Carolina Fantoni verfügt über eine übersprudelnde Fantasie. Schon seit längerer Zeit spürt sie, dass ihr Augenlicht schwindet und hat begriffen, dass sie in Kürze vollständig erblinden wird. Weder ihre Eltern noch ihr Verlobter Pietro schenken ihrer diesbezüglichen Eröffnung Glauben sondern glauben an eine Ausgeburt von Carolinas Fantasie. Nur ihr Jugendfreund Turri nimmt sie ernst. Und zwar nicht nur in dem Augenblick, wo er auf einer Wiese liegend Regen in seine Augen prasseln lässt, bis er selber für ganz kurze Zeit nichts mehr sehen kann.
An Carolinas siebtem Geburtstag hat sie seinerzeit von ihrem Vater einen See geschenkt bekommen und ihre Liebe zur Abgeschiedenheit entdeckt. Täglich ist sie am Ufer anzutreffen und an der Verkleinerung der Seegrösse kann die junge Contessa das Fortschreiten ihrer Augenkrankheit abmessen und abschätzen.
Kurz nach der Hochzeit verliert Carolina den letzten Sehrest und auch ihr Mann Pietro kann diese Tatsache nicht mehr ignorieren. Die Contessa findet es sehr rasch ermüdend, ihren an ständige Bewunderung gewöhnten Ehemann alleine bei Laune zu halten und seinen Kummer über ihren Verlust des Augenlichts zu mindern. Die junge Frau flüchtet sich in ihre Träume. Doch plötzlich eröffnet ihr der Tüftler Turri mit einem Geschenk völlig unerwartet neue Welten: er hat ihr eine Schreibmaschine gebaut, auf welcher sie selbständig korrespondieren kann. Noch ohne Farbband, aber mit zwei Blättern, von welchen das eine mit Russ beschichtet ist und durch den Anschlag der zierlichen Hämmer eine Spur auf dem unteren Blatt hinterlässt.
Neben ihren Träumen findet Carolina hauptsächlich Trost in ihren nächtlichen Treffen mit Turri an ihrem See. Kann er sie überzeugen, ihr jetziges Leben wie eine Hülle abzustreifen und mit ihm zusammen, der sich als Schreibmaschinenbauer verdingen will, neu anzufangen?
Hortikulturell gibt es nicht übermässig viel zu berichten. Immer mal wieder werden Zitronen erwähnt und es ist auch mal die Rede von Äpfeln, Pflaumen und Rosen, die auf Zitronenbäume gepfropft worden sind. Es wird aber nicht weiter darüber berichtet, wie das Experiment ausgegangen ist. Carolinas Vater gärtnert gerne und der Familiengärtner beklagt sich über die unmögliche Forderung, im Schatten von Zitronenbäumen ein Blumenparadies heranziehen zu können. Hingegen erlaubt das Buch einen Einblick in die Geschichte der Erfindung der Schreibmaschine. Gemäss meinen Nachforschungen im Internet kann diese Erfindung aber keiner bestimmten Person zugeschrieben werden, da an unterschiedlichen Orten verschiedene Tüftler erste Schreibmaschinen hergestellt haben.
Carey Wallace:
Die blinde Contessa und ihre Maschine
Bloomsbury Verlag Berlin, 2011
28. November 2011
25. November 2011
Christian Pfarr: Zaubernuss
Ein Stadtschreiber auf der verzweifelten Suche nach einem Konzept für ein elektronisches Tagebuch, ein spurlos verschwundener Kunststudent, der zuletzt in einem Gewächshaus des botanischen Gartens gesehen wurde, Marco Polos „Blauer Stern“, eine Zaubernuss (Hamamelis virginiana), umgestürzte Totempfähle – das sind die Zutaten, die Christian Pfarr zu einem Krimi mit Mainzer Lokalkolorit mixt.
Der Autor bezeichnet sein Buch als Mainz-Krimi, Wissenschaftssatire, Liebesgeschichte, Komödie und als Hommage an Sherlock Holmes und Co. Die Aufzählung könnte um die Stichworte „für lesende Gärtner oder gärtnernde Leser geeignet“ ergänzt werden.
Bis der Stadtschreiber Martin Eicher zusammen mit Pater Stephan Braun herausfindet, welcher Patient mit der abgeschabten Zaubernuss-Rinde medizinisch versorgt wird und welche neue Spezies einem Orchideenzüchter gelungen ist, muss sorgfältig abgeklärt werden, was drei Professoren mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten für Partikularinteressen verfolgen. Was verbindet ein Rechengenie, ein Kenner der mittelalterlichen Naturwissenschaft und ein ausgewiefter Kenner der Kunst des Goldmachens?
Christian Pfarr:
Zaubernuss
Leinpfad Verlag, 2008
Der Autor bezeichnet sein Buch als Mainz-Krimi, Wissenschaftssatire, Liebesgeschichte, Komödie und als Hommage an Sherlock Holmes und Co. Die Aufzählung könnte um die Stichworte „für lesende Gärtner oder gärtnernde Leser geeignet“ ergänzt werden.
