30. September 2009

Frisch gegossen ist noch nicht geerntet

Hin und wieder entdecke ich auch auf einem Remittenden-Tisch Lesefutter für eine vergnügliche Lektüre. Ein Umschlagbild mit etwas viel Pink, einer blauen Spritzkanne, einer Lilienblüte sowie Rosen auf Kleid und Gummistiefel verleiteten mich dazu, das Taschenbuch genauer unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da, eine wichtige Rolle im Roman spielt ein Gartenwettbewerb, an dem die Bewohner eines englischen Dorfes teilnehmen.

Alice wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn Alfie in einem Dorf in der Nähe von London. Alfies Vater hat sie wegen seiner Sekretärin sitzengelassen. Der Alltag von Alice als alleinerziehende Mutter und ihre Freundschaft mit Molly sowie das Drumherum um den Gartenwettbewerb spielen die Hauptrolle im Buch. Es gibt keine besonderen Höhen und Tiefen in der Geschichte, wenn man davon absieht, dass Molly kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes von ihrem Mann betrogen wird.

Kurz zusammengefasst: eine leichte, anspruchslose Lektüre mit fast durchwegs sympathischen Charakteren. Und die einzige unsympathische Person wird rechtzeitig aus der Geschichte „entfernt“ ... Während der Lektüre habe ich oft an die Zeit der ersten Lebensjahre meiner Kinder zurückgedacht und bin ganz froh, dass sie inzwischen doch grösser und selbständiger sind.

Nicht ganz kapiert habe ich, weshalb eine Landschaftsarchitektin (Beruf von Alice gemäss Umschlag) keine Ahnung von Pflanzen hat. Ein Übersetzungsfehler? Schliesslich scheint sie sich beruflich hauptsächlich mit dem Bau von Küchen herumzuschlagen.



Gil Mc Neil:
Männer und andere Exoten
Piper Verlag, 2006