30. Juni 2012

Rita Bertolini: Bodengut – Vom Zauber Vorarlberger Gärten

Wenn man diese rund dreihundertseitige Publikation im Schnelldurchlauf durchblättert, fallen einem als erstes die vielen unterschiedlichen Nuancen der Farbe Grün auf. Bei dem vielen Weiss, das diesen Winter während meiner Lektüre dieses Buches draussen in Form von Schnee vorherrschte, empfand ich diese Grüntöne wie ein Fest für die Augen. 

Das Buch ist in zehn Kapitel gegliedert:

-       Villen und historische Gärten 
-       Architektur und Gärten 
-       Klostergärten
-       Bauern- und Nutzgärten 
-       Wiesenmeister 
-       Bäuerlich anmutende Gärten und Nutzgärten 
-       Industrie- und Migrantengärten 
-       Therapiegarten Carina 
-       Private Gärten 
-       Gastgärten

Das Buch zeigt viele verschiedene Gärten, aber immer nur einen kleinen Ausschnitt, nie die gesamte Parzelle oder Anlage. Die Texte sind sehr kurz gehalten, der Fokus wird eindeutig auf die (in Bezug auf die Druckqualität nicht immer optimalen) Fotos gelegt. Es werden wie aus den Kapitelüberschriften ersichtlich ist, die verschiedensten Gartentypen vorgestellt. Sympathisch fand ich, dass die Gärten nicht übermässig herausgeputzt sind, so sind zum Beispiel Buchspflanzen abgebildet, die für andere Publikationen wohl erst zurechtgestutzt worden wären.

Gleich im ersten Kapitel erfährt der Leser, dass in Vorarlberg die meisten als historisch zu bezeichnenden Gartenanlagen noch recht jung sind. Diese sind nämlich zumeist während dem Aufschwung der Industrie im 19. Jahrhundert entstanden. Und welcher Gartenfreund wird nicht ein wenig neidisch auf den Platz an einem Schreibtisch in Feldkirch, der bei offenen Fensterflügeln direkt im Waldgarten zu stehen scheint? In Hörbranz wiederum findet sich ein Garten, in dem als nicht wegzudenkende Elemente eine Steinbibliothek, Arbeitsmaschinen und Bambus fungieren. An einer anderen Stelle liest man von Wiesenmeisterschaften, die aufzeigen sollen, dass Lebensräume für Pflanzen und Tiere nur bewahrt werden können, wenn diese standortgerecht genutzt werden. Es handelt sich denn auch nicht um einen Mähwettbewerb, sondern um eine Bewertung und Auszeichnung von naturgemäss gepflegten Mager- und Fettwiesen.

Vor etlichen Jahren haben wir jeweils die Skiferien im Montafon verbracht. Die Region Vorarlberg in meinem Kopf ist also hauptsächlich Weiss. Nach der Lektüre von „Bodengut“ ist nun auf eine eindrückliche Weise eine weitere Farbe dazugekommen – Grün. Und die Erkenntnis, dass die Gegend auch zwischen Frühling und Herbst einen Besuch und Blicke hinter die Zäune Wert wäre. Einladend sind ja nicht zuletzt auch die verschiedenen abgebildeten Gastgärten (Gartenwirtschaften).



Rita Bertolini:
Bodengut – Vom Zauber Vorarlberger Gärten
Bertolini Verlag, 2009

26. Juni 2012

Eva Almstädt: Ostseefluch

Die Bemühungen der achtzehnjährigen Gärtnerstochter Milena, im Garten Gemüse anzuziehen, entpuppen sich als Energie-, Zeit- und Wasserverschwendung. Die schon fast endlos andauernde Hitzeperiode in Schleswig-Holstein tut das ihre dazu, dass auch die zähesten Pflänzlein vertrocknen. Und dann wird die junge Frau tot im Garten des heruntergekommenen Anwesens auf Fehmarn gefunden, wo sie die letzten Monate in einer Wohngemeinschaft gelebt hat. Wieso ist Milena umgebracht worden? Wer hat ein Motiv? Liegt tatsächlich eine Fluch auf dem „Mordkuhlen“ genannten Gelände seit sich hier vor rund einem Vierteljahrhundert eine schreckliche Familientragödie ereignet hat?

