8. August 2010

The Helmingham Rose

Joyce d’Avranche gehört zu einem verarmten Zweig der Familie und teilt sich mit ihrer amerikanischen Freundin Marsha Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine kleine Wohnung in London, als sie unerwartet Helmingham Hall erbt. Über ihren Besitz kann sie allerdings erst nach Ablauf von zwei Jahren verfügen, wenn ihr im Amazonas-Gebiet verschollener Cousin für tot erklärt werden kann.

Die junge Joyce ist überhaupt nicht auf ein Leben als Erbin eines grossen Besitzes vorbereitet und ihre Ankunft in Suffolk wird von ihren Angestellten auch keineswegs freudig begrüsst. Die offene Abneigung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Joyce‘s Mutter zu Lebzeiten auf Helmingham alles andere als willkommen war und deren schlechter Ruf auf die Tochter übertragen wird. Einzig die kinderlose Rosenzüchterin Rose kommt der neuen Besitzerin unvoreingenommen entgegen, was aber wiederum deren Mann Bill verstimmt. Schliesslich gilt es strenge Standesregeln einzuhalten und der Obergärtner Bill fürchtet zu Recht, den Respekt seiner Untergebenen zu verlieren, wenn die Herrin über Helmingham Rose in seinem Häuschen ein und aus geht. So fühlt sich Joyce in ihrem grossen baufälligen Haus sehr einsam und vermisst ihre Freundinnen und Freunde aus London.

Die im Jahr 2001 verstorbene Autorin Joan Hessayon war die Frau von David G. Hessayon, welcher mit über 50 Millionen verkauften Gartenbüchern ein Vermögen verdient hat und damit laut Angaben aus dem Internet der „Non-Fiction“-Autor mit dem höchsten Buchumsatz in Exemplaren sein soll. Im Roman „Helmingham Rose“ spielt die Züchtung einer neuen Rose eine wichtige Rolle. Ich liege wohl nicht so falsch mit meiner Vermutung, dass das im Buch erwähnte detaillierte Wissen über die Rosenzucht nicht zuletzt Joans familiärem Hintergrund zu verdanken ist.

Zum Gedenken an Joan Hessayon hat David G. Hessayon den „Joan Hessayon Award“ gestiftet, der jedes Jahr für den besten romantischen Liebesroman verliehen wird. Im Hessayon-Garten sollen alle 10‘000 Pflanzen, über die der mittlerweile über 80jährige geschrieben hat, vorhanden sein.

Von den von Joan Hessayon verfassten Romanen haben zumindest die folgenden drei einen gärtnerischen Hintergrund:

- Capel Bells (1995)
- The Paradiese Garden (1999)
- Sesaon of Mists (2001)

Zu den älteren Büchern habe ich keine Angaben zum Inhalt finden können. Die erwähnten Joan-Hessayon-Romane sind alle noch erhältlich, teilweise allerdings nur noch antiquarisch und nur in englischer Sprache.




Joan Hessayon:
The Helmingham Rose
Corgi Books, 1997