26. Februar 2011

Und noch ein BUGA-Krimi: Engelskraut

Anlässlich der diesjährigen BUGA in Koblenz ist nun wie kürzlich erwähnt bereits ein zweiter Krimi erschienen. Schon vor der Eröffnung der „Olympiade der Gärtner“ sind wiederholt Giftanschläge auf Blumenbeete in der Stadt verübt worden. Und nun liegt im mit biblischen Gewächsen wie Frauenmantel, Madonnenlilien und Kaukasusvergissmeinnicht bepflanzten Paradiesgarten ein Toter. Von der üppigen Bepflanzung ist auch hier nichts mehr auszumachen. Durch Unkrautvernichtungsmittel ist der Tatort in eine Kahlstelle verwandelt worden. Das verheiratete Mordopfer Jürgen Klaussner führte eine Apotheke, war Mitte vierzig und Vater eines kleinen Jungen.

Kommissarin Franca Mazzari führt mit ihrem Team die Ermittlungen. In Klaussners Computer finden sich beinahe unzählige Chat-Protokolle und eine rege Email-Korrespondenz, die belegen, dass er sich zu Lebzeiten häufig auf einschlägigen Plattformen herumgetrieben hat und ständig auf der Suche nach Bekanntschaften für Blind-Dates war. Liegt das Mordmotiv in den ausserehelichen Affären des Opfers?

Parallel zu den polizeilichen Untersuchungen frischt Franca Mazzari die Bekanntschaft zu ihrer früheren Schulkameradin Milla auf, die sich von einem Mauerblümchen in eine attraktive Frau verwandelt hat. Während Milla von lustigen Episoden aus der gemeinsamen Jungmädchenzeit erzählt, erinnert sich Franca mit zwiespältigen Gefühlen daran. Ihr selber ist im Gedächtnis geblieben, wie die Aussenseiterin Milla immer wieder Gemeinheiten anderer Kinder ausgesetzt war, während sie selber sehr beliebt war und sich in einem grossen eingeschworenen Freundeskreis bewegt hat. Auf ihre eigene Rolle bei diesem Mobbing ist die Kommissarin denn auch alles andere als stolz.

In diesem Gartenkrimi ist nicht nur der Tatort hortikulturell. Der Nachbar des Mordopfers ist ein pensionierter Gärtner und auch Milla übt den Beruf einer Gärtnerin aus. Und es kommen an diversen Stellen der Geschichte ein „Buchgärtner“, Engelskraut, Pflanzengifte, ein Schrebergarten und anderes Grünzeug vor. Ausserdem wird auch einmal kurz „gepottert“, als Francas Tochter der Mutter über Harry Potter und die magische Pflanze Alraune, auch Menschenwurzel genannt, berichtet. Die Lektüre habe ich genossen, obwohl ich das Ende recht früh erahnt und damit auch recht behalten habe.



Gabriele Keiser:
Engelskraut – Ein BUGA-Krimi
Gmeiner-Verlag, 2011