Bis der Stadtschreiber Martin Eicher zusammen mit Pater Stephan Braun herausfindet, welcher Patient mit der abgeschabten Zaubernuss-Rinde medizinisch versorgt wird und welche neue Spezies einem Orchideenzüchter gelungen ist, muss sorgfältig abgeklärt werden, was drei Professoren mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten für Partikularinteressen verfolgen. Was verbindet ein Rechengenie, ein Kenner der mittelalterlichen Naturwissenschaft und ein ausgewiefter Kenner der Kunst des Goldmachens?
Christian Pfarr:
Zaubernuss
Leinpfad Verlag, 2008
21. November 2011
Simon Bonsai: Surviving Polly
Simon Bonsai (nomen est omen oder wohl doch eher Pseudonym?) reist kreuz und quer durch Grossbritannien, um auf Märkten, an den verschiedensten Veranstaltungen und in Einkaufszentren seine zurechtgestutzten Bäumchen zu verkaufen. Diese sind seiner Meinung nach die schönsten, die es im ganzen Land zu kaufen gibt.
„Surviving Polly“ erzählt ein Jahr aus dem Leben von Simon Bonsai und seiner exzentrischen Freundin Polly. Dabei begegnen wir Konkurrenten in Sachen Bonsai-Verkauf, die dem Autor und Händler schon mal grundsätzlich nicht das Wasser reichen können, lernen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Einkaufszentren und Pubs kennen und erfahren einiges über die unterschiedlichen angepeilten Campingplätze. Zwischen den Fahrten an die Verkaufsorte geht es auch immer mal wieder nach Holland zum Bonsai-Grosseinkauf.
Simon entdeckte seine Liebe zu Bonsais eher zufällig, als er vor Jahren längere Zeit in Afrika gelebt hat. Die interessantesten Stellen im Buch sind denn auch jene, die von diesem Land und seinen Leuten handeln oder wenn der Autor Details zu Hege und Pflege von Bonsais einflechtet. Er berichtet vom Umtopfen, vom Giessen und davon wie er an den Bäumchen herumschnipselt und diese mit Schere und Draht in Form bringt und wie er entlang von stark befahrenen Strassen Moos für seine Bäumchen sammelt. Simons Affinität zum Gärtnern ist mit seiner beruflichen Beschäftigung mit Bonsais erschöpft. Auf die Frage, was er in seinem Garten anbaut, antwortet er nämlich (Zitat):“I grow tired in my garden“.
Das Leben des Erzählers ist wie das Buch selber nicht besonders spannend. Verschiedene Episoden werden gar mehrfach erwähnt. Vielleicht hätte ich länger und begeisterter gelesen, wenn die Publikation nicht fast 400 eng beschriebene Seiten aufgewiesen hätte. Doch irgendwann um die Mitte des Buches herum, hat die Sofagärtnerin genug über die Anfahrten zu Märkten und Einkaufszentren - mit oder ohne Stau, mit oder ohne Verspätungen wegen Polly, mit oder ohne Ärger mit oder wegen Polly - gelesen, und die Seiten mehrheitlich nur noch überflogen.
Simon Bonsai:
Surviving Polly
Athena Press, 2005
„Surviving Polly“ erzählt ein Jahr aus dem Leben von Simon Bonsai und seiner exzentrischen Freundin Polly. Dabei begegnen wir Konkurrenten in Sachen Bonsai-Verkauf, die dem Autor und Händler schon mal grundsätzlich nicht das Wasser reichen können, lernen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Einkaufszentren und Pubs kennen und erfahren einiges über die unterschiedlichen angepeilten Campingplätze. Zwischen den Fahrten an die Verkaufsorte geht es auch immer mal wieder nach Holland zum Bonsai-Grosseinkauf.
Simon entdeckte seine Liebe zu Bonsais eher zufällig, als er vor Jahren längere Zeit in Afrika gelebt hat. Die interessantesten Stellen im Buch sind denn auch jene, die von diesem Land und seinen Leuten handeln oder wenn der Autor Details zu Hege und Pflege von Bonsais einflechtet. Er berichtet vom Umtopfen, vom Giessen und davon wie er an den Bäumchen herumschnipselt und diese mit Schere und Draht in Form bringt und wie er entlang von stark befahrenen Strassen Moos für seine Bäumchen sammelt. Simons Affinität zum Gärtnern ist mit seiner beruflichen Beschäftigung mit Bonsais erschöpft. Auf die Frage, was er in seinem Garten anbaut, antwortet er nämlich (Zitat):“I grow tired in my garden“.
Das Leben des Erzählers ist wie das Buch selber nicht besonders spannend. Verschiedene Episoden werden gar mehrfach erwähnt. Vielleicht hätte ich länger und begeisterter gelesen, wenn die Publikation nicht fast 400 eng beschriebene Seiten aufgewiesen hätte. Doch irgendwann um die Mitte des Buches herum, hat die Sofagärtnerin genug über die Anfahrten zu Märkten und Einkaufszentren - mit oder ohne Stau, mit oder ohne Verspätungen wegen Polly, mit oder ohne Ärger mit oder wegen Polly - gelesen, und die Seiten mehrheitlich nur noch überflogen.
