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23. Januar 2021

Der Garten im Winter – Vor dem Fenster und im Gartenbuch

Der Kalender zeigt jetzt schon wieder seit fast einem Monat 2021 an. Durch den Jahreswechsel zum Besseren geändert hat sich seit meinem letzten Post (falls überhaupt) nur wenig und so versuche ich, mich - mal mehr oder weniger erfolgreich - über Abwechslung im Alltag und an Kleinigkeiten zu erfreuen. Vor drei Wochen habe ich erstmals in der direkten Nachbarschaft einen Eisvogel entdeckt und seither mehrfach beobachten können. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann einmal, ein aussagekräftiges Bild von dem wunderschönen, aber scheuen blau-orangefarbenen Tier zu machen, bevor er sich wieder im grünen Kleid der Laubbäume verstecken kann. 

Dank der grossen Schneemengen, mit denen uns Frau Holle am letzten Wochenende auch hier auf rund 440 Metern über Meer beglückt hat, konnte ich direkt vor der Haustüre zu meiner allerersten Schneeschuhwanderung starten. Gleichzeitig ist der der Garten unter einer sehr dicken weissen Decke verschwunden und damit wurden auch viele der in den letzten Jahren umgesetzten Bemühungen hinsichtlich Optimierung der winterlichen Aspekte zumindest temporär torpediert. Weiss dominiert im Moment immer noch über grün, rot und braun, dafür kann ich nach wie vor hoffen, dass ausser einem grossen abgebrochenen Ast am Mispelbaum keine weiteren empfindlichen Schäden entstanden sind. 

Alles in allem eine gute Gelegenheit, die heimische Gartenbibliothek nach Büchern zum Thema «Garten im Winter» zu durchforsten. Bevor ich kürzlich meine private Gartenbücher-Liste nach entsprechenden Stichworten durchsucht habe, war mir gar nicht (mehr) bewusst, dass sich da in den letzten Jahren doch etliche Nicht-Romane zu diesem Thema angesammelt hatten. Mein Sammeldrang und wahrscheinlich auch ein wenig der Wunsch nach Kompensation für entgangene Wintergartenreisefreuden (ja, natürlich weiss ich, dass es grössere Probleme gibt und von der Sonne umschmeichelte gelbe Kopfweiden im Tiefschnee haben tatsächlich auch ihren Reiz!) haben trotzdem zu einem weiteren «ersten Mal» geführt. 

Nämlich zum Bestellen von antiquarischen Büchern, was ich bisher tunlichst vermieden habe; einerseits aus Platzmangel und anderseits mag ich tatsächlich lieber ungebrauchte Bücher. An bereits gelesenen Büchern, die komisch riechen oder Stockflecken aufweisen, ist wohl noch niemand gestorben und Hygieneregeln waren wohl selten so präsent wie in diesen Pandemiezeiten. Und so schwelge ich aktuell also abends häufig in teilweise jahrzehntealten Büchern über Gärten im Winter, in denen schon von Textur bei Pflanzen geschrieben worden ist, als ich noch keinen einzigen Gedanken daran verschwendet habe. 

Vielleicht berichte ich hier im Sofagarten zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher über den Inhalt des einen oder anderen Titels, vorerst hier einfach mal ohne Wertung, in alphabetischer Reihenfolge einige Hinweise zu Büchern, die sich mit Gärten und ihrer Wirkung im Winter beschäftigen. 

 

Adrian Bloom:
Winter Garden Glory - How to get the Best from your Garden from Autrumn trough to Spring
Harper Collins, 1993 
 
Bourne, Val: 
The Winter Garden – Create a Garden that shines trough the forgotten Season 
Cassell, 2006 
 
Bross-Burkhardt, Brunhilde:
Mein Garten im Winter – Artenvielfalt fördern, Wintergemüse ernten, Gestaltungsideen umsetzen 
Haupt Verlag, 2020 
 
Buffin, Michael W.:
Winter flowering Shrubs
Timber Press, 2005 
 
De Belder, Jelena und Wouters, Bie und Slootmaekers (Fotos):
Winterblüher – Düfte und Farben im winterlichen Garten
Landwirtschaftsverlag, 2003 
 
Keil Gisela und Becker Jürgen (Fotos) :
Gärten im Winter – Inspirationen für die vierte Jahreszeit 
Deutsche Verlagsanstalt DVA, 2003 
 
Ney, Iris:
Lebendige Gärten im Winter 
Ulmer Verlag, 2019 
 
Pollet, Cédric:
Gärten im Winter – Faszinierende Farbenpracht und Formenvielfalt 
Ulmer Verlag, 2017 
 
Price, Eluned und Nichols, Clive (Fotos):
Der Garten im Winter 
Christian Verlag, 1997 
 
Schulz, Claus und Becker, Jürgen (Fotos):
Der Garten im Winter – Eine Spurenlese in faszinierender Vielfalt 
Deutsche Verlagsanstalt DVA, 2014 
 
Sterndale-Bennett, Jane:
The Winter Garden 
David and Charles, 2006 
 
Rosemary Verey: 
Der Garten im Winter 
Ravensburger Verlag, 1989 
 
 
 
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher/Filme habe ich selbst gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern/Filmen.

 

1. April 2013

Lorraine Harrison: Gärten lesen – Gartenarchitektur erkennen und verstehen

Wasserspiele, verschiedene Ebenen, Brücken, Küchengärten, Arkaden, Rosarium – es gibt unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten, die im Garten umgesetzt werden können. Nicht immer ist die Zuordnung der Formensprache so einfach und eindeutig wie beispielsweise in einem Gemüse- oder einem Heilkräutergarten und oft sind auch gleich mehrere unterschiedliche Einflüsse auszumachen.

