21. Juni 2009

Der Park, in dem sich Wege kreuzen

Die junge deutsche Journalistin Klara lässt sich vom emeritierten Professor Claude-Henri Lagarde in Versailles in die Geheimnisse der Gartenanlagen einweihen. Zielstrebig hat sie ihr Ziel erreicht, hauptsächlich über ihr Lieblingsthema – Gärten im weitesten Sinn – zu schreiben. Von ihrem Verlag hat sie gerade die Nachricht erhalten, dass sie für eine ihrer letzten Reportagen einen mit 7000 Euro dotierten Preis in Empfang nehmen kann. Die Freude über darüber wird aber kurz darauf getrübt, als sie ein Schreiben erhält, in welchem der Verlag ihr mitteilt, dass ihr geplantes Buchprojekt nicht verwirklicht werden kann. Nun steht sie vor der unangenehmen Aufgabe, Professor Lagarde dies beizubringen.

Dieser seinerseits hat eben seine Einladung zum jährlichen Symposium eines internationalen Philosophen-Zirkels in Italien erhalten. Lagarde gehört seit Jahrzehnten zu diesem Kreis, und es ist für ihn selbstverständlich, daran teilzunehmen. Da seine Frau ihn Paris nicht abkömmlich ist, schlägt diese vor, dass Karla ihn in die Toskana begleitet.

Gleichzeitig hat die 80jährige Jüdin Irma Wohleben in Frankfurt ein seltsames Erlebnis, das sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Auf dem Landsitz in der Toskana drehen sich die Gespräche der Gelehrten um die Bedeutung der Gärten für Menschen. Ein Teilnehmer berichtet von einem einmalig schönen Park in Südfrankreich, der in einen Cybervergnügungspark umgewandelt werden soll. Genau in diesem Park hat Klara als junges Mädchen wiederholt ihre Sommerferien verbracht. Die Erinnerung an diese Erlebnisse wecken ihre Neugierde und die Journalistin fährt nach fast zwei Jahrzehnten an diesen Ort zurück, wo sie Marcel, den Gärtner, wiedertrifft.

Eine logisch durchdachte Erzählung, die quasi nebenbei eine Einführung in die Gartenkunst bietet.



Thomas Vogel:
Der Park, in dem sich Wege kreuzen
Klöpfer & Meyer, 2009