Simon Bonsai:
Surviving Polly
Athena Press, 2005
17. November 2011
Johanna Verweerd: Späte Ernte
Nach langen Jahren, die er im Ausland verbracht hat, kehrt Chris im Jahr 2003 zu seinen Wurzeln zurück. Seine Mutter ist krank, und er möchte nicht wie ein Jahrzehnt früher als sein Vater gestorben ist, zu spät kommen. Grund genug, aus seiner neuen Heimat Neuseeland, wo er die Apfelplantage „Gold Apple Garden“ mit einer Grösse von rund 550 Hektaren führt, nach Holland zu fliegen. Doch wie soll er seiner Schwägerin Catharina begegnen, die einmal der wichtigste Mensch in seinem Leben gewesen ist?
Ein erster Rundgang durch den Apfelgarten seiner Jugend zeigt ihm schonungslos, dass es nicht gut um das ehemals ehrwürdige Herrenhaus Mejlanden und die Obstkulturen steht. Die Gärten machen einen vernachlässigten, ja verwilderten Eindruck und die Bäume scheinen seit Jahren nicht geschnitten worden zu sein. Zwar sind viele der Hochstammbäume voll reifer Äpfel, aber Pflücker sind keine auszumachen.
Seit Chris vor Jahrzehnten seiner Heimat den Rücken gekehrt hat, ist die Zeit in Holland nicht stehen geblieben. Er muss lernen, dass das Land, wie er es in seiner Erinnerung aussah, längst nicht mehr existiert. Für das auf Mejlanden angebaute Obst gibt es keine Nachfrage. Eine Umstellung auf Bio-Produktion wäre eine Möglichkeit, die Verkäufe zu steigern. Auf Drängen von Chris Nichte Willemijn wurde bereits ein Teil des Geländes für Schrebergärten in Parzellen aufgeteilt und interessierten Gärtnern zur Verfügung gestellt.
Wenigstens steht es um die Gesundheit der Mutter nicht ganz so schlecht wie befürchtet. Sie ist zwar dement, doch ihr Gesundheitszustand hat sich wieder stabilisiert. Sein Bruder hingegen, der Mejlanden mit seiner Frau Catharina führt, ist an MS erkrankt. Und eine im Raum stehende Gebietsreform sieht vor, dass das Obstanbaugebiet einer Industriezone weichen soll. Konfrontiert mit all diesen und noch weiteren Problemen wie Immigration und Zersiedelung stellt Chris fest, dass er Effi vermisst. Effi, die ihm seit Jahren den Haushalt führt, sich auf seiner Apfelplantage unentbehrlich gemacht hat und deren Anwesenheit ihm immer wie selbstverständlich erschienen ist. Erst tausende Kilometer von daheim entfernt, entdeckt Chris endlich, was er an seiner polynesischen Partnerin hat.
Johanna Verweerd:
Späte Ernte
Brunnen Verlag, 2006
Ein erster Rundgang durch den Apfelgarten seiner Jugend zeigt ihm schonungslos, dass es nicht gut um das ehemals ehrwürdige Herrenhaus Mejlanden und die Obstkulturen steht. Die Gärten machen einen vernachlässigten, ja verwilderten Eindruck und die Bäume scheinen seit Jahren nicht geschnitten worden zu sein. Zwar sind viele der Hochstammbäume voll reifer Äpfel, aber Pflücker sind keine auszumachen.
Seit Chris vor Jahrzehnten seiner Heimat den Rücken gekehrt hat, ist die Zeit in Holland nicht stehen geblieben. Er muss lernen, dass das Land, wie er es in seiner Erinnerung aussah, längst nicht mehr existiert. Für das auf Mejlanden angebaute Obst gibt es keine Nachfrage. Eine Umstellung auf Bio-Produktion wäre eine Möglichkeit, die Verkäufe zu steigern. Auf Drängen von Chris Nichte Willemijn wurde bereits ein Teil des Geländes für Schrebergärten in Parzellen aufgeteilt und interessierten Gärtnern zur Verfügung gestellt.
Wenigstens steht es um die Gesundheit der Mutter nicht ganz so schlecht wie befürchtet. Sie ist zwar dement, doch ihr Gesundheitszustand hat sich wieder stabilisiert. Sein Bruder hingegen, der Mejlanden mit seiner Frau Catharina führt, ist an MS erkrankt. Und eine im Raum stehende Gebietsreform sieht vor, dass das Obstanbaugebiet einer Industriezone weichen soll. Konfrontiert mit all diesen und noch weiteren Problemen wie Immigration und Zersiedelung stellt Chris fest, dass er Effi vermisst. Effi, die ihm seit Jahren den Haushalt führt, sich auf seiner Apfelplantage unentbehrlich gemacht hat und deren Anwesenheit ihm immer wie selbstverständlich erschienen ist. Erst tausende Kilometer von daheim entfernt, entdeckt Chris endlich, was er an seiner polynesischen Partnerin hat.
Johanna Verweerd:
Späte Ernte
Brunnen Verlag, 2006
13. November 2011
Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth: Gartengestaltung – Inspiration, Planung, Praxis
Sind Sie mit gewissen Ecken in Ihrem Garten nicht ganz glücklich oder stehen Sie gar vor der Herausforderung eine noch „leere“ Fläche nach eigenem Gutdünken zu gestalten? Dann finden Sie im Buch „Gartengestaltung“ von Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth ein wahres Füllhorn an praxisnahen Ideen und Tipps, die bei der Entwicklung vom vagen Traum eines auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenen Gartenentwurfs und der Umsetzung desselben in den persönlichen Traumgarten ausgesprochen hilfreich sind.
