog der Autorin empfohlen: http://www.gemuese-info.de/blog.html.
Karen Meyer-Rebentisch:
Das Gemüsebuch – Sorten, Anbau, Küchentipps
BLV Bucherlag, 2012
23. April 2009
Endlich gärtnern!
An Sabine Reber und ihren Gartenbüchern scheiden sich die Geister. Diesen Frühling ist bereits ihr drittes Buch zu diesem Thema erschienen, und ich war auch etwas skeptisch nachdem ich die Vorschau gelesen hatte. Ein erstes Durchblättern hat nicht dazu beigetragen mich vom Buch zu überzeugen, im Gegenteil, ich befürchtete aufgrund der Fotos eine Art Selbstdarstellung. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, habe ich auch meine Meinung geändert. Mir – auch einer Autodidaktin in Sachen gärtnern - gefällt Sabine Rebers Schreibstil, und ob nun alle Tipps etwas taugen oder nicht, kann ich nicht vollumfänglich beurteilen.
„Endlich gärtnern!“ beginnt mit dem Garten-Manifest, welches auch auf Sabine Rebers Internetseite nachzulesen ist. Zwischen der Vermittlung von Grundlagen zu Mist, Kompost, Dünger oder etwas Botanik und Werkzeugen, die ein Gärtner tatsächlich braucht, sind immer wieder persönliche Erfahrungen wie beispielsweise über ihre Lehrjahre als Gartenanfängerin oder den Beginn ihrer Gärtner-Karriere während einem längeren Irland-Aufenthalt, eingestreut. Oder sie beneidet Gartenlaien, die sich in ihrer Unbekümmertheit noch für alles Blühende begeistern, während ein „Fortgeschrittener“ weiss, dass sich ein Kauf nicht lohnt, weil die richtigen Wachstumsbedingungen sowieso nicht mit vernünftigem Aufwand erfüllt werden können.
Im Kapitel „Pflanzen, die Freude machen“ handelt eine Episode von einer Schnupperstunde (im wahrsten Sinne des Wortes) über die Königslilie, einer Lieblingspflanze der Autorin. Wer ab und zu ihre Webseite besucht, wird einzelne Geschichten schon kennen, aber es ist doch immer schöner, in einem Buch zu lesen! Etwas speziell mutet der Tipp an, im Sommer das Gästebett in den Garten zu tragen...
Wer nun noch mehr von Sabine Reber lesen möchte: Von Pflanzenkombinationen handelt „Traumpaare im Beet“. Nicht von richtig oder falsch, sondern von Harmonie. Teilweise werden altbekannte Verbindungen empfohlen werden, andere sind eher speziell und originell. Wer kann mit wem verkuppelt oder wer mag gemeinsam alt werden? Aufgelockert werden die Pflanzen-Beziehungsgeschichten durch Paargeschichten aus der Gartenszene im weitesten Sinne. Diese handeln von Claude Monet und Alice Hoschéde, Kaiserin Josephine und Napoleon oder Cäsar und Kleopatra und anderen. Traumhaft sind die Fotos von Marianne Majerus.
Sabine Reber schreibt auch Romane und Gedichte. Im Roman „Blau“ geht es um die Züchtung einer blauen Rose. Dieses Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich.
Sabine Reber:
Endlich Gärtnern!
Callwey Verlag, 2009
Traumpaare im Beet (mit Fotos von Marianne Majerus)
Callwey Verlag, 2007
Ein Gartenzimmer für mich allein (mit Fotos von Ursel Borstell)
Callwey Verlag, 2006
Blau Reclam Verlag, 2001
„Endlich gärtnern!“ beginnt mit dem Garten-Manifest, welches auch auf Sabine Rebers Internetseite nachzulesen ist. Zwischen der Vermittlung von Grundlagen zu Mist, Kompost, Dünger oder etwas Botanik und Werkzeugen, die ein Gärtner tatsächlich braucht, sind immer wieder persönliche Erfahrungen wie beispielsweise über ihre Lehrjahre als Gartenanfängerin oder den Beginn ihrer Gärtner-Karriere während einem längeren Irland-Aufenthalt, eingestreut. Oder sie beneidet Gartenlaien, die sich in ihrer Unbekümmertheit noch für alles Blühende begeistern, während ein „Fortgeschrittener“ weiss, dass sich ein Kauf nicht lohnt, weil die richtigen Wachstumsbedingungen sowieso nicht mit vernünftigem Aufwand erfüllt werden können.
Im Kapitel „Pflanzen, die Freude machen“ handelt eine Episode von einer Schnupperstunde (im wahrsten Sinne des Wortes) über die Königslilie, einer Lieblingspflanze der Autorin. Wer ab und zu ihre Webseite besucht, wird einzelne Geschichten schon kennen, aber es ist doch immer schöner, in einem Buch zu lesen! Etwas speziell mutet der Tipp an, im Sommer das Gästebett in den Garten zu tragen...
