17. November 2010

„… Der König vom Bodensee“

Vor ein paar Jahren habe ich die Autobiographie „… ein Leben für die Mainau“ von Lennart Bernadotte und Gunna Wendts Portrait über die Gräfin Sonja Bernadotte gelesen. Anlässlich unseres Besuches auf der Blumeninsel Mainau zum Abschluss der Dahlienblüte habe ich ein paar Euro in die nicht mehr gerade druckfrische illustrierte Biografie über Lennart Bernadotte von Roger Orlik investiert.

Haben Sie gewusst, dass Lennart Bernadotte ein bekannter Fotograf war und auch Filme gedreht hat? 1951 war er beispielsweise an der Produktion des Films „Kon-Tiki“ beteiligt, welcher seinerzeit den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.

Neben einem detaillierten Einblick in die Kindheit am schwedischen Königshof und die verwandtschaftlichen Beziehungen zur russischen Zarenfamilie, erfährt der hortikulturell interessierte Leser im Buch „… Der König vom Bodensee“ auch, dass Friedrich I., Grossherzog von Baden, ein spezieller Naturliebhaber und Baumkundler war und grosse Teile der Insel Mainau in einen botanischen Park mit Rosengarten verwandelt hat. Aus dem Erbfürsten Lennart Bernadotte wurde bekanntlich nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen ein einfacher Bürger und sein einziges Habe war die Insel Mainau. Als das junge Ehepaar 1932 im Süden Deutschlands eintraf, wartete eine Menge Arbeit auf die Frischvermählten: das Arboretum hatte sich zu einem Dschungel entwickelt, auch im Schloss waren grössere Renovationen nötig und es war ein weiter Weg zum florierenden Unternehmen Insel Mainau, wie wir es heute kennen.

Da fast zehn Jahre seit Erscheinen des Buches vergangen sind, ist es natürlich nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Die Bildqualität lässt teilweise auch zu wünschen übrig – alles in allem ist das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Ich habe die Lektüre jedenfalls genossen und neben altbekanntem auch allerhand mir bisher unbekanntes erfahren.



Roger Orlik:
„… Der König vom Bodensee“
SP Verlag, 2002