1. Juli 2009

Seerosensommer

Nach dem Unfalltod ihres Mannes zieht Josephine Gill mit ihrem jüngeren Sohn und einer guten Freundin weg aus dem hektischen Berlin in eine alte Villa an der Müritz. Sie möchte in dem abgelegenen Haus an einem See mit vielen Seerosen ein kleines, aber feines Restaurant eröffnen und ist überzeugt, dass ihre Jungs die einzigen Männer sind, die in ihrem Leben in Zukunft eine Rolle spielen werden.

Auf der gegenüberliegenden Seeseite befindet sich ein grösseres unverbautes Grundstück, auf welchem der sympathische Severin Wiesgrund eine umweltfreundliche Feriensiedlung errichten möchte. Um seine Pläne verwirklichen zu können, fehlt ihm noch das Einverständnis des Bürgermeisters. Eigentlich zieht aber nicht dieser die Fäden im Dorf, sondern seine Frau. Diese hat denn auch nichts gegen das Bauvorhaben einzuwenden.

Doch es gibt noch mehr Interessenten, die das Land am See erschliessen möchten. Ein Yachthafen soll gebaut und der See ausgebaggert werden. Clemens, der diese Investoren vertritt, kommt hinter ein Geheimnis des Bürgermeisters und glaubt sich schon am Ziel seiner Wünsche. Hat Josephines Zukunft ein Ende bevor sie richtig begonnen hat?

Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Rezept und auch während der Geschichte läuft einem beim Lesen der aufgetischten Menüs immer wieder das Wasser im Munde zusammen.

Ich weiss nicht mehr genau, weshalb ich eine Fortsetzung vom letztjährigen Roman „Die Wassergärtnerin“ erwartet habe. Dort spielen ja Blumen, Garten und Guerilla-Gardening eine grosse Rolle. Wahrscheinlich habe ich da irgendwo etwas aufgeschnappt und missverstanden. Im Seerosensommer gibt es zwar einen kleinen Auftritt der Wassergärtnerin Tinke, ansonsten gibt es nichts gärtnerisches zu erwähnen. Das Buch ist aber als Urlaubslektüre unbedingt zu empfehlen und ich hoffe und freue mich auf eine „grünere“ Fortsetzung ...



Tania Krätschmar:
Seerosensommer
Knaur Taschenbuch Verlag, 2009


Die Wassergärtnerin
Knaur Taschenbuch Verlag, 2008