Lorraine Harrison, die nebenbei bemerkt auch für das englische Gartenjournal Hortus schreibt, hat mit dem von Stefan Leppert ins Deutsche übersetzten Buch „Gärten lesen“ einen Schnellkurs zum Erkennen und Verstehen von gartenarchitektonischen Elementen verfasst. Das Vorwort zu dieser Publikation hat Juliet Nicholson geschrieben, die Enkelin von Vita Sackville-West und Harald Nicholson.

Nach einer Einleitung gibt es ein paar Worte zur Datierung von Gärten und zur Geschichte der Gartenbesucher. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass gerade Gärten wie etwa Sissinghurst oder Great Dixter, die von Besuchern geradezu überschwemmt werden, gewissermassen Opfer ihres eigenen Erfolges sind und jeder Besucher dafür neben dem Eintrittspreis einen zweiten Preis bezahlt. Nämlich den in Form von Mangel an (privater) Atmosphäre und eines nicht ganz perfekten, weil abgenutzten Rasen.

Der Gartentyp liegt im Zweck begründet oder ist zumindest eng damit verbunden. Im ersten Kapitel wird eine Auswahl verschiedener Gartentypen vorgestellt. Darunter sind Islamische Gärten, konzeptuelle Gärten, Sammlungen und Prachtgärten. Themen der folgenden Kapitel sind (die Aufzählungen in Klammern sind nicht abschliessend):
  • Gartenstile (Verspielte Gärten, Gärten der Ordnung, Der Künstler im Garten)
  • Bäume (Bäume in der Luft, Wurzelkulisse, Früchte und Formenstrenge)
  • Blumen und Gehölze (Essbare Gärten, Sumpfgärten, Knotengärten)
  • Landschaftselemente (Gartenpuzzles, Schnittkunst, Vielgestaltige Hecken, Senkgärten, Aquatische  Extravaganzen)
  • Gartengebäude (Düstere Grotten, Fantastereien, Glaspaläste)
  • Gartenelemente (Säulen, Vögel und Bienen, Zeitmesser, Gartenmöbel).
Auf jeweils einer Doppelseite erfährt der Leser kurz und bündig das wichtigste zum Thema. Ein ausgewähltes Farbfoto, vier detailgetreue Zeichnungen und ein kurzer Text machen den Leser mit dem entsprechenden Begriff vertraut. Für die Erklärung des „Englischen Landschaftsgartens“ wird beispielsweise ein Foto von Stourhead verwendet und erklärt, dass diese Gartenform eine Reaktion auf die französische und holländische Formenstrenge war. Zeichnungen und Erklärungen zum Aha (landschaftliches Gestaltungsmittel, dass Tiere und ungebetene Besucher ausserhalb des Gartens hält, ohne den Blick nach aussen zu verstellen) und zur Funktion von Wasser, Wegen und Gebäuden in dieser Gartenform komplettieren die Erläuterungen.

Das Buch bietet eine umfangreiche Einführung in das vielschichtige und schwierige Thema, Stile und historische Einflüsse in Gärten zu identifizieren. Als Führer für unterwegs ist das Buch eher etwas schwer und vielleicht in Anbetracht der Gestaltung und Bindung auch etwas schade, aber es eignet sich ausgezeichnet als Vorbereitung auf eine Gartenreise oder einen Gartenbesuch. Denn es lehrt, die Augen für Details offen zu halten und man erfährt so ganz nebenbei allerlei Wissenswertes wie den Unterschied zwischen formalen und informellen Alleen oder einem Arboretum und einem Wald.

Oder man liest von Zierbauten ganz ohne Nutzwert und von Tempeln der Philosophie, die schon als Ruine geplant waren, unfertig gebaut als Sinnbild für das unvollständige menschliche Wissen. Auch Brücken erfüllen nicht immer den Zweck trockenen Fusses von einer Seite des Gewässers ans andere Ufer zu kommen, sondern waren oder sind im Sinne der Gartengestaltung oft nur Scheinbauten, die als Blickfang dienen. Effekt ist und war oft wichtiger als historische Genauigkeit. Die Autorin ermuntert deshalb, Gärten in erster Linie zu geniessen und zu bedenken, dass Veränderungen zum Gärtnern und zu Gärten gehören und mangelnde Stilechtheit und -treue nicht gleichbedeutend mit Vernachlässigung ist.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden an gewissen Orten Pflanzen besser behandelt, als die Gartengehilfen. Während nämlich letztere oft in einer lausigen, kalten und dunklen Behausung hausten, wurden die exotischen Gewächse mit Wärme und Licht verwöhnt. Und haben Sie gewusst, dass es einmal einen Beruf „Einsiedler“ gab? Diese bezahlten bärtigen Gesellen durften sich nicht pflegen, auch nicht mit den Besuchern sprechen und wohnten in besonderen primitiven Hütten. Zum Jobprofil gehörte das Überraschen der Besucher durch unvermitteltes Hervortreten zwischen Bäumen.

Ein Glossar (ohne Seitenangabe), ein umfangreiches Register sowie Empfehlungen für weiterführende Literatur runden die informative und interessante Publikation ab.  



Lorraine Harrison:
Gärten lesen – Gartenarchitektur erkennen und verstehen 
Haupt Verlag, 2013

2. Januar 2013

Carmen Szadzik und Melitta Kolberg: Verrückt nach Frühling – Zu Gast in 25 bildschönen Zwiebelblumengärten

Der jahreszeitlich richtige Zeitpunkt für die Lektüre dieser Publikation und den Buchbesuch in  25 Zwiebelblumengärten wäre wohl eher im Spätsommer und Frühherbst, damit die gewonnenen Ideen auch gleich umgesetzt werden können, also die Verheissung in Form von Blumenzwiebeln eingegraben werden kann. Demgegenüber ist der Zeitpunkt für diese Buchvorstellung geeignet, um vielleicht rechtzeitig einen Ausflug zur Zwiebelblumenblüte in den einen oder anderen Garten zu planen und sich mit eigenen Augen vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen über die Umsetzung von perfekten Blütenentwürfen. Die in Kurzportraits in Wort und Bild vorgestellten Gärten befinden sich in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Der am südlichsten gelegene Garten ist „De Heerenhof“ in Maastricht. Details wie Adressen, Webseiten und Hinweise zu speziellen Anlässen finden sich im Serviceteil unter „Zum Nachreisen“.