Das erste Kapitel „Inspiration – Vielfalt der Gartenstile“ gibt in groben Zügen Einblick in die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, dem Garten seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Soll es ein Naturgarten mit Blumenwiesen werden, oder stehen eher ein romantisch-verträumter Garten, ein formaler und eleganter Entwurf oder vielleicht eine asiatisch angehauchte Bepflanzung zur Debatte? Das Buch stellt aus der Vielfalt der Gartenstile unter anderem den Cottagegarten, den Kiesgarten und den mediterranen Garten vor. Die Autoren betonen immer wieder, wie wichtig es ist, sich mit der Gartengestaltung genügend Zeit zu lassen, um Ideen zu sammeln und auch wieder zu verwerfen. Natürlich ist ein Buch und sei es noch so vollgepackt mit Informationen wie das vorliegende nur einer der verschiedenen Wege die Richtung Wunschgarten zu gehen sind und ersetzt nicht den Besuch von Schaugärten, öffentlichen Anlagen und Privatgärten. Der Schwerpunkt bei solchen Gartenbesichtigungen sollte laut Thinschmidt und Böswirth dabei auf regionale Gärten gelegt werden, weil hier Klima und Bodenbeschaffenheit mit den heimischen Begebenheiten weitgehend übereinstimmen und gleichzeitig von Erfahrungen aus Erfolg und Misserfolg der dort wirkenden Gärtner profitiert werden kann. Was im Nachbarsgarten gut gedeiht, wächst mutmasslich auch im eigenen Garten.
Nun ist es höchste Zeit für eine Bestandesaufnahme, die als Grundlage für die Entwürfe und Skizzen dienen kann. Notiert und aufgezeichnet werden neben Grundriss, Haus und Nebengebäuden auch der vorhandene Bestand an Pflanzen und Gehölzen, die Bodenverhältnisse, Angaben zu Licht- und Schattenverhältnissen mit dem Sonnenverlauf. Bevor in einem weiteren Schritt Wunschliste und Bestandesaufnahme im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und allenfalls der eigenen handwerklichen Fähigkeiten in Einklang gebracht werden können, sollte man sich ein wenig mit den Grundlagen der Gartengestaltung auseinandersetzen. Im gleichnamigen Kapitel erfährt der interessierte Leser Wichtiges zu Flächen und Formen, Perspektive und Strukturen, der Wirkung von Farben und Formen und dem Gestalten mit unterschiedlichen Werkstoffen und über die gezielte Verwendung von optischen Tricks. Eine grosse Menge an Fotos unterstützt den Leser bei der Entscheidungsfindung von Gartenstil, Elementen, Materialien und Bepflanzung.
Verschiedene Gartenelemente stehen im Fokus des nächsten Kapitels mit dem Titel „Von Sitzplätzen und Wegen – Gartenelemente“. Stichworte dazu sind vertikale Abgrenzungen und das Schaffen von Räumen, aber auch Technik und kleine Bauwerke wie Pergolen oder Gartenhaus, Beläge, Spielgeräte, Wege, Treppen, Sitzplätze, Möblierung, Dekorationsobjekte, Accessoires, Wasser und Beleuchtung.
Was wäre ein Garten ohne Bepflanzung? Auf über hundert Seiten geht es schliesslich ausführlich um die Pflanzenauswahl und ums Gestalten mit Pflanzen. Im Serviceteil werden weiterführende Literatur und Adressen von Vereinen, Bodenuntersuchungsinstituten, Bezugsquellen usw. aufgelistet. Ein Register rundet die gelungene praxisorientierte Publikation ab, die viele Fragen beantwortet, die im Zusammenhang mit einer Neu- oder Umgestaltung eines Gartens auftreten. Das Buch ist nicht nur für den Gartenneuling empfehlenswert, auch bereits erfahrenere Hobbygärtner werden ihr Wissen dank der wohldurchdachten und erprobten Ratschläge erweitern können. Hilfreich sind besonders auch die einzelnen Kapitelzusammenfassungen, wo auf Vor- und Nachteile von beispielsweise Materialien hingewiesen wird und dabei auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden.
Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth:
Gartengestaltung – Inspiration, Planung, Praxis
Kosmos Verlag, 2011
Das erste Kapitel „Inspiration – Vielfalt der Gartenstile“ gibt in groben Zügen Einblick in die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, dem Garten seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Soll es ein Naturgarten mit Blumenwiesen werden, oder stehen eher ein romantisch-verträumter Garten, ein formaler und eleganter Entwurf oder vielleicht eine asiatisch angehauchte Bepflanzung zur Debatte? Das Buch stellt aus der Vielfalt der Gartenstile unter anderem den Cottagegarten, den Kiesgarten und den mediterranen Garten vor. Die Autoren betonen immer wieder, wie wichtig es ist, sich mit der Gartengestaltung genügend Zeit zu lassen, um Ideen zu sammeln und auch wieder zu verwerfen. Natürlich ist ein Buch und sei es noch so vollgepackt mit Informationen wie das vorliegende nur einer der verschiedenen Wege die Richtung Wunschgarten zu gehen sind und ersetzt nicht den Besuch von Schaugärten, öffentlichen Anlagen und Privatgärten. Der Schwerpunkt bei solchen Gartenbesichtigungen sollte laut Thinschmidt und Böswirth dabei auf regionale Gärten gelegt werden, weil hier Klima und Bodenbeschaffenheit mit den heimischen Begebenheiten weitgehend übereinstimmen und gleichzeitig von Erfahrungen aus Erfolg und Misserfolg der dort wirkenden Gärtner profitiert werden kann. Was im Nachbarsgarten gut gedeiht, wächst mutmasslich auch im eigenen Garten.