Ein angeblich herumirrender Geist, eine bigotte Mutter und ein Vater, der als Gärtnerei-Tycoon von Ostholstein gilt, sowie eine Organisation, die Fälle von illegalem Pflanzenschutzmittelverbrauch aufdeckt und es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bevölkerung über den massiven Einsatz von gesundheitsgefährdenden Pestiziden zu informieren sind Puzzleteile in der Lösung dieses Verbrechens.

Während den Ermittlungen befallen die ermittelnde Kommissarin und alleinerziehende Mutter Pia Korritki immer wieder persönliche Zweifel. Sie kann nichts mit Geistergeschichten anfangen, aber sie kommt nicht umhin, Parallelen zwischen dem angeblichen erzieherischen Versagen von Milenas Mutter und ihren eigenen diesbezüglichen Bemühungen bei ihrem Söhnchen Felix anzustellen. Leider lassen sich nicht alle Probleme so einfach aus der Welt schaffen, wie die schlechten Gerüche in einem Secondhandgeschäft, die ein gewisser Aleister mit einer Reinigung aus Salbei oder Asafoetida vertreiben will...



Eva Almstädt:
Ostseefluch
Bastei Lübbe, 2012

22. Juni 2012

Janice Marriott und Virginia Pawsey: Common Table – An uncommon tale of friendship and food

In dieser zweiten gemeinsamen Publikation von Janice Marriott und Virginia Pawsey in Form von Briefwechseln stehen Küche und Kochen im Vordergrund. Doch was wäre gesundes Essen ohne frisches Gemüse aus dem Garten? So geht es auch zwischen Rezepten und Alltagsgeschichten aus Farmleben und Bürobetrieb immer mal wieder ums Gärtnern. Beide Frauen betonen denn auch immer wieder, wie wichtig ihnen gärtnern und kochen ist.

Küche und Garten können auf vielfältige Weise miteinander verbunden werden. Gemäss einem Tipp im Buch sollen stark verbrannte Kochtöpfe für eine Weile im Garten vergraben werden. Anschliessend soll die Reinigung mühelos möglich sein. Vielleicht ist dieser Ratschlag ja einen Versuch wert? Als wahres Wundermittel wird an einer anderen Stelle Natron (baking soda) angepriesen. Es erfüllt nicht nur vielfältige Aufgaben im Reinigungsbereich, sondern soll sich angeblich sogar in der Krebsbehandlung bewähren. Da aber damit kein Geld zu verdienen ist, wird laut der Korrespondenz dieses Wissen nicht allgemein verbreitet.

Der briefliche Rezeptaustausch wird von einer Erkrankung in Virginias familiärem Umfeld überschattet, die eine komplette Ernährungsumstellung notwendig macht. Ab sofort darf aus gesundheitlichen Gründen nur noch völlig ungesalzenes Essen konsumiert werden. Janice aufmunternde Worte und vor allem das Schreiben von Briefen sind Virginia eine willkommene Abwechslung und Unterstützung in dieser schwierigen Zeit ohne Parmesan, Speck, Oliven und mit fadem Risotto. Die Leserin freut sich schliesslich mit der Farmerin mit, als die Ärzte Entwarnung geben und sie die Familienspeisen wieder zurückhaltend mit Salz würzen darf.

Als Europäerin schätze ich an diesem Briefwechsel besonders den Einblick in den neuseeländischen Alltag. In der Korrespondenz liest man von einem Wettbewerb um das sinnvollste Erdbeben-Set. Da gibt es beispielsweise einen „Nachbarschaftspreis“ für das einzige Set, das einen Deodorant enthält und einen „Mission Impossible Award“ für ein Set voller Büchsennahrung - aber ohne Büchsenöffner. Beim Lesen dieser Erdebebenvorbereitungs-Massnahmen erinnert man sich unwillkürlich an die verschiedenen Naturkatastrophen, die sich in jüngster Zeit in Neuseeland ereignet haben und fragt sich, wie weit wohl die beiden Frauen und ihre Familien davon betroffen sind.