Das Buch ist analog den verschiedenen Blühhöhepunkten der Frühjahrsblüher in die Kapitel „Vorfrühling“, „Frühling“ und „Spätfrühling“ gegliedert. Den Anfang machen demnach die Zwiebelblumenzwerge wie Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge und Märzenbecher. Weiter geht es im April mit einem Meer aus Blausternchen und Puschkinien, das in einem Garten in Bissendorf die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, während auf dem Hof Hilligenbohl Osterglocken und Narzissen dominieren. Neben Privatgärten wird im Kapitel „Frühling“ auch dem Keukenhof ein Portrait gewidmet.

Auf den Fotos im Spätfrühling spielen purpurviolette Lauchkugeln (Allium) die Hauptrolle. Hier lassen sich Ideen für Kombinationen dieser Akzente setzenden Blüten auf hohen Stängeln mit rosafarbenem Knöterich abgucken oder solche mit der Triumphtulpe „Dreaming Maid“. Etwas störend in all dieser farblichen Perfektion von violettem Blütenrausch in frühlingsgrüner Umgebung und passender Begleitbepflanzung dünkten mich einzig die roten Kissen auf den zwei grauen Liegestühlen.

Sie träumen nach dem Schwelgen in den Fotos dieser Publikation von einer eigenen Krokuswiese, unzähligen Tuffs mit Narzissen oder farblich und in der Höhe optimal abgestimmte Tulpenbeeten, die sich wie Bänder durch den Garten schlängeln? Im Kapitel „Zum Nachlesen“ finden Sie Tipps zur Pflanzenauswahl und Starthilfe für persönliche Zwiebelblumenhöhepunkte in Ihrem Garten. Die Autorin ermuntert zum Experimentieren und empfiehlt beispielsweise Engelstränennarzissen und Sommerknotenblumen als Alternative, wenn sich Wühlmäuse über die Damentulpen hermachen oder ausdauernde Blüher wie Anemonen einzusetzen.

Diese farbenfrohe und informative Publikation ist im Eigenverlag erschienen und eine passende Einstimmung auf den kommenden Frühling, wenn endlich wieder lebendige, zeitlich begrenzte Gemälde in den Gärten zu entdecken sind, die nach dem Verblühen wiederum von der Vorfreude auf den übernächsten Frühling abgelöst werden...



Carmen Szadzik und Melitta Kolberg: 
Verrückt nach Frühling – Zu Gast in 25 bildschönen Zwiebelblumengärten 
Eigenverlag, 2011

13. November 2011

Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth: Gartengestaltung – Inspiration, Planung, Praxis

Sind Sie mit gewissen Ecken in Ihrem Garten nicht ganz glücklich oder stehen Sie gar vor der Herausforderung eine noch „leere“ Fläche nach eigenem Gutdünken zu gestalten? Dann finden Sie im Buch „Gartengestaltung“ von Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth ein wahres Füllhorn an praxisnahen Ideen und Tipps, die bei der Entwicklung vom vagen Traum eines auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenen Gartenentwurfs und der Umsetzung desselben in den persönlichen Traumgarten ausgesprochen hilfreich sind.

Das erste Kapitel „Inspiration – Vielfalt der Gartenstile“ gibt in groben Zügen Einblick in die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, dem Garten seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Soll es ein Naturgarten mit Blumenwiesen werden, oder stehen eher ein romantisch-verträumter Garten, ein formaler und eleganter Entwurf oder vielleicht eine asiatisch angehauchte Bepflanzung zur Debatte? Das Buch stellt aus der Vielfalt der Gartenstile unter anderem den Cottagegarten, den Kiesgarten und den mediterranen Garten vor. Die Autoren betonen immer wieder, wie wichtig es ist, sich mit der Gartengestaltung genügend Zeit zu lassen, um Ideen zu sammeln und auch wieder zu verwerfen. Natürlich ist ein Buch und sei es noch so vollgepackt mit Informationen wie das vorliegende nur einer der verschiedenen Wege die Richtung Wunschgarten zu gehen sind und ersetzt nicht den Besuch von Schaugärten, öffentlichen Anlagen und Privatgärten. Der Schwerpunkt bei solchen Gartenbesichtigungen sollte laut Thinschmidt und Böswirth dabei auf regionale Gärten gelegt werden, weil hier Klima und Bodenbeschaffenheit mit den heimischen Begebenheiten weitgehend übereinstimmen und gleichzeitig von Erfahrungen aus Erfolg und Misserfolg der dort wirkenden Gärtner profitiert werden kann. Was im Nachbarsgarten gut gedeiht, wächst mutmasslich auch im eigenen Garten.

Nun ist es höchste Zeit für eine Bestandesaufnahme, die als Grundlage für die Entwürfe und Skizzen dienen kann. Notiert und aufgezeichnet werden neben Grundriss, Haus und Nebengebäuden auch der vorhandene Bestand an Pflanzen und Gehölzen, die Bodenverhältnisse, Angaben zu Licht- und Schattenverhältnissen mit dem Sonnenverlauf. Bevor in einem weiteren Schritt Wunschliste und Bestandesaufnahme im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und allenfalls der eigenen handwerklichen Fähigkeiten in Einklang gebracht werden können, sollte man sich ein wenig mit den Grundlagen der Gartengestaltung auseinandersetzen. Im gleichnamigen Kapitel erfährt der interessierte Leser Wichtiges zu Flächen und Formen, Perspektive und Strukturen, der Wirkung von Farben und Formen und dem Gestalten mit unterschiedlichen Werkstoffen und über die gezielte Verwendung von optischen Tricks. Eine grosse Menge an Fotos unterstützt den Leser bei der Entscheidungsfindung von Gartenstil, Elementen, Materialien und Bepflanzung.

