11. Dezember 2009

Winterblüten

Im weitläufige Gelände meiner angeheirateten Verwandtschaft in Norditalien habe ich vor ungefähr zwei Jahrzehnten nicht nur die inzwischen zu meinen Lieblingen zählenden kleinblütigen, wild wachsenden Cyclamen (C. hederifolium) für mich entdeckt. Vor mindestens fünfzehn Jahren, in der Adventszeit, stiess ich auf einen weiteren Gartenschatz. In einem kleinen von Bäumen gesäumten Tälchen bildeten unzählige Christrosen (H. niger) einen fast undurchlässigen Teppich. Leider habe ich damals keine Fotos gemacht, aber das Bild hat sich fest in mein Gedächtnis eingegraben – inzwischen wohl etwas verklärt. Der erwähnte Garten hat inzwischen einen neuen Gärtner gefunden und ich kann nur hoffen, dass die Winterblüher den Umbau und die Umgestaltung der Parzelle überlebt haben…

Meine persönliche Bezugsquelle für Helleborus, eine nicht sehr weit entfernt gelegene Gärtnerei, hat leider den hiesigen Betrieb aufgegeben und jenseits der Grenze neue Zelte bzw. Gewächshäuser aufgeschlagen. Die vor einigen Jahren erstandenen Christ- und Lenzrosen in unserem Vorgärtchen haben bereits Blütenknospen gebildet und ich freue mich auf die lange Blütenzeit in verschiedenen Farben.

Die Vorfreude wird unterstützt durch einen ausführlichen Artikel über eine englische Helleborus-Gärtnerei mit umwerfenden Fotos in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Gardens Illustrated“ und dem Blättern in Helleborus-Büchern.

Das deutsche Buch „Helleborus“ (ursprünglich in Belgien erschienen) lockt ebenfalls mit schönen Blütenfotos. Neben den Portraits von drei bedeutenden holländischen Züchtern gibt der Titel dem Leser eine Einführung in Geschichte und Botanik dieser robusten Pflanzen sowie detaillierte Angaben zur Kultur im Garten. Weitere Kapital behandeln Themen wie Vermehren und Züchten, Farbe und Form und vermitteln einen Überblick über das umfangreiche Sortiment an Arten und Sorten.

Ähnlich aufgebaut ist der englische Titel „Hellebores“, dabei aber noch detaillierter und umfangreicher. Die Autoren und der Fotograf dieses Buches sind auf Reisen durch die USA und Europa immer wieder auf der Suche nach neuen Pflanzen. Ihr Erfahrungsschatz ist enorm und ihre Begeisterung für Christ- und Lenzrosen zieht sich wie ein roter Faden durch dieses umfangreiche Werk und springt auf den Leser und die Leserin über.

Die beiden Bücher sind nicht gerade billig, aber vielleicht hat jemand noch einen Weihnachtswunsch offen?



Hanneke van Dijk und Harry van Trier:
Helleborus
Eugen Ulmer, 2006

C. Colston Burrell und Judith Knott Tyler:
Hellebores
Timber Press, 2006