5. Februar 2010

Asiatische Lektüre

1937, der Chinese Stephen Chan wird von seiner Familie in das Ferienhaus im japanischen Tarumi geschickt, um sich von seiner schweren Lungenkrankheit zu erholen. Der wortkarge japanische Hausverwalter Matsu soll sich um ihn kümmern. Die beiden unterschiedlichen Männer freunden sich an und Matsu nimmt den jungen Chinesen schliesslich mit in die Berge in ein abgelegenes Dorf, wo verbannte Lepra-Kranke leben. Matsu stellt Stephen Sachi vor, die ihr von Narben entstelltes Gesicht hinter einem Tuch verbirgt und die ihn von Beginn weg fasziniert. Nach und nach erfährt der junge Chinese wie das Schicksal Matsu und Sachi seit Jahrzehnten miteinander verbindet und trennt.

Der Genesungsurlaub wird von verschiedenen schlechten Nachrichten überschattet und in einem Tsunami wird der in jahrelanger Arbeit erschaffene Garten innert kürzester Zeit stark verwüstet.

Ein traurig-schöner Roman in Form eines Tagebuches verfasst. Ob es wirklich so einfach war, auch nur vorübergehend als Chinese in einem japanischen Dorf zu wohnen während die beiden Länder miteinander im Krieg standen?

Im Roman wird eine Geschichte über eine Perlentaucherin erzählt. Der neueste „Seitenumdreher“ von Barbara Wood mit dem Titel „Das Perlenmädchen“ handelt von der Perlentaucherin Tonina. Zwar spielt dieser Roman nicht in Japan, aber er erzählt die Suche nach einer Heilpflanze, um das Leben von Toninas Grossvater zu retten.

Wer sich näher mit japanischen Gärten beschäftigen mag, dem sei das kleine Büchlein „In einem japanischen Garten“ von Lafcadio Hearn aus dem Manesse Verlag empfohlen. Es vermittelt Einblicke in die Mythologie und Philosophie und die fernöstliche Gartenkunst.




Lafcadio Hearn:
In einem japanischen Garten
Manesse Verlag, 2006

Gail Tsukiyama:
Der Garten des Samurai
BLT, 2000

Barbara Wood:
Das Perlenmädchen
Fischer Taschenbuchverlag, 2009