Verschiedene Gartenelemente stehen im Fokus des nächsten Kapitels mit dem Titel „Von Sitzplätzen und Wegen – Gartenelemente“. Stichworte dazu sind vertikale Abgrenzungen und das Schaffen von Räumen, aber auch Technik und kleine Bauwerke wie Pergolen oder Gartenhaus, Beläge, Spielgeräte, Wege, Treppen, Sitzplätze, Möblierung, Dekorationsobjekte, Accessoires, Wasser und Beleuchtung.

Was wäre ein Garten ohne Bepflanzung? Auf über hundert Seiten geht es schliesslich ausführlich um die Pflanzenauswahl und ums Gestalten mit Pflanzen. Im Serviceteil werden weiterführende Literatur und Adressen von Vereinen, Bodenuntersuchungsinstituten, Bezugsquellen usw. aufgelistet. Ein Register rundet die gelungene praxisorientierte Publikation ab, die viele Fragen beantwortet, die im Zusammenhang mit einer Neu- oder Umgestaltung eines Gartens auftreten. Das Buch ist nicht nur für den Gartenneuling empfehlenswert, auch bereits erfahrenere Hobbygärtner werden ihr Wissen dank der wohldurchdachten und erprobten Ratschläge erweitern können. Hilfreich sind besonders auch die einzelnen Kapitelzusammenfassungen, wo auf Vor- und Nachteile von beispielsweise Materialien hingewiesen wird und dabei auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden.



Alice Thinschmidt und Daniel Böswirth:
Gartengestaltung – Inspiration, Planung, Praxis
Kosmos Verlag, 2011

21. Oktober 2011

Noel Kingsbury: Gärten! – Gartengestalter aus aller Welt zeigen ihre privaten Paradiese

Die Arbeiten, sprich Gärten, von Penelope Hobhouse, Arabella Lennox-Boyd, John Brookes, Christine Orel oder Piet Oudolf sind dem interessierten Publikum hinlänglich bekannt oder ausführliche Informationen lassen sich zumeist relativ einfach beschaffen. Doch wie sieht wohl der nichtöffentliche Garten eines professionellen Gartengestalters aus? Wird hier zum Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit frischfröhlich nach Lust und Laune gebuddelt und eingepflanzt oder wird zuerst ein durchdachtes Konzept erstellt? Antworten auf diese Fragen finden sich in Noel Kingsburys Buch „Gärten!“, das hinter die privaten Hecken von fünfundzwanzig Gartengestaltern aus aller Welt blicken lässt.

Die illustrierten Portraits sind aufgeteilt in einen erzählenden Teil, eine Kurzbiografie, eine Auflistung öffentlich zugänglicher Gärten des entsprechenden Designers und eine Doppelseite mit dessen ausgewählten Lieblingspflanzen. Diese hier vorgestellten privaten Gärten, die teilweise auch als Schaugärten dienen, sind nicht minder verschieden als die kreativen Köpfe dahinter und dies liegt nicht nur daran, dass diesen in verschiedenen Klimazonen liegen. So finden sich im Garten der ehemaligen Malariaforscherin Christine Facer ein „Garten der kosmischen Evolution“ und ein Eingang ins Chaos-Tor (Chaos-Theorie). Dieser Garten ist nämlich ein Synonym für die wissenschaftlichen Interessen seiner Gestalterin, in welchem sich wie in einem Buch lesen lässt.

Katie Lukas aus Grossbritannien hat sich ihr Wissen durch learning by doing und einem Fünftagekurs in Planung der English Gardening School angeeignet. Sie gibt denn auch an, nur ungern vor einem weissen Blatt Papier zu sitzen, das mit kreativen Ideen gefüllt werden soll. Glücklich ist, wer wie die Gartengestalterin Jacqueline van der Kloit von sich behaupten kann, nicht zu arbeiten, sondern sein Geld mit einem bezahlten Hobby verdienen zu können und sich auch nicht vorstellen kann und will, in Rente zu gehen und sogar das Urlaubsende herbeisehnt!

Cleve West besitzt in der Stadt einen Mini-Garten, der nur beschränkt Raum für Experimente zulässt, weshalb er und seine Partnerin zusätzlich einen Kleingarten gepachtet haben, wo die beiden viel Gemüse anbauen. Mindestens so wichtig wie das Gärtnern ist den beiden das Treffen mit Freunden und Gartennachbarn. Und nicht zuletzt ist der Schrebergarten ein guter Ideenlieferant, auf den West schon beim Verfassen einer Fernsehkomödie oder beim Schreiben seines aktuellen Buches „Our Plot“ zurückgegriffen hat.

Neben den bereits weiter oben im Text erwähnten Namen werden die folgenden Gartengestalter in Wort und Bild vorgestellt: James Alexander Sinclair, Julian und Isabel Bannermann, Sue Berger, Roberto Burle Marx, Tracy DiSabato, Nancy Goslee Power, Naila Green, Isabelle Greene, Raymond Jungles, Jantiene T. Klein Roseboom, Ulf Nordfjell, Mien Ruys, Lauren Springer Ogden und Scott Ogden, Tom Stuart-Smith, Joe Swift und James van Sweden.

Über verschiedene der hier vorgestellten Gartengestalter und ihre Gärten habe ich schon öfters in einschlägigen englischen Publikationen gelesen und fand es nun sehr interessant, für einmal über deren privaten Paradiese zu lesen und Fotos aus denselben zu betrachten. Weitergehende Informationen über die Gartengestalter und Gartengestalterinnen finden sich im Serviceteil des Buches, wo neben einem Register und einer Liste mit Veröffentlichungen der portraitierten Gartendesigner auch deren Internet-Adressen aufgeführt sind.