Nun ist es höchste Zeit für eine Bestandesaufnahme, die als Grundlage für die Entwürfe und Skizzen dienen kann. Notiert und aufgezeichnet werden neben Grundriss, Haus und Nebengebäuden auch der vorhandene Bestand an Pflanzen und Gehölzen, die Bodenverhältnisse, Angaben zu Licht- und Schattenverhältnissen mit dem Sonnenverlauf. Bevor in einem weiteren Schritt Wunschliste und Bestandesaufnahme im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und allenfalls der eigenen handwerklichen Fähigkeiten in Einklang gebracht werden können, sollte man sich ein wenig mit den Grundlagen der Gartengestaltung auseinandersetzen. Im gleichnamigen Kapitel erfährt der interessierte Leser Wichtiges zu Flächen und Formen, Perspektive und Strukturen, der Wirkung von Farben und Formen und dem Gestalten mit unterschiedlichen Werkstoffen und über die gezielte Verwendung von optischen Tricks. Eine grosse Menge an Fotos unterstützt den Leser bei der Entscheidungsfindung von Gartenstil, Elementen, Materialien und Bepflanzung.
Verschiedene Gartenelemente stehen im Fokus des nächsten Kapitels mit dem Titel „Von Sitzplätzen und Wegen – Gartenelemente“. Stichworte dazu sind vertikale Abgrenzungen und das Schaffen von Räumen, aber auch Technik und kleine Bauwerke wie Pergolen oder Gartenhaus, Beläge, Spielgeräte, Wege, Treppen, Sitzplätze, Möblierung, Dekorationsobjekte, Accessoires, Wasser und Beleuchtung.
Was wäre ein Garten ohne Bepflanzung? Auf über hundert Seiten geht es schliesslich ausführlich um die Pflanzenauswahl und ums Gestalten mit Pflanzen. Im Serviceteil werden weiterführende Literatur und Adressen von Vereinen, Bodenuntersuchungsinstituten, Bezugsquellen usw. aufgelistet. Ein Register rundet die gelungene praxisorientierte Publikation ab, die viele Fragen beantwortet, die im Zusammenhang mit einer Neu- oder Umgestaltung eines Gartens auftreten. Das Buch ist nicht nur für den Gartenneuling empfehlenswert, auch bereits erfahrenere Hobbygärtner werden ihr Wissen dank der wohldurchdachten und erprobten Ratschläge erweitern können. Hilfreich sind besonders auch die einzelnen Kapitelzusammenfassungen, wo auf Vor- und Nachteile von beispielsweise Materialien hingewiesen wird und dabei auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden.
Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth:
Gartengestaltung – Inspiration, Planung, Praxis
Kosmos Verlag, 2011
9. November 2011
Andrea Haumer: Gartenlust – Mein grünes Reich im ganzen Jahr
Andrea Haumer gibt ein eigenes Online-Magazin heraus (Lifeart) und schreibt regelmässig eine Gartenkolumne mit dem Titel „Gartenlust“ für den österreichischen Kurier Freizeit. In ihrem gleichnamigen Buch führt sie den Leser in monatlichen Kapiteln durchs Gartenjahr und durch ihr grünes Reich. Jeweils rund zehn Seiten sind vollgepackt mit Informationen und Inspirationen zum Monatsthema, gegliedert in Essays, Gartentipps, Expertenwissen und den neuesten grünen Trends.
So steht beispielsweise der Monat Februar unter dem Motto Bodenbearbeitung, Bodenkunde und dem Züchten von Erde. Ein Mikrobiologe erklärt, warum das früher fleissig propagierte Umgraben der obersten Erdschicht katastrophale Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Mikroorganismen hat. Der Monat März wiederum ist dem Thema Gemüse gewidmet und im Mai sorgen kaiserliche Blütenträume für Höhepunkte: es geht um Pfingstrosen und japanischen Ahorn, während im Juni die Seiten mit Wissenswertem über die Rose gespickt sind und im Juli die Marille (Aprikose) dominiert. Wasserschönheiten, Kugellauch, Stauden und Gartengeräte stehen in den Folgemonaten im Mittelpunkt.
„Gartenlust“ ist zweifellos ein wunderschön illustriertes Buch mit tollen Fotos, die sich auch ausgezeichnet in einem Kalender machen würden. In dieser Mischung aus Ratgeber und Bildband werden wie beispielsweise in der Rubrik "Im grünen Trend" zwar etliche Themen angerissen, aber - wohl nicht zuletzt aus Platzgründen - meist nur oberflächlich besprochen und die (Pflanzen-)Auswahl dünkt mich eher zufällig.
