5. Juni 2013

Günter von Lonski: Teufelskralle

Der Journalist Hubert Wesemann wird von der ehemaligen Blumenverkäuferin Grete Stepphan um ein Treffen gebeten. Sie erzählt ihm von seltsamen Funden in der Kleingartenanlage „Grüne Bohne“ an den Töneböns Teichen. Und mindestens so merkwürdig ist die Tatsache, dass diese gefundenen nachweislich menschlichen Knochen wieder verschwunden sind. Gleichzeitig scheinen einige Schrebergärtner plötzlich neue Geldquellen aufgetan zu haben, von denen ein frisch gedecktes Schrebergarten-Hausdach und ein neues Auto zeugen. Grete Stepphan möchte, dass Wesemann den Vorfällen auf den Grund geht. Doch dieser zögert zunächst und rät ihr, einen Detektiv zu engagieren.

Grete Stepphans Schrebergarten entpuppt sich als das pure Gegenteil der Nachbarparzellen: Wildblumen statt Rasen, Lauch und Möhren statt Zierpflanzen und Komposthaufen statt Biotonne. Auch sonst scheint sie sich von den übrigen Gärtnern abzusondern und rümpft die Nase über allgemeine Grillaktivitäten. Ihre grosse Liebe gehört den Tieren. Sie kümmert sich mit grosser Hingabe um kranke Zwei- und Vierbeiner und scheut auch nicht davor zurück, einem Igel mit Akupunktur zu helfen.

Um Wesemann umzustimmen, bietet sie ihm an, ihren selbstgemachten Likör „Teufelskralle“, der Magen und Nerven beruhigt, in „Wesemanns Teufelskralle“ umzubenennen, wenn er die Hintergründe der merkwürdigen Vorfälle aufdecken kann. Wer kann einem solchen Angebot widerstehen? Und so beginnt der Journalist dann doch recht schnell, auf eigene Faust Erkundungen anzustellen, die unter anderem die Frage aufwerfen, was für einen Zusammenhang zwischen Hustensaft und Drogen besteht. Dann muss der Sohn bzw. Neffe eines Schrebergärtners samt seinem Motorrad aus der Weser gefischt werden und einer der Kleingärtner, Angestellter eines Bestattungsunternehmens, verunglückt im Ausland tödlich.

Privat fühlt sich Wesemann gerade etwas durch seine Freundin Karla bedrängt. Sie möchte ihn nämlich mehr in die Haushaltstätigkeiten einbinden und er soll kochen lernen. Ausserdem wirft sie ihm vor, dass er sich mehr für Verbindungen, Hintergründe und Zusammenhänge rund um die Ereignisse in den Schrebergärten als für seine Partnerschaft und sein Privatleben interessiert. Gleichzeitig findet sich der mittelgrosse Mann zu wenig attraktiv und hadert mit seinem leicht angegrauten Haarkranz.

Wesemann muss feststellen, dass Grete Stepphan ihm Verbindungen verheimlicht hat und sie hat auch verschwiegen, dass sie früher ebenfalls im örtlichen Bestattungsunternehmen gearbeitet hat. Des Weiteren stellt sich heraus, dass beim Graben eines Erdkühlschrankes nicht nur Knochen gefunden worden sind, sondern auch eine Kiste voller Gold und es gibt Hinweise auf Spielschulden und Schweigegeld. Schliesslich gerät sogar Wesemann selber unter Verdacht, die ganzen Vorkommnisse aus eigener Initiative inszeniert zu haben, um Stoff für seine Sendung haben.



Günter von Lonski: 
Teufelskralle – Hubert Wesemanns 4. Fall 
CW Niemeyer Buchverlage, 2013