Noel Kingsbury:
Gärten! – Gartengestalter aus aller Welt zeigen ihre privaten Paradiese
Deutsche Verlags-Anstalt, 2011

5. Oktober 2011

Cordula Hamann: Die schönsten Gärtnereien – Entdecken, stöbern, geniessen

Cordula Hamann nimmt den Leser in ihrem aktuellen Buch mit in 23 Erlebnisgärtnereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den vorgestellten Betrieben lässt sich nicht nur nach teilweise sehr speziellen Gartenschätzen suchen, in Schaugärten lassen sich gleichzeitig Ideen für Farb- und Strukturkombinationen im heimischen Garten finden, fachkundige Beratung inklusive.

Jede Gärtnerei wird in einem sechsseitigen Portrait in Wort und Bild vorgestellt. Da gibt es beispielsweise eine Gutsgärtnerei, die von alten schützenden Backsteinmauern umfriedet ist. Zwei initiative Frauen haben das lange unbenutzte Gärtnereigelände mit einem durchdachten Konzept aus dem Dornröschen- oder besser Distel-Schlaf geweckt.

Die Auszeichnung spezielle Pflanze muss nicht gleichbedeutend mit einer exotischen Herkunft sein. Besonders eindrücklich kommt diese Tatsache in den Portraits über den Allgäuer Kräutergarten und die Wildstaudengärtnerei von Patricia Willi in der Nähe von Luzern zum Ausdruck. Schliesslich ist es kein Geheimnis, dass einheimische, der Witterung angepasste Sorten nicht nur einen Standortvorteil für sich verbuchen können. Und bei Patricia Willi wird getreu dem Motto „die Natur ist nicht Rahmen, sondern Inhalt“ streng nach biologischen Richtlinien und Demeter-Grundsätzen gegärtnert. Das Sortiment umfasst über 500 verschiedene Wildstauden, was ungefähr einem Sechstel der Wildpflanzen in der Schweiz entspricht. Zu den weiteren vorgestellten Betrieben gehören die Duft- und Wandelgärtnerei Schobel, die Stadtgärtnerei Zürich, die Rosenschule Ruf und die Staudengärtnereien Gaissmayer, Ewald Hügin und Sarastro.

Im Serviceteil sind alle Betriebe mit Anschrift und Webadressen aufgelistet. Das Buch enthält leider kein Register. Vermisst habe ich eine Länderkarte, aus der mühelos die Lage der mir (noch) unbekannten Gärtnereien ersichtlich ist. Die Auswahl der Gärtnereien dünkt mich etwas willkürlich. Die Schweiz ist zwar klein, aber so klein wie das Gebiet, in welchem sich die vorgestellten Betriebe befinden ist sie denn doch nicht und auch in anderen Regionen gibt es interessanten Gärtnereien zu entdecken. Für einen allfälligen Folgeband wüsste ich jedenfalls ein paar Betriebe, die eine detaillierte Erwähnung wert wären.

Nichtsdestotrotz ein schön gestalteter und informativer Gärtnereiführer – zum Mitnehmen auf eine Reise allerdings eher zu schade. Interessant und inspirierend ist das Buch wohl weniger für diejenigen, die die portraitierten Betriebe bereits kennen, als für Gartenbegeisterte, die noch am Anfang des „Spezialisierens“ stehen. Also für jene, die vielleicht nicht mehr zufrieden sind mit dem allenthalben erhältlichen Standardsortiment an Pflanzen und sich eine grössere Auswahl wünschen. Bei der Lektüre habe ich bedauert, nicht schon früher von den interessanten Gärtnereien in Kehl und mitten in Frankfurt gewusst zu haben. Besonders dem Betrieb mitten in der Grossstadt hätte ich liebend gerne einen Besuch abgestattet. Immerhin bleibt mir als schwacher Trost, dass der Oktober sowieso nicht die optimalste Jahreszeit dafür gewesen wäre. Dank des Buches habe auch ich von einigen mir bis dato unbekannten Betrieben erfahren und hoffe nun, dass sich bald einmal die Gelegenheit ergibt, meine Liste der bereits besuchten Gärtnereien, auf der bereits Namen wie Ewald Hügin, Sarastro, Gaissmayer, Landhaus Ettenbühl und Seleger Moor stehen, zu erweitern.



Cordula Hamann:
Die schönsten Gärtnereien
Deutsche Verlags-Anstalt, 2011

24. Mai 2011

Stauden im Garten – Gestaltungsideen für immerblühende Beete

„Willkommen in der Welt der Stauden“ so heisst das erste Kapitel in dieser Frühjahrserscheinung der Landschaftsarchitektin und Gartenjournalistin Bettina Rehm-Wolters und von Markus Zeiler, dem Parkleiter der Insel Mainau. Herausgeberin des prächtig illustrierten Buches ist die „Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.“. Diese Kombination weckt hohe Erwartungen in die Publikation und die vielfältigen vorgestellten Staudenkombinationsmöglichkeiten.

Die ersten vierzig Seiten vermitteln eine Einführung in die Staudenklassen und zeigen die unterschiedlichen Lebensbereiche auf: welche Pflanze lebt gerne im Schatten von Gehölzen? Welche Staude zieht humosen Boden vor und welche gibt sich auch mit kargen Verhältnissen zufrieden? Anschliessend geht es ums Komponieren von abwechslungsreichen Staudenbeeten. Die Fülle an unterschiedlichen Blattformen macht die Wahl nicht unbedingt einfacher. Eine konkrete und wichtige Planungshilfe für das effektvolle Spiel mit Farben ist der Farbkreis. Mögliche Wege zu einer harmonischen Gestaltung erfährt der interessierte Leser im Kapitel „Grundlagen der Beetgestaltung“. Zwischen den informellen Absätzen werden regelmässig Stauden detaillierter vorgestellt: Päonien, Lilien, Hemerocallis, Iris, Hostas und andere mehr.