Und wer mag zum Zielpublikum dieser Publikation gehören? Eher weniger der ambitionierte Hobbygärtner, der sich mit praktischem Gärtnern und durch intensives Lesen entsprechender Literatur bereits ein umfangreiches Wissen angeeignet hat als der Gärtner oder die Gärtnerin, die sich noch nicht sehr lange mit Garten und dem Drumherum beschäftigen. Bildband, Ratgeber oder Praxisbuch? Von allem etwas - vielleicht einfach ein schön gestaltetes grossformatiges Lesebuch, das man gerne mal durchblättert und sich an einem Winterabend an den schönen Bildern erfreut und gleichzeitig vom nächsten Frühling träumt.
Und jetzt muss ich doch mal noch genauer nachforschen, ob die Zaubernuss (Hamamelis) tatsächlich eine Staude ist oder - wie ich bisher immer geglaubt habe - ein Gehölz…
Andrea Haumer:
Gartenlust – Mein grünes Reich im ganzen Jahr
Callwey Verlag, 2011
So steht beispielsweise der Monat Februar unter dem Motto Bodenbearbeitung, Bodenkunde und dem Züchten von Erde. Ein Mikrobiologe erklärt, warum das früher fleissig propagierte Umgraben der obersten Erdschicht katastrophale Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Mikroorganismen hat. Der Monat März wiederum ist dem Thema Gemüse gewidmet und im Mai sorgen kaiserliche Blütenträume für Höhepunkte: es geht um Pfingstrosen und japanischen Ahorn, während im Juni die Seiten mit Wissenswertem über die Rose gespickt sind und im Juli die Marille (Aprikose) dominiert. Wasserschönheiten, Kugellauch, Stauden und Gartengeräte stehen in den Folgemonaten im Mittelpunkt.
„Gartenlust“ ist zweifellos ein wunderschön illustriertes Buch mit tollen Fotos, die sich auch ausgezeichnet in einem Kalender machen würden. In dieser Mischung aus Ratgeber und Bildband werden wie beispielsweise in der Rubrik "Im grünen Trend" zwar etliche Themen angerissen, aber - wohl nicht zuletzt aus Platzgründen - meist nur oberflächlich besprochen und die (Pflanzen-)Auswahl dünkt mich eher zufällig.
Und wer mag zum Zielpublikum dieser Publikation gehören? Eher weniger der ambitionierte Hobbygärtner, der sich mit praktischem Gärtnern und durch intensives Lesen entsprechender Literatur bereits ein umfangreiches Wissen angeeignet hat als der Gärtner oder die Gärtnerin, die sich noch nicht sehr lange mit Garten und dem Drumherum beschäftigen. Bildband, Ratgeber oder Praxisbuch? Von allem etwas - vielleicht einfach ein schön gestaltetes grossformatiges Lesebuch, das man gerne mal durchblättert und sich an einem Winterabend an den schönen Bildern erfreut und gleichzeitig vom nächsten Frühling träumt.
Und jetzt muss ich doch mal noch genauer nachforschen, ob die Zaubernuss (Hamamelis) tatsächlich eine Staude ist oder - wie ich bisher immer geglaubt habe - ein Gehölz…
Andrea Haumer:
Gartenlust – Mein grünes Reich im ganzen Jahr
Callwey Verlag, 2011
5. November 2011
Ann Krentz as Amanda Quick: The Perfect Poison
Lucinda Bromley, einer jungen Botanikerin im England gegen Ende der viktorianischen Ära, haftet der schlimme Verdacht an, ihren Verlobten heimtückisch vergiftet zu haben. Beweise für diese angebliche Tat sind keine beizubringen. Dennoch beherrschte dieser Skandal wochenlang die Schlagzeilen und Lucinda wird seither weitgehend geächtet. Da sie aber über die spezielle Gabe verfügt, Gifte – speziell solche aus dem Pflanzenreich – riechen zu können, greift die Polizei immer wieder auf ihre Hilfe zurück, wenn es darum geht, mysteriöse Todesfälle aufzuklären, bei denen davon ausgegangen wird, dass eine Vergiftung zum Ableben geführt hat.
Als Lucinda von Inspector Speller zur Untersuchung des verstorbenen Lord Fairburn gerufen wird, stellt sie sofort fest, dass dieser eindeutig vergiftet worden ist und dem Giftcocktail Bestandteile eines Farns, Ameliopteris amazonensis, beigemischt worden sind. Diese Erkenntnis schockiert die junge Botanikerin. Denn in ganz England gibt es nur ein Exemplar dieser seltenen Spezies, das sie selber von ihrer letzten Expedition mit ihrem inzwischen verstorbenen Vater mit nach Hause gebracht hat. Und bis vor einem Monat stand diese eine Pflanze in ihrem Wintergarten, wo sie gestohlen worden ist. Lucinda befürchtet, sofort wieder unter Tatverdacht zu geraten, und behält deshalb die Feststellungen aus ihrer Untersuchung des verstorbenen Lord Fairburn für sich. Gleichzeitig engagiert sie aber Caleb Jones, den Inhaber einer „psychical investigation agency.“, der über übersinnliche Fähigkeiten und als Mitglied der Arcane Society über ausgezeichnete Beziehungen verfügt. Er soll für sie herausfinden, wer hinter dem Farndiebstahl steckt und folglich auch in den Mord an Lord Fairburn involviert sein muss.