Die lesende Gärtnerin mag die Briefe interessieren, die vom verzwickten Aufbau eines Kleingewächshauses handeln, der (beinahe) eine Ehekrise auslöst. Stichworte sind da beispielsweise das Nichtlesen von Anleitungen, Instabilität, Teile, die nach dem Aufbau noch herumliegen …



Janice Marriott und Virginia Pawsey:
Common Table – An uncommon tale of friendship and food
Harper Collins Publishers, 2010


18. Juni 2012

Audur Ava Olafsdottir: The Greenhouse oder Weiss ich, wann es Liebe ist?

Der 22jährige Ich-Erzähler Arnljótur macht sich mit drei in Zeitungspapier gewickelten Rosenstecklingen einer seltenen Achtblattrose mit Stielen ohne Dornen auf den Weg von Island nach Europa. Die Stecklinge stammen aus dem Treibhaus seiner vor einiger Zeit bei einem Autounfall verstorbenen Mutter. Arnljóturs Ziel ist ein Kloster mit dem „grossartigsten Garten himmlischer Rosen“ mit einer jahrhundertealter Geschichte.  Diesen aus dem Mittelalter stammenden Garten hat er als kleiner Junge in einem Gartenbuch seiner Mutter entdeckt und ist immer wieder auf diesen gestossen, denn er wird in sämtlichen Publikationen über Rosengärten erwähnt. Und zwar immer mit den genau gleichen Worten, weil die Autoren mangels neuer Informationen und Fakten einander nur abschreiben. Arnljótur möchte die lange vernachlässigten Rosen dieses Gartens wieder zum Blühen bringen.

Zurück in Island bleiben sein autistischer Zwillingsbruder, der in einem Heim lebt, und Flora Sol, seine kleine Tochter – ungeplante Frucht eines One-Night-Stands mit Anna, der Freundin seines Freundes. Ebenfalls zurück in Island lässt der junge Mann seinen trauernden und fürsorglichen Vater, der es lieber sähe, wenn sein Sohn ein Studium in Angriff nähme, statt in der Erde herumzuwühlen und an Rosenstöcken herumzuschneiden und der fest an eine spezielle Bedeutung glaubt, weil seine verstorbene Frau und Flora Sol am gleichen Tag Geburtstag haben und dieser Tag auch gleichzeitig der Todestag  von ersterer ist. Doch der quasi im Treibhaus aufgewachsene Arnljótur  möchte weder die Schulbank drücken noch in einem Labor arbeiten, sondern er sucht und braucht den Kontakt mit der Erde.

Der Start in Europa beginnt wenig verheissungsvoll. Heftige Bauchschmerzen entpuppen sich als Blinddarmentzündung, die eine Operation und einen Spitalaufenthalt nötig machen. Doch dann steht der Weiterreise zum Rosengarten nichts mehr im Weg. Das Kloster befindet sich auf einem Felsen. Arnljótur bekommt von den Mönchen freie Hand, den Garten neu zu organisieren und nutzt die einsamen Stunden beim Unkrautjäten und beim Zurückschneiden der Rosenstöcke, um über seine Wünsche und unerfüllten Sehnsüchte nachzudenken. Er lernt eine für ihn neue Sprache und verbringt die Abende häufig mit dem 49jährigen Pater Thomas und die beiden schauen sich gemeinsam Filme an. Als Arnljótur sich eben in sein neues europäisches Leben eingewöhnt hat, tauchen seine Tochter und deren Mutter auf.

Arnljótur wird damit unvermittelt in eine neue Rolle, nämlich die des Vaters, kataputliert und lernt auch Anna (endlich) näher kennen. Der Leser begleitet den jungen Mann durch diese Entwicklung, während der aus der stets als „Mutter meiner Tochter“ bezeichneten Anna fast unmerklich die Freundin wird und schon einmal Eifersucht aufkommen kann. Gleichzeitig werden die fast omnipräsenten Gedanken über Sex, Liebe und Tod durch die neue Verantwortung für seine Tochter etwas in den Hintergrund gedrängt. Schliesslich gilt es kochen zu lernen, sich mit der Kinderbetreuung auseinanderzusetzen und eine Frau zu verstehen und zu begreifen. Die Problemlösung erfolgt zumeist etwas unorthodox durch Filmtipps  und das Ausleihen von DVDs von Pater Thomas.

