8. Februar 2010

Augenschmaus

Ob einem ein Buch auf den ersten Blick gefällt oder nicht, hängt im Buchladen nicht unwesentlich von der Gestaltung des Buchumschlags ab. Das Auge wird unweigerlich zu Bildern und Illustrationen gelenkt, die einen als Betrachter anziehen. Als potentielle Buchkäuferin betrachte ich ein solches Buch dann gewöhnlich auch genauer als eines, dessen Cover mich weniger anspricht oder gar abstösst. Im Moment lese ich gerade ein Buch über Mohnblumen (Blue Heaven – Encounters with the Blue Poppy von Bill Terry, Touch Wood Edition) mit einem traumhaft schönen Titelbild in blau und grün, was mich auf die Idee gebracht hat, für einmal einen Beitrag über die Hüllen statt die Inhalte von Büchern zu schreiben.

Die meisten mir speziell zusagenden Buchcover, die mir spontan zu diesem Thema einfallen, sind eher bunt oder es handelt sich um Leinenausgaben mit aufgeklebten Farbillustrationen. Zu den Buchumschlägen, die in einer Hitliste meiner Bibliothek vordere Plätze belegen würden gehören die Bücher „Bunte Beete in voller Blüte vom Frühlig bis zum Herbst“ von Veronika Walz (AV Buch) und „Marie mit dem Kopf voller Blumen“ von Sigrid Laube (Jungbrunnen). Beide Cover zeigen eine Menge Blüten und die Farbgebung in hauptsächlich weiss, rosa und gelb ist ähnlich.

„Gärten in der Wüste“ von Leslie Marmon Silko (Rogner & Bernhard) überzeugt mit fast unzähligen detailgetreu gezeichneten Pflanzen und Früchten während „Monets Garten“ (Buch zu einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich 2004/2005) mit einem Titelbild in verschwommenen Farben genau das präsentiert, was man an Monet mag oder eben nicht.

Das Cover des Buches „Liontooth – the story of a Garden“ von Sara Sharpe (Beautiful Books) erfüllt alle meine Erwartungen, die durch den Namen des Verlags geweckt werden. Der gemalte Garten mit Farn, Fackellilien, Löwenzahn und anderen Blumen mehr ist fast zu schade, um ihn einfach auf dem Büchergestell verschwinden zu lassen. Für das Buch „Im Garten hinterm Haus“ von Sandra Pepek (fantasieReichverlag) war ursprünglich ein anderes Cover geplant. Ich hatte das Buch seinerzeit hauptsächlich wegen dem Titelbild und ohne besondere Kenntnisse betreffend Inhalt bestellt. Nach einem Verlagswechsel noch vor Publikation der Erstausgabe bekam es einen ganz anderen Umschlag. Auch wenn mir der erste Entwurf besser gefallen hat – das Kinderbuch ist unbedingt lesenswert!

Nicht nur optisch sondern auch zum Fühlen was bietet der Roman „Eine Villa zum Verlieben“ von Gabriella Engelmann (Knaur). Die Efeuranken und die Katze auf dem Cover sind aus grünem Samt. Nicht aus Samt aber ebenfalls „fühlbar“ sind die Umschläge der beiden Tobi Lolness-Bücher, die ich im Sofagarten bereits früher einmal vorgestellt habe.

Wenn das Buch dann gelesen ist, treten Überlegungen betreffend Attraktivität der Buchumschlagsgestaltung gewöhnlich in den Hintergrund. Die meisten Bücher fristen ihr Dasein ja wohl Umschlag an Umschlag in einem Regal. Würde man die Druckwerke mit sichtbarem Titelcover aufstellen, benötigten sie ja noch mehr Regalfläche. Und schliesslich gibt es auch etliche Buchumschläge, die besser zwischen anderen Büchern versteckt werden, damit man sie nicht im Blickfeld hat... Vielleicht ein Thema für einen späteren Beitrag. Noch ein anderes Thema ist die Schwierigkeit oder Unzulänglichkeit, dass die Buchrücken nicht einheitlich in eine Richtung beschriftet sind, so dass man/frau sich bei der Suche nach einem Buch vor dem Gestell immer wieder fast verrenken muss.

Um meinem Prinzip „keine oder möglichst wenige Bilder“ treu zu bleiben, habe ich auch in diesem Beitrag bewusst auf Bilder verzichtet. Mit Googeln sind die Bücher aber ja rasch aus den Weiten des Internets auf Ihren Computer geholt.