12. August 2010

Das Tulpenvirus

Die Niederländerin Danielle Hermans hat sich durch die Lektüre von Mike Dashs „Tulpenwahn“ zur Verfassung dieses Thrillers inspirieren lassen und lässt die Geschichte parallel in zwei Zeitebenen ablaufen.

Die Tulpenspekulationen in Holland sind kurz vor ihrem Höhepunkt als in Alkmaar im Juli 1636 ein Wirt ermordet wird und sieben Waisenkinder zurücklässt. Zur Erbschaft gehören viele wertvolle Tulpenzwiebeln, die im Februar des darauffolgenden Jahres bei einer gross angekündigten Auktion einen enormen Erlös einbringen, der die Zukunft der Waisen sichert. Kurz nach dieser Versteigerung bricht der Tulpenmarkt zusammen.

Im zweiten Erzählstrang erhält der Maler Alec Schoeller einen verzweifelten Anruf seines Onkels Frank Schoeller und eilt in dessen Haus. Frank wurde bei einem Überfall schwer verletzt und liegt im Sterben. In den Händen hält er ein kostbares Buch mit Tulpenillustrationen. Alec versucht gemeinsam mit seinem Freund Damian und dessen Frau Emma dieses Zeichen zu deuten und dem Mörder seines Onkels auf die Spur zu kommen.

Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Tulpenspekulationen im 17. Jahrhundert. Der Lesefluss wird vor allem zu Beginn des Buches immer wieder unterbrochen, weil die Erzählstränge häufig wechseln. Die Beweggründe verleiten zu interessanten Spekulationen, doch die Charaktere bleiben eher fade und der Schluss erscheint ziemlich abrupt und konstruiert.

Wie „Tulpenvirus“ ist mir in den letzten Wochen bei Besuchen in Buchhandlungen zwischen Passau, München, Konstanz und Zürich auch immer wieder das Buch „Mein Wunscherbe“ von Dietlinde Hachmann aufgefallen. Darin spielt ein Botaniker eine Rolle und es kommen Szenen im Botanischen Garten von Kalkutta sowie in einem Garten in der Lüneburger Heide vor. Die bisher vorliegenden Buchbesprechungen sind uneingeschränkt positiv und bereits eine zweite Auflage in Vorbereitung, weil die erste schon beinahe vergriffen ist - da freue ich mich doch auf spannende Lesestunden!


Danielle Hermans:
Das Tulpenvirus
Piper Verlag, 2010