Es ist berührend zu lesen, wie sich Arnljótur um seine Tochter und deren Mutter kümmert, beiden immer näher kommt und sein Herz immer mehr öffnet, bis es auf einmal auch für den Leser beinahe gar nicht mehr so verkehrt scheint, zunächst ungeplant ein (perfektes) Kind zu zeugen und sich erst hernach als Paar kennenzulernen. Das Romanende ist dann aber eher unerwartet, wenn auch überaus passend. Bis zuletzt unklar blieb mir, wo das beschriebene Land und der Rosengarten liegen sollen, hunderte Kilometer vom nächsten Flughafen entfernt. Konkrete Hinweise für den Leser beschränken sich auf die Augen- und Haarfarbe der Einwohner. Sehr lesenswert!



Audur Ava Olafsdottir:
The Greenhouse
Amazon Crossing, 2011

Weiss ich, wann es Liebe ist?
Suhrkamp Verlag, 2011

14. Juni 2012

Mona de Silva: Roman Greve – Tulpen aus Amsterdam

Der 70jährige Botaniker Wilhelm Anholt wird tot in seiner Villa aufgefunden. Mord oder Selbstmord? Die Spurenlage ist alles andere als eindeutig. Der Tote war Diabetiker und starb an Insulinmangel. Im ganzen Haus lassen sich aber seltsamerweise weder Spritzen noch Insulin finden. An seinem Wohnort hat Anholt praktisch keine freundschaftlichen Beziehungen gepflegt und er war überaus unbeliebt. Sein ganzes Interesse fokussierte er auf die Pflanzenwelt.

Warum ist Hannes Hochscheid, der Besitzer einer Gärtnerei in Mittenwald, bei der Befragung durch die ermittelnden Beamten dermassen nervös? Und auch Eleonore Moosleitner, die Hausangestellte des Opfers, die dieses auch entdeckt hat, scheint etwas zu verbergen. Rätsel gibt auch die Tulpenzwiebel auf, die unter dem toten Anholt gefunden worden ist.

Bald steht zweifelsfrei fest, dass Wilhelm Anholt ermordet worden und der Fundort der Leiche nicht identisch ist mit dem Tatort und im Laufe der Ermittlungen geraten immer mehr Personen ins Visier der Beamten um Roman Greve. Was hat es mit der Zucht von Arzneipflanzen für Medizin auf sich? Und wie war die Beziehung zwischen Anholt und seinem Sohn wirklich? Wer steckt hinter der unbekannten Person, die jeweils mit Anholt im Schuppen neben dem Wohnhaus hantiert hat?

Die Ermittlungen erschienen mir immer wieder unglaubwürdig oder fast stümperhaft. So wirkt besonders das manchmal eher kumpelhafte Diskutieren zwischen Beamten und Personen, die gerade einvernommen werden, fragwürdig und plump. Als ermüdend empfand ich aber ganz speziell die vor allem in der ersten Hälfte des Buches sich ständig wiederholenden Erwähnungen und Hinweise auf den früher von Roman Greve und seinem Team gelösten Fall mitsamt den privaten Beziehungsproblemen und der Umgang mit einer unbeliebten Kollegin. Die Tulpensaison ist für dieses Jahr definitiv vorbei und dieses Buch kann ich definitiv in der hinteren Reihe des Bücherregals einordnen.