Schon bei der ersten Begegnung zwischen den beiden psychisch empfindsamen Menschen fliesst eine spezielle Energie.
Empfehlenswert für alle, die sich vom paranormalen Hintergrund des Romans nicht abschrecken lassen. Unter diesem Link lässt sich nachlesen, wie und warum die Autorin dazugekommen ist, einen Farn in die Geschichte einzubauen:
Ann Krentz as Amanda Quick:
The Perfect Poison
Jove Books, 2010
Als Lucinda von Inspector Speller zur Untersuchung des verstorbenen Lord Fairburn gerufen wird, stellt sie sofort fest, dass dieser eindeutig vergiftet worden ist und dem Giftcocktail Bestandteile eines Farns, Ameliopteris amazonensis, beigemischt worden sind. Diese Erkenntnis schockiert die junge Botanikerin. Denn in ganz England gibt es nur ein Exemplar dieser seltenen Spezies, das sie selber von ihrer letzten Expedition mit ihrem inzwischen verstorbenen Vater mit nach Hause gebracht hat. Und bis vor einem Monat stand diese eine Pflanze in ihrem Wintergarten, wo sie gestohlen worden ist. Lucinda befürchtet, sofort wieder unter Tatverdacht zu geraten, und behält deshalb die Feststellungen aus ihrer Untersuchung des verstorbenen Lord Fairburn für sich. Gleichzeitig engagiert sie aber Caleb Jones, den Inhaber einer „psychical investigation agency.“, der über übersinnliche Fähigkeiten und als Mitglied der Arcane Society über ausgezeichnete Beziehungen verfügt. Er soll für sie herausfinden, wer hinter dem Farndiebstahl steckt und folglich auch in den Mord an Lord Fairburn involviert sein muss.
Schon bei der ersten Begegnung zwischen den beiden psychisch empfindsamen Menschen fliesst eine spezielle Energie.
Empfehlenswert für alle, die sich vom paranormalen Hintergrund des Romans nicht abschrecken lassen. Unter diesem Link lässt sich nachlesen, wie und warum die Autorin dazugekommen ist, einen Farn in die Geschichte einzubauen:
Ann Krentz as Amanda Quick:
The Perfect Poison
Jove Books, 2010
1. November 2011
Anke Kuhbier: Kluge Menschen und ihre schönen Gärten
"Besondere Frauen und ihre Gärten", "Künstler und ihre Gärten", "Modeschöpfer und ihre Gärten", "Männer und ihre aussergewöhnlichen Gärten" und nun also "Kluge Menschen und ihre schönen Gärten" – in den letzten Jahren sind immer wieder Bücher über besondere Menschen und ihre Gärten erschienen. Anke Kuhbier führt uns nun in ihrem neuen Buch als Gast in die Gärten von Denkern, Künstlern, Dichtern und Staatsmännern und zeigt uns diese Persönlichkeiten mit Schwerpunkt auf deren gärtnerischen Interessen und damit von einer oft unbekannten Seite. Einige dieser klugen Menschen sind samt ihren botanischen Interessen schon oft zwischen zwei Buchdeckeln vorgestellt worden oder haben wie beispielsweise William Robinson und Gertrude Jekyll selber Bücher über die Resultate veröffentlicht, die sie dank ihrer grünen Daumen erziehlt haben. Die hortikulturellen Vorlieben von anderen hingegen sind eher unbekannt.
Die jeweils achtseitigen Portraits sind gegliedert in einen erzählenden Teil, Fotos, eine kurzen Zusammenfassung über die Besonderheiten des jeweiligen Gartens und werden ergänzt durch Gartenpläne und Bilder von Werken der portraitierten Person. Haben Sie gewusst, dass sich auch Staatsoberhäupter wie George Washington, Winston Churchill und Konrad Adenauer in ihrer spärlich bemessenen Freizeit gerne mit Gärtnern beschäftigten und nichts gegen Erde unter den Fingernägeln einzuwenden hatten? Gleich drei gärtnernde Maler sind mit ihrer Inspirationsquelle vertreten: Claude Monet und sein Giverny, Max Liebermann und sein Wannsee-Garten sowie Emil Nolde und sein Garten im norddeutschen Seebüll. Stellvertretend für die schreibende Gilde stehen die Aufzeichnungen über Johann Wolfgang von Goethe, George Sand, Hermann Hesse, Bert Brecht oder Vita Sackville-West. Weiter vertreten sind Johann Gottfried Herder, Rudyard Kipling, Loki Schmidt, Moritz Landgraf von Hessen und Christoph Graf Douglas.