Üppige, gemischte Staudenpflanzen mitsamt passenden Begleitern, die naturnah in ihren Lebensbereichen präsentiert werden, hohen ästhetischen Ansprüchen genügen und gleichzeitig den Pflegeaufwand in Grenzen halten, sind Merkmale des „New German Style“. Schön und gut - aber lässt sich dafür tatsächlich kein deutscher Ausdruck finden?

Meine Lieblingsseiten in diesem Buch sind jene, die verschiedene Staudengärtner und –züchter portraitieren und diese auch selber zu Wort kommen lassen. Der Bericht über die gleichzeitige Verwandlung eines Krankenhausgartens in eine (fast) alle Kundenwünsche erfüllende Staudengärtnerei und die eines Drogisten in einen Botschafter in Sachen Gartenkultur war für mich eine schöne Ergänzung zum kürzlichen Besuch in Illertissen und der durch die Staudenfreunde organisierten Gärtnereiführung durch Dieter Gaissmayer persönlich. Daneben erfährt man Interessantes über Anja Maubach, Christian Kress, Cassian Schmidt (dieser wird übrigens in der Juni-Ausgabe der „Gardens Illustrated“ im „horticultural who is who“ portraitiert) und natürlich nicht zuletzt über Karl Foerster und die Insel Mainau. Des weiteren wird kurz auf Krankheiten und Schädlinge eingegangen und im Anhang finden sich nützliche Adressen, Bezugsquellen und ein Register.



Bettina Rehm-Wolters und Markus Zeiler/Gesellschaft der Staudenfreunde (Hrsg.):
Stauden im Garten – Gestaltungsideen für immerblühende Beete
Callwey Verlag, 2011

30. März 2011

Beth Chatto: Schattengarten – Die Pflanzen, die Jahreszeiten, die Stimmungen

Beth Chattos Gärten und die Gärtnerei werden von Gartenenthusiasten aus aller Welt besucht und ihre Bücher haben längst den Status von Standardwerken erreicht, auf die jeder echt vom grünen Virus Infizierte früher oder später stösst. Nach „Der Kiesgarten“ ist mit „Schattengarten“ nun endlich ein zweites Buch der Pflanzenkennerin auf Deutsch erschienen. Beth Chatto berichtet darin über die Entstehung ihres Waldgartens und lässt die Leser im Buchgarten die Veränderungen im Lauf der Jahreszeiten miterleben.

Die Kapitel sind wie folgt gegliedert
(die Aufzählung der Untertitel ist nur eine Auswahl):

- Die Anlage eines Waldgartens
- Zeit des Erwachens (von frühen Düften, Februarsonne, Narzissen)
- Zauber des Frühlings (The Long Shady Walk, robuste Bodendecker)
- Frühsommerliche Fülle (The Little Grassy Wood, elegante Farne)
- Bildteppiche des Hochsommers (aufregendes Blattwerk)
- Besonnte Flecken im Herbst (wandernde Anemonen)
- Im tiefen Winter (Schönheit der Blätter)
- Schattenverträgliche Pflanzen (riesige Auswahl geeigneter Pflanzen mit
  Angabe von Härtezonen)

Ein gewaltiger Orkan fällt im Oktober 1987 unzählige Bäume auf dem Land der Chattos und hinterlässt ein Bild der Zerstörung, bietet aber gleichzeitig auch die Chance auf einen Neuanfang. Erhaltenswerte Eichen sollen die Kulisse für einen von Frühling bis in den Winter hinein durchgehend attraktiven Waldgarten abgeben, wo Pflanzen getreu dem Motto von Beth Chatto an einem dem Naturstandort entsprechenden Ort eingesetzt werden und wachsen können.

Die Autorin berichtet von der notwendigen Ausdauer, um Pflanzenschätzen wie Trillium ein geeignetes Mikroklima bieten zu können. Dabei hat sie im Hinterkopf ein Bild eines Gartens in Melbourne, wo die Waldlilien bei ihrem Besuch in einer Menge blühten wie in England die Blaukissen. Aber auch beim Leser kann beim Betrachten mancher Fotos leicht etwas Neid aufkommen. Oder vielleicht wird ja auch der gärtnerische Ehrgeiz etwas angestachelt? Jedenfalls lässt sich leicht nachfühlen, was die berühmte Gärtnerin empfindet, wenn sie nach jahrelanger Pflege an einem Pflanzenschatz die erste Blüte entdeckt – sie vergleicht das Erlebnis mit dem ersten Schultag eines eigenen Kindes.

Neben den vielen praktischen Tipps sind auch die Geschichten rund um die Herkunft von verschiedenen von Chattos Lieblingspflanzen sehr anregend. Solche stammen etwa aus dem Garten von Graham Thomas Stuart, von Christopher Lloyd oder auch von Isbert Preussler, ehemals Lehrling bei Karl Foerster und Chef der Züchtungsabteilung in der Staudengärtnerei Zeppelin. Immer wieder gibt die Autorin neben ihrem Fachwissen auch persönliche Einblicke. Sie erzählt beispielsweise, wie ihr das Altern zu schaffen macht – nicht nur am eigenen Körper, sondern auch am Reifeprozess des Gartens, der ihr immer wieder schwierige und schmerzhafte Entscheidungen abverlangt. Es gilt den Garten mit behutsamen oder auch drastischen Interventionen zu erhalten und zu stärken, während in den natürlichen Vorgang des Alterns beim Menschen nur beschränkt eingegriffen werden kann.



Beth Chatto und Steven Wooster (Fotografien):
Schattengarten – Die Pflanzen, die Jahreszeiten, die Stimmungen
Deutsche Verlags-Anstalt, 2011

6. April 2010

101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Nach den erfolgreichen Bänden „100 Traumgärten in Deutschland“ und „100 neue Traumgärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ erlaubt das dritte Buch in der Reihe wiederum einen Blick hinter die verschiedensten Gartenzäune. Die durchwegs anspruchsvollen Privatgärten sind ausschliesslich von professionellen Betrieben entworfen und gestaltet worden, die sich unter der 2002 gegründeten Dachmarke „Gärtner von Eden“ zusammengeschlossen haben und die mittlerweile rund 70 Mitglieder umfasst.