Mona de Silva:
Tulpen aus  Amsterdam
Novum Publishing, 2011

10. Juni 2012

Felicia Laue, Jochen Martz u.a.: Der Garten-Verführer Mittelfranken

Dieser Gartenreiseführer lockt Gartenliebhaber in 76 private und öffentliche Gärten in Mittelfranken. Viele gute Gartengestaltungsideen für die heimische Parzelle lassen sich beim Schlendern durch möglichst unterschiedlich angelegte fremde Gärten aufgreifen. Im Buch „Der Garten-Verführer Mittelfranken“ reicht die Palette von Gartentypen vom Botanischen Garten, Schlosspark oder Bauerngarten über den Kräutergarten bis hin zu in völlig differierenden Stilen gestalteten Privatgärten. Laut Angaben im Text sind unter den vorgestellten Gärten auch solche, die bis anhin nicht zugänglich waren, so dass auch für erprobte Gartenbesucher neue grüne und blühende Reiche zu entdecken sind. Bereits auf der Karte im Buchdeckel ist dank einem einfachen Farbschema leicht ersichtlich, wo die Gärten liegen und ob sie öffentlich zugänglich sind.

Die von Fachleuten aus dem Gartenbau verfassten Portraits bestehen jeweils aus einem farbig hinterlegten Info-Block zu Gartentyp, Adresse, Eigentümer oder Ansprechpartner, Öffnungszeiten sowie Angaben zu Eintrittsgebühren und Rollstuhltauglichkeit. Ausserdem wird jeder Garten mit Fotos und einem kleinen handgezeichneten Plan vorgestellt.

In Fürth gibt es beispielsweise eine Grünanlage namens „Kleine Mainau“. Nicht in der ähnlichen Bepflanzung besteht die Verbindung zum Eiland im Bodensee, sondern in der versteckten Lage im Tal der Pegnitz nahe der Stadtgrenze. Auch „Irrhain“ ist eine Bezeichnung, die beim Schmöckern im Gartenführer neugierig macht, was sich wohl dahinter für ein Garten versteckt. Dieser Grünraum gehört in die Kategorie „Öffentlicher Wald, ehemals gartenartig gestaltet“ und verfügt über ein verwunschenes Portal, grosse Eichen und verwitterte Denkmäler aus Sandstein, die zur Erkundung dieser morbiden Romantik einladen.

Wer es lieber bunter und aufgeräumter mag, findet vielleicht Gefallen am privaten Schaugarten Edelmann, der als „Gartenschatz im Zauberwald“ beschrieben wird, wo Gehölze in verschiedenen Grössen, Gestalten und Farben um Aufmerksamkeit buhlen oder im Meditations- und Blütengarten Keilholz. Hier hegt ein Unternehmerpaar neben vielen anderen Gewächsen die 38 Blütenpflanzen, aus welchen nach Beschreibungen von Dr. Eward Bach die bekannten Blütenessenzen hergestellt werden. Ausserdem veröffentlichen die beiden Testberichte der eigenen Heilmittel in der Zeitschrift „Blütenwerkstatt“.

Auch hortikurturelle Höhepunkte sind immer wieder eine Reise, einen Ausflug oder einen Umweg wert. Warum also nicht einmal statt zur Weihnachtszeit an den Christkindlesmarkt nach Nürnberg zu reisen, diese Richtung im Frühsommer anpeilen? Eine stattliche Anzahl der im Führer vorgestellten Gärten und Parks befindet sich nämlich direkt in Nürnberg oder in (fast) unmittelbarer Nähe.



Felicia Laue, Jochen Martz, Maria Theresia von Zerboni, Ursula Grebe:
Der Garten-Verführer Mittelfranken
Ars Vivendi Verlag, 2010

6. Juni 2012

Cümcad Galaxis: Aufruhr auf Hecktorria

Am Anfang stehen Scherben. Jens lässt beim Abtrocknen versehentlich einen mit vielen lieben Erinnerungen behafteten Porzellanteller seiner Grossmutter, genannt Oma Hoppe, fallen. Drei Tage lang herrscht daraufhin zwischen den beiden dicke Luft. Am vierten Tag kann Jens seiner Oma einen perfekten Teller präsentieren. Wie das? Weder sind Leimspuren zu entdecken, noch kann das Teil nachgekauft worden sein, denn die Herstellung dieses Porzellangeschirrs ist schon vor Jahren eingestellt worden.

