23. Januar 2009

Gartenkrimis - Krimigärten

Im angelsächsischen Raum wird (noch) mehr als bei uns das so genannte „Armchair-Gardening“ gepflegt. So lassen sich im Internet allerlei Gartenbücher-Listen von Bibliotheken finden, die thematisch gegliedert sind. Es gibt Rubriken wie Romane, Novellen, Gedichte oder eben auch Garden Mysteries, die ich hier mal mit Gartenkrimi übersetze. Einige dieser durchwegs lesenswerten Kriminalromane sind auch ins Deutsche übersetzt worden, und es gibt auch deutschsprachige Autoren, die ihre Protagonisten in grüner Umgebung ermitteln lassen. 

Von Elke Loewe ist mit dem Titel „Schneekamelie“ kürzlich ein vierter botanischer Krimi um Valerie Bloom erschienen. Die kostbare, edle Blume stammt ursprünglich aus St. Petersburg und steht nun in einem Augustenflether Gewächshaus. Eines Morgens ist die einmalige Pflanze verschwunden und mit ihr ein junger Russe, in den sich Valerie verliebt hat. Kurz darauf wird am Fluss eine Leiche gefunden und Valerie Bloom steckt mitten in neuen Ermittlungen. Diese Reihe ist empfehlenswert für alle, die die norddeutsche Landschaft lieben. 

In Augsburg spielt das Buch „Der Tod ist grün“ von Jürgen Sprenzinger. Ein unheimlicher, mysteriöser Killer schlägt brutal und blitzschnell zu. Hauptkommissar Hekli tappt lange im Dunkeln, doch langsam, aber sicher kommt er auf die richtige Spur. Ein merkwürdiges Wesen aus Mensch und Pflanze wird beschrieben, und man fragt sich, ob es hier um unsere Zukunft geht. Nach dieser Lektüre duldet der Leser wahrscheinlich keine Philodendron mehr im Haus … 

Wer lieber Kurzgeschichten liest, ist mit den „Gemüskrimis - Der Mörder ist immer der Gärtner“ aus dem grafit Verlag oder „Mord im Grünen“ (herausgegeben von Busch & Heuner) gut bedient. Da geht es um Pilzgerichte, Kräuterhexen und andere dunkle Seiten der grünen Idylle. Um packende Krimis direkt aus dem Gartenmillieu handelt sich bei den beiden Titeln „Die Wanze“ und „Heisse Spur in Dixies Bar“ von Paul Shipton. Privatdetektiv Wanze Muldoon ist nämlich ein Käfer, der aus Langeweile die Ermittlungen um einen verschwundenen Ohrenkneifer aufnimmt.. Die Geschichten werden in der Ich-Form erzählt und man schaut seine Grashüpfer und Ameisen nach der Lektüre sicher mit anderen Augen an … 

Weitere spannende Lesestunden versprechen auch die folgenden Titel: 
Lydia Adamson: Eine Katze bittet zum Tee 
Carola Dunn: Miss Daisy und der Tod im Wintergarten 
Kate Ellis: Der Knochengarten 
Janet Gleeson: Das Smaragdcollier 
Charlotte MacLeod: Der Balaclava-Bumerang und Der Balaclava-Protz 
Michelle Wan: Die Orchideensammlerin, In tödlicher Absicht, Wer Lügen sät 

Falls es auch englische Bücher sein dürfen, sind die Serien von Jim und Joyce Lavene, Susan Albert Wittig, Ann Ripley, Anthony Eglin, Kate Collins, Heather Webber, Rosemary Harris, John Sherwood oder Janis Harrison empfehlenswert. Bei den Detektiven handelt es mal um eine Gärtnereibesitzerin, einen Botaniker, eine Floristin oder auch mal um eine Präsentatorin einer Fernseh-Gartenshow. Die Sherwood-Bücher sind in den 90er-Jahren auch auf Deutsch erschienen und teilweise gebraucht noch erhältlich; von Janis Harrison wurde ein Buch ins Deutsche übersetzt (Unter der Tollkirsche). 



Dieser Artikel ist bereits früher in der Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde erschienen