Nach einer Einführung folgen die jeweils doppelseitigen Gartenportraits, die in die vier Gruppen „Für Designfreunde“, „Für Geniesser“, „Für Ästheten“ und „Für Naturmenschen“ unterteilt sind. Ein halbseitiger aufschlussreicher Text über Anforderungen und Wünsche der Gartenbesitzer und ein gezeichneter Gartenplan füllen die eine Seite des Portraits und werden ergänzt durch Farbfotos. Ab und an hätte ich mir zusätzlich zu den schriftlichen Angaben ein Foto mit dem Zustand der Gärten vor der Umgestaltung gewünscht.

Unter den vorgestellten Traumgärten sind solche mit einer Grösse von weniger als 100 m2 ebenso vertreten wie parkähnliche Anlagen. Und so verschieden wie die Besitzer und ihre Erwartungen ans grüne Wohnzimmer sind, so verschieden sind auch die Gärten. Da gibt es mit Mauern oder hohen Hecken eingefriedete Parzellen, aber auch offene Gartenbereiche mit Traumausblick auf weite Landschaften, kleine Innenhofgärten, etliche Beispiele für Wasser im Garten und vieles anderes mehr.

Genau diese Vielfalt erlaubt es dem Leser, sich Ideen für den eigenen Garten herauszupicken und herauszufinden, welcher Gartenstil zum eigenen Haus und Grundstück passt und einem persönlich am besten gefällt. Eine Checkliste im Anschluss an die Portraits bietet Unterstützung, um die Vorstellungen vom eigenen Traumgarten zu präzisieren. Und falls der Leser mit der Umsetzung persönlich überfordert ist, weiss er ja spätestens nach der Lektüre, wo er fachkundig beraten und unterstützt wird (Adressen und Kontaktmöglichkeiten sind im Anhang aufgeführt).



Gärtner von Eden:
101 Traumgärten – Aktuelle Gärten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Callwey Verlag, 2010

5. November 2009

Moderne Gärten – gestaltet von Landschaftsarchitekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die Kunsthistorikern Elke von Radziewsky vermittelt in diesem Buch einen Überblick über von führenden Landschaftsarchitekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestaltete Hausgärten. Bei diesen Hausgärten handelt es sich naturgemäss zu einem grossen Teil um fast parkähnliche Anlagen, bei welchen für die Gestaltung das nötige Kleingeld wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt. Dies ist kein Grund neidisch zu werden, auch (Laien-)Gärtner, die sich mit kleineren Flächen begnügen müssen oder dürfen und sich eine professionelle Gestaltung durch einen Landschaftsarchitekten nicht leisten können, finden in diesem Band Ideen, die sich auf kleinere Parzellen übertragen und umsetzen lassen.

Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt eine mehrseitige Einstimmung zum Thema „Hundert Jahre Hausgarten“. Darin geht es von den Folgen eines gewonnenen Gartenwettbewerbes anno 1907 über den Einfluss des schnellen Wachsen der Grossstädte im 19. und 20. Jahrhundert auf die Gartenlust in Europa bis zum momentan stattfindenden Umschwung in der Bewertung der Hausgärten.

Titel wie „Tulpe spielt Theater“ und „Spatz und Krieger“ oder „Der Garten ist ein Fass ohne Boden“ machen den Leser zusammen mit den beeindruckenden Fotos neugierig auf die auf rund 200 Seiten verteilten Portraits. Diese werden durch detaillierte Pläne ergänzt.

Die Gärten sind so unterschiedlich wie die Gestalter. Da gibt es einen, in welchem der Boden mit Kalbsknochen gepflastert ist und auf einer als Pferdeweide benutzten Blumenwiese Hainbuchen-Hecken in Form von Tortenstücken verteilt sind. Im Beitrag „Sommerblumenweg zur Küche“ wird ein Garten vorgestellt, wo an ein Gewächshaus einer ehemaligen Gärtnerei eine Schlafzelle angebaut worden ist, da die Masse des früheren Arbeiterhauses auch für zwei Personen als Wohnung zu klein waren.

Nach den Gartenportraits folgen Steckbriefe der Landschaftsarchitekten und ihrer Büros mit Angaben zu Anzahl Mitarbeiter, wichtigen Arbeiten und Stil. Interessant sind die Hinweise über Anteile der pro Jahr gestalteten Hausgärten im Verhältnis zu anderen Aufträgen. Leider fehlt ein Register, welches ein kurzes Nachschlagen doch enorm vereinfachen würde.

Kürzlich habe ich an dieser Stelle ein Rezept von Paul Bocuse erwähnt. Vor längerer Zeit (1993!) hatte ich dieses aus der Zeitschrift „Beobachter“ herausgerissen und das Rotkraut-Gericht hat seit damals einen Stammplatz in unserer Herbst- und Winterküche. Jenes Rezept war damals von einem (mir persönlich nicht bekannten) Leser und Gärtner aus „meiner“ Stadt eingeschickt worden. Bei der Lektüre des Buches „Moderne Gärten“ hatte ich nun sozusagen ein Treffen mit einem alten Bekannten. Auf das Portrait aus dem hiesigen Landschaftsgartenbetrieb war ich natürlich sowieso neugierig. Die Angaben wie Name, beruflicher Hintergrund, Wohnort sowie das abgebildete Foto weckten Erinnerungen wach und ich kramte das inzwischen arg zerfledderte Rezept hervor. Und siehe da, aus dem "Rezept-Einsender“ von Anfang der 90er Jahre ist inzwischen ein bekannter Landschaftsarchitekt geworden.