Wer nun noch mehr von Sabine Reber lesen möchte: Von Pflanzenkombinationen handelt „Traumpaare im Beet“. Nicht von richtig oder falsch, sondern von Harmonie. Teilweise werden altbekannte Verbindungen empfohlen werden, andere sind eher speziell und originell. Wer kann mit wem verkuppelt oder wer mag gemeinsam alt werden? Aufgelockert werden die Pflanzen-Beziehungsgeschichten durch Paargeschichten aus der Gartenszene im weitesten Sinne. Diese handeln von Claude Monet und Alice Hoschéde, Kaiserin Josephine und Napoleon oder Cäsar und Kleopatra und anderen. Traumhaft sind die Fotos von Marianne Majerus.
Sabine Reber schreibt auch Romane und Gedichte. Im Roman „Blau“ geht es um die Züchtung einer blauen Rose. Dieses Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich.
Sabine Reber:
Endlich Gärtnern!
Callwey Verlag, 2009
Traumpaare im Beet (mit Fotos von Marianne Majerus)
Callwey Verlag, 2007
Ein Gartenzimmer für mich allein (mit Fotos von Ursel Borstell)
Callwey Verlag, 2006
Blau Reclam Verlag, 2001
12. April 2009
Grundkurs Grüner Daumen von Brigitte
Basiswissen in Sachen Gärtnern für Einsteigerinnen und Einsteiger vermittelt der Ratgeber „Grundkurs Grüner Daumen“.
Der Umschlag beinhaltet gegliedert nach Jahreszeiten einen Fahrplan mit den wichtigsten Arbeiten durch das Gartenjahr. Das erste Drittel des Buches wird „Ideen für schöne Gärten“ und „Ideen für schöne Terrassen und Balkone“ gewidmet. In Kurzportraits mit Fotos werden verschiedene Gartentypen wie Cottagegarten, Familiengarten oder Designergarten vorgestellt. Extratipps zum Thema und jeweils eine Zusammenfassung mit dem Titel „Das macht den Charme aus“ runden das Kapitel ab.
Weitere Lektionen handeln von Themen wie Einpflanzen und Aussähen, Einmaleins des Gestaltens und einer Uebersicht über die wichtigsten und unverzichtbaren Gartengeräte. Weiter geht es mit Pflanzenkunde: Sommerblumen, Stauden, Zwiebelblumen und Gehölzen. Neben Fotos (hauptsächlich von den Blüten) werden Blütezeit, Höhe, Standortangabe und spezielle Vorlieben und teilweise etwas Geschichte über Herkunft und Verbreitung aufgeführt.
Wenn eine Pflanze trotz Grundkurs kränkeln sollte, kann im Kapitel „Erste Hilfe fürs Grün“ nach der Ursache gesucht werden. In einem ABC werden Schädlinge, Nützlinge und Krankheiten erklärt. Auch ein Register sowie Adressen und Bezugsquellen am Ende des Buches fehlen nicht.
Geeignet für Einsteiger, die ein Buch einschlägigen Zeitschriften vorziehen. Für einen tieferen Einstieg ins Thema, wird aber weiterführende Literatur besorgt werden müssen.
Michael Breckwoldt:
Grundkurs Grüner Daumen – Die besten Tipps für Garten, Balkon und Terrasse
Diana Verlag, 2009
Der Umschlag beinhaltet gegliedert nach Jahreszeiten einen Fahrplan mit den wichtigsten Arbeiten durch das Gartenjahr. Das erste Drittel des Buches wird „Ideen für schöne Gärten“ und „Ideen für schöne Terrassen und Balkone“ gewidmet. In Kurzportraits mit Fotos werden verschiedene Gartentypen wie Cottagegarten, Familiengarten oder Designergarten vorgestellt. Extratipps zum Thema und jeweils eine Zusammenfassung mit dem Titel „Das macht den Charme aus“ runden das Kapitel ab.
Weitere Lektionen handeln von Themen wie Einpflanzen und Aussähen, Einmaleins des Gestaltens und einer Uebersicht über die wichtigsten und unverzichtbaren Gartengeräte. Weiter geht es mit Pflanzenkunde: Sommerblumen, Stauden, Zwiebelblumen und Gehölzen. Neben Fotos (hauptsächlich von den Blüten) werden Blütezeit, Höhe, Standortangabe und spezielle Vorlieben und teilweise etwas Geschichte über Herkunft und Verbreitung aufgeführt.
Wenn eine Pflanze trotz Grundkurs kränkeln sollte, kann im Kapitel „Erste Hilfe fürs Grün“ nach der Ursache gesucht werden. In einem ABC werden Schädlinge, Nützlinge und Krankheiten erklärt. Auch ein Register sowie Adressen und Bezugsquellen am Ende des Buches fehlen nicht.
Geeignet für Einsteiger, die ein Buch einschlägigen Zeitschriften vorziehen. Für einen tieferen Einstieg ins Thema, wird aber weiterführende Literatur besorgt werden müssen.
Michael Breckwoldt:
Grundkurs Grüner Daumen – Die besten Tipps für Garten, Balkon und Terrasse
Diana Verlag, 2009
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