Zur gleichen Zeit steht plötzlich eine Hecke, die tags zuvor vom Landschaftsgärtner abgesägt worden ist, wieder in alter Schönheit an ihrem alten Platz. Ganz so, als wäre sie nie vernichtet worden. Und als auch noch ein völlig verbrannter Schmorbraten auf mysteriöse Weise trotzdem ganz einwandfrei schmeckt, begreift Oma Hoppe die Welt nicht mehr so richtig. Des Rätsels Lösung präsentiert sich ihr einen Tag später, als sie im Küchenschrank ein grünes Wesen entdeckt, das sich als Hecktorria 415 vorstellt. 

Das Mädchen zeigt sich hocherfreut, die angeblich berühmte Oma Hoppe kennenzulernen. Denn auf seinem Heimatplanet ist diese wegen ihres grünen Daumens und ganz speziell wegen ihres Wassermelonenfelds allgemein sehr bekannt. Oma Hoppe zweifelt an ihrem Verstand. Doch während sie sich wieder etwas beruhigt, beginnt das grüne Mädchen von seiner Heimat Hecktorria zu erzählen. Dort herrscht eine unerklärliche Dürre und Wasserknappheit, die für die Bewohner inzwischen bedrohliche Folgen annimmt.

Auch auf dem Planet Erde geschieht seltsames. Das Auftauchen eines grünes Lebewesens, das unbedingt geheim bleiben soll, lässt Oma Hoppe in den Augen ihrer Kinder immer merkwürdiger erscheinen. Diese planen deshalb die Übersiedlung ihrer Mutter in ein Heim namens „Waldesruh“. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was es mit dem illegalen Brunnen auf sich hat, den Nachbar Bareis, übrigens der Verantwortliche für die oben erwähnte Heckenvernichtung, auf seinem Land gegraben hat.

Der Kampf gegen die Klimakatstrophe hat auf Hecktorria oberste Priorität. Es wird eine Verbindung zwischen dieser und der Erwärmung auf der Erde angenommen. Doch exisitert diese tatsächlich? Oder sind die Schwierigkeiten auf Hecktorria vielleicht doch eher hausgemacht? Tatsächlich sind die Probleme auf den beiden Planeten aber vergleichbarer, als es zunächst den Anschein macht …



Cümcad Galaxis:
Aufruhr auf Hecktorria
Books on Demand, 2009

2. Juni 2012

Mary Jane Clark: Die Zeichen deiner Schuld

Das gärtnerische Element beschränkt sich in diesem Thriller weitgehend auf das Titelbild mit einem Gewächshaus inmitten blühender Blumen. Es steht im Zentrum eines nach europäischem Vorbild angelegten Gartens im idyllischen Tuxedo Park. Diese grosszügige Anlage ist eine geheime, abgeschiedene Welt, verborgen hinter einem streng bewachten Tor. Doch die vermeintliche Idylle mit herrschaftlichen Häusern und grosszügigen Gärten verbirgt ein dunkles Geheimnis. In eben diesem erwähnten Gewächshaus hat der Besitzer Innis Wheelock seine heissgeliebten Orchideen gepflegt und er hat nun diesen Ort ausgewählt, um seinem Leben ein Ende zu setzen.

Wo liegen die Gründe für seinen Freitod? Und weshalb ist sein Körper voller Stigmata? Die Journalistin Eliza Blake entdeckt auf einem Blumentopf neben ihrem toten Freund rätselhafte Zahlen, die sich als Koordinaten entpuppen. Die Längen- und Breitengradangaben markieren eine Stelle, wo vor über zwanzig Jahren ein Autowrack gefunden wurde – ohne Blutspuren und ohne Insassen. Der Besitzer des Wagens, ein Landschaftsgärtner, ist seit diesem Unfall verschwunden.

Eliza Blake beschäftigt sich intensiv mit den Hintergründen des Selbstmordes und stösst dabei auf immer mehr ungelöste Rätsel. Als sie einer Klärung der vielen offenen Fragen und damit dem Geheimnis von Innis näher kommt, gerät sie selber in grosse Gefahr.



Mary Jane Clark:
Die Zeichen deiner Schuld
Fischer Taschenbuch Verlag, 2011