Elke von Radziewsky:
Moderne Gärten
Callwey Verlag, 2009

24. Mai 2009

Gartenverführung

Die gebürtige Hamburgerin Gabrielle Pape gehört in Deutschland und England zu den führenden Gartenarchitektinnen. Anfang der 90er Jahre gründete sie zusammen mit Isabelle van Groeningen eines der bekanntesten englischen Gartendesignstudios und seit 2008 leitet sie die von ihr gegründete Königliche Gartenakademie (KGA) auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Gärtnerlehranstalt in Berlin-Dahlem. Dort bietet sie ihren Kunden nicht nur Pflanzen, sondern auch Gestaltungskurse an. Ihr Ziel ist es, die Gartenkunst (wieder) nach Deutschland zu bringen. Und sie möchte dazu beitragen, dass man hierzulande auch “gärtnern” geht und nicht im “Garten arbeiten” - Zitat: “Sie gehen ja auch kochen und nicht in der Küche arbeiten, oder?”. 

Einen Einblick in das gärtnerische Schaffen von Gabriella Pape ermöglicht nun der mit wunderschönen Fotos illustrierte Band “Gartenverführung”. Zwanzig Gartenprojekte werden vorgestellt, ein kleiner Hinterhofgarten ist ebenso vertreten wie grosse Landsitze oder der eigene Garten in der englischen Grafschaft Yorkshire. Letzterer wird hauptsächlich als Versuchsfeld benutzt, benötigte jedoch weil ein Teil rund 50 Meter lang, aber nur 14 Meter breit ist, trotzdem - oder gerade deshalb - eine durchdachte Struktur. Aus einem unkrautfreien Garten der DDT-Generation ist ein blühendes Paradies entstanden. So wurde der ehemalige Vorgartenrasen umgegraben und durch Rosen und Stauden ersetzt und der alte Vorgarten bekam eine Bepflanzung mit Allium cristophii, Silene orientalis und Knautia macedonica. Laut Kurzsteckbrief sind rund 95 % der gesamten Gartenfläche von 1250 m2 mit Stauden überwachsen. 

Zu Papes Kunden zählt auch einer, der kurzerhand den lokalen Steinbruch wieder öffnen liess. Dieser war nach dem zweiten Weltkrieg geschlossen worden und der zum Haus des Kunden passende Stein war nur dort erhältlich... Am schönsten sind aber die Gärten, in welchen die Besitzer selber leidenschaftliche Gärtner sind, und die Bepflanzung entsprechend anspruchsvoller angelegt worden ist. 

Im Kapitel “Ein deutscher Garten für die Queen” sind interessante Hintergrundinformationen zur Chelsea Flower Show allgemein und zur Gestaltung eines grossen Schaugartens speziell zu erfahren. Jeder Garten wird mit einem Kurzsteckbrief vorgestellt, aus welchem unter anderem Baujahr und -zeit ebenso ersichtlich sind wie Grösse, Ausgangssituation, spezielle Wünsche sowie bevorzugte Materialien. Eine Skizze erlaubt dem Leser, sich ein genaueres Bild über die Begebenheiten zu machen. 

Teilweise dokumentieren Vorher-Nachher-Aufnahmen die Veränderungen in der vorgenommenen Umgestaltung der Gärten. Ein Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nehmen wird, um die konkreten Anleitungen nachzulesen oder sich eben verführen zu lassen. Leider fehlt ein Register, welches das Nachschlagen erleichtern würde. 

Wer näheres über die Königliche Gartenakademie wissen möchte, erfährt dies im letzten Kapitel des Büchleins “Schritt für Schritt zum Traumgarten” von Gabriella Pape oder auf der Webseite der KGA. 



Gabriella Pape: 
Gartenverführung – Traumhaft schöne Gärten und ihre Umsetzung
Callwey Verlag, 2009 

Schritt für Schritt zum Traumgarten – Eine Anleitung für die Zusammenarbeit mit dem Gartengestalter 
Callwey Verlag, 2008

1. April 2009

Gartenglück – Die Kunst des entspannten Gärtnerns

Statt Stätten entspanntem Gärtnerns ähneln viele Gärten eher Kriegsschauplätzen, auf welchen mit chemischen Waffen Schädlinge und Unkräuter bekämpft werden. Eine unnötige Quälerei, wie der bekannte Naturgartenpionier Peter Richard findet. Stattdessen gilt es, die natürliche Dynamik der Natur aufzunehmen und für das Gedeihen im eigenen Garten zu nutzen. 

Die Grundlage dafür wird mit der richtigen Bodenbearbeitung, der Deutung der Zeigerpflanzen und der korrekten Pflanzenwahl gelegt. Und der Gärtner wird ermuntert, den unendlichen Kampf gegen die oben erwähnten Feinde in heitere Gelassenheit umzuwandeln und mit der Natur, statt gegen sie zu arbeiten. Dazu gehört auch, regionale Pflanzensorten vom Markt oder der Wildstaudengärtnerei zu bevorzugen, statt Pflanzen aus hunderten von Kilometern entfernten Gewächshäusern zu kaufen, die Mühe mit dem lokalen Klima haben. 

Mit über dreissig Jahren Gartenerfahrung weiss der Autor, wovon er schreibt. Herausgekommen ist eine Wegleitung mit vielen grossformatigen Fotos, Pflanzentabellen und zahlreichen Tipps. Dazwischen sind philosophische Anregungen von Reto Locher eingestreut. Jedes Kapital endet mit einer Kurzzusammenfassung der wichtigsten vermittelten Aspekte. 

Ein schön gestaltetes Nachschlagewerk, insbesondere das Umschlagbild gefällt mir ausgezeichnet. Schade finde ich einzig, dass etliche Fotos in vollem Sonnenlicht aufgenommen worden sind. 



Peter Richard und Reto Locher: 
Gartenglück – Die Kunst des entspannten Gärtnerns 
Alataverlag, 2008