7. Januar 2011

Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten

Wieder ein Buch über Frauen und ihre Gärten? Soll ich das lesen? Lohnt sich die Anschaffung, obwohl verschiedenene der portraitierten Gärtnerinnen bereits anderweitig zwischen Buchdeckeln ausführlich vorgestellt worden sind (Stichwort Kristin Lammerting, Gabrielle Pape oder Viktoria Freifrau von dem Bussche)? Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich wiederholt über diese Neuerscheinung gestolpert bin. Nun, die Skepsis unterlag schliesslich der Neugierde und nach der Lektüre bin ich positiv überrascht.

Die Autorin Karine von Rumohr ist als Enkelin der Iris-Gräfin mit Gärtnerinnen und Gärtnereien wohlvertraut und kennt verschiedene der portraitierten Frauen privat schon seit Kindstagen, so dass sie wie etwa im Kapitel über ihren Besuch bei Beth Chatto auch einiges aus dem Nähkästchen ausplaudern kann.

Eine der 18 vorgestellten Frauen gärtnert in einem echten Hortus coclusus, während eine andere auf dem Gelände eines ehemaligen Zisterzienserkloster einen Kräutergarten hegt und pflegt. Interessant ist auch der Einblick in die Züchtungsarbeit eines Jungpflanzenbetriebes, der sich auf Pelargonien, Anthurien und Chrysanthemen konzentriert. „Der Garten der acht Kostbarkeiten“ liegt in der Nähe des Ortes Rumohr. Da fragt sich die Sofagärtnerin neugierig, ob der Ort mit diesem Namen eine Verbindung mit dem Nachnamen der Autorin hat?

Etwas befremdet oder irritiert hat mich an einer anderen Stelle das Eingeständnis, hemmungslos zur chemischen Keule zu greifen. Oder ist es mutig, diese Einstellung und Handlungsweise in einem Buch schwarz auf weiss zu veröffentlichen?

Karine von Rumohr bereitet sich auf die Übernahme der Staudengärtnerei „Gräfin von Zeppelin“ vor. Die Buchhandlung der Mutter und ein neues Café sollen in einem neuen Gebäude Platz finden. Wenn das mal kein guter Grund ist, wieder einmal Richtung Sulzburg Laufen zu fahren …



Karine von Rumohr:
Blumenfrauen und ihre aussergewöhnlichen Gärten
Christian Verlag, 2010