19. Mai 2010

Efeuschlinge

Um die Leiche des ermordeten Holger Krause ist sorgfältig ein leicht verwelkter Kranz aus Efeu, Blutweiderich, Hahnenfuss und Margeriten drapiert. Neben seinem Studium schrieb das Opfer zu Lebzeiten für das Schwäbische Tagblatt. Die Ermittlungen der Tübinger Kommissarinnen und Freundinnen Birgit Wahl und Carolynn Baumann lassen bald vermuten, dass Krause entweder selber in die Abschlachtung und Schändung von Schafen verwickelt war oder durch Recherchen auf die Spur des oder der Täter gekommen sein muss. Auch Krauses Schwester, die den elterlichen Buchverlag führt, ist in undurchsichtige Geschäfte verwickelt und Mitstudenten weisen ebenfalls Motive auf.

Kommissarin Birgit Wahl ist gelernte Gärtnerin und hat ihre Lehre in einer Heilpflanzengärtnerei absolviert. Auf Umwegen ist sie wie ihre Wohnpartnerin bei der Kriminalpolizei gelandet. Birgits botanisches Wissen ist in diesem Tübingen-Krimi bei der Lösung des Falls überaus nützlich. Nicht nur der Fall direkt hat mit Blumen zu tun, die Kommissarin gärtnert auch privat und der Leser erfährt nebenbei einiges über die Wahl-Baumannsche Parzelle mit Knoten- und Rosengarten.

Nach dieser angenehmen Lektüre hoffe ich auf eine Fortsetzung mit ähnlich ausgeprägtem hortikulturellem Hintergrund. Schliesslich gibt es auf Deutsch nicht gerade viele Krimis, die (fast) uneingeschränkt das Etikett „Gartenkrimi“ verdienen. Büchertipps aus dieser Kategorie sind natürlich immer willkommen und diesen Aufruf möchte ich gleichzeitig verbinden mit einem Dankeschön für den Hinweis auf „Efeuschlinge“ an die Tippgeberin aus der Leserschaft!



Ulrike Mundorff:
Efeuschlinge – Ein Tübingen-Krimi
Silberburg-Verlag, 2009