20. Mai 2009

Im, um, auf, über und neben dem Baum

Eine uralte, riesige Eiche ist das Daheim von Tobie Lolness und seinem Volk. Der 13jährige gehört zu einer angesehene Familie und lebt mit seinen Eltern in den oberen Ästen. Die kaum mehr als einen Millimeter grossen Bewohner des Baumes wissen nichts von einer Welt ausserhalb der Eiche. 

Auf dem Plant Baum ist wie auf dem Planet Erde einiges im Argen. Tobies Vater Sim macht eine wichtige Erfindung, welche der Grosse Rat zweckentfremdet verwenden will. Um den Lebensraum Baum nicht zu zerstören, weigert sich Sim, sein Geheimnis um das Wissen vom Baumsaft preiszugeben. Daraufhin wird Sim mit samt seiner Familie in die unteren Äste ins Exil verbannt. Dort lernt Tobie Elisha kennen und gewöhnt sich rasch an sein neues Leben. 

Doch schon bald beginnt eine beispiellose Hetzjagd, mit welcher der Bösewicht Jo Mitch sein Ziel verfolgt, an Sims Erfindung zu gelangen. Im zweiten Band hat sich der Baum von einem wertvollen Lebensraum in eine Hölle entwickelt. Weil inzwischen der Baumsaft angezapft worden ist, stirbt die Eiche. 

Die beiden Bücher zeichnen deutliche Parallelen zwischen dem Lebensraum Erde und Lebensraum Baum. Auch in der Miniwelt gibt es äusserst rücksichtslose Bewohner, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Die Bücher sind teilweise auch sehr brutal. Doch soviel verrate ich nun doch schon vorweg: alles wendet sich zum Guten. Weiter positiv erwähnenswert sind die wunderschön gestalteten Einbände der beiden Tobie-Bücher. 




Timothée de Fombelle: 
Tobie Lolness 
Gerstenberg Verlag, 2008 

Tobie Lolness – Die Augen von Elisha 
Gerstenberg Verlag, 2008