Speziell interessiert hat mich das Portrait über Hugh Johnson, dessen regelmässigen Beiträge im englischen Journal Hortus unter dem Titel „ Tradescant Diary“ ich schon lange genauso schätze wie sein Buch „In the Garden“ mit gesammelten Artikeln aus der Publikation „The Garden“ der Royal Horticultural Society. Letztere sind ebenfalls unter dem Pseudonym "Tradescant" verfasst worden. In der britischen Gartenszene war übrigens jahrelang darüber spekuliert worden, wer sich hinter dem Namen "Tradescant" verbirgt. Hugh Johnson ist nicht nur ein fulminanter Weinkenner und –kritiker sondern auch ein anerkannter Dendrologe, der auf seinem Grundstück über 1000 verschiedene Gehölze stehen hat und er zeichnet ausserdem als Verfasser des Gartenstandardwerkes „The Principles of Gardening“. Im vorliegenden Buch habe ich nun erstmals Bilder aus Johnsons grossem Garten gesehen. Seiner Gartenphilosophie entsprechend führt er einen eher zurückhaltender Kampf gegen Unkraut, dabei hat er genaue Vorstellung darüber, welche Bilder und Stimmungen er mit seiner Bepflanzung hervorrufen möchte. Anke Kuhbier schreibt in diesem Zusammenhang von einer (Zitat) "gekonnten Mischung aus naturnahem Wildwuchs und gezielten gestalterischen Massnahmen". Das Portait macht neugierig, die gärtnerischen Geheimnisse des Feinschmeckers Hugh Johnson zu erkunden!
Das Buch „Kluge Menschen und ihre schönen Gärten“ ist überaus verschwenderisch bebildert, die Qualität einzelner Fotos fand ich allerdings teilweise etwas enttäuschend. Besonders beeindruckend hingegen sind die mit Blumen bedruckten Pergamentseiten, die jedes Kapitel eröffnen. Abgerundet wird die gelungene Produktion durch Kurzbiografien, die analog zu den Portraits nach Geburtsjahr der vorgestellten Persönlichkeiten geordnet sind. Ein schönes Geschenk für Gartenfreunde und Leser und Leserinnen, die gleichzeitig historisch interessiert sind!
Anke Kuhbier:
Kluge Menschen und ihre schönen Gärten
Callwey Verlag, 2011
Die jeweils achtseitigen Portraits sind gegliedert in einen erzählenden Teil, Fotos, eine kurzen Zusammenfassung über die Besonderheiten des jeweiligen Gartens und werden ergänzt durch Gartenpläne und Bilder von Werken der portraitierten Person. Haben Sie gewusst, dass sich auch Staatsoberhäupter wie George Washington, Winston Churchill und Konrad Adenauer in ihrer spärlich bemessenen Freizeit gerne mit Gärtnern beschäftigten und nichts gegen Erde unter den Fingernägeln einzuwenden hatten? Gleich drei gärtnernde Maler sind mit ihrer Inspirationsquelle vertreten: Claude Monet und sein Giverny, Max Liebermann und sein Wannsee-Garten sowie Emil Nolde und sein Garten im norddeutschen Seebüll. Stellvertretend für die schreibende Gilde stehen die Aufzeichnungen über Johann Wolfgang von Goethe, George Sand, Hermann Hesse, Bert Brecht oder Vita Sackville-West. Weiter vertreten sind Johann Gottfried Herder, Rudyard Kipling, Loki Schmidt, Moritz Landgraf von Hessen und Christoph Graf Douglas.
Speziell interessiert hat mich das Portrait über Hugh Johnson, dessen regelmässigen Beiträge im englischen Journal Hortus unter dem Titel „ Tradescant Diary“ ich schon lange genauso schätze wie sein Buch „In the Garden“ mit gesammelten Artikeln aus der Publikation „The Garden“ der Royal Horticultural Society. Letztere sind ebenfalls unter dem Pseudonym "Tradescant" verfasst worden. In der britischen Gartenszene war übrigens jahrelang darüber spekuliert worden, wer sich hinter dem Namen "Tradescant" verbirgt. Hugh Johnson ist nicht nur ein fulminanter Weinkenner und –kritiker sondern auch ein anerkannter Dendrologe, der auf seinem Grundstück über 1000 verschiedene Gehölze stehen hat und er zeichnet ausserdem als Verfasser des Gartenstandardwerkes „The Principles of Gardening“. Im vorliegenden Buch habe ich nun erstmals Bilder aus Johnsons grossem Garten gesehen. Seiner Gartenphilosophie entsprechend führt er einen eher zurückhaltender Kampf gegen Unkraut, dabei hat er genaue Vorstellung darüber, welche Bilder und Stimmungen er mit seiner Bepflanzung hervorrufen möchte. Anke Kuhbier schreibt in diesem Zusammenhang von einer (Zitat) "gekonnten Mischung aus naturnahem Wildwuchs und gezielten gestalterischen Massnahmen". Das Portait macht neugierig, die gärtnerischen Geheimnisse des Feinschmeckers Hugh Johnson zu erkunden!
Das Buch „Kluge Menschen und ihre schönen Gärten“ ist überaus verschwenderisch bebildert, die Qualität einzelner Fotos fand ich allerdings teilweise etwas enttäuschend. Besonders beeindruckend hingegen sind die mit Blumen bedruckten Pergamentseiten, die jedes Kapitel eröffnen. Abgerundet wird die gelungene Produktion durch Kurzbiografien, die analog zu den Portraits nach Geburtsjahr der vorgestellten Persönlichkeiten geordnet sind. Ein schönes Geschenk für Gartenfreunde und Leser und Leserinnen, die gleichzeitig historisch interessiert sind!
Anke Kuhbier:
Kluge Menschen und ihre schönen Gärten
Callwey Verlag, 2011
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