9. September 2012

Elizabeth Noble: Wo die Liebe zu Hause ist

Das Komitee zur Verschönerung des Hauses lädt alle Mitbewohner eines Stadthauses in der Upper East Side in Manhattan ein zu einem Treffen, bei dem Ideen zur Dachterrassengestaltung ausgetauscht werden sollen. Die Engländerin Eve wohnt erst seit zwei Monaten in New York, weil ihr Mann hier ein tolles Job-Angebot angenommen hat. Die an und für sich sehr kontaktfreudige Frau fühlt sich in der Grossstadt ganz entgegen ihren Erwartungen sehr einsam. Als sie die wenigen Zeilen des Komitees liest, fühlt sie sich deshalb gleich angesprochen und entscheidet sich spontan, der Einladung Folge zu leisten.

Bei einer Diskussion um Bodenbeläge, Gartentische, Blumentöpfe und Bepflanzung bekommt sie einen ersten Eindruck von denjenigen Nachbarn, die sich ebenfalls an der Dachverschönerung beteiligen wollen. Insbesondere zu Violet Wallace, der deutlich älteren Organisatorin des Dachterrassenkomitees, die vor vielen Jahren ebenfalls von England nach Amerika gezogen ist, hat Eve gleich einen guten Draht und die beiden Frauen treffen sich in der Folge regelmässig.

Rund um die – zugegebenermassen eher unbedeutende – Dachterassengestaltung bekommt die Leserin einen Einblick in die unterschiedlichen Lebensweisen der Bewohner, insbesondere auch die Unterschiede vom englischen Alltag und demjenigen in New York, die Wünsche und Träume von Eves Nachbarn, in persönliche Tragödien und schaut hinter die Wohnungstüren, wo oft nur vordergründig perfekte Ehen und andere komplizierte Beziehungskisten entdeckt werden. Doch in welchem Appartement ist die Liebe aus dem Titel des Romans tatsächlich zu Hause?

Zu Beginn des Buches werden alle Bewohner des Appartmentshauses in einer Liste aufgeführt und kurz vorgestellt, was bei der Lektüre vor allem am Anfang der verschiedenen Episoden sehr nützlich ist. Die Charaktere sind sehr echt gezeichnet. Den einen oder anderen Bewohner würde man sich gerne als Nachbarn wünschen, während man bei anderen froh ist, dass sie nur Figuren in einem Roman sind.  



Elizabeth Noble: 
Wo die Liebe zu Hause ist 
Wilhelm Goldmann Verlag, 2012